Ole Merten: Herzlich willkommen zum Helping Horseman Podcast. Wir sind jetzt hier in der dritten Folge. Für alle die, die das Video nicht auf YouTube sehen, sondern den Podcast so einfach als Audiospur hören, die Erklärung. Ich sitze hier draußen auf der Veranda. Es ist richtig warm. Wir haben heute, was haben wir, den 29. Mai 2026 und es ist richtig sommerlich. Hier draußen geht ein leichter Wind. Ich habe an der Kamera vorbei Ausblick auf unsere Pferde und Deshalb erschien mir das hier bisschen gemütlicher als drinnen zu sitzen. So, dritte Folge. Was ist denn heute Thema? Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee war, sich dafür jetzt mal zu entscheiden, aber ich glaube, wir müssen da einfach mal zusammen durch, ⁓ eine Grundlage zu schaffen und auch einfach mal... Ich musste auch einfach mal auf viele Fragen eingehen, die dazu immer wieder gekommen sind. Ich mache aber damit durchaus die Büchse der Pandora auf. Heute geht es gesunde Bewegungen. Heute geht es ⁓ meine Perspektive da drauf, ⁓ die anderen Perspektiven, die ich mit auf dem Schirm habe, die ich wahrnehme, die für besser oder schlechter halte und ⁓ so manche Gerüchte, kursieren und meine Meinung dazu, wie mit diesem Thema auch umgegangen wird. Gesunde Bewegungen, Tragfähigkeit. Man hört mich ja in der Öffentlichkeit wenig darüber sprechen. Manche denken bestimmt, Das liegt daran, der Olo macht sich darüber einfach gar keine Gedanken, der macht einfach irgendwie und hat seine Schwerpunkte einfach auf andere Aspekte gelegt. Dazu muss ich sagen, das stimmt so nicht. Also erstens mal mache ich mir sehr viele Gedanken dazu und zweitens würde ich gar nicht mal behaupten, dass das nicht auch mein Schwerpunkt ist. Nur denke ich dieses Thema wahrscheinlich einfach ein bisschen anders als die allermeisten. Warum spreche ich darüber wenig in der Öffentlichkeit? Es liegt jetzt nicht so, dass ich da nicht mitreden könnte. Ich versuche immer Dinge leicht aussehen zu lassen, Dinge unkompliziert zu machen und möglichst so zu erklären, dass es so gut es geht einfach verstanden werden kann, dass es unterm Strich so gut es geht einfach funktioniert. ist in gewisser Weise auch mein Berufsethos. So begreife ich ihn. ⁓ So möchte ich mich als Pferdetrainer begreifen, Dinge transparent zu machen, so einfach es geht, zu erklären. Und manche Sachen sind einfach nicht so kompliziert, wie die auch gerne mal getan wird. Bleiben wir beim Thema gesunde Bewegungen. Warum spreche ich darüber so wenig? Ich bin davon überzeugt, dass bei aller Theorie, wichtig ist, dass auch ich weiß auch, dass innere Bilder durch Vorstellung, Verstand erstmals, bevor man es richtig fühlt, erzeugt werden und das ist wichtiges. Aber ich glaube trotzdem, das wenigste was du als Pferdebesitzer, der sich Gedanken über die gesünderen Bewegungen deines Pferdes machst, dass du am wenigsten noch mehr theoretischen Input brauchst, dein Pferd gesünder bewegen zu können. Ich glaube, dass es dir genauso geht wie mir und allen anderen, dass das meiste Verbesserungspotenzial für die Bewegung deines Pferdes, wenn du dein Pferd reitest, ⁓ im Bereich des Fühlens liegt. Das meiste Verbesserungspotenzial liegt bei uns allen, denke ich bei uns allen als Menschen, im Bereich des Fühlens. Es gibt ja tausend Ansätze, tausend Erklärungen dazu, was du wie machen solltest oder nicht machen solltest. Es gibt die total unterschiedlichsten, sich widersprechenden Ansätze, Kopf hoch, Kopf tief, mehr weniger untertreten, blibblablob, die alle in sich, in ihrer eigenen Logik, logisch erklärt werden können. von außen erst mal logisch klingen, sich aber ja total widersprechen mitunter. Und wir alle sind in diesem riesen Dschungel und müssen uns orientieren. Und das ist total schwer. Und Spoiler, es gibt keinen objektiven Maßstab dafür. Ich habe es gesagt, es sind alles logiken. Mehr oder weniger jede Reitweise oder jedes Betrachtungsschema, jede Schablone, die ich da anlege, hat ihre eigene Logik. Und es ist Ja, ist einfach so, dass man gewisse Grundannahmen aufstellen kann und mit diesen Grundannahmen einen Rahmen bildet und innerhalb dieses Rahmens kann man dann logisch argumentieren. Das ist einfach so funktioniert Logik einfach. Ja, das heißt aber, es gibt verschiedene Rahmen, die ich aufstellen kann, verschiedene logische Systeme, die in sich immer logisch sind, die sich aber untereinander die Systeme total widersprechen können. Ja, und was mache ich denn da jetzt? Wie kann ich denn da die ... Ich mach die Anführungsstriche. Die Wahrheit herausfinden. Kann ich nicht. Selbst wenn jemand so tut und hochwissenschaftlich daherkommt und sagt, ja, aber dann macht das Gelenk in der Situation bliblablupp, ja, ist da ja, fehlt ja vielleicht ein anderer relevanter Kontext, der vielleicht schon erforscht ist oder vielleicht noch nicht erforscht ist, wie auch immer. Egal. Das geht jetzt zu weit. Ich will damit nur sagen, es ist unmöglich, dass rein auf theoretischer Verstandesebene zu 100 Prozent richtig zu verstehen, ist unmöglich. Das einzige, woran wir uns festhalten können, wenn wir versuchen, uns in diesem Dschungel zu orientieren, sind unsere Pferde, die es uns sagen. Und noch schwieriger wird, also erstens mal unsere Pferde können nicht sprechen, ja, also wie erfahren wir das dann? Ja, das ist schon mal die erste Schwierigkeit. Und zweitens, wenn wir das mit einem Pferd erfahren haben, gilt es dann wirklich genauso auch fürs nächste Pferd. Spoiler. Man kann es nie so 100 Prozent auf jedes Pferd übertragen. So, und was hilft uns jetzt dabei? Wenn ich sage, du brauchst weniger technischen Input, ⁓ da Verbesserungspotenzial rauszuholen, sondern es hilft, das Gefühl zu stärken, sich aufs Fühlen zu konzentrieren. ich spreche jetzt von mir als Reiter, das fängt ja schon mal an, allein mich zu spüren. Wenn ich dir jetzt sag, spann mal da hinten, ist so ein Muskel, der hat den Namen und da hast du noch niemals dran gedacht an diesem Muskel und hast ihn noch nie angespannt, aber ich weiß, anatomisch gesehen hast du diesen Muskel, dann ist es erstmal für dich voll die Schwierigkeit, diesen Muskel anzusteuern. Erstmal anzusteuern, ihn dann kontrolliert in Bewegung einzubauen, ist die nächste Sache, ihn dann zu gestärken und zu kräftigen. Nochmal eine ganz andere Sache. Wenn du dich kognitiv auf etwas konzentrierst, gleichzeitig deinen Körper wahrzunehmen, also erstmal nur in deinem eigenen Körper gefühlsmäßig 100 Prozent transparent und immer voll da zu sein. ist ja allein das ist ja schon mal die große Schwierigkeit. dann noch viel schwerer das Pferd zu spüren und nicht nur unter seinem Sitz unter seinen Hilfen den Körper des Pferdes zu spüren. Wo befindet sich gerade welches Bein? Wo ist gerade irgendwie mehr oder weniger Rotation oder was auch immer? Das ist auch schwer und dann ist es ja nicht nur die körperliche Ebene, sondern dann reitest du ein Lebewesen, auf emotionaler Ebene sich noch auf eine gewisse Art Weise fühlt, was ja auch ins Reiten mit reinspielt. Das wissen wir alle. Losgelassenheit. das Pferd gestresst ist, dann läuft es nicht, beim Körper auch nicht. Und das alles zu spüren, erst mal nur wahrzunehmen, ist ja sowas schon unendlich schwer. Also da haben wir alle unendlich viel Ausbaupotenzial. So und dann, was ist denn Reiten? Jetzt sind wir immer noch nicht beim Reiten. Jetzt sind wir erst mal nur beim ... Wahrnehmen, ja, bei den Sensoren, ja. Und das dann produktiv auch noch zu formen. Und formen bedeutet ja auch nicht, ich hab's wahrgenommen, ich hab ne Vorstellung und ich bring's dahin. Sondern formen ist ja ein ... Das ist immer live, das passiert immer im Hier und Jetzt und ist nächsten Moment schon wieder weg und muss neu erzeugt werden. Und muss permanent im Austausch zwischen dem Fühlen von mir selbst, zwischen dem Fühlen von dem Pferd und ... dazwischen dem gemeinsamen Kreieren immer wieder neu erzeugt werden. Also wie komplex geht's denn eigentlich? Und das zu leisten, das ist in allererster Linie eine Gefühlssache. Und wie gesagt, ich hab das ja auch eingeräumt. Natürlich ist es wichtig, Theorie zu haben, zu wissen, okay, ich fühl da was, was könnte das denn da gerade sein, was ich fühle? Oder ich fühle da was und die Theorie sagt mir, ich könnte aber auch noch was ganz anderes fühlen. gibt es theoretisch. Ich verstehe auch den Zusammenhang, wie das, was es da noch theoretisch geben könnte, sich zusammensetzt. Na, dann gebe ich mal diesen jenen Impulse rein und versuche, diesen Weg zu beschreiten, ⁓ das zu erzeugen, was es da laut Theorie gibt. Verstehe ich. Das Problem ist aber, wenn du zu theoretisch zuverkopft da in die Sache rangehst oder zu verbittert versuchst, da eine Sache zu fühlen. dann geht das Große und Ganze verloren. Und dann verschleiert sich auch deine Wahrnehmung für die wirklichen echten Wahrheiten. Die es ja doch gibt, meiner Meinung nach. Bei aller Wagenrelativität, bei allem, man kann es so sehen und man kann es so sehen, gibt es meiner Meinung nach schon diese kleinen Momente, in denen nicht nur du spürst, sondern in denen auch dein Pferd spürt, ja, das ist gerade eine gute Sache. Das fühlt sich gerade gut an. Und ich kenne das natürlich von mir selbst. Ich habe das alles durchgemacht und habe das alles selbst erfahren und mir meine Gedanken dazu gemacht. Wenn man denkt, da muss aber jetzt hier, ja so und aber eigentlich ist nicht so richtig. ist dann so verkrampft daran, dass man eben nicht mehr fühlt und dann überhaupt keine Chance hat, ⁓ Wahrheitsmomente, wo diese beiden Körper sowas von perfekt harmonieren, wahrzunehmen. geschweige denn zu erhalten und weiter auszubauen. Und das ist es, worum es gehen muss. Und deshalb denke ich mir, bevor ich anfange in der Öffentlichkeit zu erzählen, mach mal da mehr so, mach mal da mehr so, damit es gesunder läuft, da reicht mein Leben ja gar nicht aus, ⁓ an diesen Punkt hinzukommen, weil es davor noch so viel mehr zu spüren gibt. Und... Glaub mir, ich kann auch meine Seitengänge reiten und ich habe in der Richtung auch viel gemacht. Ich gehe damit immer nicht hausieren und wie soll sagen, ich poste auch nie irgendwie so vorher Nachherbilder. So kam das Pferd bei mir in die Berit und so ist es dann nach Hause gegangen. Da könnte ich schon zeigen, dass sie sich gut entwickeln körperlich. Trinke ich auch als Rückmeldung zu Hause. Die Pferde sind fit, da läuft es, ja, auch wenn es ja meistens nur wenige Monate sind, das Pferd da ist. Aber das sind nicht gar nicht mal die Dinge, worauf ich stolz bin, womit ich mich zu sehr identifizieren möchte und ich möchte auch nicht diesen Nachahmeffekt haben von, guck mal, das ist das, worum es geht. Die Dinge, auf die ich stolz bin, sind, wenn da Harmonie auf Beziehungsebene entsteht, wenn Leidenschaft fürs gemeinsame Machen entsteht. Das sind die Sachen, auf die ich stolz bin und die ich dann eher in den Fokus stelle und wovor ich auch überzeugt bin, dass wenn ich darauf aus bin, dass Leute das nachmachen, was ich vorlebe, dann zuerst mal das, weil da gibt es den meisten Nachholbedarf, wie ich gesagt habe, das Gefühl, auf dieser Ebene auszubauen. Das ist erst mal entscheidend. Nicht nur, es ist auch nicht der eben nur so, dass das erst mal wichtig ist und dann kommt der Körper. Nein, du kannst es nicht voneinander trennen. Körper und Geist kannst du nicht voneinander trennen. ist, es ist eins. Es ist alles eins. Nur in einem gesunden Körper lebt eine gesunde Seele und umgekehrt. Und deshalb bringt es so oder so nichts, da nur technisch ranzugehen. Technisch ranzugehen und zu verfeinern ist quasi, muss einhergehen mit Harmonie. Ansonsten wird das Ganze nichts. Und deshalb setze ich da in der Öffentlichkeit andere Schwerpunkte einfach. Weil ... Gesundheit und ich weiß, dass sehr viele Therapeuten auch meinen Content konsumieren und ich kenne selbst sehr viele und stehe auch im Regen Austausch und ich würde behaupten, dass ich auch bei jeder Physio-Osteobehandlung, bei der ich beiwohne, eine gute Figur mache, weil ich mich ganz gut auskenne. Aber das Problem ist, es ist eine Berufskrankheit von Therapeuten und von Reitlehrern, auf diese Ebene so stark hinzuschauen. Isoliert zu schauen. Die können ja so intensiv dahinschauen, wie sie möchten. Gut, wenn ich einen Therapeuten habe und ich regelmäßig welche, dann will ich, dass sie da genau hingucken. Aber alle schreiben sich immer ganzheitlich auf die Fahne und vergessen dann, dass so ganzheitlich auch diese seelische Gesundheit gehört. Und du kannst es nicht voneinander trennen. Und dieses häufig Blick auf den Körper. Da ist eine Ausweichbewegung. Und deshalb sollte ich jetzt erstmal nicht viel Bewegung machen, weil dann ist ja Verschleiß und so. Und das Pferd steht da und denkt so, ich will mal wieder über den Stoppelacker kaloppieren. Das brauche ich. Ich bin doch ein Pferd. Das zu übersehen, diesen Zusammenhang, der für mich richtig und wichtig ist, das halte ich für problematisch, wenn man diese defizitorientierte, rein körperbetonte Betrachtungsweise anlegt. Wenn man Pferde Gesundheit erklären und bewerten möchte und fördern möchte natürlich. Es sind natürlich nicht alle so, das weiß ich, aber man tendiert dahin. Ich bin ja auch so. Ich habe mich mit Hufebearbeitung auch relativ intensiv auseinandergesetzt. Ich kann kein Pferd vorbeilaufen, ohne auf die Hufe zu gucken. Das ist so. Aber ich würde niemals dahingehen und sagen, so jetzt ist aber mal die Hufe, das ist Katastrophe. Das machen wir so nicht. Du solltest erst mal hier, hier, hab mal ein schlechtes Gewissen. Und Stichwort schlechtes Gewissen. Also das ist ja häufig die Triebfeder für Pferdebesitzer, sich mit Pferdegesundheit auseinanderzusetzen, zu fragen, ja, in diesem großen Dschungel, den ich eben beschrieben habe, was ist denn richtig, was sollte ich denn machen? Ja, das ist ja häufig das schlechte Gewissen oder die Sorge ⁓ sein Pferd, die Sorge, seinem Pferd etwas Schlechtes anzutun, insbesondere dann durchs Reiten. Und mit diesem schlechten Gewissen, da wird halt auch gedealt. in der professionellen Pferdewelt. Ich kann diesen Satz nicht mehr hören. Ja, mein Steckenpferd ist der tragfähige Pferderücken. Tragfähige Pferde sind meine Leidenschaft. Leute, dieser Begriff Tragfähigkeit, weil das ist letztendlich ja so dieser Begriff, der sich ja so ganz prominent auch aktuell herausgeschält hat, als Antwort darauf. Ja, was braucht man Pferd, damit es gesund geritten werden kann? Tragfähigkeit. Ja, und das wird so inflationär verwendet. Jeder verwendet das und wie gesagt aus den unterschiedlichsten Ecken. gibt das eine und das krasse Gegenteil und beide sagen Tragfähigkeit. Selbst der ehrgeizigste Turnierreiter, der wirklich wahrscheinlich ganz andere Motive hatte als sein eines Pferd möglichst gesund ins hohe Alter zu führen, würde ja 100 % von sich selbst auch sagen, mir Tragfähigkeit erst recht. Ich bin ja der Profi. Ich weiß ja genau, wie ich die Knöpfe richtig drücken muss. Ich habe die Theorie genau verstanden, wie richtig das Reiten funktioniert. Also wenn es Tragfähigkeit gibt, ja da bei mir erst recht. Ich frage andersrum, wer würde denn von sich behaupten, also Tragfähigkeit ist überhaupt nicht Teil meines Konzeptes. Das so inflationär verwendet, dass es schon wieder komplett wertlos ist. Das genauso wie dieser Pro Pferd-Sticker. Bei mir Pro Pferd. Bei wem nicht? Fragezeichen. warum wird das gemacht? Ja, aus Marketinggründen. Weil, jetzt sage ich wir, also ich, weil ich mit Pferden professionell mein Geld verdiene und meine Kollegen in allen Bereichen, also alle Leute, die in der Pferdebabel Geld verdienen, versuchen natürlich, marketingtechnisch clever unterwegs zu sein. Manche sind dabei weniger authentisch, manche mehr. ⁓ Aber ich würde behaupten, dass das durchaus ein Zusammenhang ist. Das wenn ich sage, hier bei mir gibt es tragfähige Pferde und ich dann weiß, es gibt viele Pferdemenschen, die haben Sorge, dass ihr Pferd nicht gesund geritten wird und haben mitbekommen, dass Tragfähigkeit wichtig ist. Ist ein gutes Label. Kann ich mich mal identifizieren? Mach ich mal. Also sprich ist es wertlos geworden, alle, egal aus welcher Richtung, sich dieses Ding da aufklatschen und wie soll ich sagen? ist ja auch okay, ja, es ist ja gut, dass ich versuche, etwas in meiner Arbeit einzubauen, was vermeintlich zumindest die Gesundheit von Pferden fördert. Bezeichnet finde ich es halt dann immer nur, dass immer besonders groß und prominent dargelabelt wird, wo es sich für mich am ehesten nach Inhaltslosigkeit im sonstigen Training anfühlt. Aber das, ähm, da möchte ich jetzt nicht irgendwie zynisch klingen. So, Tragfähigkeit, ja, nehme das jetzt mal als ein Beispiel hin, womit versucht wird auf die Frage einzugehen, was ist denn eine gesunde Pferdebewegung oder was braucht es denn, ⁓ ein Pferd gesund zu reiten? Das ist ja sehr groß und prominent. selbst wenn man sich dann mal so auf einen großen gemeinsamen Nenner irgendwie so ein bisschen geeinigt hat in der Pferdebubble, ja, wir alle wissen, Tragfähigkeit ist wichtig, unterscheidet sich ja da auch schon wieder komplett die Herangehensweise. Ich denke, was so ein relativ großer Konsens ist, wir haben es alle jetzt schon hunderttausendmal in unserem Leben gehört, ist der Rumpf muss getragen sein. Der Rumpf ist nicht knöchelnd durch ein Schultergelenk wie bei Menschen jetzt mit den Schulterblättern verbunden, sondern hängt da, der Thorax hängt da in seiner Muskelschlinge und in seinen fascialen Strukturen und was auch immer und kann sich mehrere Zentimeter absenken und hängt dann da unten drin und das ist verschleißende Bewegung, wenn das Pferd so rumläuft. Oder er kann sich heben, kann dich da oben auf seinem Rumpf tragen und das ist dann eher gesünder. Selbst wenn man das jetzt mal als ein Beispiel für so einen gemeinsamen Nenner hernimmt, gibt es ja die unterschiedlichsten Ansätze, ⁓ das zu erzeugen, ⁓ das herzunehmen. Die einen wollen dabei die Nase ganz weit unten haben und dann bouncing über dem Widerisszen. Andere sagen, da muss doch der Kopf nach oben natürlich. Also nur mal so ⁓ zu zeigen. wie willkürlich das sozusagen mit der Gesamtperspektive wirken kann auf den Menschen. So, wir sind noch bei dieser Frage, ist Tragfähigkeit? Und was braucht es und wie wird das begriffen? Da gibt es ja auch die wildesten Konzepte. Es wird ja auch häufig dann so unterschieden zwischen, okay gut, es gibt anscheinend sowas wie Schubkraft, das ist dann nach vorne und es gibt Tragkraft und das ist nach oben, weil da sitzt ja der Mensch dann drauf, was ja unnatürlich fürs Pferd ist und deshalb muss da ja, verhältnismäßig, also Fortbewegung macht das Pferd ja so oder so, das hat es ja schon, das kann es ja schon. ⁓ Aber die Kraft nach oben, da brauchst du dann mehr, wenn es geritten wird, weil das ist ja ungewohnt, dass der Reiter da oben drauf sitzt. Das heißt, ich brauche viel Tragkraft. Das sind alles so logische Gedanken, die am ja erstmal einleuchten. Aber dann stelle ich wieder eine Grundannahme in Frage und frage, kann ich denn Tragkraft und Schubkraft überhaupt so auseinander differenzieren? es das überhaupt so etwas wie Schubkraft und Tragkraft? Wenn ich dann weiter frage gibt es das dann brauche ich irgendwie ein erklärmodell dann haben wir alle von der physik aus dem schulunterricht irgendwie so kraftvektoren im kopf und sagen ja es gibt da ein kraftvektor der geht nach vorne und dann gibt es einen nach oben und dementsprechend kann man dann ja vermitteln zwischen denen welchen winkel wie weit die kraft gedrückt wird ja das macht total sinn das aufs pferd zu übertragen was habe ich jetzt gemacht ich habe ein erklärmodell darauf angewendet auf diesen belebten körper namens pferd Ja, aber was ist denn, wenn ich ein ganz anderes Erklärmodell daran anlege? Ich will jetzt gar nicht darauf hinaus, welches Erklärmodell besser ist oder schlechter ist. Ich will darauf hinaus, wie variabel diese scheinbar orthodoxen Wahrheiten sind. Man könnte jetzt darauf hinaus, dass das, ich eben beschrieben habe, eher so bisschen die Biomechanik ist. Man hört es am Wort Mechanik, bevor sich Menschen über die oder zumindest in der breiteren Form der Gesellschaft große Gedanken darüber gemacht haben, wie funktioniert denn der Bewegungsapparat so eines Pferdes, hatte man eher Ahnung von, wie funktionieren denn so Maschinen. Man hatte Hebel, Gelenke, Schub und Zugkräfte und dann hat man sich irgendwann gefragt, ja wie erkläre ich jetzt so Pferdebewegung oder nehme ich nochmal das her. Es gibt mittlerweile andere Erklärungsmodelle. Ich will jetzt nur Beispiele nennen, sowas wie Tensegrität. wo man nicht mehr in diesen Kategorien so hebebasiert denkt, sondern eher so bisschen dreidimensionalen Aufspannen. Und dann ist es auch wieder problematisch. Diesen Begriff haben ja, zumindest wenn man es englisch ausspricht, Tensecrity, mittlerweile auch sehr viele gehört. Und dann kommt über die nächste Frage, das, was unter dem Training darunter filmiert, wie realen Bezug steht es denn wirklich zu diesem Erklärmodell? Was es übrigens ja nicht nur auf Pferde bezogen gibt, sondern was es schon bezogen auf Architektur und andere belebte Körper gab. Was man dann hernimmt und überträgt und wieder seine neuen Interpretationen schafft, wieder seinen neuen eigenen internlogischen Rahmenschaft. Und das sind Sachen, ich will darauf hinaus, auf diese ganzen Diskussionen, die es ja auch ganz besonders im Internet gibt, wo sich dann gebettelt wird, was ist richtiger und was ist falscher. Du kannst es alles so hardcore weiter dekonstruieren, dass du immer in den Punkt rauskommst, dass du halt einfach eine unterschiedliche Grundannahme hat. In den seltensten Fällen diskutieren zwei Leute miteinander, die die gleichen Grundannahmen haben und finden dann heraus, dass der eine nur innerhalb der gemeinsamen gleichen logischen Grundannahme einen logischen Schlussfolgerungsfehler gemacht hat und es wird aufgelöst. Es geht meistens auf die Diskussion eigentlich zurück. meine Grundannahme ist besser als deine Grundannahme, dann frage ich mich immer, wo es her ist. Wir haben es eben schon beantwortet, die Pferde verraten es einem. Und da ist es aber wieder so, hat es mit drei Pferden funktioniert, da kommt das Vierte, da funktioniert das wieder nicht deine Grundannahme und die wird über den Haufen geworfen und du brauchst eine neue Grundannahme. Woran halten wir uns also fest? In erster Linie an unser Gefühl. Und wenn wir dann richtig gute Pferdemenschen sind, dann schaffen wir es, unser Gefühl in eine Wechselbeziehung zu setzen mit diesen technischen theoretischen Ding. Wir fühlen etwas, wir versuchen Interpretation zu finden mit dem, was wir in der Theorie darüber erfahren haben. Wir reflektieren das, wir versuchen das wieder experimentell zu integrieren in unser Tun, wobei wir fühlen und wieder neu auswerten und geht es wieder hin und her, wieder hin und her. Wenn wir so unterwegs sind und das hinkriegen und das ist ultra schwer, behaupte ich, dass die allerwenigsten Menschen, die das so hinkriegen, krass an einer exakten Theorie festhängen. Ich behaupte, es die Leute, die so unterwegs sind, immer wieder die Feststellung machen, da war ich gerade mal wieder überrascht, wie meine Grundannahmen, auf die ich mich jetzt eigentlich einige Zeit verlassen konnte, doch wieder nicht zu 100 Prozent anwendbar gewesen sind. Also ich will auf gar keinen Fall sagen, dass Theorie und Technik wertlos sind, weil wenn du immer wieder versuchst, nur, nur, nur, nur, nur übers Fühlen das zu machen, dann kannst du es halt auch immer nur so weit bringen, wie du es als einzelner Mensch in deinem Lebensweg geschafft hast. Theorie ist ja sozusagen das, was andere Leute vor dir schon gefühlt haben, versucht irgendwie im menschlichen Sprache zu übersetzen und zu verbalisieren. Und darauf kannst du dann zugreifen und machst dadurch Zeitsprünge. Du versuchst das zu integrieren in deine Realität, in deine Lebenswirklichkeit, in dein Reiten, was andere schon gemacht haben. Und da ist Theorie natürlich schon total wichtig und hilfreich. Und insofern habe ich mich intensiv, ob das jetzt live vor Ort ist und mit verschiedenen Reitweisen beschäftigt oder in der theoretischen Beschäftigung, ja, ich habe mein Steinbrech gelesen und ich habe auch Ja, das Gegenteil. Ich habe auch Boucher gelesen und nicht nur gelesen und durchgearbeitet. Und noch einige andere, die dahinter stehen. reite auch mal eine Seite, eine Gänge mit den Pferden, länger da sind. Jetzt kommen wir gleich mal zum nächsten Punkt und werden ein bisschen praktischer. Aber je mehr ich weiß, desto mehr weiß ich, was ich nichts weiß. Zu dieser Erkenntnis muss man kommen und gleichzeitig darf man dadurch nicht mehr verzweifeln, sondern muss mehr Gewissheit finden. Ja. ⁓ Ich fühle mehr ins Pferd rein, weil da ist die echte Wahrheit. Da ist die echte Wahrheit. Und wenn mein Kopf mein Fühlen blockiert, dann mache ich ein bisschen was falsch meiner Meinung nach. So, jetzt kommen wir mal zur Realität. Wir haben jetzt hier schon 26 Minuten, es wird eine lange Folge, aber es ist ja nun mal auch ein riesen Thema und ich will da jetzt mal meine Sicht der Dinge dazu formulieren. Jetzt kommen wir zur Realität. Jetzt wollen wir unser Pferd gesund reiten. wir, wir wollen es gesund beginnen zu reiten. Das womit ich mich ja häufig auseinandersetze, Pferde anzureiten. Was muss ich denn davor machen und tun? Heute gerade in diesem Tragfähigkeitskontext ist es ja sehr stark vertreten, dass man Pferde erst ohne Reitergewicht extrem weit in die Tragfähigkeit, was auch immer das ist, wir haben darüber gesprochen, bringen muss, soll, bevor man die Pferde guten Gewissens reiten kann darf. sind auch schon wieder tragfähig, was ist das? Aber wir sprechen jetzt mal konkret über diesen Gedanken, der Richtung Reitkunst und Seitengänge und diesen ganzen Themenkomplex geht. Muss man das machen, bevor man sein Pferd gesund reiten kann? Ja, ich habe es eben gesagt, je mehr man weiß, desto mehr sollte man wissen, was man nicht weiß. Und insofern das, was ich jetzt sage, ist mein meine Meinung und meinen Kenntenstand und forsche selbst dein Leben lang weiter und es muss dein oberstes Ziel sein, mich zu widerlegen. Nein, das sollte vielleicht nicht oberstes Ziel sein, es sollte kein Ehrgeiz sein, aber versuch immer etwas zu widerlegen und wenn du es ganz lange nicht widerlegen kannst, dann kannst du relativ sicher sein, dass es vielleicht ganz gut ist. Ja, insofern versuch auch mich zu widerlegen und guck, was bei bei rauskommt. muss man das jetzt machen. Ich das. Nicht so. Sag ich das ist schlecht, dass es schadet? Nein. Du kannst deinem Pferd alle Seitengänge an der Hand vorher beibringen. Du kannst dein Pferd an der Hand pfieren lassen vorher, bevor du es reitest. Macht das. Schaden tut es nicht. Bringt es was? Ja. Ist es alles, was es meiner Meinung nach braucht? Ist es deswegen notwendig? Nein. Ich habe es eingangs gesagt, du kannst Seele und Körper nicht voneinander trennen. Wenn ich ein Pferd aufs Reiten vorbereiten will oder wenn ich es mache, dann ist es für mich der erste Schlüssel und das ist Grundvoraussetzung, dass es auf der Beziehungsebene funktioniert, bevor ich den Körper irgendwie belaste. Wenn ich das parallel hinkriege, ganz gut. Bewegung ist Leben und Leben ist Bewegung. So sehe ich das. Wenn ich einen Körper fit machen will, dann muss ich ihn in Bewegung bringen und dann muss ich dafür sorgen, dass Leben in ihm ist. Und dann fange ich einfach an, das Pferd da abzuholen, es ist. Was kann denn das Pferd? Das Pferd kann stundenlang, kilometerlang Schritt laufen. Das kann es so oder so. Und weil ich ja ⁓ am Anfang auf der Beziehungsebene arbeiten will, will ich mit dem Pferd Zeit verbringen. Will ich spannende leidenschaftliche Momente haben und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Stress immer weniger wird. Was gibt es denn dafür Besseres als rauszugehen und Spaziergänge und Wanderungen zu machen? Wenn du mit deinem Pferd bevor du reitest regelmäßig mit dem 20 Kilometer wandern gehst, dann wirst du sehen, ist schon der Körper zwangsläufig, da passiert schon einiges. Und wer denkt, dass das eine falsche Form der körperlichen Bewegung sein kann? Ich kann es nicht nachvollziehen, da sage ich nur als Antwort darauf, was gibt es denn natürlicheres als ein Pferd im Schritt vorwärts laufen zu lassen? Ich rede jetzt noch nicht vom Reitergewicht, ich rede ohne Reiter. So und wenn ich das dann ganz so noch ausbaue und weitermache, muss ich mich auch fragen, was ist denn erstmal, wie kann ich das Pferd abholen? Was ist denn erstmal natürlich? Und dann komme ich doch auf den Trichter, dem Reitplatz zu reiten, in der Reithalle zu reiten, wo das Pferd die ganze Zeit ⁓ geborene Linien reiten muss, es gezwungen laufen muss, wo es gezwungen ist, enge Wendungen zu machen. Das ist doch erstmal weniger natürlich. Das muss das Pferd wirklich lernen, bevor ich das intensiv anwende. Aber rauszugehen, Strecke zu machen im Schritt, Übergänge zu machen, zu draben, zu galoppieren, das ist doch cool. Und da muss ich natürlich fragen, wie kriege ich das simuliert zu Fuß? Ja, wenn ich fit bin, kann ich da noch ein bisschen mehr machen, aber ich kann auch solche Geschichten machen wie das Pferd. als Handpferd mit rausnehmen. kann theoretisch so gut trainieren, dass ich mit dem Fahrrad machen kann. Ja, solche Sachen. Und dann versuche ich erst mal alles da abzuschöpfen, was geht. Dass wenn ich in die Phase komme, wo ich sage, so jetzt wird es zu langsinnig, aber konkreter, dass da ein Pferd vor mir steht, was easy peasy 20 Kilometer mit mir über Stocken über Stein gehen kann. Ich kann das Gelände nutzen. Ich hole das Pferd wieder in seiner Natur ab. Ich kann. bergauf, kann bergab, kann über irgendwelche Äste drüber laufen, ich kann auch kleine Sprünge über Gräben machen, alles was sich draußen bietet, alles was in der Natur des Pferdes vorkommt. Ich sag's andersrum. Wenn ich anfange andere Sachen zu trainieren, die viel weiter weg sind von der Natur des Pferdes und das Pferd zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht diese natürlichen Dege kann, ja dann zäume ich doch im wahrsten Sinne des Wortes das Pferd von hinten auf. Da bin ich doch, da mach ich doch Dann lass ich doch etwas aus, was das Pferd eigentlich seiner Natur gemäß können müsste und mach erst Sachen, die ich dem Pferd hineingebe von außen. Das ergibt für mich keinen Sinn. und dann ist ja immer die Frage, wenn ich darüber jetzt einiges erreicht habe, muss ich das ausschließlich nur machen? Nein, natürlich. Ich hab's gesagt, ich kann meine Seiten gehen machen und es kommt auch häufig die Frage, longiere ich Pferde? Ja, mache ich auch. Was jetzt Longscien genau bedeutet, ob man genau an einem Punkt stehen bleibt und das Pferd im Kreis ⁓ sich rumlaufen lässt, mache ich auch, weil das auch gewisse Vorteile hat. Oder ob ich bisschen dynamischer unterwegs bin, Richtung wechseln, mache ich auch, weil das andere Vorteile hat. Das ist ja nochmal ein anderes Thema, was Longscien, wie man das genau begreifen kann. Aber ich bin natürlich auch auf dem Reitplatz unterwegs, weil ich nicht jedes Pferd an diese körperliche Fitnessgrenze bringen kann, indem ich nur nebenher laufe. Mal hat man Phasen im Leben, da hat man gute Pferde als Ponyhorses, also mit denen ich Jungpferde als Handpferde mitnehmen kann und mal nicht. Das passt natürlich nicht immer. Und bevor ich anfange, da viel zu machen, will ich auch eine gewisse Grundfitness haben. Und dann muss ich natürlich auch auf dem Platz arbeiten. Und dann komme ich natürlich in den Punkt, wo ich enge Wendungen, gebogene Linien dem Pferd abverlange. Und dann komme ich natürlich an den Punkt, wo das, weil das weg ist von der natürlichen Bewegung des Pferdes, dem Pferd erklären muss, wie es das machen kann. Und das ist auch schon wieder ein schwieriger Begriff, wenn ich sage, ich muss es dem Pferd erklären, weil ich mag das nicht, so diesen Gedanken, dass ich von außen dem Pferd eine Bewegungsidee hineingebe, so nach dem Motto, ich weiß besser, was für dich gut ist. Aber es gibt natürlich so Krautzonen, wenn jetzt das Pferd auf der gebogenen Linie, das Pferd wird das versuchen, mit seiner natürlichen Balance zu lösen. Es wird sich nach innen auf die innere Schulter schmeißen und das Ausgleich mit dem, den Kopf nach außen nimmt. Und wir wissen, dass dann halt asymmetrische Belastungen im Pferdekörper sind, die auf Dauer nicht gut sind. So, komme ich dann schon in diesen Bereich, wo ich dem Pferd helfen muss. Aber dann ist immer die Frage, wie ich das mache. Wie autoritär, wie dogmatisch ich da versuche, jetzt eine Biegung ins Pferd hineinzubringen. Und ich gehe da gerne so vor, dass ich versuche, dem Pferd Idee reinzugeben und ist, dann mit dieser Idee ausprobieren lasse und meistens kommen die Pferde dann sehr schnell selbst auf den Trichter, ⁓ guck mal, so geht's auch und so geht's sogar besser. Und das ist ja auch okay. hängt es natürlich ab, in welchem Maße ich das mache. Ich versuche, das möglichst gering zu halten. Für mich ist das sozusagen die Ergänzung, es zusätzlich zum Rausgehen am Anfang braucht. Oder manchmal braucht es das auch nicht, je nachdem, habe ich gesagt, Lebensumstände, wie viel Zeit man für was hat und wie die Gegebenheiten sind. ⁓ So und dann kommt der nächste Punkt. Wie viel von dieser Vorbereitung braucht es denn, ⁓ mit dem Reiten dann anfangen zu können und zu dürfen? Meine Meinung nach braucht es nicht so viel. Also ich will eine Grundfitness haben. Ich will eine Bewegungskompetenz haben. Ich will ein Pferd haben, wo ich weiß, der bricht sich nicht die Beine, wenn er draußen unterwegs ist. Ich kriege das manchmal mit. Dann werden dann die Pferde auf die Koppel gelassen und dann sollen dann die Pferde irgendwie erst die einen, dann die anderen und dann heißt es manchmal, aber nicht den anderen. ⁓ 10 Sekunden Zeitverzögertiten rauslaufen lassen auf die Koppel, sonst will er den anderen hinterher und dann geht es in die Ecke und dann rutscht er aus und dann tut er sich was weh. Dann fasse ich mir den Kopf, da denke ich mir, kann doch nicht sein, dass ich ein Pferd körperlich so behüten muss, dass ich Angst habe, dass es ⁓ die Ecke auf der Koppel galoppiert. Also das meine ich mit Bewegungskompetenz. Ich will ein Pferd haben, was den Körper kennen gelernt hat, fühlen gelernt hat und ausprobieren durfte unter verschiedenen Bedingungen. gewisse Grundkondition hat, einfach weil das auch, ich versuche jetzt nicht so viele Sidequests aufzumachen, aber das ist ja auch Thema Pferdegesundheit so eine Sache, wieder dieser zu enge Fokus, zu enge Fokus auf, ⁓ ich will da jetzt, wir hatten als ein Beispiel Tragkraft, ja, dann guck mal da diesen, ähm, vorne an diesem Vorhandbereich, guck dann da das Schinnen, wie sieht da der Rumpf aus, was passiert da, ja, und verliert wieder das große Ganze aus dem Blick, ja. zum Beispiel Pferde gesundheit ja dass da das lungvolumen mal richtig regelmäßig durch geblasen wird weil da innen drin ich will nicht so viele details aber ja zwerchfell und organe die das voneinander getrennt sind vom brustraum und das da mal alle verklebungen gelockert werden und das generell für herz kreislaufsystem dass da auch mal party sein muss und so sagen das gehört ja auch zu gesundheit dazu ja das heißt wenn ich angst habe oder fehlt die tragkraft und ich muss jetzt ganz ganz ganz ganz ganz viel an der hand pf4 na wenn er ganz viel tragkraft ist aber das fährt schon das Keuchen kriegt, weil es drei Treppenstufen hochgeht im übertragenen Sinne, dann habe ich die Schwerpunkte viel zu unausgeglichen gesetzt und dann fehlt da auch etwas. Also dann sage ich, da muss auch so eine gewisse Grundfitness einfach da sein. Wenn man im Hinterkopf fährt in der Natur, läuft 40 Kilometer am Tag. Natürlich mit Kopf unten und ein paar Schritte gehen, fressen, ein paar Schritte gehen und so, sondern aber immer so als Maßstäbe. Also da kann schon mal ein bisschen was vorhanden sein, aber meiner Meinung nach muss man es auch nicht übertreiben und den Reiten anzufangen. weil das ist ja die nächste Sache. Wenn ich ein Pferd anreite, dann heißt es ja nicht, dass ab dem Moment, wo das Pferd jetzt geritten ist, ich es nur noch aus dem Sattel arbeite. Nein, ich integriere das ganz langsam, Schritt für Schritt, das Reiten in das, was ich ⁓ schon mache. Und da sind wir wieder an dem Punkt, weshalb ich das sehr gerne draußen mache, weil ich da nicht die Schwierigkeit habe, der gebogene Linie. Ja, ich möchte da nicht auf dem Pferd viel drauf sitzen, wenn das Pferd noch nicht... ausbalanciert gebogen und gestellt auf der gebogenen Linie unterwegs ist und möchte dann nicht am Anfang, wo das noch viel zu früh ist, sich auf diese technischen Details zu konzentrieren, wo das Pferd erst mal damit noch beschäftigt ist, auch emotional klarzukommen darauf, dass er jetzt jemand oben sitzt, über den Platz reiten und an jeder Ecke sagen müssen, aber bitte bieg dich, damit es nicht verschleißend ist für dich. Möchte ich nicht, weil das der falsche Schwerpunkt ist. Deshalb mache ich das draußen geradeaus. Und zu dem Zeitpunkt sind die Pferde gewohnt. Ja, regelmäßig mal 10, 15 Kilometer mit mir durch den Wald zu laufen. Und wenn ich mich dann mal zwischendurch draufsetze, bei dem, was wir eh gerade machen, einfach mal ein bisschen geradeaus gehen und ich mich da auf dem Rücken befinde, vielleicht für fünf Minuten maximal am Anfang, ja, die ersten Sequenzen, so mache ich eine Minute vielleicht nur und ich das Häppchen für Häppchenweise steige, dann mache ich nichts kaputt und integriere das einfach in mein Training. Und da gibt es einen Satz, natürlich muss man den auch bisschen bedifferenziert betrachten, aber Grundsätzlich halte ich ihn sinnvoll. zwar Tragekraft kommt vom Tragen. Das heißt natürlich nicht, wenn ich jetzt viel Tragkraft entwickeln will, dass ich mich einfach möglichst früh möglichst viel draufsetzen sollte, sondern das bedeutet, dass man gewisse Sachen am besten auch dadurch trainiert, indem man sie selbst anwendet. finde das mal lustig, wenn ich so in dieser Fitnessstudio-Kultur von heute so bisschen mir angucke. Da wird immer trainiert. ⁓ Dann denke ich mir so, aber für was trainiert ihr denn? für was trainiert ihr denn? Und wenn ich mir dann diese Körper angucke, dann muss ich mich wirklich fragen, ich spreche jetzt ein bisschen von diesem Bodybuilder-Style, was könnte ich denn mit diesem trainierten Körper jetzt überhaupt anfangen? Für was wäre das denn der richtige Körper? Da fällt mir ehrlich gesagt fast nichts ein. Jemand, der läuft, sieht nicht so aus. Jemand, der springt nicht, sieht nicht so aus. Jemand, wirft. sieht nicht so aus, noch nicht mal jemand, kämpft oder irgendein Bewegungssport oder Ballsport sieht so aus. Nur jemand, der so aussehen will, sieht so aus. so ist es auch mit diesem Satz, traghaft kommt vom Tragen. Natürlich Vielfalt ist immer gut im Training. Vielfalt, unterschiedliche Reize setzen, weil man durch eine Übung immer oder niemals alles ansteuern kann. Weil Bewegungskompetenz auch in verschiedenen Settings erst aufblühen kann. Aber ich komme dann irgendwann an den Punkt, wenn ich das weiter ausbauen will, worum es eigentlich geht, dann muss ich auch das machen. Und wenn das Pferd mehr Tragkraft entwickeln soll, dann muss es halt auch bisschen tragen. Ich kann mich im Fitnessstudio darauf vorbereiten, eine Wanderung mit einem schweren Rucksack zu machen. Wenn ich jetzt nicht in diesen Bodybuilder-Ding gehe, sondern einfach so ein paar Kraftübungen ein bisschen Ausdauer mache und so. bringt auf jeden Fall mehr, wenn ich gar nichts gemacht hätte, bevor ich jetzt mit 20 Kilo Rucksack wandern gehe. Aber erst wenn ich das regelmäßig gemacht habe, bin ich genau dafür auch richtig gut vorbereitet. Und so sehe ich das halt auch mit dem Reiten. Und das ist halt die hohe Kunst, das richtige Maß zu finden, die richtige Intensität zu finden. Nicht zu lang, nicht zu kurz, auf die richtige Art und Weise. Und das ist das, was ich mir immer denke. Unterm Strich, ich habe dieses Fühlen ausgiebig erklärt. Aber unter dem Strich geht es, man könnte es auch sagen, einfach ⁓ gutes Reiten. Und damit meine ich nicht wieder eine Theorie besonders gekonnt oder ein System besonders gekonnt anzuwenden, sondern dieses Spüren und in diesem Dialog stehen. Und wenn ich dann da oben drauf sitze, dann es einen Unterschied, ob ich so da drauf sitze oder so da drauf sitze, ob ich dabei das mache oder ob ich dabei das mache. Da kommen wir auch wieder in diesen Bereich von, muss gewisse Grundannahmen über den Haufen werfen und individuell schauen. Ich will jetzt auch da wieder nicht so viel, da können wir auch nochmal eigene Folgen machen. Hineingehen in technische Sachen, wie ich jetzt genau was reite und so. Aber ich nenne jetzt mal als ein Beispiel, es gibt Pferde, da merkst du, die haben die Oberlinie halt einfach tendenziell stark verkürzt und unter Linie ist da gar nichts los und die kompensieren in der Halsbasis und drücken sich quasi übers Brustbein. voraus durch die Gegend. ein Pferd würde ich natürlich viel eher in so etwas vorwärts-abwärts mäßiges reiten, wie ein Quarter da auch schon überbaut ist. sind so Sachen, ⁓ ich da drauf sitze und ich spüre, was macht dieser Körper und ich schon andere Situationen kennengelernt habe, wo es sich besser angefühlt habe und ich dann den Abgleich mache, von dem zu dem, was könnte man jetzt machen. Das für mich gutes Reiten aus, ⁓ den Pferd sozusagen zu helfen sein Bewegungspotenzial entfalten zu können. Und da gibt es halt Pferde, die kannst du da richtig gut in Ruhe lassen. Und da kommen trotzdem produktive Sachen bei raus. Und dann gibt es halt Pferde, musst du manchmal bisschen auf die Sprünge helfen mit einer gewissen Idee. Und da hängt auch ein riesen Rattenschwanz dran. Jetzt ein Pferd, was komplett scheißbearbeitete Hufe hat und aufgrund dessen nicht richtig das Bewegungspotenzial abgreifen kann. Den kannst du dann auch keinen Vorwurf machen, wenn das da irgendwie bisschen komisch nicht die Gegend eiert beim Laufen. Da musst du natürlich an allen Ebenen dran. Aber du musst manchmal vielleicht auch dann einen Impuls durch deinen Reiten setzen, damit der Körper den richtigen Prozess ansteuert, damit dann die Hufe, wenn sie dann anders bearbeitet werden, auch das wieder widerspiegeln, diesen reziproken Prozess von oben und unten. generell, wir haben jetzt viel über Tragkraft und Tragen und so gesprochen. möchte ich eigentlich gar nicht so sehr vom das Pferd trägt mich sprechen. Ich finde das eigentlich unschön, weil hätte ich einen Packsattel und wäre ich eine Packlast, irgendeinen Kanister, den man da jetzt draufschnallt auf diesen Packsattel, dann würde ich davon sprechen, das Pferd trägt mich. Aber hoffentlich ist es nicht so, hoffentlich ist es besser. Ich würde eher davon sprechen, Mensch und Pferd bewegen sich zusammen. Und das ist, ich, das. was letztendlich versorgt, das in Kombination mit der richtigen Intensität, der richtigen Dauer, was das Pferd als Reitpferd besser macht. Wenn man sich gemeinsam bewegt, wenn man möglichst zu einem Körper wird. man... Nächster Punkt, was sind Indikatoren dafür, ob es gerade gut läuft oder nicht gut läuft? Ich habe es gesagt, Bewegung ist Leben und Leben ist Bewegung. will da Lebenskraft spüren im Pferd. Ich will kein gestresstes, klemmiges irgendwas spüren, wo das Pferd nur hektisch macht. Ich will aber auch kein energieloses Schlurfe haben. Ich will Präsenz haben. Ich will Lebenskraft haben. will Freude haben. Ich will, dass das Pferd unter mir mir das Gefühl gibt von, geil, lass das gerade mal machen. Komm mal mit auf meinem Rücken. Wir gehen dahin. Wir machen das jetzt gerade mal. Und wenn ich in diesem Modus bin und das fühle, unabhängig davon, ob der Kopf höher oder tiefer ist, ob ich da jetzt mehr so oder so rotiere oder was auch immer, bin ich davon wirklich überzeugt, dann bin ich im gesundheitsförderlichen Bereich. Und das ist eine Sache, die muss ich schon trotz aller Differenziertheit klar sagen. Ich bin nicht davon überzeugt, dass man irgendwo eine ausgleichende Kompensationsbewegung ist, dass ich die Bewegung komplett einstellen muss und lieber erst mal nur isoliert an dieser in Anfangsstrichen Problem arbeiten sollte, weil dieses isolierte Bearbeiten meiner Meinung nach ⁓ nicht nachhaltig ist und das Gesamtbild, die Gesamtgesundheit nicht fördert und weil... das Pferd meistens auch schon überhaupt keinen Bock drauf hat. Und es ist ganz schwer, das Pferd da mit ins Boot zu holen, sodass halt quasi auch auf seelischer Ebene die Gesundheit da nicht in dem Maße abnimmt, wie vielleicht eine Ausweichbewegung sich verbessert. und dann ist die nächste Frage über den Gesamtprozess hinweg. Jetzt habe ich vom Anreiten gesprochen, dass ich die Belastung durch das Reiten so integriere, dass ihr dem Pferd nicht schadet, sondern im Gegenteil durch das Tragen. ⁓ von mir mit dem gewissen Gefühl in dem richtigen Setting, also sprich nicht zu früh zu viele gebogenen Linien, sondern energetisch mit Elan und Freude und Ziel und Maß eben geradeaus auf unterschiedlichen Untergründen. So wenn ich da so einsteige, wie geht es denn weiter? Wie geht es denn weiter? Und wenn ich ein eigenes Pferd habe, dann komme ich auch an den Punkt, wo ich denke so geil, wir haben jetzt richtig Bock drauf und das ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt, ⁓ jetzt weiterzumachen, ⁓ jetzt Seitengänge auszupacken. ⁓ jetzt Bahnfiguren zu reiten, jetzt vielleicht irgendwelche schnelleren Trailsachen zu machen oder was auch immer auf dem Reitplatz. Natürlich komme ich da an den Punkt, wenn sozusagen unser Bewegungspotenzial bereits entfaltet ist bei den Sachen, die ich eben die ganze Zeit aufgezählt habe. komme ich an den Punkt und dann mache ich das auch, weil wie gesagt Vielfalt bringt immer etwas, sofern man natürlich nicht komplett widersprüchlich in dieser Vielfalt arbeitet. Ich spreche davon, ergänzenden, anreichenden Elementen. Alles zum richtigen Zeitpunkt aber auch. Natürlich komme ich dann an den Punkt, aber wie schnell und wie früh. Ich muss immer schmunzeln, wenn ich dann Leute so Sachen sagen höre, wie ja, da muss erstmal ganz viel hier so langsam und so auf dem Platz gearbeitet werden und die sich halt auf klassische Reitweisen berufen und ich mir dann immer so denke so, ⁓ Wie war der bei der klassischen Reitausbildung? jetzt hier so im deutschen Raum, nach Steinbrecht, Remontenausbildung. Das war das erste Jahr fast ausschließlich im Gelände. Das war das zweite Jahr hauptsächlich noch im Gelände mit immer mehr in der Bahn große Hufschlagfiguren. Und dann ging das immer weiter. Und dann wurde es immer mehr verfeinert auf dem auf dem Platz in der Halle oder in der Bahn oder wie immer man sagen will. ⁓ die ersten ein, zwei Jahre war da Remondensitzgelände hauptsächlich. Und dann denke ich mir so, Ihr, die ihr das erzählt, worauf ihr euch beruft, traditionell gesehen war es doch auch bei euch gar nicht so, wie du es heute erzählst. finde ich befremdlich manchmal. Das verstehe ich nicht so richtig. Und dann ist es ja, wenn ich mich hauptsächlich mit Jungferden beschäftige, denn Komme ich ja einfach nicht dazu. Es heißt nicht, dass ich nicht etwas dagegen habe nur wenn ich mich an diese Entwicklungslaufbahn eines Reitpferdes ein bisschen daran orientiere, dann komme ich einfach nicht dazu, wenn ein Pferd nur maximal ein halbes Jahr bei mir ist. Aber das haben glaube ich einige nicht auf dem Schirm. Ich will jetzt nicht damit mich rechtfertigen. So, wieso glaubt ihr mir das nicht, dass ich nicht kann? Das ist mir ganz egal. Ich sag das ja auch nie, dass ich so sagen kann und gerne machen. Das ist ja vollkommen in Ordnung. Aber die Sache ist ja, ich beschäftige mich ja mit Jungpferden. liegt ja einfach lange vor dem, worauf du dich beziehst. Aber das, worauf du dich beziehst, hast du selbst, glaube ich, dann in seiner historischen Entwicklung nicht so richtig mitbekommen. Und jetzt können wir den Kreis wieder schließen. Jeder Mensch glaubt, was er glauben will. Man sucht sich immer die Wahrheiten aus, die zu einem selbst am besten passen. ist so, das mach ich auch so. Da können wir gar nicht anders. Aber wenn wir jetzt so bisschen darauf kommen, auf dieses auch schlechte Gewissen machen und so wie ich es mache, ist besser, als du das machst und so wie du das machst, das ist zu schlecht für dein Pferd und so Sachen. Das ist ja alles so bisschen, glaube ich, aus dem menschlichen heraus jetzt mal gedacht. soll dir das zementieren, das bestätigen, was man da selbst macht. Wir haben es eben erfahren, dass was man selbst macht, ist ja dann meistens häufig gar nicht so konsistent und so schlüssig und so logisch. Warum will ich denn dann daran glauben? Weil es, wie gesagt, bequem ist. Und warum ist es denn umgekehrt gefragt für einen Unbequem, das mal anders zu denken? weil es unbequem ist, weil man herausgefordert wird und da sind wir wieder beim Menschlichen und da sind wir wieder beim Fühlen. Da schließt sich wieder der Kreis. Wenn ich mich, wenn ich es auf dem Schirm habe, wenn ich das authentisch versuche, ich sage nicht, dass das klappen muss, richtig gut 100 Prozent klappt bei keinem zu 100 Prozent, aber wenn ich authentisch aufrichtig versuche mich zu fühlen, wahrzunehmen, wie ich mich fühle, mit allem Guten und einem Schlechten. und das Pferd versuche wahrzunehmen mit allem Guten und allem Schlechten, dann habe ich einen Kompass, der einen, glaube ich, häufig dann an einen Punkt führen würde, an dem man selbst gerade nicht ist, aber vielleicht besser sein sollte. Das lasse ich jetzt mal so stehen. Und je mehr ich da... Bei mir selbst wäre es wahrscheinlich ganz genauso. Je mehr ich da so vermessen bin und sage im Detail, kenne ich mich richtig gut aus und da machst du das und da machst du das und darum kritisiere, ja, und selbst versuche reiterlich auf dieser Schiene unterwegs zu sein und mir einbilde, dass ich dadurch, ⁓ und hier noch, ja und da noch, ähm, die Perfektion herstelle, desto höher ist die Falltiefe, dass das, was ich da mache, richtig schlecht ist. so viel sage ich jetzt nun mal dazu. Ja. Pferdegesundheit. Also unterm Strich bin ich da extrem offen und undokmatisch und weiß, dass es in verschiedenen Reitweisen richtig, richtig gute Pferdemenschen gibt, die richtig gut reiten können und die ihre Pferde gesund reiten. Aber man darf das Groß und Ganze nicht aus den Augen verlieren, nicht zu verbissen unterwegs sein. Man muss sich immer bewusst sein, dass Wahrheiten äußerst relativ sind, wenn sie auf theoretischer Ebene gehandelt werden. Und man darf ⁓ Himmels willen das Fühlen nicht verlieren. Das Fühlen nicht verlieren, sondern im Gegenteil weiter ausbauen. Und da ist es nochmal mit dem Finger ins Westen das Stechen. Je mehr ich da in so einem High-End-Bereich unterwegs bin, desto größer ist die Verlockung, Fühlen, bisschen zu verlieren. Und auch Je mehr Ehrgeiz im Spiel ist, desto größer ist die Gefahr, das Gefühl fürs Pferd zu verlieren. Und das Gefühl fürs Pferd, das ist das, was dein Pferd vor dir schützt. Das muss man so sagen. Ich müsstest dein Pferd ja nicht reiten, ja. Wäre auch die Welt schon mal in Ordnung. Das heißt nicht, dass dein Pferd zwangsläufig gesund wäre, wenn würdest vielleicht die Beine im Bauch stehen, dann er auch Probleme. Aber wenn du fühlst bei dem, was du machst, dann ist dein Pferd vor dir schon mal relativ gut geschützt. Und dann hast du auch die Spur einer Chance, universelle Wahrheiten manchmal für einen kurzen Moment zu erheischen. Pferdegesundheit. Komplexes Thema. Ich will nicht wissen, wie vielen Leuten ich heute in dieser Podcast-Folge auf die Füße getreten bin. Ich konnte so viele Sachen nur anschneiden und mehr geht es auch schon so, dass ich viele Sachen fahrlässig zu stark verallgemeinert habe. Aber es ist natürlich nun mal schwer, wenn man so eine differenzierte Sicht darauf hat, da so einen Überblick zu liefern in einer Podcast-Folge. Bewegung ist Leben und Leben ist Bewegung. Und das Fühlen geht vor dem Technischen. gibt keine körperliche Gesundheit ohne seelische Gesundheit. Es geht Hand in Hand. Zu defizitorientiert, zu sorgenvoll, zu kleinkariert auf den Körper zu schauen und dabei die Freude, die Lebenskraft aus der Acht zu lassen, das ist meiner Meinung nach kontraproduktiv. Und ich habe jetzt doch wieder so viel über technische Dinge gesprochen, ⁓ mal so gedanklich ein paar Elemente abzuholen, die uns ja alle durch den Kopf schwirren und meine Meinung dazu zu äußern. Aber wie ich eingangs gesagt habe, das ist nicht das, wo wir Nachholbedarf haben. Wir haben wenig Nachholbedarf an viel Theorie. Wir haben Nachholbedarf am Fühlen. Und das ist doch letztendlich das sollte. Das sollte. doch letztendlich der Grund sein, warum wir Pferde haben. Weil wir als Menschen in der Menschenwelt merken, dass das Fühlen irgendwie zu kurz kommt und deshalb fühlen wir uns zu Pferden hingezogen. Und deshalb sollten wir doch dann auch genau das bei unseren Pferden machen, auch beim Reiten. Fühlen.