speaker-0: Hallo zusammen und willkommen zu einer neuen Folge Before Applaus. Applaus ist das Echo des Erfolgs. Davor stille Stunden, falsche Wege, echte Risiken. Wir erzählen die Geschichten, die niemand sieht, aber alles entscheiden. speaker-1: Ja, wir begrüßen Bernhard Häusler heute bei unserem Podcast Before Applaus. Bernhard, schön bist du da. dir einladen. Ja, super gerne, super gerne. Sarah, ein bisschen zur Geschichte von Bernhard und mir. Er war mein Einwechslspieler. Und zwar beim Alten Symposium. Vor vielen Jahren in Hinterlaken hatte ich Luther Matthäus eingeladen als Speaker. warum? Am Abend vorher war der Ballon d'Or in speaker-2: Danke. speaker-1: Zürich. ja. Und Lothar war in Zürich beim Ballon d'Or. aus irgendwelchen Gründen hat er eine Woche vorher abgesagt. Krankheit wie auch immer. Und dann per Accident haben wir uns drei Wochen vorher bei dir im Büro in Basel getroffen und du hast gesagt, du würdest gern zum Alpen-Symposium kommen, aber du kannst nicht, weil du bist mit der Mannschaft in Portugal beim Vorbereitungstraining. Genau. Und dann habe ich ihn angerufen, habe gesagt, Herr Häusler. Ich habe hier eine absolute Notsituation. Lothar hat abgesagt, hätten Sie Zeit, Alten Symposium zu kommen. Dann sagte er, ich muss die Reise nach Portugal umändern, aber ich komme. So haben wir uns damals kennengelernt beim Alten Symposium in Interlaken. speaker-2: Du hast mir damit einen Traum erfüllt, weil mich als Fußballspieler oder Begeister einmal als Ersatzspieler von Lothar Matthäus aufgeboten Es war nicht ganz so, wie ich mir in den Träumen habe, aber war schön. speaker-0: Hahaha speaker-1: Ja, es hat riesig Spaß gemacht und wir haben viele Inputs damals gekriegt oder Feedbacks von den Teilnehmern. Es war der beste Leadership Talk, den es beim Alpen-Symposium je gegeben hat. Und das zieht sich ja bis heute. Deine Talks und deine ganzen Vorträge, die du machst zum Thema Teamwork und Team. Aber da gibt es ja auch eine ganze Zeit davor. Und wir haben gelernt, du hast erst mit 30 das erste Mal angefangen zu arbeiten bei einer Agentur bei einer Anwaltskanzlei in New York. Mit 30, das heißt 29 Jahre, die wir aufarbeiten müssen unbedingt, die müssen wir analysieren. Die müssen wir aufarbeiten. Was hat Bernhard Häusler 29 Jahre vorher lang gemacht? speaker-2: Das ist natürlich das Schicksal von vielen Menschen, sich an der Uni weiterbilden. Es ist nicht ganz richtig, dass ich zum ersten Mal gearbeitet habe. Ich habe meine Fan-Jobs gehabt, zum Beispiel als Schallplattverkäufer. Kann man sich heute fast nicht vorstellen. speaker-1: Das ist noch die fossile Tonträgerin. speaker-0: Gibt's wieder Vermehrungen? speaker-2: Ja, vielleicht, aber man muss erklären, was es ist. dann natürlich an der Uni habe ich als Assistent gearbeitet. Aber in meinem Beruf gearbeitet habe ich zum ersten Mal so richtig in New York, das stimmt. Und vorher, ich glaube nicht, dass die Zeit reicht, um jetzt 29 Jahre zu erklären. Aber es waren sicher prägende, also meine Erfahrung jetzt mit einer gewissen... In einem gewissen Alter und einer Zeit, der man Perspektive und Rückblicken kann, natürlich schon, dass ich viele Dinge, die ich heute antreffe oder auch angetroffen habe im Berufsleben, im Nachhinein feststelle, dass sich Dinge doch irgendwie zurückführen lassen auf die ersten Jahre in einem Leben als Menschen. speaker-0: Das ist tatsächlich auch was so, wenn man in einer polnischen Familie mit aufwächst, dann heißt es schnell studieren, schnell arbeiten. Das ist für mich natürlich ein innerlicher Reichsparteitag zu hören. Nein, auch die Jahre vor der Arbeit und quasi das andere ist ja etwas, was einen auch auf den Weg vorbereitet und wo man sehr viel mitnimmt. Hab ich früher auch immer behauptet, würde ich jetzt auch unterschreiben. Aber auch schön von dir zu hören, dass du sagst, das ist so. speaker-2: Viele Dinge realisieren wir in dem Moment gar nicht. Das ist jetzt ein Lehrer. Ich war in der Schule mittelmässig bis saumässig. Dann kommt ein Geschichtslehrer und er gibt ihr für irgendeine Arbeit eine 6-7. Bei uns ist 6 normal. Das hat bei mir unglaublich viel ausgelöst. Der weiß sicher nicht mehr daran, ob er in diesem Moment bei mir ausgelöst dass ich vielleicht gar nicht so dumm bin, wie ich es mir vorstelle, dass ich irgendetwas kann. Das sind so die kleinen Dinge. Die müssen du mitnehmen im Leben, weil du realisierst, es nicht die grossen Gesten, die grossen Erfolge und Zahlen den Menschen in Erinnerung bleiben. Oft sind es die ganzen Dinge, die du nebenbei erlebst. Eine Mail, du beantwortest, eine Begegnung an einer Bar. Das ist etwas von den wenigen Dingen, die ich versuche, den Menschen zu vermitteln. Schaut auch auf die kleinen Dinge, weil die den Menschen in Erinnerung speaker-0: Ja, ja, absolut. speaker-1: Und dann warst du fertig als Jurist in New York. Und wie kommt man als Jurist zu einem Fußballverein? speaker-2: Das war in gar nicht geplant. speaker-0: Das ist euer Video. speaker-2: Als Mensch war ich Fan des Clubs, das war ganz klar. Ich wollte nie beruflich verbinden, aber es kam zustande über ein Verwaltungsratsmandat in einem Irish Pub in Basel. Der Reviso dieses Irish Pub war gleichzeitig Finanzchef des FC Basel. Immer, wenn wir Sitzungen hatten, wir nur über den FC Basel. Dann kam irgendwann mit dem Problem. Sie hätten keinen Juristen. Sie hätten im Klub keinen Juristen auf oberster Ebene. Aber sie hätten ein Problem. Der Spieler Hakkan Jakkin, damals berühmter Spieler in Basel... Das ist der Bruder. speaker-1: Unser Bundestrainer? Das ist der Murat. speaker-2: Hoch talentiert, jüngere wurde vom FC Basel zu Paris Saint-Germain transferiert und dann wurde er dort irgendwie nicht angenommen und wurde zurückgeschickt und man wusste nicht, was man nur mit diesen Spieler machen sollte. Die Transfersumme war schon bezahlt worden. Und so hat man behauptet, man würde nun drei Anwälte fragen und dann einen Beauty-Contest machen und der Beste würde das Wandel kriegen. Die Bedingung sei nur, Beratung sei gratis. Ich weiß nie, ich habe nie erfahren, ob es wirklich zwei andere gab. Ich war auf jeden Fall dumm. genug die Beratung gratis zu erteilen. Deshalb nicht dumm genug, vielleicht auch schlau genug im Nachhinein, weil es hat dann dazu geführt, dass wir eine enge Verbindung. mit der damaligen Vizepräsidentin und Inhaberin des Klugeki-Giorgi und den anderen Vorstandsmitgliedern So ist es dann zustande gekommen, dass man mich so langsam aber sicher in den Vorstand aufgenommen hat. Zuerst als Beisitzer, dann als Mitglied, dann als Vizepräsident und dann letztlich als Präsident und dann auch als operativer Leiter. Das war so ein Prozess, der schrittweise stattgefunden hat. Nicht geplant. speaker-1: mich geplant, jetzt hast du einen Fußballverein. Nachher war ich Präsident und Inhaber vom FC Basel, der auf einmal in der Operativin drin ist. hast du einen Verein, 20 Spieler, ganz viele Nationen, 180 Mitarbeiter noch im Headquarter, die dafür zu sorgen haben, dass die 20 am Wochenende oder die 11 auf dem Rasen zu performen haben. Wie hast du das damals angestellt mit deinen Kolleginnen und Kollegen im Vorstand oder auch in der Operativen, dass aus einem mittelmäßigen FC Basel der beste FC Basel der Geschichte wurde, vor allen Dingen auch im Punto multikulturelles Management, Leadership, Führung, weil vom Ägypter Mosallah bis zum Schweizer, der dort gespielt hat und so weiter. Die müssen ja auch alle miteinander sich kropulisieren plus den richtigen Trainer dazu auswählen. speaker-2: Ich würde sagen, das war so ein zweistufiger Prozess. Im ersten konnte ich vor allem noch zuschauen. Das war die Führung mit Gigiori, mit Christian Gross als Trainer, ein Erfolgstrainer in Basel. Und dann kam die Situation, in der eigentlich der ganze Verwaltungsrat ersetzt werden musste und wir 2009, 2012 dann den Club eigentlich in der eigenen Verantwortung geführt haben. Und du etwas ganz Wichtiges gesagt. Das Zentrale oder das grösste Anliegen war, dass sich alle in diesem Club ernst genommen fühlen, abgeholt fühlen und alle Wissen, ganz verschiedene Rollen haben, dass der eine, die eine oder andere komplett im Hintergrund ist, nicht wahrgenommen wird und die anderen vorne auf der Bühne im Stadion gefeiert werden. Speziell natürlich auch im Fußball, das vergisst man immer wie Bei uns bezahlen wir die am besten, die an der Front tätig sind, also auf der Baustelle in dem Sinne. Und das führt natürlich auch zu gewissen Spannungen. Es ganz klar, es gibt Menschen im Unternehmen, die seit 10, 15, 20 Jahren da sind und von einem Tag auf den anderen einen Lohn freischalten müssen für einen 19-Jährigen, der dem Zehnfachen entspricht. Und das war für uns ganz wichtig, dieses Bewusstsein bei allen letztlich zu fördern, aber auch selber vorzuleben, dass es keinen Neid gibt. dass wir uns bewusst sein müssen. Das ist ja auch irgendwie das Sympathische am Sport, Gegensatz zum Teil in der Wirtschaft, dass unsere Wahrnehmung in der Führung voll und ganz davon abhängt, wie das Team an der Front funktioniert, wie es performt. Wenn die Mannschaft gewinnt, dann machen alle Manager alles richtig. Ich werde als erfolgreicher oder guter Präsident sogar bewertet. Nicht weil man genau weiss, wie ich die Sitzung gemacht habe, sondern weil man sagt, ja das Team hat gewonnen, also war ein gut Präsident. Also diese Rückkopplung, ist sehr direkt im Sport und die lehrt dich auch eine gewisse Portion Demut zu realisieren. Du bist hier für die Rahmenbedingungen, sorge dafür, dass es dem Team gut geht und glaube daran, wenn es dem Team gut geht, geht es dir auch wieder besser. Und oft wird das in der Wirtschaftswelt umgekehrt betrachtet. Es muss mir gut gehen und dann kommandiere ich rum, wie das Team zu funktionieren hat und im Sport funktioniert das nicht. Das Publikum im Stadion gibt dir zu verstehen, dass du nur da bist, ⁓ die Rahmenbedingungen zu schaffen und dass du genauso gut bist wie das Team auf dem Platz. Es gibt keinen Präsidenten, der abgefeiert wird mit einer Mannschaft, absteigt und auch kein Trainer. Von dem her ist der Sport und der Fußball natürlich in der Beziehung sehr ehrlich. Manchmal etwas brutal, aber ehrlich. Wenn es nicht läuft, dann werden bei uns nicht die Mitarbeitenden entlassen, sondern halt der Chef, Trainer, so hart es auch ist. speaker-1: Bei dir war es ja noch speziell, du hast ja auch teilweise noch die Meister-Trainer entlassen, ⁓ wieder neue Impulse reinzuholen, wofür man dich ja wirklich nicht immer gerade geliebt hat in Basel. speaker-2: Nein, auch dort muss man die Wahrheit ganz genau anschauen. Wir hatten fünf Trainer in acht Jahren. Zwei haben mich verlassen, weil sie sich verbessern konnten. waren Thorsten Fink und Paolo Sosa. Einer haben wir uns im Gegenseitigen einfrieren. Mit einem haben wir tatsächlich die Lösung gefunden, dass wir jetzt ... ein neuer Puls schaffen, weil das Team und Eric nicht mehr funktioniert haben. Aber von dem her ist die Statistik etwas anders und der letzte, den habe ich nicht entlassen, sondern meine Nachfolger haben mich nicht verlängert, das war der Urs Fischer, der ist mit mir zusammengegangen. Also von dem her war es nicht ganz so, aber trotzdem, haben zweimal auch Trainer gewechselt in Situationen, die... in dem wir eigentlich erfolgreich waren. wir haben einfach gespürt, wir kommen nicht mehr weiter. Wir haben uns zweimal von ihm getrennt, haben ihn Einzelnen einmal freigesteckt. Aber das ist auch von mir aus gesehen die Aufgabe von Führung, gerade wenn wir erfolgreich sind, Change in Good Times zu machen. Also den Mut zu haben, dich selbst zu analysieren, die Situation zu analysieren, weil es dankt dir niemand. An einer Meisterfeier sagen dir alle, du hast alles richtig gemacht, mach nichts anderes, bleib so wie ihr seid. Und das Brutale ist, du musst dann richtig unpopuläre Entscheidungen fällen. Und da es mir geholfen, dass wir im Team diese Entscheidungen gefällt haben und ich nicht allein, weil die Reaktion ist dann sehr persönlich, sehr hart. Es wird dir dann unterstellt, würdest gar nicht im Interesse des Unternehmens arbeiten. Aber all die Entscheidungen, wenn du weisst, dass du sie einer Gruppe gefällt, sind einfacher. Vertret nach aussen, wenn du weisst, die anderen vier haben ja auch nur nach bestem Wissen gewissen. Diesen Entscheid gefällt, der zwar schmerzhaft ist, mit der einzigen Begründung und dem einzigen Motiv, das Beste für den Klub zu tun. speaker-1: Wir haben ja gerade in der heutigen Zeit die Situation von vielen Unternehmen und Unternehmern, ständiger Wechsel in der Politik, ständiger Wechsel in der Wirtschaft. Wir haben Zölle. Wir haben auf einmal Bedingungen von außen, die in Unternehmen ja Tag für Tag neue Entscheidungen hervorrufen, hervorrufen müssen, weil die Unternehmensführer handeln müssen. ⁓ überhaupt ein Unternehmen aufrecht zu erhalten und erfolgreich durch diese stürmische Zeit zu navigieren. Was sind so deine Führungs, dein Führungs Know-how aus den letzten Jahren, was du solchen Persönlichkeiten mit auf den Weg geben kannst? Ich nehme an, es kommen viele zu dir, ⁓ Beratung zu fragen oder Inputs zu fragen. Hey, wie schaffen wir das überhaupt in der heutigen Zeit? unsere Teams zusammenzuhalten und die richtigen Leute, the right man and right woman for the right job, überhaupt hinzubekommen. speaker-2: Es gibt zwei Aspekte. Der eine ist, dass der Fußballsport als Modell er immer schon unglaublich schnelllebig war. Was an meinem Wochenende gut ist, ist am nächsten Wochenende schlecht. Wir hatten nie Stabilität. Wenn man so ein Fußballspiel anschaut, es Fußballspiel als ständige Auseinandersetzung mit Krisen. Das verlangt für die Menschen auf dem Platz enorm viel Resilienz und es verlangt auch von den Führungskräften eine gewisse Grösse zu akzeptieren, es immer wieder kleine Dellen gibt. Das fand ich manchmal sehr schwierig, auch ein Wegschieben der Emotionen im ersten Moment, eine Barriere im Kopf zwischen der Intuition und dem Impuls und den Worten. Also dass du nicht nach einer Niederlage wutend brand vor ein Mikrofon rennst und über den Schiedsrichter dich äussert oder noch schlimmer in die Garderobe gehst und die Spiele zusammenfaltest. Das ist schon noch anspruchsvoll in der Führung. Also eine gewisse Ruhe zu bewahren in ganz stürmischen Zeiten. Aber, und jetzt muss ich schon ein grosses Aber, das ist Fußball. Schöne Nebensache, was wir derzeit auf der Welt erleben an Instabilität, an äh... Werte zerfällt zum Teil, an Änderungsgeschwindigkeit stellt. Ansprüche, die ich meine, überfordern zum Teil uns Menschen. Ganz klar. In unseren menschlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten und gerade auch die Geschwindigkeit, die derzeit herrscht in der technologischen Entwicklung, in der Disruption, die überfordert uns. Die Frage ist nun, wie gehst du mit dieser Überforderung ⁓ oder wie können wir Menschen mit dieser Überforderung umgehen? Und da dient natürlich, dass ein kleines Fussballglübli, ⁓ das jetzt etwas zu sagen, natürlich nur bescheiden. Aber es hat mir doch immerhin gezeigt, dass die Wellen mitmachen Man muss immer gegen den Strom rudern, was anstrengend ist. speaker-1: Ich wollte gerade sagen, das braucht ja auch gewisse Kraft. speaker-2: Kraft und braucht Menschen. Es braucht Menschen ⁓ dich herum, die dir helfen in diesem Ruderboot. Deshalb sage ich immer den Führungskräften, isoliert euch nicht. Isoliert euch nicht. Versucht immer in einem Team zu bleiben. Versucht immer Menschen an euch heranzulassen, die euch ehrlich und offen und auf Augenhöhe die Wahrheit ins Gesicht sagen oder die Wahrheit, ihre Meinung, Gesicht sagen. Weil nur dann bist du stabil in solchen Situationen. Wenn du dich aber isolierst, wenn du sogar das Gefühl hast, seist der Einzige oder die Einzige, die das Problem lösen kann, dann fässt du auf die Nase, früher oder später. Ich glaube, das gilt heute noch mehr denn je. Es ist eigentlich eine Rückführung von uns Menschen. Wir Menschen sind nur stark geworden, weil wir verstanden haben, dass wir zusammenwirken müssen. Wir sind nicht das Einzelne, sind nicht besonders stark oder schnell in der Revolution, aber wir haben uns entwickelt, weil wir unsere Verschiedenheit als Stärke erkannt haben. Wenn es etwas gibt, ich denke, was man heute immer wieder betonen muss, Führung ist Kooperation. zusammenwirken mit Menschen in einer besonderen Rolle, in einer besonderen Verantwortung. Aber es ist und bleibt Kooperation. Führung ohne Team ist sinnlos. speaker-1: Das heißt, ein Team gewinnt immer. speaker-2: Ja, ist der Titel meines Spurses. Da habe ich extra gewählt. Auch ein bisschen dank deiner Motivation habe ich dieses Buch geschrieben. Eigentlich geht es ⁓ Führung, aber der Titel heisst, Team gewinnt immer. Weil ich überzeugt bin, eine Führungskraft kann nur für sich gewinnen, wenn das Team auch erfolgreich ist. Dass er ⁓ sich herum hat, aber auch, führt. speaker-1: Du hast, wenn du Fragen hast, Popcorn-mäßig dazu Popcorn-Plop eine Frage gestellt. Du hast jetzt über die Änderung gesprochen durch Politik, Wirtschaft usw. Wir haben aber auch noch eine technologische Änderung. haben diese ganze Thematik künstliche Intelligenz. Wo bleibt die menschliche Intelligenz? Wie schaffen wir es als Menschen überhaupt noch, Speed und diesen dieser Change der Technologie standzuhalten, mitzuhalten? Es gibt verschiedene Arten von KI mittlerweile. Was ist die richtige, was ist die ehrliche? Und das, was du sagst, dieser Wertezerfall in den Unternehmungen, ist auch noch ein Thema, weil Werte war eigentlich immer das, woran man sich zum Schluss noch irgendwie festhalten konnte. Und wenn wir sehen heute Leadership global mit den Politikern, die da draußen rumspringen und so weiter, es gibt auch keine Vorbilder mehr. Früher haben wir auch noch Vorbilder gehabt, wo man sich vielleicht irgendwo dran hangeln konnte. Wie siehst du das heute? speaker-2: Also jetzt weiß ich gar nicht, welche Frage du... Also die erste war ja ein bisschen über künstliche Intelligenz, der erste Teil. speaker-1: gerade auch du, der Vorträge hält, der Workshops gibt zum Thema Führung und wie können wir da überhaupt noch mithalten? speaker-2: Die entscheidende Frage ist doch, wir haben uns vielleicht auch unter Eindruck dieser Überforderung? haben wir uns irgendwie, das ist in unserem Steinzeitgehirn so angelegt, eine Fluchtbewegung bewegen. Wir flüchten zum einen an Massenanlässe, Oktoberfest, Fussballspiele, wir flüchten ins Schneckenhaus zurück, indem wir uns Internet bewegen, keine Menschen kontaktet als Individuum, in einem Hyperindividualismus, sondern das dritte Fluchtbewegung. Wir haben eine nichtorganische Intelligenz entwickelt oder sind daran, sie immer weiter zu entwickeln. Eine Intelligenz, die im nichtorganischen Bereich uns überlegen ist. Man könnte auch sagen, eine Revolution. und wie gehen wir damit Aus der Perspektive der Führung stellt sich die entscheidende Frage, wer den letzten Entscheid Ist es ein Wesen, Emotionen hat, Werte besitzt, das Empathie besitzt, zumindest für sich in Anspruch nimmt, oder überlassen wir den letzten Entscheid einer Maschine, einem anorganischen Wesen, welches keine Emotionen spürt, rational entscheidet? In dem Sinne vielleicht auch objektiv richtig, was immer das ist. Und dort ist derzeit von mir aus gesehen eine gefährliche Bewegung in der Entwicklung, in dem wir eben von mir aus gesehen auch zu schnell vorwärts gehen, dass wir als Menschen dazu tendieren, mehr den letzten Entscheid abzugeben. Vor allem im Umgang mit anderen Menschen finde ich das eine ganz gefährliche Entwicklung. Wenn ich bei einer Bank ⁓ die Ecke einen Kredit beantrage, dann sitzt mir vielleicht heute noch jemand da und sagt, Bernhard, wir haben dich so und so analysiert und wir sind zum Schluss gekommen, du kriegst den Kredit nicht deshalb. Heute oder bald wird es so sein, dass er mir ein 700-zeitiges Memo hinlegt, sagt, ich verstehe auch nicht, was drin steht, aber der Entscheid ist nein. Du wurdest analysiert anhand von 237.000 Aspekten und du bist Leiter. speaker-1: Social Media Accounts. deswegen ist es die Antwort nein. speaker-2: Deshalb ist die Antwort nein. Aber ich kann dir nicht erklären, Das führt zu einem ganz anderen zwischenmenschlichen Kontakt. Wenn die Chefin oder der Chef dem Team die Provisionsverteilung so erklärt und sagt, aber frag mich nicht, warum, ist nun einfach so ausgerechnet, dann führt es dazu, dass wir immer weniger im Zwischenmenschlichen zu tun haben. Ich glaube auch, dass wir uns weniger fördern, Fehler zu machen. Dinge auszudiskutieren. Der Weg zum Ergebnis wird immer weniger wichtig und dabei entwickeln wir Menschen uns nur auf dem Weg zum Ergebnis. Wichtiger ist immer mehr das schnelle, klare Ergebnis. In einer Zeit, in Sofortness gilt oder alles muss sofort sein, natürlich die ... Die Long Language Models und Large Language Models, also die ganzen Chat-GPD und Co. oder Gemini sind natürlich optimal. Ich muss mir gar nichts mehr überlegen. Ich habe gar keine Zeit zu überlegen. Ich hoffe, dass er nicht. speaker-0: Neonist kommt vor allem immer ein Ergebnis. In der Statistik ist immer, es kommt ein Ergebnis raus. Ob es jetzt richtig oder falsch oder fair oder was auch immer. ist einmal dahingestellt, das muss man selber, aber man bekommt immer ein gut anhörendes Ergebnis. speaker-2: Und dein Gehirn hat den Prozess der Ergebnisse der Arbeitung gar nicht mehr mitgemacht. Und ich glaube, in diesem Prozess entwickeln wir uns weiter. speaker-1: Aber was bedeutet das zum Thema Bildung? Schulbildung? speaker-2: Ja natürlich, ist doch die ganz schwierige Frage. speaker-1: Wie kriegen wir die jungen Leute überhaupt noch zum Kopfrechnen? Wie kriegen wir die jungen Leute überhaupt noch zur richtigen Rechtschreibung? Wie kriegen wir die jungen Leute heute überhaupt noch auf den Sportplatz? Ja, aber es geht immer ⁓ Thema Bildung. speaker-2: ... drei, vier verschiedene Dinge. Bildung oder Entwicklung als Mensch. Mein Sohn macht jetzt gerade das Anwaltsexamen. Er muss irgendwann dann mal in diesem Jahr eine Hausarbeit erstellen. Ich bin nicht überzeugt, oder auch nicht, dass es noch viele Jahre eine Hausarbeit geben wird. Also dass Beispiel solche Dinge gar keine Rolle mehr spielen. Fremdsprachen, spielen die noch eine Rolle oder nicht, wenn wir eigentlich die Übersetzung hier auf dem Tisch haben können. Das sind Dinge, uns niemand beantworten kann. Was löst das mit uns Menschen aus? Fakt ist, wenn man das Ganze philosophisch betrachtet, müssen wir uns einfach bewusst sein, dieser Erde bis jetzt immer geherrscht wer der Intelligenteste war oder es für sich in Anspruch nehmen konnte. Wir haben alle and und zu untertan gemacht, weil wir stärker waren. jetzt müssen wir einfach, finde ich... nicht als Techniker, sondern als Mensch unglaublich aufpassen, dass wir nicht die Kontrolle verlieren und eine höhere Intelligenz entwickeln und die Gefahr laufen, dass wir vielleicht die erste Spezies sind. glaube, hat Geoffrey Hansen so gesagt, die erste Generation oder erste Spezies die ihre Nachfolgespezies entwickelt. Eine noch höhere Intelligenz. Und der Glaube, und das tut mich heute der grosse Anspruch an die Führungskräfte in der Wirtschaft, in der KI-Welt, aber auch in der Politik. Dass diese Höhere Intelligenz dann Rücksicht nimmt auf uns, das steht in den Stern. Und da ist von mir aus ganz entscheidend, was man heute mit ihr macht und wie man sie weiterentwickelt. Und da braucht es sehr verantwortungsvolle World- oder Global Leaders. speaker-0: Ich glaube aber auch so im Einsatz, ich finde dein Beispiel ganz schön, bezüglich Kreditvergabe, wenn man das als Beispiel nimmt. Wir haben uns als Menschen in einen Prozess entwickelt, aus familiären Gründen, mit Selbstständigkeit und was auch immer. Fragt quasi der Mann den Kredit an, er ist selbstständig, er hat eine Firma, er bekommt den Kredit nicht, weil er selbstständig so eine Firma hat. Der Bankberater rät ihm aber, frag doch deine Frau. Die ist angestellt in der Firma. Also das Risiko für die Bank ist, ob die jetzt Person A oder B nehmen, genau das Gleiche. Aber aufgrund der, sag ich mal, bürokratischen Häkchen, die man setzt, kann man der Frau den Kredit geben und dem Mann nicht. Aus meiner Sicht ist das quasi genauso dumm, sag ich mal, wie eine KI-Dumm einzusetzen. Und ich finde eigentlich diesen Moment, den wir gerade haben, dass man hinterfragt, wie treffen wir Entscheidungen, wie Wollen wir zu einem Ergebnis kommen? Wie setzen wir vielleicht auch unterschiedliche Tools an? Kann eigentlich auch ein wertvoller Zeitpunkt sein, ⁓ zu sagen, wenn wir es jetzt richtig machen, wird es mit KI ja besser, als es jetzt gerade ist. Weil nur weil wir es gerade so machen, heißt es ja nicht, dass es gerade gut ist. Und ich glaube, diese Chance auch als als Führungskraft Teams zu empowern, hattest es ja mit Empowerment, Fehler zu machen, die Sachen vielleicht auch zu lernen und auch zu teilen, dass man sagt, das war dumm, das war gut, das war wie auch immer. Das ist, glaube ich, unglaublich große Chance. speaker-2: Ich glaube, ist auch ein hoher Anspruch an die Führungspersonen, auch in Bezug auf ihre Empathie. Der Umgang mit hybriden Teams, eigentlich, man kann auch sagen, intelligentsmäßig auf Stereoiden sind, unglaublich empowered. Diese KI, diese künstliche Intelligenz, zu verwenden, dass sie uns hilft, uns zu verbessern, Lösungen zu finden, wo wir eben keine Lösungen mehr haben oder keine finden, das ist die große Hoffnung. Es gibt ja positive Aspekte, die einem Team auch helfen können. Man muss sich bewusst sein, dass die Bias, die in ein Algorithmen einfließen, hinten rausspuckt. speaker-0: Das hat er schon. speaker-2: dass jedes Ergebnis einer KI immer die objektive Wahrheit dann machen wir uns auch etwas vor. Es gehört natürlich auch dazu, in der Zusammenarbeit mit der KI und so weiter. Deshalb habe ich ja das gesagt, es wäre so wichtig jetzt, dass man diese künstliche Intelligenz mit Werten versorgt, die dann nachher auch helfen im Umgang mit der Generation, nach uns kommt. Dass sie Rücksicht hat und Respekt hat und so weiter. All das ist letztlich, ist sie wie ein Spiegel von uns. Was wir jetzt entwickeln ist wie ein Spiegel von uns. Und je rücksichtsloser wir das Ganze angehen und durchwinken und unkontrollierter und weniger aligned zu unseren Werten, so wird es auch reagieren. Es gibt ja keinen eigenen Wertekatalog, der sich hier entwickelt. Das ist letztlich das Spiegelbild unserer Zeit. speaker-0: Na gut, ich meine daran scheitert autonomes Fahren ja schon relativ lange ist immer die Frage im Zweifel für den Autofahrer oder im Zweifel für den Fußgänger, wenn man eine Entscheidung treffen muss. Und wenn ich jetzt jemanden sage, du steigst jetzt in dieses Auto ein und mit einer Wahrscheinlichkeit von, weiß ich nicht, zehn Prozent, wenn die Situation da ist, entscheidet dieses Auto gegen dich, würde keiner mehr das Auto kaufen. Also und das ist so ein bisschen dieses bei der KI Ich meine, wir sehen, wir haben Roboter, die fähig sind, Sachen zu tun. Wir haben jetzt eine KI, fähig ist, Sachen zu tun. Wenn man das kombiniert, dann hat man nicht mehr nur einen Computer, der Antworten ausgibt und Entscheidungen trifft. speaker-2: Das ist auch das, was Mustafa Suleyman in seinem Buch «The Coming Wave» beschreibt. sagt, Entscheidende ist der Merge, also das Merge zwischen Biotechnologie, KI, Robotik und was hier für Möglichkeiten bestehen. zwar natürlich wie immer ... Positive und Negative. Das Spannende ist, dass diese Menschen, die diese Künstliche Intelligenz von Anfang an begleitet und entwickelt haben, jetzt überall sich öffentlich melden und sagen, wir müssen vorsichtig sein, müssen ein wenig Speed rausnehmen. speaker-1: Sachen der Chinesen dazu. speaker-2: Da ist die Politik natürlich gefragt. Das ganz Gefährliche daran ist in der heutigen Weltlage, die so instabil ist, dass die KI logischerweise auch der Schlüssel zum militärischen Triumph bietet. Und natürlich ein politisch Verantwortlicher, der ja nur seine Position in aller Regel sieht und weiter und die Position hier vertritt, nicht irgendetwas machen möchte, mit dem er die Position seiner Wählerinnen und Wähler oder seines Landes gefährdet. das ist meine große Angst, Arms Race, das hinten dran läuft, dass man sagt, wir können gar nicht bremsen, obwohl diejenigen, die es entwickelt haben, sagen, hey, langsam! speaker-1: Selber, die sagen mittlerweile ja selber. speaker-2: Langsam stoppen. Einfach schauen, alleine. Und gleichzeitig sind die Incentives genau gegenteilig gesetzt. Möglichst viele Tensionen, möglichst viel Aufmerksamkeit, möglichst viel Präsenz drinbleiben. Das ist auch bei den sozialen Medien natürlich so. Also die Incentives sind ja so gesetzt, dass du und ich möglichst lange verweilen. Ja. Und nicht, dass sie uns wirklich gut tut. speaker-0: Das ist bezüglich. diese Optimierungsalgorithmen, wo du auch gesagt hast, auf was optimiere ich denn jetzt auf die Gesundheit der Welt, auf das Wohlergehen eines Staates, auf das Wohlergehen eines Führers, dass er an der Macht bleibt. Und je nachdem, was meine Optimierung ist, bekomme ich andere Ergebnisse. speaker-2: Die Optimierung jetzt ist die möglichst grosse Aufmerksamkeitsdauer. Und die möglichst grosse Aufmerksamkeitsdauer bekommst du mit polarisierenden und nicht mit differenzierenden Inhalten usw. Das ist natürlich das grosse Risiko und das grosse Problem, das wir heute bereits mit den sozialen Medien erleben. speaker-1: Aufmerksamkeitsdauer, Bernhard. Du bist damals 30 dann Jurist und dann zum FC Basel Präsident, heute Co-Präsident der Schweizer Sporthilfe. Irgendwann ist doch der ganz normale Schritt hin Richtung Bundeshaus nach Bern. meine, Bundeshaus Bern, Bernhard Häusler, könnten wir uns hier in der Schweiz wunderbar vorstellen. Aber es gibt auch ein Gang zum Bundeshaus nach Bern, der für dich ganz speziell war, deiner Zeit noch als Präsident. speaker-2: Ja, witzig, dass du das ansprichst. Tatsächlich habe ich auch meine Doktorarbeit im öffentlichen Recht geschrieben über die Oberaufsicht des Parlaments. Die Regierung hatte dann sicher damals den Anspruch, dass ich in irgendeiner Art Weise nicht unbedingt als Politiker, vielleicht als Wissenschaftler irgendwann mal in Bern eingeladen werde als Experte zu Fragen der Oberaufsicht und so weiter im Regierungssystem der Schweiz. Und das war mir dann eigentlich nicht vergönnt. Ich wurde nie eingeladen als Experte, aber ich habe es dann viele Jahre später Das zeigt, dass das Leben immer anders funktioniert als das Plan. eines Fußballers, wir hatten, Tragowitsch aus Österreich, der anlässlich einer Meyerköpfeier hat, der so als kleiner Spitzblumenstreich den damaligen Bundespräsidenten Maurer zwei-, dreimal auf den Hinterkopf geklapst. ohne dass es gemerkt hat, wie wir es alle schon gemacht haben, war das auf einem Klassenfoto oder so und fand das wahnsinnig lustig, aber das wurde wie alles heutzutage natürlich gefilmt, ging online und so weiter. und hat zu einer riesigen Aufregung geführt in der Schweiz, also ganzseitige Berichte in den Leitmedien bis hin zur Tagesschau, die darüber berichtet hat im Schweizer Fernsehen. Und so kam es dann tatsächlich dazu, dass ich endlich eine Einladung nach Bern erhalten habe, nachdem er sich noch schlecht entschuldigt hat in der Öffentlichkeit. Wir haben ihm fälschliche Weise das Mikrofon gegeben und er hat sich dann entschuldigen müssen an einem Meister feiern, das ging ganz in die Hosen. Und dann sind wir zu zweit oder zu dritt dann nach Bern gefahren und haben dann einen offiziellen Staatsbesuch. abgestattet, indem er sich dann nach gut einer Stunde beim Bundespräsidenten, der das Ganze viel lockerer genommen hat als die Berichterstattung drum herum, aber ich habe damals, oder ich sage auch in meinen Referaten, damals wurde mir so vor Augen geführt, egal wie mächtig du bist, Clubpräsident oder Bundesrat bist, du bist irgendwie eine Marinette in einem grossen Theater. Und dieses Theater haben wir fertig gespielt bis zum Schluss und ich als Profiteur, durfte dann im Bundeshaus mit Trabowitsch den Empfang genießen. speaker-1: Aber so mal ein Stuhlwechsel mal im Bundesratsstuhl. Könntest du jetzt... speaker-2: Nein, die Zeit ist vorbei. bin nicht der Typ, der ... Ich wollte gerade sagen, ich habe ja eigentlich noch 20 Jahre, aber ich finde ehrlich gesagt, bin nicht der Typ. Abgesehen davon, dass ich auch finde, ich hätte das früher anfangen müssen, ich hätte mich vertieft mit diesem Thema der Politik, das ein eigenes Feld, das kann man nicht einfach ... Ich finde, man sollte sich da einfach so nebenbei machen, nur weil man ein bekanntes Gesicht ist. speaker-1: So jung sind die ja auch nicht. speaker-2: Oder dass man sagt, damit bin ich auch ein guter Politiker. Das funktioniert leider oft so, aber ich bin überzeugt, eigentlich ist es ein knallhartes, schwieriges und eigenes Geschäft. Man muss sich auch damit identifizieren können. Und ich bin gerade in der jetzigen Phase meines Lebens, ich möchte eigentlich nicht polarisieren. Ich möchte keine unnötigen Diskussionen oder Streit. Ich diskutiere gerne, debattiere gerne, aber ich möchte mich auch nicht irgendwie ein Korsett. wo man sagt, musst dieser Meinung sein, du bist in unserer Partei. Ich möchte eigentlich frei sein, jeder Frage meine Meinung sagen zu dürfen, ohne dass ich das Gefühl habe, stopp, ich schulde da meiner Partei oder meinen Wählerinnen und Wählern eine Meinung, von der ich gar nicht hundertprozentig überzeugt bin. Und deshalb sage ich mir, ich verfolge die Politik mit großem Interesse, aber die Verantwortung der Politik überlasse ich anderen. speaker-1: Ich würde noch gerne ein Thema anschneiden, bevor auch Sarah nachher ihre letzte Frage stellt. Das Thema Respekt, Bernhard. Es gibt bei dir eine Szene, wo uns allen erst mal das Herz in die Hose gerutscht ist und nachher wir gesehen haben, das ist einfach der Respekt gegenüber Bernhard Häusler. Dein allerletztes Spiel als Präsident des FC Basel. Und irgendwie kurz vor Schluss, zehn Minuten vor Schluss pfeift der Schiedsrichter ab. Hinter dem Tor, Basler Kurve, wie nennt ihr das? Muttenzer Kurve, gehen die Türen auf und die ganzen Fans strömen auf den Platz und halten vorne ein Schild hin. Danke Bernhard. Und alle haben damit gerechnet, Sarah. Alle haben damit gerechnet. Das war's. Das Spiel wird abgebrochen und so weiter. Nein. Drei, Reden Dankesrede an Bernhard Häusler als Präsident und alle sind wieder zurück in die Kurve. Die haben die Tür wieder zugemacht und das Spiel wurde weiter fortgesetzt bis zum Schluss. Dieser Moment, Gänsehautmoment, wie war das für dich, oben auf der Tribüne zu stehen und das zu erleben? speaker-2: Es war eigentlich noch etwas... Ungeordneter, also der Schiedsrichter hat nicht abgepfiffen, das Spiel wurde unterbrochen. Unplanmässig, der Schiedsrichter wusste nichts davon. Es gab in der Pause riesige Diskussionen zwischen Sicherheitsleuten und den Fans, weil die Fans haben erst in der Pause die Sicherheit informiert, wir werden kommen. Wir werden sowieso kommen. Also war das Ganze viel problematischer. Ich habe am Morgen früh eine Mitteilung erhalten aus der Fanszene, ich müsse an der 70. Minute runterkommen und neben die Trainerbank stehen. Ich hatte keine Ahnung. Ich habe gedacht, es gibt vielleicht eine Choreo und man wollte, dass ich die gut sehe. Ich wusste nichts von diesem unplanmäßigen Feldsturm oder friedlichen Feldsturm. Das ist typisch, wie diese Fans funktionieren. Sie lassen sich nicht in eine Inszenierung einbinden, sie inszenieren. Und es war auch nicht eine Huldigung an meine Adresse, sondern es war auch Mehr oder weniger ein sehr kräftiges letztes Wort im Dialog. Wir haben eine ganz ähnliche Situation erlebt, allerdings gewalttätig etwa elf Jahre vorher. Danach musste ich die Verantwortung übernehmen, als sie auch aufs Feld gestürmt sind, nach dem Schlusspfiff und dann aber gewalttätig nach einem letzten Tor in letzter Minute des FC Zürich. Mit diesem Tor haben wir die Meisterschaft verloren. Es war wie ein Abschluss dieses Kreises. Sie sind dann nach drei Minuten wieder weg. Es wurde in dem Moment nichts gesprochen. Sie haben mir nur eine Fahne übergeben und sind dann drei Minuten wieder weg. bewusst oder unbewusst vielleicht das wertvollste Abschiedsgeschenk gemacht, man sich machen kann. Oder in der heutigen Zeit, Bilder herrschen, diese Bilder natürlich auf YouTube, online gegangen und haben natürlich oft auch in anderen Clubs die Frage aufgeworfen, wie war das möglich, weil in der Regel gehst du als Präsident natürlich anders von einem Club. Du hast ja eigentlich keine Rolle. mit der du dich wahnsinnig beliebt machen kannst. Du fährst eben die Entscheide, nicht wirklich nur auf Gegenliebe stoßen. Und irgendwie haben wir es hingekriegt auf der Basis des Dialoges, und deshalb finde ich es schön, du es unter dem Aspekt Respekt eröffnet hast. Es war gegenseitiger Respekt. Auch für die Verschiedenheit. Respekt, nicht Vermischung. Das wurde mir dann oft natürlich vorgehalten, du redest zu viel mit den Fans und deshalb bist du selber ja ein Hooligan oder so. Und ich habe ihm gesagt, nein, Dialog führen heisst nicht zu vermischen, sondern Dialog führen heisst die andere Meinung zu respektieren, die Perspektive zu wechseln und das war gegenseitig nötig. Und ich glaube wir haben sehr viele Dinge erreicht, die nicht sichtbar waren durch diesen Dialog und bin auch überzeugt, dass es der richtige Weg war. Ich weiss, dass man in diesem Bereich immer nur an den Ereignissen gemessen wird. Sie sind dem Sinne frustrierend, natürlich. Aber an allen Nichtereignissen, die du nie wahrgenommen wirst. Wir haben viele Nichtereignisse gehabt, dieses Dialogs, wo wir festgestellt haben, wir müssten ehrlich zueinander sein. Und sie waren immer knallhart ehrlich. Sie haben mir nichts vorgemacht. Und umgekehrt haben wir auch festgestellt, wir haben halt einfach nicht die gleichen Interessen. Wir sind da für den Club, aber in ganz anderen Rollen. Und schon nur das Akzeptieren der anderen Rolle hat sehr viel geholfen im Dialog, in einem ehrlichen Dialog. Der war nicht immer einfach. speaker-1: Nein, aber das war für mich eine Szene oder für die Schweiz eine Szene oder für die Fußballwelt eine Szene. speaker-2: Ich war sehr bewegt. Du hast mich noch gefragt, was ich in dir vorgab. Das war schwer. Es gibt auch Bilder, sieht, dass mir eigentlich die Tränen in den Augen sind. Es war schwer, in diesem Moment die Emotionen und Kontrolle zu haben. Weil alles einfach wie ein Film wieder vor mir abgelaufen ist in diesen Momenten. Ich spürte so viel Wertschätzung und wollte die ganze Wertschätzung zurückgeben. Es war gegenseitig. In dem Moment spürte ich so viel Liebe. Ich hätte gerne mehr Liebe gegeben und stand dort wie ein Ölgötz und durfte das entgegennehmen. speaker-0: Bevor wir zu unserer letzten Frage kommen, habe ich noch eine vielleicht egoistische Frage. Weil wir tatsächlich auch häufig gefragt werden von jüngeren Leuten, wie ist das, wie kann ich in der heutigen Zeit einen Job wählen und vielleicht denken, dass ich den bis zum Ende meines Lebens mache. Jetzt finde ich auch jemand, der immer sagt, naja, nur weil du irgendwas studierst, musst du ja nicht A machen. Da kommt noch B und C und jetzt bist du ja auch jemand, wenn man sich deinen Lebenslauf anschaut. Perfektes Beispiel dafür. Was würdest du denn jetzt noch so jungen Leuten mitgeben, dass man sagt, dein Sohn hat jetzt Jura studiert oder wenn er jetzt anfangen würde zu studieren, was würdest du sagen? speaker-2: Ich glaube, vor fünf oder zehn Jahren hätte ich das noch etwas anders beantwortet. Vor fünfzehn Jahren hätte ich gesagt, studiere. Wenn du nicht genau weisst, was studierst oder machst, woran du Freude hast, lass dich ja nicht von Leuten steuern, die dir sagen, mach das, damit verdienst du viel Geld und so. Mach das, was du gerne machst, was dir Freude bereitet und dann wirst du auch gut in dem Bereich. Jura hat sich jetzt für mich auch angeboten, weil ich wusste eigentlich, war noch sehr unreif in der Zeit und ich wusste mit Jura gibt es noch viele Möglichkeiten. Jetzt bist du noch nicht schon ganz fest auf einem Gleis. Und das spüre ich jetzt eigentlich auch bei meinem Sohn. Gleichzeitig spüre ich natürlich, bei mir gab es natürlich so eine Back... Back... Fallback Position ist falsch gesagt, aber ich wusste, ich bin jetzt in einer Anwaltskanzlei, ich werde dort Partner. Für mich ist gesorgt, bis ich 70 bin oder 65. Dieses Gefühl hat ein 30-Jähriger oder eine 30-Jährige heute nicht. Weil diese Berufe, gerade diese sogenannten White-Color-Berufe, sind derzeit sehr instabil. Also zu vorauszusagen, wie sieht der Anwaltsberuf in fünf Jahren aus oder in zehn, ist sehr schwierig. speaker-1: Frag mal den ZCPT, wie die Urteile... Ist sehr schwierig. speaker-2: All das, was Daten basiert, ist eigentlich auch so auf Worte basiert. Ich habe ja typischerweise einen Beruf, der auf Worten basiert, auf Wortkenntnissen, Formulierungen. Dieser besondere Wert, diese Ausbildung verliert zumindest auf erste Sicht hin sehr an Bedeutung. Es führt anseits zu einer Demokratisierung, vielleicht auch zu einer Simplifizierung und einer nicht ungefährlichen Entwicklung für gewisse Berufe. Und da müssten wir uns auch nichts vormachen. Je stärker der Druck wird, auch auf die Unternehmen, die Wirtschaftlichkeit betrifft, desto mehr wird man KI nicht nur als Verbesserungstool verwenden, sondern natürlich auch der Versuchung nachgeben, Headcounts zu reduzieren. In dieser Revolution, im Gegensatz zu industriellen, sind es nicht die Blue-Color. nicht die Arbeiter an der Front, sondern es eher studierte Berufe, die derzeit in Anfechtung stehen. Es wird sehr spannend zu sehen, wie sich das weiterentwickelt. Das ist auch so interessant, selbst die Menschen, an der Front sind, können dir genau sagen, was die Zukunft sein wird. Alle Jobs, die kognitive Fähigkeiten verlangen, werden von KI oder von einer AGI in fünf bis zehn Jahren übernommen. Kein Mensch kann dir das wirklich sagen, aber das führt bei einem jungen Menschen, du hast mich ja gefragt, was würde ich einem jungen Menschen zu einer inneren Unsicherheit Und ich kann nur raten, bleib flexibel, setz dich auch vor allem mit diesem Thema auseinander. Gerade wenn du in einem Beruf bist, also verschliess ja nicht die Augen, betrachte sie nicht als eine Gefahr, sondern vielleicht als eine Chance. Und bleib flexibel, flexibel, flexibel, bild dich weiter, überall. speaker-0: Ich glaube, das gilt generell. Damit kommen wir zu unserer letzten Frage, aus der wir auch bald eine Collage machen werden, mal als Zwischenstand. zwar, wenn dein Leben einen Hinweisschild hätte, was wäre da drauf? speaker-2: Ja. Ein Hinweisschild oder ein Verkehrsschild? speaker-0: Das kann beides sein, je nachdem, was für dich gefühlsmäßig am besten passt. Es auch zwei Schilder sein. speaker-2: Es ist ein Schild, viele Wege zeigt und am Schluss singt wie Rom. Der Spruch, viele Wege führen nach Rom, ist das Gefühl, die Wege, ich im Leben beschritten habe, waren so eigentlich viele gar nicht so richtig geplant. Ich hatte eine Hauptstrasse vor Augen und irgendwie habe ich dann Nebenpfade erwischt und die schönen Dinge habe ich dann auf diesen Nebenpfaden entdeckt. speaker-1: Und erlebt. speaker-0: Das ist wie auf der Autobahn in Deutschland, du dieses Gelbe quasi, dass es eine Alternativroute speaker-2: Vielleicht die Umleitung. Die Umfahrung. speaker-1: Ja, vielen Dank. speaker-2: Danke auch.