Bianca Enderlin: Hallo und herzlich willkommen zu unserer zweiten Folge Frau Plattet. Ich habe heute bei mir die Marietta. Hallo. Marietta Gädeke: Aber schön dabei zu sein. Bianca Enderlin: Ja, herzlich willkommen, liebe Birgit. Birgit: Hi, ich freu mich. Bianca Enderlin: Und die liebe Sophie ist auch bei uns. Sophie: Yes, hello, ihr Lieben. Bianca Enderlin: Genau, trotz des heißen Sommers sitzen wir hier und wollen mal schauen, was uns heute so bewegt. Erzählt mir, ihr Lieben, was bewegt euch denn heute? Birgit: nicht bewegt gerade. Die Krankheit meines Mannes. weil ich gerade erfahren habe, dass die anstehende OP eine schwere sein wird. Ja, das bewegt mich gerade. Bei Diss. Ich fühle mich, als ob ich die Kontrolle verlieren würde. weiss nicht, was kommt. Ich weiss nicht, was kommt. Und ich bin nicht die Kranke. Ich bin nur die, die mit dem Kranken lebt. Also nur in Anführungsstrichen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, es bewegt mich im Moment einfach. Ich habe ein bisschen Angst. Bianca Enderlin: Ja, dieses Unmachtgefühl ja auch, ja, und dieses ständige Auf und Ab. Gestern war es alles gut und heute ist es wieder anders. Es ist so unfair und so unberechenbar. Und dann sind wir wieder beim Kontrollverlust. Was machen wir damit und was macht es mit uns? Und wenn es eben auch so Eingriffe ins Leben sind. Er ist nicht der Nachbar. Birgit: Ja, wir haben in der letzten Woche darüber gesprochen, dass das eine zu Ende geht und das andere kommt. Im Prinzip ist es genau das, was mir der Stelle das Leben Marietta Gädeke: Vielen Birgit: bringt. Es wird anders werden. Ich stehe nicht an der Stelle, ich zurück in einen Alltag gehe aus den Ferien, das war das Thema der letzten Woche, sondern in etwas, von dem ich nicht weiß, was es ist. Marietta Gädeke: Vielen Bianca Enderlin: dass ja diese große, große Kunst ist, nicht Wissen auszuhalten und sich vielleicht trotzdem noch hinzugeben. Ja, im Vertrauen womöglich auch noch. Ja, das ist ja echt schon, was sagen, harter Tobak. Marietta Gädeke: Vielen Dank. Bianca Enderlin: Und zwar in jeder Situation. Also in der einen vielleicht eben noch mehr als in der anderen Situation nicht Wissen auszuhalten. Wir gelingen das heute wirklich gut. Sophie: Ich glaube, dass das was ist, was wir im Laufe unseres Lebens verlernt haben. Da hatten wir es ja letzte Woche auch schon so ein bisschen von, dass die Systeme, also die gesellschaftlichen Systeme, die Rollen, wir haben, die Strukturen, in denen wir leben, ich sag jetzt mal mit der Industrialisierung, genau darauf getrimmt worden sind, es eben doch berechenbar zu machen, es kontrollierbar zu machen, schon von vorneherein zu wissen, was der Output am Ende sein wird. Und so sind wir ja alle geprägt. Also wir haben ja alle den kleinen süßen Monk in uns, der suggeriert, je Marietta Gädeke: Vielen Sophie: größer meine Kontrolle, umso größer meine Sicherheit. Also je besser ich das Leben im Griff habe, auch mal so ein Wort zu nutzen, was wir glaube ich alle kennen, umso sicherer bin ich vermeintlich. Marietta Gädeke: Mh. Sophie: Und ich finde, also Birgit, hast ja schon jetzt eine Weile lang immer wieder von diesen Momenten erzählt. Und als du es jetzt gerade wieder gesagt hast, kam in mir so ein bisschen die Frage auf. dieses vermeintliche Gefühl von, habe das alles unter Kontrolle, ob das nicht einfach eine ganz große Geschichte ist, die wir uns erzählen. Weil in Wahrheit haben wir bestenfalls das Hier und Jetzt unter Kontrolle. Keine von uns Marietta Gädeke: Wenn überhaupt. Sophie: weiß, was in einer Stunde ist, was in zwei Stunden ist, was morgen ist. Aber allein die Tatsache, dass du weißt, dass ein bestimmtes Ereignis in der Zukunft stattfinden wird. Nämlich jetzt in deinem Fall die OP von deinem Mann. Was das plötzlich an diesem Kontrollthema irgendwie rüttelt. Dabei, ja, es ist genau wie du sagst, Bianca. Wir wissen es nicht, was passieren wird. Birgit: Ja, und ich bin der sichere Überzeugung, dass es eine ganz, ganz große Illusion ist, dass wir die Kontrolle haben. Marietta Gädeke: Und gleichzeitig hast du gerade eben selbst natürlich gesagt, dass du das Gefühl hast, dass es ein großer Kontrollverlust ist. Also auch, wenn wir sie nicht haben, hast du ja eigentlich nichts, was du verlieren kannst. Aber Bianca Enderlin: Verloren. Marietta Gädeke: natürlich hast du Angst vor Verlust. Aber vielleicht, ja, es geht ja auch gar nicht so sehr nur Verlust von Kontrolle. Natürlich, ich sprich es einfach aus, man macht sich natürlich dann auch Angst, dass man seinen Liebsten verliert. Und dass man auch sein Leben, wie man es kennt, das ist ja häufig auch bei schweren OPs. Es muss ja nicht immer der West-Cast sein, einfach dann zu pflegen oder wenn dann plötzlich Rollen neu verteilt werden oder wenn man quasi dann einfach auch weiß, wir haben so eine gewisse Aufteilung in der Beziehung und das, was der andere macht, bricht plötzlich weg. Das ist wie so, da wird alles nochmal umgepflügt und da sind wir nicht drauf vorbereitet, noch zusätzlich zu einem, was sowieso schon ist. Birgit: Es steckt ganz viel drin in dem, was du sagst. mag direkt darauf antworten und erst einmal über den Kontrollverlust sprechen. Danke für den Hinweis. Was soll der Verlust sein, wenn man es nicht hat? Also das ist für mich jetzt, wenn ich ganz ehrlich bin, erst einmal ein kleiner Aha-Moment. Und der entlastet mich und mein System. Hey! Ja? Ich verliere nichts. Ja, es ändert sich was. Danke hier für. Und all das andere, was du sagst, habe ich jetzt gerade vergessen. Das Bianca Enderlin: Hehehehehe! Birgit: das zweite, worüber du gesprochen hast, nach dem Kontrollverlust. Marietta Gädeke: Ja, das macht auch Angst, wenn mein Alltag anders wird. Birgit: Ja. Marietta Gädeke: Ich gebe jetzt einfach mal ein profanes Beispiel. Häufig ist ja die Männer-Frauen-Aufteilung, der Mann macht irgendwie die Steuererklärung. Uns ist andersrum, trotzdem, wenn ich das sagen würde. Wer macht es, wenn der es nicht hinkriegt? Ich kenne das von einer Freundin, meiner Mutter, also auch ein älteres Paar. wo so bisschen die Angst da ist, dass er vielleicht jetzt langsam dement wird. Der hat sich immer alles gekümmert, war immer da, war immer derjenige, zwar ein Stiller, aber so ein Fels in der Brandung. Und dann plötzlich kommt die Frage, wenn der die Steuer nicht macht. Und sie hat es nie gemacht, 50 Jahre lang. Was mache ich denn dann? Bianca Enderlin: dann macht sie man anders. Also die Frage ist ja, ja ja, Marietta Gädeke: Mhm. Bianca Enderlin: es darf ja einfach sein. Was bedeutet denn Angst vor Veränderung? Marietta Gädeke: Ja, ja, aber das tun wir. Bianca Enderlin: Also warum haben wir Angst vor Veränderung? Wenn wir auf neurophysiologische Ebene gehen, dann will unser Gehirn keine Veränderung, weil es einen Energieaufwand bedeutet. Wieder was Neues. Es kostet uns Kraft und das tut es wirklich. Körperlich, mental, Veränderung kosten uns Kraft. Und dann ist es wieder diese Unwissenheit eben. Und habe ich gerade die Kraft, also ist eine Form der Überforderung. An mich wird eine Forderung gestellt, die ich gar nicht einschätzen kann. Ja, so. Wenn wir es da konkret machen, was mich gerade so ein bisschen... Ich kenne die tiefen Details nicht, Birgit, aber was ich mich gerade frage, wer hat uns vorhin von Rollen... Jetzt sagt jemand, es wird schwer. Was genau wird denn schwer? Ist es einfach kompliziert? Ist es aus ärztlichen Sicht schwer? Oder warnen sie euch, sich selbst vor irgendwas zu schützen? Ja, also da gehen für mich gerade ganz viele Fenster im Kopf auf. Jemand anders sagt, es wird schwer und wir geraten sofort in Panik. Also, weil das vielleicht auch nicht detailliert hinterfragen. Ich weiß nicht, ja, aber... Und schwer heißt ja nicht gleich unmöglich. Ja, aber es ist in unserem Kopf sofort, okay, das wird jetzt kein Spaziergang. Aber wann... Weißt du, was ich meine? in diese Alarmbereitschaft immer so schnell zu verfallen. Die ist berechtigt, aber ich frage mich, ob das von der anderen Seite auch immer so wirklich fair ist, sich gegen alles abzusichern und sorgen. Weißt du, was ich meinen würde? Birgit: Ich weiss, was du meinst. Das ist sicherlich auch ein ärztlicher Zwiespalt. Wie viel darf man den Patienten zumuten und wie viel muss man ihnen zumuten? Also im Sinne von jemanden unvorbereitet in so eine OP reinzugehen, die das Leben wirklich verändert. Ohne jetzt, nicht in die Details Bianca Enderlin: Nein nein. Birgit: gehen. Also zumindest über sicher drei, vier Monate wird es. Das geht nicht anders bei dieser OP. Wird das unser Leben verändern? Das müssen die uns schon sagen. Insofern ... Klar ... scheint in uns beiden, denke ich, kann dafür mein Mann sprechen, erst einmal der Worst Case. Pflegefall, ja, in dieser Zeit. Und ... Und dann ... Aber das muss ja gar nicht sein. Es ist die zweite OP, jetzt ansteht. Und selbst bei der letzten OP, die eigentlich die schwerwiegendere war, das ist super gut ausgegangen. Also insofern können wir aus positiven Erfahrungen mehr erschöpfen. Das ist nicht notwendig. Aber es ist schon ganz gut, wenn man weiß, was alles auf einen zukommen kann. Insofern ist es schon ganz gut, wenn die Ärzte das so halten, wie sie es halten. Bianca Enderlin: aber ich finde es gut. Marietta Gädeke: Vielleicht ist das noch so ein Punkt, einen Bianca nochmal anders anzuknüpfen. Auch ganz unabhängig aus welcher Motivation heraus die Ärzte oder wie die Situation tatsächlich ist. Immer zu sagen, aber was, wie wir das bewerten, das bewerten wir selbst. Das machst du und dein Mann. Und dann kann manches, was für andere leicht ist, ganz schwer sein und was für andere schwer ist, kann für euch, ganz andere oder ganz eigene Bewertung erfahren. Ich glaube, das ist so, als dass ich da auch rausziehen würde. Manche Leute machen sich ja auch... Das ist klitzekleines Ding und das ist schon riesengroß. Und ich glaube, gerade so, was du erzählst mit deiner Bewertung von dieser ersten OP, dass ihr da eigentlich so gut durchgekommen seid, obwohl das eigentlich das viel schwerere quasi war oder gewesen wäre, finde ich das schon sehr bezeichnend quasi. ihr wohl gemeinsam schon so eine starke Resilienz. Natürlich aber halt die Frage ist die Energie, die ihr beim ersten Mal reingeben habt, da so stark zu bleiben. Vielleicht ist da einfach so bisschen die Luft raus und man muss wieder atmen holen. Das weiß ich nicht. muss so sein. Birgit: Ja, das kann schon sein. ja, das kann schon sein. es ist wirklich so. Und darauf mag ich jetzt auch den Fokus legen. Ja, ich gebe den Dingen die Bedeutung. Und deshalb gilt auch an der Stelle. Es ist gut zu wissen, die Optionen zu kennen. Sicht der Optionen. der Folgen bewusst zu sein. Und dann ist es wieder wichtig zurückzukommen in den Momenten und an die Stelle, der wir jetzt stehen, weil jetzt ist es gut. Und die OP ist erst in zwei Wochen oder drei Wochen. Also das sind gute drei Wochen. Kann man das System auch nochmal ... Mit Energiefühlen. Sophie: Und dann... Birgit: und der Körper sich nochmal darauf vorbereitet. Man den Körper unterstützt und ihn vorbereitet. Und dann wird man sehen, was kommt. Das ist ganz klar. Sophie: Ich würde gerne noch einen kleinen Gedanken dazugeben wollen, Birgit. Du sagtest eben, dich war der größte Impuls zu sagen, wenn ich in Wahrheit sowieso Marietta Gädeke: Das Sophie: keine Kontrolle hatte, dann verliere ich jetzt auch nichts. Deswegen bleibt ja die Sorge trotzdem. Und das Wissen darum, also die Optionen zu kennen und zu wissen, was passieren kann ... Gibt ja ein Zweifel in dieser Situation jetzt noch wieder ein kleines Stück Sicherheit, weil nicht mehr alles komplett ungewiss ist, sondern weil du so ein bisschen die Parameter hast. Und ich würde gerne noch den Gedanken mit reingeben, gerade in dieser Vorbereitung, von der du gesprochen hast, was an der Situation und dem, jetzt kommt, was könnte oder was gibt euch vielleicht auch Zuversicht zu der Ungewissheit und der Angst? eine kleine Gegenseite auch zu machen. Was ist das, was Zuversicht gibt? Also zum Beispiel, hey, beim letzten Mal hätte es auch blöd werden können, aber es ist total gut geworden. Könnt ihr daraus Zuversicht schöpfen? Zuversicht für das, was jetzt kommt? Oder was gibt euch Zuversicht? Birgit: Also ich kann natürlich nur für mich sprechen. Sophie: Böööö Birgit: Das ist klar. Mir gibt es Zuversicht. Ich bin ja eine, die dem Leben vertrauen kann. Also der größere Anleit in mir, gibt ja dann auch immer die Stimme, die diesen Kontrollverlust erlebt und die Angst erlebt. Und der andere Seite kann diese Angst auch aushalten und tragen und wir können gemeinsam unterwegs sein. Also die, die kraftvoll ... hingeht mit Zuversicht und die diese Angst trägt. Und ich glaube, ist aber gute Qualität in mir, Stärke in mir, dass ich das kann. Also ich kann nur für mich sprechen, mir gibt es Zuversicht, dass ich sehe, dass mein Mann ein Kräftiger ist, der nicht zerbricht an dieser Krankheit, der sich nicht aufgibt. der sich aber auch nicht in Heilungsillusionen, also in irgendeinem illusionären Glauben, es wird schon gut werden, wenn ich nur wehte oder so etwas. Also das ist er gar nicht. Und das sehe ich alles und das gibt mir Zuversicht. Marietta Gädeke: ... Bianca Enderlin: Ich finde es, also Zuversicht finde ich für mich an der Stelle echt schwierig, merke ich gerade. Was mir aber hilft, dieses Nichtwissen auszuhalten, worin ich mich immer übe, ist die Haltung einzunehmen, ich weiß nicht, was es bedeutet. Wir wissen es schon heute noch nicht mehr. Das finde ich, hilft mir dann ein bisschen, weil die Zuversicht, die schaffe ich nicht so oft wie du, Birgit. Da bist du mir weit voraus. Birgit: Hahaha Bianca Enderlin: Aber vielleicht hilft es ja auch zu sagen, ich weiß nicht, was es bedeutet. Und Heilungsillusionen hingeben ist es eine, aber ich glaube mental gut aufgestellt, sondern eben nicht jetzt nur in die Angst zu verfallen, ist mit Sicherheit hilfreicher. Weil wir jetzt immer Angst öffnen, Großsupporten. Weil dann haben wir ja nur noch dieses schlechte Bild im Kopf, so wie es eben nicht sein soll. Ja, und es ist natürlich besser, das andere Bild im Kopf zu haben. oder die Tode tragen, mit einfach nicht wissen und das zu tragen. Sophie: Dabei finde ich aber das Nichtwissen und ich weiß nicht was es bedeutet. Das will auch geübt sein. Weil das auch ein Zustand ist, Bianca Enderlin: Succes! Sophie: den wir eigentlich nicht so kennen. Also wenn ich so... Also wie bin ich denn aufgewachsen? Du bekommst eine Frage gestellt. Physisch, weil ein Mensch dich was fragt. Aber du kannst ja auch... In dem Fall ist es das Leben, das dir eine Frage stellt. Und dann bist du ja... Ich überspitze es jetzt vielleicht ein bisschen. Du bist ja irgendwie nur kiewief und schlau und irgendwie on point, wenn du möglichst schnell eine Antwort darauf gibst. Und diese sich zu sagen, ich weiß gerade nicht, was es bedeutet. Überhaupt, weiß nicht. Da gibt es ja dann schon so die Anteile in uns, sagen, wie weißt du nicht, bist du doof? Oder das kann doch jetzt nicht sein, dass du das nicht weißt. Und vielleicht verstärkt auch erst mal kurz die Unsicherheit und die Angst. Also ich finde, ist eine... Für mich ist das eine ganz schöne Übung in dieser Energie von, ich weiß nicht, was das bedeutet, oder ich weiß es gerade nicht, da innezuhalten und trotz, also da auch zu bleiben. und nicht dem Impuls zu folgen. Je schneller ich jetzt eine Antwort habe, desto schneller habe ich wieder Sicherheit, desto schneller habe ich wieder Kontrolle und desto schneller ist alles wieder gut. Marietta Gädeke: Das sind eigentlich diese zwei Elemente Vorbereitung und ich nenne es jetzt einfach mal Demut. Also mir gibt es auch unglaublich Kraft in so Situationen. Ich weiß noch irgendwie in Prüfungssituationen, aber auch fast bei allen bei einem anderen, wenn ich sage, ich habe jetzt alles gemacht, was für mich möglich ist. Ich habe mich vorbereitet, habe ich eingelesen, habe jetzt in diesem Fall vielleicht irgendwie bestimmte Dokumente irgendwie. Das habe ich alles und Wir haben die verschiedenen Szenarien, was kann passieren, durchgegangen und haben das Wichtigste irgendwie mal bereitgestellt. Aber dann auch zu sagen, einem gewissen Punkt dann auch in diese Demut reinzugehen und zu sagen, das ist auch in Ordnung. ich kann mich auch nicht, weil das andere wäre ja dann in die Übervorbereitung reinzugehen. Ich muss an alles gedacht haben, muss alles vorbereitet haben und hinterher sich natürlich dann dafür auch die Schuld zu geben, wenn es dann nicht gut ist und man vielleicht doch irgendwas nicht gemacht hat. Das aber auch nicht. Also da einfach auch so demütig zu sein, zu sagen, ja, aber ich weiß auch, ich kann mich niemals auf alles perfekt vorbereiten und deswegen ist es jetzt auch mal gut, so wie es ist. Und tatsächlich, das ist ja dann auch so die innere Vorbereitung. so wie so ein, so, das hat kürzlich wieder gelesen, bei so einem Spitzen-Sportlern dann dass es eben nicht nur auf die Power ankommt, du rein gibst und ständig üben, sondern dass du wieder diese Erholungsmomente zwischendurch brauchst und dass die Teil des Ganzen Also dass du auch weißt, vorher dann auch wieder ein bisschen zurückschalten, nicht alles immer nur Vorbereitung, sondern auch zu sagen so und das innehalten und einfach für einen Moment nichts machen, das gehört auch dazu und das macht uns auch stark. Ob du dann sagst, ich bin doch auch so, dass ich mir auch da noch so einen zusätzlichen Halt. Aber für viele ist es ja, ob du es Glaube nennst oder ob du einfach sagst, dann gehst du irgendwie anders ran mit Meditation oder so. Einfach so dieses Spirituelle, irgendwo mitzudenken. Nicht zu ersetzen, also nicht zu sagen, ich glaube jetzt an Geisterheiler und deswegen muss ich nicht zum Arzt gehen. Einfach zu sagen, so und es darf aber gleichzeitig auch sein. Das finde ich dann, gehört für mich auch zu dieser Demo, zu diesem, wir wissen halt nicht alles, vielleicht bringt es uns. Ja dann, warum nicht? Probier mal. Bianca Enderlin: Und dieses Lichtwissen aus. Birgit: Genau, ich weiss nicht, was es bedeutet. Und ich halte es aus und ich vertraue dem Lebensfluss. Das ist pathetisch und vielleicht klingt es für die eine, den einen oder anderen esoterisch, aber der Gedanke entspringt am Ende meiner Lebenseinstellungen, meiner Lebenserfahrung sind immerhin. Sechsmal Jahrzehnte. Das Leben ist schon ordentlich geflossen und irgendwie ist es am Ende. Da habe ich oft nicht gewusst, was es bedeutet und habe viele Schreckszenarien auch aufgebaut, Angstszenarien aufgebaut und am Ende ist es gut geworden. Und da darf jeder für sich definieren, was gut ist. Also in meinem Leben so wie mein Leben ist, ist es gut geworden. Demütig Vertrauen. Was mir gerade sehr auffällt und was ich ganz wichtig finde, das auch noch mal auszusprechen, das ist dass ich jetzt an diesem Punkt stehe, dem ich nicht weiß, was es bedeuten soll, was kommen wird, wo sich etwas ändert. wir jetzt schon seit etlichen Minuten, ich weiss nicht, wie lange wir jetzt schon gesprochen haben, ihr mir den Rahmen bietet, genau diesen Moment zu halten. Und das schätze ich, weil ich erlebe an anderen Stellen dann ein Das wird schon gut werden. Das wird alles schlimm werden. Mit anderen Menschen ein Drüberhuschen über diesen Moment, der so wichtig ist. Das ist der Moment, in den wir innehalten müssen und den wir ertragen, aushalten. Ertragen ist echt das falsche Wort. Aber wenn ich das als Allererstes und spontan gesagt habe ... der Punkt, einfach wichtig ist, auch den inneren Standpunkt zu klären, die innere Befindlichkeit wirklich wahrzunehmen und dann auch wirklich aus der Mitte heraus entscheiden zu können, welche Bedeutung gebe ich jetzt dem Ganzen. Marietta Gädeke: Vielen Bianca Enderlin: Und wie du sagst, viele halten das nicht aus, wollen es auch und da ist für mich so diese Unterscheidung, viele fliehen in Unwissenheit. Viel lieber als Nichtwissenheit auszuhalten. Marietta Gädeke: das musst du erklären. Birgit: Spannend! Unwissenheit und Nichtwissen. Bianca Enderlin: Ja, also nach dem Brutt. Marietta Gädeke: Könnt ihr das für mich ein bisschen auseinandernehmen? Bianca Enderlin: Nichtwissen ist für mich bewusstes Nichtwissen. stehe dazu, da gibt es Lücken. Und Unwissenheit ist aber unbewusstes Nichtwissen. Und das ist für mich ein großer Unterschied. Dieses klasse Ich-stell-micht-dumm ein Stück weit. Das ist ja schon wieder bisschen bewusstes Nichtwissen. Aber meine, viele gucken gerne weg oder gehen drüber. Wir sind heute überall so schnell, guckt noch in die Tiefe. Wer validiert denn noch uns die Quellen? Ist das jetzt richtig, was da kommt? Wer hinterfragt denn noch? Wer geht denn noch tief? Haben wir noch die Zeit, den Raum, wie du sagst, gibt es diese Räume noch? Wo wir eben sagen können, okay, ich schau hin, ich gehe tiefer Marietta Gädeke: Mhm. Bianca Enderlin: und stelle womöglich fest, dass ich nicht nur unwissend bin, sondern dass ich einfach nicht weiß. Also, jetzt hatte ich den Touchdown, ich habe das Buch aufgeschlagen und ich verstehe es nicht. dieses Unwissens ist, ich habe das Buch gar nicht gelesen. Ist das vielleicht so? Macht das Sinn? Also Sophie: Ich glaube, das ist vollkommen richtig, was du sagst, Bianca. Und trotzdem in diesen Situationen, Birgit, wo Menschen dann sagen, ach, mach dir keinen Kopf, schon, ne, wird schon alles gut gehen. Dieses nicht aushalten können, dass du da gerade, also, dass du an dem Punkt bist, an dem du bist und dass du fühlst, was du fühlst, hat ganz oft, glaube ich, auch was damit zu tun. Wenn ich mich dem und dir stelle, bedeutet das auch mal zu fühlen, was macht das mit mir? Und diese Unsicherheit oder potentiell schlecht ausgehende Situationen, davon wollen wir ja gar nichts wissen, weil das ist ja vermeintlich schlecht. Und wir wollen das Schlechte nicht in unserem Leben, sondern wir wollen lieber happy-go-lucky, weil in diesem vermeintlich schlechten Moment anzuhalten und zu fühlen, was ist da wirklich, wie du sagst, den Standpunkt zu klären, bedeutet, ich begegne mir selbst. Ich erlaube mir, mich mit allem, was ist, auf mich selbst einzulassen. Und es ist deutlich unbequemer, energieraubender und schwieriger, als drüber wegzugehen und zu sagen, ach, Birgit, mach dir keinen Kopfwirt schon. Marietta Gädeke: Ja. Bianca Enderlin: In der Tierraum, da weiß ich nicht, aber schwierig finde ich es weil wir haben vorhin dieses In- und Erhalten, in Frage stellen und ich habe das in einem anderen Zusammenhang auch ganz krass erlebt, wenn in meinem Leben was womöglich zerbricht und ich teile es mit anderen, dann bedeutet das grundsätzlich Bedrohung auch für deren Leben. Das bedeutet einfach Fragilität und die wird da dann wieder plakativ und davor schrecken viele zurück. An der Stelle eben nicht innen zu halten und nicht hinzuschauen. Marietta Gädeke: Ich erinnere mich auch noch an so ein sehr einschneidendes Gespräch, kann man es fast nicht nennen. Ich hatte mein erstes Kind verloren, war am Boden zerstört. Ich habe einer, ich dachte, sehr guten Freundin davon erzählt und ihre sofortige Reaktion war, da willst du jetzt sicher gar nicht drüber reden und ist total drüber hinweg gegangen. Fast forward, wir sind heutzutage auch eher Bekannte noch. Ich hab sie immer noch gerne, aber das war für mich schon so ein Reality-Check, ich das in dem Moment so, hab ich das wahrgenommen. Vielleicht hat sie es gar nicht so gemeint, aber das sprach für mich auch genauso dieses, die war in dem Moment bei sich, sie war nicht bei mir. Und genau dieses so, bleiben die Leute jetzt in dem Moment bei dir mit diesem Schmerz der Unsicherheit, Birgit? Oder gehen Sie, weil Sie es selber brauchen, ganz schnell in Lösung. In hoffnungsvolle Lösung wird schon alles werden. Oder in praktische Lösung. Hast du an dies und an jenes gedacht? Hier meine 15, keine Ahnung, meinen Stiftung Warentest, Link zu den besten Patientenvorsorgen. Das ist ja auch so ein deutscher Weg, mit so was auszugehen. Statt einfach genau dieses aktive Zuhören im Sinne von mit dem Herzen da sein. sozusagen. Boah, wie fühlt sich das gerade an? Was ist dieser Zwischenmoment zwischen, weiß noch nicht, wie es ausgeht, aber es hat schon begonnen. ist ja das Gemeine. Dass die OP nicht plötzlich genau, das ist manchmal gar nicht so, gefühlt gar nicht so schlimm, wenn es eine Not-OP ist, sondern hinterher ist alles okay nach einer Nacht, sondern dieses jetzt wissen wir, wir bereiten uns vor, wir haben Zeit davor. das eigentlich noch mal eine andere Form von fies vom Universum. Fies und gleichzeitig gut. Bianca Enderlin: Viele Dinge, die uns in der Tiefe vorbereiten, würden dann gar nicht mehr stattfinden. Das kenne ich auch von mir selber an einer anderen Stelle, wie ich damals ins Ausland kam. Das war nie final, wirklich zu Ende. Immer war es an Ende doch nichts. Und plötzlich hieß es in vier Tagen, da war nichts mehr mit Vorbereitung. Das war dann auch so, man ist nie wirklich tief in dieses Wissen oder nicht Wissen eingestiegen. Und wie oft passiert uns das, dass wir einfach blind in Dinge reinlaufen? und haben es nie gelernt, diese Räume zu halten. Und ich glaube, ist auch eine Form der Empathie, diese Räume zu halten für und mit anderen, die da abhanden Marietta Gädeke: Oui. Bianca Enderlin: oder nicht mehr so in Erscheinung tritt. Zumindest, wenn ich es weniger war wie früher. Marietta Gädeke: Vielleicht auch, weil die Angst größer Sophie: Ich finde. Marietta Gädeke: geworden ist. Kann ich mir auch vorstellen. Sophie: Und ich finde, gemeinsam in diesem Raum zu sein... Und damit das Gefühl, nicht alleine zu sein mit dem, was jetzt gerade in mir ist, ist zum Beispiel für mich etwas, was mir unglaublich viel Zuversicht gibt. Also dieses Spüren, wir sitzen zu viert, wir teilen etwas. Wir halten gegenseitig miteinander diesen Raum. Es gibt total Zuversicht für die Momente, die uns immer wieder begegnen, wo Unsicherheit kommt, wo wir etwas nicht wissen, wo wir dieses Unwissen aushalten dürfen. Ich finde es viel leichter, euch gemeinsam Nichtwissen auszuhalten, als mit mir alleine. Bianca Enderlin: Was machen wir für Menschen, die es diese Räume nicht gibt? Wie schaffen wir es selber, diese Räume zu kreieren? glaube ich auch der Mut zu sagen. Sophie: Kriegst du nicht mit jeder Begegnung eigentlich potentiell diesen Raum? Bianca Enderlin: Ja, und ich glaube, wenn wir selber den Mut haben, uns zu öffnen, so wie die Birkitz sich vorhin hier ganz mutig geöffnet hat, fliegt es am Ende wieder an uns und ist eine Frage der Resonanz. Dann kann ich damit umgehen, wenn jemand sagt, du, nee, passt grad nicht. Marietta Gädeke: Ja. Bianca Enderlin: Also Wir nehmen uns die Räume womöglich Marietta Gädeke: ist es. Bianca Enderlin: zu selten. Marietta Gädeke: Ich habe aber gleichzeitig auch so diesen... Ich kreiere gerne solche Räume, aber ich merke, wir in unserem Schuhladen, ich höre unglaublich gerne zu und dann kriege ich aber manchmal schon Panik, es natürlich dann auch, weil es sich so gut anfühlt, das wird so gerne genommen und dann habe ich also eine, die kommt dann immer nur mir zu, ihr Leid zu klagen quasi so. Und einerseits möchte ich und andererseits spüre ich aber auch das Gefühl, ich möchte mich auch wieder dann abgrenzen. Und ich glaube, da hat man dann manchmal, was heißt hier, ich habe dann manchmal Angst, dass zu viel von mir genommen wird von Energie und Zeit, die mir anderswo fehlt. Und dann mache ich vielleicht früher zu, als ich sonst zugemacht hätte. Und gleichzeitig möchte ich solche Räume schaffen und finde es auch ganz wichtig, dass also heutzutage, glaube ich, ein Ladengeschäft ist auch ein Raum der Begegnung. Und ich kenne das, also ich habe das von der Pike auf mitbekommen, weil meine Eltern sind Apotheker und da kommen alle Leute natürlich ihre Spirenschen zu erzählen und mein Vater, kennt alle mit Namen und der kennt alle Krankheitsgeschichten des Ortes bis heute auswendig und wer mit wem verwandt ist und so. Und ich glaube, das ist Teil von Community. Genau das eben auch wieder zu, also für sich vielleicht, also dass ich auch lerne, wie kann ich diese Community schaffen, ohne mich selbst aufzugeben und ohne aber auch diesen Wunsch aufzugeben. Ich möchte diesen Raum bereitstellen und ich möchte den auch geben. Bianca Enderlin: Ich Frage gefragt, wenn sie ungefragt war. Ich habe gefragt, was bewegt euch? Es ist eine Frage, welche Fragen stellen wir uns? Die Dame kommt ungefragt und erzählt hier einfach alles. Du hast sie nicht gefragt. Marietta Gädeke: Vielleicht habe ich beim ersten Mal, glaube ich, schon gefragt, wenn ich ehrlich bin. Aber ja, ja, Bianca Enderlin: Ja, die fragen, aber wir kennen es auch, wie geht es dir? Ich frage mich mal, hast du Zeit für die ehrliche Antwort? Wo ich eine schlechte Phase hatte, und wie geht es dir? Dir geht es schon gut, oder? So nach dem Motto, erzähl mir bloß nicht, dass es dir anders geht. Marietta Gädeke: ist manchmal auch so das Raum da für auch die Schwere. Bianca Enderlin: Ja, ja, ja. Birgit: Ja, und der Raum hat auch zwei Seiten. Auf der einen Seite haben wir, wie wir hier miteinander reden, den Wunsch, diese Räume anzubieten. Und auf der anderen Seite braucht unser eigenes Sein manchmal auch den Raum zu sagen, jetzt nicht mit dir. Bianca Enderlin: Aber nochmal die Einladung an unsere Zuhörerschaft, weil die Frage war ja, schaffen wir es, wenn die sogar noch nicht da sind, wie können wir sie eher schaffen? Und das ist eben mit einer guten Frage. Und sei es nur, was Marietta Gädeke: Vielen Bianca Enderlin: bewegt dich gerade? Und dann öffnen. Sophie: Was ich Marietta Gädeke: Klar. Sophie: da noch wichtig finde, Nibirgit, sagst, der Raum hat zwei Seiten. Unterschreibe ich voll. Und ich finde, der Wunsch für andere, diese Räume zu kreieren, darf immer auch einhergehen mit dem Wunsch und dem Bedürfnis selber Teil dieses Raums zu sein. Also Und das beinhaltet ja auch, ganz klar zu sagen, jetzt gerade mit dir oder in dieser Konstellation nicht. Aber eben nicht nur zu sagen, ich gebe dir den Raum, sondern in dem ganz klaren Gefühl und Bewusstsein und damit bin ich Teil dieses Raumes und darf genauso viel Platz einnehmen wie du. Weil wir sind gemeinsam in einem Raum. Und ich bin nicht außen steht und gebe dir den Raum und du kannst jetzt mir sozusagen eine Stunde lang erzählen, was alles mies läuft in deinem Leben. Und dann bist du happy go lucky, gehst aus dem Schuladen wieder raus und ich sitze dann da mit dem Salat, sondern sich auch in die da, wo wir diese Räume eröffnen, sich ganz klar bewusst zu machen. Und ich bin ein genauso ein Teil dieses Raums und darf in diesem Raum genauso viel Platz einnehmen wie du. Birgit: Ich gebe uns den Raum statt ich gebe Marietta Gädeke: Vielen Birgit: dir den Raum. Bianca Enderlin: Ja, da gibt es das afrikanische Sprichwort Ubuntu. Ich bin, weil du bist. Ja, stimmt. Birgit: Ich bin, weil wir sind. Weil wir sind, finde ich noch viel spannender. Ich bin, weil wir sind. Marietta Gädeke: Das ist ja auch tiefenpsychologisch. Wir erkennen uns durch die Spiegelung des anderen. Bianca Enderlin: Ja, wir können es ja noch größer machen, dass alle eine. Wir sind alle verbunden. Wer sagt überhaupt, dass wir getrennt sind? Birgit: Yes. Bianca Enderlin: Ist es auch Illusion? Ja, mit dieser Illusion. Die lassen wir jetzt mal sich setzen und sich einen Raum nehmen und wir werden sehen, was kommt, wie es so schön heißt. Und danke euch für diesen Raum. wünsche euch heute noch einen schönen Tag, dass ihr ihn euch schön macht und bürget ihr viel Kraft, sind bei dir. Und ich sage euch Danke für eure Zeit und für euer Sein. Marietta Gädeke: Danke dir, Bibi. Sophie: Dankeschön. Birgit: Vielen Dank. Sophie: Tschüss. Bianca Enderlin: Tschüss.