speaker-0: Hallo zusammen und willkommen zu einer neuen Folge Before Applaus. Applaus ist das Echo des Erfolgs. Davor stille Stunden, falsche Wege, echte Risiken. Wir erzählen die Geschichten, die niemand sieht, aber alles entscheiden. speaker-1: Heute im Podcast, bevor Applaus, Dr. Thomas Bohrer. Thomas, schön bist du da. Schön konnte ich dich überzeugen und einladen, bei unserem Podcast mit dabei zu sein. speaker-0: Sehr gerne, ist mir immer eine Freude, mich mit dir zu unterhalten. speaker-1: Wir duzen uns, wir kennen uns schon sehr lange. Wir kennen uns auch schon aus der Zeit in Grindelwald. Das heißt, wir kennen uns wirklich schon sehr lange. Ich habe 22 Jahre in Grindelwald gewohnt. Du warst Skilehrer in Grindelwald während deinem Studium. Und deswegen ist es für mich eine besondere Ehre, heute in unserem Podcast mit dabei zu haben. Thomas, du bist ... Auch wenn du nicht mehr im Diplomaten-Dienst bist, sondern du bist heute Unternehmensberater, du bist Lobbyist. Nach außen hin, nach außerhalb der Schweiz, Dr. Thomas Borer. Für viele bist du eigentlich immer noch der Diplomat der Thomas Borer, der nicht nur wegen Berlin und als Botschafter, sondern wenn man heute über die schweizdiplomatischen Dienst redet, außerhalb der Schweiz fällt immer dein Name. Was hast du gemacht? Was hast du anders gemacht? als die netten Schweizer, die die Schweiz nach außen hin repräsentiert haben. speaker-0: Ich habe ja die meiste Erfahrung, die diplomatische Erfahrung gemacht in der Auseinandersetzung Schweiz, Zweiter Weltkrieg. Da ging es ⁓ nachrichtenlose Vermögen, ⁓ Razi Gold, ⁓ unsere Geschichte während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Und da habe ich gelernt, dass, der 90er-Jahren, dass die Medien als Transmissionsriemen wirken, ⁓ auf die Politik, die Wirtschaft Einfluss zu nehmen. da habe ich den Begriff Public Diplomacy erfunden, zusammen mit anderen. Das heißt, die öffentliche Diplomatie genügt eben für einen Diplomaten nicht mehr, wenn er in den verschlossenen Verhandlungssälen agiert oder vor 50 Personen einen Vortrag hält, sondern ein heutiger Diplomat moderner Prägung muss auch mit den Medien umgehen können und über die Medien Einfluss nehmen können. Als ich Botschafter in Deutschland war, war mir klar, ich kann die Interessen der Schweiz in Deutschland nur wirksam vertreten, wenn es mir bei dem 80 Millionen-Volk gelingt, die Medien zu kommen. Und das hat vielleicht dazu geführt, dass ich in Deutschland und in anderen Ländern in USA etwas bekannter geworden bin als andere Botschafter, teilweise auch etwas bekannter als es mir selber lieb war. speaker-1: Ja, man...ich meine in Deutschland bist du ja super. Bis 2002 warst du Botschafter in Deutschland. Hast du sogar einen Preis bekommen in Aachen. speaker-0: Ja, ich habe den Orden wieder in tierischen Ernst bekommen, weil ich als Botschafter nicht nur ernste Dinge gemacht habe, sondern auch humorvolle, weil ich glaube, auch in den schwierigsten politischen oder wirtschaftlichen Auseinandersetzungen, Verhandlungen, gilt es etwas, den guten Humor zu behalten und ein guter, wie man auf Schweizerdeutsch sagen, Spruch. kann dann eine eiskalte Verhandlungsrunde wieder auflockern. speaker-1: Verbisst du Berlin? speaker-0: Nein, weil Berlin hat sich leider meines Erachtens nicht nur zum Positiven verwendet. Ich gehe sehr oft noch nach Berlin. Ich habe da immer noch viele Freunde, in der Politik oder in der Wirtschaft. Ich gehe so alle zwei, drei Monate hin, aber ich bin jetzt froh, dass ich in der Schweiz leben kann. Ich höre immer wieder, dass einige Berliner mich vermissen. weiß nicht, ob sie mich vermissen oder meine ehemalige Frau, Sean Fielding, die natürlich in Berlin auch immer besonders für Furore gesorgt hat. Wir waren ja in einer gewissen Aufbruchsstimmung schon fast Gründerzeit in Berlin und die deutschen Politiker die auch wissen, wie wichtig die Medien sind, ist es immer gelungen, sich neben meine Frau zu stellen und auf diese Art Weise ins Foto zu kommen. Und deshalb vermissen wahrscheinlich viele Berliner die hübsche Shorn. speaker-1: Ja schon und gleichzeitig Klaus Wohlfereit in der Zeit. Ihr wart doch ein perfektes Team für Publizität in Berlin und in Deutschland. Vermisst du den Diplomatenstatus? speaker-0: Nein, nicht. Die Diplomatie war eigentlich mein Jugendraum. Ich wollte eigentlich schon mit zwölf Diplomat werden, wollte ins Ausland gehen und habe eigentlich auch diesen Wunsch dann sehr schnell und auch karrieremäßig sehr gut umgesetzt. Aber die Diplomatie hat sich schon grundsätzlich verändert, vor allem auch der Posten eines Botschafters in vielen Ländern, gerade in Berlin ist man vor allem jetzt ein Hotelier, der die Besucher aus der Schweiz organisieren muss, schauen, dass die an die richtigen Orte kommen. ist nicht mehr so, wie das vielleicht vor 20, 30, 40 Jahren noch war. Ich bin jetzt seit 2002 nicht mehr Botschafter und habe das noch nicht einen Tag. vermisst, Botschafter zu sein. Tatsächlich nicht. Nein, ich beschäftige mich natürlich auch in meiner jetzigen Rolle. speaker-1: Du bist doch täglich in der Wirtschaft und Politik unterwegs. speaker-0: Ja, stark mit Geopolitik. Ich verfolge die geopolitischen Entwicklungen. Ich mache teilweise auch richtige Voraussagen. habe zum Leidwesen vieler Europäer Vorausgesagt, dass Trump die Präsidentschaftswahlen gewinnt, zum Beispiel, oder März die Wahlen in Deutschland. Manchmal liege ich richtig, ich lese. unglaublich viel ich höre auch unglaublich viel ich spreche weltweit mit mit Leuten ich höre podcasts in meiner Freizeit und deshalb habe ich natürlich diese politisch diplomatische Seite immer noch in mir aber das schöne ist ich kann jetzt sagen was ich denke vorher musste ich mir in einem Interview immer überlegen was ist jetzt die Position meiner Regierung Erst dann konnte ich die Stimmung meiner Regierung wiedergeben. Heute kann ich frei von der Leber wegreden. speaker-1: Das heißt, wie sieht Public Diplomacy heute für dich aus? Wie sieht Public Relations und Kommunikation für dich heute aus? speaker-0: Angesichts der sozialen Medien ist das noch viel wichtiger geworden. Das sieht man ja in allen Bereichen der Politik. Wenn man in der Politik diese Medien, die neuen Medien, die sozialen Medien nicht im Griff hat, wenn man Fehler macht, dann kann das schreckliche Auswirkungen haben. Beispiel mein Freund Laschet war ja in den damaligen Bundestagswahlen in Deutschland voraus, dann einen schlechten Auftritt, der hat vermeintlich gelacht. speaker-1: Ja, Lachet, Lachet, Lachet, Lachet, Lachet, speaker-0: Und das hat ihm wahrscheinlich die Wahl zum Kanzler gekürt. speaker-1: Das war da, wo im Ahrtal oder speaker-0: Ja, und wir sehen jetzt auch bei März, dass man heute aufpassen muss, was man sagt, selbst wenn man vor Schülern auftritt. Das geht gleich in die Weltpresse. PR ist nicht mehr lokal, sage ich auch meinen Wirtschaftsfreunden immer, wenn ich Krisenkommunikation, Beratung mache oder so. ist immer alles gleich in der ganzen Welt, weil heute ein kleiner Vorgang in einem kleinen Dorf aufgenommen werden kann. und durch die sozialen und die klassischen Medien sofort in die ganze Welt hinaus getragen werden kann und Auswirkungen hat bis nach Hause. Und derjenige, der das am besten versteht, ist Präsident Trump. Er macht ja praktisch jeden Tag eine Pressekonferenz und versucht auf diese Art und Weise direkt mit seinen Wählern zu kommunizieren. bei aller Kritik, die man gegenüber Trump anbringen muss, ist das wirklich eine Fähigkeit, die er im Vergleich zu anderen Politikern viel besser beherrscht und ihm gelingt ist, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt immer wieder auf sich zu lenken. Und es gibt natürlich gewisse Wirtschaftsunternehmen, die brauchen das nicht, die wollen das nicht, die wollen unter dem Radar fliegen. auch zurecht, aber wenn man im Konsumbereich tätig ist, ist es unglaublich wichtig, dass einem das gelingt. Deshalb gehört sich die Swatch und Oma Pigge wieder bewiesen mit diesem Rahmen auf diese Uhr. insofern fluchen alle über die Medien, fluchen alle über die sozialen Medien. Aber wenn man die nicht beherrscht und im Griff hat, dann kann das böse Auswirkungen für das Unternehmen, für die Politik oder einem selber haben. speaker-1: Wir sehen es ja auch gerade bei einem anderen Unternehmen, wo eine Marke revitalisiert wurde. VELEDA und Tina Müller, was sie da aus dieser Marke jetzt gemacht hat, mit Kommunikation und allem Drum und Dran, da kann man einfach nur den Hut ziehen. Die einen nutzen es richtig, die anderen haben damit Probleme. Wir reden jetzt ja auch über die Kommunikation in Berlin. Diejenigen, die die sozialen Medien beherrschen, kommen an die jungen Wähler an. Und schon, wenn du das nicht schaffst, bist du raus. Das werden wir jetzt gerade in Berlin und in Deutschland über kurz oder lang dieses Jahr eventuell noch zweimal erleben müssen. speaker-0: Das sieht man eigentlich in allen westlichen Ländern, den USA, Frankreich, Großbritannien, die Schweiz, Deutschland, dass die jungen Wähler, aber auch ganz viele mittelalterliche Wähler sich nicht mehr über die klassischen Medien, ZDF, ARD, Schweizer Fernsehen, CNN informieren. Keiner guckt das mehr. Man holt seine Informationen über TikTok, über Instagram oder dann über diese Podcasts wie dein Podcast, die in den USA zum Beispiel von 40, 50 Millionen gesehen werden in einem Land mit 350 Millionen Einwohnern, während dem z.B. CNN am Tag noch 500.000 Zuschauer hat. speaker-1: Ja. speaker-0: Das ist halt die Zukunft und deshalb muss man in diese Gefäße hinein, wenn man als Politiker oder Wirtschaftsführer gehört werden will. speaker-1: Die Rolle der Schweiz, Thomas gerade jetzt auch gesehen. EU, nicht EU, aber auch im Punkt der USA, im Punkt der China, im Punkt der Middle East. Wie sieht die Rolle der Schweiz aus in Politik und Wirtschaft? Haben wir eigentlich irgendwas zu sagen in der Politik weltweit noch gesehen? Oder ist die Schweiz eigentlich nur noch ein Land von Denker und Lenker? Schulen und EPFLs. speaker-0: Die Schweiz ist ja in absoluten Zahlen die 19 größte Wirtschaftsmacht auf der Welt. Wir sind also von unserer Wirtschaftskraft, von unserer Finanzkraft, Innovationskraft, Schaffenskraft eines der führenden Länder nach wie vor. Also wir haben eigentlich ein Formel-1-Fahrzeug, leider speaker-1: Hey! speaker-0: haben wir nicht immer die besten Lenker und die schnellsten Lenker. Wir fahren diesen Formel 1 Fahrzeug politisch gesehen, außenpolitisch gesehen eher so wie ein Amateur und gewinnen daher nicht viele Formel 1 Rennen. Das Auto wäre gut und gerade im Quervergleich mit anderen Ländern, wenn man unsere Nachbarländer anschaut, Deutschland, Frankreich, In Österreich geht es uns nach wie vor gut. Der Wirtschaftsgut gut. Der Handel geht gut. haben freihandelsabkommen mit Lateinamerika, mit Indonesien, mit Indien. Wir sind daran, ein neues mit China zu verhandeln. Also wir sind gut aufgestellt. Aber du hast schon recht politisch gesehen, verlieren wir. Das hängt aber vor allem damit zusammen, dass der Schweizer nach wie vor wenig Lust auf Außenpolitik hat und eher die Wirtschaftsaußenpolitik im Blickfeld hat. speaker-1: Das ist interessante Aussage für die weil unsere Finanzministerin und letztes Jahr Bundespräsidentin. Ich erinnere an den 31.07.2025, wo wir am 1. August morgens aufwachen und 39 Prozent Zölle haben und dann im Herbst bei den US Open und anschließend drei Wirtschaftsführer im Oval Office sitzen. und die Zölle wieder gesenkt werden. Was hat die Politik in Bern und die Wirtschaft für Möglichkeiten und für Macht überhaupt noch? speaker-0: Also es ist immer schon so gewesen, natürlich auch Wirtschaftsführer bei wirtschaftlichen Verhandlungen dabei waren und eine Rolle spielen. Auch im Kanzlermerz, wenn er nach China fährt, hat viele Verwaltungsratspräsidenten und CEOs der großen deutschen Unternehmen dabei. Immer. Wir haben es jetzt gesehen, Präsident Trump, der wahrscheinlich der wächzigste Mann auf der Welt ist, geht nicht alleine zu Präsident Xi nach China, sondern er hat Weitere hat 19 CEOs mit Trilliarden Unternehmen im Hintergrund dabei, ⁓ seine Macht zu stärken. Also ist es nichts Ungewöhnliches, wenn Wirtschaftsführer in die Lücke springen. Trump ist ein Negotiator besonderer Art, er ist diesbezüglich auch Disruptor. speaker-1: 19 CEOs. speaker-0: eine durchaus charmante und kompetente Bundespräsidentin aus der Schweiz interessiert ihn nicht. Aber wenn natürlich fünf, sechs Milliardäre aus der Schweiz versuchen, einen Termin im Oval Office zu bekommen, dann interessiert das ihn natürlich, weil er sozusagen dann auf Augenhöhe vorhanden kann. Ich bin diesen Schweizern dankbar, dass sie es hingekriegt haben, die Zölle von 39 wieder auf 15 Prozent runterzukriegen. Natürlich, das muss man sagen, in engster Abstimmung mit unserer Staatssekretärin Helen Budliger, die das halt koordiniert hat und im Hintergrund auch die Fäden gezogen hat. speaker-1: ist ja schon interessant. Auch der ehemalige amerikanische Botschafter in der Schweiz ist ja sehr, sehr schweizfreundlich und wir kennen ihn ja alle gut. Er hilft auch immer wieder mit dabei, mit seinen Netzwerken die Kirche im Dorf zu lassen. Während seiner Amtszeit war zum Beispiel Uli Maurer der allererste Bundespräsident oder allererste der allererste Bundespräsident, überhaupt mal im Oval Office war. war noch nie ein Schweizer Bundesrat im Oval Office. Uli Maurer hat es dann geschafft, im Oval Office zu sein. speaker-0: Ich habe es als Botschafterat large werde auseinandersetzen, Schweiz zweiter Weltkrieg auch geschafft zu Clinton und Al Gore vorzudrängen. so wichtig war die Krise, nicht ich selber, aber die Krise, die ich damals gemanagt habe. Aber es ist richtig, die Schweiz ist natürlich im bilateralen Verhältnis in Bezug auf die USA nicht mal so wichtig wie. speaker-1: Okay. speaker-0: Texas oder Kalifornien, die vom Wirtschaftsprodukt her größer sind als die Schweiz. Und deshalb müssen wir Schweizer halt in den USA, das predige ich seit 30 Jahren und wir machen es seit 30 Jahren nicht, ein integrales, nachhaltiges Netzwerk aufbauen von Public Affairs, Public Diplomacy, Lobbying, PR und Darstellen. dass wir als Schweiz der sechstgrößte Investor in den USA sind, dass wir Hunderttausende von Arbeitsplätzen und zwar die bestbezahlten Arbeitsplätze schaffen. das verlachlässigen wir. Und deshalb, wenn wir dann eine Krise haben, haben wir dieses Netzwerk nicht. Das war zu Beginn der Präsidentschaft von Trump wieder der Fall. Und ich muss auch sagen, dass ich mich da getäuscht habe. Ich habe nämlich vorausgesagt, dass die Schweiz bei Trump eigentlich in Hohmann sehen steht. Das war während seiner ersten Amtszeit auch der Fall. Sein Außenminister war mehrere Tage hier. Das ist seit Allbright, seit meiner Zeit als Chef Tarsk, nie mehr der Fall gewesen, dass ein Außenminister der USA zu einem bilateralen Besuch, nicht in Genf oder so, einen bilateralen Besuch hier war. Und dass Trump eigentlich an der Schweiz Freude hat, weil es ja doch das liberalste, kapitalistischste Land auf der Welt neben den USA ist. Und wir auch institutionell sehr viel teilen. Wir haben ja das System des Senats, Repräsentantenhauses übernommen, die direkte Demokratie, etc. etc. Aber ich habe mich getäuscht. Also wir kamen durch Dinge, die ich noch nicht völlig begriffen habe. richtig auf die Shedlist von Trump. Aber wir konnten jetzt das Problem wieder entschärfen. speaker-1: Ja, aber sind die Verhandlungen jetzt abgeschlossen mit der Zollpolitik? speaker-0: Die sind auf bester Wege. Man steht davor, Memorandum of Understanding zu unterzeichnen und dann werden die Zölle wieder bei 15 Prozent gefestigt. Also wir stehen kurz davor. Man weiß aber auf beiden Seiten nie, es noch ausgeht. Trump kann er seine Meinung fast jeden Tag ändern. Und in der Schweiz ist man auch nie so sicher, ob die Bauern nicht noch etwas wollen, damit ... die Chlorhühner bei Migros gekauft werden können. Und die Grünen wollen natürlich nicht, dass der Cybertruck von Elon Musk in der Schweiz fährt, obwohl sonst sind sie ja immer für Elektroautos, etc. etc. Es kann immer was schiefgehen, aber ich bin eigentlich zuversichtlich, dass das Außenwirtschaftsdepartement hier gute Arbeit geleistet hat und wir zu einem Vertrag. speaker-1: Und doch kommt der amerikanische Präsident super gerne zum Weff nach Davos und hat sich sogar noch selber eingeladen. Irgendwie beißt sich das für mich. Auf der einen Seite der Zollkrieg gegen die Schweiz mit 39 Prozent Zölle und fünf Monate später Davos, die große Weltbühne. Es beißt mich ein bisschen. speaker-0: Du sagst das richtig. Davoos ist halt die große Weltbühne und ein Reality Star wie Trump hat gerne die große Bühne. speaker-1: Da, da, Da ja kein Ärger an, die waren ja alle hier. speaker-0: Da fliegt er gerne auch ein in der Präsidentschaftsmaschine und überzieht auch seine vorgesehene Zeit. etwa 45 Minuten gibt er einen seiner Vorträge. Aber man muss natürlich auch sehen, er ist halt der mächtigste Mann der Welt. Und weil Trump nach Davos kam, kamen sehr viele Wirtschaftsführer. Wachter, Wurz auch Politiker. Und die Schweiz insgesamt hat davon profitiert. Weil wir natürlich, Bundesrat käme nie in so kurzer Zeit zu so vielen hochrangigen Terminen. Und gleichzeitig muss man auch sehen, die Wirtschaftsführer im stillen Kämmerlein fluchen wahrscheinlich über Trump. Aber wenn er dann zum Abendessen einlädt, dann kämpfen die ⁓ jeden Platz am Tisch und... und schleimen sich dann wieder bei ihm ein. Insofern deine Kritik bei Trump in Ehren, aber auf der anderen Seite machen wir es ihm auch immer leicht. speaker-1: Bleiben wir mal kurz beim Weff. Thomas, du bist ja auch jedes Jahr beim Weff mit dabei. Das Weff ohne Klaus Schwab. Ist das Weff noch das Weff, wie wir es kennen? Und wir müssen doch eigentlich als Schweiz alles dafür tun, dass das Weff hier bleibt und nicht woanders dahin geht. speaker-0: Ja, Herr Professor Schwab hat die größten Verdienste, dass er dieses World Economic Forum gegründet hat und wie er es aufgebaut hat, wie er es eigentlich zum wichtigsten, nicht politisch, also nicht institutionell politisch wie G7 oder G20, Event der Welt gemacht hat. Und Mir geht es wie dir. Ich war viele Jahre dort und Professor Schwab kenne ich natürlich auch. Und ohne ihn ist das schon nicht dasselbe. Aber ich meine, irgendwann mal ist für jeden Zeit anderen Platz zu machen. Ich glaube, wir haben jetzt für eine Übergangszeit eine sehr gute Lösung gefunden in dieser Doppelspitze. Ich hoffe. dass die Schweizerseite der Doppelspitze sicherstellt, dass Hoffmann, dass das WEF auch in der Schweiz bleibt. Weil es gibt natürlich auf der Welt 50 Länder, die das WEF übernehmen möchten. Und ich hoffe, dass es in Davos bleibt. Es ist für die Schweiz reputationsmäßig wichtig, vor allem wenn wir dann schönes Wetter haben, die Berge verschneit sind. Das ist für Schweiztourismus gratiswerbung und speaker-1: Hoffen wir es sehr. speaker-0: Es ist aber eben wie gesagt auch für die Schweizer Politik von entscheidender Bedeutung, dass es hier ist und deshalb hoffe ich, dass alle Kritik, die man an der Entwicklung des WEFs auch ausüben kann und muss, dass es in der Schweiz bleibt. speaker-1: Kommen wir mal zu einem anderen Thema, zwar zum Finanzplatz Schweiz. Thomas, der Finanzplatz Schweiz. Vor zwei Jahren die große Zäsur mit der Credit Suisse. Jetzt ist noch die UBS da, Julius Baer, ein paar andere Banken, die noch mitspielen. Wir haben da auch sehr viel Einfluss weltweit verloren. Too big to fail ist ... nicht existent, weil die Kreditswisse hat man eigentlich gesehen als als wichtige Institution weltweit. Und dennoch ist sie nicht mehr da. Wie ist da deine Meinung dazu, zu Finanzplatz Schweiz? Und was muss die Schweiz tun? Dass auch da wieder die Diskussion zieht die UBS weg, zieht die UBS nicht weg. Auch da meine Meinung ist, die UBS muss unbedingt bleiben, weil sonst haben wir wieder einen Trumpf. Weniger, wo die Schweiz sagen kann, für irgendwas stehen wir, außer für Schokolade und Käse. speaker-0: Der Finanzplatz Schweiz hat eindeutig an Bedeutung verloren, in der Schweiz, aber auch weltweit. Das hat verschiedene Gründe. der einen Seite darf man nicht vergessen, dass ganz andere Banken in anderen geografischen Lagen gross geworden sind. Als ich ein junger Mann war, gab es noch fünf Schweizer Grossbanken. und die UBS und die Credit Suisse gehörten zu den zehn größten Banken der Welt, da gab es noch keine chinesischen Banken. Da gab es noch keine großen asiatischen Banken. Da gab es amerikanische Banken, ein paar englische und die deutsche Bank. Das war's. Und das ist halt so mit dem Abstieg der Schweiz ging der Aufstieg auch der anderen fast schon parallel. Wir Schweizer und vor allem die Bankmanager, die Schweizer Bankmanager, das waren auch teilweise Ausländer, haben natürlich sehr viel dazu beigetragen, dass wir jetzt nur noch eine Großbank haben. Sie haben dazu beigetragen durch Missmanagement. Das muss man sehen. Und ich teile deine Ansicht, es ist unglaublich wichtig, dass die UBS jetzt in der Schweiz gehalten werden kann, dass wir nicht unvernünftige Kapitalforschriften machen. dass wir nicht von der UBS mehr verlangen als Großbritannien von seinen Banken, Deutschland von seinen Banken und vor allem die USA von seinen Banken. Es ist ja absurd, dass die Schweiz hier mehr verlangen will und kommt hinzu, was immer wir uns hier ausdenken, wie wir sicherstellen könnten, wir die UBS auffangen, würden in einem speziellen Fall Es wird uns nicht gelingen, die Zukunft vorauszusagen. Die Credit Suisse ist nicht an zu wenig Kapital untergegangen. Sie hatte viel Kapital, mehr Kapital, sie gesetzlich hätte haben müssen. Sie hatte an der mangelnden Glaubwürdigkeit zugrunde gegangen. Man hatte kein Vertrauen mehr in die Socialen Suisse. Man hatte kein Vertrauen mehr, die Gelder wurden abgezogen. Das war eigentlich ein klassischer Bankroll. Und da hilft auch viel Kapital nicht. Die hatte genug Kapital, aber keine Bank hat genug Kapital, ⁓ allen, die das Geld heraus haben wollen, auszuzahlen. Und deshalb nützt es jetzt nichts, wenn man der UBS noch mehr Kapital, als sie schon hat oder gesetzlich vorgesehen ist, aufs Auge drücken, wenn hier Managementfehler passieren. wird auch dieses hohe Kapital, die UBS, nicht retten. glaube, ist wichtig, dass die Aufsicht sicherstellt, dass das Management dieser Banken, dass die richtigen integeren Persönlichkeiten da sind. Daran hat es bei der Catty Swiss gefehlt. Und das ist die Hauptaufgabe. Und dann bin ich zuversichtlich, dass der Finanzplatz Schweiz, immer noch äußerst wichtig ist, Und man sieht es gerade, wenn in anderen Gegenden Krisen geschehen, wie jetzt im Mittleren Osten, wegen dem Iran-Krieg, dann fließen wieder ganz viele Gelder in die Schweiz, weil die Schweiz hat natürlich die beste Währung, die stabilste Währung auf der Welt, hat Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit und davon profitieren die Schweizer Banken. Und deshalb müssen wir sicherstellen, dass diese Trumpfkarte wir weiter behalten. speaker-1: Du mit deinem Unternehmen und deinem Team, ihr seid ja in der Unternehmensberatung unterwegs, ihr seid ja in der Unternehmenskommunikation unterwegs. Jetzt kommt seit 2022 CHEP GPT, jetzt kommt KI um alle Ecken, Co-Pilot, Plexity und jetzt die ganze Thematik. Technologiewandel. Wenn ihr mit den Firmen unterwegs seid, was sind dort die Hauptthemen? Was sind die Themen? Im Punto Digitalisierung plus haben wir in der Schweiz. Ich meine, das lesen wir jeden Tag in der Zeitung. Du auch. HP entlässt 8000 Leute. Oracle entlässt 20.000 Leute. Meta entlässt jetzt gerade 8000 Leute. Auch in der Schweiz werden große Unternehmungen, Versicherungen, Banken irgendwann mit KI und Agents und so weiter, Jobs ersetzen, die heute noch an ihrem Arbeitsplatz sitzen. Was wird da auf uns zukommen? Was wird in den Unternehmen zukommen? Was wird rechts und links vom Zürichsee zukommen, wenn auf einmal die hochbezahlten White Color People ihren Job verlieren und dann eben auch durch Technologie ersetzt werden. speaker-0: Das wird eine der größten Disruktionen der Menschheit werden. Wenn ich meine Vorträge gebe über geopolitische Analysen, rede ich natürlich über den Wettbewerb China, USA, rede ich über die Herausforderungen von Russland etc. etc. Aber eine der großen Herausforderungen ist AI, ist künstliche Intelligenz. die Länder, Künstliche Intelligenz schnell adaptieren, integrieren in ihre Wirtschaft, in ihr Militär. Die werden gewinnen und die anderen verlieren. Das ist also unglaublich wichtig, dass wir das integrieren können. Und in diesem Wettbewerb steht leider Europa relativ schlecht da. All diese großen Unternehmen Die Hyperscaler, wie man sie nennt, die sitzen vor allem in den USA, auch mehr und mehr in China. Da findet der Wettbewerb statt. Wir Europäer haben ganz wenige konkurrenzfähige Unternehmen und Brüssel, statt diesen Wettbewerb und diese Industrie zu fördern, überlegt, wie man sie schon regulieren kann. Also bevor man weiß, was überhaupt passiert, erstens die Regulierung. Die Schweiz glücklicherweise hebt sich auch hier etwas ab von Europa, weil wir halt die beiden Universitäten haben, die besten Universitäten in Europa, vielleicht weltweit gehören die zu den besten, die ETH Zürich und das EPLF in Lausanne, wo unglaublich viele Ingenieure auch an dieser Artificial Intelligence arbeiten. Und deshalb haben wir hier auch Unternehmen, früher schon IBM, Früher gehabt, aber jetzt auch Microsoft, Google, Amazon, Visialia. speaker-1: Die Videoaktien sind an... speaker-0: hier, alle sind hier, weil sie natürlich die Talente brauchen. Und ich glaube, das ist ganz wichtig, dass die Schweiz hier das fördert und begrüßt und offen ist für diese Entwicklung. Und den Unternehmen sage ich, ihr seid auf Gedeih und Verderben darauf angewiesen, dass ihr das integriert. Und das bringt euch unglaublich Vorteile. Gerade in einem Hochlohnland wie der Schweiz ist es natürlich für ein Unternehmen auch positiv, wenn man teure Mitarbeiter ersetzen kann. Das wird natürlich eine unglaubliche soziale Herausforderung werden. ganz viele Menschen werden wegen dieser Technologie ihre Arbeitsstelle verlieren. Sicherlich werden wieder neue geschaffen, aber weniger. Ich mache mir deswegen Sorgen, weil das wird sicherlich während einigen Jahren zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit führen. Gewisse dieser AI-Unternehmer sagen ja, 30, 50 Prozent der Universitätsabsolventen in den USA haben keine Stelle mehr deswegen. Die braucht es nicht mehr. Und man muss sich das mal vorstellen, was das für soziale Verwerfungen mit sich bringen wird. Deshalb gibt es ja durchaus liberale, also kapitalistisch eingestellte Leute, sagen, wir müssen ein grundloses Einkommen kreieren. Also dass eigentlich jeder schon nicht erst, wenn er in Rente geht, vom Staat Geld bekommt, sondern mit 20, damit sichergestellt ist, dass die Leute nicht rebellieren, keine Revolutionen durchführen. Zu Beginn des Industriezeitalters haben die Arbeiter die Fabriken gestürmt, ⁓ die bösen Maschinen zu zerstören. Das wird wirklich große Belastungen mit sich bringen. Ich bin dann mittelfristig, langfristig wieder zuversichtlich. Das wird sich einpendeln. Wir werden Roboter haben, uns das Trinken bringen, die uns pflegen. unglaubliche Fortschritte auch von uns bringen. Aber kurzfristig wird das Probleme mit sich bringen. Und die Unternehmen, die das nicht absolut auch mit der Brechstange in ihre Abläufe integrieren, die werden verlieren. Also ich selber stelle übrigens auch schon fest, ich brauche weniger Mitarbeiter und die, weil die jetzigen Mitarbeiter, die ich habe, mehr leisten können, danke er, auch ich, wenn ich etwas herausfinden will, wenn ich einen Vortrag schreiben will, rufe ich Sachen ganz schnell ab über Gemini, über Claude etc., wenn ich einen Vortrag geschrieben habe, den muss ich leider immer noch selber schreiben, weil man merkt sehr schnell, dass das gut ist. speaker-1: muss sie auch noch... speaker-0: Dann gebe ich den in Claude ein und der macht mir die PowerPoint. Und dann sage ich jetzt will ich noch ein paar Witze über Trump in dieser PowerPoint oder etwas Lustiges über Merz und dann kommen ein paar Vorschläge und dann kann ich sagen ja den will ich und das wird dann integriert. Früher musste einer meiner Mitarbeiter während zwei Tagen diese PowerPoint erstellen. Das ist ein kleines Beispiel, aber ich zeige ihm Bilanzen. Früher war es doch schwierig, eine Bilanz zu lesen, vor allem für jemanden, mathematisch nicht begabt ist, wie ich. Meine Kinder sind mathematisch sehr begabt, das haben sie alles von der Mutter. Ich kann es immer noch nicht. Heute gebe ich eine Bilanz ein in Clot und stelle fest und frage, was sind die Stärken dieser Bilanz, was sind die Schwächen? Und in der Verwaltungsratssitzung, in der ich auftreten muss, denken alle, meinst der Bohrer, hätte ich dem nicht zugetraut, dass er ein Finanzfach macht. speaker-1: Gut, wir haben ja, wir haben zur gleichen Zeit einen Heber der Wirtschaft und KI haben wir natürlich auch noch eine weitere Herausforderung, die uns beide auch betrifft, vor allem mich noch betrifft. In den nächsten in den nächsten sieben bis zehn Jahren geht unsere Generation in Rente und und es kommen nicht mehr genug junge Leute nach. Das heißt, wir haben auch noch diese diese diesen diesen Shift, diesen Wechsel von Arbeitskräften, Know-how-Transfer, weggeht, weil ab und zu kennen wir doch noch die Abkürzung und so weiter. Aber der Arbeitsmarkt wird sich massiv verändern. Aber auch der Kundenmarkt wird sich massiv verändern, auch dann werden ... 70 Prozent der Gen Y, Gen Z, Gen Alpha werden nicht nur Mitarbeiter sein, sondern eben auch Kunden. Das heißt, Kaufverhalten, sehen wir ja. So viele Insolvenzen hat es noch nie gegeben. So viele Änderungen des Kaufverhaltens, des Buchungsverhaltens bei Reisen, bei Hotels. Du brauchst ja keine Reisebüros mehr. Jeder kann das heute fast selber machen. Das heißt ... Dieser ganze Schiff, dieser ganze Wandel kommt auch noch auf uns zu oder kommt auch noch auf die Wirtschaft zu. Wie können wir die Schweiz überhaupt am Laufen halten? Und wie muss die Migrationspolitik der Schweiz in Zukunft aussehen? Weil wir brauchen die Menschen. speaker-0: Ich mache mir hier keine Sorgen. Erstens bin ich erst 69 und gehe daher noch länger nicht in Rente. Weil was soll ich denn den ganzen Tag Golf spielen? Das ist langweilig. Ja, ist etwa bei 10. Aber wie gesagt, ganzen Tag Golfspiel, also Profi werde ich nicht mehr, den ganzen Tag Golfspiel macht auch keinen Spaß. Arbeiten macht hingegen immer noch sehr viel Spaß. Also ich bin jemand, der nicht von der Work-Life-Balance redet, sondern von der Work-Balance. Mir macht Arbeiten Spaß. Also es wird sicherlich viele Ältere geben wie mich, die weiter arbeiten. Zweitens kommt hinzu, Wir haben es gesagt, AI wird ganz viele von uns ersetzen. Auch Jobs, die gar niemand richtig machen will, putzen. Oder industrielle Jobs, wirklich repetitiv sind. Das ist sehr gut, da wird sehr viel aufgefahren. Aber jetzt zum dritten Punkt. Ich bin schon lange der Ansicht, dass die Schweiz die keine Probleme haben wird, Fachkräfte zu finden, Einwanderung zu generieren, weil wir sind ja das Land, das die höchsten Löhne weltweit das ein angenehmes Klima hat. wer will nicht in die Schweiz kommen und hier arbeiten? Also wir können uns ja die besten und präfsten aussuchen, wenn wir sie brauchen. Auf der anderen Seite, das ist mein vierter Punkt, müssen wir die Wanderung schon auch steuern. Ich habe schon seit 30 Jahren gesagt, wir brauchen ein Punktesystem wie Australien oder Kanada. Wir müssen uns die Leute aussuchen, die wir brauchen. Also zum Beispiel die unsere Sprache sprechen, die eine gute Ausbildung haben, vielleicht auch die Jüngeren. Und darüber hinaus können wir von mir aus immer noch 10 Prozent, wenn wir so eine Fixum von 50.000 pro Jahr sagen, die in die Schweiz kommen sollen, von 10 Prozent, wo wir sagen, sind jetzt wirklich arme, gebrechliche Menschen, die wir aus der Not kommen, aufnehmen. Das ist das, was wir jetzt haben. Das ist leider eine völlig ungestellte Zuwanderung. Und das hat eben dazu geführt, dass jetzt diese 10 Millionen Initiative 50 zu 50 angenommen werden könnte. Das ist eine Initiative, die natürlich schon vom Aufbau her falsch ist, da sie sehr rigide ist. Aber ich verstehe die Initianten, die hatten eben schon mal Initiative, die wurde angenommen, aber die Regierungen, das Parlament haben die nicht umgesetzt. Und es ist ja offensichtlich, dass es nicht in diesem schnellen Ausmaß weitergehen kann. vor 30 Jahren, mich erinnern kann, wir 5,5 Millionen Schweizer, jetzt sind wir 9 Millionen und leider ist die Schweiz nicht größer geworden, oder? Ich sage ja schon lange, wir sollten Baden-Württemberg und Bayern eine Übernahme angeboten haben. speaker-1: Denkt dran, Podcast, wird auch in Deutschland gehört. speaker-0: Würden Berg und Bein ein freundliches Übennameangebot nicht militärisch machen, die würden dann zu uns stoßen, hätten wir wieder etwas mehr Platz und die würden wahrscheinlich gerne kommen. Ich werde das mal mit Jemma jetzt in mir besprechen. speaker-1: Ja, ich wollte sagen, Inge Baden-Württemberg hat einen neuen Land. speaker-0: Die Schweiz ist ja nicht größer geworden und wir haben natürlich Infrastrukturprobleme. viel zu viele, viel zu wenig Wohnungen, die immer teurer werden. Die Straßen sind verstoppt, die Züge sind verstopft, verstopft das Triff an die Jüngeren. Weil wir haben natürlich noch die gute Zeit erlebt, wo man sich von vernünftigen Preisen Haus erwerben konnte. Die heutigen Jungen können das nicht mehr. Und da muss eine Lösung hin. Und meine Lösung ist eben, dass wir halt ein Punktesystem haben, wo wir sagen, deutscher Ingenieur, deutscher Arzt, deutsche Krankenschwester jederzeit, jemand, einfach aus Afghanistan kommt, nein, der schafft die Punkte nicht. Der ist auch schwierig zu integrieren. spricht unsere Sprache nicht. Er gehört einer anderen Religion an, etc. Da muss ein Staat ähnlich agieren wie ein Unternehmen, nämlich rational die Leute einstellen, die er braucht und nicht einfach die bei ihm in die Türe reinkommen. speaker-1: Ich möchte nochmal ganz kurz auf die globale Politik zurückkommen und ich möchte nochmal gerne aufs Weffwintervose zurückkommen, Thomas. Für mich sehr bewegend war der Moment, wo der kanadische Ministerpräsident ans Podium ging und seinen Speedstart hielt. We have to sit at the table and not to be on the menu. Und wir müssen uns mit der Welt arrangieren, wie sie ist und nicht wie wir sie gerne hätten. Und Mark Carney, was der gerade mit einem Tempo in Kanada macht, könnte für viele Vorbild sein, sich eben nicht den Gegebenheiten und den großen Mächten zu Kreuze griechen oder Trump sich zu unterwerfen, sondern zu sagen, Okay, wir sind aber stark genug, ⁓ selber bestimmen zu können, wie wir leben und arbeiten und wir unsere Wirtschaft steuern wollen. Wie siehst du dort die Rolle von Mark Kahne? speaker-0: Also es ist eben so, dass Außenpolitik immer Machtpolitik ist letztlich. Und Kani hat das sehr geschickt gemacht, sehr populär geworden. Aber wir dürfen nicht vergessen, Kanada ist kein großes Land, geografisch, aber wirtschaftspolitisch und in anderen Fragen natürlich auch nur ein mittlerer Staat. speaker-1: Er sprach ja in Davos von einem Mitteljungen. speaker-0: Es stimmt natürlich, dass es sinnvoll gewesen wäre, als Trump mit seinen Zöllen drohte, das hatte er schon im Wahlkampf gemacht, dass sich die Europäer, inklusive der Schweiz, die Kanadier, die Australier, die Japaner, die Südkoreaner, vielleicht auch Indonesier und andere hätten koordinieren müssen und sagen, wir können durchaus über Zölle verhandeln, lieber Donald. Aber wir insgesamt. Und das haben wir nicht gemacht. Sondern Trump hat die Wiedere, den Perau oder wie die Römer sagen, er aufgeteilt und gegenüber jedem Einzelnen ist er natürlich mächtiger. Gegen uns alle hätte er nicht die Übermacht gehabt. Und das ist der große Fehler, die Europäer, die Kanade alle gemacht haben. Alle sind gleich auf Trumps Spiel angegangen, haben mit ihm individuell verhandelt. und waren natürlich schwächer. speaker-1: Also die EU. Ja, aber die EU... speaker-0: Ja, die EU alleine ist in dieser Frage auch zu schwach, weil sie natürlich von Amerika weniger einkauft, als sie dahin liefert. Aber wie gesagt, wenn wir zusammen mit Japan, Südkorea, Kanada, anderen Ländern zusammen aufgetreten wären und gesagt haben, du kannst das nicht mit jedem Staat einzeln verhandeln, vielleicht nicht über die WTO, aber als Block. sind wir bereit, der Verhandlung zu führen, es Abweichungen gibt, wenn es Distortions gibt. Und das haben wir unterlassen und deshalb konnte sich Trump durchsetzen. speaker-1: Jetzt ruft morgen vormittag garantiert und ich würde gerne da Mäuschen spielen bei dir in Thalwil ruft morgen früh die Ursula von der Leyen bei dir an und sagt lieber Dr. Thomas Bohrer wir brauchen noch einen richtig guten Verhandlungsexperte. Würdest du für sowas wäre das für dich interessant? speaker-0: Also ich stehe auf der Schweizer Regierung und anderen Regionen immer mit Rat und Tat zur Seite. Es gibt aber noch viel brillanter und bessere Diplomaten als mich. wie gesagt, ich helfe immer. tue das auch pro bono, ohne dass ich eine Rechnung schreibe. Das mache ich. Das gehört zu meiner Pflicht als guter Schweizer oder guter Europäer. speaker-1: Das hast du mir schon mal erzählt. speaker-0: würde ich jeder Regierung, wenn sie es denn bräuchte, zur Verfügung stehen. speaker-1: Ich werde das direkt an Frau von der Leyen schicken und auch nach Bern. speaker-0: Öse sie, öse sie von der Leine. speaker-1: Tolle Person, eine ganz tolle Persönlichkeit, wirklich. 2015 hast du mal einen Artikel geschrieben. Wir brauchen mehr Leadership. 50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz. Jetzt sind wir 2026. Hättest du heute immer noch viele Ideen und viele Inputs, wie wir den Schweizer Finanzplatz stärken können, die Wirtschaft stärken können? und vor allen Dingen in Bern eine Politik machen, wo wir nicht den anderen immer zu Kreuze kriechen. speaker-0: Ja, ich hätte immer noch viele Ideen und es sind oft die alten Ideen, weil bevor die umgesetzt werden, ich mir gar keine neuen überlegen. Die Stärke der Schweiz, wieso stehen wir besser da als andere Länder, auch aus Deutschland, Frankreich, unseren Nachbarländern, besteht darin, dass wir dank der direkten Demokratie, des Föderalismus, also Subsidiarität Wir lösen jedes Problem auf der möglichst tiefsten Ebene dank Wirtschaftsliberalismus, dank der Schaffenskraft der Bevölkerung. Also wir arbeiten ja etwa 200 Stunden mehr als ein Deutscher. speaker-1: Ja, und ganz wichtig, das versteht kein Deutscher. Glaub mir, Thomas, das versteht keiner. Wenn wir hier die Abstimmungen machen über die sechste Ferienwoche, die abgelehnt wurde von den Schweizer Bürgern, sagt das, ich habe das schon in ein paar Vorträgen in Deutschland erzählt über diese Abstimmung. Die Deutschen gucken mich an, als wenn ich Schokihörner hätte. Das würde denen nicht im Traum einfallen. Das 6. Ferienwoche. speaker-0: Das sind die Stärken der direkten Demokratie, das sind die Stärken der Schweiz und zu diesen Stärken müssen wir Sorge tragen. Und in vielen Bereichen läuft die Entwicklung nicht in eine gute Richtung. Wir haben auch mehr und mehr Bürokratie, wir haben mehr und mehr Etatismus, die Staatsquote steigt, wir haben mehr mehr Beamte. Das Leben wird schwieriger und schwieriger für Unternehmen. Und hier müssen wir ansetzen. Und dann mache ich mir keine Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft der Schweiz. wir halt auch, gebe ich auch zu, kleineres Land ist es auch einfacher, uns zu managen, als wenn man 80 Millionen Deutsche managen muss oder 350 Millionen Amerikaner. Das ist halt einfacher. Aber das sind die Grundwerte und den müssen wir festhalten. Und da mache ich mir auch um die Zukunft der Schweiz keine Sorgen. speaker-1: Ein ganz großer Applaus für Dr. Thomas Bohrer Herzlichen Dank, lieber Thomas, dass du da warst und ein riesiges Dankeschön speaker-0: Danke dir. Danke dir hat es Spaß gemacht.