speaker-1: Ja, Before Applaus Podcast heute mit einem ganz speziellen Gast hier in Frankfurt, Omid Nouripour. speaker-0: Danke, dass ich hier sein darf. Entschuldigung, gut, dass du hier bist bei mir in Frankfurt. speaker-1: Das stimmt, obwohl ich bin Frankfurter. Ich bin hier in Frankfurt in Schule gegangen, in Höchst und dann an der Bergius Berufsschule in Sachsenhausen. Also ich bin fast durch und durch Frankfurter. speaker-0: Ich muss eine Anekdote erzählen. Tut mir leid, ich jetzt... Du wolltest ja eigentlich irgendwie richtig gescheit reinkommen und hast bestimmt ein Konzept. Ich muss trotzdem eine Anekdote erzählen. Wir Frankfurter lieben es ja eigentlich, wenn irgendwelche Leute, die aus Frankfurt waren, nachbohren dann ist es irgendwie Umfeld. Und je weiter man wegkommt, desto größer ist das Umfeld. Ich war mal wirklich mitten auf einem Berg in den Himalayas in Nepal. weiß nicht. 5000 Meter Höhe, keine Ahnung. Und da treffe ich in so einer Hütte einen deutschen Entwicklungshelfer, der da eigentlich steht. Ich hab so wirklich zufällig. Dann sag ich, wo kommst du denn her? Dann sagt er, ich komme aus Frankfurt. Dann sag ich, ist ja herrlich, woher denn? Dann guckt er bisschen verschämt und sagt, das kennt hier niemand, aber ich komme aus Stuttgart. Das war einfach nur ein großer Sieg für mich. Das war schön. speaker-1: Du hast jetzt gerade was lustiges gesagt. Ich bin ja Frankfurter. Du siehst ja auch richtig aus wie ein Frankfurter. Du kommst aus dem Iran. Du bist seit 1988 in Frankfurt. Du bist 1975 geboren, 88 in Frankfurt. Aber du bist heute wirklich Frankfurter. speaker-0: Ich meine, Stadt, es gibt diesen Spruch bei uns, einmal Frankfurt, immer Frankfurt. Man wird hier relativ schnell eingemeindet. Die Stadt gibt ihr Chancen bis zum Anschlag. Dafür lieben wir sie alle und die lässt auch eigentlich Leute, die hier einmal Fuß gefasst haben, nicht mehr los. Und ich pendel und bin hier auch ganz anders frei. Wenn ich hier reinkomme, wenn ich hier, keine Ahnung, das Dach sehe, da vorm Hauptbahnhof, das ist einfach schön, hier zu sein. Ich muss aber auch sagen, ich habe eine ältere Geschichte zu Frankfurt. Meine Eltern haben einen 70er in hier gekauft für Ferienzwecke, ist aber dann anders verwendet worden als der Krieg, die Revolution und verdammt es begann, also dass wir uns hier später dann quasi einen Monat im Jahr erholt haben von der Kriegswirtschaft und Bomben. speaker-1: Wie bist du damals, bevor ich noch eine Frage stelle, du hast auch das richtige Logo auf deinem Handy. Das ist doch das Altra-Frankfurt-Logo, das schon das Wichtigste. Das haben wir ja fast eintätowiert. speaker-0: Es gibt kein anderes. speaker-1: Wie kommt ein Mensch, der im Iran geboren worden ist, der in Frankfurt wohnt, auf einmal in die Politik und wird auf einmal noch grüner? speaker-0: Ich bin ja politikverseucht gewesen im Iran, alleine schon deswegen, weil das Radio immer laufen musste, sonst hätte man ja die Bombenalarme nicht mitbekommen. Und da lief ja nicht besonders viel Musik, also vor allem Frauengesang war ja verboten, ist bis heute im Solo weitgehend verboten. Und deshalb liefen die ganzen Nachrichten, wenn ich Militärmärsche liefen. da sie ja nicht über die Innenpolitik reden wollten, weil so viel Propaganda kam, da kann nicht zusammenhäufen, hat man einfach über die Lage der Welt die ganze Zeit erzählt. Der Ministerpräsident von Uganda hat gestern Nepal besucht und so Sachen. Und ich habe das ja mal aufgesogen. Aufgesogen und es war einfach spannend für mich einfach zu sehen, wie das da draußen funktioniert. Dann kam ich nach Deutschland, habe irgendwann mal dann Teenager Jim Özdemir im Fernsehen gesehen, dann ist mir aufgeschlagen, gefallen. ist 93 oder 94, ist ja im Bundestag gekommen, ich glaube kurz vorher. Und dann dachte ich, ich muss ja gar nicht Karl 1 heißen, wenn ich hier eine Partei will. Ich hatte gar keinen deutschen Pass, der kam deutlich später und dann dachte ich, ich mal eine Partei. Dann guckte ich mir nach dem Abi 96 die SPD und die Grünen an. Die anderen waren ja Helmut Kohl. Also FDP war ja auch für uns, Kinders war es alles Helmut Kohl. Es kam ja nicht in Frage, wir hatten alle Helmut Kohl satt. Das war ja der einzige Kanzler, den wir alle kannten. Also geht es ja heute einigen Leuten mit... speaker-1: haben eine Frau, die wusste gar nicht, dass auch Männer Kanzler werden. speaker-0: Ja, das stimmt, aber nur im Gegenschluss mit Helmut Kohl. Und bei der SPD bin ich in so einer Arbeitsgruppe, der USOS oder was auch immer gelandet, keine Ahnung, die diskutierten eigentlich eine ganze Nacht Abschaffung von Geld. Und dann stimmen sie auch noch drüber ab, 8-7, bei mehreren Kästen Bier oder so, dass mein Geld abschaffen wird. Und ich habe kein Wort gesagt, aber ich saß die vier, fünf Stunden da und fragte mich, ob die denn auch mal was lesen würden, außer diskutieren, weil Karl Marx Kapitel 1, das Kapital, Band 1, Satz 1, Geld ist das Tauschmittel komplexer Ökonomie. Ich finde, gerade wenn man mag es nicht, dann muss man es gelesen haben. Und dementsprechend dachte ich, was ist das eigentlich von unfundierter Scheiß, sie hier diskutieren. Dann ging ich zu den Grünen und die Frau, die ältere Dame, die da saß, fragte mich tausend Sachen. Aber die fragte nicht, wo kommst du her? Und das hat mich völlig verwirrt, weil ich kannte das nicht. Egal ob ich hingekommen bin, die erste Frage, woher bist du denn? Und dass das nicht wichtig ist, das ist bis heute in dieser Partei und deshalb bin hier. speaker-1: Damals war ja auch noch Joschka Fischer aktiv, Daniel Kohn-Bendit und diese ganzen Leute. Jetzt durftest du mit ihnen mitdiskutieren. speaker-0: Aber die kannte ich alle aus der Zeitung und aus dem Fernsehen. Und wie war das mit Ja, habe dann Danny auf der ersten Kreisbesammlung gesehen, wie er unsere Hauptamtlichen da angepfiffert hat. So wie er halt so ist. Und es war zwar wirklich enlightening. speaker-1: Und dann wurde er noch ein grüner Minister. speaker-0: In Hessen? Nee, der Joschka war ja Er ist ja Minister geworden, bis 87. Als speaker-1: Ja. speaker-0: ich Mitglied wurde, haben wir in Hessen regiert. war Rupert von Plotnick. Das ist in der so Quizfragen geworden. speaker-1: Ist schon ein bisschen her, speaker-0: Robert von Plotnitz war Justizminister. ich weiß nicht, wer da 96 schon Umweltministerin war, weil es gab nämlich zwei Rücktritte. Ich glaube Iris Blaul war es, 96. Und dann beim ersten harten Wahlkampf, den ich mitmachen musste, 99, oder mit 99 Landtagswahlkampf, war das dann Priska Hens. Priska ist eine Große. Außer dass sie Dortmund-Fan ist, sie super. speaker-1: Ja, jeder trägt seinen Rucksack. Du kommst aus dem Iran und hier in Deutschland geht es Redefreiheit, Demokratie. Dafür stehen, sterben noch Menschen heute. Aber hier in Deutschland ist das normal, wobei wir gerade in einer Situation hier sind, wo sich Deutschland, Gesellschaft, Politik völlig verändert. Wie siehst du das heute? speaker-0: Ich glaube, dass die höchste Gefährdung für unsere Grundrechte und Freiheiten davon kommt, dass wir glaubend sein normal. Das sind sie einfach nicht. Die sind nicht vom Himmel gefallen. Auch in Deutschland sind Leute dafür gestorben. Bis 89, 90 wurden dafür Leute gefoltert. Ich kann wirklich allen empfehlen, sich mal Hohenschönhausen anzugucken. Ich war da jetzt einiges Mal. Das letzte Mal waren wir jetzt als Präsidium unter der Leitung von Julia Klöckner zum Anlass 60 Jahre Mauerbader. Und haben uns da führen lassen von ehemaligen Gefanglern. Die machen da die Führungen. Wenn man sich anschaut, wie viel Folter die Leute ausgesetzt waren, weil sie frei leben wollten, weil sie frei gedacht haben, weil sie frei lieben wollten, weil der eine war immer nur homosexuell. Und das war alles mitten in Deutschland bis gar nicht so lange her. Und diese Rechte sind wirklich kostbarer, wir müssen die verteidigen. Und das haben wir einfach immer mal verlernt. Und jetzt sind sie unter Druck. speaker-1: Und jetzt werden wir schauen, was passiert die nächsten Wochen. Gerade speziell morgen werden wir sehen, wie Deutschland wählt oder beziehungsweise wie ein Bundesland wählt. Und dann werden wir mal schauen, wie dort die Politik aussieht, die Politik der Zukunft. speaker-0: Diese Wahl morgen droht die Republik zu verändern. speaker-1: ... speaker-0: Ich hoffe sehr und ehrlich gesagt gibt es viele Gründe anzunehmen, dass der AfD mal nicht die absolute Mehrheit bekommt. Der Sitze, der Stimmen kriegt er sowieso nicht, aber der Sitze, dann Ministerpräsident zu werden. Aber auch dann, wenn er es nicht schafft, nochmal was wir alle wollen, was wir alle hoffen, war dieser Tage auch Wahlkampfmachender mit vielen anderen, dann ist es trotzdem so, dass die irgendwas haben werden deutlich über 30. Und das macht was mit der Sahrapublik. da ... speaker-1: Wir haben ja noch zwei. speaker-0: Landtagsmarkt. Genau. Zwei Wochen später sind Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Da wird es natürlich auch darum gehen, die AfD versucht zu bestätigen, es gibt eine Gegenmobilisierung und so weiter. Und es wird viele Demos gegeben, ab übermorgen, glaube ich zumindest. speaker-1: Aber... speaker-0: Ich glaube, das Wichtigste ist jetzt einfach bei allem Wissen, was alles für Katastrophen drohen, wenn zum Beispiel einer Ministerpräsident wird, dass wir nicht in Panik verfallen. Und das droht, wenn ich mir so manche Leute in meiner Zunft anschaue, wie groß da die Ängste sind. Es geht nicht darum, dass wir jetzt die nächsten Monate nur noch darin stehen, uns aufwenden, die Demokratie zu verteidigen gegen die AfD und uns alle unterhaken. wenn die Leute zu Hause das Gefühl haben, reden nur noch über die AfD. dann fragen sie sich, wo bleiben denn eigentlich die Lösungen, die ich brauche, weil ich Sprit nicht bezahlen kann, weil die Inflation mein Riesenproblem ist, weil die Bahn nicht kommt, weil die Funklöcher nicht gestoppt werden, weil die Schule meiner Kinder nicht gut genug ist. Die müssen diese Probleme adressieren, mindestens genauso viel, wie wir über die AfD sprechen, sonst gewinnen die. Die gewinnen, weil sie einfach schaffen, dass wir ausschließlich über die reden. Man kann natürlich, und die Medienschalte liegt mir komplett fern, ich habe selber mal der Redaktion gearbeitet und ich weiß, wie schwierig das zurzeit ist, weil das Und es ist wirklich unerträglich, dass Journalisten Journalisten Morddrohungen kriegen. Aber wenn man den Mann auf Seite eins von oder auf den Titelblatt zieht, wenn man den Mann auf den Titelblatt kriegt, dann ist das einzige, was übrig bleibt, er wird bekannter. Das ist alles. Und das hilft aber nichts. Und dementsprechend, wir müssen dürfen nicht in Panik verfallen. Wir müssen mit heißem Herz, aber vor allem mit kühlem Kopf, da rangehen. Uns nicht empören, sondern schauen, dass wir unsere Demokratie verteidigen, indem wir auch die Probleme lösen. Weil das ist das, was die Leute von uns wollen. speaker-1: Nicht empören ist ja auch Titel von deinem neuen Buch. speaker-0: Stimmt. Mensch, was für eine Brücke, was für ein Zufall. speaker-1: Was für ein Zufall! Aber sofort reagiert. Empöre dich, oder? speaker-0: Sorgt euch nicht! speaker-1: Empört euch nicht, aber der erste Titel vom ersten Buch war ja andersrum. was geht's dort? speaker-0: Vor 15 Jahren ist Essel, der war eigentlich ein deutscher Jude, der aber ausgewandert ist und Franzose wurde. Stefan Essel, ein Widerstandskämpfer, die Menschenrechte aufgeschrieben hat, mit anderen bei der Gründung der Vereinten Nationen, eine Legende. Da vor 15 Jahren ein Manifest geschrieben, ein Pamphlet geschrieben, empört euch. Er hatte völlig recht und sein Thema war, dass Ignoranz eigentlich dazu führt, dass die Falschen gewinnen, weil die anderen, die kümmern sich nicht. Die anderen, ist alles egal, was gerade schief läuft. Von Rassismus, er auf einmal so Themen, er dann durchgeht. Das war damals richtig, weil Ignoranz ist wirklich das Nervensystem von diesen Katastrophen. Aber 15 Jahre später, auch durch den Durchmarsch der sozialen Medien, dadurch, dass unsere Informationsquellen ja mittlerweile nicht darin liegen, dass wir alle 20 Uhr Tagesschau schauen, ist diese Empöre mittlerweile methodisch einfach etwas, was den Lösungen im Wege steht. Und ich plädiere in meinem Buch dafür, dass wir nicht die ganze Zeit über uns empören. Ich gehe diese ganzen Aufregerthemen von der Geschlechterfrage und Gendern bis hin zur Migration und die ganzen KI und was auch immer für Fragen durch oder die Frage der Faulheit der Deutschen versus der Superreichen und so und plädiere dafür, dass man Zwar die eine oder andere Seite sehen kann, dass man die eine oder andere Seite auch haben kann und nehmen kann, einnehmen kann, aber wenn man will, gibt es immer einen Mittelweg. Es gibt immer eine Lösung, wie wir zusammenkommen können und deshalb wäre es wichtig, das zu suchen, statt uns dauerhaft zu empören. speaker-1: Du sagtest jetzt gerade, diese sozialen Medien vor zwei Wochen wurde bekannt, dass Annalena Baerbock nach ihrer Rolle bei der UN zur Columbia University wechseln Diese sozialen Medien und dieser Medienhass und sozialen Medien, was ja mittlerweile asoziale Medien teilweise sind, das ist ja kaum ertragbar. Gibt es da irgendeine Möglichkeit, wie man das mal eindämmen kann oder gibt es irgendwelche Möglichkeiten, wo man auch die großen Tech-Companies irgendwie mal in, nicht in Haft nehmen kann, aber sagen kann, hey, ihr müsst schon ein bisschen mehr auf die Inhalte und diese Themen rausfiltern, rauslöschen etc. Weil das ist ja kaum ertragbar. speaker-0: Die Jahre habe ich jetzt halt zum Antworten eigentlich. Das waren so viele Fragen in einer, das ist beeindruckend. Okay, lass mich mal mit Annalena anfangen. speaker-1: geht ab. speaker-0: Also, ich kenne sie gut, ich finde das großartig, dass sie den Job annimmt und in den USA ist es völlig normal, quasi Führungspersönlichkeiten aus bestimmten Branchen mit Praxiserfahrung dann auch da einfach Kurse geben. speaker-1: So völlig normaler Form. speaker-0: Gleichzeitig ist es so, wer sich aufregen will, kann sich aufregen. Es ist ein freies Land hier, ist auch okay. Aber ich würde empfehlen, dass man sich vielleicht da aufregt, wo man noch betroffen ist. Also wenn es jetzt eine Bürgerinitiative gäbe der Eltern der Studenten, jetzt unter Annalena Baerbock hart leiden müssten... Dann würde ich ja verstehen, aber das juckt ja niemand. Die Uni freut sich, die Studenten auch, dass da so eine Außenministerin kommt, vom Weltformat und die jetzt unterrichtet. Deshalb regt euch halt nicht auf, nochmal, es geht mir nicht darum zu sagen, regt euch nicht auf komplett, sondern warum regt ihr euch nicht über die Dinge auf, die euch betreffen? Das kann euch doch völlig egal sein, was Andalina Baerbock 8000 Kilometer weit wegmacht. Außer, dass sie es richtig finden in der Sache. Das ist das eine. speaker-1: Okay, bin... Ja, okay. speaker-0: Okay, das Zweite ist, eigentlich gibt es genug Informationen, also dass man heute alles wissen kann, was man braucht und man muss nicht auf den Unsinn reinfallen, wenn man in der sozialen Medien ja irgendwie hart bekommt. Uns fehlt teilweise Geduld und teilweise auch das Urvertrauen, was durch eine Politik, die das Die Anmutung hat, dass in der Lieferheit auch beschädigt wird. Ich in Brasilien mal gelernt, dass man ein Gröb sind, Schwach sind. Ich kann dir ganz viele lustige Sachen erzählen, aber nicht nur aus Brasilien. Die Leute wollen ihr den Unsinn glauben, weil sie ja das Grundvertrauen verloren haben. Und das Grundvertrauen müssen wir herstellen durch gute Politik und nicht in erster Linie darüber, dass wir sagen, warum glaubt ihr den Unsinn? Weil die Leute sind nicht blöd. Die verlieren nur den Glauben. Und das dritte ist, natürlich haben die Plattformen eine Verantwortung, aber die werden dem teilweise aus Kalken... Kalte Berechnung nicht gerecht. X ist komplett abgedreht, seit Elon Musk das übernommen hat. TikTok lebt nur vom Geschrei und zieht damit aber Daten für die Big Data der KP Chinas. Das kann ich jetzt erzählen, das juckt niemand. Trotzdem gehen die Leute darauf auf TikTok und werden X weiterhin nutzen. Ich bin selber auf X, auf TikTok bin ich nicht, weil die Big Data der Chinesen, wenn ich dahin gehe, ziehe ich ja vielleicht Leute und deren Daten, für deren Daten bin ich dann auch verantwortlich. Aber unter dem Strich... muss man natürlich auch ein bisschen auf eine Sache aufpassen. Facebook hat mal für WhatsApp in Indien noch ein Pilot gemacht. Die haben vor Bundesstaatswahlen so etwas wie eine Wahrheitsampel eingeführt. Hinter jede Nachricht gab es, grün ist wahr, rot ist falsch, orange, man war es das nicht. Und das meiste war natürlich orange. Und was ich nicht möchte ist, in einer komplexen Realität, wo das eine zu beurteilen, war oder nicht, war nicht immer und oft nicht einfach ist. Ich möchte natürlich nicht, dass Mark Zuckerberg der Wahrheitsminister des Planeten wird. Heißt, natürlich gibt es die Notwendigkeit, dass wir die üblichen Regeln der Grenzen der Meinungsfreiheit und dass sie es einfach beleidigen und verletzen der Würde anderer und Volksverhetzung, dass die im Netz eingehalten werden. Das werden sie nicht. speaker-1: Das werden sie nicht, aber das werden sie auch nicht von Personen des öffentlichen Politiker oder Oppositionspolitiker oder ehemalige Nachrichtensprecher, speaker-0: Das ist aber mal was. speaker-1: Kubicki oder Konstantin Schreiber, die sich da hinsetzen und 25 Minuten YouTube aufnehmen oder der andere einen X schreibt und so weiter, auf X schreibt. Fehlt da der Anstand der Menschen. speaker-0: Ich weiß gerade die aktuellen Beispiele von den beiden auch nicht. Das darf ich jetzt nicht auf die Leute eingehen, aber es fehlt nicht der Anstand, aber wir ermutigen zu wenig zum Anstand. Die große Mehrheit der Leute in Deutschland, die sind super anständig, die wollen das geschreien, die sind satt. Ihnen fehlt vielleicht auch der Raum, wo Sie das mal artikulieren können. speaker-1: Lautfindung gesehen, weil die anderen zu laut sind. speaker-0: Ich hab Townhouse gemacht als Parteivorsitzender in Nordrhein-Westfalen, zum Beispiel in Landtag. Ich glaube, es war wuchparteil, ich bin mir relativ sicher. Ich fahre aus so einem Marktplatz und wenn du das oft genug gemacht hast, weißt du, es gibt eine Ecke für die Störer, es gibt eine Ecke für die eigenen Anhänger, es gibt eine Ecke für, und es gibt immer eine Ecke für die Leute, also nicht immer die gleiche Seite, aber es gibt eine Ecke, wo die Leute zusammenstehen, die zufällig vorbeikommen und einfach interessiert zuhören, weil die wissen wollen, was erzählen wir da. Es ist spannend, es ist nicht spannend. Und ich weiß noch, wie da... Immer mehr Leute wurden in dieser Ecke. Das hat mich total motiviert, fand ich total super. Und dann kam einer genau in diese Ecke und er hat angefangen wie irre zu schreien. Vorbei gehen ihr, Grünen, Spender, dies, das, das, das, das, das, das, Die Leute, die da standen, die haben ihn weggeschickt. Die haben gesagt, jetzt hör doch mal auf, wir wollen einfach zuhören. Das ist ehrlich gesagt, das ist Deutschland. Das ist diese Gesellschaft, die meisten Leute wollen nicht geschrei. Die wollen, dass sie einfach ihre Probleme adressiert bekommen. Die wollen, dass die Politik sich ernst nimmt und die wollen, dass die Politik auch die Dinge, die angegangen werden müssen, auch tatsächlich angeht. Das ist eigentlich alles. Das ist nicht so kompliziert. speaker-1: Wie siehst du die Grünenpolitik überhaupt der Zukunft? Herausragend! Das musst du ja sagen! speaker-0: ist speaker-1: Das ist nicht mehr da. Robert Habeck ist nicht mehr da. Ricarda Lang ist nicht mehr da. bist, also Ricarda Lang ist noch im Bundestag, aber hat nicht mehr diese Führungsposition wie vorher. Und du bist vom Grünvorsitzenden, dem Großvorsitzenden zum Bundestagsfried zu Präsidenten gewählt. Das heißt, du bist also auch diese überparteiliche Ordnung. Wer wird die neue Identifikationsfigur der Grünen in Zukunft? speaker-0: Also ehrlich gesagt, diese Leute sind alle nicht so richtig weg, sondern die haben halt andere Aufgaben. Annalena ist 8000 Kilometer weg, Robert ist speaker-1: in Kopenhagen. speaker-0: Kopenhagen und Berkeley, aber auch immer wieder in Berlin. Ricardo hat einen Impact in den sozialen Medien, das ist extrem speaker-1: Ich finde sie toll. speaker-0: geil. Und wir haben zwei Parteivorsitzende, machen ihren Job ziemlich ordentlich, kümmern sich und das läuft. Und dass jetzt irgendwie gerade nach so einem Cut, nach Annalena und Robert, die zehn Jahre die Partei geprägt haben, jetzt nicht quasi in der Passepartout-Lösung da ist, ... sondern dass es wächst, das ist normal, ... es selber wie nach Joschka, ... weil es selber wie nach Jörg speaker-1: Du hast ja das Büro von Joschka übernommen. Den speaker-0: Ich hab den Sitz von Ihr Schreiber. speaker-1: Sitz von Joschka und das Büro von Joschka. Ja, ich weiß. speaker-0: Das war völlig crazy. Stimmt, kennst du die Geschichte von seinen Hinterlassenschaften? speaker-1: Nein, die kenne ich nicht, aber ich kann dir sagen, ich werde ihn in vier Wochen habe ich ihn hier in Frankfurt bei der Veranstaltung und werde mit ihm mal darüber sprechen. speaker-0: Joschka ist der Größte, ich verehre ihn über alles. Da hat meine Partei Macht beigebracht und dieser Republik Härten beigebracht, die heute sich auszahlen an vielen Stellen. Dafür kann man nämlich genug danken. Als Joschka beschloss, sein Mandat abzugeben, habe ich sein Büro übernommen und sein Mandat in Frankfurt am Main und in Hessen. Und es waren eigentlich in diesem großen Büro noch vier Sachen da. Es war ein Baum, den hat aber eine Kollegin einfach geklaut. Das war ein Kaleidoskop, der war kaputt. Das war ein Weltempfänger, der ist wahrscheinlich bei meinen Eltern auf dem Dachboden. Hat noch jemand einen Weltempfänger heute? habe keine Ahnung. speaker-1: Ich habe keine Ahnung. speaker-0: Und es war ein absolut genialer, schöner, alter, handgemachter Sessel, von dem das Gerücht rumgeht, der sei eigentlich mitgenommen worden. Haben viele wohl gemacht. Aus dem Plenarsaal in Bonn. speaker-1: Okay. speaker-0: diesen Sessel habe ich seitdem mit mir rumgeschleppt, egal wo ich hingekommen bin. Neulich saß ein Schreinermeister da drauf, wusste gar nichts davon, hat so bisschen angefasst an den Griff und gesagt... Das hält noch 30 Jahre, das ist ja richtig solide Arbeit. Das ist super genial. Und das ist das, Joschka mir hinterlassen hat, wofür ich auch dankbar bin. Was mich jeden Tag an ihn erinnert. Steht bei mir Büro, bei Bürobesprechungen sitzt natürlich der Chef da drin und guckt. Versucht, streng zu gucken. speaker-1: Okay, und die Politik der Grünen? Was ist die Politik der Grünen außer jetzt Climate Change und Klimawandel und Energiepolitik, Energiewende? speaker-0: Also, erstens, das Außer, das weise ich zurück, weil das ist nicht irgendein Thema. Das ist ein gigantisches Thema, das hat man in diesem harten Sommer auch mal wieder gesehen. speaker-1: Ich arbeite zusammen mit Professor Ernst Knutti, ich weiß nicht, ob du den kennst, von der ETH in Zürich. Einer der schon 2015 bei COP in Paris mit am Tisch saß, damit die Präsidenten alle unterschreiben. Er sagte, Omit, das ist der heißeste Sommer der Vergangenheit und der kühlste Sommer in der Zukunft. Und das macht einem Angst. Der ist so. Klar. speaker-0: Und deshalb kann ich wirklich nur zurufen, Leute, wählt die Grünen oder lasst es sein, juckt das Klima nicht. Was aber halt real ist, ist, die anderen nehmen es nicht ernst und machen nicht genug. So, jetzt haben wir sicher Fehler gemacht, auch in der Regierungszeit. Wir haben das eine übertrieben, das andere zu wenig gemacht. Das ist klar, aber das eine Thema, das wird hier maßgeblich die Welt verändern und maßgeblich unsere Freiheit bedrohen. Steht alles ausführlich im Kralsruher Bundesverfassungsgerichtsurteil, warum das so ist. Wir werden immer mehr Geld ausgeben müssen für alle. Anpassungsmaßnahmen, das fehlt dann an jeder anderen Baustelle. Deshalb ist das nicht irgendein Thema. Daraus ergibt sich ganz viel von Fragen von Krieg und Frieden bis hin zu Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Zweitens glaube ich, dass die Grünen eine große Rolle vor sich haben, natürlich auch zum Schutz unserer Demokratie. Das sage ich nicht nur wegen der Wahlen morgen und in den nächsten Wochen, sondern weil es notwendig ist, dass Regierungsbildung in diesem Land funktioniert zwischen den demokratischen Parteien. Und dafür müssen wir 20 Prozent anstreben. Immer. Sonst funktioniert die Regierung. und wenn Regierungsbildung nicht funktioniert, bricht das System irgendwann. Das kennen wir nicht nur historisch, das sieht man auch in anderen Ländern. Das dritte ist, ich glaube, dass wir einfach eine Partei sind und sein müssen von pragmatischer Lösungsfindung, die halt manchmal auch nicht irgendwie im Grundsatzprogramm die vier Jahre diskutiert wird, weil der Wandel derzeit so unfassbar schnell ist. speaker-1: Die Geschwindigkeit ist unfassbar. Die ist rasend. speaker-0: Nimm mal den Technologiebereich. Da gibt es jeden Tag neue Durchbrüche und Sprünge. Die kriegen die Wissenschaft ja kaum mehr mit selber, weil es so unglaublich schnell geht. Geschweigen dann die öffentliche Meinung oder öffentliche Stimmung, emotional verarbeiten kann. Das bedeutet aber, dass Politik trotzdem verstehen muss, nachvollziehen muss und auch dementsprechend nachsteuern muss. Ich wüsste nicht, was gerade macht. Aber das ist ein Beispiel dafür, dass wir einfach schneller werden müssen, alle miteinander. speaker-1: Aber dafür habt ihr das Digitalmuseum, Digital... ...Digitalministerium gegründet. speaker-0: Ja, das haben wir nicht gegründet, aber ja. speaker-1: die Technologie irgendwie auch begriffen wird und nach Deutschland gebracht. speaker-0: Wobei sagen muss, die technologischen Sprünge sind ja nicht nur Digitalisierung, die sind ja in allen Lebensbereichen. Da sieht man zum Beispiel in ganzen Biotechnologie und so weiter, ist ja der Hammer, was da passiert. es gibt ja theoretisch, ist ja in dieser Regierung das Ministerium zuständig, dafür ist zuständig die Doru Bär mit ihrem Forschungsministerium und theoretisch auch Karin Prien mit ihrem Bildungsbereich. das ist gerade alles nicht so... Moment, ich fahre was hinaus. Das Thema ist ja nicht, was in einem Ministerium passiert, sondern das Thema ist, wie geht man eigentlich vom Mindset mit welchem Kompass geht man daran. Und ich glaube, dass wir als grüne Partei eine große Chance haben und die sollten wir ergreifen, die Partei zu sein, die sagt, wir haben hier zwar einen Kompass, wir haben hier ein Navigationssystem, aber welche Straße jetzt demnächst ansteht, wissen wir nicht. Und dementsprechend, wenn wir uns anpassen, das Problem adressieren, wenn es da ist und pragmatisch lösen. speaker-1: Weiß ich nicht. Die Digitalisierung, ich hatte letzte Woche einen Talk mit einer Gründerin zum Thema Quantum. Diese ganze Quantum-Technologie, dort der letzte Chip wirklich hält, der jetzt in der Mache ist und in der Forschung ist etc. und das kann schon nächstes Jahr der Fall sein, dann wird aus AR und künstlicher Intelligenz auf einmal noch eine Exponentengeschwindigkeit, speaker-0: Wir speaker-1: wo sich wieder die ganze Wirtschaft, Unternehmungen, Logistikketten und so weiter neu justieren müssen und wieder sich alles verändern. speaker-0: Genau und das Ganze zum Beispiel, jetzt mal speaker-1: Wissen die das in Berlin überhaupt? speaker-0: die Ministerium weiß ich nicht, politische Landschaft ist dem gerade nicht gewachsen. Ich will aber, jetzt mal die Holistik nochmal darzustellen, der Durchbruch bedeutet auch exponentiell andere Zugänge zur Energie. Dass wir ganz anders tatsächlich auch Energie produzieren müssen und auch in anderen Mengen produzieren müssen als bisher. Sind wir ja schon an der Karrierevolution. Wenn ich mir jetzt angucke, wie die Europäer gerade massiv Land verlieren, was geostrategisch massive Folgen hat, Richtung China, Richtung USA, dann gibt es einen Bereich, wo wir sofort wieder aufschließen können und wo wir all diese Probleme lösen können, das ist Kernfusion. Das steht im Übrigen bei uns Grün im Programm, dass wir das wollen. Das sagst ja nur. Wenn man das K-Wort sagt, sagen die Leute, aber ihr seid auch die Grünen. Das ist nicht dasselbe wie alte AKWs. speaker-1: Ich denke, ihr seid auch mittlerweile vernünftig geworden und erwachsen geworden. speaker-0: Ich behaupte, dass die Meinungen damals immer noch richtig waren, heute immer noch nicht gelöst ist, das und das das Problem, aber Kernfusion hat damit gar nichts zu tun. Wenn wir den Durchbruch in Europa schaffen, wenn wir die Stabilisierung der Technologie hinbekommen, dann werden wir hier eine Technologie haben, mit der man tatsächlich auch in der ganzen Welt nach vorne gehen kann, dann lösen wir auch diese Probleme und so weiter. Also es ist dringend notwendig, die Digitalisierung anzukommen. Die Quantum ist wichtig, Robotics ist wichtig, die ganze Frage von Bio-ET. und Biotechnologie sind wichtig. Energiefrage ist der Teppich von all dem. Und da können wir noch was schaffen. speaker-1: Also ich bin, ich weiß nicht, das siehst du wahrscheinlich auch, wenn du ein bisschen in deinen Zugfahrten zwischen Frankfurt und Berlin unterwegs bist. Es wird immer wieder aufgezeigt, Robert Habeck bei Maischberger und bei anderen Sendungen, wie er schon während noch der Regierungszeit der Ampelregierung damals schon über die Straße von Hormus gesprochen hat, damals schon über Lieferketten, damals schon über... Und ich mag mich an eine Szene erinnern, wo Robert darüber gesprochen hat und Herr Merz am Tisch saß und ihn schier angelächelt und ausgelacht hat. Und drei Jahre später passiert genau das, wo man ihn vorher überhaupt nicht für ernst genommen hat. Und auf einmal passiert genau das, wovon Robert vor drei Jahren gesprochen hat. Es passiert momentan genau das, wovon Christian Lindner während seiner Zeit gesprochen hat, mit der Rentenfinanzierung und allem drum und dran. Hat man denen damals nicht richtig zugehört oder war damals einfach ne falsche, also neben FDP und Grünen ne dritte falsche Partei dabei? speaker-0: Ich möchte erst mal was Grundsätzliches sagen. Das ist alles richtig, was du da sagst. Aber erstens, Merz-Bashing machen gerade alle. speaker-1: Das geht nicht im März. speaker-0: Der zweite ist irgendwie, was soll ich denn damit kaufen, dass Robert mal Recht hat. Robert hatte oft Recht. Und was ich eingangs gesagt habe, nämlich, dass genug Information da ist. Das gilt für die Politik ja als Recht. Natürlich weiß man das alles. Ich habe als Kind im Iran, wir reden jetzt über 85, auf dem Kasernhof, Kasernhof, Wir auf dem Schulhof, bevor wir quasi reingegangen sind, wir einen Morgenappell. Wien-Kasernenhof stand einen rein und haben natürlich gesungen, werden also chantiert, wie heißt das, Parole gerufen, wir werden die Straße von Hormoz schließen. Das ist 40 Jahre her. So, das weiß man, dass das eine große Option ist für den Ernst, weil das das Regime im Iran ziehen kann. Warum weiß es der Armee eigentlich nicht? Ich habe keinen blassen Schimmer. Warum weiß man das nicht? Warum weiß man das nicht? Ich habe keinen blassen Schimmer. Wir haben ein Hamsterrad in der Politik, wo die Leute viel zu wenig Raum bekommen, nachzudenken. Wenn ich jetzt mal zu meinem Lieblingsthema kommen soll, das hat was damit zu tun, vielleicht, dass wir permanent im Wahlkampf stecken in unserem föderalen System. Die höchste Zeit zwischen zwei Wahlthemen in sechs Monaten. Und deshalb sind alle eigentlich im Wahlkampfmodus. Wo soll ich da noch denken? Deshalb bin ich hier für, dass wir die Wahltermine mal ein bisschen zusammenlegen, damit wir nachdenken, atmen können und einander auch was gönnen. speaker-1: Wobei man seit 2020, wo man sowieso noch die Situation hat, man kann nur noch reagieren auf die verschiedenen Themen. speaker-0: Das ist nicht wahr. Es ist richtig, dass wir seit 2020 nur noch reagieren. Da hast du recht. speaker-1: Es wird doch her! speaker-0: Aber dass wir das nur können, ist nicht wahr. Wir konnten so viel mehr machen. Wir könnten selber initiativ ergreifen, wir könnten aktiv werden, wir könnten tatsächlich auch nach vorne gucken und schauen, ist das nächste, wo kommen wir dem entgegen, bevor es uns überrollt. Das geht alles, das ist alles nicht so kompliziert. Ein altes Beispiel. Ich habe 2014 im Deutschen Bundestag, ich kann dir Videos nachher schicken, ich habe 2014 im Bundestag gesagt, ich war viel unterwegs, in den Camps Syrien herum, in den ganzen Flüchtlingscamps, das ist ein Riesenproblem, wenn hier die Finanzierung von World Food Programme aufhört, dann werden die Leute da nicht bleiben können. 2015 aber die Finanzierung zu Ende, die Leute haben sich auf den Weg gemacht. Es gab dann 2015 und 2016 in Deutschland. 2016 sagte die Bundeskanzlerin damals im Sommerinterview, was haben sie falsch gemacht, ich habe das nicht kommen sehen. Ich saß vor dem Fernsehen und mir ist ein Löffel aus der Hand gefallen. Nun ist das, was sie auf dem Tisch hat, so viel, dass die vielleicht noch nicht hinterher kommt. Das kann sein. Aber die Erkenntnisse sind alle da. Wir wissen, was demnächst passieren wird. Wir wissen, dass die Straße von Hormuz hätte geschlossen werden können. Wir wissen, dass man jetzt schauen muss, dass man in Islamabad, in Oman oder wo auch immer mit am Feiertuchstisch sitzen muss. Sonst wird man gefressen. Wir wissen, dass die Chinesen gerade massiv die seltenen Erden künstlich reduzieren auf dem Weltmarkt. Und wenn die Amerikaner und die einen Deal finden, heißt das noch gar nichts Gutes für die Europäer. Das wissen wir doch alle und deshalb können wir nicht, da kann man jetzt schon was tun, bevor wir auf einmal kein Germanium, kein Selizium haben, aber keine anderen seltenen Erden haben, die wir aber brauchen für die Produktion hier. Also wir sind nicht aktiv genug. Hast du eigentlich seit Beginn des Iran Krieges irgendeine große diplomatische Initiative unseres Außenministers? speaker-1: Gutes Gutes. speaker-0: Wenn man so ist, dann lernen wir nur noch in der Reaktion. speaker-1: Das landet man in der Reaktionsschleife. Aber wir kommen auch genau auf dieses Thema, oder? Die ganze Sicherheitspolitik und diese ganze USA-Politik, die jetzt gerade darüber kommt, beziehungsweise mit der wir gerade konfrontiert sind. Die EU, Brüssel, USA, Trump. Wie können wir uns... Zollpolitik. Zollpolitik, wir sind abhängig von einem... von einer Person im Weißen Haus, der jetzt gerade die Erde, die Welt irgendwie in Geiselhaft nimmt. Vor zwei Wochen Thema Lake Ontario, jetzt Lake America. Sorry, aber wir lassen uns von einem Verrückten da... speaker-0: Kanada lässt es ja nicht. speaker-1: Nein, Mark Carney lässt sich's nicht gefallen. Und ich saß im Raum in Davos, als er seine Rede hielt. Und wir sind alle da gesessen und haben die Luft angehalten. Was passiert denn da? speaker-0: Wobei, Moskanie hat ein bisschen geschummelt. Weil diese geile Rede, die eigentlich auch Mehrzeit erhalten können, die blendet ein bisschen aus, wie er mit den Chinesen umgeht. Das hat mit dieser Rede gar nichts zu tun. Aber das ist ein anderes Thema. speaker-1: Das ist aber ein anderes Thema. er kümmert sich... Es gibt momentan keinen Leader in der westlichen Welt, der so klar kommuniziert, der so klar seinen Volk auch united hat gegen das, was da gerade passiert. Und letzte Woche, vor zwei Wochen, das Interview, wo er morgens nach den Verhandlungen gegeben hat, wo der einen Journalist ihn gefragt hat, Ministerpräsident, Ich habe sie noch nie so reden gehört. Sie sind in Kriegsform so ungefähr. Und er sagte als Antwort, we got attacked. Oder? We got attacked. Wortwörtlich, we got attacked. speaker-0: Stell dir vor, der französische Staatspräsident mit einem Atomwaffen-Marsenal würde erklären, machen Deutschland zu einem Department von Frankreich. Da musst du drauf reagieren und das macht er. Und ehrlich gesagt ist die Ansprache von Trump in unsere Richtung jetzt nicht ganz so okkupierend, aber auch hoch unfreundlich. Und deshalb ist die Antwort auf deine Frage ist, wenn wir so abhängig sind von einem, der uns so in Geiselhaft nimmt, dann ist doch die Gegenfrage erstmal, hat er auch Abhängigkeiten bei uns? Und die Antwort ist ja, ohne Ende. speaker-1: Und warum lassen wir uns trotzdem da? Wie Marionetten am langen Saal speaker-0: ...wir, wie es aussieht, anscheinend nicht die Härte haben, uns einfach mal dagegen zu halten. Es gibt so vieles, wo man die Amerikaner mitquälen könnte, wenn sie uns quälen. Nicht, weil es schön ist. Ich bin groß... Ich bin wirklich von tiefstem Herzen Transatlantiker. Ich liebe das Land. war da oft und liebe die Vereinigten Staaten von Amerika. Aber wenn sie uns wehtun, gibt es auch Möglichkeiten, wie wir ihnen wehtun. Und das muss man ins Schaufenster stellen, damit Trump das versteht. Ich will jetzt gar nicht alles aufzählen, aber von Maschinenbau bis Chemie bis Weinbau, ich weiß es nicht. Wir haben in Frankfurt einen Internetknotenpunkt. speaker-1: Amazon, ja. speaker-0: Wenn wir damit drohten, die amerikanische Wirtschaft massiven Schaden einnehmen. Nun sollten wir das nicht tun, aber es gibt aus dieser Kategorie so viel, was wir dagegenhalten können. Wir sitzen aber da wie das Kaninchen vor der Schlange und sagen, bitte friss uns nicht. Und so funktioniert das nicht. Nicht mal in dieser Welt, in der wir heute sind. speaker-1: Was wir als Bürger einfach nicht verstehen ist, zum Beispiel bei der UN gibt es zwei Sitze, die Russen und die Amerikaner, im Ständiger Sitz im Sicherheitsrat. Genau diese zwei Länder greifen andere Länder an, Venezuela, Iran oder China wird jetzt irgendwann nach Taiwan und Russland in die Ukraine. Da denkst du doch, brauchst die eigentlich überhaupt noch? speaker-0: Vielen speaker-1: Und du denkst darüber auch nach, wieso haben die dort einen Sitz? Genau die haben dort einen Sitz? Entschuldigung, wollt ihr uns alle irgendwie auch... kann doch nicht sein. speaker-0: Ich verstehe das, erstens hast du recht. Zweitens gilt trotzdem der alte Spruch von Hammarschold. speaker-1: Aber die blockieren ja auch noch. speaker-0: Ja, weiß ich ja, aber es gilt trotzdem der alte Spruch, die Urne ist nicht da, uns das Paradies zu bringen, sondern vor der Hölle zu bewahren. Und wenn wir komplett auf alle Regeln verzichtet und ich sehe, ich bin realist genug, zu sehen, wo sie überall alles gebrochen werden. Und das ist sehr, sehr viel. Trotzdem, wenn wir sie aufgeben, gibt es keinen Ersatz dafür. Das heißt, man muss versuchen, die Regeln weiterhin aufrechtzuerhalten, wo es nur geht. Und man muss verstehen, dass die Vereinten Nationen jetzt in einem beschissenen Zustand sind, aber wir haben keine Zweite. Und man muss vor allem auch, bei allen Mängeln, ich hätte ganz viele andere Kritikpunkte noch, die ich auch noch hinzufügen könnte zu den Vereinten Nationen. Der Iran kriegt mal, kann nicht so lange her, kriegt einen Sitz im Ausschuss für Frauenrechte. Lachen oder heulen? speaker-1: Wir sind da gesessen und haben den Kopf geschützt, wo du denkst, habt ihr den Schuss? speaker-0: Ja klar, trotzdem nochmal, ich jetzt irgendwie stelle vor Deutschland verlässt ihr die Vereinten Nationen, was ist damit geworden? im Gegenteil. Deshalb muss man natürlich gucken, dass man die Regeln halbwegs hochhält, wo es nur geht und gleichzeitig auch versteht, dieser Sicherheitsrat ist ein Ausdruck der Machtverhältnisse von damals. speaker-1: Du sagst von damals, die Welt hat sich verändert. Wo ändert man die Strukturen? speaker-0: Wäre schön, ist gerade nicht machbar, weil die Alten das nicht zulassen. Und gerade ein Land wie Deutschland, das ja nicht mal den nichtständigen Sitz gerade hinbekommen hat, ist jetzt nicht irgendwie Nummer eins, die Satzung der Vereinten Nationen zu ändern. Aber deswegen hat Carney Recht. Deshalb müssen sich die anderen einfach zusammentun, wo sie können, unterhaken und dagegen halten. Es gibt so viele Länder, denen es genauso geht wie Deutschland, die die Welt so sehen wie wir, lass einfach unterhaken. Und das geht nur im Kern über eine Stärkung der Europäischen Union und all die anderen. speaker-1: Eine Stärkung der Europäischen Union. hast du die Situation Deutschland mit den drei Landtagswahlen. Du hast die Situation Italien mit Frau Meloni. Und du hast die Situation, dass Macron im November auch nicht mehr da ist. Wie soll Europa weiterhin gestärkt werden? Und gegen Spanien fängt man auch noch einen Streit an, oder? speaker-0: Ja, es ist ja immer so eine Sache mit Europa. Mal reden wir uns über die Ungarn auf, das ist auch noch 15 Jahre lang. Mal haben die Österreicher ein großes Problem, weil es gibt ja immer so Problemkinder. Die Deutschen waren auch mal ein Problemkind. Der kranke Mann Europas, der die wirtschaftlichen Wachstumsraten in Europa massiv getrostelt hat, ist gar nicht so lange her. Am Ende des Tages sind wir institutionell nicht da, wo wir sein müssten, dass man immer noch auf jeden einzelnen Staat irgendwie Rücksicht nehmen muss bei der Frage zum Beispiel... Wie die Außenpolitik gestaltet wird, ist alles nicht gut. Aber ehrlich gesagt, bis ich warte, die Verträge und die Formalitäten geändert sind, sind wir schon gefressen worden. Wenn man jetzt zum Beispiel in der Straße von Taiwan was erreichen will, dann kann man sagen, wir warten, bis die Chinesen irgendwie alles gemacht haben, was sie wollten und wir im Halbleiter bei Staatsfinanzierung bei, bei, bei, bei in Schwierigkeiten geraten. Man kann aber auch sagen, Deutschland, Frankreich, Polen, man darf diese Osteuropäer niemals kleinreden. Die werden immer stärker. Genau. Und gibt in Osteuropa nicht nur in der EU drei Wirtschaftsfunder, gerade in Albanien, Rumänien und Polen. Aber Schweden, Italien, Deutschland, Frankreich, Polen und UK. Wenn die Papier aufsetzen, indem sie sagen, wir werden im Übrigen das und das nicht zulassen, wir werden das und das das machen, das ist unser 5-Punkte-Plan für den South China Sea, dann wird der eine oder andere lächeln, aber in Peking lächelt niemand. In Peking sehen die Leute den Briefkopf. Da stehen vielleicht nicht 15 gelben Sterne, aber sechs Nationen, höchst relevant sind in größten integrierten Binnenmarkten Welt plus UK. Und zwei Atommächte noch dazwischen, da drunter. Das wird ernst genommen. Wir machen aber diese vielen Geometrien. Sarkozy, Sarkozy sollte man nicht oft zitieren, aber der sagt, dann redet er mal von variablen Geometrien. Das müssen wir jeden Tag machen. Jeden Tag von Neuem einfach neue Verbündete suchen. auf unsere Rankhöhe und da sind sehr viele und einfach mal Themen nach vorne schieben. speaker-1: Kanye ist da momentan Führer drin. speaker-0: Das ist genau so richtig. speaker-1: Omit, wie siehst du das mit Ukraine? Wie lange soll das noch krimmen? Wir sind jetzt vier Jahre. speaker-0: Das nenne ich, wir sind zwölf. speaker-1: Irgendwann, du Krimm mit dazu nimmst. speaker-0: Das ist nicht nur grim, das sind an der sogenannten Green Line, der Kontaktlinie. Donbass und Luhans sind im Schnitt. Jeden Tag ist Mensch gestorben, 2014 und 2012. Das war kein kalter Krieg. Das war kein frozen conflict. Das war wirklich ein Krieg, der durchgehend gelaufen ist seit 2012. Wie soll es da weitergehen? Am Ende des Tages hängt es davon ab, ob Putin den Glauben verliert, dass er militärisch gewinnen kann. In die Richtung läuft es gerade. Gutes Stück und wenn er diesen Glauben verloren hat, dann wird es Verhandlungen geben. Dann wird man am Tisch sitzen und miteinander sprechen. Ich hoffe, dass die Europäer eine große Rolle spielen. zwar Hand in Hand mit den Ukrainen, weil es deren Souveränität geht. speaker-1: Ich habe letztens ein Interview gelesen von einem SPT-Politiker, der geschrieben hat, wenn ich jünger wäre, würde ich alles tun, dass wir mit europäischen Delegationen zu Putin gehen und wenn es alle vier, sechs Wochen ist, darüber zu reden. warum überlässt man das Feld, obwohl der Krieg ja hier in Europa ist, warum überlässt man das Feld allein den Amerikanern, dass sogar der CIA-Chef mit einer speziellen Militärmaschine nach Moskau fliegt und sich dort wieder der Amerikaner sagt, hey, lass das jetzt sein gegen Lettland, Estland und versucht es gar nicht weiter. speaker-0: Erstens ist es richtig, dass es ein Riesenmist ist, dass die Amerikaner jetzt quasi für uns mitverhandeln, weil die nicht in unserem Sinne sind. Das speaker-1: Wir sitzen nicht am Tisch. speaker-0: ist korrekt, erstens. Zweitens, ich weiß nicht wer da als SPD-Kollege war, aber Alter ist keine Entschuldigung. Wenn er irgendwas machen will, kann er es machen und es nicht zu tun, als wäre er jetzt irgendwie so geschenkt. Aber das Wichtigste, und das habe ich versucht in verschiedenen Zusammenhängen darzustellen, ist, dass wir die Europäische Union zusammenhalten. Wenn wir die Europäische Union zusammenhalten wollen, dann müssen wir auf die großen Ängste und Sorgen der Osteuropäer sehr, stark und sehr ernst eingehen. Und wenn es da den gemeinsamen Willen gibt, dass man diese Gespräche führt, dann muss man das machen. Aber wenn der Kern dieses Krieges die Souveränität der Ukraine ist, dann geht es nicht darum, dass wir am Ende jetzt mit Russland verhandeln über den Kopf der Ukraine hinweg, was in der Ukraine passiert, sondern das können wir noch Hand in Hand machen. Im Übrigen gibt es ohne Ende Gesprächsformate mit den Russen. Und zwar seit 2012. Ich war selber bei einigen dabei. haben Leute teilweise geheim im Wald getroffen und miteinander geredet. Es bringt halt gerade nichts. Trotzdem muss man weiter reden, weil sonst hätte es kein Getreidedeal gegeben, die Welternährung zu gewährleisten. Sonst hätte es keinen Gefangenaustausch gegeben. Die Gespräche gibt es ja. Aber die Durchbrüche, damit man zu einer friedlichen Lösung kommt, das sage ich aus wirklich eigener Anschauung, das will die andere Seite nicht, weil die glauben, die gewinnen das noch militärisch. speaker-1: Das wäre wundervoll. speaker-0: Das ist richtig, aber die Einsicht ist noch nicht eingekommen. Die Russen glauben immer noch, die werden militärisch gewinnt. speaker-1: Weil mittlerweile, ich habe einige Bekannte in Russland, mit denen ich ab und zu WhatsApp schreibe, die sagen mir Oliver, unsere Regale sind halbleer. Die Wirtschaft funktioniert nicht, wir haben eine Rieseninflation. Ich kann mir kaum noch mit meinem Gehalt die Miete leisten etc. Also die Stimmung ist speaker-0: Kippt. Komplett, ja. Und es hat auch was damit zu tun, dass die Ukraine jetzt das macht, was die Russen seit Anfang des Krieges machen, auch mal den Russen zeigen, dass Krieg nichts ist, was nur auf dem Bildschirm ist. speaker-1: Und das kriegen die dort drüben mit? speaker-0: Genau, und das lässt die Gestimmung gerade kippen. speaker-1: Noch ein Thema, zwei Themen habe ich noch. speaker-0: Ich muss mir nachher erzählen, welche Sozialdemokrat speaker-1: Das zeige ich dir nachher. Das ist gut. Das Thema Innenpolitik. Du bist Bundestagsvizepräsident. Wir sehen gerade mit VW und der ganzen Autoindustrie, dass wir auch hier einen massiven Shift haben. Und das ist nicht gut. Das ist eine Vollkatastrophe. Wir sehen Infrastrukturprojekte. wo nicht funktioniert. Aber da ist man dran. Wir haben die größte Insolvenzgröße, die es je gegeben hat in Deutschland und wir werden eine riesen Arbeitslosenzahl wieder bekommen, wie seit 20 Jahren. Das bei Arbeitskräftemangel. speaker-0: Und das bei Arbeitskräftemangel. speaker-1: Wie siehst du das? Und wie sieht das die Politik? Und wo kann man wirklich Sachen anpassen oder Anpassungen machen, dass Deutschland nicht wirklich, also wirklich katastrophal unter die Räder kommt? speaker-0: Und wenn ich noch eins hinzufügen darf, als Schiffre für alles, 15.000 verlorene Industriearbeitsplätze im M***-Nad. Das ist beängstigend. Es gibt vieles, was man sagen kann, aber ich will es immer auf drei beschränken. Ich finde eine Sache sehr genial, was die jetzt in den Koalitionsvertrag ein geschrieben haben. Ich hoffe, die machen das und ich hoffe, dass es funktioniert. Man muss natürlich sehen, wie es läuft. Wenn du einen Antrag bei einer Behörde stellst und du kriegst keine Antwort nach einem Zeitraum x und y, genehmigt. Das ist super. Wir haben eine sogenannte Deutschlandgeschwindigkeit, die macht alle krank. speaker-1: Deutschlandgeschwindigkeit. So nennt ihr das in Berlin. speaker-0: Ja, Olaf Scholz hat diesen Begriff geprägt, also sagen wollte, wir machen es schneller. Mittlerweile würde ich sagen, da es nicht zwingend gelungen ist, ist Deutschland Geschwindigkeit eher die Schnecke versucht, gerade eine ICE zu überholen. Wir sind viel zu langsam in allem. Das hat mit Fehlern, Digitalisierung in der öffentlichen Hand zu tun und das hat was dringend nachgeholt werden muss und das hat was mit der Überregulierung zu tun. Das das Erstere. Ich war Kunde der Ausländerbehörde in Frankfurt, Anfang der 90er. Ich ging dahin, stand erstmal stundenlang ab halb fünf morgens, bis ich überhaupt rankam auf der Mainzer Landstraße. Und dann saß ein übermüdeter, schlecht gelaunter Beamter mir gegenüber, fragte, na na, Geburtstatum, schrieb es auf dem Poster, ging in den Keller und suchte meine Akte. Die Zahl ist jetzt bisschen über den Daumen gefallen. Ungefähr 200 Ausländerbehörden arbeiten in Deutschland bis heute so. Das ist kompletter Wahnsinn. Das geht auf die Knochen von den Beamten, das geht auf die Knochen der Behörden, jeglicher Art der Petenten, wie der gesamten Stimmung der Bevölkerung und der Kommune. Und die Überregulierung ist, ich besuche Familienunternehmen bei Hannover. der zeigt mir wirklich ein Telefonbuch nahezu ... und sagt, sind nur die Titel der Berichtspflichten, ich habe. Wie soll ich das machen? Das ist kompletter Wahnsinn. Das heißt immer, das ist Brüssel. Das ist auch Brüssel, aber ehrlich gesagt, ... wenn du dir das anguckst, das ist Brüssel, ... Bund, Land, Kommunen teilweise sind das ... Innungssatzungen aus dem 17. Jahrhundert. Das ist so, dass jeder einzelne Regel Sinn gemacht hat ... ... oder Sinn macht, ... aber zusammen checkt das niemand mehr. Das wird nur noch erdrückend. Und deshalb, die Antwort, normalerweise kommt, jetzt brauchen wir mal ein Regulierungsmoratorium. Ich glaube, das ist Quatsch. Auch deswegen, weil zum Beispiel, ich habe ja vorhin über die technologischen Sprünge beschrieben, da wird es auch Regeln brauchen, die man neu machen muss. Ich glaube, dass man das so nicht mehr hinkriegt. Ich glaube, das braucht sowas wie ein Konvent, dass alle Ebenen, die Praxis, die Verbände, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, dass die sich mal ein halbes Jahr einschließen. und einfach mal überlegen, welche Regeln braucht es wirklich. Und dann einfach aussortieren, wo es geht und wegrasieren, wo es geht, weil so wie es ist, kann es nicht bleiben. Wir kommen nirgendwo mehr hin mit dieser Regelwut. Das kannst du sehen an der Baukrise, da gibt es auch andere Gründe. Das kannst du sehen daran, dass eine ICL-Trasse in Deutschland mehrere Jahrzehnte braucht, bis das Ding gebaut wird. Wahnsinn! So, das ist das Erste, Geschwindigkeit. Das Zweite ist, wir haben einen riesen Vorsprung am Rekane zum Beispiel gegenüber. Das ist zumindest die Anmutung und hoffentlich auch lange sowas wie eine politische Stabilität. Ich weiß, dass die Republik daran nicht glauben wird, möglicherweise ab morgen. Ab morgen gibt es Panik, die Leute glauben das nicht. es ist ja nicht wahr. Wir sind ja ein ziemlich stabiles Land, das Stabilste, es gibt unter den Demokratien dieser Welt. finde, damit muss man hosieren. Damit muss man werben und das muss man auch halten und festhalten und erklären, warum das wichtig ist. Und wenn ich ein Drittes noch sagen darf, wir müssen einfach mal den technologischen Vorsprung umarmen und annehmen. Und nicht die Antwort auf jede Innovation ist Technikfolgeabschiedung. Ist was? Technikfolgeabschätzung. Ich bin sehr dafür, dass die EU eine KI-Gesetzgebung jetzt gemacht hat. Und wir sind auch noch die einzigen, das überhaupt gemacht haben. Aber da steht zum Beispiel drin, bei jeder, ich sag jetzt mal, system-Update braucht das eine Grundrechtsfolgeabschätzung. Das heißt, du sitzt in deiner Garage, hast dir eine geile Software gebaut, eine App gebaut, die spannend ist, weiterbringt und dann machst du ein System-Update. mal wieder 60 Seiten Bericht schreiben, ... willst du mich veräbeln. Und das muss halt aufhören. Das korrespondiert mit dem ersten, ... aber das hat auch was mit Technik, ... Skepsis an und für sich zu tun, mit der wir nicht mal weiterkommen. speaker-1: Zurückkommen zu meiner Frage. speaker-0: Hab ich so krass daneben geredet? speaker-1: macht nichts. Autoindustrie, speaker-0: Wir müssen wieder vorauskommen aus der Delle. speaker-1: Industrie generell in Deutschland. Was machen wir mit den arbeitslosen Menschen? Wie kriegen wir die wieder integriert? Und wir haben ja noch die andere Problematik der Überalterung. meine, die Demografie stoppt nicht und wir werden irgendwann speaker-0: Jung bleiben immer. speaker-1: Wir zwei werden wahrscheinlich immer akzeptiert. Aber speaker-0: Im Walserion, nur im Walserion. speaker-1: mit Rentenpolitik und Rentenreform und so weiter, demografische Wandel lässt sich nicht stoppen. Das heißt eben auch, es kommen zu wenig junge Leute nach. Stimmt. Wie kriegen wir das Ganze geregelt? speaker-0: Das waren jetzt wieder 15 Fragen. Ich versuche jetzt wieder vorbeizureden. speaker-1: Einmal bei mir in meinem Podcast. Ich hätte noch, weiß nicht... speaker-0: Das ist so groß, es gibt natürlich nicht die eine Antwort aus. So wie bei allen anderen Fragen, die ich nur erzählen darf, wie ich es glaube und vielleicht ist alles falsch. bei der Automobilindustrie, das ist ja ein Zeugnis von multiplen Versagen jeglicher Ebene und das ist ganz schwer rückgängig zu machen, aber ich finde nicht, dass wir das einfach aufgeben sollten. Ich sehe dauernd Leute, sagen, die Chinesen haben schon gewonnen. Warum? speaker-1: Warum? Genau. speaker-0: Weil die deutschen Erfindungen alle jetzt in Serie einbauen und dann auch noch verbilligen und dann auch unsere Marken raushalten durch Protektionismus, wo ist eigentlich unsere Gegenmaßnahme? Nur so ein Beispiel. Und die Tatsache, dass in der China-Politik alle europäischen Staaten eigentlich klar sind, nur Deutschland eiert und in der EU blockiert, ist nicht so super toll. Gegenteil. also dieses, warum gehen wir eigentlich alles schon auf? Wenn es schwierig ist, ist Wahnsinn. Der nächste Angriff auf den Maschinenbau der Chinesen kommt, wollen wir das auch aufgeben. Danach kommt sicher der Angriff auf Chemie, gehen wir das auch weg. Stahl war schon der Angriff. Und was bleibt noch? Also wenn wir jetzt nur noch irgendwie da sitzen und sagen... Was passiert in Berlin? Es gibt in vielen Ländern viele Leute, die sich viele Gegenmaßnahmen überlegt haben. Es gibt eine Grundzauderei vor allem in Deutschland, die im Umgang mit China ein Riesenproblem ist. Noch ein Thema, gibt beispielsweise mittlerweile relativ gängige Studien, nicht so wenige, die darstellen, dass die chinesischen elektrischen Fahrzeuge nebenher auch noch Datenstaubsauger sind. Das hat eine Sicherheitskomponente. wollen wir damit nicht mehr arbeiten? Wollen wir das nicht mehr angehen? Wollen wir nicht mal darüber reden wenigstens? Wollen wir nicht mal die Chinesen mit Gegenmaßnahmen konfrontieren? Also geht mir nicht darum, dass wir darüber jetzt die Marktwirtschaft aushebeln, aber das ist ein ernsthaftes Thema. Erstens. Zweitens. Was machen wir mit den Arbeitslosen? Ehrlich gesagt, der Arbeitsmarkt ist gerade nicht schnell genug und vor allem die Vor- und Ausbildungsmaßnahmen sind zuweilen sehr, sehr genial, aber nicht immer. ausreichend schnell. Je schneller das geht, desto größer wird das Problem. Und deshalb müssen wir auch da schneller werden. Es gibt ja sowas zum Beispiel Allianz der Zukunft. Ich weiß nicht ob ihr das kennt. Das ist ein Verbund von, was kann ich mittlerweile 100 Unternehmen, die da zusammengekommen sind und sagen, wir müssen einfach mal klastern, wie wir Fort- und Weiterbildung aufsetzen. am allermeisten, ja wobei das meiste läuft in Fort- und Weiterbildung in Deutschland ja innerbetrieblich. Das läuft nicht über die Arbeitsagentur. Das ist geil. Das ist einfach nur großartig und das muss die Politik aber unterstützen und gut finden und nicht als Konkurrenz oder Agentur für Arbeit empfinden, was die selber ja auch nicht tut. Aber da werden wir viel flexibler werden müssen, auch wissend, zum Thema Bildungssystem, was ziemlich wenig flexibel ist. Jetzt wurden gerade in Frankfurt am Main Kinder eingeschult. Mindestens die Hälfte von denen wird in Jobs arbeiten, die es noch nicht gibt. Dafür sind wir nicht schnell genug und nicht gut genug in den Schulen. Das hat auch vielleicht was mit dem Bildungsföderalismus zu tun, erst mal jahrzehntelang Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen in der Kultusministerkonferenz diskutiert. Das macht mich krank. Und was war das dritte noch? Das hab ich jetzt schon wieder vergessen. Du hast irgendwie so viel auf einmal eingepackt. speaker-1: Ich weiß es auch gar nicht. habe... Ich finde das nicht schlecht. speaker-0: Ach so, ja, ja, die jungen speaker-1: Ja, dabei sind die gar nicht faul. Sondern die wollen nur... Sie wollen auch dementsprechend behandelt und beachtet werden. speaker-0: So jetzt einfach mal wirklich anhand, ich habe das in meinem Buch geschrieben, dieses Beispiel. Jungermann ist 2015, ist heute 20, also 2015 neun. Zwei Jahre Feldsportunterricht aus Valiturnhallenbeleuchtung. Dann ist 2020, jetzt ist er 14, jetzt will er mal losziehen. Zwei Jahre eingeschlossen mit den Eltern zu Hause wegen Maßnahmen der Pandemie. Dann will er endlich loslegen. Auf einmal kostet ein Döner 9,50 Er hat jetzt endlich eine Freundin, mit der er ins Kino wenn du die Karten bezahlst und noch Popcorn und noch ein Eis kostet 50 Euro. Haben das alle? Nein. Sicher nicht. Die jungen schon gar nicht. Das kannst du jetzt fortsetzen. Und dann kommen wir uns sagen, im Übrigen, die wichtigste Debatte in Deutschland ist die Rentendebatte, die mit ihm erstmal emotional nichts zu tun hat. Und du musst noch zur Werpflicht. Die Werpflicht ist eine Debatte, ich will es gar nicht verdammt, aber das ist das Angebot, dass wir den machen? Und dann sagen wir, aber das ist jetzt aber doof, wir sind eine alte Gesellschaft, bemüht euch und zahlt im Übrigen die Rente der Alten. Das ist so alber. Wir behandeln die richtig schlecht. Wir behandeln sie nicht als das, was sie sind, die Schätze und die Zukunft dieses Landes. Und dann gibt es noch schlechte Schulen und der Putz fällt auf dem Klo, aufs Dach, wenn sie reingehen. speaker-1: ... speaker-0: Wir haben einfach komplett verlernt, dass wir diese Leute anders behandeln müssen, besser behandeln müssen, privilegieren müssen, weil sie dieses Land werden tragen müssen. Und so behandeln wir sie nicht. Das ist scheiße. Große Scheiße. speaker-1: Also das heißt, wir brauchen auch da einen Mindset-Shift in der Gesellschaft. speaker-0: Warum schimpfen die ganze Zeit über die Stadt, dass wir denen helfen, wir denen Wertschätzung geben? Es gibt etliche Dinge auch in der Kriminalstatistik, die sind explodiert seit Corona. Das sieht man schon in den Fußballstadien, aber die Gewalt, Jugendgewalt ist zum Beispiel massiv gestiegen. Das ist ein Riesenproblem, das muss auch hart angegangen werden und muss auch mit Härte begegnet werden. Trotzdem gibt es Ursachen und diese Ursachen kann ich einfach nur wegdrücken. Gibt es wirklich eine riesige Belastung von jungen Leuten? die wir aber nicht mit du bist doof einfach wegschubsen können. speaker-1: Ja, das muss ich einiges noch einlernen. für gegenüber den jungen speaker-0: Schnell! speaker-1: Leuten. Der Sohn von meiner Schwester ist 14. Genau das Beispiel, was du vorhin gerade gebracht hast. Also es sind riesige Themen, die angegangen und umgesetzt werden müssen. Moment, ich habe noch eine einzige Frage. speaker-0: Ist es immer dieselbe Frage? Ich habe speaker-1: Nein, nein, das ist ... speaker-0: ja einen Podcast, der jetzt revitalisiert. Und mein Team sagt mir, ich muss immer dieselben Fragen stellen am Ende. Soll ich mal sagen, was meine Frage ist? Darf ich sie dir jetzt mal stellen? Welches Lied lässt dich am schnellsten weinen? speaker-1: Das ist eine sehr, gute Frage. Ich wollte nie erwachsen sein von Peter Maffei. Echt? Ja. Weil wir, glaube ich, auch als Erwachsene verlernt haben, Kinder zu bleiben. Und Kinder heißt eben auch Ideen, Innovationen. Verrückt zu sein. Spielisch, Spiel, Spiel. Das ist noch eine lustige Frage. Weil wenn ich in meinem Sommerurlaub bin, normalerweise bin ich immer irgendwo am Strand. und spiele mit Förmchen. Ich kann dir Bilder zeigen, ich Strandkorb 613 in Wenning steht, sitze ich da und spiele mit meinen Sandförmchen und fange an zu bauen und zu basteln, wo alle sagen, du hast nicht alle Tassen im Schrank und weißt du was, es ist mir scheißegal. Weil da kommen mir die größten und besten Einfälle. Meine letzte Frage an dich. ist, wann stehen wir zwei unterm Römer und feiern endlich die deutsche Meisterschaft von Eintracht? speaker-0: Also es gibt ja... Die Eintracht-Fans haben ja einen Weltbekantheitsstatus durch ihre Bescheidenheit. Also würde ich sagen, wie immer diese Saison werden wir Meister, weil wer sonst? Wenn du mich fragst, ohne Fußballmafia hätten wir jetzt die letzten 60 Meisterschaften alle gewonnen. Ich habe keine Ahnung, was ich aber weiß ist, 59 ist einfach viel zu lange her. Und wenn ich diese ganz alten Leute, die damals dabei waren, ich habe ja Eintracht-Fanclub gegründet, einer meiner Schöpfer, der ist Franz Josef Jung, der war als Kind im Stadion mit seinem Vater an der Hand. Also er war an der Hand seines Vaters. Wenn der davon redet, dann stehen erwachsene große, dicke Männer ihn herum und die fangen an zu heulen. Und so geht es auch. Und dementsprechend ist es echt überfällig. speaker-1: ist super. speaker-0: Ich hab zwar keine Ahnung, wie das gehen soll mit diesem Monster Bayern nach oben, aber das ist so überfällig. Seit Rostock wissen wir das alle. speaker-1: Ich finde es auch. Wir zwei werden dann unter dem Balkon stehen und gemeinsam feiern. Oder auf dem Balkon. speaker-0: Du, als wir den Pokal 18 gewonnen, war ich relativ lange dann unterwegs. Ich durfte ja auch sogar bei der Mannschaftsfeier dabei sein. Ich war dann nicht auf dem Römer, weil ich da besoffen irgendwo in der Ecke rumlag, irgendwo in Berlin. Also wenn wir Meister werden, dann findest du mich auf der Intensivstation nicht auf dem Römer. Da habe ich alles geschafft, da kann ich auch jetzt abtreten. speaker-1: Riesenapplaus, vielen lieben Dank, dass ich dich heute bei mir im Podcast hatte. speaker-0: Die So? Wunderbar.