Ole Merten: Hallo zusammen zur fünften Folge des Helping Horseman Podcasts. Ich sitze wieder nicht am Schreibtisch. Es zieht mich einfach nichts da drinnen. Es ist so schwer für mich da drinnen zu sein. Deshalb heute wieder draußen und wir machen das Ganze spontan. Und zwar hier sitze ich vor dem Berittpferde Bereich bei uns am Stall und noch ist ja quasi meine Annie bei den Berittpferden, weil wir gerade hier noch einen Umzug stecken und so in die Vergesellschaftung. mit unseren eigenen Pferden und der Annie erst stattfindet, wenn wir mit unseren eigenen Pferden auch hier auf den Hof gezogen sind, was demnächst bald passiert. Aber jetzt ist die Annie noch bei den Britpferden und ist nämlich hier auf dem Paddock hinter mir. Und so habt ihr quasi die Chance, heute mal während dieser Podcast-Folge, sofern ihr die Folge als Video bei YouTube seht, zu beobachten, wie die Annie wahrscheinlich zwischendurch versuchen wird, von hinten den Hut zu klauen. Okay, kommen wir zum Eigentlichen. Das heutige Thema ist Da fängt es schon an, wie beschreibt man das genau? Ich habe mich dafür entschlossen, von Turnierreiten zu sprechen. Man hätte auch von Sportreiten vielleicht technisch genau betrachtet sprechen können, aber ich zumindest mal so intuitiv betrachtet, Sport kann ich auch alleine machen. Das zielt nicht auf das ab, was ich eigentlich heute sagen möchte. Es geht heute ums Turnierreiten, egal ob das Dressurreitenspringreiten, Westernreiten ist oder sogar Working Equipation und was es sonst noch alles gibt. Mich hat man noch nie auf einem Turnier gesehen hier bei Social Media. meine Sache ist das nicht. Das Wissen denke ich die Allermeisten. Das bedeutet aber nicht, dass ich das pauschal komplett verteufeln möchte. Unterm Strich habe ich da schon eher eine negative Betrachtung. Aber auch da, wie bei allen Themen, ich mir Mühe, das Ganze differenziert zu betrachten. Schlechtes und Gutes daran zu erkennen. Und meine Sicht auf diese Sache Turnier reiten und die Probleme oder vielleicht auch Chancen, die das Ganze mit sich bringt, die möchte ich heute mal erläutern. Okay, fangen wir an. Vorweg. Ich bin der Meinung, man kann theoretisch sagen, heute packe ich mein Pferd ein und wir fahren auf ein Turnier. Man kommt abends nach Hause oder am übernächsten Tag abends nach Hause und hat was richtig Tolles, Schönes, Produktives. zusammenschweißendes Harmonisches mit seinem Pferd erlebt. Das ist meiner Meinung nach absolut möglich. Die großen Schwierigkeiten bestehen aber darin, das wirklich so in die Realität umzusetzen. Sowohl auf Beziehungsebene als auch auf körperlicher Ebene für das Pferd. Und das Ganze hat ja einen riesen Rattenschwanz. Wir sprechen dann nicht nur davon, Oder das gibt's natürlich. Ich will nicht ausschließen, dass ich das vielleicht sogar auch mal mache und ich bekomme das auch mit. Das machen manchmal Leute, dass sie wirklich sagen, wir machen das jetzt einfach mal. Das ist die eine Sache. Dann müsste man jetzt quasi nur von diesem Erlebnis, das jeweilige einzelne Turnier an sich davon sprechen. Aber die allermeisten, die aufs Turnier fahren, machen das ja regelmäßig und deren Zusammensein mit dem Pferd außerhalb dieser Turniere ist er auch darauf ausgerichtet an Turnieren generell. haben zu wollen, sprich daraufhin zu trainieren. Ja und das hat dann ja nochmal ganz andere Aspekte. So. Ja, jetzt habe ich eingeräumt, dass es theoretisch möglich ist, das so zu machen. Jetzt kommen wir dann doch erst noch mal zu den Schwierigkeiten, die das Ganze mit sich bringt, meiner Meinung nach. Es ist einmal auf menschlicher Ebene und auf der anderen Seite aber auf systemischer Ebene ein Problem, Meinung nach. Fragen wir uns mal auf systemischer Ebene. Was ist denn so ein Turnier überhaupt? Wo kommt es überhaupt her und welche primären Mechanismen sind er denn eigentlich am Wirken? Und da sehe ich nämlich Probleme. Wie ist man auf den Gedanken gekommen, Turniere zu machen? Weil der Grundgedanke ist ja bestimmt eigentlich ein ganz guter. Wir haben regelmäßige Events. Hier ist die Tilly, der Hofhund. hier, hopp, hopp. Sitzt jetzt auf meinem Schoß. Wir haben regelmäßige Events, bei denen wir uns als Gleichgesinnte treffen, uns miteinander austauschen können. Abseits, dass Reitens vielleicht auch noch schöne soziale Erlebnisse unter Menschen haben, aber halt eben auch uns über das Reiterliche austauschen können. uns gegenseitig betrachten, vielleicht gegenseitig Tipps geben können, uns gegenseitig inspirieren können und vor allen Dingen haben wir feste Termine, die uns so bisschen Struktur geben in unserem Trainieren, unserem Pferd, in unserem Zusammensein, auf die wir uns freuen können, auf die wir hinarbeiten können, die das Ganze strukturieren. Das ist ja an sich eigentlich eine richtig gute Idee, eine richtig gute Sache. Und vielleicht auch einfach daraus geboren, dass man ⁓ schon mit seinem Pferd Sachen macht. Ob das jetzt, ich sage es erstmal ganz platt ausgedrückt, der Cowboy ist, der seine Cowboyarbeit macht und sich mit anderen Cowboys, die ihre Cowboyarbeit machen, so bisschen mal vergleichen möchte, messen möchte, wer ist hier der bessere Cowboy. Und daraus dann vielleicht so etwas wie ein Westernreiten entsteht. oder ob das dann aus irgendwelchen Jagdgesellschaften entstanden ist, ja, und wie man springt oder, ja, halt eben aus dem Trasturad oder was auch immer, so, So kommt ja ursprünglich mal dieser Gedanke zustande, ⁓ da gibt es was. Und da können wir, das ist relativ ähnlich, und da können wir uns mal vergleichen und ein bisschen messen und bisschen gegenseitig inspirieren, so, ja. Bin ich auch ein guter Grundgedanke. Das Problem fängt aber an, so auf systemischer Ebene, in dem Moment wo man dann eine gewisse Ernsthaftigkeit in der Wertmessung, in der Bewertung reinbringen möchte, in der Leistungsmessung. Also in dem Moment, wo man sagt, jetzt müssen wir es aber auch mal so, in Anführungsstrichen, objektiv machen. Jetzt brauchen wir auch mal Kriterien, damit wir das nicht nur subjektiv irgendwie vergleichen, weil wir wollen ja dann irgendwie da auch eine Bewertung reinbringen und nach dieser Bewertung dann sagen, hier Siegerehrung, wer war schlechter? Und wer war besser? Und da fängt das Problem an. Erstens mal die Definition davon. Am ersten Tag, wo man sagt, beim ersten Turnier, was wir jetzt gemacht haben, was sind denn eigentlich unsere Kriterien? Sich da überhaupt erst mal schon darauf zu einigen, das zu definieren, gemeinsame Sprache zu entwickeln. Von was sprechen wir da eigentlich? Und wenn man das dann definiert hat, dann das abzugleichen mit der Realität. wir sprechen jetzt hier von dieser einen Sache, diesem einen Bewertungskriterium. Jetzt gucken wir uns hier fünf verschiedene Pferdreiterpaare an und jetzt müssen wir auch sagen, diese Kriterien waren bei dem einen besser, bei dem anderen schlechter. Seht ihr das alle aus so? Mhm, sind wir uns da halbwegs einig. Kriegt man nie hin, dass sich da alle Menschen komplett einig sind, aber das ist ja erstmal dieser Prozess, den es da geben muss, ⁓ da so eine Vergleichbarkeit reinzubringen. Und da fängt schon das erste Problem an. Das lässt dann wieder wenig Spielraum für individuelle Stärken und Schwächen. Bei dem einen sieht das eine, sieht das Bewertungskriterium vielleicht so aus und bei dem anderen so aus. Keine Ahnung. Beispielsweise sprechen wir jetzt über eine Kopf-Hals-Position. Der eine trägt seinen Kopf vielleicht zwei Zentimeter höher als der andere, aber beide sind, egal ob bisschen höher oder ein bisschen tiefer, gerade in einer losgelassenen Arbeitshaltung. ist irgendein Beispiel jetzt mal so. Und macht man dann wegen dem zwei Zentimeter Unterschied Wenn man die Schablone anlegt, auf die man sich geeinigt hat, sagt man dann, das war jetzt schlechter bei dem einen, weil das war eine 2 cm Unterschied, als bei dem anderen. Oder sagt man, das weicht zwar jetzt von der Schablone ab, aber bei beiden war sozusagen der Aspekt, in den es eigentlich geht, trotzdem gegeben und es war dann gleich gut. Ja, also so, jetzt mal so ganz stark runtergebrochen. So funktioniert es jetzt in der Praxis ja nicht so ganz genau, aber vom Prinzip her sehr ähnlich. Und da fängt es schon mal an, wenn man sich auf Schablonen einigt, dass man dann den Spielraum für Individualität verkleinert, was sich ja letztendlich dann auch auf Pferdezucht, auf Reiten, auf alles überträgt. Weil man dann weiß irgendwann, es gibt jetzt hier diese Bewertungskriterien, es gibt diese Schablonen, die da angelegt werden, ⁓ zu bewerten, wie es sein soll. Und dann versucht man halt, diese Kriterien zu erfüllen, durch sein Reiten und auch durch die Zucht. dann treten diese, ich nenne sie mal sekundären Merkmale, eigentlich meiner Meinung nach, für mich sekundär, weil meiner Meinung nach sind diese, passen die Schaplone Eigenschaften nur sekundär, wenn überhaupt, also auf jeden Fall weniger wichtig als primäre, die für mich sind, funktioniert für das jeweilige Pferd gut. Das jeweilige Pferd kann mit seinem Körper, der ihm quasi angezüchtet wurde, gut durchs Leben kommen. oder weniger gut kommen und nicht kann damit gut in diese Bewertungsschablone passen und dann gut bewertet werden nach diesen Schablonen. So fängt das ganze Problem schon mal an. dann gehen wir wieder historisch sozusagen zurück. Wir haben jetzt unsere ersten Turniere gehabt mit unseren Freunden, die ähnliche Dinge machen wie wir. Und wir haben jetzt unsere ersten Turniere gehabt und das war cool. Und jetzt haben wir gemerkt, aber damit es keinen Streit gibt, wir da so bisschen so eine Scheinobjektivität reinbringen, so eine Scheinvergleichbarkeit. Und jetzt haben wir unsere Bewertungskriterien, über die man es vielleicht auch teilweise ein bisschen streiten könnte. Aber wir haben was, woran wir uns orientieren und was wir jetzt einfach mal verwenden, wonach wir uns bewerten. So, und dann werden die Leute, die dann regelmäßig an diesen Turnieren teilnehmen, die das immer wichtiger nehmen, werden natürlich versuchen, diesen Kriterien möglichst gut zu sein. Die werden dann trainieren und werden dann üben, nach diesen Bewertungskriterien möglichst gut abzuschneiden. Sprich, das Training richtet sich nach diesen Bewertungskriterien immer mehr aus und immer weniger an dem, worum es eigentlich mal ging. Dazu kommen wir aber noch. Wir bleiben erst mal danach, dass dann die Leute halt einfach immer besser werden, nach diesen Bewertungskriterien abzuschneiden. Und dann kommen dann die Richter immer mehr in die Prädugie, weil es dann immer mehr Teilnehmende gibt. bei Turnieren, die richtig gut abschneiden. Sprich, die Luft wird immer dünner, weil ja alle auf diese Bewertungskriterien hinarbeiten und dann alle relativ ähnlich, relativ gleich gut werden. Es ist immer schwieriger wird zu erkennen, worin unterscheiden die sich denn eigentlich da noch? Wie sollen wir denn jetzt noch den einen besser als den anderen bewerten, weil die ja alle nach diesen Schablonen richtig gut abschneiden. Das wird ganz schwer. Was macht man dann? Wenn man diese Turniere am Leben erhalten möchte, wenn man die Vergleichbarkeit am Leben erhalten möchte, man schraubt immer mehr an die Bewertungskriterien. Dann reicht es vielleicht nicht, dass die Beine so weit nach vorne, jetzt für die Leute, das Video nicht sehen, ich schmeiße hier so ein Vorderbein nach beim Arm, dass die Beine im verstärkten Draht so weit vorgeworfen werden und das dann Volle Punkt zergibt, weil schaffen jetzt alle Leute, die Beine so weit vorne... nach vorne werfen zu lassen. Jetzt schrauben wir die Bewertungskriterien ein bisschen höher und die noch bisschen höher geworfen werden die Beine. Damit das wieder nicht alle schaffen und es wieder schwieriger wird und es dann nur manche schaffen und die dann besser sind als die anderen. Ganz simpel jetzt mal ausgebrochen, ausgedrückt. Aber das so runtergebrochen ist letztendlich eine historische Entwicklung, die sich über Jahrzehnte oder noch länger entwickelt. Ich meine, wenn man sich anguckt war ich gerade bei der Trastur, wie das um ja 1900 rum aussah, 1920, 1930 oder so und wie es heute aussieht, sieht man ja, dass die Leute, damals richtig gut abgeschnitten haben und die, heute richtig gut abschneiden, dass das ganz anders aussieht, ja, sprich, dass sich diese Kriterien in einer historischen Entwicklung verändern. Und das ist eben, ja, man könnte es jetzt philosophisch ausdrucken. Konstruktivismus, das ist konstruiert. Diese Bewertungskriterien sind von Menschen konstruiert, von Menschen gemacht. Es ist nicht so, dass das einfach, man könnte dann sagen positivistisch, dass das einfach da ist. Das ist so in der Natur und das ist dann halt genauso, wie es da ist, richtig. Und alle, die das dann so machen, machen es richtig. Das ist einfach so. So funktioniert es nicht. sondern es ist von Menschen mehr oder weniger willkürlich festgelegt. Und das muss man sich klar machen. Dass quasi der Zwang, der Vergleichbarkeit in einer historischen Entwicklung dafür sorgt, dass sich das, was da mit dem Pferd gemacht werden soll, verändert. Und deshalb bin ich nicht so der Freund davon, weil ich war noch nie so der Freund davon, auch irgendwelche zu spielen. Selbst als Kind hab ich nicht gerne Brettspiele oder sowas gemacht. Ich hatte noch nie so diese Begeisterung innerhalb von einem willkürlich aufgestellten Regelwerk nicht da so reinzufuchsen und nach genau diesem Regelwerk isoliert in dieser ganz kleinen Bubble dieses Spiels, da drin dann richtig gut zu werden. Das hat mich irgendwie nie gepackt. Das hab ich nicht hingekriegt, ähm das außenrum auszublenden. Jetzt nur mal da drin und da drin, ⁓ ja. Ja, das ist so tendenziell nicht mein Style, muss ich sagen. Und ich will nicht sagen, dass das verwerflich ist, wenn man so ist. Und wenn dann das begeistert, das ist vollkommen in Ordnung. Nur arbeiten wir ja oder verbringen wir in unserer Freizeit nun mal halt der Zeit nicht mit Motorrädern, sondern mit Pferden. Insofern muss man sich dann halt schon fragen, ob dann diese Bewertungskriterien, nach denen man dann versucht, gut abzuschneiden, gut genug sind noch. man fährt, für die körperliche und seelische Gesundheit meines Pferdes. Ja, wie weit kann ich das sozusagen mitgehen? Gut, das hat ja, da habe ich eben nochmal so eine Klammer drum gemacht, aber das hat halt ganz viel damit zu tun, dass es einen Unterschied gibt zwischen Funktionalität, also sprich, was in in Anführungsstrichen, echten Welt gut funktioniert. Und dann eben auf der anderen Seite beim Turnier, was abstrahiert nach künstlich konstruierten Bewertungsmaßstäben gut abschneidet. Da gibt es halt eine starke Diskrepanz, je krasser diese historische Entwicklung sich vollzieht. Also gehen wir nochmal zurück historisch, an den Zeitpunkt, wo unsere ersten Turniere stattgefunden haben. Woran hatten sich die Bewertungskriterien da noch orientiert? Ja. halbwegs noch an dem, es halt in der echten Welt mal sein sollte jetzt. Und das ist dann auch ganz egal, ob das aus der Dressur, aus dem Springen, ob das aus dem Western kommt oder so. Alles, was entsteht, hat ja erstmal einen Grund, dass es irgendwie entsteht. Und meistens hat es eine praktische Notwendigkeit. Man könnte jetzt sagen, ja Kunst, da ist es nicht so, da ist es anders. Aber diese Turniervarianten, von denen ich jetzt eben gesprochen habe im Sport, die beziehen sich ja schon auf praktische Sachen. Ob das jetzt beim Western die Rancharbeit ist, ob das Trassur und Springen ist, aus dem Militär oder aus der Jagd kommt, ja da kommt es ja her. Also sprich, da haben wir einen realen Bezug, aber das ist jetzt meine Behauptung, tut sich das halt, je länger sich dieser historische Verlauf entwickelt, immer weiter entfernt von diesem funktionalen, praktischen Realitäts... Zug. Ja, ja, wieder erster Punkt. haben unsere Turniere. Da war Westernreiten schon noch irgendwie darin orientiert. Ob das jetzt keine Ahnung Pleasure ist, der Cowboy, der nach getaner Arbeit gemütlich mit seinem Pferd nach Hause reitet, was mittlerweile schon halbwegs müde ist, was dann total ins Absurde weitergesporn wurde zu dem Pleasure, wie man es heute kennt und so Sachen. Ja, ob das Ich will jetzt nicht zu viel auf die jeweilige Reitweise ins Detail gehen und darum hackt, aber ich denke wir alle kennen das aus den Medien. Wenn wir uns das angucken, haben wir nicht das Gefühl, also das wird jetzt beim Militär gut funktionieren oder das so reitet der Cowboy auf der Ranch. So ist es nicht. Es gibt dann jetzt zum Beispiel im Western auch mal wieder Gegenbewegungen, Gegentrends, sowas wie Ranch Riding, Ranch Trail und so, wo man wieder mal versucht so ein bisschen stärker den Bezug zu haben zur Funktionalität des praktischen Alltages. Aber das sind, sag ich mal, auch mal nur Versuche, un- oder nicht aufzuhaltende Entwicklung der weiteren Abstrahierung zwecks Vergleichsbarkeit wieder mal so bisschen zurückzudrehen und rum zu formen und so. Aber selbst wenn er das gelingt, wird sich es wieder in die andere Richtung weiter abstrahieren. Also es ist quasi ein Kampf auf verlorenen Posten. Zumindest solange man diese Vergleichbarkeit aufrechterhalten möchte und es Leute gibt, die sehr viel Zeit investieren. Das ist dann das nächste, Professionalisierung im Turniersport. Also wenn es Leute gibt, die hauptberuflich darauf hinarbeiten, nach den Bewertungskriterien gut abzuschneiden, dann passiert es halt viel schneller, dass es kaum noch eine Vergleichbarkeit gibt und sich dieser historischen Prozess weiter abstrahieren muss. oder solange es Züchter gibt, die versuchen, mit aller Kraft so zu züchten, dass Pferde bei rauskommen, die nach diesen Bewertungskriterien abschneiden. Je schneller wird die Luft wieder dünner nach diesen Bewertungskriterien und es muss sich weiter abstrahieren, damit eine Vergleichbarkeit da ist. Man könnte ja theoretisch sagen, die Verantwortlichen, die im Sport sozusagen dafür sorgen, wieder Richtlinien gestaltet werden. könnte ja sagen, okay, dann ist es uns halt egal, dass wir es kaum noch unterscheiden können, dass wir es kaum noch vergleichen können. Aber unserer Meinung sollte es genau so sein. diese Art von Bewegungen sind für den reellen Bezug zur praktischen Arbeit und für die Gesundheit des Pferdes am aller allerbesten. Die verändern wir nicht und da werden halt alle so gut, dass wir es kaum noch vergleichen können. Dann haben wir halt nur erste Plätze irgendwann. Das könnte man ja theoretisch machen. Dann wäre Turniersport auch wesentlich ethisch vertretbarer meiner Meinung nach, wenn man das intensiv betreibt. Weil dann hätte es ja wirklich einen Mehrwert für Pferd und Mensch. Aber so ist es ja nun mal nicht. Und selbst wenn man das aufrichtig versuchen wollen würde, natürlich, wie ich auch schon gesagt habe, Problem, dass diese Schablonen, diese Richtwerte nicht zwangsläufig individuell auf jedes Pferd, auf jedes Pferdreiterpaar zutreffen. Und man das dann immer nicht genau sagen könnte und da man vielleicht mit seinem Pferd doch wieder darauf hintrainiert, dass es genau so aussehen soll, obwohl es vielleicht zu dem Pferd, was man da reitet, gerade gar nicht so gut passt. Die Gefahr würde trotzdem noch bestehen. Also es ist eine Utopie, von der ich da spreche, auf systemischer Ebene, weil das wird niemals passieren, weil da ja auch ganz viel Geld am Spiel ist und... Lust am Spektakel, Brot und Spiele, der Mensch braucht das. Und natürlich eine Riesenindustrie dahinter. Und selbst wenn das wegfällt und man es aufrichtig probieren würde, aller Kraft wäre es immer noch fast unmöglich, sich darauf zu einigen und die, in Anführungsstrichen, Kriterien zu finden, die wirklich gut funktionieren, die wirklich für alle das Leben nur besser machen. Eine maximale Utopie. In dieser Utopie allerdings, da wäre ich ein sehr ambitionierter... Turnierreiter, muss man sagen. Ja, und deshalb ist es natürlich auch ganz schwierig, da komme ich jetzt so ein bisschen, ja, das ist auch Kritik, spreche ich auch so aus. Es ist natürlich meiner Meinung nach ganz schwierig, ich ambitioniert, ja, wenn ich ein Mensch bin, ambitioniert an Turnieren teilnehmen möchte und ich mich in einem Umfeld aufhalte, von Menschen, die ganz genau so ticken, die auch genau das nur auf dem Schirm haben. Und ich mir eben nicht gewahr darüber bin, dass diese Kriterien, nach denen ich arbeite, konstruiert sind vom Menschen und stellenweise extrem willkürlich aufgesetzt werden. Und ich nur denke, weil das so ein professionelles Umfeld ist, also professionell im Sinne von, dass da viel Zeit und viel Geld reingesteckt wird. oder dahinter steht. Und ich davon ausgehe, dass diese willkürlichen Bewertungskriterien die Kriterien sind, die wirklich gut für Fährte und Menschen sind zwangsläufig. Das ist dann hoch problematisch meiner Meinung nach, wenn man sich so so Umfeld bewegt, wo man dann nicht mehr links und rechts gucken muss, weil alle den gleichen Pfad eingeschlagen haben und man sich gegenseitig bestärkt und die Wahrscheinlichkeit da dann rauszukommen, sehr gering sind. Das halte ich dann halt... Problematisch für die Pferde muss man sagen. Ja und das ist ganz egal in welcher Richtung jetzt Genau jetzt hatte ich ja so eben oder die ganze zeit über so diese so drei großen hier springen Tresur und Western so gesprochen und auch schon angedeutet dass es natürlich in Western Unterschiede gibt und so Aber es ist auch mit mit anderen Sachen jetzt Working Equitation und so ich gucke mir da viele Sachen auch gerne mal an und so und finde es auch cool wie ich auch mir Sachen von Western angucke und wie mir auch Sachen von Trastur angucke, so sehr ausgewählt. Je professionalisierter die ganze Geschichte ist, je länger diese ganze Geschichte schon im historischen Verlauf unterliegt, desto weniger gucke ich mir das an. Aber zu Working Equitation gucke ich mir durchaus gerne auch mal Sachen an und finde das beeindruckend. Aber auch da merkt man schon auch diesen Prozess und dieser Prozess wird auch da vermutlich weitergehen. so kannst du das auf alle Varianten übertragen. Es gibt bestimmt auch an jedem Sport Menschen, die versuchen, die Kriterien nach bestem Wissen und Gewissen gut zu gestalten, gut zu beeinflussen. Dafür zu sorgen, dass das bewertet wird, was wirklich einen echten Mehrwert hat. Aber das ist wie gesagt ja auch ein Kampf auf verlorenen Posten und je mehr Geld halt dahinter steht, je mehr das eine Industrie wird, je mehr Vergleichbarkeit man braucht, desto unmöglicher wird es, das so zu erhalten, wie es mal gewesen ist. Das ist die Sache. Gut und jetzt kommen wir nochmal zu diesem, das war das Systemische, da könnte man auch noch mehr dazu sagen, weil ich lasse es jetzt mal dabei. Ich ärgere mich bestimmt wieder im Nachhinein, wenn ich den Podcast freue, nochmal dann anhöre, bevor ich es hochlade. weil ich wieder ganz viele Sachen vergessen habe, die mir spontan nicht einfallen. Aber ich bin auch einfach zu faul, mir vorher Notizen zu machen. daher hoffe ich jetzt mal, dass ich Grobes vergessen habe und mache einfach mal weiter. Wir machen mal bisschen Haken an, diese systemische Sache an. Jetzt kommen wir wieder in die menschliche. Habe ich auch so bisschen angeschnitten, wie schwierig das ist, wenn man dann in solchen Umfeldern sich aufhält, da dann einen differenzierteren Blick zu entwickeln und dann halt auch nach, wenn ich da andere Kenntnisse gewinne. danach zu handeln, weil ich halt in diesem Umfeld bin. Das ist die eine Sache. Dann habe ich ja gesagt, dass es theoretisch möglich ist, an einem Turnier teilzunehmen und dass es eine richtig tolle, gute Erfahrung gewesen ist für beide. Dann muss ich aber dazu in der Lage sein, auf so ein Turnier zu fahren und den Ehrgeiz da gut abzuschneiden, komplett ablegen zu können. Oder zumindest, wenn ich spüre und das wahrzunehmen ist natürlich auch schon schwer, dass jetzt gerade mein Ehrgeiz im Konkurrenz steht zur guten Beziehungsarbeit mit meinem Pferd, dann zu sagen Konkurrenz gut abschneiden, stelle ich hinten an, hier geht es jetzt ums Pferd. Wenn ich das hinkriege, wenn ich einfach so da reite, wie ich es für sinnvoll halte, für am besten halte für mein Pferd und wenn ich dazu bereit bin jederzeit zu sagen Das ist jetzt gerade nicht gut fürs Pferd. Ich lasse es. Und ich jederzeit dazu in der Lage bin, wenn irgendein dummer Spruch kommt von der Seite, weil jemand sagt, du machst das ja nicht so, wie wir das hier in unserem Umfeld machen. Und du merkst, wenn ich da aber jetzt drauf hören würde, dann fände ich das weniger gut von meinem Pferd. Dann höre ich halt eben nicht drauf. Wenn du dazu in der Lage bist, dann mach das ruhig. Welcher Schaden soll daraus entstehen? Ich glaube, das ist sehr schwer. Es ist nicht unmöglich und es hängt ja doch davon ab, was das für Turniere sind und in welcher Gruppe man da vielleicht auch hinfährt und auf welchem Niveau das vielleicht auch stattfindet. Je niedriger das Niveau, desto mehr denkt man, wenn du da irgendwas reitest. Die kannst du halt einfach nicht, ist ja egal. Und keiner weiß, dass du es extra anders machst. Aber je mehr mal da drin ist, desto schwieriger wird das, meiner Meinung nach. Und das ist für mich die große Gefahr auf menschlicher Ebene, ich sag's direkt, widerstehen zu können und seinen Kurs zu behalten. Es geht ja nicht nur darum, ich merke gerade den Sog des Ehrgeizes und den Sog der, wie sagt man, des Peer-Pressures, dass er anders ist. Es geht ja darum auch seinen Kurs zu behalten. Vielleicht bin ich da in voll guter Laune und merke, hey, wir sind auf einem richtig guten Weg, Pferd und ich. Und jetzt fahren wir da einfach mal hin aufs Turnier und machen mal. Und ich komme nach Hause und ich stelle ganz viele in Frage und denke, vielleicht sollte ich es ja doch so und so machen. Ich will nicht sagen, dass man da vielleicht sogar auf positive Impulse kommen kann. Vielleicht fährt man ja auch in kompletter Ignoranz und und total verpeilt dahin und man denkt mal, Bär auf seinen Kurs, man ist auf einem Turnier und kriegt von ein paar Leuten bei den Kopf gerade gerückt und kommt zurück und denkt so, ach Gott sei Dank, da muss ich ein paar Sachen anders machen. Kann sein, aber das ist natürlich die große Gefahr, dass du zurückkommst und so denkst, ⁓ ich muss mal ganz viel anders machen und das war aber alles Schwachsinn, was du da gehört hast. Ich kann das total verstehen, dass man Lust darauf hat auf dieses Event. Und das ist ja auch fürs Pferd ein super gutes Learning, dahin zu fahren, die fremde Umgebung kennenzulernen, mit seinen Menschen dann gemeinsam durch die neue Situation durchzukommen. Ich bin erfreut von solchen abwechslungsreichen Settings und Und wenn man das so begreift und so gestaltet fürs Pferd und das nicht macht, wenn das Pferd noch nicht dazu bereit ist. dann ist es ja auch mega produktiv und gut, dieses ganze Drumherum. Oder als Mensch einfach andere Menschen zu sehen und Spaß zu haben und so. Ich will das echt niemandem madig machen. Ich bin halt ⁓ ein Eigenbrötler. Auf der Ebene brauche ich das jetzt so oder so nicht. Und weil ich es aus systemischer Sicht und fürs Pferd so jetzt auch nicht so prickelnd finde, mache ich es persönlich jetzt nicht. Aber wenn jemand sagt, ich lasse halt fünf Grad sein und wir machen unser Ding, mein Pferd und ich, das ist eine coole Zeit einfach. alles in Ordnung, will ich niemanden schlecht machen. Aber diese Problemstellen, über die muss man sich im Klaren sein. Und noch dazu bin ich auch viel zu wenig, ich bin in gar keiner Sparte so tief drin, dass ich das jetzt im Detail bewerten könnte, ob es eher so oder eher so sein sollte. Aber dieses systemische Ding, dass da die Vergleichbarkeit da sein muss, dass es sich immer mehr abstrahiert. Allein schon das zu wissen, reicht eigentlich aus, ⁓ checken zu können, dass es da nicht in allererster Linie ⁓ die Gesundheit des Pferdes geht. Da könnte man jetzt natürlich im Detail rühren und suchen und Sachen finden, die trotzdem auch gut sind und die funktionieren und so. Und dann könnte man vielleicht die Diskussion anfangen. Ja, aber ist es unterm Strich dann vielleicht nicht trotzdem produktiv, wenn man dann in so einem Umfeld ist, wo halt da so... wenigstens halt mal drauf geguckt wird, wie man so gewisse Basics richtig macht und so. man dann wieder abwägen. Aber ich denke mir immer, es geht auch ganz locker anders. Es gibt so viele tolle Umfelde und Stallgemeinschaften und Settings und so viele gute Pferdeleute, die auch überhaupt nichts mit Turnierkram am Hut haben. Da kann ich mich auch da irgendwie einfach anschließen und weiß, da gibt es zumindest mal nicht diese systemischen Gefahren, die halt Turniersport mit sich bringt. so sehe ich das. Ich will das wie gesagt auch nicht ausschließen, dass ich mal doch noch mal irgendwo da auf ein Turnier fahre, ⁓ auch so Spaß damit mache. Einfach, ⁓ die Erfahrung zu machen, wie wäre das, wenn ich da einfach alles nicht mache, was man mir sagt. Aber. Das ist meine Meinung dazu, warum ich es bis jetzt vermieden habe. Okay Leute, wenn euch das gefallen hat, dann müsst ihr das jetzt hier nicht liken, keine Glocke wegmachen, nichts kommentieren, keine Rezension schreiben oder sonst was. Es reicht einfach, wenn ihr mit euren Pferden rausgeht und Freude habt. Also schön, dass ihr wieder dabei gewesen seid. Bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao.