speaker-0: Willkommen im Hirngarten, dem ADHS Laberpodcast. speaker-1: Moin und herzlich willkommen zur allerersten Folge von Hirngarten, dem ADHS-Laberpodcast. Hier gibt's alles rund ums Thema ADHS, also von Alltagsabenteuern in unseren Neuro Spicy Lives über Mental Health Topics bis hin zu unseren nerdigen Fandoms. Immer in der Geschmacksrichtung ADHD. Wir kommen also sicher mal vom 100. ins 1000. Das ist so beabsichtigt, also... Wundert euch nicht, wir fallen uns bestimmt auch mal ins Wort. Ganz wichtig auch, ihr wird es bestimmt mal wissenschaftlich, aber wir sind keine TherapeutInnen, keine PsychologInnen. Das heißt, wenn ihr das Gefühl haben solltet, Hilfe zu brauchen, dann sucht euch auf jeden Fall professionelle Hilfe. Dieser Podcast ist von ADHSlern für ADHSler und natürlich alle Interessierte. Und wer sind denn wir? Ihr seht schon stillschweigend da sitzen. meinen Kompagnon, den Georgie, Georgie, stell dich doch kurz vor und sag, wie geht es dich? speaker-0: Jo, ich bin Georgi, meines Zeichens genau wie Konzi adhsler und wir haben gedacht, wir haben meistens relativ viel gegenseitig für uns zu sagen zu diesem Thema. Also tragen wir das mal hinaus in die Welt und was braucht die Welt mehr als noch einen weiteren Podcast von zwei weißen Dudes? speaker-1: Wer hat noch nicht genug heteronormative CIS-Männer, die sich hinter Mikrofone in ihrer Midlife-Crisis setzen? So, müssen wir diesen, also diesen Trend können wir uns ja quasi gar nicht erwehren. Genau, ich bin der Konsti. Ich komme auch so ein bisschen aus diesem journalistischen Bereich. Georgi ist tatsächlich eher wissenschaftlich angehaucht, allerdings nicht im Bereich der Psychologie oder Psychotherapie. Wir haben beide eine Diagnose, ADS-mäßig, als Kinder bekommen. So viel schon mal vorab zu uns. Georgi wurde diese damals aber nicht mitgeteilt, weswegen Georgi eigentlich erst im Erwachsenenalter, also jetzt mit Ende 20, Anfang 30, es mal bestätigt, offiziell bestätigt, für sich selbst bestätigt bekommen hat, ADHS zu haben. Das heißt, ist unsere Vita ein wenig unterschiedlich, weil mir war das Also ohne vielleicht zu erfassen, was das heißt. Bei mir war es früher Kindheit, also Grundschule bekannt, bewusst wurde mir kommuniziert. Habe jetzt aber auch noch meine Erwachsenen Diagnostik gemacht. Also ich bin quasi, wir sind beide doppelt diagnostiziert, kann man so sagen. Dazu aber sicher in einer anderen Folge mal deutlich mehr, weil heute soll es etwas gehen, was uns beide natürlich auch stark verbindet und für ADHSler, gerade glaube ich so, wenn ich jetzt gerade das Grundschulalter angesprochen habe, auch nicht immer das einfachste Thema ist. ADHS und Freundschaft. Georgi, hast du das Gefühl gehabt, so gerade wenn wir jetzt bei Grundschule vielleicht auch Kindergarten und so, dieses Kinder sind ja doch auch feinfühlig, sodass du, ich sag mal ganz, dieses plakative, ich bin anders als die anderen. Hast du das irgendwie da mal gehabt? speaker-0: Ja, weil du gerade sagtest, Kindergarten vielleicht auch schon, ich würd sagen da nicht, da waren irgendwie alle noch laut und aufgedreht, oder die meisten zumindest. Ich glaub, das hat wirklich in der Grundschule angefangen. Und ich war auch immer schon wie so ein Flummi unterwegs, ich war immer hibbelig, ich war immer quirlig, also so ganz typisch, wie man sich's vorstellt, und dieses auch nicht ruhig sitzen können und so weiter und so fort. Das fällt dann natürlich erst mal im ... Zusammenhang mit Erwachsenen ganz krass auf. Ich finde, bei Kindern ... Entweder können sie es noch nicht so gut wegartikulieren, sag ich mal. Oder sie sind halt selber noch so drauf. Und man tendiert ja dann tatsächlich auch, sagen wir mal, Laufe der Zeit so oft dazu, sich mit gleichen Geistern, sag ich mal, zusammenzutun. Und also, es fiel schon auf. Ich würde aber fast eher sagen, dass es grade so in der ... noch in Richtung Frühjahrkinder sind eher im Zusammenhang mit Erwachsenen, weil man halt ständig darauf angesprochen wird, eher auffällt als jetzt im Zusammenhang mit Kindern. Das kristallisiert sich dann im Laufe der Zeit, finde ich, immer mehr raus. speaker-1: in deiner, ich würde jetzt schon Kindheit, bis, ich mal, frühe Jugendpuppertät, ich sagen, kommen wir noch zu, so in diesem jetzt nicht nur Kindergarten-Grundschule, sondern ja, bis halt eigentlich die Phase zur Puppertät. Hast du Phasen in deinem Leben gehabt, wo du dich auf dieser freundschaftlichen Ebene, weil es gibt ja noch familiäre Beziehungen und sonst was, gibt ja noch verschiedene Beziehungsebenen, dieser freundschaftlichen Ebene einsam gefühlt hast oder im Extremfall ausgestoßen? speaker-0: Ähm, ich würd sagen, nee, nicht einsam. Ich hab's tatsächlich irgendwie immer geschafft, mit Leuten zu umgeben, die ich auch irgendwie Bock hatte, die scheinbar auch auf mich Bock hatten. Praktisch. Aber unverstanden eher. Also, wenn man das mit reinzählen möchte, dann ja. Ansonsten würd ich eher sagen, oftmals unverstanden oder anders als einsam. Ganz kurze Unterbrechung, und nein, natürlich keine Werbung. speaker-1: Nur ein paar Infos für euch. Einige Folgen haben wir schon vor einer ganzen Weile aufgenommen. Als Hobbyprojekt müssen wir einfach Episoden voraufzeichnen. Bei unseren zeitlosen Themen ist das aber auch gar kein Problem. Ihr wertet es wahrscheinlich nur bei einigen zeitlichen Bezügenmerken. Wundert euch daher nicht, falls wir nicht auf euer Feedback eingegangen sind. Wir lesen alles, nehmen uns das auch zu Herzen und lassen es so bald wie möglich einfließen. speaker-0: Wie ihr hieran vielleicht auch schon merkt, haben wir auch schon ein paar technische Verbesserungen und Umstellungen vorgenommen, die ihr dann in späteren Folgen sehen und hören könnt. Und nun geht's weiter mit dem Hirngarten. speaker-1: man kann dieses hinter quasi die erste Frage hast du dich mal anders gefühlt da könnte man einen Haken hinter machen aber bei dem einsamen eher weniger speaker-0: Ja, auf jeden Fall. speaker-1: ich bei mir, ich glaube, bisschen so same same but different. Also ich hatte auch selten das Gefühl, so ich hatte immer mindestens einen richtig guten Freund oder Freundin, also wo ich sag so, dass ich nicht dieses Gefühl hatte, ich bin einsam. Aber, und da kommt so unser erster wissenschaftlicher Fakt mit rein. ADHSler sind häufiger als neurotypische Personen von Mobbing und Ausgrenzung betroffen. Egal ob jetzt Uni, Schule, das geht bis hin zum Arbeitsplatz. Da hat diese Studie das erfasst. da würde ich sagen, eher in der Schule, so das fing aber auch schon grundschulmäßig an, dass dieses so in den 90ern, Ende 90er, Anfang Nullerjahre, wo ich zur Schule gegangen bin, war ADHS auch schon Das erste Mal ist so ein mediales Thema. So es war so ein bisschen Hype-Thema, ich auch sagen. Also würde man heute so dazu sagen. so Sachen wie du ADHS-Kind oder eben Zappelfilip oder sonst was. Also da habe ich schon jetzt nicht in einem Übermaß, aber schon so auch gespiegelt bekommen. Hey, du bist anders. Und so nach Motto, das ist uncool. Also dieses, du bist nicht uniform genug, was ist ja auch so witzig bei dem Hyperindividualismus, den wir heutzutage leben. Da frage ich mich auch mal, wie wäre es für den kleinen Konsti gewesen, wenn er jetzt im Jahre 2025 6 oder so 7, 8 halt sein würde. da so ein Mobbing habe ich hier und da nicht jetzt im Sinne, dass es jetzt irgendwie extremst belastend war. Da habe ich schon auch noch Glück gehabt, sicherlich auch durch freundschaftliche Bande, die haben da sicher auch Halt gegeben. Aber das war schon eher was, was bei mir so auftrat. speaker-0: Wobei ich glaube, wenn wir jetzt heute nochmal klein wären, hätten wir auch vielleicht aufgrund oder gerade wegen ADHS auch nochmal ganz andere Probleme. Und speaker-1: Ja, also mit Bezug auf Medien. speaker-0: so weiter. glaube, da wären wir richtig. Da bräuchte man uns gar nicht mehr in die Schule ficken wahrscheinlich. speaker-1: Kleiner Mini-Disklaimer noch, meine Nase kribbelt, liebe HörerInnen. Das heißt, es ist im Bereich des Möglichen, dass ich irgendwann niesen muss im Verlauf dieser Aufzeichnung. für dich, Georgi, bitte nicht erschrecken. Aber auch an dich die Frage, hast du mal Mobbing erfahren? wie gesagt, es geht jetzt nicht strukturell, dass du irgendwie so kommst mit Gewalttätigkeiten, sondern einfach von, ähm, so, ich sag mal, schon ein bisschen regelmäßigeren Beleidigungen. Ausgrenzung, sonst was halt, wo Mobbing anfängt, sag ich mal. speaker-0: Nicht, dass ich mich wirklich erinnern kann. Das ist jetzt natürlich nicht, dass man nicht irgendwann Streit hat in der Schule oder dass man auch jemand einen richtig scheiße fand und versucht hat, da irgendwie klein zu machen, auch systematisch. würde jetzt sagen, Mobbing würde ich eher verstehen von einer Gruppendynamik ausgehen, nicht von einzelnen Personen. Und abseits dessen, ich hab mich irgendwie zu so einer Art ... Ich's zumindest aus meiner Sicht verstanden, wär interessant, das von der anderen Seite zu bekommen. So bisschen als wie Blade der Daywalker. Ich war so bisschen der Walker zwischen den sozialen Gruppen. hab irgendwie relativ schnell ... bin ich zu so einem sozialen Chamäleon geworden. Und bin zwischen diesen ganzen sozialen Konstrukten da immer hin und her gehüpft. ich glaube tatsächlich ... Ich würd jetzt nicht sagen, ich so teil ... Hat ja diese klassische Aufteilung so coole Kids und uncoole Kids. Da könnte man sagen. Und ich bin immer irgendwie bei allem so bisschen mit dabei gewesen, aber bei keinem so richtig. speaker-1: Gruppen geschiftet quasi könnte man auch sagen. speaker-0: Genau, also ich war bei allem immer so ein bisschen dabei, aber bei keinem davon so richtig fester Bestandteil, außer dann später hat sich's dann rauskristallisiert, meine eigenen kleinen Gruppe, aber die würde ich dann halt auch irgendwo so im Mittelfeld, sag ich mal, ansiedeln. Und deswegen konnte ich das immer tatsächlich ganz gut vermeiden, wie gesagt, aus meiner Sicht, ich weiß nicht, wie die anderen das wahrgenommen haben, aber ... speaker-1: kommt ja auch schon wieder ein weiterer Aspekt mit rein, den wir jetzt heute nicht in der kompletten Gänze erforschen wollen. Das wird auch in einer weiteren Folge Thema sein. Aber dieses People-pleasing, ist ja auch durch dieses soziale Kameo. Da könnte man jetzt auch ein Stück weit ketzerisch wieder hinterfragen, inwiefern war Klein Georgi schon darauf geeicht, Leute zufriedenzustellen in seinem Umfeld, so? durch andere Sozialisierung teilweise schon davor und einfach eben, warum wird man ein soziales Chameleon, weil man dazugehören will. Also nicht, dass das nicht unsere Skill ist, also dass man sich nicht auch, also nicht zwangsweise, dass man sich unwohl fühlt, aber es ist trotzdem sicherlich auch aus dieser People-pleasing-Dynamik heraus ein Stück weit. speaker-0: Ich glaube, aber das ist auch einfach einem Gefühl dafür geschuldet. Also, dieses relativ gute soziale Gespür, wie das Gegenüber einen wahrnimmt, was sich da relativ gut rauskristallisiert hat. Und in dem Moment, wo diese ganzen ADHS-Trades rauskamen, also dieses Laut, ein bisschen zu viel von anderen wahrgenommen, sag ich mal, hab ich mich halt immer relativ schnell rausgezogen. ich glaube, dadurch hat sich das dann relativ dynamisch entwickelt. Ich hab dann einfach ein gutes Gefühl dafür gehabt, Mist, jetzt hier war ich zu viel, ohne dass ich's selber gemerkt hätte in dem Moment. Und dann bin ich einfach quasi wieder in die andere Gruppe gewechselt und dann immer so hin und her gesprungen. Und ich glaube, dadurch konnte ich das ganz gut vermeiden. speaker-1: Das klingt ja erstmal ganz gut. Also jetzt gerade gemessen an dem, weil laut Studien, ihr kriegt natürlich alle Quellen, wie ab jetzt immer in den Show Notes, sind soziale Interaktionen für Menschen mit ADHS genauso wichtig wie für neurotypische Menschen. Also gibt ja da auch Unterschiede, zum Beispiel sicherlich nicht alle, aber für Menschen, zum Beispiel im autistischen Spektrum sind, kann es sein, dass soziale Beziehungen nicht so wichtig sind. Also das sind auch wieder verschiedene Ausprägungen, wollen wir auf gar keinen Fall pauschalisieren. Bei ADHS-Lern hat man nur nichts festgestellt im Sinne von, ja, da gibt es auch was, dass sie das weniger brauchen oder weniger diese Bindung, sondern das ist genauso wichtig wie für den An und Ab von jedem anderen Menschen. noch Menschen, ist ja nicht jeder andere Mensch. Was natürlich das Ganze erschweren kann, sind auch nochmal das ADHS, auch dazu werden natürlich noch Folgen kommen, Begleiterscheinungen wie Depression, Angststörung, Persönlichkeitsstörung ist natürlich beim Bonding, beim Freundschaften schließend im Zweifel nicht unbedingt von Vorteil, sondern eher hinderlich. Dazu auch ein Zitat von ADHspedia. Gute Seite, verlinken wir euch auch, das ist so eine Art Wikipedia für ADHS, eine Punkt-Org-Seite, wenn ich jetzt keinen Blödsinn erzähle, also auf Wissensvermittlung geeicht und einfach so, dass man sich ein bisschen ums Thema ADHS wissenschaftlich auch nähern kann. Und da habe ich ein Zitat rausgesucht, weil es genau auf uns beide nicht zutrifft, würde ich sagen. Ich lese es mal vor. ADHS-Betroffene sind oftmals EinzelgängerInnen. Und meiden Gruppen, da sie mit Gruppendynamiken nicht gut umgehen können oder weil das erhöhte Reizaufkommen in Gruppensituationen sie überfordert und schnell überlastet und erschöpft. Und da würde ich, ich würde es so für uns beide, ich glaube da kann ich für uns beide sprechen, ein bisschen zweiteilen. Weil dieses oftmals Einzelgänger, dann sind wir da irgendwie so der Gegenbeweis, weil das sind wir auf jeden Fall beide nicht. Wir sind schon sehr soziale Tierchen. Das erhöhte Reizaufkommen in Gruppensituationen, dass uns das mal überfordert, nicht im Sinne, dass man dann zwangsweise zusammenbricht, aber dass die soziale Batterie oder allgemein die Batterie stärker beansprucht wird, als das vielleicht für die ein oder andere neurotypische Person der Fall ist. Das würde ich bei uns als gegeben sehen, aber sag gern, wie du das siehst, Georgi. speaker-0: Das würde ich jeden Fall unterschreiben. Entschuldigung, ich glaube, das hat auch genau dazu geführt, dass ich da halt auch so hin und her gesprungen bin. Als sich die Leute dann irgendwann mal dran gewöhnt hatten, ist es dann auch nicht weiter aufgefallen, dass ich da irgendwie verschwinde und auftauche. Und ich muss auch sagen, ist extrem ... Meine Freundschaften sind extrem wichtig für mich, auch jetzt mittlerweile schon. Dadurch, dass jetzt logischerweise sich ... die guten Freundschaften, auch mit dieser ganzen Thematik zurechtkommen, natürlich irgendwann rausgesiebt haben und nur noch sozusagen die supreme Freundschaften übrig geblieben sind oder die von denjenigen, die selber ADAS haben und das entweder nicht als Problem sehen oder nachvollziehen können. Jetzt hab ich bisschen den Faden verloren, warum ich den eben grade eigentlich angesetzt. speaker-1: Es ging wir beide, also du auch spezifisch, brauchen Gruppendynamiken und sind sehr soziale Tierchen. Es ging über die Begleiterscheinung von Überlastungen, Entladung der sozialen Batterie, der Batterie im Allgemeinen, dass soziale Interaktionen für ADHSlerInnen anstrengender sein können als für neurotypische Menschen. speaker-0: Genau, ja, danke schön. Und gerade wenn man so diesen Überlastungspunkt erreicht hat und einem dann das so bisschen zu viel wird und ... Dann ist es natürlich auch schwieriger, dieses soziale Chamäleon, weil das ist ja immer eine Maske. Also eigentlich kennen, glaub ich, nur ganz, ganz wenige Leute meine eigentliche Persönlichkeit. In einem gewissen Teil maskt man ja immer in verschiedenen sozialen Kontexten. Ich hab das Gefühl, dass das bei mir noch mal ausgeprägter ist. wenn ich das mit dem vergleiche, was ich sonst so höre oder was ich irgendwie auch in Therapie so mitbekommen habe. speaker-1: Aber da würde ich direkt mal einhaken. Findest du das zum einen anstrengend, quasi immer masken zu müssen? Also erste Teile. speaker-0: Es zieht an der Energie. Und ich muss sagen, bei mir ist das kein aktiver Prozess. ist nicht so, dass ich mir denke, so, ich geh jetzt in diesen und diesen sozialen Kontext, Maske aufsetzen und let's go, sondern das kickt rein einfach automatisch. Ich muss aktiv Energie aufwenden, eher das nicht zu haben. Und das frisst dann natürlich sau viel Batterie. speaker-1: jetzt sehr meta Frage, ohne dass wir da jetzt komplett rein abdriften, aber findest du es ein Stück weit traurig, du das A tun musst oder unter Bewusstheit tust und dadurch ja nur einen einen Bruchteil der Menschen deinen wahren Kern erfahren quasi. speaker-0: jetzt tauchen wir richtig tief ein. Ich glaube, traurig ist nicht das Wort, was ich benutzen würde. Ich glaube eher, liegt an meinem Selbstbild und dass mein Selbstbild quasi ... analysiert hat, dass es nicht gut ist, wenn die Leute mein eigentliches Ich kennen. Und deswegen ist es eher eine Schutzmaßnahme sozusagen, die da unterbewusst abläuft, ... dass ich jetzt ... also, ich sinniere dann nicht ewig darüber und denk mir, Gott, Gott, Gott, sondern ... Ich hab das hinten gespeichert als, na ja, es wird schon besser so sein. bis jetzt, wie gesagt, es hat ja auch immer gut funktioniert. Irgendwann bin ich im Erwachsenenleben halt mal an meine Akkugrenzen, sag ich mal, gestoßen. Also irgendwann ist die Batterie halt leer. Weil man dann noch mit ganz anderen Problemen konfrontiert ist als in der Schulzeit und frühen Jugend. Genau. Aber traurig, würd ich jetzt nicht sagen. speaker-1: Ich will einfach nur deine Emotionen einfangen. würde nochmal direkt ein Zitat, weil das auch ganz gut, dahin passt auch nochmal von der ADHS-Pedia reinbringen. Ich zitiere einmal. Wenn die Betorfenen, also in dem Fall ADHS-Lehrerinnen, Anschluss zu Menschen finden, die sie mit ihren Eigenarten akzeptieren können. dass umgebende soziale Umfeld stabilisierend wirkt und die Betroffenen nicht überwiegend und dauerhaft überlastet. Auch ein Punkt. Oder dekompensiert sind. Können Sie sich jedoch durchaus als integere, treue und interessante Freunde und Partner erweisen? Ich finde es auch bisschen problematisch, diesen Satz können Sie sich durchaus als interessant erweisen. Aber ich glaube, da in diesem Zitat stecken ein, zwei ganz interessante Sachen. Zum einen das, was du jetzt schon angesprochen hast mit der Überlastung von sozialen Situationen. Deswegen würde ich da jetzt nicht nochmal draufgehen. Das haben wir, glaube ich, ja gerade schon zu genüge besprochen und ist auch was, was ich auch kenne. Ich muss das aber noch ein bisschen auf die härtere Tour lernen, weil ich da einfach weniger Gefühl, glaube ich, so für meinen Akku habe und einfach auch so ein soziales Tierchen bin, dass ich da immer irgendwie links rechts hier irgendwie, ich das irgendwie mein gleichzeitig auch mein Lebensfuel ist, sage ich mal, so Social Interaction. Und das aber natürlich trotzdem auch kräftezehrend ist. dieses Treue, ich würde dieses interessante Freunde finde ich, das klammer ich mal aus, das finde ich weird in dem Zitat, weil irgendwie, jeder Mensch hat ja, egal ob neurotypisch, neuro, spicy, whatever, hat ja interessante Facetten so und sicherlich mag es, mag es Gedankengänge geben, die ADHSlerInnen oder nicht neurotypische Menschen eher haben als neurotypische Menschen. das das jetzt mit interessant zu bewerten oder uninteressant abzuwerten, je nachdem, finde ich Quatsch. Aber dieses Treue, also dieses Loyale, das ist was, was bei dir ja auch schon so anklang. Es hat sich so runtergesiebt, gefiltert an einen Punkt. wo jetzt noch der harte Kern des Blonditenkerns da ist. ja, das finde ich schon, ich beobachte es zumindest in meinem Umfeld so. Ich habe halt Freundschaften, ich jetzt pflege, wo ich jetzt zum Beispiel in zwei Monaten Trauzeuge von einem guten Freund sein darf, den ich seit der ersten Klasse halt kenne. Und das sind so Sachen. was für mich irgendwie verhältnismäßig normal wirkt. Ich kenn's aber auch von vielen, die dann, ich sag mal, eher so Lebensabschnittsfreundschaften haben. So Grundschule, dann weiter für eine Schule, Uni. Und ab der Uni gibt's vielleicht ein paar, die dann längerfristig halten, aber dann sieht man doch noch mal mit die trifft man dann einmal an Silvester und so weiter. Und da würde ich sagen, zumindest aus meiner Perspektive, gerade meine ... engsten Freundschaften sind so, dass sie häufig eine schon echt lange Historie zurück haben. Anders kann man auch sagen, so in der letzten Dekade, würde ich jetzt sagen, sind so maximal zwei bis drei so richtig tiefe Freundschaften dazugekommen und auch Auch anders, extremer formuliert, selbst du Georgi und wir kennen uns jetzt seit 2013 zählst noch zu meinen neueren, engsten Freunden, wenn man so will. speaker-0: Ähm, ja, also auch das würde ich unterschreiben. Also, ich bin zum Beispiel extrem schlecht da drin, soziale ... Verknüpfungen, die einmal geschlossen wurden, so aufzukündigen. Auch wenn's gar keinen Sinn mehr geben würde, sag ich mal, es einfach nicht passt. Aber sobald man mal einmal diesen ... diese Grenze zum ... Du bist jetzt mein Freund überschritten hat, ist man halt irgendwie in so einem Circle drin. Da würd ich jetzt gar nicht mal mehr unterscheiden. zwischen irgendwie Freunde und beste Freunde oder so was. Es gibt irgendwie so eine magische Grenze in meinem Kopf, wenn man die überschritten hat, dann kannst du mich nachts vier anrufen und ich komm und fahr mit dir nach Gießen bei Glatteis und bring dein Wellensittich zum Tierarzt, zum Nottierarzt. Ähm ... True story, by the way. Aber das ist tatsächlich auch von einer Person gewesen, die da zu dem Zeitpunkt, glaub ich, auch so meine beste Freundin war. Aber da würd ich, wie gesagt, würd ich gar nicht mehr unterscheiden. Mir fällt's auch extrem schwer, Sachen aufzukündigen. Oder wenn ich merke, es bewegt sich so auseinander. Das Problem ist aber, und das ist, glaub ich, auch was, wo nahezu alle Menschen, zumindest alle mir bekannten Menschen ... bisschen dran kranken, die ADHS haben, ist dieses aus den Augen, aus dem Sinn Symptom. Ich glaub, das wird fälschlicherweise ab und zu, zumindest in Social Media hab ich oft gehört, dass das mit Objektpermanenz gleichgesetzt wird. Also dieses Konzept mit, tue ein Ball in eine Schublade und schließe die Schublade, und in dem Moment denkt mein Gehirn, dass dieser Ball nicht mehr existiert. Ich glaube, ist wissenschaftlich nicht ganz korrekt, das so gleichzusetzen. weil das was ist, was sich relativ früh im Kindesalter schon irgendwie entwickelt oder ab einem bestimmten Punkt. Und ich glaube, das ist nicht 100 Prozent das Gleiche. Also wenn der da mal was hört, das könnten wir auch noch mal nachreichen irgendwann. Aber das scheint ein Problem bei vielen Menschen zu sein, die die ADHS haben, dass man die Leute, und das kann ich auch so unterschreiben, oft nicht so schnell vermisst, wenn man mal länger keinen Kontakt hat. Das hat aber nichts damit zu tun. dass man die Leute nicht unsagbar gerne haben kann. Also, das kann auch bei meinem Vater passieren, dass ich mich über Wochen und Monate gefühlt nicht melde. Irgendwann ruft er dann und sagt, hey, ist alles okay. du Ja, genau, lebst du noch. Aber für meinen Gehirn ist das einfach kein Problem und auch kein Widerspruch, sondern ich vergesse dann einfach manchmal so über einen gewissen Zeitraum, dass jemand nicht existiert. In dem Moment, wo ich mich aber seiner Existenz oder ihrer Existenz erinnere, fühl mich unsagbar schlecht. Ich feststelle, du hast dich wochenlang nicht gemeldet. speaker-1: tatsächlich auch bestätigen Georgies WhatsApp Nachrichten oder Audios beginnen häufig. sorry, hatte so das mit irgendwie, das ist eine deiner Standardbegrüßung könnte man mittlerweile schon sagen, wobei ich ja auch behaupte, wir haben ja doch auch sehr regelmäßig Kontakt und trotzdem ist es häufig einer dieser einleitenden Sätze. Ja, aber sorry, du wolltest das anders speaker-0: Nein, nein, gut. Du zählst da sicherlich auch mit rein in diese Gruppe. Und du bist da auf jeden Fall nicht der Einzige. Also eigentlich alle meine sozialen Kontakte haben diesen Makel, sag ich jetzt mal, meinerseits. Und das ist auch einer der Sachen, warum sich das da nach und nach rauszieht. Es gibt Menschen, die können damit umgehen. Ich hab mittlerweile versucht, auch allen irgendwie klarzumachen und offen zu kommunizieren. Mittlerweile hab ich ja sogar dann eine diagnostische Begründung. wo das herkommen kann, weil das ja ein ganz typisches Problem ist. Ich würde aber behaupten, die meisten Leute haben das einfach auch verstanden in dem Moment, wo ich mit ihnen geredet hab und gesagt hab, es tut mir leid, es hat nichts damit zu tun, dass ich dich nicht gern habe oder so, das geht allen Menschen so, mit denen ich Kontakt hab. Und das ist nicht böse gemeint, das ist nicht, weil ich dich nicht wertschätze und nicht das respektiere und Man muss bei mir manchmal einfach auch mehrfach nachhaken, bis ich eine Antwort habe. wie du schon gesagt hast, das trifft selbst auch dich, obwohl wir auch schon jetzt auch durch Podcasts und sonst irgendwie relativ viel kommunizieren und Kontakt haben. Es gibt noch Leute hier aus meiner Schulzeit, die auch wirklich mein ganz, ganz, ganz enger bester Freundeskreis sind. Und auch die, bei denen ... Ich glaube, konnte nur zu diesem Punkt kommen, weil die auch dasselbe manchmal haben. würde die jetzt beide nicht diagnostiziert. Ich glaub auch nicht, dass die beiden auch ADHS haben. Aber die haben ein ähnliches ... Man kann sich mal drei Wochen auch nicht hören, und dann merkt einer von uns, Gott, wir haben uns schon drei Wochen nicht mehr gehört. Und irgendeiner fragt in die Gruppe nach, und dann ist wieder alles wie vorher. Das ist für mich immer so, ich setz immer direkt an den Punkt an, sowohl thematisch als auch emotional, wo man sich das letzte Mal gehört hat. Das ist auch ein Grund, warum unsere Freundschaft so gut funktioniert, weil wir ja relativ weit auseinander wohnen und uns gar nicht so häufig in Real Life sehen können. Das hat sich jetzt verbessert in den letzten paar Jahren noch. Aber ich glaube, das würde gar nicht funktionieren, wenn wir nicht so ticken würden, dass wir sofort wieder Snap an den Punkt sind. speaker-1: Also das ist bei uns auf jeden Fall total gleich. Das habe ich aber auch mit meinen, eigentlich fast mit allen meinen anderen richtig engen Freundschaften und davon, ich will jetzt keinen Blödsinn erzählen, ist niemand weiter irgendwie ADHS diagnostiziert. Müsste ich jetzt, will ich jetzt auch nicht irgendwie als Fakt darstellen, aber fällt mir gerade zumindest nicht ein. Aber ist es für mich schon so ein Key-Element für enge Freundschaften, auch wenn man sich jetzt ob es eine Woche, vier Wochen, sprich Richtung Monat, halbes Jahr, teilweise in extremen Fällen, warum auch immer. Ich war zum Beispiel eine Zeit lang in Australien gelebt, ist das halt auch nochmal. Es gibt ja immer auch Umstände, was nicht heißt, man will sich nicht sehen, aber man sieht sich halt nicht. Das aber in dem Moment, wo man sich wieder sieht, ist genau wie du sagst, ist einfach so der Anknüpfungspunkt direkt gegeben ist so. Und da frage ich mich tatsächlich, ist das auch in irgendeiner Form ADHS spezifisch oder ist es einfach auch gelernt, ein Stück weit innerhalb von Freundschaften, dass man halt so, ja, okay, man stickt in dem Moment auch so zusammen. Und wenn wir uns zwei Jahre uns nicht gesehen haben, in dem Moment, wo wir wieder beieinander sitzen, geht's direkt los. Ich würde ein bisschen... speaker-0: Ich kann nicht sagen, ob das tendenziell in normalen Freundschaften nicht der Fall ist. Aber mir wurde das zumindest schon mehrfach mir gegenüber erwähnt als positive Trade, dass das halt genauso ist, dass man sich eben auch ein Jahr nicht sehen kann. dass das total toll ist, dass wenn man sich in dem Moment, wo man wieder Kontakt hat, dass man wieder sieht, dass es nicht awkward ist, genau wieder an den Punkt einsteigt in der Freundschaft und quasi im Gespräch sozusagen manchmal, wie man halt aufgehört hat. Also ich vermute, dass das vielleicht dann ein positiver Aspekt davon ist. speaker-1: Kann ich aus meiner Erfahrung nur so wiedergeben, sage ich, habe da, dazu gibt es aber jetzt keine Fakten oder Studienlage, das ist halt, deswegen können wir da nur anekdotische Beweisführungen machen und da will ich auch auf jeden Fall niemanden, der neurotypisch ist, das absprechen, dass das da auch so eine Dynamik haben kann. Das war nur meine Ergänzung diesbezüglich. Aber ja, diesen Do-V-Do-Trade, genannter man könnte es Perk nennen, whatever. Diese positive Eigenschaft, die wurde mir auch schon assistiert. Attestiert, nicht assistiert. So rum. speaker-0: Nexotische Evidenz Podcast. speaker-1: Ich würde da noch sogar, weil du sagtest, du bist ja eingestiegen mit dem Ball, der in der Schublade ist und dann ist die Existenz weg. Ja, da gehe ich in Teilen mit, wobei ich schon auch viel irgendwie immer auch so im Kopf bei meinen Freundinnen so irgendwie unterwegs bin. Bei mir ist es aber auch so, wenn ich jetzt gerade irgendwie eine Zeit lang, warum auch immer, sage, beispielhaft, warum ist jetzt gerade unrealistisch, aber wir haben drei, vier Wochen keinen Kontakt miteinander. So. Und ich spazier einfach hier durch den Park, und dann fällt mir ein, Georgi, hast du dich nicht mehr, und dann ist es, dann kann ich es aber auch nicht mehr nicht denken. So. Also dann ist es so, in der Metapher zu bleiben, dann schwebt der Ball vor mir und geht auch nicht weg, bis ich mich dann bei dir gemeldet habe. speaker-0: Da gibt's aber so zwei Routen, das Gehirn gehen kann. zwar der eine, ich muss jetzt sofort was machen, wenn es die Situation hergibt. Oder ich denke so lange daran, bis ich es getan habe, in freudiger Erwartung sozusagen. Oder es gibt diese Schuld, diese Guilty-Route, wo dein Gehirn sagt, du hast dich schon so lange nicht mehr gemeldet. Das ist meistens bei Leuten, die vielleicht noch nicht im kompletten Inner Circle angekommen sind. Aber das ... Das kann dazu führen, dass du dich noch viel länger nicht meldest oder gar nicht mehr meldest, weil du haltigst, Gott, ich hab mich drei Wochen nicht gemeldet, drei Monate nicht gemeldet. Das ist auch schon passiert. Und auch teilweise schon länger, muss man sagen. wie mach ich das jetzt? Und dann zedenke ich das. dann denkt man Stunden, Tage, Wochen drüber nach, wie kann ich das jetzt einleiten? Oder was wäre denn gegebenenfalls eine angemessene Entschuldigung dafür? Weil macht das halt mal jemandem klar, der das nicht selbst hat. Ich glaube, für Menschen, die das nicht ADHS haben und das nicht nachvollziehen können, muss es total wirr denken, wenn sie sich nicht schon mal damit auseinandergesetzt haben oder das jemand erklärt hat. Dass ich nicht, wenn ich so lange nicht an dich denke, dass nichts damit zu tun habe, wie gern ich dich hab, weil logischerweise für nicht neurodiverse Menschen das halt irgendwie scheinbar normal ist, jeden Tag an alle möglichen Leute irgendwie zu denken. und das dann auch in Handeln umsetzen zu können. speaker-1: gibt es ja auch zig Memes zu, ADHS spezifisch auch. Das war nicht bös gemeint. hab nur, ich immer Englisch dann, I totally forgot that you exist. speaker-0: Ja, und das auch mit Verwandten. Wie gesagt, wer vergisst denn seinen Vater oder seine Mutter? Einfach so random at a time. speaker-1: Wo komme ich nochmal her? speaker-0: Ja. speaker-1: Ja, dazu ergänzen, wo wir jetzt die Basis auch gelegt haben, auch per Studienlage bestätigt, dass ein gutes soziales Umfeld, also ich finde Freundschaften zu bewerten ist immer schwierig, Die können sich stabilisierend auswirken auf ADHS diagnostizierte Personen. Also, man kann Symptomatiken, halt zum Beispiel die innere Unruhe, Hübeligkeit oder so was, können durch ein gutes soziales Umfeld, wo natürlich neben Family und in Zweifel anderen Beziehungen natürlich vor allen Dingen auch eben die Freundschaften eine ganz wichtige Rolle spielen. Die können aber natürlich, wir haben jetzt viel so über zum Glück auch eher in positive Richtungen reden können. Aber es gibt ja auch ADS-Spezifiker, einfach, du hast es jetzt gerade schon mit dem sich melden angesprochen, die hier und da das Ganze auch etwas schwieriger machen. Bei mir ist es sicherlich die Unpünktlichkeit, nicht aus Unhöflichkeit, sondern Zeitmanagement und ich gehen halt hier und da getrennte Wege. So, ich versuche das durch Planner und sonst was immer wieder rein und auch mit meiner Therapeutin, also das vielleicht auch als kleiner Disclaimer, wir sind beide in Therapie auch, auch mit ADHL oder auch wegen ADHS spezifischen Sachen. Und da sagte sie auch, ja, versucht ihr mal so Pufferzeiten einzuplanen. Das ist irgendwie, das fällt mir wahnsinnig schwer, weil ich finde das dann auch so ineffizient. Und ich plan dann halt alles immer so spitz auf Knopf und dann Aber dann bin ich doch jetzt irgendwie wieder fünf Minuten irgendwo zu spät oder zehn Minuten irgendwo zu spät. Ich mag das selber nicht, aber und stresst mich auch dann in dem Moment. Und es ist natürlich auch was, und das finde ich vollkommen fair, dass andere Menschen, dann auf mich im Zweifel warten, weil sie pünktlich sind, das als unhöflich empfinden und wenig wertschätzend und Wertschätzung ist natürlich etwas extrem Wichtiges, also aus meiner Sicht in Freundschaften. Genau, ist so meine Sache da oder sicherlich eine der Sachen, die mir da bei mir direkt einfallen. Und es gibt auch ein schönes Säng dazu. Absprachen unwissendlich ignorierend, dass ich so ein bisschen bei dir, egal ob wir jetzt oder ich weiß auch mit deiner Partnerin oder sonst was, ihr sprecht was ab und du sagst ja und du bist auch voll überzeugt davon. Und dann ist es aber, wenn du es dir halt nicht irgendwo einträgst, weil du hast das mit, du bist sehr extrem pünktlicher Mensch. Du hast das, dieses Zeitmanagement da auf jeden Fall für dich so hingekriegt. Aber das ist so lustig, weil da sind wir auch so konträr. Du, denn ja, da muss ich noch mal in meinen Kalender gucken, da muss ich noch was machen und dann muss ich das auch da eintragen. Das sind Sachen, die bei mir einfach easy funktionieren. Ich weiß im Regelfall, wann habe ich Zeit oder wann steht irgendwie was an. Und bei dir kann es dann halt auch sein, das bleibe ich jetzt einfach bei unserem Beispiel, wir irgendwas absprechen, du sagst Jojo, da kümmere ich mich drum und dann ist es so, wir enden das Gespräch, den WhatsApp-Verlauf und dann fragst du drei Tage später nach. Wie sieht es denn da aus? speaker-0: Ja, das ist aber auch der Grund, warum ich diese Sache mit dem Kalender und so was so versuche. Es ist wirklich oftmals, es bleibt meistens beim Versuch, akribisch zu führen, weil ich das genau habe. Es kann für mich das Klarste in dem Moment der Welt sein, natürlich werde ich morgen noch wissen, dass wir uns zum Podcast aufnehmen verabredet haben. Und in dem Moment, wo ich das Gespräch beende, ist das wie so ein Delete-Button für mein Gelände. Und ich wende mich anderen Sachen zu und ... Zack, ist weg. Ich muss auch wirklich darauf achten. Das ist was, was ich mir sehr mit sehr viel Mühe antrainiert habe. Und auch natürlich aus Therapie mitgenommen hab. Übrigens, bin grade nicht mehr in Therapie. Genau. speaker-1: Das war's. speaker-0: Sorry. Und ... ich muss mir das in dem Moment wirklich aufschreiben, wo wir das behandeln. Oder in dem Moment, wo wir was ausmachen, muss ich sagen, Moment, ich tipp mir das hier schnell rein. Weil sonst ist es weg. Es hilft mir auch nicht, das auf einen Notizzettel zu schreiben. Ein Notizbuch ist mich völlig unbrauchbar. Ich muss was haben, was mich proaktiv im Zweifel frühzeitig genug und auch manchmal mehrfach ... Ich bin wirklich kein Mensch, der irgendwie an seinem Handy klebt. Und ich hab auch gar kein Thema. Ich bin sehr gerne wandern draußen und so weiter und so fort. Ich genieße, dass das mein Handy auch einfach mal über Tage hin aus ist oder nur im Flugzeugmodus. Aber das ist die eine Sache, wo ich wirklich drauf angewiesen bin. Das ist für mich eine Offenbarung gewesen, so interaktive Kalender zu haben, die einen, wenn ich voreinstelle, erinnere mich zu Zeitpunkt XY dran. Aber das auch wieder so was, was dann auch wieder Kraft kostet. Ich muss quasi vorplanen, wie werde ich Sachen vergessen. Ich kenn mich ja mittlerweile. Aber auch da anderes Thema wahrscheinlich. speaker-1: Also, weil es einfach so ein schönes Nutshell-Ding ist, will ich da noch kurz noch ein bisschen tiefer dicken. Das Witzige ist ja auch, du musst es ja wirklich in dem Moment, und das kenne ich bei so Standardterminen, die sich vielleicht wiederholen, also kenne ich das auch, ist bei mir nicht so extrem ausgeprägt wie bei dir, aber du musst es dann irgendwie dann in deinen Kalender quasi eintragen, weil es kann auch schon fünf Minuten später wieder weg sein. muss in dem Moment... speaker-0: Ja. speaker-1: Das ist halt schon... Ja, finde ich halt auch extrem spannend und den Bogen wieder zu Freundschaften zurück. Gerade in entstehenden Freundschaften können, egal was jetzt meine Unpünktlichkeit ist, so, da würde ich auch sagen, da merke ich auch so ein bisschen, so blöd das klingt, mögen die Menschen mich wirklich untertragen, ist, dass sie halt mal zehn Minuten auf mich wandeln und das tut mir trotzdem ja jedes Mal immer extrem leid, weil... ich bin auch jemand, der sehr viel Wertschätzung spüren muss. Und ich kann absolut nachvollziehen, dass es sich nicht wertschätzend oder, ja, doch nicht wertschätzend ist, glaube ich schon die richtige Formulierung, anfühlt, wenn man da, also ich lasse jetzt keine Leute irgendwie eine Stunde irgendwo sitzen. Aber es ist schon eher die Regel als die Ausnahme, dass ich so fünf bis 15 Minuten später am vereinbarten Treffpunkt erscheine als als als dass ich pünktlich bin. So. Und dann freue ich mich immer mal, wenn ich dann irgendwie jetzt vielleicht mal fünf Minuten früher da so nach dem Motto, aber dann ist es irgendwie so auch Achievement unlocked. Und dann ist es halt auch es ist auch schnell wieder raus. Das sind natürlich auch Sachen, wo ich sagen muss, die es im Zweifel Menschen schwerer macht, mir befreundet zu sein. Oder, ne, das kann man ja auch weiterziehen. Wir sind jetzt beim Thema Freundschaft aber auch im Arbeitsumfeld oder sonst was. Also ich habe Wie gesagt, ich bin in der Journalie tätig und so, ich reiße da jetzt keine Deadlines, wenn ich irgendwie eine Abgabe frisst oder solche Sachen habe. Das ist nicht der Fall. Aber so was weiß ich, dann kommst halt drei Minuten später in den Teamscroll, was häufig auch daran liegt, dass du da andere fünf Minuten oder so länger ging. Aber das sind halt so Sachen. Und das verstehe ich halt auch, dass das ein Problem ist, auch eine Sache, an der ich auch versuche zu arbeiten. Und wie gesagt, meine Therapeutin sagte, ey, versuch dir da mal so Pufferzeiten einzuplanen. Und boah, find ich das schwierig, wenn ich einfach quasi in meinem Tagesablauf, okay, ich plan jetzt eine halbe Stunde von nichts rein oder eine Viertelstunde oder 20 Minuten, whatever. Das ... Ja, speaker-0: Hass. speaker-1: das will ich nicht in meinem Kopf. Aber natürlich würde es dann eben so eine Sache dann ... eben, ähm, gerade in Bezug auf Freundschaften, ich bin mit deinem Namensfeder da, dem, äh ... Aus Frankfurt kommenden auch, da bin ich schon verabredet. Und das ist auch ein sehr pünktlicher Mensch. Der ist meistens fünf Minuten vor der Zeit da. Und ich bin dann halt zehn Minuten nach der Zeit da. Er nimmt das, glaube ich, ganz gut mit Humor. Zumindest so nach außen hin. Aber ich verstehe auch, dass das ein Problem sein kann. speaker-0: Ich würd ... Darf ich ganz kurz dazu noch was sagen? Und zwar diese Zeitblindheit ist natürlich ein Problem. Und dieses Unorganisiertsein kommt natürlich auch oft von dieser Zeitblindheit und von dem nicht antizipieren können, was hängen denn vielleicht noch für Aufgaben mit Sachen zusammen? Also zum Beispiel, was du jetzt gesagt hast, gerade mit dem Call. Mein Gehirn sagt mir oder mein Handy sagt mir, 19 Uhr Call. So. Also muss ich an 19 Uhr einfach nur am PC sitzen. So was ich jetzt aber nicht wieder bedacht hab, ich muss ja auch noch hier das Mischpult anschließen, das Mikrofon, ich muss vielleicht die Ausleuchtung noch machen, was alles Sachen sind, natürlich dann hier mal zwei Minuten, da mal drei Minuten, aber dann hast du am Ende auch 10, 15 Minuten zusammen. Und für mich im Prozess ist auch sehr schwierig abzuschätzen, wie lange dauert etwas. Also wenn ich unter der Dusche steh, hab ich permanent die Uhr im Blick, ich hab immer eine Uhr, die ich von der Dusche aus sehen kann. und muss, sagen wir mal, entweder drauf hoffen, dass ich dran denke, die zu beobachten. Weil ich sonst ... Keiner wirklich Ich könnte fünf Minuten in der Dusche stehen, fünf Stunden, ich könnte dir nicht sagen, wie lange das ist. Das heißt, ich muss das immer an so Uhrzeiten festmachen. Oder ich muss mir halt einen Wecker stellen. Viele machen das auch mit einem Song, die sagen, okay, ich spiele mehrere Songs und hab eine Playliste. Und wenn der Song durch ist, muss ich speaker-1: geht es. speaker-0: aus der Dusche raus. Sonst wär ich komplett aufgeschmissen. Ich hab aber kein Problem damit, zum Beispiel, wenn mir das passiert. Also, wenn ich auf dich warten muss, ich würd nie auf die Idee kommen, dir böse zu sein deswegen. Weil ich weiß, wie sich das anfühlt wahrscheinlich auf der anderen Seite. ich bin eher der Typ ... logischerweise, hab auch Probleme mit Zeitmanagement, aber ich bin der Typ, weil bei mir dieses People-pleasing so krank reinkickt, dass ich halt eine halbe Stunde vor der Zeit da bin. Und ich ... also, in meinem Kopf ist der Termin auf viel früher angesetzt. Und das heißt, ich bin dann trotzdem zu spät in meinem Kopf, weil ich logischerweise nicht zu dem Zeitpunkt, wo ich geplant hab, anzukommen, da ankommen werde. Aber weil so viel Puffer da drin ist, bin ich quasi zu spät pünktlich. Oder pünktlich zu spät, wie man's auch immer sehen möchte. Weil ich halt, wir sind 19 Uhr verabredet, ich komm schon 18.30 an, musste mich aber mega hetzen, 18.30 Uhr anzukommen. Wenn ich mich aber nicht gehetzt hätte, würd ich safe auch 19 Uhr zu spät kommen. Weil dann werde ich distracted, dann denke ich, dann kannst du noch einen Kühlschrank aufräumen oder so. Notwendig. speaker-1: Das sind halt so diese Ablenkzeiten, auch selbst in diesen Pufferzeiten, wenn man die hat. es wird noch eine Folge, liebe Hörerinnen, zum Zeitgefühl, Zeitmanagement geben. Deswegen, ich hätte jetzt auch noch mehrere Sachen, ich dazu sagen kann. Und es ist ja aber nur ein Aspekt der eine Freundschaft mit einer ADHS-Lerin, einem ADHS-ler. durchaus beeinflussen kann und auch eben es hier und da schwerer machen kann, was vollkommen okay ist. Wenn jetzt meinem Beispiel ich einfach über Jahre jedes Mal nicht pünktlich bin und die andere Person vielleicht das auch mal gespiegelt hat, hey, ich finde es nicht ganz so geil, dass du halt nicht pünktlich bist. Und es geht gar nicht darum, dass man das denn oder in dem Fall ich dann das nicht annehme, aber da in die Umsetzung zu kommen. So und das ist ja auch immer die Regelmäßigkeit. Das ist ja nicht so, dass ich nie in meinem Leben pünktlich bin. Aber es ist halt eher trotzdem auch eine Regelmäßigkeit mit dieser Unpünktlichkeit. speaker-0: Die fühlt sich übrigens auch schlecht deswegen. Also ist jetzt nicht so, dass wir das... speaker-1: Ich bin dann halt schon, wenn ich da speaker-0: kommt. speaker-1: am Weg hin bin, total gestresst. Und ich versuche das auch schon teilweise zu kommunizieren. war gerade jetzt, was haben wir heute? Samstag, der Aufzeichnungs-Tag. Am Donnerstag war ich mit einer Freundin, der Janina verabredet und bin aus meiner Heimatstadt, wo ich da gerade kurzzeitig war. Schwerin nach Hamburg, wo ich jetzt wohnhaft bin und mich mit besagter Freundin treffen wollte, hingefahren. So und dann ist extra vor der Auffahrt auf die Autobahn nochmal Google Maps gecheckt. Das bezieht ja alle aktuellen Daten mit ein. So und dann sagt er, ja ich fahre noch eine Stunde 10. So habe ich auf die Uhr geguckt. Okay, es ist jetzt irgendwie kurz nach eins oder so. Dann meine ich, hey, ich bin wahrscheinlich so laut Navi Und da habe ich sogar schon so ein paar Minuten plus drauf gerechnet, so 14.20 Uhr da mit Parkplatz suchen, rechne mal mit 14.30 Und dann fahre ich, ich und in Hamburg, grün Donnerstag war das, der Verkehrsdeck ist halt so hoch, dass halt auch bei Google Maps sehe ich halt einfach nur die Zeit so nach oben tickern. Bin aber natürlich auch nicht in der Lage, irgendwie während ich Auto fahre im vollen Stadtverkehr noch irgendwie eine Nachricht abzusetzen. Und dann mit Parkplatzsuche, also ich war dann halt erst zehn Minuten nach halb überhaupt an dem Ort und darf dann noch in einem bewohnten Viertel in Hamburg einen Parkplatz suchen. So de facto war ich eine Viertelstunde zu spät, obwohl ich mich schon mit den technischen Mitteln, sage ich mal, beholfen habe und so okay, hier ich bin so da, sogar noch einen Puffer eingeplant, sogar dachte ja zehn Minuten kannst du mal locker raufrechnen, Viertelstunde vielleicht. Alles so angegeben. Und das stresst mich halt massiv, weil ich dann auch denke so. Und Janina, wie gesagt, vollkommen zu Recht ist eine der Personen, sagt, bei dir brauche ich nicht pünktlich sein, du wirst es ja auch nicht sein. Und deswegen triggert mich das natürlich auch, weil ich möchte ja nicht so als die, die diesen Stempel haben, ja du kommst ja zu spät, so nach dem Motto. Und denn gerade wenn das so Sachen sind, die nicht mehr in meiner Macht liegen, wenn ich schon technische Hilfsmittel und sonst was alles nutze. Also das ist ja auch ein Stressfaktor für einen selber, soll jetzt hier aber auch nicht irgendwie als Entschuldigung dienen. Ich kann das hier auch als Entschuldigung an alle Menschen, bei denen ich je unpünktlich war, einmal mit reinbringen. Wir sollten aber mal zum nächsten Punkt kommen und den finde ich, der ist aus meiner Perspektive fast mit der wichtigste. Den ich so auch gerade so in, wo man noch vielleicht nicht so genau weiß, wer man ist, jetzt komplett andere Metaschiene nochmal, noch etwas fluider in seiner Persönlichkeit ist, sag ich es mal so. Gerade so im Grundschulzeiten, Pubertät und so ist dieser Konformitätsdruck, also der Druck, sich anzugleichen, zur Masse zu gehören. Und ich... Zumindest so wie ich es jetzt wahrnehme, ist es durch diesen Hyperindividualismus nicht mehr so extrem so, dass es gerade auch Andersartigkeit jetzt auch mehr gefeiert wird, ein Stück weit. Zumindest medial, zumindest auf sozialen Medien und so weiter, dass es halt so, guck, wie einzigartig ich bin, so ein Stück weit. Gerade in meiner Jugend, ich geh da jetzt mal auf diesen... Pupatätphase mit ein, war das schon so, warum hast du nicht die, also jetzt gar nicht mal auf mich bezogen zwangsweise, aber warum hast du nicht die neuen Nike's, warum trägst du nicht das, was ist das für ein Bild auf deinem Pullover, warum bist du laut anders, also dieses einfach dazu gehören wollen und gleich sein wollen, das hatte ich schon, also dieses so, das hatte ich so in der Prä-Pupatät und Pupatät eine gewisse Zeit, das würde ich sagen, ist nachher dann umgeschlagen, aber das hatte ich schon da und es war schon so, würde ich sagen, der Trend damals war schon alles sehr stinomäßig. Da war nichts großartig. Also nicht, dass die Menschen nicht alle schon natürlich für sich individuell gewesen wären, egal ob ADHD-Innen oder neurotypisch. Das meine ich nicht. Aber das nach außen hin, so wie man sich in den etwas größeren Gruppen dann vielleicht in einer Pubertät dann so getroffen hat, wo man dann abends auch mal mit 20, 30 Leute, Hauptsache man gehört irgendwie dazu, ist es irgendwie alles gleich. Und dieses einfach der Norm entsprechen. müssen halt. Das war da schon krass. Und da würde ich sagen, musste ich auch gar nicht, dass das irgendwie bewusst war, aber schon unterbewusst so Sachen unterdrücken bei mir. Und ich würde schon sagen, gar nicht mal in Bezug auf Freundschaften vielleicht so sehr, aber aufs soziale Umfeld auch. Und ich weiß nicht, ob manche Freundschaften vielleicht so gar nicht denn so entstanden wären, wenn ich nicht halt mich diesem Konformitätsdruck so auch gebeugt. Wie ist das für dich? Weil Konformitätsdruck ist, glaube ich, für jeden ADHSler, jede ADHSlerin auf jeden Fall ein gewichtiges Thema. speaker-0: Ja, zwei schneidiges Schwert, sag ich mal. Wie gesagt, auf einen Seite dieses inhärente Bedürfnis, einfach im grauen Hintergrund zu verschwinden, weil man nicht rausstechen möchte, einfach wahrscheinlich aufgrund der Erfahrung, die man so sein Leben lang gemacht hat. Und der damit negativen, einhergehenden negativen Kommentare und Konsequenzen. Und auf der anderen Seite aber natürlich dann irgendwie ... Ich würde mich nicht als schillernde Persönlichkeit bezeichnen, aber man hat doch immer mal Aspekte, die halt, sagen mal, rauspieken auf der einen oder anderen Seite. Und dem auch impulsiv nachzugehen. Oder halt eben gewisse Verhaltensimpulse, die du gar nicht so schnell unterdrücken kannst. Das ist halt ... Das ist halt schwierig. Und das ist dann halt ein konstanter Kampf zwischen ... ich möchte ... meine Person sein, die ich bin, und meine Persönlichkeit ausleben, die ich bin. Was auch immer das ist. Und auf der anderen Seite aber halt, wie du schon gesagt hast, Konformität im Sinne von bei mir dann halt ... Wenn ich eine Superkraft mir aussuchen könnte, ich würde mich gerne unsichtbar machen. Da halt irgendwie sich einzufügen in den Gesamtkontext. speaker-1: man wieder so, bei mir ist es, Sheev Palpatine zu zählen, sind Superkraft so unbegrenzte Macht und Unsichtbarkeit. speaker-0: Ist gut und ja. speaker-1: Ach, der gute Sheev. Für alle nicht so eingeweihten, Sheev Palpatine ist der Imperator aus der Star Wars Skywalker Saga. Das nur kurz am speaker-0: Spoiler alert! Wie bitte? Spoiler alert! speaker-1: Spoiler, hoho, stimmt, shit. Dammit, I'm sorry, ja, müssen wir jetzt noch einen Spoiler Alert hier reinmachen. Hast du, weil das geht ja auch mit dem Konformitätsdruck einher, du hast ja jetzt deine Diagnose, zumindest wissentlich für dich, dazu kommen wir, wie gesagt, nochmal in einer separaten Folge mit 30 so Roundabout bekommen. Ob es 29 war oder 30, ist ein Stück weit ja egal. speaker-0: Ich müsste jetzt selber überlegen, selber mal plus minus 30. speaker-1: In dem Ausmaß hast du trotzdem so, kann auch jetzt in der Arbeitswelt auch nach deiner Diagnose sein, aber auch in der Kindheit, hast du irgendwie so Stigma, so im Sinne von, also was ich ja vorhin schon mal angerissen habe, halt du ADHS-Kind oder bei mir, ich hab halt eine Zeit lang Ende Grundschule, Anfang weiterführende Schule Ritalin genommen. Also ohne dass ich das jetzt großartig frei entschieden hab, das wurde halt verschrieben. Meine Eltern haben gedacht, das ist gut. So, hab's nachher auch absetzen können. Meine Eltern haben sich da dann auch nicht irgendwie, die haben mir da schon freies Handeln zugestanden. So, das war nicht so. Aber es war halt dann eben darauf, weil musste ich halt dann auch,grund der Dosierung, halt in der Schule nehmen. Und dann war es halt so. Ja nimm mal deine Pillen so nach dem Motto oder so, du musst ja Pillen nehmen, normal zu sein. So gerade wieder dieses normal sein soll. Das ist jetzt hier und da driftet es da bei meiner Biografie vielleicht auch so bisschen ins Extremere ab, sag ich mal. Und du bist von uns beiden jetzt sicherlich auch eher der ruhigere, ohne dass es dann mehr konformer ist, aber weniger auffallender, sag ich mal. Wie oder gab es da irgendwie Sachen bei dir in der Schulzeit oder auch darüber hinaus, wo du so unter irgendwelchen Stigma oder Stigmata gelitten hast? speaker-0: Also ja, wie ich vorhin schon gesagt habe, man hat halt so dieses typische Zappelfilip-Syndrom, sag ich mal. speaker-1: Aber kamen denn da auch Sprüche, sage ich mal, von Kindergartenerzieherin, Grundschullehrerinnen, Grundschullehrerinnen? speaker-0: Ja, Lehrkräfte vor allem, ständig am Kippeln gewesen, ständig so dieses typische mit dem Bein zucken, das hab ich auch heute noch. Also nicht zucken, aber so dieses Auf- und Abwippen mit dem Bein. Ich hab immer auf irgendwas rumgetrommelt und als ich dann dafür zu negative Kommentare gekriegt hab oder das halt irgendwie unterdrückt wurde, hab ich halt angefangen, mir irgendwelche Fidgets selber zu suchen. Ich find, ich darf zum Beispiel das nicht googeln, sonst komm ich in den Shopping-Grausch. für mich das auch heute noch ganz toll ist, was man da alles nicht für Spielzeuge, so für seine Hände und Finger irgendwie bekommen kann. Und halt auch dieses oft impulsiv ins Laute abdriften. Also das werd ich nachher beim Abmischen der Folge hören, ob mir das jetzt auch wieder passiert ist. Gerade wenn ich am erzählen bin und es irgendeine Story ist, die mich so emotional aufwühlt oder wo mir was am Herzen liegt, die mich in irgendeiner Form bewegt, tendier ich halt sehr oft dazu, von mir unbemerkt in der Lautstärke einfach immer weiter anzusteigen. Liebe Zuhörende Menschen, dank allen Audioingenieuren, es so was wie Limiter und Kompressoren gibt, dann habt ihr ein gleichbleibendes Audioerlebnis. speaker-1: Wobei ich da überlege, ob das auch eine ADRS-Spezifiker ist, weil das bei mir ja auch so. Also je mehr ich irgendwo in Wolf bin, egal positiv, sonst, je lauter werde ich, ohne dass ich das registriere, bis es mir jemand spiegelt, hey, du bist gerade ganz schön laut oder du wirst gerade ganz schön laut. Also, weiß nicht, ob das jetzt nur wir beide haben, da habe ich jetzt erst mal nichts zu gefunden, aber kann durchaus sein. speaker-0: Also ich kann ein ganz spezifisches Beispiel nehmen, wo es mir das erste Mal selber extrem aufgefallen ist. Und zwar im vorhin besagte Freundeskreis, der noch aus der Schulzeit besteht. Und wir waren sehr oft bei einem von beiden Kumpeln nach dem Feiern oder sogar noch kurz bevor wir richtig feiern gegangen sind, spätestens so mit Ich würde sagen so mit 17, bevor man dann richtig auch in die Clubs reingekommen ist, dass wir oft dann bei ihm gepennt haben. Oder auch einfach mal einen Filmabend gemacht haben bei ihm. ist ganz verschiedene Kontexte. Und logischerweise damals noch in seinem Elternhaus. Und über seinem Raum war das Schlafzimmer seiner Eltern. Das heißt, wir konnten jetzt nicht ... Das war jetzt nicht schlimm, wenn wir auch mal lauter waren, aber wir konnten jetzt da nicht rumschreien die ganze Zeit, weil das dann die Eltern irgendwann vom Schlafen abgehalten hat. Und es war mir nicht möglich. bin an irgendeinem Punkt immer lauter geworden, er musste mich einfangen. Er hat das auch ganz nett gemacht, er ist da nicht irgendwie böse geworden. Ich hab auch von den Eltern nie ein böses Wort bekommen. Aber er musste mich einfangen, grade wenn wir Filme geguckt haben, uns irgendwie ... die wir alle mochten oder sonst irgendwas. Ich bin immer lauter geworden, und ich hab das selber nicht gemerkt. Er musste mich immer wieder zurückholen. Das ist den beiden anderen nicht passiert. Das sind so Und davon gibt es natürlich dann tausende verschiedene Varianten. Genau. Und das sind so Momente oder halt auch in der Schule immer an Reden gewesen und halt irgendwie, wenn es irgendwas war, was mich nicht interessiert hat und wo ich mich wirklich auch dann ums Verrecken nicht drauf konzentrieren konnte, logischerweise immer am Ablenken gewesen oder irgendwie, ja. speaker-1: Ich würde nochmal, weil du vorhin auch das Stichwort Zappelfilip einmal dropptest, das ist ja häufig was, was erwachsene Menschen, attestieren und sicherlich auch nicht nur ADHSlerInnen haben eine gute Chance dafür. Und das finde ich jetzt, wie gesagt, unabhängig von irgendwelchen neurospezifischen Dingen, so finde ich, ist es echt habe ich in Vorbereitung auf diese Folge auch echt noch mal viel drüber nachgedacht. Wir haben ja auch so Werke wie den Strubelpeter und sonst was. Wäre wenn dann auch eine eigene Folge, darüber mal zu sprechen. Das müsste man ein bisschen anders aufarbeiten. Aber du kriegst ja als, gerade bei jüngeren Kindern, ich nehme jetzt mal so Kindergarten vielleicht noch ein bisschen zu früh, aber vor allen Dingen die Grundschule, vielleicht noch die ein, zwei Jahre danach, aber vor allen Dingen diese vier Jahre Grundschule, also ich weiß gar nicht. Mittlerweile gibt es ja auch sechs Jahre Grundschulmodelle. Aber das, was wir so erlebt haben, diese vier Jahre Grundschule, und selbst wenn es gut gemeint ist, selbst wenn das eine wohlwollende Lehrerin, wohlwollender Lehrer ist, so, das muss ja gar nicht böse sein. Aber dieses Stigma Teil, das ist ja der Zappelfilip. Oder gibt für eher bei weiblich gelesenen Personen, gerade mit ADS, dann dieses Traum-Suse irgendwie, eine Verträumte und so. Und dass diese Narrative auch Eltern uns übernehmen und dadurch fühlst du dich ja als Kind schon anders und für andere Kinder, dann auch nochmal, okay, der wird da gerade wieder outgecallt, die wird da gerade wieder outgecallt, so ganz häufig. Und das legt sich ja auch ins Bewusstsein von den Kindern und führt dann, selbst wenn die das gar nicht so wahrgenommen haben, ja nochmal zur Ausgrenzung. Auch gerade, was das sagen Kinder, meine ich nie so in dem Alter, vielleicht nachher in der Pubertät oder so, oder im jungen Erwachsenenalter. Aber dieses, und auch sicherlich von Eltern zu ihren Kindern, gerade wenn die eben ADHS-Spezifiker aufweisen, hier dieses hat mal wieder seine fünf Minuten und so. Und das sind halt so Sachen, die dann auch zu, dass man selber Sachen unterdrückt. oder so, also bei sich selbst und so. Und das ist natürlich auch beim Thema Freundschaft ein richtig krasses Ding, wenn du, was weiß ich, jetzt ist da dein Grundschulkumpel, die Grundschulfreundin, bist mit denen unterwegs und den Eltern fällt halt auch dein Aufmerk, okay, das Kind ist irgendwie anders und callt das dann halt irgendwie aus. Also das sind so Sachen, die ich auch hier und da durchaus erlebt habe, so, also auch von irgendwie Eltern von Freunden als ja nicht normal so wahrgenommen zu werden. Ja, also gar nicht, ich... speaker-0: Das ist aber heftig. Also so ausgesprochen zumindest. speaker-1: Ja, genau, nicht, nicht, das ist, glaube ich, es ist heftig, das würde ich absolut unterschreiben, war ein Stück weit der Zeitgeist, ohne das hier irgendwie damit entschuldigen zu wollen, also das ist nie für nichts jemals eine Entschuldigung. Nur wie es auch gerade bei dem Lehrerinnenbeispiel hatte, es geht glaube ich nicht darum, dass das irgendwie bösartig ist. Es gab sicher auch mal Leute, wo die Eltern gesagt haben, ja, mach mal nicht so viel mit dem so nach dem Motto. Aber das ist ja noch mal, das ist ja hochgradig übergriffig so. Also da merken sich die Eltern dann ja schon gar nicht mehr, sage ich mal, wenn man so da interveniert. Aber ist ja trotzdem auch Realität. Aber allein durch eben dieses Framing, durch diese Zappelfilip Traumsoße oder auch ganz, ganz schlimmes Wort für egal, wenn es irgendwie mal schwierige Kinder, schlimme Kinder irgendwie, die... Und das ist ja auch was, immer den Bogen zum Thema Freundschaft zurückzuziehen. Wenn du jetzt, du sitzt am Tisch mit deinen Eltern als 7, 8-Jährige, dann kommt es irgendwie, was weiß ich, Elternabend und dann kommt eben das Gespräch auf eben jetzt... bleibe ich einfach mal bei dir, weil es sich besser darüber, als sich selber in der dritten Person zu werden. Ja, der Georgie, da, da, da, da, da, da. Und dann, das kriegen Kinder ja auch mit. Und ob sie es bewusst oder unterbewusst verarbeiten. Und das ist so was, das auch ein Appell an alle Höhrenden so auch bei, bei so Wörtern was, was und oder setzen, wie halt eben hat seine fünf Minuten, ja, brauche jetzt mal seine fünf Minuten oder so. Und da nehme ich mich voll mit rein, da muss ich auch aufpassen, sowas nicht irgendwie so zu benennen. Aber das ist halt hochgradig negativ assoziiert und gibt halt Kindern das Gefühl, anders zu sein und Kindern und anderen Kindern im Zweifel so dieses, diese Person ist anders. Und in dem Moment baust du eine völlig unnötige Barriere da beiderseits auf. ja, das speaker-0: Das fräst sich auch so krass ins Gehirn. Weil man immer denkt, ach, Kinder, können sich irgendwann nicht mehr dran erinnern. Stimmt, ich kann mich in drei Vierteln meiner Kindheit nicht erinnern. Aber solche Erinnerungen machen einen richtig großen Anteil daran aus, wo ich doch genau dir die Situation sagen kann, genau der Tonfall, in dem das gesagt wurde. Also, das verpufft nicht im leeren Raum. Und selbst wenn man sich an die spezifische Instanz nicht mehr erinnern kann ... Das addiert sich so krass auf. Und irgendwann nimmst du das und machst es zu einem Teil deiner Persönlichkeit, weil du einfach akzeptierst, das wahr sein muss, weil du's von allen Seiten gespiegelt kriegst. Und vor allem von den Personen, auf die dein Gehirn geprägt ist, dass du auch von denen lernst, so deine Eltern oder deine Peergroup in dem Moment ... bringst, glaub ich ... Kann ich jetzt, ich die Studie raussuchen, hab ich nicht auf dem Schirm. mittlerweile auch erwiesen, dass die Peer-Groups noch mal einen größeren Anteil an deiner persönlichen Entwicklung haben und Einfluss auf dich nehmen können als zum Beispiel dein Elternhaus, je nachdem, wie da natürlich die soziale Zusammensetzung auch ist. Aber das darf man nicht verabschieden. speaker-1: Das kann total auch aus den gut gemeintesten Gründen sein, warum man so was sagt. Aber da muss, da sollte man nur einfach echt vorsichtig mit sein, weil eben Kinder noch so beeinflussbar, so formbar sind und so. Und natürlich gerade auch Eltern. oder eben GrundschullehrerInnen so als natürliche massive Autoritätsperson erstmal einfach annehmen und wenn die was sagen, ist so, das stimmt halt so, das hat ja Mama gesagt. Und deswegen da auf jeden Fall. speaker-0: muss noch dazu sagen, haben beide keine Elternhäuser, wo man sagen würde, wir sind irgendwie nicht geliebt worden. Nein. Haben kein Verständnis erfahren bei uns beiden, weiß Gott nicht. Selbst in einem liebevollen Kontext, also in dem liebevollen familiären Kontext, das was, was trotzdem hängen bleibt. speaker-1: Genau das ist ja, finde ich, der Punkt. Meine Eltern haben sich da wahnsinnig viel Zeit genommen, als mit dieser ADHS-Diagnose in der Grundschule sind mit mir zur Kinderpsychologie, zur Diagnostiktest gemacht, zu gucken, was funktioniert. Aber mir auch da, wie gesagt, den Freiraum gegeben, kann ich hier Ritalin neben absetzen, whatever, so eine Sache. Da stand ich schon immer im positiven Sinne, Mittelpunkt, und die haben sich da krass drum gekümmert. Aber auch da kann man ja überlegen, ist es vielleicht sogar fast ein Overpacing, weil dadurch wird mir ja auch bewusst, okay, irgendwie bin ich anders, blöd es ging. Also nicht, dass man das jetzt nicht hätte machen sollen. beide meine Eltern haben safe mal auch dieses ach, die fünf Minuten Phrase da genutzt und auch meine Oma, zu der ich ein super Verhältnis habe, ich weiß nicht, ob sie je über mich gesprochen hat, aber mein Cousin hat auch ADHS. Und da war es ach ja... Der Henning ist ja immer ein bisschen schwierig oder so. Das Gemessenheit, so was Banalen wie schulischen Leistungen und so. Die liebt ihr Enkelkind abgöttisch und will nur das Beste. So, aber einfach diese Wörter und dieses Framing, das macht halt was. Und das ist ja auch bewertend, wenn man mal drüber nachdenkt. Da kann ich jedem nur raten, so in die Selbstreflektion, mich selbst wie gesagt eingeschlossen reinzugehen und zu gucken, dass man das da eben vermeidet solche stigmatisierenden Wordings und Framings. Ich würde noch zu einem letzten Thema, also meine, das ist Thema Freundschaft, da könnten wir auch noch zwei weitere Tage hier sitzen, aber ich gucke... speaker-0: Das stimmt, noch mal eine Folge. speaker-1: Ja, genau, kann man auf jeden Fall auch noch... weiterführen. Aber an dich die Frage hast du das Gefühl, Emotionen von anderen, das geht auch wieder so bisschen in Richtung autistisches Spektrum, nicht so wahrnehmen zu können. Also Signale nicht so empfangen zu können oder also zum Beispiel ich ärgere mich jetzt über dich innerlich, warum auch immer, ist gerade nicht der Fall. hast du da mal so Probleme mit gehabt, so Sachen nicht so antizipieren zu können von anderen? speaker-0: eher im Gegenteil. Ich glaube, ich habe das eher zu viel. Also, habe relativ, für mein Empfinden, feine Hände für so was. Und nehme das auch auf und kann mich extrem schlecht davon abgrenzen. Das hilft oftmals dabei, irgendwie Menschen zu verstehen und sich in die reinfühlen zu können. Ist aber irgendwie schlecht. Manchmal für einen selber, wenn man diese Fähigkeit nicht hat, davon distanzieren zu können und zu sagen, die Situation ist geklärt. Sondern ich trag das dann auch sehr lange mit mir rum und geh da mit Schwanger sozusagen. Und kaudern und knabbere dann da dran rum. Das geht so weit, ich teilweise, wenn ich das nicht ertragen kann, dass Menschen, die in der Bahn irgendwie in vierer Abteil weitersitzen und ich krieg mit, dass die sich streiten, dass ich dieses Gefühl einfach aufnehme oder vielleicht Ich sehr dolle mit einem von beiden Seiten dann Side und dann ... quasi aus der Bahn aussteige und diesen Streit in mir drehe. Und auch innerlich versuche, diesen Streit aufzulösen in irgendeiner Form. Obwohl das völlig fremde Menschen sind, die ich noch nie gesehen habe. Aber einfach weil du reinkommst in dieses Abteil und es erfüllt von diesen Emotionen grade ist. Das kann, gerade für Freundschaften, sehr hilfreich sein, weil das dazu führt, dass man auch mehrfach schon erlebt, irgendwie mitkriegt, dass mit Leuten irgendwas nicht stimmt, bevor die das teilweise selber ... für sich selber reflektiert und analysiert haben. Das ist dann natürlich ein bisschen weird, wenn man nicht darauf hinweist oder drauf hat, irgendwas hast du heute, irgendwas ist heute. Und dann kannst du halt nur irgendwann lernt man halt zu sagen, wenn irgendwas ist, sag mir Bescheid, wir können drüber reden, blablabla. Aber ... am Anfang hab ich dann immer noch sehr darauf beharrt. Irgendwas hast du heute, sag mir doch einfach, los ist. Weil das für mich so absurd war, weil die Person selber noch nicht verstanden hat, dass sie irgendein Problem hat. Da hast du jetzt ein Problem. Genau, ich hab dann immer antizipiert, dass die Person einfach nicht drüber reden will, was ja auch übergriffig ist, wenn man versucht, zu drängen. Da lernt man natürlich dann dazu mit der Zeit irgendwann. Aber ich glaube, dass ich da recht feinfühlige Antennen hab. Es kann sein, dass man das dann mal falsch interpretiert. Ja gut. speaker-1: ja klar, aber was ich noch spannend fände, das war auch schon, sag ich mal, was heißt schon immer so bei dir, aber dass du erinnerst dich jetzt nicht, dass das großartig anders war. Du warst immer, auch wenn du jetzt zurückblickst, kindheitmäßig eher feinfühlig da oder übersensibel, man so will. Das wäre jetzt fast negativ. Das ist lustig, weil bei mir ist es glaube ich Ich glaube nicht, dass ich Empathie jetzt in dem Sinn im klassischen Genre lernen musste. hatte das schon. Es gibt so Situationen, jetzt auch zu weit finden, so gerade so familiär, so mit dem innersten Circle, sage ich mal, wo ich wirklich Änderungen, ich, wo ich fünf war oder vier oder fünf war, wo ich immer noch Traurigkeit empfinde, wenn ich mich in diese Situation zurückbegebe, obwohl das nichts mit mir direkt halt zu tun hatte, sondern nur im Umfeld. Nichtsdestotrotz habe ich das, ich, schon dieses, was ich gerade meinte, hatte jemand, also war jemand vielleicht sauer auf mich oder hat Ärger empfunden und ich habe das gar nicht so wahrgenommen. Das sind so Sachen, weil ich dann dadurch auch natürlich in sozialen Umfeldern hier und da dann auch mal Probleme hatte, ist das, ich, so während der Pubertät bei mir so krass umgeschwungen zu eher dem, was es jetzt bei dir ist, von so einer vielleicht so, okay, ich raff nicht alles ab, wie es gerade anderen geht, zu ich bin da eher hypersensibel und musste da auch so ein Stück weit runterfahren, weil wie du sagst, das kann ja auch bedrängend wirken. Menschen wollen ja nicht zwangsweise immer über alles reden, selbst wenn man merkt, okay, die Person hat gerade was. ne. Also ich hab das vor allen Dingen auch so in meinen Beziehungen, wenn ich merke, irgendwas ist grad bei dir. Und dann also das zu lernen, das muss ich krass lernen, das auszuhalten, dass das okay ist, dass Das zerreißt mich immer noch innerlich, wenn ich merke, irgendwas was ist und ich möchte das jetzt fixen. Da bin ich auch immer so, ich will jetzt dieses Problem lösen, warum auch immer. speaker-0: glaube, es zieht das sehr oft halt auf sich an, weil man, wie gesagt, es geht halt einfach damit einher, dass man relativ früh viele nicht so gute Erfahrungen macht. bei mir ist das so, ich hab immer das Gefühl, wenn irgendwas nicht stimmt, wo ich aber noch nicht den Finger drauflegen kann, ich merke aber schon, irgendwas passt, nicht? Geh ich automatisch davon aus, ich muss irgendwas falsch gemacht haben oder irgendwas muss es mit mir zu tun haben. Man könnte es auch als egocentric irgendwie auslegen. Wobei ich ja dann einfach nur daran interessiert bin, aufzulösen. Ich enjoye nicht, dass es in dem Moment dann potenziell mich gehen könnte, sondern im Gegenteil, wär's lieber, wenn's nicht da wäre. speaker-1: Aber es hat natürlich eine gewisse Egozentrik, ist da schon auch hinter, weil es fällt dir, und da nehme ich mich komplett auch mit rein, und mir schwer es auszuhalten, zu spüren, da ist was und man es vielleicht gerade auch gar nicht lösen kann. Man hat dann diesen Anspruch, irgendwie da was zu lösen und das gibt einem selber dann ja auch ein schlechtes Gefühl, wenn diese Möglichkeit nicht besteht. das macht es, also es ist ja auch wieder so Sachen, damit will ich gar nicht sagen, dass es nicht auch natürlich ein großes, starkes Interesse an der anderen Person ist. Aber es macht ja einem mit einem selber auch noch mal zusätzlich was, das würde ich schon mit reinbringen. Und das fließt so in den letzten Teilbereich für heute dieses, ich nenne es mal Freundschafts-Love-Bombing. Da zitiere ich für heute ein letztes Mal noch die ADHS-Pedia. So gibt es Betroffene, also ADHS-Lehrerinnen, die sich besonders schnell für neue Menschen begeistern können. und in Idealisierungen verfallen, wenn ihnen der Eindruck entsteht, sie teilten ein besonders hohes Maß an Gemeinsamkeiten mit der neuen Bekanntschaft." Also anders gesagt, so wie man vielleicht so was, weiß ich, den ersten Freund, die erste Freundin auf ein Podest stellt, so was eher Morkhamen ist, glaube ich, ist es halt so, ist hier so, ist, ich bonde ja gerade richtig gut, ich connecte hier gerade richtig gut und jetzt... Das war weniger bei uns jetzt der Fall, gerade vielleicht für ADSlerInnen, die sich sonst im sozialen Gefügen schwerer tun oder nicht so viele Freundschaften haben, so komplett, mein Gott, ich werde dich jetzt umarmen und nie wieder loslassen, mäßig im übertragenen Sinn. Hast du da irgendwie... Du lachst. The stage is yours. speaker-0: Äh, ja. Häufig. Ich find das dann ganz schwierig, wenn das zum Beispiel so Urlaubsbekanntschaften sind zum Beispiel. Weil das oft ja Kontexte sind, wo man sich dann für den Zeitraum total gut versteht und irgendwie aber eigentlich für alle anderen klar ist, ja, das ist jetzt ... Oder vielleicht hat man sogar noch die Intention, ja, man hält irgendwie Kontakt, aber meistens verläuft sich das dann relativ schnell oder oftmals. Und so bin ich halt nicht, so funktioniere ich halt nicht. Sondern das ist dann so, okay, wir waren jetzt hier gerade für zwei Wochen in, was weiß ich, Surf Camp, Best Friends. Wir werden Best Friends immer sein. Das ist für mich keine temporäre Kiste, sondern ich habe, ich lerne jetzt alles über dich, was es zu lernen gibt. Und du lernst alles über mich, was es zu lernen gibt. Und wir verbringen jede freie Minute miteinander. Und natürlich fahre ich dann alle zwei Wochen ... 3 Stunden was weiß ich wohin. Ja, 1000 km vielleicht bisschen krass. Ja, in Batterien jetzt gesprochen logischerweise. Das war natürlich dann so mal mal zur Studienzeit noch deutlich besser möglich, weil man einfach andere zeitliche Kapazitäten noch hatte. Aber ja, also ich glaube, das letzte Mal ist mir das auch passiert, ich würde sagen so während der Corona-Zeit. Auch mit einer Arbeitskollegin von mir, hatten zufälligerweise auch vorher das gleiche studiert und man hat sich immer mal gesehen in den Vorlesungen. Aber wir hatten nie groß Kontakt und sind dann, weil wir dort gearbeitet haben, und das war eine Drogerie. Das heißt, haben auch während Corona viel gearbeitet. Dann war man zeitgleich seinen Corona-Kontakt sowieso, weil man halt während der Arbeit irgendwie Kontakt hatte. Und das heißt, da ist jetzt kein zusätzlicher Kontakt entstanden, wenn man quasi auch außerhalb der Arbeit was zusammengemacht hat. Und wir waren aber auch beide so, dass wir gesagt ... Das war Lovebombing von beiden Seiten. Das war noch schlimmer, weil man sich immer tiefer reingestruttelt hat. Und ... also, das ist noch nicht so lange her, sag ich jetzt mal. Aber die Freundschaft gibt es auch noch. Es hat sich natürlich deutlich runtergekühlt, weil ich auch in eine andere Stadt gezogen bin und so weiter. Aber das war ... das letzte Mal ist jetzt nicht, dass man sagt, das war nur ein Ding der frühen Jugend oder so. speaker-1: Und es kann ja natürlich auch, sag ich mal, sehr resonieren, also wiederhallen, so wie bei uns beiden jetzt. Also wir haben uns ja auch in einer sehr ähnlichen Situation, temporären Arbeitssituation, nenne ich das Ganze mal, wo wir beide gejobbt haben. Und das war, dass man für dieses Job so von Stadt zu Stadt teilweise getingelt ist. Also anders gesagt, weder du noch ich waren in unserer Heimatstadt. Und da haben wir uns dann, ja, darüber haben wir uns halt kennengelernt so und hatten dann da ja auch mehrere Momente. Und ich würde sagen, wir haben uns auch schon gegenseitig gelafbombt. Aber weil das halt so, das auf Gegenseitigkeit beruht, so dass das halt dann sehr gut funktioniert hat. Aber dieses, nochmal auf das Zitat zu kommen, wie heißt es? Hohes Maß an Gemeinsamkeiten mit der neuen Bekanntschaft. Und das war, glaube ich, da für uns ja auch ein krasser Schlüssel, dass man halt gemerkt hat, so jetzt irgendwie, egal ob Interessensgebiete, also sämtliche Sachen so von den Dialogen, aber dennoch auch eine deiner, soweit ich weiß, Lieblingsanektoten möchtest du eine Geschichte mit Messern und Freundschaft erzählen, George. speaker-0: Du meinst unser Bonding-Moment. Ich glaube, das war der Moment, in dem wir beide gemerkt haben, okay, das ist hier irgendwie mehr speaker-1: Der ist genauso wie Murphy. speaker-0: als eine flüchtige Bekanntschaft. Man muss kurz noch zusagen, für die Arbeit, wir da erledigt haben, geh nicht näher drauf ein, man fährt in eine andere Stadt, in der man nicht wohnt, und wird dann da in eine Wohnung geschmissen, sag ich mal, für die Zeit, in der man nicht arbeitet, mit diversen anderen Menschen zusammen, in der man für die Zeit, wo man dort arbeitet, lebt. Und dann entsteht auch so ein gewisser Inseleffekt. stehen ganz viele interessante Gruppendynamiken, die man da beobachten kann. Ich bin mir sicher, wenn man da eine Kamera draufhält, kann man sehr viele ... Viele Vorlesungen darüber halten in Psychologie und Soziologie. speaker-1: auch einfach wie eine an TrashTV, wenn du da einfach so Big Brother Asses einfach Kameras rein, also da sind viele lustige Dinge. speaker-0: fühlt sich auch stellenweise so an, wie ich mir vorstelle, dass ich Big Brother fühle. Genau, und wir waren dann beide so, dass wir gesagt haben, wir gehen jetzt nicht ständig essen, sondern ab und zu haben wir mal was gekocht. Und wir standen in der Küche. Ich weiß gar nicht mehr, wer von uns beiden am Gemüse schnippeln war. speaker-1: glaube ich, aber ich werde auch nicht mehr da meinen. speaker-0: Ich glaube, du warst am Schnippeln und ich kam dazu und hab gesagt, komm, ich helf dir. hatten uns, das war ein paar Tage nachdem ich da angekommen bin, du warst schon dort. Lustigerweise warst du auch der Erste, ich mich so zugewandt hab, als ich dort ankam, weil da war dann viel Trubel und das war mir alles sehr laut. Ich hatte mich vor Balkon ... speaker-1: dem Trubel auch schon distanziert und stand schon auf dem Balkon, die Neuankömmlinge kamen. zur Geschichte gehört, dass ich zwei Wochen schon vor Georgi da war. Das ist vielleicht nicht ganz unwichtig. speaker-0: Genau, richtig. du warst dann da ja schon mal etabliert und standest dann aber auf dem Balkon und irgendwie fand ich, dass du ganz nett aussaßst und hat mich dann dazu gestellt zum Rauchen. Raucht nicht, fangt nicht an damit. Es bringt euch nicht weiter mit. Ich rauche auch nicht mehr und du rauchst auch nicht mehr, kann man dazu sagen an der Stelle. Genau. Und dann, da hab ich schon gemerkt, okay, irgendwie, wir haben uns gut unterhalten sofort auf Anhieb. Und dann kam ich dort eben in diese Küche ein paar Tage später und alles hatte sich schon ein bisschen gesetzt und wollte dir beim Gemüseschnippeln helfen. Und ich weiß nicht mehr genau, was uns dazu bewegt hat. Aber du hast, glaube ich, irgendeine Bewegung gemacht. Und dann hab ich irgendwie mich an Assassin's Creed erinnert gefühlt. war ... Computerspiel. speaker-1: eine bewusste meinerseits Reminiszenz daran, aber dass das jemand anderes außerhalb meines Kopfes direkt antizipiert, damit war nicht zu Recht. speaker-0: Ich wusste auch nicht, in dem Moment ist es von dir, war's eine unwillkürliche Bewegung oder war's gewollt. Aber bei mir hat halt sofort das eingesetzt. Ich hatte dann quasi ... Also, man spielt einen Assassinen, einen Auftragsmörder in diesem Spiel und hat eine Klinge am Handgelenk, sag ich mal. Die versteckt Oder halt eben auch Waffen in der Hand. Und du machtest diese Bewegung, und ich war direkt ... Ich weiß nicht, ich hab einen Kommentar zum Thema Assassin's Creed losgemacht und hat mir auch so eine Bewegung gemacht. mit dem Messer, und du hast sofort erkannt, dass ich erkannt hab, was du gemacht hast. Und ich glaube, das war unser Friendship-Bonding-Moment. Ab dem Moment ging's nur noch steil bergauf in den Lovebombing. speaker-1: Die Laughbombing-Himmel, ist ein wunderschönes Wort. Gott, ich überlege, ob man das irgendwie in einem Folgentitel unterkriegt. Laughbombing. speaker-0: Ja, das könnte erst mal ihre Führung sein. speaker-1: Aber ja, das war sicherlich, also es folgten viele weitere, aber das war sicherlich so dieser Grundsteinbondingmoment. Und das ist was, was wir beide ja auch gar nicht beurteilen können. ist ja nicht so, dass jetzt nicht auch neurotypische Menschen sich für zum Beispiel Videospiele in SS and Screed begeistern können. Also dieser Bondingmoment ist jetzt nicht ADHS-Lehrerinnen so vorbehalten, würde ich sagen. Nichtsdestotrotz weiß ich gar nicht, ob das eine ADRS-Spezifika ist, dass man halt dann so drauf anspringt, weil wie gesagt, hier von der ADRS-Pedia, dass man halt sagt, boah, krass, hohes Maß an Gemeinsamkeiten und dass man denn da so direkt hooked drin war. Können wir, glaube ich, beide einfach nicht beschreiben, ob das halt für neurotypische Menschen vielleicht etwas langsameren Verlauf oder die nicht so auf solche Bonding Moments angewiesen, whatever. Das wäre Spekulation, daran wollen wir uns ja hier nicht beteiligen. Aber, Georgi, nach dieser wunderschönen Bonding-Geschichte hast du noch Anmerkungen, abschließende Sachen zum Thema ADAS und Freundschaft, du heute in dieser Folge, was ja nicht heißt, dass es nicht auch dazu noch irgendwie weitere geben wird, noch loswerden möchtest. Gibt es noch Dinge? speaker-0: große Danksagung an alle Menschen, die ich meine Freunde bezeichne oder andersrum, mich als ihren Freund bezeichnen oder auf Gegenseitigkeit beruht. Danke, dass es mit mir ausgehalten speaker-1: Shoutout an alle Friends. speaker-0: hat. Schaut haut an alle Friends und Friendinnen. Und nee, ein Tipp vielleicht noch am Ende. Kommuniziert das. Wenn ihr wisst, ihr habt in dem einen oder anderen ... Kontext eures Lebens, Problem, sei das jetzt, ich komm ständig zu spät. Ich hab das auch schon kommuniziert vor meiner Diagnose, weil ich wusste, es tut mir leid, ich kann manchmal viel labern, ich kann manchmal ... Ich weiß das. Sag mir einfach Bescheid, wenn's dir zu viel wird. Also sprech das einfach an, und wenn das Leute sind, denen ihr am Herzen liegt, dann werden die dafür Verständnis haben, oder man findet halt irgendwie einen Weg, oder man sagt, wenn ich zu laut werde ... tipp mir kurz auf den Arm, wenn's dich stört. Oder irgendwas. Oder schimpf mich ruhig, wenn ich zu spät komme. Aber weiß bitte, dass ich das nicht Nichtwertschätzung mache. Also sprecht mit den Leuten, kommuniziert das. ist sehr wichtig. Weil das einfach Missverständnisse vorbeugt. Dann kann man so was vorwegnehmen, dass jemand das in sich reinfrisst und denkt, jetzt mag ich die Person, aber wenn die ständig zu spät kommt, dann kann ihr ja nicht so viel an mir liegen. Natürlich speaker-1: Thema Wertschätzung. speaker-0: völliger Quatsch. Also, sprecht mit den Leuten und in den meisten Fällen, wenn es sich eine gute oder schon auch feste Freundschaft handelt, ist das alles gar kein Thema. Und wenn es noch nicht so eine gute Freundschaft ist, dann führt es vielleicht dazu, dass man sich sogar noch ein bisschen näher kommt und dass man irgendwie da noch näher in das Leben des jeweils anderen vielleicht eintauchen kann. speaker-1: sehr gute Hinweise, vielleicht nur die Ergänzungen dazu. muss natürlich nicht beim ersten aufeinandertreffen, sich komplett... Sobald man merkt, speaker-0: Das ist ein schöner Oversherry. speaker-1: dass wir denn das Oversharing, aber an sich sehr, sehr guter Hinweis noch mit der Kommunikation. Yes, liebe Hörerinnen, das soll es für heute gewesen sein. Falls ihr uns in anderen Abfügungen nur gehört habt, auch nochmal der Hinweis, uns gibt es auch zu sehen in Bild und Farbe auf YouTube. Auch der Link natürlich in den Show Notes. Und ansonsten bleibt nur zu sagen euch noch einen schönen Tag morgen Nachmittag Abend, wo auch immer ihr euch gerade zeitlich befindet. Und bis zum nächsten Mal und vielen Dank lieber Georgie. speaker-0: Danke euch, ciao!