speaker-0: Hallo zusammen und willkommen zu einer neuen Folge Before Applaus. Applaus ist das Echo des Erfolgs. Davor stille Stunden, falsche Wege, echte Risiken. Wir erzählen die Geschichten, die niemand sieht, aber alles entscheiden. speaker-1: Ja heute im Before Applaus Podcast dürfen wir begrüßen den Daimler. speaker-0: Hallo Daniel! Liebe Daniel, schön, dass du da bist. Danke für Erden. Wir würden eigentlich gleich direkt reinstarten und ich bitte, möchtest du dich kurz in 30 Sekunden vorstellen, Mr. Pitch Professor, Mr. Serienentreprenör, wer bist du, was machst du? speaker-2: Hallo. Ja gerne, wer bin ich? Ich bin Daniel, ich bin Serienunternehmer, ich habe den unglaublich lustigen Titel The Pitch Professor, komme bestimmt später darauf zu sprechen und ich bin begeistert davon Menschen zu helfen, an sich selber zu glauben und ihnen die Stärke zu geben, dass andere auch an sie glauben. Und das heißt, dass ich seit über 15 Jahren mit den wildesten, tollsten, klugsten Menschen zusammenarbeiten darf, ihnen unglaublich viele Fragen stellen darf und jeden Tag lernen kann. speaker-0: Welche Fragenstelle du denn am liebsten? speaker-2: Meistens ist das, was ich sage, ist, verstehe ich nicht. Und das sage ich immer wieder. Und diese Frage hat mich Jahre gekostet, mich diese Frage zu trauen, zu stellen. Weil man möchte immer zeigen, dass man sich auskennt. Man möchte immer zeigen, wie smart man ist wie belesen. Aber zu sagen, verstehe ich nicht, ist so ein Ego-Ding. Das habe ich lange für gebraucht. speaker-1: Glaub ich nicht. Glaubst du nicht? Nee, glaub ich nicht. Weil ich bin jetzt auch einer, der sagt, hab ich keine Ahnung von, erklär's mir bitte. Und wenn du es mir nicht in kurzer Hand erklärst, ahnst das Wort Dummies, dann muss man sagen, dann ist es zu kompliziert für mich. Dann ist es aber nicht nur kompliziert für mich, sondern es ist auch kompliziert für viele andere Kunden, Partner, Mitarbeiter und so weiter. Und ich finde, man sollte die Antworten so einfach wie möglich geben können, damit es der andere eben auch versteht. speaker-2: Das finde ich auch, aber ich habe gemerkt, es gibt unglaublich viele Leute, sich eben das nicht trauen, die oft in Meetings sitzen oder Veranstaltungen. Ja, ne, ne, ja, ja. Ja. Und dann sind es die kompliziertesten Sätze. Und wenn man dann aber mal nachfragt und sagt, was heißt das denn jetzt eigentlich ganz genau? Ja, aber erzähl mir mal, wo das denn herkommt. Und es ist aber so eine Art Selbstschutz. Und man lernt ja auch oft, wenn man auf der Uni ist, komplizierte Schachtelsätze, komplizierte Wörter. speaker-0: Oder auf der Bühne, wenn man pitcht, denke ich auch ganz oft. speaker-1: Politiker. speaker-2: Die dann noch interessanter. Aber die eigentliche Substanz... Und das ist schade. Und deswegen, also es ist sehr ungewöhnlich, dass Leute sagen, na ja, verstehe ich nicht. Erklär mal nochmal. Da muss man auch, glaube ich, Leben irgendwo angekommen sein, dass man einfach, ich sag mal, ist einem egal, wie ein Leute ansehen, weil man selber schon sehr gefestigt ist. speaker-0: Mhm. Und über das wollen wir jetzt sprechen. Gerade diese Pain Points, du hast gesagt, du bist Serial-Entrepreneur, was bedeutet das? Wie viele Firmen hast du? Warum hast du sie? Warum mehrfach gegründet? Warum hilfst du trotzdem noch anderen? Jetzt bist du auch noch Papa geworden. speaker-1: Wie viele Firmen existieren noch oder sind schon da unten? speaker-2: Ja, tschüss! speaker-0: Und warum? Erzähl uns die Pain Points. Step by step. speaker-2: Also ich glaube, man muss dabei zwei Dinge anfangen. Vielleicht noch mal einen Schritt zurück. Ich bin eigentlich jemand, ich kann mich total für Themen begeistern und total nicht für Themen begeistern. Ich nenne es immer so dieses unternehmerische Lichtschalter. Entweder bin ich all in oder überhaupt nicht. Das heißt, für mich war die Schulzeit richtig schwierig. Es hieß immer, er könnte, wenn er wollte, aber er will nicht. Es gab Themen, ich habe immer Was ist was Bücher gelesen und jeder wusste, gebt ihm die Bücher zu Weihnachten als letztes, weil sobald er ein Buch hat, ist er weg. speaker-0: Ich weg. speaker-2: Aber in der Schule konnte ich das nicht umsetzen. Ich hab mir gedacht, was ist denn los mit mir? Und in der Schule? Ganz schlimm. Uni hat sich dann auch ähnlich verhalten. Also ich habe 20 Semester erfolgreich BWL studiert, immer so kurz vorm Abbruch. Hatte auch so diese Gespräche mit meinen Eltern, wo ich siehe, da nicht jeder braucht so einen Abschluss. es gibt da auch viele. Ich habe mir gedacht, ich will aber. Und es hat mich immer irgendetwas fasziniert und ich wusste aber nicht so ganz genau, was es ist. Und das hat Jahre gedauert. Und in Wahrheit bin ich dann irgendwann drauf gekommen, dass viele der Dinge, die mich faszinieren, eigentlich gar nicht da sind. Und zeigt euch, dass mich aber Menschen auch faszinieren, die Sachen machen, an die keiner glaubt. Das kann ich heutzutage artikulieren, das konnte ich damals aber nicht artikulieren. Und ich habe dann tatsächlich BWL studiert. Schwerpunkt auf Marketing. Hab zeitgleich, weil ich unfassbare Bühnenangst eigentlich hab, mir gedacht, ich muss dieser Bühnenangst entgegentreten, angefangen als Statist zu arbeiten, weil ich irgendwann gemerkt hab, irgendwie hält mich das zurück. Genau wusste ich nicht warum. Und dann hab mir gedacht, okay, jetzt muss ich diese zwei Sachen zusammentun. Wollte eigentlich über klassisch Fernsehwerbung meine Diplomarbeit schreiben und dann ist mein damaliges Handy kaputt gegangen. Dann hab ich ein neues Handy gebraucht und ich hab eins der ersten iPhones gekauft. speaker-0: Die mit dem silbernen Background noch. speaker-2: Ich habe meine damalige Diplomarbeit über Bord geschmissen und habe mich dann mit meinem Professor darauf geeinigt, dass wir über Mobile Marketing schreiben. Da war ich einer der ersten. 2009, 2010. war toll. Es gab den Begriff noch so gar nicht. Und es war komplette, ich sag mal, Forschungsarbeit. Und ich hatte eine Umfrage. Ich wollte, dass 50 Leute daran teilnehmen. speaker-1: Mobile Marketing in dieser Zeit schon. speaker-2: Und es waren letztendlich über 750, auch unfassbar. Und einer von denen war ein Company Builder. Ich wusste nicht, was ein Company Builder ist. Also erfahrene Unternehmer und Unternehmerinnen, die richtig smarte Ideen haben und jemanden suchen, der blöd genug ist, umzusetzen. Und damals gab es ein österreichisches Start-up namens Runtastic, die kannte damals niemand. speaker-0: Du. speaker-2: Die wollten eine Investmentrunde vermeiden und haben deswegen für andere Menschen Mobile Apps entwickelt. Das hat ihre Marke geschwächt, also kam die Idee, eine Agentur daraus zu machen. Und so bin ich plötzlich in ganzen Start-up-Umfeld gelandet. Und das Unglaubliche war, ich hab davor immer Menschen getroffen, gesagt haben, das wäre so cool, aber es ist so schwierig. Und plötzlich war ich umgeben von Leuten, gesagt haben, mach mal einfach. Das war für mich so ein Genesis-Moment. Das heißt, auf deine Frage zurückzukommen, instinktiv wollte ich irgendwie immer unternehmerisch sein, hatte aber überhaupt keine Berührungspunkte damit. Das heißt, wenn immer ich über Ideen davor gesprochen habe, weil meine Umfelde gesagt haben, ja, das ist aber echt schwierig, ja, das wird aber nichts. Und wenn das alle so sehen, dann ... speaker-1: verdienst du eh nichts. Warum starten? Warum solltest du? Genau, denk doch an die Zukunft. Genau. speaker-2: Ja genau, mach doch was Solides. Es war auch in meinem familiären Umfeld so am besten zum Großkonzern und am besten speaker-0: Einfach nur die Sicherheit. Ja, natürlich. Ich glaube, ist genau ein Punkt der Gesellschaft, den ich ja auch ständig mitbekomme. Wir haben ja da einige jetzt gemeinsam und es ist immer das Gleiche, dass jeder dich davon abbringt, weil sie sagen, komm, geh aufs sichere Pferd, komm, mach die Schule fertig, komm, mach das, was, du willst wieder was ausprobieren. ich denke mal so... Jetzt natürlich nicht. Jetzt natürlich nicht. Es war, glaube ich, noch nie sicher, aber es ist ganz, ganz wichtig, glaube ich, für jeden, der unternehmerisch sein möchte oder auch sich selbstständig machen will. speaker-1: sicher. speaker-0: dass die Leute herumherum genau die sind, die jemanden unterstützen. Und gerade Freunde und Familie sind da oft die falschen. Also gerade die probieren dir noch einmal eine Bremse reinzusetzen. Wie du gesagt hast, komm geh in den Konzern, das ist wichtig. Aber das ist genau falsch. Also da musst du einfach lernen, tatsächlich auch abzukappen. Ist dir auch weh, ne? Also kann ich aus eigener Erfahrung sagen, du musst manchmal Personen aus deinem Lebenskreis oder Umkreis einfach entfernen, ⁓ eigentlich selbst wachsen zu können. da umso cooler ist es, dass du ... Du hast es angezogen, dass du in so ein cooles Team kommst, dass du diese unternehmerische Richtung überhaupt gehen kannst. speaker-2: Das Wilde, weil es aus der Marktforschung kommt, lernt man, wenn du etwas zu 99,5 Prozent weißt. darfst du nicht sagen, ich weiß. Ich durfte immer mein Professor immer sagen, basierend auf den Daten können wir zu der Erkenntnis kommen, dass möglicherweise tendenziell unter Umständen, wenn Compliance und die Rechtsabteilung Ja sagen, möglicherweise. Ich weiß noch genau, wie ich dort bin an meiner ersten Tage und sage, okay cool, wer ist in unserer Zielgruppe? Wissen wir nicht. Der Markt, was wissen wir darüber? Ja, nichts. Aber unser Geschäftsmittel? machen wir keine Ahnung. Aber mach mal. Ich weiß noch, wie ich in dem Moment dort gestanden bin, ich habe mein Leben nicht vergessen und dachte ... speaker-0: Ich bin dies noch nicht. speaker-2: Und dann an dem Tag habe ich aber gelernt, es da so ein anderes System gibt. Nicht nur dieses, wir wissen genau wie und wir machen es inkrementell. Probieren. Probieren. Und plötzlich war ich umgeben von lauter Leuten, die einfach gemacht haben. war für mich dieses, hier wollte ich immer sein. speaker-0: Das speaker-1: Aber wie schafft man das mental, dieses Try and Error, weil man setzt Energie ein, man setzt Tage ein, kann nachts nicht pennen. Das klingt krasch. Try and Error. Und dann merkt man, funktioniert nicht. Ich muss wieder was Neues bekennen. Das macht einem ja, macht auch ja mit einem etwas. speaker-2: klar. weißt du, für mich ist es so ein, wenn mich Leute fragen, auf die Frage, ich habe ein paar Unternehmen mitgemacht, eine kleine Beteiligungsfirma, blablabla, einiges hat funktioniert, einiges nicht. Für mich ist das eine, was Unternehmerinnen und Unternehmer ausmacht sind, die die besessen sind. Die müssen das einfach tun. Ja, die müssen das einfach tun. Es ist so, ja, es hat jetzt 49 mal nicht geklappt. Ja egal, aber es wird schon klappen. Ich muss das jetzt tun. Und das ist so dieses speaker-0: Mhm. speaker-1: Diese Passion. speaker-2: Weißt du, ich glaube, du denkst dir gar nicht drüber nach, jetzt hat das zum zweiten Mal nicht geklappt, sondern wie ein Kind das Fahrradfahren lernt, das fällt halt 17 Mal runter, aber es hört ja nicht auf beim 18. Mal. Und das ist aber der eine Fehler in der Gesellschaft, wenn du ⁓ dieses, ich kann dir diesen Begriff Kultur des Scheiterns nicht ausstehen, weil er steht fürs Falsche, ich. Inhaltlich richtig. speaker-0: Genau. speaker-1: Kultur des Testens. Kultur des Aufstehens. speaker-2: Ja, und das Wiederaufstehen. Es ist so, kein Kind der Welt lernt, wenn du sagst, du kriegst zwei Versuche, hier ist dein Fahrrad, das ist teuer, und wenn du es zerkratzt, dann ist vorbei, mach. Sondern es ist logisch, es fällt hin, lernt etwas, steht wieder auf, es macht so lange, bis es geht. Und das ist so dieses Unternehmerische. Und wenn mich Leute fragen, wann weiß ich, dass ich gründen sollte oder nicht, wenn du nur noch dran denkst, das ist so, mit solchen Leuten zu arbeiten und in so einem Umfeld. speaker-0: Ja, genau. Total inspirierend. speaker-1: Das ist speaker-2: Das ist so seit 15 Jahren meine Heimat. Und einer der Dinge, die ich dann mit gegründet habe, war, da haben wir damals gedacht, okay, aber dieses Start-up-Unfeld, den Begriff gab es damals gar nicht, kannte ich nicht. speaker-1: Heute ist ja alles Start-up. Ist ja alles Start-up. Ich finde, dass es ist mittlerweile überstrabatziert. Völlig überstrabatziert. Ja, aber diese Coolness in der jetzigen Zeit ist gerade ein bisschen schwierig. speaker-0: Das ist tatsächlich etwas, was... Ja weil es so cool geworden ist. Ich gebe dir da vollkommen recht, also gerade wenn du wirklich einen Startup hast mit neuen Ideen, etwas wirklich Innovatives, nicht jetzt ein bisschen inkrementell, sondern wirklich wow, es ist so richtig geil, das ist ein Startup. Aber jetzt nennt sich jeder der Gründer, jeder Selbstständige ist jetzt auch ein Startup, obwohl ein Selbstständiger und ein Unternehmer zwei Paar Schuhe sind. Also man sagt, ein richtiger Unternehmer oder so ein richtiger, also ein richtiger Entrepreneur ist jemand, der aus dem Flugzeug springt oder was, kennst du, ne? Founder hat das gepostet, er springt. Und er baut das Flugzeug, währenddessen er fällt. Er macht es nicht vorher. Er springt und baut es, währenddessen er runterfällt, damit er eben nicht aufs Ziel fällt. speaker-2: Ja, nein, ich muss da schmunzeln, weil das stimmt ja. Das Lustige ist aber auch dieser Start-up-Begriff. Ich glaube, Problem ist, es gibt in meiner Welt sehr viele Begrifflichkeiten, die Menschen Angst machen aufgrund der Begrifflichkeiten. Ein schönes Beispiel ist radikale Innovation. Wenn du sagst, radikale Innovation für angehenden Unternehmer und Unternehmen, dann sagst du vom deutschen Mittelstand, der ist so, oh Gott, oh Gott. Genau. Und wenn es der Zahnarzt sagt, dann haut man ab. speaker-0: Beispiele? Fein, oder? Ja. speaker-2: Aber eigentlich, wenn du sagst, es gibt zwei Arten von Innovation, inkrementelle und radikale. du es aber übersetzt, was heißt inkrementelle Innovation? Eigentlich nur, dass du dafür sorgst, dass du in drei, in sechs, in neun, in zwölf Monaten Geschäft hast und deine Mitarbeiter, Mitarbeiterin bezahlen kannst. Und radikale Innovation heißt, dass du in drei, sechs, neun, zwölf Jahren ein Geschäft hast. Und eigentlich heißt das für mich dann auch nicht mehr Innovation, sondern eigentlich machst du nichts anderes, als dass du Verantwortung für deinen Betrieb übernimmst. Und wenn du dann sagst, möchtest du kurz- oder langfristig Verantwortung übernehmen, dann sagst du ja nicht, entweder oder, sondern sag ja beides. Klar, ich morgen bis Ich will in 10 Jahren leben. Ihr seid in 5. Generation oder? Oh Gott, 11. Dann ist dir klar, ihr denkt ja nicht in Quartalen, ihr denkt wahrscheinlich in Jahrzehnten. speaker-0: 11. Es soll kleiner aufdenken als in Generationen. ist selbstverständlich, dass man so denkt. Wir denken nicht an jetzt, sondern wir denken wirklich, was mache ich heute, welche Auswirkungen hat das in 20, 30 Jahren? Was passiert dann mit den Kindern der Kinder? speaker-2: Das geht ja nicht nur inkrementell, da kannst du nicht nur sagen, ja, machen wir so Stück Stück Stück, sondern dann wir große Bilder. speaker-1: Ja, das hat für mich was mit Vision zu tun. Wie wird sich der Markt verändern? Wie wird sich mein Produkt verändern? Weil diese eine Innovation, die du angesprochen hast, ist eigentlich Produktverbesserung. Mehr nicht. Da kann man jetzt noch drei Passwörter draufhauen, aber das ist Produktverbesserung und dann wird das Marketing angeschaltet und Marketing macht noch drei Instagram-Posts mehr und dann ist das Innovation. Und die andere Innovation ist aber mein Produkt heute, wie sieht mein Produkt in zwei Jahren aus? Wie sieht denn der Markt in zwei Jahren aus? Wie verändert sich das Konsumverhalten etc. etc. Und das erleben wir jetzt gerade. Und jetzt bin ich eben gespannt, wie Startups, heute sagen, du bist ja so Startupper. heute dein Produkt auf den Markt bringst, in der radikalen Geschwindigkeit, wie heute sich das Konsumverhalten verändert, wie sieht denn, mein Produkt überhaupt in einem Jahr, zwei Jahr überhaupt noch gebraucht? Oder gibt es das nicht mehr? Weiß man nicht. Das weiß man nicht. speaker-2: Also erstmal die Antwort ist klar. Richtig, das ist genau die Antwort. speaker-0: Aber das ist ja gerade das Spannende, oder? speaker-1: Spannende finde ich richtig, Victoria. Jetzt bist du aber Familienvater und hast irgendwie eine Frau zu Hause und zwei Kinder zu Hause. irgendwie sagt die Frau zu Hause, ich weiß wie ich, meine Frau hat damals gesagt, wie lange finanzieren wir dein Hobby noch? Wie ich angefangen habe, selbstständig zu machen, 2009. Und ich habe angefangen in einer Zeit, wo Finanz- und Wirtschaftsgese war, 2009. Und die ersten zwölf Monate waren nicht lustig. Bis meine Frau gesagt hat, wie lange finanzieren wir dein Hobby noch? Nicht lustig. Und jetzt hast du... Und ich hatte auch zwei Kinder zu Hause. ich habe... Ich kann mir das nämlich dann super vorstellen. Wenn deine Frau dann mit den Kindern zu Hause sagt, okay Mr. Startup, aber am Monatsende müssen wir Miete und Rechnung bezahlen. Richtig. Und wir wollen was zu essen. speaker-2: Aber weißt du, Spannende ist ja, wie gesagt, wir haben schon über Unsicherheit gesprochen. Ich weiß, meine Kinder werden mich nie fragen, was soll ich beruflich tun. Aber ich weiß, wenn sie mir versagen, wer 40 Jahre an die Frage gestellt hätte, hätte ich unter Umständen gesagt, naja, wenn du sicher gehen möchtest, gute Noten in der Schule. studierst fürs Anständiges und gehst am besten zum Großkonzern. Da wird alles passen, machst einen Bausparer und dann läuft's. Das wäre eine Antwort gewesen. Und jetzt ist die ehrliche Antwort, weiß ich nicht. Und die Antwort, die ich jetzt nur geben kann, auch für mich ist, man muss sich immer wieder neu erfinden, wieder aufbauen, wieder neue Dinge sehen und auch sehr variable Pläne haben. Das ist aber brutal, weil das heißt, ich weiß auch nicht, was in zehn Jahren sein wird. Ich weiß, was mich antreiben wird. Dasselbe. Ich weiß die Person, die ich interessant finde, dieselben. Was wir dort tun? I have no idea. was man heutzutage wirklich jedem mitgeben muss, dass man einfach Flexibilität einplant und dass selbst die sichersten Jobs, möchte niemanden zu nahe treten, aber angenommen hätte ich gesagt Steuerberatung, sicherer Job. Hätte man jetzt vor zehn Jahren gesagt, macht es super bodenständig, in Zeiten von KI alles was gewissen Regeln folgt, ist dann so bisschen, so eine Sache. speaker-1: ja kloot macht hier überflüss speaker-0: Ich war einer der Ersten, die sich sofort die Macbook Minis gekauft hat und alles mögliche ausprobiert hat. speaker-2: Ich habe eine Lehrveranstaltung auf der Wirtschaftsuni, die heißt Entrepreneurship und AI. Zwei Jahre da ich zu einem befreundeten Professor hingegangen. Ich habe dort ein Pitch-Training gemacht, seit vielen Jahren. Und habe zu ihm gesagt, ich glaube, diesem KI, mit dieser Vorlesung, wir haben, wo man in einem Semester von der Idee bis zur ersten Markttest, ich glaube, das geht schneller. Ich habe was meinst du denn, Nobby Lang? Ich ich nicht, ich sage mal, Stunden. Und er, Peter, hat gesagt, okay cool, probieren wir es doch aus. Haben wir eine Lehrveranstaltung gebaut. Haben wir im ersten Semester an der Wirtschaftsuni alle Tools ausprobiert, alle Mist. Im zweiten haben wir so bisschen Prototypen. Jetzt haben wir mittlerweile ein fertiges Tool, heißt Frontier Labs. Das wird Grundung Nummer 7, weil du gefragt hast. Und das Krasse ist aber, das was ein Semester gedauert hat... können wir in ungefähr vier Stunden machen. Das ist wild. Das ist so wild. Du brauchst nur die Person dahinter, es machen kann. Die Geschwindigkeit dieser Veränderung ist so krass. Und Claude, du hast es angesprochen. ich habe die letzten Tage meine Website umgebaut. Wir haben uns darüber unterhalten und es gab hier ein paar andere Dinge. Du, ein paar Monaten... speaker-1: Dein Speaker-Real, dann kannst du heute wunderbar schneiden über die Kais. speaker-2: so wild oder man sagt Claude in Prosa sagt du schau ich hätte das gerne ich musste meine Website übersetzen früher war das so ein riesen Thema obwohl ich Bilingual bin schrecklich sagt man Claude du das war jetzt richtig schön macht das mal auf Deutsch das rattert währenddessen kann ich meine Tochter wickeln, komm wieder dann stellst du mir noch zwei drei Fragen und wow aber das krasse ist und das finde ich so spektakulär an dieser Zeit ist wo hast du noch Zeit Darüber nachzudenken, was da passiert. Das ist so wild, wenn du komplett durchgetaktet bist. Musst du auch irgendwo Raum für dich finden, du diese Dinge geistig verarbeitest? Genau, genau, genau. Hab ich eine Antwort für dich. speaker-1: bleibt der Mensch? Das ist die zentrale Frage. Wo bleibt der Mensch? Weil wir werden erleben, dass viele white color people ihren Job verlieren durch die KI, durch die verschiedenen Themen. Wir werden erleben, dass der Klempner und der Schreiner mehr Geld verdienen werden als die Anwälte, weil sie die gefragtesten sind, die im Markt sind. Wir werden erleben, dass wir in 10 Jahren 9 Millionen arbeitslose Uberfahrer haben werden, weil selbstfahrende Autos unterwegs sind. Wo bleibt der Mensch in dieser ganzen Bubble? Wo bleibt, wo ist Tomorrow Mensch? speaker-2: Also ich gehe mal in die andere Richtung. Es gibt erstmal ein paar Dinge, mit denen man feststellen muss. Für mich heißt ja KI nichts anderes, das KI nimmt bestehende Daten und probiert Muster zu erkennen und probiert den wahrscheinlichsten Ausgang hervor zu sagen. Das heißt eine KI hätte zum Beispiel auch gesagt, wir können uns ja an diese coolen Nokia-Handys von früher erinnern. speaker-0: Immer kleiner. speaker-2: Immer kleiner geworden sind Snake, war drauf, 7 Tage Akkulaufzeit. Hätte man einer KI gesagt, denkt das Ding neu, was wäre rausgekommen? Noch kleineres Handy, noch mehr Akkulaufzeit. Es wäre aber nie ein iPhone rausgekommen. D.h., ich glaube, eine KI ist fantastisch für inkrementelle Innovation. Aber das radikale Neue, das ist das, was wir noch immer gut können und besser können werden weiterhin. Es ist aber die Schwierigkeit, Neues zu machen, noch gefährlicher. Weil alle anderen simulieren jeden Ausgang und ich habe das 17-mal simuliert, das wird wohl nicht klappen. Warum glaubst dass es noch immer klappt? Und wenn man dann sagt, aber ich glaube daran, sich dann durchzusetzen, das anderen zu vermitteln, zu sagen, warum glaube ich daran und warum möchte ich, dass du auch dran glaubst, das ist etwas, was wir Menschen meiner Meinung nach lange noch weiter besser können. Richtig, also gewisse Kreativität ja, eben vom speaker-1: Diese Kreativität, die würde die KI nicht ersetzen. speaker-2: von der Evolution 11 auf 12 kommt, 13 auf 14 und auch bestimmte Szenarien vorherzusagen. Aber dieses von 0 auf 1, dieses radikal Neue, das wird eine KI meiner These nach immer wieder ablehnen. Das wird sagen, das ist nicht der wahrscheinlich Ausgang. Aber Innovation, was ist denn da der wahrscheinlich Ausgang? Es gibt so ein schönes Beispiel, ihr doch diese Summat-Taps, Ja. Geil. Wie sind die entstanden? Der Marketing-Chef von diesem Konzern ist eben nicht nur auf Fachmessen in seinem Bereich herumgelaufen, sondern war unter anderem auch auf einer Fachmesse für Süßigkeiten. speaker-0: schwer vernetzen. speaker-2: Ja, und dann hat er auf etwas gebissen, was diese Industrie für immer verändert hat. In der Mitte eine Haselnuss, dann drumherum Schokolade, außen Karamell, Toffifie. Der auf ein Toffifie gebissen, hat sich das Ding angesehen und gesagt, das ist sehr unfassbar, wie macht ihr das denn? Und hat an dem Stand eine alte Toffifie-Maschine gekauft, da haben die dort Waschmittel reingestopft, Sommat. Der Punkt ist, das wird eine KI nicht sein, probiere mal hier bei den Süßigkeiten rum zu pfuschen, macht das doch mal, sondern du ja nie drauf kommen. Und das ist etwas zutiefst Menschliches und das ist etwas, aber das ist etwas, das nicht mehr sehr viel bleiben wird. Also wie du sagst, die 9 Millionen Oberfahrer, werden natürlich nicht alle kreativ arbeiten und das ist natürlich ein Bild der Veränderung. Und was auch krass ist, wenn man 17 Schritte nach hinten geht... Schulsystem, Bildungssystem, da bleibt eine Menge auf der Strecke. Wenn man längst das Schulsystem kommt, wenn man es ganz, ganz, ganz distanziert betrachtet aus einer Zeit aus dem 19. Jahrhundert, wo man Menschen für die Armee oder für die Industrialisierung vorbereitet hat, dass sie funktionieren in der Maschine. Ja, wenn du heutzutage was ändern willst, einer der Dinge, ich mit einer anderen Gründung für mich gemacht habe, namens Austrian Startups, Non-Profit Unternehmertum, so normal wie Skifahren zu machen in Österreich, ist die Entrepreneurship-Woche, wo gesagt wird, okay, wir wollen das Kinder am Gymnasium, Jugendliche, für eine Woche unternehmen. sehr sehr cool. Aber das Thema ist, ansonsten werden die da kaum darauf vorbereitet. Wenn du im Lehrplan was ändern willst, dann dauert das im Durchschnitt, wenn ich richtig informiert bin, so ⁓ die zehn Jahre, wenn du dran denkst, wie lange eine Veränderung heutzutage braucht, das ist ja in Wochen, das ist in Monaten, wenn du aber Menschen auf das Morgen vorbereitest, das sich immer schneller ändert, aber im Durchschnitt dauert es zehn Jahre bis das passiert, dann ist dieses Delta der Abstand zwischen den zwei richtig wild und das ist etwas... speaker-0: In meinen Augen könnte man diesen Step sehr wohl schneller verändern, indem man die richtigen Lehrer hinschneckt. Ich möchte jetzt nicht gegen die Allgemeinheit gehen, aber auch wenn der Raum so bleibt und das Schulsystem so ist, es ist, wo ich nach wie vor glaube, ist ein Gefängnis für viele Unternehmer. Das ist gar keine Atmosphäre, wo man sich entwickeln könnte. Aber trotzdem, wenn eine Person da steht, die motiviert ist und die vielleicht auch selber Bock hat, auch in diese Richtung zu gehen. speaker-2: Da einige Themen auf uns zu. speaker-0: dann kann die schon sehr viel bewirken. Aber wir haben ja einfach dieses ganze System, so wie es jetzt schon ist, nicht einmal den Punkt wollen wir ändern. Und es gibt auch niemanden, der das freiwillig machen möchte. speaker-2: Ich glaube, es gibt ein sehr schönes Beispiel vom LinkedIn-Gründer. Der hat mal gesagt, bin ja halb ihrer, halb Norddeutscher. Das heißt, ihr mag das Maritime immer sehr gern. ihr kennt die Seepocken? Wisst ihr, was Seepocken sind? Diese Dinger, so am Rumpf des Schiffes speaker-0: Ja, ja, ja. speaker-2: Du kannst das tollste Schiff der Welt haben. Das geht auf hohe See, ist super. Über die Zeit haften immer mehr Seepocken. Das sind Prozesse, historische Entwicklungen. Irgendwann muss dieses Schiff ins Trockendocken. Was sie machen, ist, raspeln alle Seepocken ab. Aber bei uns ist es so, in vielen Unternehmen, aber auch in der Bildung oder in unserem ganzen gesellschaftlichen System, dass keiner diese Seepocken entführt. Es wird immer weiter draufgebaut, bis dieser Kahn irgendwann von alleine umkippt, egal wie hochseetüchtig der ist. Wir sind gerade im Bildungssystem an einem Punkt, man sagen muss, vielleicht geht es nicht mehr darum, immer wieder weiterzugeben, sondern Wissen anzuwenden und Menschen zu vermitteln, wie kann ich mir Wissen aneignen, wie kann ich mit dem Wissen umgehen und vor allen Dingen, wie kann ich lernen, mich immer wieder neu zu erfinden. Das wird die Challenge sein der Zukunft und das ist eben das eine, was so fehlt, dass man eben nicht lernt, hier sind die Gesetzmäßigkeiten nach, das brauchst du für immer und full stop, sondern du solltest in der Schule darauf vorbereitet werden, dass du dich immer wieder verändern musst. Jetzt muss man natürlich sagen, ja, das ist schwierig. Aber man muss irgendwann an dem Punkt sein und der schon längst erreicht ist, dass sagt, okay, stopp, Jetzt müssen wir uns komplett umdenken. Jetzt würde man sagen, das kann man doch nicht machen. Ja, cool. Aber es ist einfach die Veränderung ist so rasant draußen und dann bildest du in der Schule so langsam aus, da ist die Katastrophe vorprogrammiert. Das ist so ein Thema, boah, das ist ein Riesenbau. speaker-0: Aber so bleibt es nach wie vor, dass die Kinder, Eltern haben, die Unternehmer sind, die immer einen Abstand haben. Es spaltet sich immer mehr und immer mehr. gerade in der Geschwindigkeit, wie es jetzt ist, könnte ich von heute auf morgen noch mal 10 Firmen aufmachen, weil ich diese Möglichkeiten habe, die vor 15 Jahren nicht da wären. Aber einer, der solche Eltern nicht hatte und das nicht mitbekommen hat. Der kommt nach Hause und der schaut Netflix. Der hat gar keinen... Gehirn, das hat ja nichts mehr mit der Persönlichkeit an sich auch zu tun. Es hat einfach etwas mit einem Gehirn zu tun. Das wurde nicht entwickelt, das wurde nicht gefordert. Der denkt nicht einmal drüber nach, dass er diese Möglichkeiten... Also, Entschuldigung, ich sage euch ganz ehrlich, es gibt Leute, die wissen noch nicht mal, was JGPD ist und das sind junge Leute. Ich war bei der Polizei und habe eine Anzeige gemacht, weil ich jemand ist reingefahren, Fahrerflucht weggefahren. speaker-1: Witti! speaker-0: Also wie altmodisch das da drinnen ist und wie die noch arbeiten. Und meine Frage war, hey, du könntest das und das das machen, dann wären meine fünf Minuten fertig. Anstatt dass ich drei Stunden für eine Anzeige gebraucht hätte, die haben das nicht mehr gewusst. Und das waren junge Personen, die waren alle unter 30 und haben nicht einmal eine Ahnung, was da am Markt ist, was ihnen eigentlich Arbeit erleichtern würde. Und da frage ich mich, wie geht das? speaker-1: Daniel, wie sieht dein täglicher Ablauf aus als Startupper? Als Startupper, bist ja auch an der TU Wien, du gibst Unterricht, du gibst Fachkurse zu KI und Innovation. Wie sieht dein täglicher Ablauf aus? Und start-up-mäßig, wie viele Cola-Dosen pro Tag, damit du wach bleibst? Und wie viel Starbucks-Coffees und so weiter stapeln sich bei dir zu Hause im Büro? speaker-2: Ich hab letzte Woche eine Keynote gehalten, aber die Frage, was ist dein erster Gedanke, du morgens hast? Und meine Antwort war, ist die Windel voll? Und die Dame, die mir die Frage gestellt hat, tierisch ersetzt von dieser Antwort. Die gehofft, ich stehe morgens auf, mach Yoga und geh in so eine Kältekammer. Also morgen stehe ich auf und wechsle mal Windel und mach Frühstück oder meine Frau und dann haben wir die zwei Kinder. Aber was tue ich? Ich habe keinen normalen Tagesablauf. habe meine sehr unregelmäßigen Abläufe. habe einen Fixpunkt jede Woche. Das ist Podcast, den ich aufnehme, ähnlich wie ihr. Das mache ich einmal die Woche, mittlerweile 500 Folgen, wo ich mit einem Freund von mir, der ist Future Weekly, so die Tech-Themen, da warst du schon mal Gast, bespreche. Was ist da jetzt passiert, was ist nicht, was ist Neues dazu? Und dann ist das etwas, was mich einfach zu tiefst beschäftigt. Wie kann ich das, was gerade so passiert, umsetzen? Wie kann ich das verstehen? Und dann habe ich den ganzen Tag immer wieder an bestimmten Punkten meine Calls, meine Meetings. Wir haben nicht viel auf Reisen für meine Vorträge, aber es klingt so abgetäuschen. Ich habe keinen normalen Tag. Und das ist das wirklich cool. Ich habe manchmal einen Montagvormittag, wo ich einen Podcast mache. speaker-0: Das ist ein normaler Tag. speaker-2: Aber was lustig ist, ich habe alles immer sehr komponiert und sehr geblockt. Das ist das Spannende bei mir. habe zum Beispiel in zwei Wochen eine Lehrveranstaltung, die ist in zwei Tagen, jeweils neun Stunden. 18 Stunden in zwei Tagen. speaker-0: Das ist Tempo. speaker-1: vorbereitet. speaker-2: Das ist Vorbereitung, das ist Tempo. Das heißt aber, dass ich in der Zeit mehr lerne, als man es normalerweise in Monaten tun würde, weil es mit angehenden Bachelor-Studentinnen und Studenten Und ansonsten ist es für mich ein einfach, versuchen, den Themen, da so passieren, zu beschäftigen. Dass ich wirklich auch ein bisschen Zeit habe, mich damit auseinanderzusetzen. Ich beschäftige mich viel mit meiner neuen Gründung, die heißt FrontierLab, wo wir eben genau dieses, was wir aus diesen... anderthalb Jahren an der Uni gelernt haben, dass wir probieren Menschen Tools zu geben, womit sie möglichst schnell Technologie auf die Straße bringen können. Wo wir sagen, es gibt so viele Menschen, gerade im Spin-Off, Spin-Out Bereich, die technisch super sind, gerade in Europa, technisch tipptopp, unternehmerisch ausbaufähig. Das kannst du aber sehr schnell mit einer KI bauen. Und das ist gerade das, was wir jetzt gerade mit den ersten friendly Customern auf Schiene bringen. Fraunhofer ist da einer von denen, die jetzt als erstes Daumen so richtig aufregend Und weißt du, für mich ist es halt so schwer, diese Sachen auseinanderzuhalten, was ich mache, weil... speaker-1: Aber gibt es so diesen Startup Dream, hey ich gründe jetzt eine Firma. Und gibt es ein Exitdatum, gibt es eine oder ist das etwas, du weitertreiben möchtest und weitertreiben willst? Und vor allen Dingen, ich komme auf dieses Thema Tipping Point zurück. Malcolm Gladwell, das Buch geschrieben hat. Es gibt so diesen Moment, wann hast du gemerkt von dem ganzen Testing und dem ganzen Ausprobieren und ganzen der Tipping Point? Wann war bei dir der Tipping Point da, wo du gemerkt hast, da kann ich jetzt wirklich auch Geld verdienen und Familie. speaker-2: Da gab es eigentlich zwei und die waren beide nicht so trennscharf. Der erste war mit der ersten Gründung tatsächlich, weil ich habe das erste Jahr wahrscheinlich so viel wie einen Kellner verdient an zwei Tagen, wenn überhaupt. Und das war brutal und dann ging das plötzlich rauf und das habe ich gedacht, das ist sehr, cool. Da habe ich aber eine Sache gemerkt bei dieser Agentur, die es übrigens noch immer gibt, die heißt All About Apps. Ich habe sie aber rund nach, ich müsste lügen, 2,5, 3 Jahren verlassen als CMO und Co-Founder. Ich habe dann für mich gemerkt, dem Moment, das Ganze plötzlich so angefangen hat, richtig gut zu funktionieren und einfach so zu skalieren, dann fand ich es gar nicht mehr so interessant. speaker-1: Da wird's langweilig. Das ist schrecklich, das ist schrecklich, ich bin dann auch derjenige, der bei mir sagt, vom Anfang, okay, und jetzt? Jetzt läuft die Kiste und jetzt? Und jetzt? Was können wir neu machen? speaker-0: Und du hättest es ernst. speaker-2: Ja, ja. speaker-0: Bei mir kommt da der Punkt, wo ich gelangweilt speaker-2: Genau, genau. Und dann ist es bei mir sehr kompliziert geworden. Ich weiß, wir haben damals irgendeinen neuen Kunden wieder in Land gezogen. Ich hätte mich freuen müssen. Ich habe mir innerlich gedacht, jetzt geht das wieder von vorne los. Wieder das same, same. Und das fand ich einfach... Und dann sind ein paar sehr wilde Dinge parallel passiert. Es gab in Österreich die Anbahnung einer Fernsehsendung namens 2 Minuten 2 Millionen. Die österreichische Version der Höhle der Löwen. Ich hatte damals schon Startup-Events moderiert. Und ich hab gedacht, irgendwas hat mich getrieben, da muss ich rein. Ich muss das moderieren. Ich muss das mitmachen. Und dann ich mich da irgendwie reingebracht und hab das dann mit Sonja Kraus moderieren können, das war wild. Es ging aber nicht ganz in die Richtung, die ich mir vorgestellt hab. Aber dann hab ich plötzlich gemerkt, ich hatte da vorher mal so bisschen hin und her... Das ist noch immer so krass. das ist... Das hab ich aber auch... Damals hatte ich noch niemanden davon erzählt. Das wär jetzt lustig. hatte niemanden erzählt, dass ich Bödenangst hab. Ich hab gedacht, sie größte Schwäche. Aber ich bin der Einzige, der das hat. speaker-1: Was macht du deiner Bühnenangst? Und das im Fernsehen? speaker-2: Ich hab dann moderiert und bin nach der Sendung nach Hause gekommen. gedacht, bei der Rückfahrt im Leihauto, mein Gott, jetzt bist du Fernsehmoderator geworden. Du hast noch immer die Hosen voll. ist dir los? In dem Tag hab ich gemerkt, dass Mut für mich nicht heißt, keine Angst haben, sondern Mut heißt tierisch Angst haben. Das war für mich so Moment, okay, das ist krass. Das muss ich ändern. Hab dann angefangen, auch darüber zu sprechen. Hab angefangen, Leute zu trainieren, wie man präsentiert und solche Dinge. Und immer über meine Angst gesprochen. speaker-0: und trotzdem ... speaker-2: Ich habe es dann sehr auf die Spitze getrieben, weil ich dann irgendwann mit Red Bull gemeinsam ein Format entwickelt habe, wo wir gemeinsam Fallschirmspringen waren und einen freien Flug gepitcht haben. Ich bin der erste Mensch, der einen freien Fall gepitcht hat. Ich habe mir gedacht, ich baue eine Methode, dass du unter ärgstem Stress präsentieren kannst. Was kann denn der ärgste Stress sein, den ich optisch darstellen kann? Freier Fall. speaker-1: dann erzählen wir uns über den Mythos des Elevators Pitches, wie einer in den Lift einsteigt. speaker-0: Best support dabei. speaker-2: kann ich dir ganz schnell beantworten. glaube die meisten Menschen sind so f***ed up. Ja natürlich. Jein. Jein. speaker-1: Und müht das auch? speaker-0: Ich finde es genauso. Du wartest bis es Ding macht und du hast genau die Zeit, ⁓ es zu pitchen. speaker-2: Also es gibt zwei Seiten dafür. Es gibt diesen Elevatorpitch, aber es gibt nicht diesen perfekten Pitch. Für mich ist ein Pitch, für die meisten ist es, sie probieren alles in einer bestimmten Zeit zu sagen. Aber für mich ist ein Pitch nichts anderes als ein Gesprächsstarter. Und wenn ich das verstehe, dann kann ich perfekt pitchen. Es geht ⁓ zwei Säulen. wie ich es in meinem Buch immer schreibe, geht um zwei Dinge. Nummer eins, du möchtest dir Zeit verdienen. Das heißt, in einem Elevator-Pitch, ich 20 Sekunden mit jemanden habe, möchte ich nur dir sagen, du, habe hier etwas, ich freue wahnsinnig, wir uns nach einem Kaffee schnappen und 10 Minuten reden. Und dann bei den 10 Minuten sagst ja cool, ich muss aber meinen Flieger, aber es ist super spannend, lass uns einen Call ausmachen für eine Stunde. Und den Call für eine Stunde sagen, ja, es super cool, komm doch mal vorbei, machen wir Workshop on site und irgendwann einen IPO in Weltherrschaft. Das ist das eine. speaker-0: Vom Ohr. speaker-1: IPO und Wilder speaker-2: Man muss ja auch groß denken. Und Schritt zwei ist, ich muss Vertrauen aufbauen. Das heißt, ich muss eigentlich immer wieder vermitteln, warum ich das kann. Wenn du so willst, ist ein Pitch nichts anderes als ein Gesprächsstarte. Und wenn du es noch trivialer willst, ist ein Pitch nichts anderes als ein erstes Date. Und bei dem ersten Date entscheidest du, sehen wir uns noch mal? Oder nicht? Und das lustige ist aber, die meisten Menschen überfordern Menschen im Pitch. Weil sie probieren... ...probieren alles im ersten Pitch. speaker-1: Das Produkt zu verkaufen, anstatt Empathie und Verbindung aufzubauen. speaker-2: Und ich sag immer, du, beim ersten Date willst du auch nicht gleich heiraten, Kinder kriegen. Ich mein, vielleicht hast du die Absicht, aber du wirst dir nicht gleich beim ersten nach zehn und sag, du, ich find dich klasse, der Priester wartet schon und lass uns mal anfangen. speaker-1: Da gibt's eine Sendung, die heißt irgendwie Hochzeit, wo die gerade da vor die Bühne ⁓ speaker-0: Wieso schaust du mich dann? Ich schau kein Fern. speaker-2: Ja, Aber das ist das, ich halt beim Pitchen gelernt habe. Beim Pitchen ist es einfach ein ganz simpler Gesprächsstarter. Wo ich in ganz einfacher Sprache einfach ein Gespräch starte. Und das ist das eine. Und ich muss aber auch der anderen Seite voraussetzen, dass die andere Person gerade gar keinen Kopf hat. Das heißt, wenn man dich oder dich im Aufzug schnappt, Freitag, 17.49 Uhr am Flughafen, sagt, du, ich habe eine Idee, bla bla bla, komplizierte Worte, du, hau ab. Aber wenn ich... speaker-1: ... auf dem Markt. speaker-0: Und dann... Ich hör's mir gern an. speaker-1: Ich bin auch genau das Gegenteil. speaker-2: Aber backen. Ja, genau. Einfachste Sprache, diesen Moment zu nutzen, die simpelste Sprache, dann kommt man richtig weiter. Das ist das Thema Pitch. Das habe ich sehr weit getätigt. speaker-0: Wie? Wie? speaker-1: Pitching for dummies. Wie funktioniert der richtige Pitch als Pitch Profit? speaker-2: Ich muss in einem simplen Satz erklären, was ich mache. Ganz kurz, da muss ich das Problem umreißen, auch in einem Satz. Lustigerweise, das ist der Moment, den die meisten überbauten. Wenn ich 3 Minuten hab, benutzen Leute 2,5 Minuten, ganz ehrlich, wenn ich euch sagen würde, ich glaub, dein Raum brennt, braucht die nicht mehr. Dann würd ich sagen, was, echt? speaker-0: Was, echt? speaker-2: Ich würde nicht sagen, glaube, dass dieser Raum thermische Probleme haben könnte. Dann hole ich mein Whiteboard und fange an auszuholen. Also, Probleme ganz, ganz, ganz schnell umreißen. Und jetzt kommt meine Lieblings-KPI. Die sind alle über 18, oder, die zuhören? Ja. ich einen Schiffwort benutzen? Sicher. Steht auch in meinem Buch. Meine Lieblings-KPI, heißt The BFM, The Big Fucking Number. Merkt sich ja auch jeder. Das heißt, ich brauche dann eine große Zahl, die mir in den Raum stillt. speaker-1: Yes. speaker-2: wie groß der Markt ist, wie groß dieser Impact ist, ⁓ dann über die Lösung zu sprechen, wo ich gerade bin, was die nächsten Schritte sind und was ich brauche. Das heißt, in einem Satz erklären, was ich mache, ganz kurz Probleme umreißen, sagen, wie groß das Problem ist, wie die Lösung aussieht, nächsten Schritte und was ich brauche. Und wenn ich das habe, super simpel. Und dann muss ich aber eine Sache wissen, was direkt nach dem Pitch passiert, Fragen. speaker-0: Genau. Ich will nicht verletzt Das wollte ich jetzt nämlich hinaus. Ich hab dich immer nicht. Ich kenn dich jetzt schon länger und ich war ja selber auch zweimal bei der Show dabei. ich hab den, also diesen Ablauf, den du vom Pitch erwartest, das machen ja die meisten dann. Und ich bin einfach genervt, wenn ich immer die gleiche Reihenfolge höre. Und dementsprechend hab ich es ja immer, wie du weißt, anders gemacht. Aber genau so, dass ich weiß, welche Fragen sie mir dann stellen. Also ich lass die Themen beim Pitch so offen, dass sie es geil finden. und ich ganz genau weiß, wo sie nachfragen. Und darauf knalle ich ihnen die Antworten. speaker-2: Das ist ein Gesprächstarter. willst ein Gespräch starten. Wenn du das genauso machst, startest du das Gespräch. Was du angesprochen hast, es gibt keinen perfekten Pitch. Das, was ich gerade umrissen habe, ist ein großartiger Punkt zu starten. Dann ist es aber diese Erkenntnis, dass man sich immer wieder neu erfinden muss. speaker-0: die Persönlichkeit reinbringen oder? Die Persönlichkeit reinbringen, weißt du, viele reden eben nur kalt über das Produkt. speaker-1: Investoren kaufen nicht das Produkt, die kaufen den Mensch. speaker-0: Sollte genau so sein. speaker-1: weil authentisch und wirklich brennend für das Ding, was du davor hast. Und ich sage, ich will in den Business Case, ich kenne meinen Exitplan schon, weil du musst wirklich das Produkt brennen. speaker-2: Ja, sei authentisch. Und das Schlimmste ist, wenn ich einfach einen Pitch habe, den ich in alles reinwürge. Ich muss immer an meinen Gegenüber den Pitch anpassen, deren Sprache sprechen und wissen, was die gerade beschäftigt, welche Emotionen sie haben. Das heißt, ich muss mich so stark reindenken und dann komme ich auch weit. das ist für mich das Thema. Generell so dieses, wie man sagt auf Englisch, dieses overarching topic, Über allem drüberstehen, ist mich dieses Du darfst nicht etwas machen und sagen, jetzt ist das perfekt und gut. Du musst es immer wieder neu erfinden, wieder neu machen, wie so eine Metamorphose, immer wieder neu, neu, neu, neu, neu. Und das finde ich halt so wahnsinnig aufregend. Und das ist so cool. Und was ich noch beim Pitch gelernt habe, ist, ich darf nie davon ausgehen, dass die andere Seite sich vorbereitet hat. Nie davon ausgehen, dass die andere Seite auch nur ansatzweise nachher... speaker-0: was weiß man. speaker-2: Richtig. Und das lustige ist, wenn ich meine Pitch-Trainings in Acceleratoren oder Firmen oder Unis mache, mache ich es immer so, ich habe dann einen Teil, bin ich dann zwei Stunden und erzähle ungefähr was ich tue, oder drei Stunden, und dann komme ich ein, zwei, drei Wochen später wieder und mache die One-on-One-Trainings. Die Leute fragen mich vorher, willst du was über die Teams wissen? Willst du wissen, ich will nichts wissen? Nein. speaker-0: Klar, sonst wirst du gleich mal vor eingenommen und du kannst dir schon was denken. speaker-2: Das heißt für mich ist jeder Pitch quasi day one, weil es einfach für mich jedes Gespräch muss ich begreifen, was die machen und wenn ich es nicht kapiere, kapierst es auch nicht. Und das ist aber wahnsinnig aufregend, weil ich einfach seit mittlerweile, mein Gott, 15 Jahren regelmäßig unglaublich smarte Leute treffe und ich darf ihnen permanent sagen, ja verstehe ich nicht, erklär mal nochmal, verstehe ich Ich verstehe es, das ist super, aber es gibt mir natürlich auch eine Weitsicht auf Dinge und das ist so... Unter anderem, ja? speaker-0: ist gut. Vom Beruf verstehe ich nicht, Coach. speaker-1: Ab einem gewissen Moment muss man lernen, zu sagen, wenn man im Unternehmerbereich ist und so weiter. ich glaube, als Pitch-Coach muss man lernen zu sagen, ich habe es nicht verstanden. speaker-2: Ja, und das Lustige ist, weil du mich vorhin gefragt hast nach diesem Tipping-Point, es gab einen zweiten Tipping-Point für mich. Und das war, als ich irgendwann gemerkt habe, dass dieses Auf-Bühnen-Stehen, dass ich damit tatsächlich davon leben kann. Das habe ich mir nie gedacht. Das hat mir nur Spaß gemacht, ich fand das witzig. Ich habe gedacht, dass ich damit je Geld verdienen würde, weil ich am Anfang nur Start-Up-Events moderiert habe, Hosen gestrichen voll, aber irgendwie hat mir Spaß gemacht. Und dann als die ersten kamen, sag, du, kannst du uns mal bisschen erklären, wie das mit Start-ups ist und kannst du verstehen, kannst du bisschen dahinter bleiben? Ja, klar, okay, mir aus. Und irgendwann kamen dann immer mehr solche Anfragen. Wirklich? Also echt? Dann kam irgendwann dieser Moment, ich kann das machen und dann bin ich da auch richtig all in gegangen, weil ich hab mir gesagt, das Unternehmerische will ich so machen, ich will immer Frühphasen machen, das heißt, ich weiß, da verdiene ich nicht. Okay, das heißt von dem anderen. speaker-1: Wir zahlen speaker-2: Da muss ich auch all in gehen. Ich bin all in auf das ganze Kinothema gegangen vor ... 2013 war das? 2014? Ich muss genau nachschauen. Ich bin sehr schlecht mit Daten. Ja, und dann hab ich gemerkt, davon kann ich leben. Das war richtig aufregend. Ich konnte nicht glauben, dass ich über Dinge reden darf, die mich begeistern. Mit Menschen, die faszinierend sind. Man kriegt auch noch Geld dafür. Das war nie die Motivation, sondern ... Das war spektakulär. Und so habe ich mir dann meine eigene Welt gebaut, ich auf der einen Seite unternehmerisch Sachen machen kann. Ich konnte auch erste Investments tun in ganz, ganz, ganz frühphasige Startups. wenn man sich sagt, du machst ja so viel, wir hängen das zusammen. Naja, wenn man denkt, ich bin auf Unis, wo ich auf Leute treffe, die an ganz grundlegenden Dingen forschen, lange bevor das unternehmerisch ist. Ich kann mit denen arbeiten, aber sehr früh Dinge sehen. Ich konnte mit Austrian Startups ein Ökosystem über 12 Jahre lang mitentwickeln und man sagt, aber hier bräuchte man dies, hier bräuchte man jenes. Das heißt, man konnte mitgestalten auf politischer Ebene und und und. Und dann natürlich dieses unternehmerische andere beraten, wie das Ganze funktioniert. auch nochmal aufregend und dann auch noch drüber sprechen. Das heißt, wenn du so willst, ist das wie ein wie ein langer Funnel. Und wenn man sagt, was mich eigentlich in Wahrheit antreibt, ist es, ich liebe es, aber ich liebe es einfach. so früh wie möglich von Ideen zu hören, so früh wie möglich mit Menschen zu arbeiten, die an diese Ideen glauben und ihnen dann zu helfen, diese weiterzuentwickeln. Das ist einfach cool. Und das Witzige ist, das verändert sich ja regelmäßig. Es wird ja immer brandaktuell an. Wenn man sagt, Sachen, ich früh gelernt habe, waren vielleicht für ein paar wenige Startups relevant, sich... Weil wenn man sagt, das ist eigentlich ein Startup, dann ist für mich ein Startup jemand, der eine Hypothese aufstellt, die sagt, ich glaube, diese Idee könnte funktionieren. Ich glaube, das wird sich an Markt entwickeln. Und ich glaube, in diesem Markt könnte es ein Geschäftsmodell geben. Und ich glaube, dafür zahlen Menschen Geld. speaker-1: Es ist ja nicht nur immer ein Produkt, es ist ja auch eine Dienstleistung. Die Dienstleistung, also es muss nicht immer ein Produkt sein, wo gerade neu auf den Markt kommt, sondern es muss eine, auch eine Dienstleistung sein, die genau jetzt, weil die Welt ⁓ sich verändert hat, jetzt genau gebraucht wird. Genau. Weil ich mag mich an meine Zeit erinnern, wie ich noch ein bisschen jünger war mit meinen Ideen, ich war auch mal zu früh. speaker-2: Ja, ja, komplett. Ja laufst du? speaker-1: Ich war zu früh mit meinen Ideen und bin baden gegangen mit dieser Idee und drei, vier Jahre später ist das aufgegangen und sieh zu oder pass auf, auf einmal läuft die Hütte. Du kannst auch zu früh sein, weil du schon wieder mit deinem Kopf ... speaker-0: Die meisten Visionäre sind tatsächlich immer zu fern. speaker-1: Ich habe mir zwei Sachen Schiffbruch damals erlitten, wo ich dann 2009, als ich mich dann wirklich selbstständig gemacht habe, es nochmal probiert habe und dann ging das auf einmal ab. Aber ich habe das schon vier, fünf Jahre vorher probiert, wo ich zu früh war. speaker-0: Also ich kenn wenige... speaker-2: Ja, auf jeden Fall. speaker-1: Gibt es von den Start-ups, von den Start-ups, die du begleitet hast oder die du selber gegründet hast, aber vor allen Dingen auch begleitet hast in diesem ganzen Kosmos, welche, die heute noch am Markt existent sind, die auch wirklich für die Österreicherinnen und Außen und Österreichern wichtig sind, die sie im Alltag nutzen können? speaker-2: Also für mich ist, wenn ich so letzten 15 Jahre Revue passieren lasse, vom Impact her mein wichtigstes Baby eigentlich Austrian Startups. Was entstanden ist, das ist ein Non-Profit, muss man dazu sagen, weil die anderen Sachen, waren einige gute Sachen dabei, nicht so gute Sachen. Das ist entstanden, dass wir einfach gesagt haben, hey, in diesem ganzen Startup-Umfeld, gibt es niemanden, der so für uns spricht. Das ist aber schade. Dann machen wir das. Und genauso war es, dass wir dann angefangen haben, eine Anlaufstelle zu schaffen, wo wir uns nach der Arbeit ab und zu mal getroffen haben und über gewisse Probleme speaker-0: Sie sind der Stammtisch. Ich habe es da echt gekriegt, ständig E-Mails und ich habe es noch nie geschafft. speaker-2: musst du mal schaffen, weil wir haben in diesem Stammtisch, mittlerweile sind glaube ich so 140, 150 Stück, vom Schulkind bis zum Bundeskanzler jeden gehabt. Wir haben Sachen in Regierungspapiere gebracht, noch in Löcher und das war einfach etwas, wo ich weiß, da haben wir unternehmerisch viel verändert in einem Land, wo man sagt, da kannst du eigentlich gar nicht so viel verändern und ich habe gelernt, dass speaker-0: Wir haben richtig coole Startups aus Österreich. speaker-2: haben wir, aber es geht ja ⁓ das Umfeld. Man muss ein Umfeld schaffen, das unternehmerfreundlicher ist, Rahmenbedingungen schaffen und das war halt schon spannend. Mittlerweile ist es so, ich bin seit über einem Jahr dort nicht mehr aktiv. Das gibt es in jedem Bundesland. Es gibt dort einfach richtig viel Dynamik. Dort ist dieser schulschick Kurs für Entrepreneurship entstanden, mittlerweile an über 200 Schulen. Und das ist schon richtig wild. Und das zu sehen, dass ich dort gar nicht mehr involviert bin und das funktioniert und macht und tut. Und ab und zu kontaktieren mich Menschen und sagen, du, ich hab da Videos von dir gesehen, das hat mir richtig geholfen. Das ist schon richtig cool. Und das ist so für mich... ⁓ speaker-1: Und das macht es eben spannend und ich super sympathisch. Das geht nicht ⁓ den monetären Profit, sondern es geht, du hast etwas geschaffen, wo Menschen, junge Leute, Menschen und so weiter etwas mit nutzen können und machen können und was daraus machen können und sich weiterbilden können. speaker-2: Und das Tolle ist, wir haben dort Dinge entwickelt. Es gibt zum Beispiel das Entrepreneur Leadership Program, wo jedes Jahr, die genaue Zahl habe nicht im Kopf, ⁓ die 50 Personen ausgebildet werden mit neuesten unternehmerischen Tools. Also das sind Personen, die normalen MBA machen würden, die machen sowas. zeigt gleich in all den Schulen, sie wird da drin. Das ist schon etwas. Für mich war immer einer der Antriebe, sind natürlich mehrere Personen, es angetrieben haben, war immer wieder dieses, ich möchte, wenn meine Kinder in die Schule kommen, dass es unternehmerischer ist. will, dass sie das kennenlernen. Lange bevor es die Zeit ist, ... Ja, aber der macht auch ganz schön wilden Kram manchmal, der gute Elon. speaker-0: Dann sie in die Elon Musk-Schule gehen. Ja, aber die Schule ist schon... speaker-2: Schule ist schon toll. Aber das ist es. Und dann manchmal ist es für mich auch einfach Menschen, ich kennenlernen durfte. Das ist auch so, dass manchmal Gespräche, ich erleben durfte, Situationen, hatte, wo mir denke, das kann ich keinem Menschen erzählen. Oder es einfach so abstrakt ist. speaker-0: Ich würde das gerne zusammenfassen, vielleicht für die Zuhörer, weil du hast heute so viele Sachen gesagt, wo ich sage, das ist ein Unternehmer. Und das Schönste, was du gesagt hast, ist, glauben. Also ohne Glauben funktioniert nun mal gar nichts. Und die, daran glauben, die werden es immer schaffen. Also immer, einfach immer. Wenn du von Hause sagst, schaffe ich nicht, nein, ich bin nicht so gut, ich kann das, dann bleibst du genau da. Aber diejenigen, sagen, ich glaube dran, ich will das oder auch wenn du sagst, ich Ich habe den Mut, da noch mal weiter zu machen. Das ist geil. Glauben. Nicht aufgeben. dass es nicht ums Geld geht. Man arbeitet nicht fürs Geld am Tag. Man möchte den Tag erleben. möchte neue Leute kennenlernen. Man möchte sich entwickeln und man schöpft Energie daraus, wenn etwas entsteht oder wenn man sieht, wie etwas, was man angefangen hat, wächst. Und das ist unfassbar schön. Und hier noch einmal auf den Unterschied Unternehmertum und Selbstständige. Diejenigen, sagen, ich möchte nur reich werden und ich möchte nur Geld verdienen, mit einer Idee XY, wie schnell geht, das sind für mich Selbstständige, die man einfach auf ein Ziel gehen. Aber ein Unternehmer, ist von den Haupteigenschaften eigentlich genauso wie du, was unfassbar schön ist. speaker-2: Danke schön. Ja, das schön zusammengefasst. Danke schön. Es gibt für mich so ein unternehmerisches Bild, das ich faszinieren finde. Vor vielen Jahren habe ich dieses Think Big kennengelernt. Das hat für mich so gar nichts gemacht. weiß noch, wie immer alle gesagt haben, Think Big und diese Bilder von Steve Jobs im Turtle-Neck. Das hat so nichts bei mir ausgelöst. Ich habe halt Bock auf App-Filme bekommen. speaker-0: Und es Ich speaker-2: Und dann habe ich eine Rede gehört von jemandem, den ich zutiefst bewundere, ist John F. Kennedy. Und er diese berühmte Moonshot-Rede geraten. Und er sagt der einen Satz, er sagt, chose to go to the moon and do the other things. Okay, so. Not because they are easy, but because they are hard. Und das finde ich so irre, wenn man im Leben zwei Möglichkeiten bekommt, den einfachen Weg, der garantiert funktioniert und easy-jeasy. Und dann gibt es den harten Weg, der sehr unsicher ist, viele Risiken birgt und wahrscheinlich nicht funktioniert. Aber brutal viel Kreis. Und das, finde ich, ist halt so, wie oft im Leben entscheidet man sich für den harten Weg. Es gibt bestimmte Menschen, die haben da Bock drauf, weil sie das so sehen. Und das ist für mich etwas, jedes Mal, ich diese Rede höre, kriege ich eine Gänsehaut. We chose to go to the moon and do the other things, not because they're easy, but because they are hard. ich mir denke, ist geil. Und das Lustige ist, wenn ich darüber rede ... Merk ich, ⁓ das etwas, was mich zutiefst antreibt, dass viele Menschen sich erst trauen, über Ideen zu sprechen, wenn sie richtig ausgegoren sind. speaker-0: Total schade eigentlich, ne? Sie verlieren Zeit. speaker-2: Richtig, und das lustige ist, wenn du über John F. Kennedy nachdenkst. Als er diese Rede gehalten hat, das war 1962, wusste der, ob das klappt mit der Mondlandung? Ne. Du musst nicht an Tag eins alles wissen. musst nur darauf vertrauen, dass du entlang der Reise alles Stück für Stück rausfindest. Wie Kinder kriegen, oder? eins. Kein Mensch, wenn man ein Kind in der Hand hält, weiß genau, wie es jetzt klappt. bis die mit 35 in trockenen Tüchern sind, man lernt jeden Tag dazu. Schritt 1, also große Idee aussprechen. Schritt 2, darauf vertrauen, dass man unterwegs alles rausfindet. Und Schritt 3, das ist Brutalste und Unternehmerischste, einfach machen. speaker-0: Zwischenfrage dazu, weil du sagst, sag die Idee. Ich bin nämlich voll auf deiner Seite, aber die meisten, auch die ich jetzt sozusagen unterstütze im Start-up-Bereich, haben Angst, Idee zu teilen, weil es jemand kopiert. Aber ganz ehrlich, es gibt nur vier Prozent der Menschen auf dieser Welt, die Unternehmer sind. Ein Prozent davon sind erfolgreich. Die anderen, nur weil sie es hören, es nicht. Die trauen sich nicht. speaker-1: Weil sie haben die innere DNA nicht. Sie haben diesen inneren Antrieb nicht. Premium Speakers und MICE Service Group. Ich hab ja beides miteinander vernetzt. Mittlerweile gibt es zwei andere Redneragenturen, die sich lustigerweise auch Hotelvermittlungsagenturen dazu geholt haben, weil sie das Gefühl haben, sie könnten mich kopieren, sie kriegen es nicht hin. Weil sie haben das Know-how nicht und können die Vernetzung und lernen die Marktmechanismen nicht. speaker-0: Diese Angst würde ich gerne wegnehmen. speaker-1: Und so weiter und so fort. Es geht nicht, es funktioniert nicht. Es ist wirklich dieser Antrieb, wo du sagst, hey Guys, könnt machen, was ihr wollt. Macht einfach. Schön seid ihr da, kümmert euch ⁓ diesen Mist, aber ihr werdet nie, nie, nie das machen können, machen dürfen, weil euch völlige Vorstellungsgabe fehlt, was man daraus machen kann, weil ihr diese DNA nicht habt. deswegen habe ich, ich habe nie Angst, nie Angst, was meine Konkurrenten und Marktbegleiter oder irgendwas, was die machen, das interessiert mich gar nicht. Ich habe höchsten Respekt vor dem, der morgens früh aufsteht und sagt, Redner vermitteln, da war doch was. Oder Hotel vermitteln, Tramshotels vermitteln, da war doch was. Das geht im heutigen Zeitalter von KI und so weiter einfacher, schneller, digitaler und so weiter und so fort. Jetzt testen wir das mal. Davor habe ich Respekt. Aber alles andere ist mir völlig Banane. Die sind alle da. Fein. Aber es interessiert mich. speaker-2: Vielen Dank. speaker-1: Und ich orientiere mich auch nicht an denen. Und ich glaube, wenn du ein Produkt hast oder ein Service hast, eine Dienstleistung hast, wo du so davon überzeugt bist, diesen Weg zu gehen, dann kümmerst du dich auch nicht ⁓ deine Marktbegleiter, sondern du wirst alles dafür tun, dass sie sich an dir orientieren und kopieren. Darauf wollte ich genauer. speaker-0: Das ist auch ein Kompliment, wenn man dich kopiert. speaker-2: Das ist ganz einfach. In deiner Tonalität, für mich ist es so, Ideen sind super. Aber Ideen sind meiner Meinung nach, ich kriege immer das, ich habe hier eine Idee, glaubst du, ist die viel wert? Nichts. Es ist alles eine Execution. speaker-0: ist nicht zu Ende. speaker-1: Also die Idee ist cool. So, und das ist eben der Punkt, du kannst noch so viele Ideen haben, du dieses Umsetzungsgehen nicht hast, diese Umsetzungskompetenz auch nicht hast. speaker-0: machen statt. Oder zumindest, dass du jemanden reinholst, dich... speaker-1: ...durchsichtig sein, weil auch in Krisenzeiten, never miss a crisis, vergeute keine Krise, jetzt ist Unternehmerzeit. Und diejenigen, die hinterher nachher rauskommen und so weiter, die sind den anderen wieder anderthalb, zwei Jahre voraus. Und das finde ich einfach, das ist so etwas, wo ich sage, da war 2009, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, alle haben gesagt, Olli, hast du alle Latten im Zaun, die ich selbstständig mache, im Tag speaker-0: Frag mich mal in Corona mit stationärem Handel. speaker-1: Ich gesagt, hast alle Lappen an zusammen. ich so, jetzt ist Unternehmerzeit. Wer jetzt hinten rauskommt, der speaker-0: Ich finde, es ist immer Unternehmerzeit, weil wir sehen die Chancen und Opportunitäten überall. Also es vergeht bei mir wirklich keinen Tag, wo ich nicht wieder eine Chance sehe. Und was ich einfach ursprünglich hinausgehen wollte, ist, dass man den Menschen die Angst nimmt, über Ideen einfach zu sprechen, weil du hörst so viel Feedback. Du kriegst nirgends mehr Input für die Idee, für das, was du machen willst, wenn du nicht darüber sprichst. Wenn du in einem Stimmkämpchen, so wie wir hier jetzt da sitzt, da kriegst du nichts mit. speaker-2: Also zwei Gedanken dazu. Wenn Kennedy dann sagt, ich möchte bis zum Ende des Jahrzehnts auf den Mond landen, was passiert? Dann sagen Leute, naja, aber hast du eine Rakete, die groß genug ist? Weiß nicht. Wie groß muss die denn sein? Keine Ahnung. Finde mal raus. Ja, genau. Oder du weißt, da oben kann man nicht atmen. Nee, wusste ich nicht. Wieso? Ja, wegen. Aha, was brauchen wir denn da? Aha, das heißt, du kriegst Feedback. Das ist das erste. Das zweite ist, manchmal, wenn man über Ideen spricht, sagen andere, ja, die Idee ist echt cool, aber kennst du ABC.com? speaker-1: Dann bauen sie doch! speaker-0: Genau. speaker-2: Die haben das vor sieben Jahren gemacht, immer alles richtig cool. Boah, kannst du die gleich wieder weglegen. speaker-0: oder besser. speaker-2: oder besser machen. Aber du musstest nicht in deinem Kopf quasi 17 mal rotieren und niemanden öffnen erzählen. Und was ich gelernt habe in diesen letzten 15, 16 Jahren im Start-up-Umfeld ist, je erfahrener die Unternehmerinnen und Unternehmer sind, je früher reden sie darüber. Weil ganz ehrlich, wenn ich dir oder dir zwei Minuten lang von meiner Idee erzähle und ihr braucht nur diese zwei Minuten, um diese Idee zu nehmen und sie besser zu machen als ich, dann seid ihr besser als ich. Weißt du, was ich meine? geht, wie wir vorhin darüber gesprochen, es geht um die Person dahinter, die es vorantreibt. Immer. Und das ist halt dieser Unterschied. Das heißt, ich erzähle mittlerweile jedem von meinen Ideen, immer im ersten Moment, weil... Go for erzähl mir was du denkst und... speaker-1: Und je verrückter, desto besser. speaker-0: Der ist so geil. Und dann kommen von links und rechts die Leute immer, na, Victoria, sollst doch nicht alles erzählen. Ich so, doch! Ich will darüber erzählen. Es bringt mir nichts, wenn ich diesen Input nicht aufsaugen kann. Oder wenn es jemand machen will, okay, es sind 100.000 andere Dinge, dann war es eh zu einfach. speaker-1: Poste das nicht auf LinkedIn. Deine Konkurrenz liest mit. Das ist fein, die sollen mitlesen. Die machen sowieso nichts. Ist völlig banal. speaker-0: Das ist ... speaker-2: Oder manchmal ist es auch so, dass man darüber redet und man sagt, kennst du eigentlich bla bla bla? Nee, solltest du mal. Die beschäftigt das auch. Und plötzlich, und so habe ich zum Beispiel einen Co-Founder von mir wieder kennengelernt, den ich 10 Jahre aus den Augen verloren hatte, weil wir draufgekommen sind, wir haben da sehr ähnliche Themen. Und das ist halt auch das Coole. Das heißt, für mich ist dort dieses Thema, wenn du eine Idee hast, rede darüber. Geh dir sofort drüber. Erzähl jedem davon und schau, wie sie reagieren. Sei aber auch, wie soll ich sagen, speaker-0: Das ist doch auch der speaker-2: klug genug zu verstehen, was für Feedback du kriegst. speaker-1: Antennen. speaker-0: Und vielleicht auch welche Informationen du gibst. Wenn du jetzt ein Produkt hast oder ein technisches Produkt, du kannst ja über das Produkt sprechen, aber nicht wie du sie technisch löst. Oder wenn du ein neues Essen hast mit einer verdammt geilen Rezeptur, dann wirst du jetzt dem Kunden nicht sagen, technisch was dahinter steht, probier es, koste es, schmeckt es dir und wenn es schmeckt, cool. Aber du verratest dir die Rezeptur nicht. speaker-2: Das ist auch die Art, wie du Fragen stellst. Für mich gibt es zwei Arten. Entweder ich gebe ehrliches Feedback oder ich gebe kein Feedback. Aber wenn mich jemand fragt, wie findest du die Idee? Man sagt, ja, supergeil, mach. Oder man sagt, Mama, findest du nicht auch, dass meine neue Start-up-Idee voll super ist? die sagt, ja, ja, nee, ist super. Genau, basiere ich darauf, meine Entscheidungsgrundlage ist es nicht gut. Sondern ich sollte schon speaker-0: bin die Gärin, Arzt der Frage. speaker-2: mir brauchbares Feedback einholen und es abwägen. Und wenn jemand, wirklich Ahnung hat, mir sagt, weiß ich nicht, dann sollte ich zumindest verstehen, warum diese Kritik kommt und dann trotzdem weitermachen oder abbrechen. Und das ist eben dieses Wichtige. früher man darüber spricht, desto mehr kriegt man Feedback, desto mehr kann man adaptieren. Und für mich ist es ja ganz ehrlich, jede Idee, die wir sehen, jedes Produkt, das wir in den Händen halten, ist so und so oft iteriert worden, so und so oft verändert worden. Wodurch? Na, durch Feedback. Und Startup heißt für mich, je früher ich eine Idee teste, desto früher kann ich lernen, desto früher kann ich verbessern und desto niedriger ist die Fallhöhe. ⁓ so diesen Bogen für mich zu spannen, die Dinge, die mich vor 10, 15 Jahren beschäftigt haben, waren reine Start-up-Themen. Diese Themen sind aber jetzt für jeden mittlerweile relevant geworden, weil selbst wenn ich ein mittelständiges KMU, das familiengeführt ist, habe, ich muss mich verändern, ich muss mit den Themen mich beschäftigen, die vielleicht vor zehn Jahren nicht relevant waren, auf jeden trifft das ein und wir sind mittlerweile in so globalisierten Märkten. Was ich toll finde, heißt aber auch, dass ich, ich in Unter- oder Untertupfingen sitze und vor 100 Jahren vielleicht nur die Konkurrenz hatte im Umkreis von 50 Kilometern, bin ich jetzt globalisiert, muss jetzt auch meine KI-Lösung haben, muss jetzt auch meine globale Strategie haben, blablabla. und muss mich auch mit der Zeit verändern. Das ist etwas, da kann man sagen, ja, da kann ich aber auch Leute anstellen, ja, wahrscheinlich nicht, weil das kostet, ja. Und musst du auch mal finden. Ich muss mir selber aneignen. speaker-0: Das wichtigste Gut ist am Anfang nur du und dein Team. speaker-1: Heute bei uns im Podcast ist Daniel Gronin und das ist fantastisch. Daniel, du bist Start-up-Experte, du bist Pitch-Professor, du bist an der TU Wien, du gibst Kurse, du machst Kinouts, du machst Workshops. Jetzt verändert sich die Welt ⁓ uns herum rasant. Gibt es überhaupt einen Berufstitel, den du dir geben würdest? Erstens. Zweitens. Wie siehst du die Welt in zwei Jahren, gerade in diesen Bereichen von Unternehmertum und Unternehmertum und gerade auch Führung? speaker-2: Super spannend. für mich ist es ein regelmäßiges Neuerfinden. Das das eine, weißt du. Ich nenne das immer so bisschen so. speaker-1: Gibt es einen Berufstitel für dich? speaker-2: Ich würde es nicht unbedingt sagen. Denker und Macher. Ich weiß es nicht. Ich mache mir da gar nicht so Gedanken drüber, sondern für mich ist es so ein, ich bin getrieben an diesen Dingen zu arbeiten und für mich ist aber das, was ich so spannend finde, ist, wir jetzt, du gefragt hast, was ist in zwei Jahren? glaube, ... Nein, nein, das ist nicht so spannend. speaker-1: Ort-Tinker Ich mag ja schon gar nicht mehr fragen, was ist in fünf Jahren. Wir wissen ja schon gar nicht mehr, was in drei Wochen ist. Deswegen zwei Jahre ist schon weit. speaker-2: Ich glaube, wir sind in einer sehr, sehr speziellen Situation, weil der Punkt ist, gerade in Europa, je erfolgreicher du bist, desto unwahrscheinlicher wirst du dich verändern, desto mehr musst du dich verändern. Und das ist ja paradox. Das nenne ich lustigerweise immer so, the reinvention paradox. Was heißt das? Je erfolgreicher ich bin, desto mehr muss ich mich verändern, desto schwieriger ist diese Veränderung. Muss man mal drüber nachdenken, was das heißt. speaker-1: Speed of Trust. du brauchst diesen Speed. Und dazu brauchst du aber auch Partner, also Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ⁓ dich herum, damit du als Lokomotive vorne in der Lage bist, Changes, diese Änderungen, diese Veränderungen und so weiter vorantreiben zu können. speaker-2: Richtig und Peter Drucker, den wir alle kennen und immer zu tief glauben, hat mir immer so schön gesagt, if you want to start doing something new, you have to stop doing something old. So, was heißt das? Das heißt aber, wenn ich einen super erfolgreichen Konzern leite oder auch kleinen Betrieb und alles ist perfekt, maximal Auslast, alle Kundenbücher voll, dann habe ich ja keinen Grund, irgendwo ein bisschen vom Tempo zu gehen, ⁓ fünf oder zehn Prozent in was Neues zu stecken. speaker-1: Einen guten Tag! speaker-2: Riesenfehler richtig Riesenfehler, aber das ist ja das paradoxe dran, weil es gut läuft will ich nicht vom Gas in Anführungszeichen, weil die Bücher voll sind und das ist ja das was ich mit dieser Re-Invention Paradox meine, weil es so gut läuft verpasse ich diesen Moment, mich neu zu erfinden und auf deine Frage mit den zwei Jahren die Antwort ist, wie es ist, weiß ich nicht, aber ich weiß, du wirst dich neu erfinden müssen, ⁓ mitzuhalten. Wir haben vorhin kurz über Claude und so gesprochen. Ganz ehrlich, keine Ahnung, mit welcher KI wir in zwei Jahren arbeiten werden. Die KI, wir jetzt haben, hätte ich mir in zwei Jahren nicht vorgestellt. Ich weiß, gibt Leute, sagen, ja, ich habe das alles kaum gesehen. Nee, habe ich nicht. Habe ich echt nicht und nicht mehr denken, ein Typ wie ich, der sich dauernd mit diesen Dingen beschäftigt, sagt, habe ich jetzt nicht so kommen gesehen, so schnell? speaker-1: so schnell. Wir sehen schon, dass sich da was verändert wird und verbessert wird und so weiter, aber nicht in diesem Tempo. speaker-2: Und wenn du dann noch überlegst, dieses Delta, dieses beruflich-unternehmerisch geht das Tempo immer weiter rauf und in der Bildung ist es aber immer noch so langsam, dieses Delta noch größer. Das heißt, erst recht liegt es auch bei uns Menschen, dass wir uns irgendwie selber diese ganzen Fähigkeiten aneignen. Das ist halt schon wild. ich meine, da liegt bei jedem viel Verantwortung, das zu tun. Und da muss man aber auch Leuten sagen, es ist nicht optional. Es ist nicht so, ja, da zitzen wir jetzt aus. speaker-1: Nein, wenn du das versuchst auszusitzen, speaker-0: Ich bin das Tisch speaker-2: Aber weißt du, ich finde ja das Wichtige ist, dass man dann aber auch so bisschen drauf eingeht, wie fühle ich mich dann dabei. Und ich muss sagen, ich habe auch regelmäßig die Hosen voll. Und würde ich jetzt so einen Konzern leiten? habe, sagen wir mal, eine 200 Leute. bin irgendwo, wie gesagt, ich finde eben diese Großkonzerne sind cool. Die sind super aufregend. Aber die haben natürlich ihre Experten und Experten in ihren Budgets, in ihren Dingen. speaker-0: Aber es sind Containerschiffe. Ich gespannt. speaker-2: Aber gerade diese SMEs, gerade diese KMOs, die für mich sozusagen der Mittelstand ist, das ist ja eigentlich das, was halb Europa... das Rückgrat. Und das ist ziemlich am Knarzen. Und da muss man natürlich sagen, hey, ich verstehe, dass ihr Angst habt, hab ich auch, aber macht was draus. speaker-1: Genau. speaker-2: rastet dort nicht, akzeptiert, wie das ist und kommt ins Machen hinein. Und das muss man auch einfach kommunizieren und sagen, ich weiß auch nicht, was sein wird, aber ich weiß, es ist Veränderung, ich weiß, ich muss mitgehen, denn je früher ich mitgehe, desto besser ist es. Und ich glaube, sich das auch einzugestehen. Das ist völlig in Ordnung. Dann aber zu sagen, wir müssen uns darauf vorbereiten, dass diese Veränderung immer schneller kommt und dass wir wahrscheinlich, diese Veränderung vorantreiben, nicht von außen so schnell finden werden. Weil wenn ich jetzt sage, ich brauche fünf KI-Expertinnen, dann finden die mal. Das ist krass. Und dann kann ich auch davon ausgehen, dass wahrscheinlich irgendwann in drei Wochen, drei Monaten oder sechs Monaten irgendjemand wieder kommt und irgendwas baut, wieder alles beschleunigt. haben vielleicht Open Claw gesehen, Peter Steinberger, der Österreicher, der das gebaut hat. Kenn ich seit 15 Jahren, super smarter Typ, baut mit einer Person, baut mal eben etwas, was die ganze KI-Welt verändert. Vom halben Jahr gab es das Ding nicht. Ganz sehr wild und... speaker-0: Ihr Rennen? speaker-2: Da muss man einfach drauf gefasst sein. wie gesagt, da darf man die Angst nicht lehnen, sondern die Angst muss einen neugierig machen und darauf vorbereiten und einfach sagen, wie fange ich denn an? Ja, einfach anfangen. Setz dich dorthin, schaust dich an, rede mit Leuten. speaker-1: Lerne, lerne, lerne, lerne. Das ist, viele sagen, ich habe ⁓ 5 Uhr Feierabend oder ⁓ 6 Uhr. Letztens sagte ein CEO zu mir, ⁓ Olli, wir haben unser Change-Programm bei uns im Unternehmen abgeschlossen. Da habe ich zu ihm gesagt, ey du, das ist ein Scherz, du magst, ich mag dein Humor, ich finde das noch gut. Dein Change-Programm wird sich nie, du wirst nie fertig sein mit deinem Change-Programm. Du fängst jetzt gerade erst an mit deinem Change-Programm, weil So schnell kannst du gar nicht gucken, wie du nicht mehr relevant bist im Markt, wenn du nicht weiter lernst. speaker-2: Aber weißt du, wir haben aber irgendwann einen Punkt und es gibt was... Also ich bin leidenschaftlicher Europäer. bin ja halb ihre, halb Deutscher. Ich bin in Portugal aufgewachsen, wohne in Österreich, fraustreis. speaker-1: Ja, jeder hat seinen Rucksack. speaker-2: Jeder hat seinen Rückstück zu sagen und ich bin viel stolz. Wir haben natürlich auch in Europa, auch in Österreich, viele Mechanismen, die bewusst da sind, ⁓ gewisse Veränderungen auch zu bewahren. Und das ist auch historisch bedingt völlig okay, aber wir werden diesen Punkt erreichen, wo die Veränderung so schnell sein muss, dass wir irgendwann an diese Mechanismen anstoßen. Politisch ist das ein anderes Thema, das ist sehr komplex, das verstehe ich. Aber unternehmerisch werde ich, wenn ich an einer Führung bin, Punkte erreichen, wo ich schneller verändern muss, als ich es eigentlich so richtig darf. Und dann muss ich sagen, dass ich mich davon ausbremse oder was ist das höhere Gut. In deinem Beispiel, elfte Generation, ja, da ihr natürlich sagen, ja, da ist etwas, was wir nicht dürfen und da gibt es keine zwölfte Generation. Oder ihr sagt, wir wissen, dass das Tempo immer höher wird, wir wissen, dass wir die Prozesse vielleicht so verändern müssen, dass wir noch schneller uns verändern können. speaker-1: und ein neues Produkt. speaker-0: Bei ist es aber eine Familienkrankheit. Wir sind alle super innovativ und wie gesagt, wir denken in Generationen. Wir wissen jetzt schon in zehn Jahren, was wir als Produkt lauschen und was wir reinstecken. Ich glaube, da kann ich noch die Presale-Strategie anwenden. Mein Papa hat wirklich auch so geile Ideen, wo man einfach glaubt, man braucht das gar nicht. Aber er verkauft schon, er holt sich schon das Feedback und wenn es verkauft ist, kauft er die Maschinen, kauft er den ganzen Bereich und die Mitarbeiter. Schon wieder was Neues und schon wieder müssen wir rudern. Aber lieber nachrudern mit einer Idee und dann auf die Schiene bringen, als vorher schon Millionen auszugeben, ohne zu wissen. Und ⁓ das noch mal zusammenzufassen, wunderschöne Worte, lieber Daniel. Wir haben immer am Ende unseres Podcasts gewisse Frage, die wir vorher nie sagen wegen deiner Spontanität. Wenn dein Leben ein Wegweiser-Schild hätte, was steht da drauf? speaker-2: Richtig. Ein Wegweiser-Schild. Wenn es ein Wegweiser schildert, zwei Sachen, mir... ...tatsächlich zwei Dinge... speaker-0: Zwei Tipping Points, wir erlauben ihm zwei Schilder. speaker-2: Ich bin ja unglaublich automobilaffin. Das Erste war, kennt ihr das Schild auf Autobahn, wo heißt Geschwindigkeit durchgestrichen? Wo es heißt Maximum Attack? Vollgas, das ist das eine Schild. Und das andere ist einfach, es ist nicht ein Wegweis, aber ist einfach Trust the Flow. ist einfach ein, ich vertraue darauf, dass ich heute nicht alles weiß, ich weiß, dass ich mir alles beibringen werde, was ich wissen muss und wissen will. Und das ist so etwas, wenn ich zurückdenke. Ich kann nicht langsam, ich will nicht langsam und ich liebe es neue Dinge lernen zu dürfen, nicht zu müssen, die mich interessieren. Und das ist aber etwas, was mich so antreibt, weil ich will niemals in der Situation sein, dass ich das nicht weitermachen darf. Das habe ich mein Leben lang so gemacht. Und mit Menschen zu arbeiten, die genauso ticken, das ist das größte Privileg und das heißt für mich Vollgas und Trustaflow, wenn ich zwei haben darf. Weil warum denn nicht Regeln brechen? speaker-0: Ja. speaker-1: Ich krieg zwei Schilder. speaker-0: Ich logge das jetzt ein. Top. Vollgas und Trust the Flow in einem finde ich super. Vielen lieben Dank, Daniel, dass du heute bei uns da warst. glaube, die Zure können ganz, ganz viel mitnehmen. Ich hoffe, führen auch ganz viele Start-ups mit, wie sie den besten Pitch machen und sonst dürfen sie sich gerne bei dir melden, oder? speaker-2: unbedingt. Vielen, vielen Dank. Das war mir eine echte Freude. speaker-0: Sehr, gerne.