Sarah Lewandowski: Hallo zusammen und willkommen zu einer neuen Folge Before Applaus. Applaus ist das Echo des Erfolgs. Davor stille Stunden, falsche Wege, echte Risiken. Wir erzählen die Geschichten, die niemand sieht, aber alles entscheiden. Before Applaus, der Podcast für Unternehmerinnen und Unternehmer. Heute begrüßen wir Professor Dr. Tilo Stadelmann. Eine Freude. Hallo. Eine Freude, eine große Freude, Tilo. Wir duzen uns, wir kennen uns schon einige Zeit und haben immer wieder miteinander zu tun. Gerade auch in der Thematik künstliche Intelligenz und Robotik. Du bist Professor für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Was muss man sich darunter vorstellen? Ich habe das große Privileg, jungen Leuten beizubringen, wie man diese Technologien baut, sodass sie zuverlässig sind, sodass sie nützlich sind, sodass sie den Menschen gut tun. und gleichzeitig selber mit einem Forschungsteam daran zu entwickeln. Diese Doppelrolle von selber entwickeln und weitergeben, was wir gelernt haben. Und das ist für mich ein Riesenprivileg. Ich liebe diesen Job. Genau. Du darfst ja da an der KI forschen und du darfst Inhalte neu bereitstellen. Alles, was ihr erforscht, auch in euren Lehrplan mit reinbringen. Wie kann man an künstlicher Intelligenz forschen? Wir arbeiten meistens basierend auf Anfragen von Organisationen da draußen, die sagen, wir könnten so ein tolles Produkt anbieten, so einen guten Service erbringen, wenn nur dieses eine technologische Problem gelöst wird. Könnt ihr uns vielleicht helfen? Wir haben das Gefühl, es liegt im Bereich der KI. Beispielsweise ... ein Chatbot-System, ⁓ Prozesse zu automatisieren, aber auch profanere Dinge wie automatische Qualitätskontrolle in der Produktion, Diagnostik in der Medizin, die Anwendungsbereiche sind sehr breit. Und da merkt man immer wieder ganz viele Bereiche, wo man denkt, das müsste doch möglich sein. Und gleichzeitig kann man es am Markt noch nicht kaufen. Es fehlt die Robustheit, es fehlt die Fähigkeit, dass das auch in der echten Welt funktioniert. Und dann arbeiten wir mit solchen Organisationen zusammen, über einen Zeitraum von ein paar Monaten bis zwei, drei Jahre. und entwickelt diese Komponenten, sodass es nachher wirklich praktisch eingesetzt werden kann. Zu Forschungsaufträge? Das sind Forschungsaufträge oder auch gemeinsame Forschungsprojekte mit Geldern von Dritten, staatliche Mittel, EU-Mittel beispielsweise auch, ⁓ wirklich echte Probleme zu lösen. Und das hält einen natürlich auch geerdet. Da kann man nicht Luftschlesser bauen. Es muss dann nach zwei, drei Jahren Geld verdienen. Es muss Geld verdienen und ihr müsst ja auch rapportieren, oder? Weil ihr müsst ja... Was macht ihr mit dem ganzen Tag mit dem Geld? Und was macht ihr in der Forschung? Richtig, genau. Wir zahlen letztendlich damit Löhne. Aber am Ende muss was rauskommen. Es müssen bei uns immer zwei Sachen rauskommen. Natürlich soll wissenschaftliche Erkenntnis rauskommen. Das wäre kein Forschungsprojekt gewesen, wenn nichts dabei gelernt worden wäre. Das gehen wir gerne weiter. Auf der anderen Seite kommt wirklich ein Produkt dabei raus. Von unserer Seite die technologische Kernkomponente, die dann nachher Geld verdient, die nachher eingesetzt wird irgendwo im Betrieb. Gerade KI ist ja seit November 2022 ein Riesenhype mit dem Going Live von Chagy Pity. Vorher war Google, vorher war Bing, vorher war Yahoo. Yahoo hat dann irgendwann mal, hat man sich völlig verabschiedet von diesen Suchmaschinen hin zu Suchmaschinen durch künstliche Intelligenz. Das war ja doch in der Wirtschaft oder beziehungsweise auch in der Gesellschaft ein riesiges Thema. Das heißt, Google braucht man gar nicht mehr, sondern es läuft heute alles über diese KI-Suchplattformen oder diese LLMs. Das ist aber nicht so. Man braucht immer noch diese normalen Suchmaschinen, wie funktioniert das heute? Genau. Es ist eigentlich ein Unterschied. Suche ich nach Informationen, die es schon gibt oder will ich mir was Neues generieren lassen? Ein Gedicht, ein Text, eine Antwort. Eigentlich sind das zwei verschiedene Zugänge zu Informationen. Wahrscheinlich würden die Informatiker sagen, zwei unterschiedliche Informationsbedürfnisse. Eine klassische Suchmaschine indiziert Texte, Bilder und sonstige Informationen, die uns interessieren könnten, in der riesigen Datenbank. Und wenn ich nach Stichworten suche, schaut sie, welche passen am allerbesten von all dem, was es da im Netz gibt und liefern mir eine Liste zurück. Das kennen wir alle von. Von früher, müsste man fast sagen. Wir kriegen diese Seiten mit Results, wo mit absteigendem Rang die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass es relevant ist. Meine Erfahrung war immer so, oben auf Seite 2 habe ich die interessanten Sachen gefunden. Oben auf Seite 2, das ist für viele ja schon darknet. Vermutlich, oder? Ich weiß nicht. Ich habe da immer gerne die ersten fünf Seiten durchgeguckt, nicht so den Standardkram zu finden. Und jetzt natürlich immer mehr merkt man die ... Manchmal suchen wir wirklich nach Dokumenten, es gibt, aber häufig wollen wir nur eine schnelle Antwort. Was ist der höchste Berg der Welt? Fragt mich gestern Abend mein 6-Jähriger. Da muss ich nicht viele Websites lesen oder den richtigen Lexikoneintrag finden. Da reicht mir auch Mount Everest und was seine Höhe ist. Und wenn mir das so einen LLM generiert als ersten Eintrag, muss ich gar nicht weiter suchen. Also oftmals gibt es da verschiedene Bedürfnisse. Suche ich ein Dokument, ein Schriftstück, wer hat das gesagt oder brauche ich nur eine Antwort? Wie ist die Zukunft von Google oder wie ist die Zukunft von Bing? Das fragen sich wahrscheinlich alle Suchmaschinenhersteller momentan. es zeigt sich allein durch das Verhalten der Nutzer. Viele Nutzer sind total happy damit, wenn da einfach ein Satz kommt und den können sie nehmen und damit weitersuchen. Wir laufen da sicherlich noch in die eine oder andere spannende Sache rein bezüglich wie ernst kann man dieser kurz generierten Antwort nehmen, wie sehr kann man ihnen vertrauen, meine ich. Wie richtig ist das, wie verlässlich. Die andere Sache ist natürlich auch wie monetarisiert und das da haben wir jetzt wie lange gibt's Google? 30 Jahre so ungefähr. Eigentlich ein ganz gut funktionierendes Geschäftsmodell gehabt. Es werden diese Suchergebnisse, diese Listen angezeigt und dann wird gleichzeitig Werbung dazu ausgespielt und weil man ja weiß von nach der Benutzer sucht, weiß man auch was man ihm vielleicht anzeigen kann. Das hat klasse funktioniert. Die Werbung hat die Technik finanziert. Jetzt ist generieren von Antworten. viel aufwendiger vom Computer her. Man muss also mehr Rechenleistung einsetzen, mehr Strom, Energie, höhere Kosten. Und gleichzeitig, wenn die Leute nicht mehr durch Suchergebnisse scrollen, so wie ich auf Seite 5, sondern einfach nur den einen Satz lesen und weiterziehen, dann weiß man gar nicht so genau, wie soll man da Werbung ausspielen? Wo kommt dann das Geld her für die digitale Infrastruktur? Ich glaube, das muss ich noch finden. Das ist ein ganz spannendes Thema, Thilo, weil Die ersten Agenturen hier in deutschsprachigen Europa machen Werbung mit schalte deine Adwords, schalte deine Ads in den LLMs, in by JGPT etc. Es konnte mir aber noch keiner erklären, wie das funktioniert, wie das wirklich funktioniert. Und die ersten Informationen sind, dass amerikanische Firmen das jetzt ausprobieren. Aber müssen mal zu 250.000 Dollar Basis einzahlen, damit das überhaupt programmiert werden kann. Diese Milliardensummen, die dort investiert werden in diese LLMs, in diese künstliche Intelligenz, Suchmaschinen, ob Co-Pilot, Perplexity oder jetzt auch bei JetGPT, die müssen ja irgendwann refinanziert werden. Wie wird das funktionieren nun als Unternehmer? Und als Unternehmer kann man ja nicht bei beidem Geld investieren, ⁓ gefunden zu werden. Wie soll das funktionieren auch für uns als Unternehmer? Ich glaube, wir haben da tatsächlich zwei Themen. eine ist so das makroökonomische. Wie soll sich das jemals alles refinanzieren? Und was ist überhaupt der Gedanke dahinter, da momentan so viel Kapital reinzupumpen? Und die andere wirklich, wie mache ich die nicht mehr als Search Engine Optimization, sondern wie optimiere ich jetzt für diese Generatoren? Zweite Frage ist glaube weniger eine KI-technologische Frage, sondern eine Frage, wie werden diese Produkte außenrum gebaut. Man kann sich das so vorstellen, dass das Large Language Model ist, so was wie der Motor. Aber wenn wir ChatGPT aufrufen oder Claude oder den Co-Pilot, dann sehen wir nicht den Motor, sondern wir sehen eine schöne Chorhosterie außenrum. Das ist die Eingabemaske, das sind die ganzen Features, die da noch mit drin hängen, die jetzt zwar auf den Motor zugreifen, ihn verwenden, Motor ist immer noch das Herzstück. Außenwo macht es ganz viel Produkt. Und ich gehe davon aus, dass die Werbung auf dem Produkt layer spielt. Wenn ich da was eindeppe, hey ChatGPT, ich würde gern folgendes wissen, was ist der höchste Berg der Welt und wie hoch ist er eigentlich? Oder dann geht die Anfrage zum einen an das Lars Lenbötsch-Model, die mir Text generiert, der zurückkommt. Der wird vielleicht noch in der Websuche Fakten gecheckt und so. laufen ein paar zusätzliche Anfragen, außer nur den Motor einmal anwerfen. Und gleichzeitig wird dieses Produkt eine Anfrage an den Werbeserver schicken. Hey, welche Werbung soll ich denn ausspielen? Das zeige ich nebendran an oder unten drunter oder lasse es in meine Antwort einfließen. So by the way, man kann da übrigens am Basis Camp 3 auch noch Eis kaufen oder so. Guck doch mal vorbei, hier ist ein Voucher. Das käme auf der Produkt-Ebene mit rein. Und das muss natürlich entwickelt werden. Das muss nicht in das System reintrainiert werden. Wir müssen nicht den KI-Algorithmus anpassen. Ich nehme an, dass es auf der Software-Ebene außenrum und da geht ziemlich viel Entwicklungsarbeit rein tatsächlich. Das heißt, das Modell wird nachher sein, dass man praktisch bei beiden Seiten präsent sein muss mit Werbung, ⁓ überhaupt noch Kunden generieren zu können. Ich gehe davon aus, wir müssen weiterhin unsere Webseiten so bauen, dass sie gefunden werden können. das wäre jetzt meine Frage. Wie muss ich als Unternehmer, der durch seine Webseite und sein LinkedIn-Profil und so weiter gefunden wird, wie müssen wir in Zukunft Webentwicklung anschauen? Ich glaube, was wir zusätzlich beachten müssen zu dem, wir schon beachtet haben, ist, dass diese Webseiten nicht nur für Menschen gut lesbar und visuell ansprechend sind. Oft braucht es ja beide, es reicht nicht gut lesbar, sondern es muss auch hübsch sein. Design. Wir müssen sie auch designen, damit sie gelesen werden können von technischen Systemagenten. Und die gucken weniger auf das Design. Ist das jetzt von den Farben her, stimm ich, oder so? Die gucken ja kommen Sie schnell an die richtigen Informationen, finden Sie die oder ist es so konvolutet irgendwie im Code, man nicht herausfindet, welcher Preis gehört jetzt zu welchem Produkt. Also die Website muss einfach gestrickt sein, ⁓ von einem automatischen System verarbeitet werden zu können. Und wenn das der Fall ist, dann haben wir mindestens mal die Voraussetzung geschaffen, dass automatische Crawlerbots darüber gehen können, die beispielsweise einkaufen gehen für ihre User. noch nicht in der breiten Masse, aber sicherlich schon bei den ersten Avantgardeleuten, die das ausprobieren. Wir haben ja eine Redneragentur und was ich von meinen amerikanischen Kollegen höre, ist, dass Großunternehmen in den USA gar nicht mehr Personal Research machen, ⁓ den richtigen Redner, den richtigen Experten zu finden, sondern die setzen Searchbots ein, geben denen ein Thema, geben denen einen Prompt und dann fangen Searchbots Searchbots an, Räder zu suchen. Eine absolut crazy Entwicklung. Und gleichzeitig verständlich, Wir alle haben zu wenig Zeit, typischerweise sind gut beschäftigt mit tausend Dingen. Man könnte tiefer gehen und nachfragen, ist das alles so notwendig? Aber wir sind alle busy und es ist nicht so leicht für ein konkretes Thema die richtige Person zu finden, der eine Bühne bieten möchte und auch kann, so mit all dem, da mitschwingt. Und wenn ... sich dann Technologie anbieten, die sagt, ich suche für dich und zwar nicht nur einfach Abfrage auf den Sucheindex, sondern ich gehe rum, ich schaue mir das an und ich checke noch, dass das, was diese Agenten Sachen bringen, sie laufen ein bisschen länger selbstständig und reflektieren ein bisschen. Das kann hilfreich sein. Und dann ist natürlich die Frage, was spucken die aus? Und da gibt es ja zwei Seiten der Medaille. Also dient es dem, der die Anfrage stellt? Vermutlich, sonst wird das nicht machen und beim zweiten Mal wieder selber suchen. Das andere ist, wer sind die Leute, die gefunden werden? Vermutlich ist es eine Engführung, wie das bei KI-Systemen, statistisch auf Wahrscheinlichkeiten und auf dem Durchschnitt passieren, häufig ist. Mehr für wenige, weniger für die Breite. Seit November 2022 mit der Einschürung von JetJPT ist auch in der Gesellschaft, also die Veränderung in der Gesellschaft ist ja doch greifbar, gerade wenn es ⁓ Digitalisierung und KI geht, die Angst vor der KI. Du als Forscher, du als Professor für KI, müssen wir Angst haben vor der KI? Was wird sie alles übernehmen von uns? Angst ist ein großes Wort. habe mich tatsächlich nach Ausruhen in einem halben Jahr Serbatico dazu hinreißen lassen, so einen Ted Talk zu halten. wie man keine Angst vor KI hatte. Und not to fear AI, weil ich gefunden habe, es ist so viel irrationale Angst im Raum, dass wir ausgerottet werden durch KI, dass KI alles übernimmt. Unsere Jobs, unsere Familien, unser Geld, unser Haus, egal, alles. Und zu einem großen Teil steckt da die falsche Vorstellung dahinter, dass wir es hier mit, irgendwie von uns erschaffen, aber letztlich mit Wesen zu tun haben, die irgendwie einer Stufe mit uns stehen. Ich glaube, das ist eine philosophische, keine technische Frage. Und Da muss man sehr dran glauben. Es gibt eine ganz kleine, sehr laute Gruppe von Leuten im Silicon Valley, die sehr daran glauben und die das propagieren auf alle möglichen Und darauf springen die Medien aus. Die Medien springen darauf aus. Böse Sachen klicken gut, Also Angst machende Sachen. Aber eigentlich ist das, ich würde sagen, das kann man getrost vollständig vergessen. Diese Angst, so die KI wird lebendig und nimmt dir was weg. Die Angst kommt ja schon, bevor man von lebendig spricht. Die AGI wird es nicht geben, die allgemeine Künstlerinnen und in den nächsten zehn Jahren. ist völlig ausgeschlossen technologisch. Es gibt nichts, was man ansatzweise in die Richtung deutet, außer die IPO-Wünsche großer amerikanischer Tech-CEOs, die damit ihre Bewertung treiben. Jetzt ist das natürlich nicht das Einzige, was einem Sorgen machen kann. Aber wenn wir mal das philosophische abräumen, hey, die KI, das ist so was wie ein Superwesen, was dich im Zweifelsfall fertig macht, bewusst oder unbewusst, das können wir wegtun. Dann bleibt die Realität. Es gibt einen tollen Aufsatz von Kollegen der Princeton University AI as Normal Technology, KI als normale Technologie. Und sie zeigen auch, wie ohne alles philosophische Buhai, dass es eine Technologie ist, die mächtig viel verändert. Nicht innerhalb von zwei drei monaten oder jahren wie sie sagen hey auf die nächsten zwanzig jahre werden wir viel change haben durch das ohne ohne verrückte sachen also ohne maschinenbewusstsein und so aber kommen wieder auf den punkt change change ist ja change ist ja prinzipiell auch wieder etwas wo viele sagen das ist anstrengend das ist unangenehm ich habe angst davor und so weiter wie kann man der change ist real oder der change ist real tagtäglich in unserem täglichen genau und Das ist der Aspekt, ich, man ernst nehmen und mit dem man umgehen muss. Nicht das Philosophische, sondern es ändert sich ja wirklich was. Oder für die Leute, die Webseiten betreiben, das haben wir gerade besprochen, was sich da ändert. Und man sieht doch gar nicht ganz klar, wie ändert sich's. Man tastet sich da rein. Die Arbeit verändert sich. Ich glaube nicht an diese Jobpokalypse, die manchmal aus der gleichen philosophischen Ecke kommt, wie das Erwachen der Maschinen. Aber unsere Jobs verändern sich. Mein Job hat sich verändert im Schreiben, im im Nachdenken, im Forschen, im Lehren. Und das wird weitergehen. Und Veränderungen sind eine mühsame Sache. hätten es meistens alle lieber, die Sachen bleiben so, wie sie sind gerade, wenn sie gut sind. Wenn sie gut sind, gerne. Wie siehst du das denn vom ethischen Aspekt her? Weil, wie du sagst ja, KI verändert ja auch alles. Und jetzt reden wir mal über Ethik. Da sind ja auch die ganzen Veränderungen drinne. Wie siehst du das? Ich glaube, es ist eine ganz Wichtige Sache und das ist eine der der spannendsten Fragen, die KI aufwirft und diese ganzen Veränderungen. Wie sehen wir eigentlich uns selbst? Wie sehen wir den Menschen? Wer sind wir eigentlich? Die gleiche philosophische Ecke, die die KI gerne erhöht zu einer Art Überwesen, ist die, die sagt, der Mensch ist ein Auslaufmodell, was brauchen wir eigentlich noch? Wir sind eigentlich dran abzutreten, wir sollten übergeben die Welt der Roboter. Richtig, genau. Und das ist gut so. Oder man hört das durchaus aus dem Silicon Valley von Leuten, sagen, das ist gut so. Wir brauchen uns wahrscheinlich noch im Übergang. ein paar Jahrzehnte, aber eigentlich, wer braucht schon Menschen? Wir haben eh zu viele. Das ist ziemlich menschenverachtend. Einer aus dieser Ecke wurde mal gefragt, wie viele bräucht's denn noch? Und da hat man ja so 180. kam so Millionen, Milliarden, was meint ihr? 180 ist so, was man für einen ordentlichen Genpool noch braucht. Mehr bräucht's Der Rest ist eigentlich... Das ist nicht sehr positiv. Und ich finde, ethisch die wesentliche Frage ist... Welche Rolle spielen wir uns im Denken der Mensch? Wie sehen wir uns eigentlich selber? Sehen wir uns als was Besonderes? Sehen wir uns als Wesen, die wirklich eine Würde haben, einfach weil wir Menschen sind? Das soll eigentlich Common Sense sein, oder? Die Würde des Menschen ist unantastbar, bei den Deutschen im Grundgesetz. Wir haben die Allgemeinen Menschenrechte, alle auf diesem Fundament bauen. Der Mensch ist was besonderes und ist wertvoll einfach weil er Mensch ist. Selbst wenn er nichts könnte ohne Arme und Beine und nicht kommunizieren kann, ist der Mensch noch wertvoll. Das sagt die Allgemeine Deklaration der Menschenrechte. Der Silicon Valley sagt uns momentan, selbst wenn der Mensch top ausgebildet und super fit ist, ist es eigentlich ein Auslaufmodell. Und ich finde, wir sollten uns unbedingt auf das Fundament berufen, das wir haben mit Menschenrechten, auf humanistische Werte und eine Welt darum bauen, in der Technologie die Logik ihre Rolle hat, aber eine Rolle als Support für Menschen, nicht als potenzielle Konkurrenz. Kann sie technologisch momentan sowieso nicht und auch auf die nächsten X Jahre nicht. Aber auch rein vom Denken her, wir sollten eine Welt ⁓ uns Menschen herumbauen und nicht daran schaffen, abzulösen. Abzuschaffen. Ich war 2016 war ich im Silicon Valley eine ganze Woche, habe Firmen besucht wie Google, WeWork, Waranda, Stanford. um mal dieses ganze Thema UX Design anzuschauen bei Professor Leo Leifer im Unterricht und so weiter. Das war super interessant. 2016 zu 2026, wenn ich jetzt da heute hingehe, erlebe ich wahrscheinlich ganz andere Unterrichtsformen und wahrscheinlich ganz andere Unterrichtsthemen. Diese zehn Jahre hat sehr, sehr viel verändert. Man hat davon abgesehen, dass Vivert auch pleite gegangen ist in der Zwischenzeit. Aber nicht wegen mir. weil ich sie dort besucht habe. Aber es ist eine tolle Netflix-Serie drüber. Es ist hochinteressant. Wie oft fahrt ihr Forscher, wie oft fahrt ihr, die täglich mit dieser Thematik zu tun haben, in Silicon Valley und holt euch Tipps und Informationen von den Leuten vor Ort oder funktioniert das heute alles digital? kommt natürlich vor, akademischen Kalenders eine ganz wesentliche Sache auf Konferenzen zu fahren, sich auszutauschen, gegenseitig die Arbeit vorzustellen. Und interessanterweise merkt man da verschiedene Sachen. Klar, ⁓ Silicon Valley kommt man nicht herum, da passiert enorm viel im Businessbereich, im Forschungsbereich, an anderen Stellen der Welt auch. Also momentan kommen meine Gruppenleiter sehr begeistert aus China zurück und sagen, boah, was da geht, wir leben hinter. In Japan auch, in der Robotik. Japan war schon seit Jahrzehnten in der KI immer was, wo es sich gelohnt hat, drauf zu wetten. Und auch in Europa laufen gute Sachen. Wir sind nicht so gut in der Werbung wie andere. Das wäre jetzt meiner nächsten Fragen gewesen. USA, China, Japan. Wo bleibt Europa? Wo bleibt die Schweiz? Werden wir zerrieben in dieser Mühle oder haben wir überhaupt Mit dieser ganzen, können wir mithalten? Schauen wir mal, vom Talent und von den Ideen her können wir nicht nur mithalten, da kommt ganz viel von hier. Das Entscheidende, wo sowas gewonnen wird, ist natürlich am Ende die, es sind die Finanzen, es ist Ökonomische. Oder wo entstehen die Firmen und wie gehen die vor? Ich glaube, wir hatten jahrzehntelang eine ganz interessante Weltordnung, in der man so richtig einen Konsens hatte. Jeder versucht Sachen gut zu machen und damit geht es jedem besser. Wenn ich mir angucke, hatten vorhin das Thema, wie soll sich das jemals refinanzieren mit diesem Geld? Die Idee dahinter ist, wir machen die Wirtschaft platt und übernehmen das hier an zwei, drei Stellen im Silicon Valley. Wir gewinnen das Endspiel der Wirtschaft. Für sowas hatten wir eigentlich mal Wettbewerbshüter und den Konsens, das tut keinem gut, wenn wir Monopole schaffen. Das scheint momentan ausgesetzt zu sein, das ist keine gute Entwicklung. Die EU versucht mit Strafgeldern und so weiter da, aber die sitzen doch, die sitzen in USA und in China und lachen sich doch krank dabei, oder? Das tun sie öffentlich und ich glaube hinter Schlossentüren ist Europa immer noch ein Riesenmarkt, den man nicht vollständig verlieren will. Also vielleicht lohnt es sich auch ab, mal Interessen durchzusetzen, aber ich bin zu wenig Wirtschaftsexpert, ⁓ zu sagen, genau diese Regulierung wäre jetzt das, was es braucht. Aber ich glaube, Die prinzipielle Idee, dass Wirtschaften gut funktioniert, wenn wir eine Diversität von Anbietern haben und nicht ein Monopol ist für alle das Beste. Ich glaube, dass da was dran ist. insofern, der letzte sechs Monate ist, ich habe das Gefühl, das eine Stichwort durch die Decke gegangen, technologische Souveränität. Tech sovereignty, AI sovereignty. Und das macht enorm viel Sinn. Nicht zu schauen, dass man ein Login hat bei irgendwelchen Anbietern, wo man jetzt reingeht und ... In zwei Jahren kann man sich vielleicht nicht mehr aussuchen, weil es keine Alternativen gibt und auch keine wirtschaftlich plausible Variante mehr, wie jemals eine Alternative entstehen soll. Die Chance ist jetzt noch da und ich da durchaus sehr positive Entwicklungen, dass wir in eine Welt in Zukunft reingehen, in der KI nicht ein Ding ist, was man von einem Anbieter irgendwo auf der Welt kauft, egal ob in Europa oder im Silicon Valley oder in China oder sonst wo, sondern dass es was ist, was an vielen Standorten entwickelt, bereitgestellt wird. Das eine ist, dass man die KI-Systeme entwickeln muss, was ein Riesenressourcen-Einsatz ist. Da gibt es erfreuliche Entwicklungen im Open Source Bereich. wie man schon vor einem Jahr im Silicon Valley bei Andrejs & Horowitz herausgefunden hat, die Wertschöpfung passiert auf dem Layer oben drüber. Das Produkt außen rum, nicht der Motor, sondern die Khorosserie außen rum. das kann überall gebaut werden. Marketing Kommunikation. Sind wir da hier Europa zu nett? Sind wir hier zu nett? Und sind die oder zu leise und sind die anderen lauter? Manchmal vielleicht zu langsam zu sagen, komm, komm, gehen da rein und wir pushen das dann auch. Also was hätten wir allein für einen Markt in Europa, wenn unsere, unsere stärker regulierten Branchen, der ganze Governance Sektor, die Hochschulen, der Gesundheitsbereich sagen würden, hey, wir fokussieren uns auf einen Anbieter in Europa, der uns diese Sachen bereitstellt. Wir hätten ja die großen Firmen wie Roche, wie BASF, wie Novartis. Wir haben auch große Firmen wie Nestle, die ja auch diese ganzen Lieferketten-Thematik, Produktions-Thematik etc. Kann man die europäischen Firmen nicht irgendwie zusammenbringen und sagen, wir können hier in Europa auch etwas entwickeln oder ist das schon durch? Ist der Zug abgefahren? Ich glaube der Zug ist nicht abgefahren, aber was sich bei wirtschaftlichen Sachen oft zeigt, das Entwickeln am Reißbrett funktioniert nur halb gut. Der Drive, grassroots funktioniert besser. Wenn sich politische Gremien überlegen, wen man denn vielleicht strategisch miteinander verknüpfen, damit das dann so aussieht, aber das sind die Vorgaben, das ist doch meistens zu langsam und eine Kopfgeburt. Aber ich sehe durchaus überhaupt nicht schwarz dafür, dass sich solche Konsortien finden und gemeinsam voran machen. Also ich find's zum Beispiel spannend, was die Schwarzkruppe in der Ronde Schwarzkruppe in Heilpom, das ist ein Changemaker in deutschsprachigen Europa. Genau, ich seh die, die in Deutschland sprint, die Agentur für Sprunginnovation hat gerade große Sachen laufen, wo es darum geht, hey, wie können wir solche Unternehmen fördern? Nicht das nächste Forschungsprojekt, was irgendwie Doktoranden hervorbringt, auch eine wichtige Sache, aber das allein bringt uns nicht weiter. Wir reden von Forschung, reden von Bildung, wir reden von Weiterbildung. Du hast gesagt, du hast einen Sechsjährigen zu Hause. Wie muss sich denn das Schulbildungssystem verändern, dass die Kinder schon anfangen, mit dieser Technologie in der Schule lernen, umzugehen, damit sie das nicht zu Hause ausprobieren, nur zu Hause ausprobieren oder beigebracht kriegen oder völlig dran vorbeilaufen? beobachte zwei Sachen. Das eine ist, dass junge Leute Sachen sehr intuitiv und schnell auffassen, wo wir Älteren oft danach schreien, ich hätte gerne mal erst mal 18 Monate Fortbildung. Die Jungen kriegen das innerhalb von 18 Stunden, wenn überhaupt, sinnvoll zu benutzen. Das ist dann vielleicht noch nicht alles, aber ich glaube, Wir müssten gar nicht so arg viel an unseren Lehrplänen ändern. Nicht? Hast du nicht das Gefühl? Ich denke schon. Ich beobachte Folgendes. Ich beobachte Folgendes Kernproblemen. Das ist jetzt natürlich meine Klientel, die ich im Unterricht habe. Das sind Menschen so irgendwo zwischen 18 und 25, die eine Berufsausbildung abgeschlossen, die Schule abgeschlossen haben, die jetzt ein Fachhochschulstudium aufnehmen. Ich beobachte folgende Sache, die mir ein bisschen Sorgen macht. Ich bin sonst nicht so der Sorgenmensch. Aber ich sehe ... Das ist ein klarer Trend. Der Trend ist ... Es fehlt eine positive Vision davon, ich kann was bewirken, wenn ich mich wo reinhänge. Wir sind in einem Umfeld, wo sich reinhängen nicht mehr so arg zählt und ein Studium, also sich auf einen Expertenlevel zu bringen in einen Themenbereich, breiten Themenbereich, kann Informatik sein, Data Science, Engineering, Wirtschaft, oder? Das bedeutet auch immer, ein gewisses Training, Training bedeutet immer gewisse Schmerzen. Wirklich, wenn ich morgens versuche Liegestützen zu machen, tut ein bisschen weh. Am nächsten Tag sind mehr Muskeln da, hoffentlich. Hoffentlich. Und die Bereitschaft, sich ein bisschen anzustrengen für das, was bei rauskommt. Leistungsgesellschaft. Sinkt. Nein, ist massiv gesunken. Warum? glaube gar nicht, weil ich glaube nicht, dass generell in der Bevölkerung so schnell irgendwelche Kernwerte charakterlich oder so sinken. Intelligenz oder Fähigkeiten. Es ist eher, man guckt sich so ⁓ und denkt, die anderen machen es ja auch nicht. Warum soll ich der Einzige sein? Bin ich ja der Dumme? Und jetzt kommt zu diesem, den gibt es schon lange den Trend, den gibt es seit, mindestens seit Corona ist der sehr, sehr deutlich, also selbst, dass ich den sehe und ich habe meine Augen normalerweise auf anderen Dinge, auf der Technologie. Seit Corona ist sicherlich dieser Trend sehr, deutlich und dazu kommt jetzt KI, System, was mir quasi für jede Aufgabe, für jeden, für jede Übung, die mir hilft, ein Experte zu werden, so den Knopf anbietet, drückt mich, ich mach's dir. Guck, dann kannst du mehr Zeit mit und jetzt können wir irgendwas Gutes einsetzen. Mehr Zeit an deiner Arbeitsstelle verbringen. bist ja auch schon die meisten Studierende mittlerweile Teilzeit. Du bist ja auch schon wirtschaftlich gewinnbringend für deine Gesellschaft. Mehr Zeit mit deiner Familie, mit deiner Freundin, mit deinem Freund, mit deinen Kindern. Viele meiner Studierenden haben schon Familie. Das sind alles gute Sachen, Zeit damit zu verbringen. Aber wenn ich meine Übungen nicht mehr mache, mich nicht mehr trainiere, was manchmal, hoffentlich nicht nur, aber manchmal auch Schmerzen mit sich bringt. Dann komme ich am Ende raus und habe vielleicht sogar noch ein Zertifikat gekriegt, naja, was sollen die Hochschulen machen? Aber ich bin eigentlich nicht mehr der Experte geworden, der ich sein müsste, ⁓ die Zukunft zu gestalten. Und das sehe ich gerade rapide. Die Menschen, vielleicht gerade noch so genügend Expertise haben, ⁓ irgendwo anstellbar zu sein. Dieser Bereich wird viel größer und rutscht nach unten in eine atemberaubende Geschwindigkeit. Und das ist eine Sache, die hat weniger mit dem Stoff an sich zu tun, sondern Mit dem, wie viel charakterliche Stärke bringe ich auf, ⁓ mich drei Jahre lang zu trainieren? Zu quälen. Ein bisschen zu quälen. Auch mal. Es soll auch Spaß machen, alles. Aber das Wählen ist dabei und es ist überhaupt nicht en vogue. Und ich habe das Gefühl, wenn der Bildungssystem irgendwas verändern würden momentan, dann würde ich eher digitale Sachen rauslassen, KI im Studium. Man kann das extrem differenzieren. Aber meine Einsatzantwort zu KI im Studium wäre, probier es doch mal ohne. Du verpasst wahrscheinlich gar nichts. Das, du nicht gelernt hast, hast du nachher in zwei Wochen wieder aufgeholt mit eigenen Erfahrungen. Und versuch erst mal dein Denken zu schulen, sodass du die richtigen Fragen stellst, dass du weißt, wo kann ich was vertrauen, wo muss ich es hinterfragen, wie hinterfrag ich überhaupt, was wäre dein lohnenswerter Gedanke, was denn nicht. Und ich habe das Gefühl, das passiert mehr mit one on one, mit menschlicher Connection. Ich glaube fast, Bildung muss wieder individuell werden. Das heißt, du sagst, wenn ich das richtig verstehe, das menschliche Miteinander, das muss wieder mehr gestärkt werden, anstatt jeder da vor seinem Ding zu swipen und zu döckeln und so weiter und das auch mal wegzulegen. Ich habe angefangen in meinen Vorlesungen, Übungsaufgaben nicht mehr daheim zu korrigieren, sondern Studierende einzuladen, hey, ihr dürft euch aussuchen, welche Aufgaben ihr abgibt, zwei könnt ihr abgeben übers ganze Semester. Also nicht zu viel Stress und Belastung jede Woche. Aber wenn ihr die abgibt, dann heißt das, ihr kommt zu mir und wir reden fünf Minuten, 30 Minuten, irgendwas dazwischen über das, was ihr gemacht habt. Und ich will euren Code nicht sehen, vielleicht gucke ich mal kurz rein oder so. Aber ich stelle euch Fragen dazu. Ich lasse das erklären. Was war interessant? Was war die größte Challenge? Was habt ihr gelernt? Das heißt auch, das Ausbildungssystem, das Weiterbildungssystem ändert auch. Es muss ändern, weil es weggehen muss von ich reich weiß ein und kriege einen Stempel dafür hin zu ich werde hinterfragt und hinterfrage in Gesprächen und darf überzeugen als Person. Und in einer Interaktion mit anderen Experten lerne ich auf Augenhöhe zu kommen und wahrgenommen zu werden und eben zu überzeugen. Und ich glaube, das ist, was man nachher können muss, wenn man aus dem Studium rauskommt und wieder in die Berufswelt eintritt. Was muss man können? irgendwas auf den Schreibtisch bekommen und es zufriedenstellend lösen. Und das kann nicht sein, ja, ich weiß, wie ich es prompte und ich reiche noch so durch von Jack GPT an den Boss. Das kann es nicht sein. Es ist dann eine wesentliche Kernkompetenz. Wie verwende ich denn alle diese Tools, sodass es gut geht? Aber ich auch technologisch, ein großer Teil von dem Change, vor uns liegt, nicht mit, wie mache ich das LLM den Motor besser oder so zu tun, wie mache ich nur die Bildung besser, sondern wie Gestalte ich Mensch-KI-Interaktion auf eine Art Weise, dass es uns Menschen, die habe ich ethisch im Zentrum mehr als die Maschinen, wie gestalte ich das so, dass diese Interaktion langfristig den Menschen gut tut, also dass wir eher dazu angeregt werden, mehr und besser nachzudenken anstatt weniger? ist super spannend, super spannend, Hilo. Weil diese Thematiken, ich meine, diese Thematiken kommen zwar im persönlichen Austausch immer vor, Aber in den Wirtschaftszeitungen steht was anderes. Das ist so dieses zweischneidende Schwert, Technologie Mensch. Früher sagte man Technologie versus Mensch. Heute sagt man Technologie und Mensch. Wie kann uns Technologie helfen, im menschlichen Bereich besser zu werden? Und das hat sicherlich ethische Komponenten. Es ist kein rein ethisches oder moralisches oder moralinsaureres Thema. Wir müssen doch was für die armen Menschen tun. Diese Idee, und die wird in den Wirtschaftszeitungen leider bisschen totgeritten, basiert auf der Annahme, KI könne viel mehr als sie kann. KI ist, und das versuche ich in Vorlesungen, auch in Vorträgen häufig mit Beispielen zu zeigen, KI ist gleichzeitig enorm gut. in bestimmten Sachen erstaunlich gut, viel besser als wir das wären. Und wenn man dann noch den Durchschnitt zwischen uns beiden nimmt in irgendeinem Thema, dann ist es wahrscheinlich besser da drin. Und gleichzeitig macht sie dumme Fehler. Und das liegt im System, das liegt in der Methode. Das geht nicht weg mit GPT 37. Und das heißt, ganze Idee von Kai macht das alles selbst, wir Menschen können uns je nach Vision zurücklegen, das ist technisch gar nicht möglich. Es ist also ein Change, den man gestalten muss, in dem unsere Rolle, ich würde sagen, den Zeitungen momentan ein bisschen kleiner geschrieben wird, als realistisch ist. Und das ist wahrscheinlich eine Untertreibung. Und dennoch lesen wir ja tagtäglich in den Wirtschaftszeitungen, HP entlässt Menschen. Oracle entlässt Menschen. Selbst Meta entlässt jetzt irgendwie 8000 Menschen. Das sind Firmen in den USA, hier in der Schweiz, hier in der Schweiz, die ganzen Banken Versicherungen. Viele Arbeiten werden von KI oder Agents heute können übernommen werden. Wie siehst du, dass diese Thematik, was ja auch immer mehr propagandiert wird, diese White-Color-People, die mit Anzug und Krawatte ins Büro gehen und auf einmal durch die Technologie überflüssig werden, weil Arbeiten, täglich gemacht werden, Routinearbeiten, Statistikenzahlen, von Agents und KI übernommen werden. Zu den Blue-Color-People, also zu denen, die im Blaumann draußen zum Klempner schreien, die haben auf einmal wieder eine ganz andere Renaissance der Jobs, Renaissance der Unternehmen, Renaissance der Branchen. Wie ist da deine Meinung dazu? Und was wird hier in der Schweiz noch passieren? Gerade auch bei diesen ganzen Banken und Versicherungen werden wir das auch irgendwann so lesen. Zürich Versicherung entlässt, UBS entlässt und so weiter aufgrund von KI und Agents. Es macht wie in fast allen Bereichen ja immer Sinn, bisschen zu differenzieren und rein zu gucken. Momentan ist die einfachste Antwort, ich als Begründung liefern kann, wenn ich Leute entlassen will, sagen, wegen KI. Weil das glaubt mir jeder, das hinterfragt keiner und keiner wird mich dafür blamen. Oder? Ich glaube der Begriff AI-Washing hat sich dafür eingebürgelt. Was wir gesehen haben, ist all die Techfirmen haben während Corona massiv Personal aufgebaut. Warum? Weil Kapital so billig war. Was machst du überhaupt? Stellen wir mal 10.000 Leute an und gucken, was wir damit machen können. Und man hat massiv zu viele Leute eingestellt und merkt jetzt, es braucht eine gewisse Bereinigung. Jetzt kann man sagen, sorry, wir haben schlecht gewirtschaftet und schlecht gemanagt und kriegen es nicht hin, diese Leute sinnvoll einzusetzen. Also entlassen wir sie wieder, tut uns leid, ein Managementfehler. Macht sich einfach weniger gut, Geschäftsbericht dazu sagen, wir automatisieren alles mit KI. Beispiel, Marcel Salaté ist jemand, der über sowas häufig schreibt und da dann Statistiken und Zahlen auspackt und das sehr, eindeutig beliegt. Es gibt momentan meines Wissens keinen großen gesamtgesellschaftlichen ökonomischen Befund, das KI irgendwelche Jobs zerstört hätte. Aber wir sehen eine Bereinigung in der Tech-Branche wegen Over-Hiring. Was wir auch sehen, sind solche Firmen wie Klarna, die vor, ich glaube einem Jahr oder es schon zwei her, gesagt haben, wir schweißen die alle raus, Service Business ist Agent Business. dafür ein bisschen auf den Sack bekommen haben von Aktionären, Kunden und all möglichen. Interessant. Und mittlerweile wieder einstellen. Genau, interessant. Die sogar die Aktienkurse fallen teilweise von diesen Firmen, weil sich Menschen vor die Tür stellen und weil ihr Service schlecht wird, weil man das nicht kann, weil sie fantastisch unterstützen kann, aber ganz viel Unterstützung braucht. Und CEO von Klana, er hat sich zitiert aus mit der Aussage Wir wollen die besten Menschen, wir wollen den besten menschlichen Service bieten, dann wenn du einen brauchst. Und deswegen heiern wir die besten Menschen. stellen sie alle wieder ein. Wir stellen sie wieder ein. Sie sind mittlerweile wahrscheinlich wieder da, wo sie waren vor dem großen Announcement. Es ist noch interessant. Letzte Woche habe ich eine andere Aussage, eine ganz andere Aussage dazu gehört, wo einer gesagt hat, naja, wir können schon mit Agents arbeiten, wir können schon mit KI arbeiten, wir können schon mit Copilot arbeiten, aber dieses ganze Prompting und so weiter kostet so viel Token. Und diese Token werden teurer und teurer und teurer, dass wir wieder anfangen Menschen einzustellen, die günstiger sind. die Token auch gesehen. So, sorry Belegschaft, wir stellen wieder ein, denn ihr seid billiger als der als die Computer. Aber fühlt sich der Mensch, der Mitarbeiter nicht verarscht? Ja, tut er und wahrscheinlich zu Recht. Aber dieses Ganze, worauf wir eigentlich ständig, worum wir ständig kreisen in so einem Gespräch, sind eigentlich die Narrative, die ⁓ die Entwicklung und die Geschichte erzählt werden, oder? Ist KI so mächtig und so weit, dass sie uns ersetzen kann? Oder ist sie das gar nicht? In meiner Arbeit sehe ich, ist sie nicht. Sie ist fantastisch gut für sehr konkrete Einsatzzwecke und zwischen den Einsatzzwecken grandios zum Scheitern verurteilt in vielen Fällen und braucht und kann eine Rolle einnehmen, ⁓ den Menschen zu helfen. Eine sehr große, eine sehr wichtige, eine fantastische Rolle. Aber ersetzen sehe ich an ganz wenigen Stellen. Das ist doch, das macht doch Hoffnung, oder? Für uns. Ich habe ganz viel Hoffnung für die Zukunft. Ja, du hast damit tagtäglich zu tun. Du siehst, wie die Entwicklung da weitergeht. Der normale Bürger liest dann eben andere Headlines und bekommt dann eben Angst davor, vor dem ganzen technologischen Wandel. Jetzt findet in Davos Anfang Juli das ⁓ Tech Robot Festival statt. Tech Summit. Tech Summit mit Robotik. Wir haben im Silicon Valley Crypto Valley. Jetzt kommt nach Davos das Robot Valley. Teilt ihr die Schweiz jetzt dann auf in verschiedenen technologischen Areas oder was macht ihr da? Ich bin kein Branding Experte, aber offenbar lohnt sich das vom Branding her, so was an Orte zu knüpfen. Aber was man tatsächlich sieht ist, und das würde ich auch unterschreiben. Die nächsten zehn Jahre den stärksten Fortschritt werden wir wahrscheinlich sehen bei dem, was man mittlerweile physical AI nennt, KI in der physischen Welt, das heißt, die auf Robotern läuft, die sich also bewegen kann und die etwas anfassen. Es gab ja jetzt schon diesen ersten, diesen ersten Wettrennen, diese erste Machathon. Es gibt verschiedene Sachen, die alle medial wunderbar aufbereitbar sind und sehr, wenig echten Wert bieten. Wenn man sich im Labor anguckt, wie schwierig es ist, so ein Glas zu greifen, ohne dass es kaputt geht oder so. Oder wie schwierig es ist, einen Roboter zu bauen, der einen Arm hat, der tatsächlich was heben kann. Wir haben auch im Labor einen humanoiden Roboter. Eins Pahn 40 groß, wiegt 40 Kilogramm. Da laufen Projekte, was kann der in der echten Welt machen? Und es zeigt sich, kann fantastisch Besteck nehmen und in Spülmaschinen einsortieren. Sowas geht gut. Was er nicht kann, ist Kisten durch die Gegend tragen. Warum? Weil die Motoren in dauerhaft nur etwa eineinhalb Kilo tragen können. Ja, und was kann ein Mensch tragen? Da hört es bei 40 Kilo noch nicht auf. Da ist noch ganz viel zu tun, damit diese Kombinationen auf der KI Seite, auf der Hardware Seite und auf der Integration Seite, ich glaube deswegen werden wir die nächsten zehn Jahre viel Durchbruch sehen. Momentan ist alles auf dem Niveau Showcase. Das ist super interessant. Wir haben diese Marathons, wir die Kung Fu Shows zum chinesischen Neujahr. Wir haben fantastische Demos von Boston Dynamics auch aus Zürich. Wir sehen tatsächlich in Zürich einen riesigen Ecosystem, an Forschung, an Start-ups, an Unternehmen, Spin-offs aus meinem Forschungszentrum raus unter anderem. Ganz, ganz viele Sachen, aber das steckt noch relativ am Anfang. Was bedeutet das? Also auch mit KI konnte man vor 10, 15 Jahren fantastische Sachen machen, auch Business Cases umsetzen, aber sehr, sehr gezielt. Und so ist das mit den Robotern gerade auch. Den allgemeinen Haushaltsroboter, der als Butler alles macht, vom Abendessen bis zu Gäste begrüßen und am Ende ein Schlaflied singen. Wirklich funktioniert Nowhere to be seen. Und der weiß, ob man ihn wollte. Aber glaube ich jetzt auch nicht, dass dein Sechsjähriger einen Roboter am Bett haben will, der ihm die gute Nachtgeschichte vorliest. Er wird ihn gern für andere Sachen haben wahrscheinlich. da Hausaufgaben. Kommt dann mit Schule irgendwann später dieses Jahr. Eine Frage habe ich noch zu dieser Thematik. Ich habe letztens einen Talk gesehen, wo einer Wasserflaschen auf die Bühne gestellt hat und gesagt hat, hey... Und das andere war dann der Bau von den ganzen Datencentern. Was das Prompten, was die Nutzung von KI etc. Ressourcen braucht. Wasser, Strom, wo soll das überhaupt alles herkommen? Die Welt ist endlich. Dieses Wasser könnten auch Menschen in Afrika gebrauchen. Und Strom könnte man auch für viele Sachen anders einsetzen. Wo kommt das her? Wie? Die Sachen brauchen viel Rechenleistung momentan. ist tatsächlich so. Ich habe das Gefühl, wir haben mittlerweile fast verlernt, unideologisch miteinander zu sprechen in unserer Gesellschaft. Ich höre dem einen zu, sagt, die Statistik ist zwei Jahre alt, das heißt, da wird sich viel getan haben. Auch 2024 war die Aussage, der durchschnittliche Chat-GPT-User verbraucht Energie im Umfang einer warmen Dusche pro Jahr. Also vernachlässigbar. Vollständig vernachlässigbar. Das ist die Nutzung, das Training. Mittlerweile haben wir agentische Systeme, die brauchen deutlich mehr Tokens und so weiter. Gleichzeitig ist seit dem Original Release von ChatGPD das ganze Zeug Faktor 1000 effizienter geworden. Einfach durch algorithmische Weiterentwicklungen, also algorithmische und auf der Hardware-Seite. Da tut sich ganz viel. Wenn ich den Blick hebe so auf die nächsten fünf bis zehn Jahre, das nächste Level von KI, was ich sehe, ist nicht so eine AGI, die alles für uns macht. Das ist technologisch nirgendwo zu sehen. Hat auch keiner eine Idee, wie das gehen könnte. Ich glaube, die Ideen reichen immer bis zum nächsten IPO bei Unternehmen. Aber das, was ich sehe, sind die Möglichkeiten, Machine Learning Systeme zu bauen. Das ist ja der Motor von von aktueller KI zum größten Teil, die deutlich ressourceneffizienter sind. Also weiß ich nicht. Faktor 1000, Faktor 10.000, Faktor 100.000, Ressourcen schon unter. Warum? Weil ich hier am Tisch schon zwei Beispiele sehe, wie Lernen viel effizienter gehen kann. Unsere Gehirne dort oben, biologische Lernsysteme, verbrauchen viel, weniger Energie, brauchen auch viel, viel weniger Trainingsdaten, also viel effizienter, was Daten angeht und was Energie angeht. Und Energie und Daten sind die beiden Hauptressourcen, die gerade knapp sind bei der aktuellen KI. Meinst du vertikel was ich vorhin schon mal erwähnte unter anderem verbracht in einem neuroinformatik labor wo es ⁓ ging was können wir von unserer erkenntnis mittlerweile wie biologisches lernen funktioniert was könnten wir übertragen auf computer algorithm da geht es nicht drum künstliche gehirne zu erschaffen und künstliches lebnis weit davon entfernt er weit Ideen aus der Biologie nehmen, die wir technisch umsetzen. So wie wir das vor 70 Jahren auch gemacht haben, nur hat die KI dann damit aufgehört. Also unsere aktuellen Ideen aus der Biologie sind etwa 70 Jahre alt. Und da gibt es sehr, gute Ideen, die im Kleinen schon funktionieren, die eben viel, viel effizienter sind, was Daten und was Energie angeht. Ich glaube, in zehn Jahren wird das kein Problem mehr sein. Warum jetzt riesige Mengen an Geld und Ressourcen ausgegeben werden, ⁓ diese Data Center zu bauen? Das erklärt sich wahrscheinlich mit dieser, erstens mit dem Glauben, man könne vielleicht doch AGI erschaffen. Das wird nichts. Das wird nichts. Das wird nichts. Da wette ich viel, Geld drauf. Und die Backup-Idee ist, na ja, aber vielleicht können wir die ganze globale Wirtschaft captchern und auf unsere Produkte und unsere Server ziehen. Und danach kriegen wir einen größeren Teil, partizipieren wir an allen Geldspremen weltweit, weil alles über unsere Systeme läuft. Das halte ich für moralisch bisschen fragwürdig. Ökonomisch hoffentlich nicht möglich. Ich denke, wir werden in einer besseren Welt leben, wenn wir auch da multilateral sind. Wenn es viele Anbieter gibt und eine gewisse Wahl hat. Das tut der Qualität der Produkte besser und generell dem Wirtschaften. Dem Wirtschaften. Welt investiert Milliarden ⁓ Technologie zukunftsfähig zu machen. Doch wer macht den Menschen zukunftsfähig? Tilo Stadelmann. So ein letztes Wort zu keine Angst vor KI und was wird uns in den nächsten eins bis zwei Jahren noch erwarten? Wir haben eigentlich seit Chat-GPTs, also seit der Erkenntnis, dass hey, Machine Learning at Scale kann so lohnenswert sein, dass wir am Ende jeden Outkampf nicht mehr von Menschen unterscheiden können, selbst bei so was wie Sprache und Fragen beantworten. Eigentlich hat sich technologisch seither groß nicht viel getan. Enorm viele kleine Veränderungen und so, aber war kein großer Sprung, in keine Richtung. Wissenschaftlich war es relativ langweilig die letzten paar Jahre. Ansonsten völlig wild wide. So langweilig ist es jetzt wirklich wenn ich sehe, wie sich die Themen verändern. Auf der Ideenseite nicht so furchtbar viel. Also Agents ist programmiertechnisch einfach eine Schleife um das LLM rum. ist also kein Wunder, das, wie ist er, Peter, Peter Stein. Open-Claw-Framework. Kein Wunder, dass er das in zwei Monaten gewiped-coded hat. Das ist not a big deal eigentlich. Die Agent Frameworks ⁓ die LLMs rum. Es ist wirtschaftlich eine riesen Gamechanger, wenn sowas funktioniert. Und es wird die nächsten zwei, drei Jahre dauern, das in Produkte zu gießen, denen man auch vertrauen kann und die wirtschaftlich betreibbar sind. Aber ich sehe gerade keine großen Durchbrüche direkt am Horizont. Da ändert sich ganz viel technologisch. Braucht es auch nicht. Wir werden die nächsten zehn Jahre damit zu tun haben, zu verbauen wirtschaftlich, gesellschaftlich, was wir in technologischem Fortschritt gemacht haben in den letzten 10, 15 Jahren. Und ich glaube, das kann man mit Optimismus angehen. KI ist von so nützlich wie es ist, nicht drauf und dran, uns zu ersetzen. Und es lohnt sich, an unserem Menschsein zu arbeiten. Ich glaube, es lohnt sich uns selbst, jeder sich selber wichtig genug und ernst genug zu nehmen, die eigene Bildung, das eigene Denken, in das zu investieren, was uns Menschen ausmacht. Und dazu gehört Bildung, Denken und diese Sachen. Dazu gehören auch ursächlich menschliche Sachen, Beziehungen. Wen liebe ich? Wer liebt mich? Wie kann ich das stärken? Ich glaube, das sind Dinge, die Gesellschaften resilient machen und die uns auch dazu bringen, gewissen Grund gelassenheit an die changes ranzugehen die auf uns zukommen. Tolles Schlusswort von Professor Doktor Thilo Stadelmann. Thilo, ich danke dir ganz ganz herzlich heute für deine Zeit und für deine Insights. Beruhigt mich schon wieder ein ganzes bisschen. Es ist immer schön, ich dich zwischendrin immer wieder mal kontaktieren darf, wenn ich so mit meiner panischen Frage komme, wie sieht die Agentur der Zukunft aus. Aber das beruhigt mich immer. Wenn du dann kommst mit deinen Antworten und sagst, weißt du was Olli, schreib deine Telefonnummer vorne auf die Seite, weil sie rufen ⁓ bei dir an, wenn sie was wollen. Das heißt, die menschlichen Beziehungen, das Vertrauen auch Menschen untereinander ist für dich immer noch der größte Wert. Das ist ein großer Wert. Vielen lieben Dank. Danke dir.