speaker-0: Ja, heute im Podcast Before Applaus, Steffi Jones. Steffi, schön bist du heute Nachmittag da. speaker-1: Ich freue mich, Oli. Danke. speaker-0: Es ist für mich eine riesen Ehre, du hier bist. Before applause. In Amerika gibt es einen ganz berühmten Autor, Malcolm Gladwell, der hat mal ein Buch geschrieben, Tipping Point. Und Tipping Point ist so dieser Punkt vor dem großen Erfolg. Das heißt eben, es geht nicht nur darum, dass wir über deine Fußball-Wettmeister-Titel, Europameisterschaftstitel sprechen, sondern auch auf dem Weg dorthin. Der ja nicht immer einfach war, aber doch bestimmt sehr sehr lehrreich und es ist toll, dass du heute mit dabei bist. speaker-1: Ich freue mich, dass ich dabei sein darf. meine, ihr habt ja immer auch Redner und Rednerinnen, die für euch tätig sind und die hier zu dem Podcast dürfen. Also von daher reiche ich mich da ein und freue mich auch sehr. speaker-0: schön. Steffi, wir sind heute in Frankfurt. Ja. Du wohnst aber in Gelsenkirchen. Und für dich ist es ja wirklich bestimmt was besonderes, nach Frankfurt zurückzukommen. Wie war das heute, so diese Einfahrt mit dem Auto an der Messe vorbei, Bonamese, wo du geboren bist und aufgewachsen bist, nach Frankfurt zurückzukommen? speaker-1: Ja, spricht es an. Also ich bin in Frankfurt geboren. Hier liegen auch meine Wurzeln und das betone ich auch immer wieder, weil hier begann eigentlich vieles, also gerade auch der sportliche Bereich. Und das ist so, du kommst von der Autobahn und meistens, je nachdem von welcher Seite du kommst, kommst du aber reingefahren und hast so dieses... Dieses Stadtbild vor dir über die Messe, fährst dann durch und dann sind da schon Erfahrungswerte. Ich habe meine Ausbildung hier auch gemacht und dann fährst du daran vorbei und es hat sich einiges verändert, aber es ist ein schönes Gefühl wieder zurückzukommen. Auf jeden Fall. speaker-0: Ja, es hat sich sicherlich einiges geändert, aber es gibt ja doch was ganz Spezielles für dich. Du bist hier nicht vergessen in Frankfurt. Und jetzt ist sogar eine Schule nach dir. speaker-1: Ab und speaker-0: 2023 wurde die Steffi-Jones-Schule in Bonamés von nach dir benannt. Was hat das für dich? Auch was bewirkt das in dir? wenn auf einmal es heißt, hey Steffi, du wirst nicht vergessen, sondern du mit deinem Einsatz für Toleranz und diese ganzen Themen, gerade in Bonames, gerade in diesen schwierigen Vierteln auch in Frankfurt und man sagt, möchtest du gerne Namensgeber, dir zu ehren, vor einer Schule sein? Gerade Schule, Kinder, Ausbildung, Weiterbildung ist doch was Großartiges. speaker-1: Ja, und du beschreibst es gerade. Also es ist meine ehemalige Grundschule, speaker-0: noch dazu. speaker-1: wo ich selbst auch war und wo ich natürlich auch viele Erinnerungen habe. Und als die Anfrage kam, konnte ich das gar nicht glauben. Weil du hast ja oftmals Namensgeber innen, die ... verstorben sind und die Schule oder die Uni oder irgendwas wird möglicherweise danach benannt. Also ich konnte es nicht glauben. Und dann weiß ich noch, habe ich meiner Frau geschrieben, stell dir mal vor, wollen meine ehemalige Grundschule nach mir benennen. Voll krass. habe diese Mail sogar der Schulleiterin aus Versehen geantwortet anstatt meiner Frau. Also die konnte dann auch sofort lesen, dass ich das machen werde, dass ich mich geehrt fühle, dass ich stolz bin. Ja, ist großartig und vor allen Dingen, Olli, musst du wissen, wir sind in einem sozialen Brennpunkt groß geworden, wo es wenig bis gar keine Perspektive gab aus unserer Sicht, wo wir gar nicht wussten, wohin soll das führen mit der Also mit den Zahlen, Daten, Fakten, die du immer vorfindest, Kriminalität, Drogen und und und. Und das war dann so, dass die Eltern und der Elternbeirat und auch der Schulbeirat eben dann sagten, wir haben mit der Steffi ein Vorbild, was was glaubwürdig ist, wo man sagen kann, die hat so viel Scheiß hinter sich, ihr Bruder drogensüchtig und so weiter. speaker-0: und dann deine Mama, alleinerziehende Mutter, wo ja auch nicht gerade in diesem Viertel ganz einfach ist. speaker-1: Genau, und so hat das einfach dann auch gepasst und ich bin da einfach irgendwie nicht nur stolz, sondern auch mit ganz viel Demut. Also auch zu wissen, was das heißt und ich versuche auch... mit der Schule zusammen Aktivitäten zu machen, die dann auch so einen Wertekompass widerspiegeln. Und das ist großartig. heute, wir haben dieses Jahr jetzt bald einen Social Day, also wo es darum geht, dass die Kinder auch wirklich Sozialarbeit leisten, zu verstehen, was das heißt. Und das finde ich großartig. Also wir gucken, dass wir diesen Wertekompass auch leben, also nicht nur verschriftlichen. Zum Beispiel sei ein guter Mensch und Die wird auch Gutes wiederfahren oder alle Menschen sind gleich, begegne Menschen immer auf Augenhöhe. Also das sind Werte, die sie dann auch eben leben und das freut mich sehr. speaker-0: Das heißt aber auch, Steffi, du bist nicht einfach nur Namensgeberin der Schule, sondern du engagierst dich wirklich dafür. speaker-1: Das ist mir ganz wichtig, dass ich eben, egal was ich mache, nicht mit meinem Namen nur für stehe, sondern dass ich es wirklich auch füllen kann, dass ich anwesend bin und ich sage immer ganz oder gar nicht. speaker-0: Ganz oder gar nicht ist eigentlich gut, weil du hast als du hast, das darf man gar nicht sagen, das ist heute ja ein Schimpfwort, du hast als Torpfostenball angefangen, oder? Im Fußball, oder? Und dann habe ich so bald gedacht, darf ich das überhaupt fragen? Aber das habe ich irgendwo gelesen, habe gedacht, okay, Mädchenfußball damals war ja nicht wirklich on vogue, sondern ihr musstet euch bei den Burschen, bei den Jungs durchsetzen. Und man hat dann gedacht, okay, was machen wir jetzt mit ihr oder die stellen wir einfach mal als Torpfosten. So stelle ich mir das vor. Also so habe ich es gelesen. Weiß nicht, ob es stimmt. speaker-1: Nein, ist alles gut. Ich glaube, viele würden, wenn die Karriere so weitergeht, ich fange als Torforsten an. Ich bin mit meinem älteren Bruder mit, der eben mit seinen Freunden Fußball spielen wollte. Die haben mich tatsächlich als Torforsten eingesetzt, weil eine Jacke fehlte. Du hast ja früher deine Torbe mit Jacken. speaker-0: Ja genau, bei der Schulranzen. speaker-1: Genau, und da fehlte einer und dann haben sie mich als Frau Forsten gestellt. das war, also so hat es wirklich angefangen. ich habe für mich ... In dem Spielverlauf irgendwann gesagt, das ist jetzt nicht wirklich witzig und weiß aber noch, dass der Ball auf mich zukam, also auf mich als Torpfosten und ich habe ihn zurückgekickt. Da haben die Jungs dann schon festgestellt, die kann vielleicht sogar auch Fußball spielen. Aber so fing mein Weg an und meine erste Berührung mit dem Fußball. speaker-0: Und dann 19 Jahre alt und Fußballbundesliga, Frauenfußballbundesliga. Das hat ja momentan einen riesigen Boom, Frauenfußball. Jede Bundesligamannschaft, also Männer brauchen jetzt auch eine Frauenbundesligamannschaft. Du hast mit 17 Jahren angefangen, Frauenfußballbundesliga zu spielen. Mit 19 Jahren, super interessant. Wie war denn der Weg dahin? Weil ich kann mir nicht vorstellen, dass es den unteren Klassen damals schon reine Frauenmannschaften gab. speaker-1: Ja, die gab es wohl teilweise. Jetzt muss ich aber sagen, ich habe ja bei den Jungs angefangen und habe bei den Jungs bis zur C-Jugend gespielt und war in der Annahme, wir gehen zusammen als Team zur Eindracht Frankfurt, weil das war der Top-Verein hier. auch das, ja, also neben anderen, es gibt ja noch andere Vereine, aber die Eindracht Frankfurt war so das Strahlsport. Event und dann wurde mir offenbart, dass ich ja nicht mit den Jungs mitgehen kann, weil ich bin ein Mädchen und muss irgendwie mir eine Mädchen- oder Frauenmannschaft suchen und da habe ich schon gedacht, meine Fußballkarriere ist beendet. Und in der Phase kam aber eine Trainerin aus dem Bereich Frankfurt, die alle jungen Vereine oder alle Fußballvereine abgesucht hat nach Mädchen, die Fußball spielen. Wie gesagt, waren alle in den jungen Mannschaften unter. Und das war Monika Stab. Und die hat dann für den Verein SG Braunheim damals hat dann alle Mädels eingesammelt, mich auch. Und so kam ich zum Frauenfußball. speaker-0: Daraus ist dann auch erster FC... speaker-1: Das wurde später daraus. Du bist gut informiert. Aber die SG Braunheim ist damals wirklich mit Sigrid Dietrich, das war ein sehr engagierter Mann, der aus dem Sport kam, aus dem Tennis ursprünglich. Und der hat aus der SG Braunheim eine Art Brand gemacht und auch wirklich gut vermarktet, dass wir zum ersten RWC Frankfurt wurden. Aber der Bundesliga-Aufstieg war mit mir als Torschütze Mit 16 Jahren dann in die Bundesliga. Ich habe uns praktisch in die Bundesliga mitgeschossen. Also mit meinem entscheidenden Tor. Was so genial ist, wenn du so etwas erlebst mit deinen 16 Jahren. Erst der Fernsehauftritt, Olli, war eine Katastrophe. Ich stand da nur so und jede Frage habe ich mit Ja, Ja beantwortet. Und meine Mutter sagte, Kind, du musst eine Frage auch mit einem Satz beantworten. so, Mama, ich war nervös. Und na ja, aber so war es. speaker-0: Und dann war Bundesliga und dann mit 21 Nationalmannschaften. speaker-1: Ja, das war... speaker-0: Und das war doch was wirklich Besonderes. Deine speaker-1: Das war Traum. speaker-0: Mama Deutsche, Papa US-Amerikaner, nicht mehr da und du wirst auf einmal in Nationalmannschaft spielen. speaker-1: Ja, wir haben die, ich weiß gar nicht, ob du dich vielleicht auch daran erinnerst, das war 1989. speaker-0: Da bin ich in die Schweiz gezogen, 1998. speaker-1: okay. Siehste? Und da war das Finale, da waren unsere Frauen... Im Finale und das wurde im Fernsehen übertragen und hat sogar Wimbledon das Finale, ich will nicht sagen ausgebotet, aber hatte mehr Zuschauerzahlen. Und das war so dieser. Also der der erste große Meilenstein, der den Frauenfußball gepusht hat. Und ich habe dort dann mit meinen gerade mal 16 Jahren eben zum Ausdruck gebracht. Ich möchte gerne Nationalspielerin werden, zum ersten Mal öffentlich. Und das ist auch so das, was ich in meinen Vorträgen immer zum Ausdruck bringen möchte, es dich schnell runterziehen kann, wenn dir Menschen sagen, du schaffst speaker-0: Du schaffst das nicht. speaker-1: Und das war immer mein Antrieb. Das hat mich immer angetrieben, dass mir ein Journalist sagte, du schaffst das nicht, niemals. Und da habe ich gesagt, wollen wir doch mal sehen. Und dann habe ich es, fünf Jahre später habe ich es geschafft. Und dann, Olli, muss man aber auch sagen, auch als farbige, also ich war die Erste. speaker-0: Heute ist das völlig normal. speaker-1: Heute ist es völlig normal. speaker-0: oder weiblein. Heute ist das völlig egal. ich schaue dir mal die Bundesligamannschaften heute an, gerade auch bei den Herren. Ich sitze manchmal vor dem Bildschirm, den Sonntag, Spieltagsticker, lese die Torschützen und denke, okay, da spielen aber keine zwei deutschen Mannschaften gegeneinander, oder? Und schon die Namen kannst du kaum aussprechen. Und das ist heute normal. Aber damals 1989, fünf Jahre später, 1994, war das eben nicht normal. speaker-1: Genau so ist es. Und wenn du dann immer die Pionierin bist, speaker-0: Ja. speaker-1: die erste, die irgendwo Türen öffnet, was es braucht, also was ich auch echt immer sage, es braucht eben auch so wie die Pionierinnen, die das überhaupt im DFB durchgesetzt hatten, das war ja erst 1970, dass der DFB offiziell erlaubt hat, dass Frauen Fußball spielen dürfen, Meisterschaften austragen dürfen, offiziell. So braucht es halt dann in den nächsten Generationen wiederum Frauen, die dann den Weg für die weiteren ebnen. Das ist ganz normal. Deswegen freut es mich sehr, dass ich diesen Weg ebnen konnte. Also, ja, genau. Trotz speaker-0: Trotz aller Widerstände. speaker-1: aller Widerstände, das ist es, trotz aller Widerstände. einige da, ja. speaker-0: Das glaube ich, weil die Herren gerade im Fußball, ein Machtspiel, das sehen wir jetzt gerade wieder mit der FIFA und so weiter, oder jetzt auch mit dem DFB oder Machtspielchen sind, dass sie dann doch gesagt haben, okay, ihr Frauen dürft auch Fußball spielen. Ihr dürft jetzt ja schon wählen, oder jetzt dürft ihr auch noch Fußball spielen, in einer Männersportart. speaker-1: Ja, genau. speaker-0: Wie häufig wurdest du Europameisterin? Weltmeisterin wurdest du einmal als Spielerin. Und wie oft wurdest du Deutsche Meisterin? speaker-1: Ja, du stellst mir Fragen. Ja, weiß es ehrlich gesagt nicht. speaker-0: Das ist eine Traumkarriere, oder? speaker-1: Die ist schon beeindruckend. Es gibt noch einige Spielerinnen, die weitaus mehr erreicht haben. Aber darum geht es mir gar nicht. Ich bin oftmals so ... Genau. speaker-0: Sehen wir schon die Titelanzahl? speaker-1: sondern eher darum, was der Fußball mir persönlich einerseits mitgeben konnte. Und das war Selbstvertrauen und mein Selbstwertgefühl. Also das ist wirklich etwas, wo ich sage, das ging mir verloren in meinen jungen Jahren schon als Kind. Und das habe ich durch den Fußball zurückbekommen. durch das Team, durch die Erfolge, aber das schaffst du ja nicht allein, sondern du bist ein Teil eines Teams und wenn das so großartig ist wie... wie wir es hatten. über zehn Jahre Oli haben wir alles gewonnen. wir wurden Europameister, wir wurden vielleicht nicht immer Weltmeister, aber wir haben an jeder Weltmeisterschaft teilgenommen. Wir haben Bronze gewonnen. speaker-0: Ja. speaker-1: Ja, also das war schon so, dass wir einfach ein unwahrscheinlich starkes Gerüst hatten und der Frauenfußball sich sehr schnell weiterentwickeln konnte und wir auch einen guten Unterbau hatten. Wir hatten unwahrscheinlich viele Talente, an unserer Seite wachsen durften. Und das hat es dann ausgemacht, dass wir da einfach so erfolgreich waren. Aber viel, viel wichtiger finde ich immer die Botschaft, was der Fußball dir noch gibt, ob Jungs oder Mädels, ob Männer oder Frauen. Das tut etwas mit deiner Persönlichkeitsentwicklung. Und das stärkt dich und das hilft dir einfach. auch andere Schicksalsschläge und das Leben überhaupt auch anders zu meistern und deine Resilienz auch zu stärken. Also da sage ich auch immer Resilienz ist für mich wie ein Muskel, den du trainieren kannst. Und das ist etwas, wo ich voller Dankbarkeit zurückblick auf eine wirklich tolle sportliche Karriere, aber ich wäre nicht der Mensch ohne all das, was eben neben den Erfolgen auch mitgegeben wurde, bin ich ganz ehrlich. speaker-0: Ich habe letztens mit Oliver Kahn darüber gesprochen und er sagte, schau, du stehst jetzt als FC Bayern München da vorne, du hältst den DFB Pokal nach oben, hältst zum x-mal die Deutsche Meisterschaft nach oben oder dann den Champions League Pokal. Und dann sieht man ja immer noch die Männer, wo dann die Tränen runterlaufen und so weiter. Es geht aber nicht nur die Emotionen, sondern es geht auch darum, Man hat ein ganzes Jahr darauf hingearbeitet. Man hat ein ganzes Jahr praktisch dieses Ziel vor Augen gehabt. Und jetzt hast du dieses Ziel erreicht. Viele, und auch bei Oliver sagt das, weißt du, du stehst dann da und sagst, what's next? Du fällst dann praktisch auch, es kann dir auch passieren, dass du dann in ein Loch reinfällst und sagst, wie soll ich mich jetzt noch motivieren? wenn ich doch eigentlich das Ziel schon erreicht habe, what's next? Was war bei dir dann so der Gedanke, wenn du den Pokal hochgehalten hast, okay, nächstes Jahr nochmal das Gleiche oder und wieder ein Pokal oder wie kann ich mich als Mensch noch weiterentwickeln und das Team weiterentwickeln? Wenn du den Pokal nach oben gehalten hast, was waren deine Gedanken dazu? speaker-1: Also ich meine... speaker-0: Und da gibt es einen speziellen Moment. speaker-1: Der schönste Moment war sicherlich, als ich mein erstes Länderspiel machen durfte, weil da ging mein Traum in Erfüllung. Also das war ja so das größte Ziel. Ich nenne es nicht mal Vision, aber das war so das, wo ich unbedingt hin wollte. Das habe ich geschafft. Und jetzt kommt so dieses... Was du gerade sagst ist, ja, okay, du hast es geschafft und jetzt? heute kann ich das viel, besser beschreiben. Damals war es so dieser Antrieb, immer wieder den nächsten Erfolg einzuspielen, egal wie der aussehen mag. Und heute würde ich sagen, Jedes Ziel oder jeder Erfolg ist nur ein Meilenstein und es geht immer weiter. Und ich glaube, das Schwerste ist, das hast du nicht verstanden, wenn der Trainer oder die Trainerin sagt, Leute, wir haben das geschafft, aber das müssen wir bestätigen. Und das ist das Schwere, dich nicht darauf auszuholen, was du möglicherweise in der letzten Saison erreicht hast, sondern das eben zu bestätigen. Und alle anderen Mannschaften sehen dich und geben noch mal mehr. Und das hast du als Spielerin nicht immer verstanden. Und wenn du dann spiele, möglicherweise... Und das ist so. Im Kopf schon gewonnen hast und auf einmal spielst du das Spiel und der Gegner hält aber gegen und spielt über die normalen Verhältnisse und dann merkst du erstmal Scheiße. Jetzt dich wieder reinzukämpfen, dich reinzudenken und den Schalter umzulegen. speaker-0: Wer das spielt? speaker-1: Das ist gar nicht einfach. Und das schaffst du auch nicht immer. Aber du lernst daraus und du gehst dann auch die vermeintlich schwächeren Gegner anders an. Aber das ist ein Learning und ich glaube, ist auch etwas, was ... was wir durchmachen müssen, dann zu wissen, wie halte ich mich denn oben, indem ich keinen unterschätze, indem ich immer alles gebe, jedes Training Vollgas, an mir selbst immer arbeite, also auch nicht überheblich werde. das ist komplexer als man denkt, aber es spielt alles darauf ein, dass du dann wirklich als Spielerin oder Spieler, aber dann eben auch als Einheit wirklich dich oben halten kannst und dann eben dich nicht ausruhst. speaker-0: Ist das für dich eher Leistungsdruck oder Leistungsglück? speaker-1: Ach, ich weiß gar nicht, ob man das so... Ich glaube, du brauchst beides, selbst unter Druck. wenn wir uns diese engen Spiele anschauen, brauchst du auch dieses Leistungsglück. Also es ist beides notwendig. Aber es ist, wenn wir es mal auf dein Mindset schieben, wichtig. dass du mit Druck umgehen kannst, also dass du dir darüber bewusst bist und trotzdem dich freuen kannst und es trotzdem schön findest. Also das ist vielleicht das, was du unter Leistungsglück verstehen würdest, Druck anzunehmen und ihn nicht als Last zu sehen, sondern als eine schöne Liebenswerte oder auch einfach eine Herausforderung, die auch Spaß macht. Ich fand es immer geil, wenn wir starke Gegner hatten, wenn wir gegen die USA gespielt haben, weil die uns gefordert haben, weil das war das High Level und das war geil. speaker-0: USA, was hat dich geritten, in Washington auf einmal zu spielen? speaker-1: Ja, Olli, speaker-0: auf die USA zurückzukommen, ich habe gedacht. speaker-1: Ja, du hast recht. speaker-0: Da ist aber ein ganz schöner Knick im Lebenslauf. Obwohl du wurdest amerikanische Meisterin. speaker-1: Genau, also erstens das. Und ich habe immer Vollzeit arbeiten müssen. Also während meiner aktiven Zeit habe ich immer Vollzeit gearbeitet und die USA kam zu einem Zeitpunkt, wo ich eigentlich in der Frauen Nationalmannschaft meine Karriere beendet hatte, 2001. das war so das, wo ich dachte, Heim-EM, beste Spielerin, das... Finals und irgendwie so, dass das passte. Also höre an einem Höhepunkt auf, dachte ich. Und ich wusste, ich muss jetzt Vollzeit in einen Job kommen, wo ich dann auch davon wirklich leben kann. speaker-0: Konnte man damals als Fußballerin nicht davon leben. speaker-1: Nein, vielleicht schon. Ja, das stimmt. Und ich hätte davon leben können. Ich wollte aber nicht die Abhängigkeit. Weil nicht jeder Verein hat mir dann auch das Gehalt bezahlt. Das blieb dann schon mal aus. Also ich wollte nie abhängig sein vom Fußball und habe immer einen Job gehabt. Ich hätte auch da schon vielleicht davon leben können mit ein paar Abstrichen. Aber du hast schon recht, heute ist es anders. speaker-0: Heute zählt das Skier nicht mehr zu Sport, sondern es wird schon zu Entertainment hingewiesen. speaker-1: Aber da haben auch die US-Sportaktivitäten zu beigetragen. Die waren schon ein Vorbild. Und warum bin ich in die USA? Weil du dort einfach Vollprofi warst. Du hattest dann eine Spielzeit von März bis August. Und in der Zeit hattest du deine Vorbereitung, hattest die 17 Spiele. Nur, also es ist schon in der kurzen Zeit. Auf dem höchsten Level, Olli. Wir waren ja alle Nationalspielerinnen. waren ja sowohl aus Norwegen, aus Europa, aus den USA, aus Brasilien, egal wo sie herkamen, alle spielten in dieser US-Liga, weil es die erste Profiliga war damals. Das heißt, du hattest förmlich Weltmeisterspiele. Also speaker-0: ... speaker-1: nur die besten Teams. Und das in drei Monaten mit den Playoffs. Dann wurden wir einmal Vizemeister und einmal Meister. Das war grandios. Und ich war Vollprofi für 50.000 Dollar. Das ist nicht viel. Wenn man das hochrechnet, ich musste mir eine Wohnung dort suchen oder hätte mir eine suchen müssen, Auto mieten, meine Möbel hier alle unterstellen, trotzdem krankenversichert bleiben. das war, es ging nie ums Geld, sondern es ging einfach das Gefühl, mal Vollprofi zu sein und nicht arbeiten zu müssen nebenbei. Und dann sportlich auch noch so gefordert zu sein, war einfach grandios. Deswegen habe ich diese zwei Jahre Washington Freedom, war Weltklasse. speaker-0: Washington Freedom. Also man würde sich wünschen, dass heute jeden Tag da im Weißen Haus Washington Freedom ... dass speaker-1: Sprichst du was an? speaker-0: der sich das da überlegen würde. Weil wir haben heute weniger Washington Freedom als damals im Frauenfußball. Also der könnte sich was abgucken von der Fußballmannschaft. Aber eine spannende Geschichte. Du bist dann zurückgekommen, Steffi, und wurdest erst beim DFB gearbeitet. Du warst erst in der Nationalmannschaft Assistentin von der Bundestrainerin, wurdest Bundestrainerin, aber das Gastspiel war ziemlich kurz. speaker-1: Das war auf jeden Fall kurz. das chronologisch noch vorzuführen, haben dann noch, nachdem ich aus den USA zurückkam, war ich dann hier. Wir haben noch einige Titel gewonnen. Ich wurde wieder zurückgeholt in die Frauen-Nationalmannschaft. Das war auch nicht so eine schöne Erfahrung, aber vielleicht, wenn man jetzt dann sieht, Manuel Neuer zurückgeholt, konnte ich total nachempfinden. speaker-0: Du kannst das. speaker-1: was das mit der Mannschaft möglicherweise macht. Aber egal, wir haben da noch Titel gewonnen. Und dann war es so, dass 2007 die WM-Vergabe... der Frauen-WM 2011 nach Deutschland kam. Das heißt, ich war erstmal Funktionärin und Direktorin im DFB, zehn Jahre. Und dann kam die Situation, dass Sylvia Knight aufhören wollte und ich die Frage bekam, will ich das übernehmen? Und ihr habt gesagt, ja klar. Ich hatte den Trainerschein, war als Co-Trainerin mit und das war auch klar, dass ich dann Bundestrainerin werden würde. Aber ich habe für mich gesagt, mit einem guten Trainerteam, was erfahren ist, mögen die Fußstapfen sehr groß sein und das waren sie auch. Aber ich traue mir das zu. Das ist mal das erste. Und das hieß aber auch, als wir dann noch Olympia abgeschnitten hatten mit mir als Co-Trainerin, wir haben Gold gewonnen und ganz viele Stammspielerinnen oder Leistungsregeln haben gesagt, das ist für mich auch der ideale Zeitpunkt aufzuhören. Und da habe ich gesagt, okay, selbst dann, dann formen wir halt eine neue Mannschaft. Dann muss ich halt eine neue Mannschaft aufbauen. Und weißt du, Olli, das waren nur anderthalb Jahre. Also ich hatte dann neun Monate später die Euro, die dann schon kamen und ich... kann für mich sagen, eineinhalb Jahre Bundestrainerin Zeit sind sportlich nicht so gelaufen, wie ich sie mir gewünscht hätte. Also wir sind im Viertelfinale ausgeschieden. Das kann passieren. speaker-0: Ich meine heute sind es Sechzehntelfinale. speaker-1: Also das kann. Das waren Umstände, die ich nicht als Entschuldigung werten würde und ich auch heute sage. Egal wie, wenn du ausschaltest, wenn du dann nicht den sportlichen Erfolg bringst, kann dein Arbeitgeber sagen, pass auf, wir trennen uns und das haben sie gemacht nach anderthalb Jahren. Egal wie das jetzt ist. speaker-0: weiter die Mannschaft aufzubauen. speaker-1: Ja, ja. Und das ist verständlich auf der einen Seite. Und andersrum, Werte Kompass wäre ein anderer. Nämlich zu sagen, pass auf, entweder ist es ein Prozess, den man halt dann auch mitträgt und den Weg geht man dann eben oder man macht es eben nicht. das ist dann so. Aber du hast schon recht sportlich gesehen. war es für mich nicht das, was ich mir gewünscht hätte. Und das war das erste Mal so, dass ich nicht erreicht habe, trotz Widerstände, was ich mir vorgenommen habe. das ist so der erste kleine Knick in meinem, ich schaffe, was ich will, was ich angehe. Das habe ich das erste Mal nicht geschafft. speaker-0: Muss man das als Misserfolg, Ben? Nein, absolut nicht. Muss man das als Learning anschauen? Absolut. Ich glaube, das ist das Richtige dann auch, das als Learning anzusehen. Man muss nicht immer alles schaffen können und das ist auch in der heutigen Zeit und heutigen Welt gar nicht möglich. Aber wir haben jetzt ja beim DFB ganz neue Strukturen. Sie haben jetzt ja den Herren, den Bundestrainer, mal gucken, ob über was er laufen kann. Und sie haben Marc Kosiker als sein Berater gerade noch mit dazu geholt als Direktor Sport. Ich weiß nicht, das so der richtige Weg ist, aber das ist auch nicht an uns das zu beurteilen. Steffi, nach deiner Zeit im Fußball aktiv und nachher beim DFB hast du dich ja komplett neu ausgerichtet. Für dich, du hast ja wirklich einen eigenen Wert, Kompass. Toleranz, du bist farbig wie gesagt vorhin. Wie geht es dir heute damit? Du machst Vorträge, Diversität ist für dich ein ganz wichtiges Thema. Ich glaube für dich oder nach außen hin, wenn wir mit anderen Menschen und anderen Personen über dich sprechen, bei dir steht immer Gratlinigkeit und bei dir steht vor allen Dingen auch Glaubwürdigkeit. speaker-1: Ja, danke. Also einerseits, habe, nachdem ich beim DFB dann auch raus bin, das hatte ich für mich auch entschieden. Ich hatte einen unbefristeten Vertrag. und habe meine Frau gefragt, ob es okay ist, wenn hier jetzt Geld mal keine Rolle spielt und ich meinem Wertekompass folgen kann. Und sie hat gesagt, ja, Steffi, machen wir. Denn kein Geld der Welt kann deinen Wertekompass kaufen. Das fand ich großartig. speaker-0: Nicole ist sowieso eine fantastische Person. Sowieso eine fantastische Person. Das möchte ich auch hier wirklich nochmal sagen, wir kennen dich und wir kennen Nicole jetzt schon ziemlich lange. Ja. Kennengelernt in Dagebüll. Okay, dann erzähl du das. Dann erzähl du das. speaker-1: Da wollte ich jetzt gerade drauf hinaus. Verrat das nicht! Genau! Aber du hast recht. Ich bin dankbar, weil ohne sie hätte ich diese Zeit auch schwerer überstanden. Grundsätzlich. Und dann ging der Weg nämlich dahin, dass ich in ein IT-Unternehmen kam. Eher als Coach. Und da war es so... dass das nicht über meine Frau passiert ist, weil das war auch mit ihr Unternehmen, sondern über ihren Partner, der eben sagte, Steffi, wir wollen was einführen, wo es Führen nach Zielen geht. Du kannst mit Menschen großartig, ist das etwas, was du dir vorstellen kannst? Und so kam ich in ein IT-Unternehmen. Und parallel zwei Jahre später, dann, nachdem ich das dann angefangen hatte und so weiter, habt ihr mich angeschrieben, bzw. du, mich angesprochen und ob ich mir vorstellen kann, Vorträge zu halten. du warst der Initiator dahingehend, mich auf die Bahn der Keynote-Speakerin zu bringen und ich habe mir das wegen dir habe ich das angenommen und gedacht, ja, warum eigentlich nicht? Es ist meine Geschichte, sind meine Lebenserfahrungen. Und so kam der Stein ins Rollen, dass ich dann zu einem Top-Speaker bin, der mich dann ausgebildet hat. Das war Frank. speaker-0: Absolut klasse. speaker-1: großartig. Also eigentlich sage ich dir jetzt erstmal danke Olli, weil du hast mich mit Janine erstmal überhaupt auf die Fährte gebracht, Kino-Speakerin zu werden. speaker-0: Da werde ich jetzt gerade rot und kriege... speaker-1: Ja, aber es ist so! speaker-0: Aber ich habe damals gedacht, Himmel normal mit diesem Werdegang, mit diesem Wertekompass, gerade in einer Welt, wo alles uns zusammenbricht herum, was Werte und was Ideen und so weiter zu tun hat. Es gibt keine bessere Person zu diesen Themen. speaker-1: Ja, also ihr habt mir das eigentlich mitgegeben und ich habe gedacht, ich zu euch als Speakerin, puh, ja, und dann haben wir es aber gewagt und es ist großartig. jeder Vortrag ist ... Auf der einen Seite eine große Ehre für mich, weil ich meine Geschichte erzählen darf, meine Stationen und über meinen Wertekompass. Und dann wiederum aber in den Austausch gehen darf. Also das ist mir auch wichtig. Das ist etwas, was ihr ja auch sagt, dass wir nahbar bleiben, dass wir nach den Veranstaltungen oder nach den Vorträgen, es kann ja auch mal ein Talk sein, aber dass wir eben auch nahbar sind, da bleiben, in den Austausch gehen und das ist für mich auch immer eine Inspiration und wo dann wir überhaupt oftmals dann auch merken, wir über das Eigentliche sprechen dann. Also das, ich in vielleicht nicht im Detail mitgeben kann. Darüber sprechen wir dann nochmal und ich finde das großartig. Also ich bin wie gesagt total dankbar, dass ich das machen darf. speaker-0: Es ist ein Privileg. Es ist ein absolutes Privileg. du, Steffi, wenn du die Welt heute anschaust, wir haben über Ausgrenzung gesprochen, haben über Diskriminierung gesprochen, wir haben über Toleranz gesprochen und du siehst gerade was draußen in der Welt passiert mit der ganzen Migrations... mit der ganzen, mit den Ausschaffungsinitiativen, mit diesem ganzen Blödsinn, was da draußen gerade auf diese, gerade hier auch passiert in Deutschland, wo wir wissen, wo wir wissen, dass durch demografischen Wandel, durch den Mangel von jungen Leuten, dass wir ja eigentlich die ausländischen Bürger brauchen. das System Bundesrepublik Deutschland aufrecht zu erhalten. Wenn du das anschaust mit deinem Verständnis von Werte und Integration und so weiter, was denkst du dabei? Was sind da die Gespräche zwischen dir und Nicole? Sagt dir da auch manchmal, haben die noch draußen den Schuss noch nicht gehört, was eigentlich hier gerade passiert und was wir eigentlich brauchen, überhaupt das System aufrecht zu erhalten? Weil wir brauchen diese Menschen. Sonst können wir die Krankenhäuser schließen. Es wird keine Müllabfuhr mehr passieren. Es wird keine Straßenbahn mehr fahren. In der Schule wird keine Müllabfuhr kommen. Funktioniert nicht. Wir brauchen diese Menschen. Und Deutschland braucht diese Menschen. speaker-1: Ja, das was du gerade sagst ist ein gesellschaftliches Thema. Ja, ein großes. Ja, auf jeden Fall, wo ich auch immer wieder versuche darauf hinzuwirken ist, dass die Menschen verstehen, dass es nur gemeinsam geht. Also so wie es im Sport. So wie es in jedem Team ist, geht es auch jetzt nur, ... sich alle darüber im Klaren sind, sowohl die Politik als die Wirtschaft als auch wir Bürger, Bürgerinnen, dass das nur gemeinsam geht. Mit dem Verständnis, dass du Dinge nur schaffst, wenn du dich selber zurücknimmst. Wenn du selber eben nicht hergehst, wie wir das gerade uns schon seit sehr, sehr vielen Monaten erleben, dass sich unsere Politik nicht bewusst ist, welche Antwortung sie da haben und dass sie nicht schnell genug zu Einigungen kommen, die für ganz Deutschland dienlich sind, sondern immer mit dem Argument, ihre Wähler und Wählerinnen und Sie müssen das und das durchbringen, wo ich denke, die haben es nicht verstanden, worum es hier eigentlich geht. Und das ist halt hinderlich, weil wenn nämlich alle so denken, jetzt bin ich wieder bei der Wirtschaft, bei bei den einzelnen Bundesländern. Da sieht jeder immer nur sich, immer nur seine eigenen. speaker-0: will ja wieder gewählt speaker-1: Mag ja sein, aber wir wollen ja gerade transportieren, dass es doch das große Ganze geht. dass ich, wenn ich das ableiten kann, dann eben auch sehen kann, was braucht es, da hinzukommen. Ja, und das mag nicht immer nur meinen eigenen Vorteil bringen, aber es bringt uns ans Ziel. Und am Ende geht es immer aus meiner Sicht uns, die Bürger, Bürgerinnen, den Menschen. Und das ist so das, ich ja, also wo ich auch dann nur den Kopf schütteln kann, wenn ich eben feststellen muss, dass sie von klein angefangen bis hoch zur Politik immer zuerst sich sehen, dann abzuwägen, mach ich das jetzt oder mach ich es nicht? Weil es könnte ja einen Nachteil für mich haben. Behalte ich meinen Posten, wenn ich da jetzt mitgehe oder verlier ich ihn vielleicht? Also es ist immer erstmal oder oftmals suchen die Menschen ihren eigenen Vorteil, dann abzuwägen, ob sie das jetzt machen oder nicht. Und das ist halt nicht mein Wertekompass. Ich bin anders groß geworden und das versuche ich weiterzugeben. Und das ist auch der nächste Schritt. dass ich Lifestyle-Produkte, also Klamotten, mit meinem Claim anbieten werde, weil ich genau das möchte, dass die Menschen eben wirklich sichtbar machen, dass sie verstehen. dass es Werte geht, dass es ohne einen Wertekompass schwerer wird. Und wenn wir das herstellen können oder ich das herstellen kann, ist es People, Purpose, Performance. Also der Mensch ist immer das Herzstück und der wichtigste Faktor. Und wenn ich weiß, wofür ich stehe, dann wird die Leistung auch da. daraus resultieren. Und das möchte ich gerne über Klamotten zum Ausdruck bringen, dass die Menschen das tragen und genau diesen, ich sage jetzt mal, Wertekompass folgen, dass alle Menschen gleich sind, dass wir uns immer auf Augenhöhe begegnen und dass wir versuchen, nicht gute Menschen zu sein, indem wir immer Geld geben, sondern wir uns für andere einsetzen, wir uns engagieren und das hat nicht immer was mit Geld zu tun, sondern einfach sich stark zu machen, solidarisieren, helfen, ich kann, etwas geben, wenn ich kann. Und das ist das. speaker-0: Das ist für dich auch, ich glaube, das ist auch ganz wichtig. Du wohnst ja auch in einer Region, die ja nicht gerade wirtschaftlich stark ist, wo du sehr viele Jugendarbeitslosigkeit hast, wo du sehr viele Probleme hast, auch in den Städten. Ich meine, auch dieser ganze Infrastrukturzerfall, auch bei euch dort, wo ihr wohnt, da in der Nähe, den ganzen Randregionen. Und wir durften euch ja besuchen und haben dort gespürt, in der Stadt und so weiter, wenn es den FC Schalke nicht gäbe. Wie so ein Identifikationsverein, speaker-1: Ja. speaker-0: FC Schalke. Und ich glaube, das kannst du im Ruhrgebiet auf die vielen VfL, Bochum, Rot-Weiß-Essen, Fortuna Düsseldorf, wenn es diese ganzen Vereine nicht gäbe, wo auch diese Identifikation der Menschen dort oftmals sich stimmt. nicht wäre, dann wäre der Zerfall noch viel größer. speaker-1: Ja, du, dass wir Städte haben, die einfach wirtschaftlich generell schlecht stehen, ist so. Da trifft es leider auch die Stadt Gelsenkirchen. speaker-0: Ja. speaker-1: Und dennoch, und das wissen viele nicht, haben sie Unternehmen, die weltweit wirtschaftlich sehr, sehr stark sind und die auch gerne mit der Wirtschaftsförderung und auch sonst gerne weitaus mehr tun wollen würden. Aber das Bild ist einfach so, dass viele eben diesen Standort als einen sehr dunklen Standort sehen. Super schön! Ja, ist ja speaker-0: Ist er nicht. Die alten, wie ich sage, Bohrtürme, nicht Bohrtürme, doch Bohrtürme, vielleicht nicht, keine Bohrtürme. Die ganzen Kohlentürme und so weiter stehen, dieser ganze Park und alles, dort angelegt wird und so weiter. Das ist fantastisch, das ist super schön gewesen, also sehr, schön. speaker-1: Ja, also wir haben ja unsere Zechen und auch sonst ist es so, dass neben dem vielen Grünen und so weiter wollte ich eben nur zum Ausflug bringen, dass da auch wirtschaftliche Stärke da ist. Und trotzdem haben wir eine hohe Arbeitslosigkeit. Also das brauche ich nicht alles wiederholen. Und Schalke 04 ist die Strahlkraft, die jetzt mit dem Aufstieg vielen Menschen wieder Hoffnung gibt, einen Stolz mitgibt. wo sie für sich selber vielleicht auch wieder andere Perspektiven sehen. das ist schön. Also ich freue mich darüber. Ich bin da auch sehr, sehr dankbar. Und es ist, wie du sagst, eine Identifikation, die es nirgendwo anders speaker-0: Nein, habe ich nur nirgendswo anderes da gesehen als dort in Gelsenkirchen. speaker-1: Also das ist wirklich toll auf der einen Seite und trotzdem wünschte ich mir, dass die Stadt an sich auch mehr dafür tut, wirtschaftlich wieder stärker zu werden, die Unternehmen zu nutzen, die sie hat, die Dinge auch vorantreiben wollen, aber eben auch selber sich mal da rauszuholen und sich nicht... immer wieder klein zu machen oder damit abzufinden, dass ihm Geld fehlt. Sondern dann muss ich eben auch selber Wege finden, da rauszukommen. Und das ist etwas, was ich mir wünschen würde, denn ich lebe dort gerne, Olli. Und das ist speaker-0: Hat mir super gut gefallen. speaker-1: so meine Heimat jetzt, mein Lebensmittelpunkt und ich würde mir wünschen, dass ich noch mehr dazu beitragen kann. Ich gebe alles, meine Frau auch, also die ja auch in verschiedensten Gremien und wir schauen, was in unseren Möglichkeiten liegt. speaker-0: Wenn du heute den Frauenfußball anschaut, den Frauenfußball Deutschland. Und du schaust, wer könnte mal Steffi Jones 2.0 werden, praktisch vom Bekanntheitsgrad her, von Spielerin zu Trainerin, von Trainerin zu Nationaltrainerin. Also mir fällt da nur Frau Alex Pop ein. Wer fällt dir sonst noch ein, der mal wirklich in diese Fußstaffen Steffi Jones 2.0 treten könnte? speaker-1: Also ich möchte gar nicht, dass irgendwer meint, meine Fußstapfen treten zu sollen, sondern wir haben, und du hast sie gerade erwähnt, also neben Alex Popp auch noch einige andere, sehr starke Spielerinnen. ich glaube, was wichtig ist, ist so dieses, brauchst Persönlichkeiten, speaker-0: Und deswegen, starke Spielerinnen wird es wahrscheinlich viele haben, mit Persönlichkeit, die etwas eben auch umsetzen wollen und können, da gibt es nicht viele. speaker-1: Ja, fairerweise muss man immer auch sehen, nach uns haben sich einige Spielerinnen schwer verletzt, die den Weg hätten gehen können. Und wir sind ja auch sportlich in den letzten Jahren schon etwas gelitten. Also selbst nach meiner Bundestrainerin Zeit brauchte Martina Voss-Teglenburg fünf Jahre, bis sie an dem nächsten Turnier erfolgreicher war und dann aber auch wieder nicht mehr. Also das ist ja so ein Auf und Ab gewesen. das ist etwas, wo wir auch festgestellt haben, dass du durch diesen Wunsch nach einer flachen Hierarchie hast du auch nicht mehr so diese Persönlichkeiten gesichtet. Also weil sich alle so in dem Harmonietenor wiedergefunden haben. speaker-0: Leistungssport. Weil es ist ja doch heute Leistungssport. speaker-1: Es ist auch weiterhin, na klar. speaker-0: Da funktioniert aber dieses, wir haben uns alle gern, nicht immer unbedingt. speaker-1: Ja, ich bin völlig bei dir. Und jetzt sind wir ja nicht auf der Suche, weil wir haben Persönlichkeiten, die da auch ... folgen werden, nicht in die Fußstapfen gehen werden, sondern Alex Popp ist so eigenständig, so eine tolle Persönlichkeit für sich selber mit ihren eigenen Werten, mit ihren eigenen Vorstellungen und das, was sie antreibt, wie auch eine Almut Schuld. Du hast speaker-0: Ja, auch. Fantastisch, ja. speaker-1: dann wiederum ein anderes Beispiel mit Julia Gwin, die ja wirklich eine eine sehr bekannte über die sozialen Medien auf der einen Seite, aber dann eben auch Markenbotschafterin ist. Also auch hier wieder eine andere Art von sich eben zeigen. ja, also so hast du einfach verschiedene... Persönlichkeiten, die es immer wieder braucht. Und hier ist es aber an den Vereinen wie auch dem DFB, wie der Liga, diese wirken zu lassen, diese groß zu machen für das Repräsentieren des Frauen- und Mädchenfußballs. Weil das wird es immer geben und das wird es immer brauchen. speaker-0: Ich glaube, ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Man braucht ja Identifikationsfiguren und auch welche, die sich vor die Kamera stellen und die Fragen beantworten. Wenn ich sehe, wie vorletztes Jahr in der Schweiz die Frauenfußball-Europameisterschaft zelebriert wurde. Die Stadien waren vorher voller als noch in England bei der Weltmeisterschaft. Und das war auch für die Schweiz. für das Land und so weiter, das eine fantastische Werbung. Also das war sensationell. Das hat Spaß gemacht. Wir Männer gucken Frauenfußball. Unfassbar. Vorher nie drüber nachzudenken. speaker-1: Also mich freut es, wenn dem so ist, dass du dann auch Frauenfußball geguckt hast. speaker-0: Hab ich tatsächlich? speaker-1: Auch hier, ohne dass sich der Schweiz Honig oben den Mund schmieren will, die waren schon immer im Fußball vorneweg. haben sehr, also dafür, dass sie nicht die Auswahl haben, die jetzt wir von der Größenordnung haben. speaker-0: Landgröße und Reinsgröße. speaker-1: Und dafür sind sie schon immer sehr gut dabei. Und das, eben wichtig ist, dann in so einem Augenblick, ist eben, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, wann richte ich ein Turnier aus? Was sind meine Ziele? Und das haben Sie hervorragend gemacht. speaker-0: Fantastisch gemacht. speaker-1: Und Sie gehen jetzt den nächsten Schritt. Und das ist das einfach, wenn du strategisch nachhaltig planst. Und das haben Sie super gemacht. speaker-0: Wir haben jetzt einen Präsidenten des Schweizerischen Fußballverbandes, der Peter Knebel, speaker-1: Weiß. speaker-0: der vorher bei Schalke war. speaker-1: Vorher bei Schalke war, ja und auch sonst. meine, auch hier hat man auch auf Vereinsebene immer irgendwo Trainerinnen oder auch Trainer gehabt, die einen engen Bezug zu Deutschland hatten oder deutsche Trainer, Trainerinnen waren. wie Voss, Tecklenburg, Inca Kling, speaker-0: So ist es. speaker-1: Julia Simic. Also du hast ja schon auch wirklich auf beiden Seiten, also auch Spielerinnen aus der Schweiz. die in München spielen, eine großartige TV-Expertin. Also du hast einfach... Ja, irgendwo zeigst du, dass das keine Rolle spielt, in welchem Land du spielst, sondern du willst den Frauen- und Mädchenfußball repräsentieren. das finde ich schön. Also dass wir da jetzt nicht sagen, ja, aber das müssen jetzt nur deutsche Spielerinnen sein oder andersrum, das dürfen jetzt nur Schweizer Spielerinnen sein, sondern das geht in einem Miteinander für die Sache. das abzuschließen, du fragst, wo der Frauenfußball steht. In Deutschland ist ist so, dass sich unsere Liga ausgegliedert hat, dass sie jetzt eigenständig sind, dass sie jetzt mit der Liga jetzt dann da gucken müssen, wie sie das schaffen, aus dem DFB raus, alles eigenständig aufzubauen, sich zu vermarkten. Das ist der nächste Schritt. speaker-0: Sponsoring, und so weiter. Wenn jetzt morgen einer kommen würde und sagt von der deutschen Frauen-Football League, Steffi Jones, können wir dich zurückholen für einer dieser Positionen, würdest du bereit sein? speaker-1: Ich bin grundsätzlich immer für den Frauenfußball bereit, aber die haben mit Katharina Kiel und mit allen, die dort tätig sind, haben sie sich sehr gut aufgestellt und sie haben auch einen ganz klaren Fahrplan, wie sie die GmbH besetzen werden. die sind schon gut unterwegs. Grundsätzlich bin ich aber bei dir, dass es zum Repräsentieren braucht es Menschen, die Menschen überzeugen. Und das ist etwas, wo ich mir wünschen würde, dass sie da jetzt mal langsam in die Puschen kommen, sprich DFB in Richtung 2029, wo man ja Ausrichter sein wird und wo ich mir sage, da sollte man jetzt auch schon mit Werben gucken, weil mit der Ausgliederung der Liga hast du einfach jetzt die Chance, Sponsoren zu gewinnen, die sowohl mit der Liga gehen als auch dann für das Turnier selber eben auf den Weg Frauen- und Mädchenfußball wieder weiter zu bringen wirtschaftlich als auch sportlich. Wir haben so viele deutsche Spielerinnen, die aus der Liga weggehen, weil sie woanders mehr Geld verdienen und eben auch vielleicht sportlich sich dort weiterverwenden. speaker-0: Viele gehen nach England. speaker-1: Ja, oder auch nach Spanien oder nach Frankreich oder auch in die USA teilweise. Das ist etwas, wo ich sagen würde, hier hätte ich jetzt eine Vision zu sagen, pass auf, unser Ziel ist es, dass wir in drei bis fünf Jahren wieder das Aushängeschild sind, dass die internationalen Spielerinnen wieder zu uns kommen und unsere deutschen Spielerinnen bei uns bleiben. Also irgendeine Vision sollte man jetzt haben, die sowohl auf der Ligaebene wie auch Nationalmannschaftsebene Wirkung zeigen, dass Sponsoren diesen Weg mitgehen und so weiter. Das so etwas, wo vielleicht auch da ist, keine Ahnung. Ich bin da weit weg von im Moment, wie du merkst. speaker-0: Weit weg davon, aber trotzdem sehr emotional dabei. Ja, natürlich. da hängt dein Herz. Das ist dein Herzblut. Natürlich. Absolut. Steffi, die Karriere nach der Karriere. Ich mag mich jetzt nicht erinnern an eine andere Person aus dem Frauenfußball, die das geschafft hat, so wie du. Dafür gebührt dir ein riesiger Applaus. Bevor-Applaus und jetzt der Applaus. Danke. Ich danke dir wirklich ganz, ganz herzlich für diesen wirklich... Tollen Talk und alles Liebe und Gute. speaker-1: Ich danke dir und denk daran, nur wegen dir bin ich diesen Weg gegangen als Speakerin. Also von daher wünsche ich mir noch ganz viele Jahre mit euch. speaker-0: super gerne. Dankeschön. speaker-1: Danke dir.