speaker-0: Bei uns im Podcast Before Applaus ist heute Dr. Uwe Samuels. Uwe, ich freue mich mega, dass du heute mit dabei bist. Exponential Innovation Institute, dass wir heute hier sein dürfen, ist ein Geschenk, ist toll, freue ich mich auch sehr, weil ich bin ja heute nicht nur als Podcast-Moderator hier, sondern war ja auch mit meiner eigenen Unternehmung schon zweimal hier und durfte mit meinem Core-Team zwei Workshops mit dir machen, gerade auch in Zeiten, wo es in der Wirtschaft und drum herum nicht gut läuft oder nicht gut lief und wir uns trotzdem ganz gut behauptet haben. Aber heute geht dich und nicht mich. speaker-1: Ja, doch, aber das sagt schon ganz viel über euer Mindset und vielleicht auch über das aus, was ich so mache. Nämlich immer, wenn draußen was passiert, gehen Türen zu und es gehen Türen auf. Und wir müssen eigentlich nur gucken, wo gehen sie auf, durch die zu gehen und richtig erfolgreich zu sein. speaker-0: Ja, ich denke, das ist bisschen zu einfach gedacht. Gerade in einer Welt, die draußen ja verrückt spielt. Und das heißt ja auch Bevorapplaus, das heißt, ich würde auch gerne mal wissen, wo kommt Dr. Uwe Samuels her, bevor er Doktor war? Und wie bist du in diese Transformationsthematik überhaupt reingekommen? Und wie bist du in diese Weiterbildungsthematik überhaupt reingekommen? speaker-1: Gerne. Soll ich loslegen? Ja, gerne. speaker-0: Und wir machen das popcornmäßig. Wenn immer was auffällt oder irgendwie eine Frage aufkommt, popcornmäßig, wir unterwegs. speaker-1: Also ich bin mal gestartet in meinem Berufsleben durch zwei Ausbildungen. bin Elektroniker und Energiegerät Elektroniker. So das war der Start. Dann habe ich zwei Bildungsfähigungen und Abitur gemacht und dann habe ich Prozessautomatisierung angewandte Informatik studiert, weil ich dachte besser automatisieren als automatisiert werden. speaker-0: ... speaker-1: immer auf der Seite derer sein, verändern und nicht auf der Seite, die verändert werden. Das habe ich irgendwie schon gedacht. Krass, so früh schon irgendwie verstanden oder geglaubt jedenfalls verstanden zu haben. So dann habe ich Master Mechatronics und promoviert in der Herrschnur von Mikrochips. Also die Bauteile, in unseren Handys und den Computer drin sind, dafür habe ich ein Verfahren entwickelt. mein erstes... Und Patent? Nee, klappt noch nicht mal mein Doktorvater. Jedenfalls wirklich auch tolle Sachen in die Industrie gebracht, sehr früh. Und was dann so folgte, war mein erster Beruf. Mein erster Beruf war neue Berufe erfinden. So 50 der dualen Ausbildungsberufe, die wir in Deutschland haben. Die ich mit erfunden, ich, auf jeden Fall. Mechatroniker, Mikrotechnologe, komisch, wenn man das studiert, dann sieht man auf einmal, das könnte man ja auch in die Bildung bringen. speaker-0: Also weg vom einfachen Handwerker hin zum Handwerker mit Technologiezusatz. speaker-1: ganz viel neuen Technologien, auch mit Anwendungen in Zukunftsfeldern und so. Und dann war ich fünf Jahre Geschäftsführer Bildung der Handelskammer Hamburg und habe dort die ganzen Hamburger Ausbildungsbetriebe versucht zu betreuen mit meinem wundervollen Team, 60 Leute waren wir da. Und dann war das so eine Zeit, da brauchten wir mehr Ausbildungsbetriebe, also haben wir Kampagne gemacht und haben die verdoppelt. nach fünf Jahren war meine Frage, was mache ich als nächstes? Und da hat die Handelskammer die Idee gehabt, eine Hochschule, eine eigene Hochschule zu gründen. Und dann habe ich gesagt, das würde ich gern machen. Und dann war ich 13 Jahre Geschäftsführer einer privaten Hochschule der HSBA, Hamburg School of Business Administration und nicht nur Geschäftsführer, sondern ich habe die mit aufgebaut mit dem Team. Gesamt Konzept, speaker-0: alles. speaker-1: duale Hochschule. Und dann hatten wir nach 13 Jahren 300 Partnerunternehmen, alles, man Hamburg kennt oder nicht kennt. Otto, HarperCloy, Beiersdorf, Bühne und so weiter. Und aber auch ganz viele B2B und Familienunternehmen. Mit denen haben wir jedes Jahr dann zusammen 1100 Studenten ausgebildet. Das habe ich 13 Jahre gemacht und dann... habe ich gesehen, wie die Welt sich verändert da draußen mit Digitalisierung. habe mich gefragt, was mache ich jetzt die nächsten 13 Jahre? Mache ich weiter Hochschule oder bin ich nicht wieder auf der Seite, ich will verändern, statt verändert zu werden, weil das, wie wir Bildung machen... speaker-0: Das ist ja das Thema noch, worauf wir kommen, das Thema Bildung. speaker-1: Aber da habe ich es für mich jedenfalls so klar gesehen, dass wir völlig anders mit Menschen sie entwickeln müssen, sie für die Zukunft präpariert zu haben, als wir das bisher gemacht haben. Selbst in so einer privaten Hochschule, gerade frisch gegründet, die Welt hatte sich so radikal weiterentwickelt. dass ich für mich entschieden habe, nächsten 13 Jahre mindestens, werde ich jetzt wieder auf die Seite wechseln, wo ich herkomme, also da wo man verändert, anstatt verändert zu werden und rausgekommen ist, das wo wir heute sind, das Exponential Innovation Institute. speaker-0: Das hat ja ein Name, Exponential Innovation. Das heißt ja auch Exponential Innovation heißt, Innovation kann man ja nicht einfach lernen, Exponential heißt ja nicht gerade von 0 auf 1 oder von 0 auf 2, sondern Exponential heißt ja größere Sprünge machen. Das heißt, du hast damals schon gesehen, dass das mit den kleinen Schritten in der heutigen Zeit, wo sich so schnell alles verändert, mit kleinen Schritten nicht mehr funktioniert. speaker-1: habe ich gesehen und nicht nur theoretisch. bin so oft in Silicon Valley gewesen, war in China. Da machen die das ja alle schon seit Jahren. Und dann habe ich mich gefragt, warum machen wir das eigentlich nicht in Europa? Wenn die das machen, groß denken und anfangen das dann auch strategisch zu entwickeln, anders ausgedrückt, nicht das vielleicht daran, dass bei uns nichts wirklich skaliert, weil wir uns mit den Regeln für exponentielles Wachstum auch gar nicht wirklich auseinandersetzen. Und da das keiner gemacht hatte, habe ich angefangen zu forschen, habe zu dem Thema so viele Menschen getroffen, so viele Projekte gemacht. Und dann durfte ich, jetzt habe ich dazu drei Brücher geschrieben und begleite heute Organisationen, die Lust haben, wirklich erfolgreich so zu wachsen, wie die es in Silicon Valley und China machen, nämlich exponentiell. speaker-0: Willst du oder darf ich die Frage stellen, Uwe, du hast hier diese private Hochschule mit aufgebaut, 13 Jahre lang in Hamburg, dann das Institut gegründet. Du hast die großen Player in Hamburg mit involviert, gerade auch bei der Business School und so weiter. Das heißt, ihr habt hier in Hamburg vor 13, 15 Jahren, 17 Jahren, habt ihr angefangen schon weit, weit vorauszudenken, wie sich die Welt verändern wird. Gibt es, oder gab es damals dazu hier in Deutschland eine Blaupause oder ist das etwas, wo ihr hier in Hamburg praktisch erfunden habt und wo jetzt ihr praktisch nicht kopiert, kopiert werden kann man nicht, aber wo man sagt in anderen Städten, hey schaut euch mal das Hamburger Modell an. Deswegen ist die Stadt auch relativ erfolgreich. speaker-1: Ich weiß gar nicht, ob wir das als Stadt hier wirklich erfolgreich so machen, wo ich sagen würde, wir sind da schon auf der sicheren Seite. speaker-0: In der heutigen Zeit ist keiner mehr auf einer sicheren Seite, aber ihr seid schon weit vorausgedacht. speaker-1: wirklich tolle Beispiele. Absolut. Mein Eye-Opener, und wo ich ganz viel von gelernt habe, Axel Springer, speaker-0: Ja. speaker-1: da hatten wir unser Hochschule, ein Speaker, damals Kai Diekmann, die kamen gerade, speaker-0: kenne ich gut, speaker-1: der kam dann und erzählte, wie die da in Silicon Valley ihre Firma neu erfunden haben. Und ich saß da in Reihe 1 und dachte, Was bedeutet das jetzt für mich als Geschäftsführer einer Hochschule, wenn da draußen sich die Welt so ändert und ich kriege das hier gar nicht mit und wir als Hochschule sind auf diese Zeit überhaupt gar nicht richtig vorbereitet. Da haben wir ganz schön viel an der Hochschule verändert. Aber irgendwann war für mich die Erkenntnis. außerhalb eines solchen Korsetts, denn Hochschule ist so reguliert in Deutschland, da reden wieder so viele Leute mit und da kommen die Behörden an und sagen einem, was man alles nicht machen darf, dass ich rausgegangen bin, ein eigenes Institut zu gründen und diese Zukunft selber zu gestalten. speaker-0: Zukunft zu gestalten, wie kommen heute die Kunden zu dir und mit welchen Ansprüchen oder mit welchen nicht Ansprüchen, sondern mit welchen Fragestellungen kommen heute Kunden zu dir oder Firmen zu dir und sagen, hey lieber Uwe, wir sind hier ein Unternehmen, neues Unternehmen, ein Start-up oder wir sind ein alteingesessenes Familienunternehmen und wir müssen uns neu erfinden. Mit welchen Fragestellungen kommen die zu dir heute? speaker-1: Also da kehren ist ja eigentlich die Frage, wie gehe ich mit dem Wert, den ich erschaffen habe oder den ich erschaffen möchte, wie schaffe ich den wirklich zukunftsfähig zu halten oder zu machen? Ich weiß, dass die Welt sich so rasant weiterentwickelt und wie muss ich als Organisation mich vorbereiten auf diese vielen vielen Veränderungen, die da kommen? Schaffe ich es damit, so smart umzugehen, dass ich dabei die Chancen, die sich ergeben, erkenne und nutze, ohne dass ich mich dabei auch irgendwie gleichzeitig verliere und in so viel Instabilität reintaume, dass ich dabei in Gefahr laufe, den Erfolg zu verlieren. Und dabei begleite ich, begleiten wir mit unserem Team Unternehmen dabei schnell die richtigen Ideen, Ideen zu identifizieren und auch zu validieren und sie dann eben sehr schnell in die Umsetzung zu bringen, so wie wir das in unseren Workshops gemacht haben, Olli, nämlich loslegen und schnell wirksam zu werden. speaker-0: Ja, ich mag mich da extrem gut dran erinnern. Ich war auf der Autobahn auf dem Weg nach Köln und rief dich an. in Bad Kamberg rausgefahren, rief dich an und wir haben das Briefing am Telefon gemacht. Eine halbe Stunde Briefing für unser Workshop, der eine Woche später stattgefunden hat. Und es ging die Frage, Premium Speakers und MICE Service Group. Ist das noch zukunftsfähig und wie sieht die Agentur der Zukunft aus und mit welchem Modell? Und es gibt kein Modell. Es gibt nämlich nicht für alles ein Modell, sondern es die Menschen, darin arbeiten und das Mindset, darin sind. Und das haben wir nicht rausgearbeitet, sondern du hast die richtigen Fragen gestellt. speaker-1: Und das ist doch so schön, wenn man sieht, dass man mit so tollen schon so weit gekommen ist und dass eigentlich diese Menschen in so einer Organisation immer das Wertvollste sind, mit dem man auch die Zukunft gestalten kann. auch als CEO und als Chef zu wissen, dass man umzingelt ist von so vielen schlauen, tollen, mutigen, starken Menschen und dass man denen vertrauen kann, weil sie Dinge mit einbringen in so eine Reise, die einen nur stärker und erfolgreicher machen können. speaker-0: Du machst das ja nicht nur für, kann ich nur bestätigen, weil auch bei uns, ich meine gefühlt alle drei Wochen kommt eine neue Agentur auf den Markt und alle haben das Gefühl sie wollen mal schnell Geld verdienen, weil sie mal einen Speaker vertucken wollen oder so. Das ist so das was ich oft höre, auch so in dieser Wortakrobatik, wo ich sage, ui wenn du mit dieser Wortakrobatik überhaupt in den, dann das schon dein Mindset ist, bist du völlig fehlerplatz. Und deswegen siehst du eigentlich oder sehen wir viele Agenturen, ja kommen und wieder gehen und wir kennen ja viele, viele, viele Persönlichkeiten, die du kennst, die wir kennen, mit denen wir arbeiten dürfen, die du triffst, wenn du irgendwo auf der Bühne bist und die sagen dir eigentlich immer das Gleiche oder? Wir ticken einfach anders. speaker-1: Service, auch weil ihr, ich darf es so sagen, auch Herz habt und auch miteinander in Beziehung seid als Team und daraus eine echte Superpower geworden ist über so eine lange Reise. Wie schön! Und speaker-0: 17 Jahre! speaker-1: das spürt doch jeder, dass hier Menschen sind, die sozusagen ja selber schon mal verbunden sind, die können sich nämlich auch mit Kunden verbinden und mit der Welt verbinden. Die sind nicht in solchen Ego-Trips unterwegs und dabei in Gefahr, über alles rüber zu rollen und die spüren, dass worum es geht. speaker-0: Wie siehst du heute den Markt, Uwe? Change ist ja immer wieder für Firmen schwierig, aber das kriegen sie hin. Veränderungen tun weh und sind anstrengend. Mitarbeiter gerade in der heutigen Zeit, ob Work-Life-Balance oder nicht Work-Life-Balance oder Gen Z oder nicht Gen Z, ist das dritte. Ich glaube, damit haben die Unternehmen nicht große Probleme, weil das sind sie in den letzten sechs Jahren, seit 2020 sind die das gewohnt. Aber die Geschwindigkeit, die nimmt zu. Wie schaffen das die Unternehmen heute noch? Wie siehst du das von deiner Warte aus? Wie schaffen das die Unternehmen, dieses Speed of Trust oder dieses Speed überhaupt aufrecht erhalten zu können, im Markt mitspielen zu können? speaker-1: ist der Kern dessen, ich immer in die Unternehmen reintrage. Speed is a new currency. speaker-0: Die ist die neue Currents. speaker-1: Die Frage ist, wie schnell bist du in der Lage, Ideen zu generieren, sie zu validieren und umzusetzen? Und das Schöne dabei ist, und das sind diese ganzen Methoden, die wir im Exponential Innovation Institute entwickelt haben. dass wenn wir das methodisch richtig machen, dann sorgen wir trotz der Geschwindigkeit für Stabilität. Und das ist das Schöne, dass man sehr schnell erlebt, wie schnell man Dinge machen kann, ohne dabei aus der Kurve zu fliegen und die Orientierung zu verlieren. Und das ist so bisschen eine Paradoxe. speaker-0: Genau, weil auf der einen Seite musst du Speed sein, am Markt bestehen zu können. Auf der anderen Seite musst du ja auch intern deine Ressourcen aufbauen, damit das Backoffice überhaupt noch mitkommt. speaker-1: da sozusagen kommt ganz viel Beteiligung, Kollaboration, Cooperation in Betracht, weil manchmal die Lösungen viel, näher sind, als wir sie uns im Top-Management manchmal vorstellen, weil wir Singles sind von tollen Mitarbeitern, wie du das eben auch geschildert hast, die auf die richtige Idee sehr schnell kommen und sie einfach umsetzen. Und da liegt genau der Schlüssel drin. Es tun. Es tun und die Menschen zu sehen und zu beteiligen und sie nicht nur einzuladen Gast dieser Reise zu sein, sondern maßgeblich zu sein. Denn sie werden den Erfolg produzieren. Es sind immer die Mitarbeiter. Und wenn wir es schaffen, sie in die Wirksamkeit zu kriegen, weil wir an sie glauben, weil wir ihnen Rahmenbedingungen geben, in denen sie sich entfalten können, weil wir ihnen Werkzeuge in die Hand geben, mit denen sie Probleme lösen können, dann sind das die Stars, die das Unternehmen nach vorne bringen. Und man kann als Chef eigentlich nur sich freuen, diese Superpower, die man da hat, zu aktivieren und mit Ihnen zusammen diese Reise zu gestalten. speaker-0: Ja, Mitarbeiterführen und Mitarbeiterführung ist gar nicht so einfach. Leadership generell, ich meine als Unternehmer bist du ja praktisch an, ich weiß nicht, wie viele Plätze gleichzeitig von Sales über Marketing über Kommunikation über Produkt und allem drum und dran und Mitarbeiter sollst du auch noch mitnehmen oder? Ist nicht immer so einfach. Wie machst du das denn? speaker-1: Also wenn ich es mit meinem eigenen Team mache oder wenn ich es dann auch mit den Unternehmen zusammen mache, ist es wirklich die Menschen in die Gestaltung zu bringen und sie ihre Lösungen selbst kreieren zu lassen und ihnen auf der strukturellen Ebene ganz viel Unterstützung und Support zu geben, das umzusetzen. Und damit sie den richtigen Weg finden, brauche ich Orientierung, ich brauche einen Nordstern, ich muss sagen, wo die Reise hingeht. dann muss ich ihnen helfen, die Zwischenschritte, die sie gehen, selbst zu gestalten und zu reflektieren. Ich muss raus aus dem Mikromanagement. Wenn ich dort versuche, der beste Sales Experte zu sein, der beste Finance Experte zu sein, dann werde ich mit meinen Ressourcen nicht klarkommen. Und ich würde sozusagen diesen tollen Menschen, die mich herum sind in diesem Unternehmen, auch noch die Kraft rauben. selber Verantwortung zu übernehmen. Deswegen nicht ganz viel darin, Ihnen Rahmenbedingungen zu geben, in denen Sie anfangen können, Ihre eigenen Erfolge zu validieren und Ihnen dabei auch Wertschätzung und Unterstützung zu geben, die zu mehrern und zu verstärken. speaker-0: Wertschätzung ist immer so ein Thema in den Unternehmungen. Wertschätzung, das geht heute Sales, Umsatz, Profit. Da bleibt Wertschätzung und Führung und so weiter oftmals auf der Strecke. Das ist für viele Firmen, die verlieren dann eben auch die guten Mitarbeiter. speaker-1: absolut. speaker-0: Das heißt ... Wenn man dich, wie kann ich mir das vorstellen? Wenn man zu dir kommt, machst du erstmal eine Unternehmensanalyse oder machst du nur eine Abteilungsanalyse oder gehst du mit dem CEO, machst einen Walk & Talk, mal diese Firma durchzusprechen. Wie sieht dein Transformationsprozess oder wie sieht dein Prozess aus generell? Oder gibt es überhaupt einen Prozess speaker-1: Also... speaker-0: und ist nicht ein, ja, ein Kommunikationsprozess auch, oder? speaker-1: Also das fängt immer mit dem Vertrauenaufbau erstmal an und geht dann sehr schnell die Frage, wo sieht der CEO, die Führung, gerade das größte bottleneck. speaker-0: Voteldeck, ja. speaker-1: wo wir das gefunden haben, dann gehen wir genau da rein, das mit den beteiligten Menschen aufzubohren. Und es kann mal sein, dass es tatsächlich am Sales liegt, dass wir da nicht die richtigen Kanäle haben, das richtige Feedback vom Markt bekommen, dass wir kein Product Market Fit haben. Dann würden wir dort an der Produktstrategie anpacken. Es kann aber auch mal sein, dass es in der Produktion Engpässe gibt, Ressourcen nicht mehr zur Verfügung stehen, weil Ketten und die Ohren fliegen, dann schauen wir danach, welche Alternativen haben wir, ganz schnell wieder auch handlungsfähig zu werden. speaker-0: Du machst das ja nicht nur für Wirtschaftsunternehmen oder für Start-ups, du machst das ja lustigerweise auch für Sportvereine oder für Trainer oder für Hockeymannschaften. Jetzt kommt das Exponential Innovation Institute zum Hockeyverband und erklärt dem Hockeytrainer, wie er die Eckbälle in Zukunft machen soll. Wie stelle ich mir das vor? speaker-1: Also wir reden hier jetzt über einen realen Case, das müssen unsere Zuförer vielleicht wissen. Und ich bin tatsächlich vor ungefähr acht Jahren, in sechs Jahren in den Profisport speaker-0: Ja. speaker-1: gestolpert, indem ich mit einem sehr renommierten Experten im Profisport, Bernhard Peters, zusammen ein Sportinstitut gegründet habe. und dort angefangen habe, Trainer, Manager im Sportbereich auf die Zukunft vorzubereiten mit dem, was ich von der Zukunft sehe. Und da der wesentliche Teil bei all dem ist, was ich mache, ist nämlich Team Performance, Next Level Team Performance, Teams in die Performance zu bringen, ist das, was ich in die Sportreihen bringe. Und da sind Prozesse rausgekommen wie mit der Feldhockey-Nationalmannschaft, wo ich mit dem Bundestrainer zusammen die Spieler habe in Prozessen völlig neue Ecken auszudenken, die es noch nie gegeben hat und überhaupt ein Spiel zu entwickeln, was es so noch nie gegeben hat, weil es eine solche Kombination von Spielern auf diesem Planeten so auch noch nie gegeben hat. Und daraus ist dann der Weltmeistertitel geworden, daraus ist der Europameistertitel geworden, daraus ist dann Silber bei Olympia geworden und aktuell sind wir auch wieder dabei, die nächsten Dinge zu planen. Schlüssel liegt da drin die anfangen zu lassen ihr eigenes Handeln zu reflektieren dafür Verantwortung zu übernehmen und neue Ideen zu kreieren mit denen sie am nächsten Samstag im nächsten Spiel die Gegner wieder völlig überfordern werden weil sie mit viel tieferer Überzeugung mit viel tieferen Verstehen des Spiels die anderen Mannschaften die diese Entwicklung nicht gegangen sind einfach strategisch praktisch Längen überlegen sind. speaker-0: Ein super spannender Ansatz. Ich eine Ecke ist eine Ecke. Auch beim Fußball eine Ecke ist eine Ecke. Was kann man da anders machen? speaker-1: Also das tolle Beispiel mit der Feldhockennationalmannschaft war es so, dass wir einen Workshop gemacht haben und die Aufgabe war, wir denken uns jetzt 100 neue Ecken aus, die es alle noch nicht gegeben hat und da wir irgendwie alle, wenn wir Hockeyspieler sind, wissen wie so eine Ecke gespielt wird, die wird nämlich immer mehr oder weniger speaker-0: gespielt und dann sitzt einer der hält den Ball fest und der andere schießt den Ruhig. speaker-1: Seit eine Million Jahren wird die Ecke so gespielt. Und deswegen war die Aufgabe an die Spieler, denkt euch jetzt in den nächsten vier Minuten 100 speaker-0: vier Minuten. speaker-1: neue Ecken aus mit einer einzigen Rahmenbedingung. Die müssen so schlecht sein. dass niemand diese Ecke wird jemals spielen wollen, weil alle anderen, die das sehen, vor Lachen zusammenbrechen und sich denken, das kann doch wohl nicht wahr sein, dass eine solche Ecke gespielt wird. speaker-0: von einer Nationalmannschaft. speaker-1: Von gar nicht von einer Nationalmannschaft, das nennt man Kopfstandmethode. Und das war genau der Schlüssel, dass da nach vier Minuten 100 Ecken an der Wand hingen, eine Riesenwand voll. Und erst im zweiten Blick haben wir da drauf geguckt, welche dieser Ecken tatsächlich vielleicht doch funktionieren würde, sie aber mit all unseren bisherigen Regeln, die wir uns dann auch Erfolgsmuster gegeben haben, überhaupt nicht mehr zusammenpasst. Und dann haben wir einige Ecken gefunden, die auch noch das Potenzial hatten. Und dann stand die Mannschaft auf, hat ihre Schläger in Hand genommen und hat dem Trainer gesagt, jetzt wollen wir die aber auch trainieren. speaker-0: Die sind dann tatsächlich nach dem Kurs nicht irgendwie ihre Kabinen verschwunden oder ihre Zimmer, Hotelzimmer verschwunden, sondern die wollten anschließend auf dem Platz die Lekten ausprobieren. speaker-1: Die haben Sie ja erfunden in dem Workshop. Ja. Die hatten auf einmal, die waren gar nicht mehr zu bremsen, sind dann rausgegangen. Sie haben selber das aufgefunden. Exakt. speaker-0: Sie haben selber was erfunden. speaker-1: da, natürlich musste es so kommen, es ... wie man sich das nur malen kann. war am Donnerstag und am Samstag haben die damit Holland abgeschossen, ihren Angstgegner, wo man immer irgendwie denkt, die Niederländer, sind so, dass man da immer unter die Räder kommen kann, aber nicht da. Die haben denen die Dinger eingeschränkt und gleich die erste von Mats Grambusch, dem Kapitän, die ging gleich rein. Das war dann schon nach zehn Minuten und das gab so einen Schub und die Holländer dachten, was kommt jetzt da auf uns zu und die deutsche nationalmannschaft wusste wir haben ja noch 99 die wir rausrühren können nur damit ihr wisst was hier gerade passiert ja ihr habt keine ahnung was hier gerade passiert ihr werdet jetzt hier von einer mannschaft überrollt die angefangen hat ihr spiel komplett neu zu erfinden und so haben wir uns durch das gesamte spiel der nationalmannschaft durchgearbeitet und dinge entwickelt und erfunden die noch keiner vorher überhaupt je gesucht hat speaker-0: Kann man das vom Feldhocke in die Unternehmen transformieren? speaker-1: Ja klar. speaker-0: Wie machst du das? Wie können das Unternehmen machen? speaker-1: Und zwar indem Sie zum Beispiel mit so einem Prozess anfangen zu überlegen, wie kann ich den Wettbewerb ausschalten und den Markt übernehmen, indem ich von einer ganz anderen Seite auf den Kunden zugehe und ihn mit Angeboten konfrontiere, von denen er noch nicht mal wusste, dass es die gibt. Und dafür ein schönes Beispiel, das was wir zum Beispiel entwickelt haben mit einem traditionellen Unternehmen, Cardiologikum hier in Hamburg, die behandeln halt Patienten, die Probleme mit ihrem Herzen haben, im meisten Fällen Schlaganfall oder auch Herzinfarkt. Das sind so die schlimmsten gesundheitlichen Einschläge, die man so haben kann. Und das, was wir uns dann überlegt haben, war ein Produkt, wo wir Schlaganfall und Herzinfarkt mit erkennen können, bevor es überhaupt zum Risiko wird. Und die Idee war, dass wir einen Scan von einer Uhr, einem Gadget haben, wo wir in 30 Sekunden Herzsignale aufnehmen und der Lage sind, mit der AI das zu scannen, Menschen, die sich präventiv schützen wollen, ein Angebot für 7,99 Euro geben zu können. Dass sie wissen, dass sie hier gerade gesundheitlich so gut unterwegs sind, dass sie sich keine Sorgen machen müssen oder eben Arzttermin brauchen. speaker-0: Das heißt, neu gedacht oder Abläufe und Prozesse neu gedacht mit KI oder mit Technologie angereichert, kann man so praktisch... Lebenserwartungen oder Lebensqualität und so weiter verbessern. Es redet ja alle von Longevity und wollen wir wirklich 130 Jahre alt werden? Ich glaube es nicht. Aber es gibt schon Möglichkeiten, Prävention praktisch neu oder so zu gestalten. speaker-1: Absolut. Und da sozusagen ganz anders in den Markt reinzugehen. Denn die anderen Kardiologen werden auch nur wieder Patienten behandelt. Und wir haben gesagt, wir stellen uns einmal davor auf. Und das ist ja genau die Chance, die wir mit AI haben, zu gucken, ist das wahre Kundenbedürfnis. Das wahre Kundenbedürfnis ist doch nicht, wenn ich erst ein Problem habe, dann behandelt zu werden. Das wahre Kundenbedürfnis ist das Problem, das gar nicht auftritt. Und so kann man sich durch seinen eigenen Markt durcharbeiten sich dann überlegen, an welchen Stellen habe ich ganz anderes Kundenbedürfnis, ich das bisher mache. In übertragender Sinne, wie spiele ich die Ecke, erfolgreich zu sein. Von der ganz anderen Seite dann am Ende natürlich einen Riesenzugang zum Markt zu haben, auch mit dem klassischen Geschäftsmodell eines Kardiologen auch wieder arbeiten zu können. Aber ich habe schon mal einen Riesenzugang zu einem Markt, mir damit in der Lage, ganz anders mich zu positionieren. speaker-0: Feldhocker ist das eine, Fußball ist das andere, die Bundesligatrainer kommen zu dir, die Damentrainer kommen zu dir, in der Leadership-Transformation, Leadership-Themen. Was machst du anders als die Sporthochschule Köln, wo sie ja alle ihren Trainerschein usw. gemacht haben? speaker-1: Ganz platt gesagt, ich mache alles genau andersrum. speaker-0: Wie wissen die das in Köln? speaker-1: Ich bin sicher, dass Sie auch dafür paar Ideen haben und auch was machen. Aber ich mache das auch mit dem Mindset aus der Entwicklung von Start-ups und von Innovationen aus der Wirtschaft. Und das gibt auf einmal noch mehr Methoden, die ich dort einbringe, die den Sport momentan richtig verändern. Ich habe wirklich die Freude, das zum Beispiel mit mehreren Fußball-Bundesliga-Klubs schon gemacht zu haben und zum Beispiel mit der U9. von der TSG Hoffenheim, deutscher Meister und deutscher Pokalsieger, diesen ganzen Prozess damit begleitet zu haben und dann zu sehen, wie das wirkt. Und heute darf ich, wie gesagt, beim DFB die Pro-Lizenz-Trainer alle ausbilden. Also alle, die jetzt Bundesligatrainer werden, die dürfen fünf Tage mit mir mit diesen Methoden eine Managementkompetenz lernen, die sie zu ihrer Fachkompetenz dazubekommen, damit die Mannschaften ganz anders zu führen. speaker-0: Ich habe über dich gelesen und von dir gelesen immer wieder und die Aussage gehört dieses Basswort oder dieses eine Wort Next Level. Next Level Innovation, Next Level Leadership, Next Level. Was ist für dich Next Level? speaker-1: Next Level heißt wirklich, den Status quo in Frage zu setzen und nicht nur inkrementeller in irgendeiner kleinen Stelle schöner zu machen, sondern nach ganz neuen Mustern zu suchen, die mich gegenüber meinen Wettbewerbern wirklich differenzieren lassen. Weil nur aufholen und irgendwie dabei zu sein und etwas ein bisschen auch schöner zu machen, dafür ist die Zeit vorbei. Der Wettbewerb ist so krass und ich brauche etwas, wo ich wirklich auch mich nach vorne stelle. danach Regeln und Mustern zu gucken, die ich erkennen kann, wie bei dem Beispiel der Hockeymannschaft oder auch mit dem Beispiel der Herzprävention. Diese Möglichkeiten haben wir durch neue Technologiesprünge. Und da suchen wir nach Mustern, daraus Geschäftsmodelle zu entwickeln, die den Markt revolutionieren. Und das durfte ich bis heute mit 100 Corporates solche Reisen begleiten. Ich durfte auch 100 KI-Startups mit entwickeln. Und aus diesen Prozessen hat man so viel gelernt und das Wissen, das kann man jetzt eben übertragen und dann verfügbar machen und Organisationen helfen. in dem Zeitalter, in dem wir alle leben und das können wir nur umarmen, es gibt kein anderes, da drin den nächsten Sprung zu machen, erfolgreich zu werden. speaker-0: In Deutschland, glaube ich, es noch gut, wenn man Next-Level-Politik noch irgendwie bauen könnte, weil da tut sich ja der deutsche Staat und so weiter gerade relativ schwer. Wir sehen in Deutschland, wir sehen in Deutschland, sehen wir den Zerfall von Infrastruktur. Wir sehen die Problematik in der Wirtschaft. White-Color-People verlieren ihren Job. Wir sehen die Autoindustrie am Serben. Wir sehen die Problematik der Politik in Berlin, die gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Ich glaube, es gibt kein Patentrezept überhaupt. Aber es gibt bestimmt Ansatzpunkte, wo man rangehen könnte, zu sagen, wir müssen jetzt mal hier irgendwo stoppen mit diesem Zerfall der ganzen Thematik. Wie würde dein Ansatz denn lauten, Uwe? wenn jetzt eine Katharina Reiche anrufen würde oder wenn jetzt einer rann rufen würde und sage, können Sie mir helfen, können Sie Ideen bringen. speaker-1: ganz einfach wirklich die Menschen ausbilden, Zukunft zu glauben und ihnen beizuregen, mit welchen Werkzeugen sie entwickeln können. Dass dazu Projektmanagement, KI gehört, ist selbstregend, aber auch in Teams zusammenzuarbeiten und Gestalter der Zukunft zu werden. Aber solange wir eine Bildung haben, wo wir Menschen nur sitzen lassen in Bänken, in Tischen und ihnen sagen, was sie zu wiederholen haben und damit nur das alte Wissen noch mal rekapitulieren, anstatt Entwickler von neuem Wissen zu sein, werden wir nur hinterher rennen. Das wäre die einzige Maßnahme, die wir brauchen, eine Revolution in der Bildung und zwar auf allen Ebenen Menschen zur tüchtigen Zukunft zu entwickeln. speaker-0: Bildung bedeutet ja nicht erst bei den 18-, 20-, 22-Jährigen, sondern heute gehen die mit 4 in die Kita, gehen mit 6 in die Grundschule, gehen mit 9 in die verschiedenen Richtungen. Es fängt andere Länder wie China oder die haben schon in diesen jungen Klassen, in diesen jungen Schulen, haben die schon Kurse zu KI oder haben die schon Kurse zur Digitalisierung und dürfen den Laptop nutzen oder dürfen das Tablet nutzen und so weiter. Wenn ich sehe, mein 14-jähriger, der Sohn von meiner Schwester, der muss eben noch Handarbeiten und häkeln. dann wird es schwierig für mich, oder, an die Zukunft zu denken, wo die Wirtschaft und die Unternehmen anderes Wissen brauchen. speaker-1: Das ist ein Desaster. Unser Bildungssystem ist eine Katastrophe für unser Land. Du erlebst das mit deinen Kindern. Ich habe letzte Woche was erlebt. speaker-0: nicht mit meinen Kindern. Gott sei Dank, meine sind 25, die sind raus aus der Hütte, die wissen, was sie tun, aber mit dem Sohn von meiner Schwester. speaker-1: Okay, da siehst du, das ist lebhaftig. Und ich habe ja von, da zählt, dass ich diese Berufe erfunden habe vor 30 Jahren. Letzte Woche gab es eine Einladung zu einem Treffen in der Handelskammer Hamburg, wie wir die Bildung irgendwie weiterbringen, da war ich eingeladen. Seit 30 Jahren ist an diesen Berufsbildern nichts verändert worden. Das Einzige, was es nicht mehr gibt, diese Wirtschaft da draußen, weil alles, beispielsweise der Mediengestalter für digitale und Printmedien, so ein Ausbildungsberuf, das ist jetzt alles in der KI gelandet. Und heute sollen junge Menschen sich für einen solchen Beruf entscheiden, den es heute schon nicht mehr gibt. Da speaker-0: Waste of time. speaker-1: es ist so out of range. Da müssen wir fundamental ran, weil wenn wir unsere Jugend verlieren und die nicht auf die Zukunft vorbereiten, dann hat dieses Land auch keine Hoffnung mehr. Und das ist eigentlich die einzige Antwort auf deine absolut richtige Frage. Was müssen wir tun? Wir müssen diese, Menschen, unser Management, aber auch unser Nachwuchs auf die Zukunft vorbereiten und nicht mit Häkeln und Stricken. speaker-0: Ja, ist ein Riesendesaster. Unsere Branche ist, ich war jetzt ein paar Tage auf Föhr und habe mir wieder mal Gedanken gemacht. Du weißt, ich stelle jedes Jahr mein Unternehmen einmal auf die grüne Wiese und denke darüber nach, was werden unsere Kunden in zwei Jahren benötigen. Und was müssen wir tun, damit wir weiter relevant bleiben für diesen ganzen Markt. Und es ist super spannend. Ist es noch mehr KI in die Webseiten, noch mehr Bots, ist es noch mehr Technologie, ist es noch mehr oder ist es einfach Kommunikation zwischen Menschen? speaker-1: Schön ist ja, dass jeder Trend hat, auch ein Gegentrend. Und jetzt schlägt das Panel sehr stark Richtung KI. Und gleichzeitig erleben wir, dass auch wir ein ganz tiefes inneres menschliches Bedürfnis haben. Und wir müssen das versöhnen und wir müssen das verbinden und dann sind wir auf der richtigen Seite. speaker-0: So einfach ist es? Ja. Ist es so einfach? Ja, ich glaube schon. speaker-1: Aber das zu interpretieren in jedem Kontext, wie der eigene Weg aussieht, das ist die Kunst. daraus ein System zu entwickeln, auf der einen Seite digital skaliert und auf der anderen Seite diese ganz hohe persönliche, empathische Verbindung zu dem Markt erhält. Weil ohne die, wir austauschbar. Und das soll uns nicht passieren. speaker-0: China investiert Milliarden in KI, Shenzhen ist das chinesische Silicon Valley, USA immer mehr in KI, Silicon Valley, NVIDIA, Navidia und wie sie alle heißen, Perplexity, Co-Pilot und wie sie alle heißen, diese ganzen LLMs etc. Wo geht die Reise dahin? Und was empfiehlst du oder wie arbeitest du mit den Unternehmungen, sich in Zukunft aufzustellen in dieser KI-Welt? speaker-1: Das Entscheidende ist, dass wir versuchen, Ansatz zu finden, die KI wirklich ins Zentrum des eigenen Geschäftsmodells zu stellen. speaker-0: Würdest du das tun? speaker-1: Ja, auf jeden Fall. Aber nicht natürlich in jede KI, sondern in eine KI, die ich weiß, dass ich sie beherrsche, dass sich andere davon zum Beispiel sich irgendwelche Klons abziehen und so weiter. Aber das kann ich ja alles managen. Und auf jeden Fall würde ich überlegen, wie kann ich die KI auf meinem Unternehmenskern einsetzen? Wenn ich in der Lage bin, das herzustellen, dann habe ich etwas, das ist so skalierungsfähig und damit Lage Märkte zu bedienen und zukunftsfähig zu sein, wie es nur best case der Fall sein kann. Und wenn es machbar ist, dass ich es kann, dann könnte es ja auch ein anderer. Und dann greife ich lieber selber an und bin der Pionier, als dass ich zugucke wie andere das, was ich wundervoll entwickelt habe in eine KI packen und dann über mich hinweg rollt und ich die Zukunft verliere. Also auch da zurückkommend auf meine Ausbildungsentscheidung, auf der Seite sein, die verändern und nicht auf der Seite sein, die verändert wird. Aktiv zu sein, nach vorne zu gehen und gestaltert zu sein. speaker-0: wäre Lehrer, Berufslehrer, Lehrer, Uni-Professor ein Berufsbild für dich? speaker-1: Also ich habe am nächsten Freitag wieder meine Studenten-Kohorte da. Und dann machen wir wieder zu. speaker-0: Wie bei dir im Institut? Ja, nicht irgendwo in einem Hörsaal. speaker-1: Nein, die habe ich hierher eingeladen. das Modul heißt Digitalisierung Gesellschaft. Und ich habe denen am Anfang gesagt, ihr habt die Wahl. Es gibt zwei Varianten, die immer im Leben. Die eine ist, ich erzähle euch, wie ich glaube, wie Digitalisierung Gesellschaft vielleicht ist oder werden könnte. Variante 1 und Variante 2 ist, ihr werdet jetzt Digitalisierung und Gesellschaft erst erschaffen durch euer Tun. Und Digitalisierung und Gesellschaft steht nicht fest, schon gar nicht durch das, was ich sage, sondern entsteht erst durch euer Handeln. Und wir bauen jetzt in dem Semester, wo wir zusammen sind, gemeinsam Start-ups, die nicht nur die Digitalisierung und die Gesellschaft verändern, sondern auch noch eure Einstellung zum Leben und zum Handeln. Ihr werdet also jetzt Akteure dieser Veränderung und nicht dann zum Subjekt der Veränderung. Ihr werdet Gestalter. Und das machen wir jeden Freitag. Da geht die Post ab. speaker-0: Und sind das nachher Produkte, go-to-market reif sind? speaker-1: Da sind natürlich welche dabei, die das nicht sind, aber das ist auch gar nicht... Exakt. Greifen speaker-0: Genau, das ist auch völlig wurscht. speaker-1: wir an und nehmen unser Leben in die Hand und sind selber die Pioniere der Zukunft oder warten wir, dass irgendjemand vorbeikommt und uns sagt, was wir zu tun und zu lassen haben. Die Studenten, mit denen ich zu tun habe, sind die, die nach vorne gehen, weil die brauchen wir jetzt. speaker-0: Wir sind ja fast gleich alt, Uwe. Und eigentlich sind wir schon langsam so in diese Richtung. Wir könnten auch bisschen weniger und Golf spielen. Ich kann nicht Golf spielen und so weiter. Aber wir könnten auch ein bisschen weniger tun, weil wir sind so weit, dass wir sagen können, wir können es uns auch leisten, bisschen weniger zu tun. Jetzt sind wir ja beide doch irgendwo ein bisschen... speaker-1: motivierter. speaker-0: Getriebener, motivierter und haben Bock auf die Zukunft. Und wenn ich dich angucke, sehe ich das Leuchten in den Augen. Und wenn ich drüber nachdenke, was ich alles noch vorhabe, dann ist die Zeit zu kurz für mich. Andere sitzen zu Hause. 9 to 5, doch noch vier Wochen Urlaub im Jahr. Wenn es geht, bitte noch drei Brückenwochen mehr und hoffentlich ist die Rente bald vor der Haustür, die es bald nicht mehr gibt, haben wir ja gehört. Sind wir verrückt oder ticken wir einfach anders? speaker-1: Also ich bin, ich möchte auch nicht, dass die anderen jetzt verrückt sind, weil das ja ihre Lebensentscheidung ist. speaker-0: Genau. speaker-1: So und aber wir haben uns getroffen und ich habe schon so ein was, wo ich glaube, dass das einem hilft, in so eine aktive Rolle reinzukommen, nämlich sich selber zu spüren, Lust zu haben, auf Menschen eine Verbindung zu haben und jeden Tag auch zu genießen als ein Geschenk, das einem hier gegeben wird und wo ich die Frage habe, ob ich aus jedem Tag das Schönste und das Bestmögliche gemacht habe, was ich habe machen können. Und wenn ich abends ins Bett falle, mich frage, habe ich jede Sekunde genossen und gemacht und getan, was mir gut getan hat? Und wenn ich das für mich erkannt habe, dann merke ich im zweiten Schritt, das geht auch alleine so nicht so gut. Dann fange ich mich an, mit Menschen zu verbinden und dann macht das Ganze auf einmal noch mehr Spaß und dann irgendwann skaliert das. Und das ist offensichtlich dir auch passiert, Olli, wenn ich dich erlebe mit deinem tollen Team und deiner ganzen Art und Weise den Tag zu gestalten und deinen Job zu machen. Und das mir wohl auch passiert. Und das ist doch ein Geschenk. speaker-0: Absolut, ich möchte auch nichts ändern. Ich habe auch letztens gesagt, bitte die nächsten zehn Jahre nichts ändern, egal wie draußen die Wirtschaft zusammenbricht. Das macht einfach Spaß, mitzugestalten. speaker-1: Ich entscheide jeden Morgen, dass ich glücklich bin. Weil ich speaker-0: Ich entscheide, dass ich... Genau. speaker-1: meine Aufmerksamkeit auch dahin lenke, wo ich das Glück sehe und wo ich das spüre. Und das ist immer meine Frau, das sind meine Kinder, das ist mein Hund. Und dann ist es das Aufstehen und jeden Tag und die Sonne und die Menschen, die mich umgeben. Und dann ist das Leben ein Traum. speaker-0: Das lassen wir fast als letztes Wort stehen. Uwe, ich habe eine letzte Frage bei unserem Podcast. Bevor du den Applaus jetzt kriegst, haben wir immer so diese letzte Frage. Wenn du jetzt so dein Leben anschaust und das, du tust, anschaust und wie würdest du das auf ein Schild bringen mit einem Satz, einem Wort auf einem Schild an der Autobahn oder in der Stadt oder einfach ein Schild? Was würde bei dir da draufstehen? speaker-1: Liebe. Liebe, speaker-0: Liebe! speaker-1: wenn wir da drauf stehen. Ich liebe mein Leben, ich liebe das Leben, ich liebe die Menschen und Gestaltung von Zukunft. Ich liebe es einfach, aktiv und da zu sein. speaker-0: Uwe Samuelz, bevor Applaus jetzt kommt, der große Applaus. Uwe, ich danke dir auch persönlich ganz ganz herzlich für deine Zeit und dass du bei unserem Projekt mitgemacht hast. speaker-1: Vielen Dank, Oli. War eine Freude. speaker-0: Vielen Dank.