Jonas: So, hallo und herzlich willkommen zur heutigen Folge von Regulated Athlete. Herzlich willkommen, liebe Ella, schön, dass du da bist. Ella Richter: Danke. Jonas: Sehr gerne. Bevor es richtig losgeht, kennt das Spiel, wir schließen einmal die Augen, legen die Hand auf die Brust und atmen dreimal tief ein und aus, durch die Nase ein. und durch den Mund wieder aus. durch die Nase ein. durch den Mund wieder aus. Letztes Mal durch die Nase ein. und wieder aus durch den Mund. I am regulated. I am regulated. I am regulated. Okay, sehr schön. Dann genau, bevor wir richtig reinstarten, heute ist mir besonders wichtig zu erwähnen, dass wir die liebe Ella da haben und bei der Ella freut mich besonders, dass wir uns persönlich kennengelernt haben und an einem wunderschönen Ort in Portugal, Trainingslager. wo ich selber schon viele Tränenlager verbracht habe. auch wenn du da nur ausnahmsweise warst, kannst du gleich gerne mal berichten. Habt ihr, glaube ich, auch ganz gut gefallen, oder? Ella Richter: Ja, auf jeden Fall. Ist richtig, richtig hübsch. Also auch das Hotel ist super. Also da war richtig alles tip-top. Jonas: Genau, wir reden von Aviz in Portugal. Ich glaube, wenn man wirklich Sport machen will und sich darauf konzentrieren möchte, ist das einer der besten Orte, die ich mir zumindest vorstellen konnte in meiner bisherigen Karriere. Genau. Wir reden heute ein bisschen über die Voraussetzungen, was Leistung wirklich trägt, was es drei Athletentypen gibt. Und im Falle von Ella gibt es eine schöne Einstieg, den wir wählen können, weil die Ella steht kurz vor ihrem ersten Wettkampf diese Saison. Und deswegen würde ich vielleicht mal damit starten, in welchem Zustand sitzt du heute vor uns oder vor mir? Ella Richter: Ich hoffe in einem ganz guten Zustand. Am Wochenende ist die der erste Weltcup in Säged in Ungarn. Und wir hatten jetzt letztes Wochenende so ein bisschen... Also eine Probe, also Wettkampf so bisschen in Kopenhagen, wo ich eben einer sehr gute Resultate gemacht habe, besser als letztes Jahr, bin ich sehr zufrieden mit. Im Zweier hatten wir jetzt hier schon vorher ein bisschen geredet, ging es nicht so gut, da wir reingefallen sind. Jonas: Ja. Ella Richter: Im Vierer war es aber war auch sehr starker Wind. Wir waren alle ziemlich KO, weil das K4 ⁓ am Ende Also hoffen wir jetzt, wir morgen nach Ungarn fahren, auch noch bisschen zusammenfahren können und uns da richtig gut vorbereiten, dass es dann Freitag losgeht. Jonas: Das heißt, ihr habt ein paar Tage zur Akklimatisierung euch dran zu gewöhnen. Ella Richter: Ja und halt die Rennstrecke nochmal ausprobieren, da bisschen rum zu gucken, alles vorzubereiten. Jonas: Genau, die Besonderheit, die ich damit erwähnen möchte, ist, auch wenn du jetzt einen Testwettkampf hattest, auch nicht in allen Bootsklassen sozusagen ins Ziel gekommen, aber das ist nur am Rande, das Spannende dabei ist ja immer vor allem das erste Aufeinandertreffen international, zu gucken, wo man wirklich steht, ich glaube, die unsere beiden Sportarten, das Rudern und das Kanu eint, eines, Ella Richter: Vielen Jonas: wie viele andere Sportarten auch, ich glaube gerade mit Rudern und Kano, wo im Winter einfach extrem viel Umfänge gemacht werden. Und das habe ich bei euch ja sehen dürfen. Würdest du sagen, die Saisonvorbereitung lief gut, im Winter ihr habt gut trainieren können? Ella Richter: Ja, also ich auf jeden Fall. Bei den anderen war ein bisschen mehr Krankheit. Also ich war jetzt den ganzen Winter lang tiptop. Nie krank. da bin ich selber sehr zufrieden mit. Weil dann konnte ich halt immer gut trainieren. Ja, also eigentlich ganz gut, glaube ich. Jonas: Sehr schön. jetzt kannst du vielleicht mal den Zuhörer mitnehmen, auch wenn du ein relativ junges Mitglied noch der Nationalmannschaft bist. Du bist in dem ersten Jahr in der offenen Altersklasse richtig unterwegs. Ella Richter: Ääääh... Nee, jetzt bin ich schon seit vier Jahren, glaube ich. Jonas: Nein, die hat doch gesagt U23 sozusagen. Ella Richter: Ich bin bislang immer U23 gefahren, bei uns... Ja, okay, wenn man es so drauf sieht, ja, dann schon. Aber bin halt auch schon mal, vor drei Jahren war ich auch schon mal bei einer World Cup einfach so reingeworfen. Aber es ist erste Jahr so richtig in der offenen Klasse. Jonas: Okay. Okay. Genau das meinte ich, alles gut. Worauf ich hinaus will ist einfach so ein bisschen dieses... Da ist natürlich nochmal der Druck, würde ich nicht sagen, aber wahrscheinlich auch die Erwartung, die du dir selber setzt, Noch mal ein bisschen höher, ⁓ zu gucken, wie läuft diese Saison. Mein Ziel ist ja ganz klar die Olympia-Qualität dieses Jahr oder schon mal sich da gut zu positionieren. Ella Richter: Ja. Ja, auf jeden Fall. Wir versuchen da den K4 zu qualifizieren. Da hat man Respekt vor. Da muss man auch gut zusammenarbeiten. Da gibt es so viele mehr Sachen, die da reinspielen, als nur da ein gutes Rennen zu fahren. ⁓ das hinzukriegen, man da so viele Sachen zusammen... Puzzeln und hinkriegen. Ja, da freue ich mich drauf und bislang geht es ganz gut. Also hoffen wir mal, dass es so weitergeht. Jonas: Sehr gut. Was macht denn für dich die Faszination am Kanufahren aus? Warum bist du genau da hängen geblieben? Und warum ist es kein anderer Sport geworden? Ella Richter: Gute Frage, da wundere ich mich auch manchmal ein bisschen. Also ich habe angefangen vor zehn Jahren, hat Mama mich mal angemeldet, so einen Sommerkurs eine Woche lang. hier im Verein umsonst und das fanden wir voll voll cool. Und da hatte ich dann Spaß, ich war mit einer Freundin da und meinem Bruder auch und da hatten wir halt so zusammen die Woche lang ziemlich viel Spaß und dann dachte die mir so ja kann ich ja weitermachen, dann wir halt einmal die Woche Training. Und da habe ich halt gut Freunde gemacht und Leute kennengelernt. Das war das Wichtigste am Anfang. Dann hat man halt da immer mehr angefangen und dann wurden meine Eltern angefangen, bisschen mehr zu trainieren. Irgendwann habe ich mit den anderen Sportarten, die ich gemacht habe, aufgehört. Ich habe früher auch gefechtet und geschwommen und getanzt und so weiter. Da habe ich alles mit aufgehört und dann war es einfach nur Kranow. Genau wieso, weiß ich nicht, aber wurde halt einfach so. Jonas: Okay, du wirst eine gewisse Freude an der Bewegung haben und ich vermute, wenn du die anderen Sportarten eingestellt hast, wirst du auch einen gewissen Erfolg schon damals gehabt haben im Kanufahren. Ella Richter: Schwimmen hatte ich noch lange parallel gemacht, mit den anderen haben wir bisschen früher aufgehört. Dann war ich bei meiner ersten schwedischen Meisterschaft und da haben wir dann Bronze geholt, ich und eine Verein sind Wettfeier gefahren. Das war schon ganz cool. Dann glaube ich kurz danach habe ich dem Schwimmen aufgehört, ich mich richtig dran erinnern kann. Also da war schon ein bisschen Erfolg. Jetzt macht es auch so Spaß. ich finde jetzt auch das andere, wir rennen ja auch und fahren Fahrrad und gehen ins Kraftraum und so weiter. Die ganzen Sachen, da finde ich jetzt auch, dass es Spaß macht. nicht nur das paddeln an sich. Also ich finde, alles macht Spaß. Jonas: Genau, es gibt viele Alternativtraining-Trainingmöglichkeiten, die man braucht, ⁓ den Körper zu stärken und fit zu sein. hat mich auch immer gereizt. Radfahren macht ihr wahrscheinlich weniger, oder? Oder auch Radfahren? Ella Richter: Was meinste? Ein bisschen ja. Also ich fahre hauptsächlich innen drin auf so einem wie heißt das? Spinning Fahrrad. Aber ich habe mir noch keins gekauft für ein Roadbike. Aber das habe ich vor. Das ist cool. Jonas: Ja, spinning bike. Okay, ja, jetzt hat der aufmerksame Zuhörer vielleicht schon gemerkt, schwedische Meisterschaften und wir reden hier Deutsch. Das ist jetzt nicht der Standard, würde ich mal behaupten, oder? alle Teilnehmer der schwedischen Nationalmannschaft Deutsch können. haben eine... Genau, wie kam es dazu, Ella? Ella Richter: Nee. Ja, also ich bin Deutsche, ich bin in Deutschland geboren und dann sind wir halt mit der Arbeit von meinem Papa rumgereist. Also wir waren noch in England und dann halt jetzt in Schweden vor, weiß nicht, elf, zwölf Jahren so aus der Art. Und dann war ich halt hier in der Schule und habe hier Schwedisch gelernt und habe halt in Schweden angefangen mit dem Kano fahren und bin deswegen halt da im schwedischen Team jetzt. Jonas: Und fühlt sich offensichtlich auch wohl, oder? Ella Richter: Ja, auf jeden Fall. das ist gut. Das macht Spaß. Die sind nett. Und ich habe ja auch eine schwedische Staatsbürgerschaft. Also das ist alles. Alles wie so. Jonas: Das glaube ich sofort, ja. Gab es schon mal auf internationalen Wettkämpfen oder so, irgendwie ein deutscher Trainer oder ein deutscher Sportler, die werden dich ja dann auch kennen, vermute ich. Die Blase ist ja immer klein. Gab es doch schon mal diesen Kontakt nach dem Motto, du könntest ja auch für uns starten oder so in der Richtung? Ella Richter: Eigentlich nicht, glaube ich. Ich bin auch früher bisschen mehr Marathon gefahren. Hauptsächlich Sprint. Aber da habe ich mit dem ganzen Team. Wir sind ziemlich dicke. Das macht Spaß. Die kenne ich gut. es ist immer lustig, wenn man an einer trifft. Dann rede ich dann bisschen Deutsch. Das ich nur zu Hause. Es ist auch ganz gut, wenn ich da bisschen üben kann. Jonas: Das glaube ich, ja. Das glaube ich. Dann wirst du wahrscheinlich Schwedisch, Englisch, Deutsch fließend sprechen vermute ich. Ella Richter: Genau. Schwedisch spreche ich halt hier im Alltag und mit den Leuten, die ich hier mit zu Hause trainiere. Im Trainingslager und mit der Mannschaft haben wir Trainer aus Finnland, Dänemark und Portugal. Also wir reden dann Englisch zusammen und Deutsch halt zu Hause. Also ich benutze alle drei. Jonas: Das heißt aber auch im Trainingslager, das habe ich auch gesehen, also Englisch mit den Trainern und untereinander redet ihr dann aber schon Schwedisch oder im Boot oder wie redet ihr? Ella Richter: Ja, also kommt drauf an. Manchmal, wenn wir mit einem Trainer immer noch so bisschen der dabei ist und der noch bisschen zuhören will, wenn man das so mitkriegt, dann schon noch eher Englisch, aber wir sprechen hauptsächlich Schwedisch. Jonas: Ja, das ist wirklich die Steigerung von Internationalität. Das ist schwer dann noch zu toppen wahrscheinlich. Ella Richter: Ja, aber da wird man dann mit der Zeit ziemlich gut dabei, einfach in Sprachen wechseln. Da kann man dann von einem Satz auf den anderen einfach, das fließt einfach. Jonas: Ja super cool. macht natürlich auch betont und unterstreicht auch nochmal diesen Aspekt, dass wird ja so gern davon gesprochen, dass Leistungssportler auch später im Leben, im Beruf, im Arbeitsleben, wie auch immer man das jetzt übertragen möchte, extrem anpassungsfähig und vielfältig sind. Und ja, ich meine, wenn man im Trainingslager ohne drüber nachzudenken zwei oder vielleicht sogar drei Sprachen spricht, wenn man vielleicht zwischendurch nochmal mit den Eltern zu Hause telefoniert. oder deutsche Ruderer oder Kanuten trifft, dann ist es natürlich schon eine Fähigkeit, die besonders hervorzuheben ist, darf man schon sagen. Voll beeindruckend. Vielleicht für die, auch wenn es für dich selbstverständlich ist, ich durfte es selber oft genug erklären, nimm doch mal den Zuhörer mit, der sich vielleicht mit Cano nicht ganz so auskennt. K4 hast du schon gesagt, das ist relativ einfach, da sind vier Frauen im Boot. Ella Richter: Ja. Ja, auf jeden Fall. Jonas: Und K ist das, wo man quasi ein Kanu hat, was an beiden Enden ins Wasser getunkt wird. Richtig? Ganz einfach ausgedrückt. Ella Richter: Ja, also wir sitzen im Boot und wir gucken nach vorne und wir haben einen Paddel in der Hand, also was auf beiden Seiten, weiß nicht genau was man da sagt, also eine Blade auf Englisch, weiß jetzt nicht genau. Ja, genau, und das tun wir halt auf beiden Seiten ins Wasser, Und nicht zu verwechseln mit dem Rudern, das machen sehr viele, die Ruder fahren rückwärts. Jonas: Haha. Ja Blade, Ruderblatt, also Kanublatt wahrscheinlich. Witz, Ella Richter: Ja, das wird bei uns auch fertig sein. Jonas: Witzig, bei uns wird immer zum Bruder ein Kano gesagt. Also genau andersrum. ja witzig. ja, nee, wir haben früher immer uns da sehr distanzieren müssen vom Kano sozusagen. Das ist jetzt der Fun Fact an der Stelle. Ella Richter: Ja, ja, ne, das wird es. Jonas: Genau, also ja. Oder das Lieblingsbeispiel war immer Rudern ist doch das, wo der Trommler da vorne sitzt und den Rhythmus so vorgibt. Ja, aber das ist so die öffentliche Wahrnehmung. Ella Richter: Das ist normal ganz was anderes. Ja, ja, ja, nicht das ist das, ja. Jonas: Genau. Und das zweite, was du nochmal klarstellen kannst, ist mit den Strecken. Marathon hast du eben angesprochen. Wie viele Kilometer sind das oder welche Streckenlänge ist das? Unterschiedlich. Ella Richter: Das ist ein bisschen unterschiedlich. Ich bin U23 gefahren, sind 23 Kilometer. In der offenen Klasse fahre ich oft 2er, wo wir dann 2 im Boot sind. Das sind 26 Kilometer. Dann gibt es aber da auch noch beim Marathon Shortcours. Das sind so etwas wie 3,5 Kilometer, den fahre ich aber normalerweise nicht. Das ist nichts für mich. Jonas: Okay. Und die Sprintstrecke, die du jetzt fährst, die olympisch ist, welche Streckenlänge? 500 Meter. Ella Richter: Das sind 500 Meter. Also bei den Damen sind 500 Meter im 1er, 2er und 4er und bei den Herren gibt es im 2er und 4er 500 und im 1er sind es 1000. Jonas: Witzigerweise, wenn ich es richtig informiert bin, hat sich das letzten Jahren immer wieder noch mal geändert. Zwischendurch waren es, glaube ich, mal 200 Meter. Ella Richter: Zeitlang waren 200 und 500 für die Damen im Einer und das haben sie dann jetzt abgeschöpft. war jetzt in Paris das erste Mal nicht. In Tokio gab es das immer noch. Jonas: Das ist nämlich auch spannend, weil das kenne ich jetzt mit dem Rudern zum Beispiel gar nicht, aber so eine Streckenlängenänderung sozusagen, das ist natürlich auch einen enormen Einfluss auf die ganze Trainingssteuerung, auf die Rangehensweise hat. Ella Richter: Ja, auf jeden Fall. Bislang konnte man ziemlich unterschiedlich sein. 1000 m brauchst du mehr Ausdauer. Bei 200 m musst du sehr explosiv und stark sein. Die Herren fahren da so was wie 34 Sekunden. Das ist ganz anders als die Dreieinhalb, die sie bei den 1000 brauchen. Wenn die ganzen Mannschaftsboote auf 500 m sind, heißt das, dass jeder im Prinzip für 500 m trainieren muss. Das schaffen halt manche nicht, diesen Switch zu machen von 200 auf 500. halt in die andere Richtung auch im Prinzip. Aber ja, also wir haben jetzt halt in Schweden zumindest das ganze, die ganze Organisation neu gemacht und das ganze Trainingsplan neu und alles ist jetzt halt nur noch auf 500 Meter. Jonas: Genau, du sagst, die ersten Spiele in Paris waren jetzt mit der 500 Meter Strecke schon, oder? Ella Richter: Genau, das war jetzt mit nur 500. Jonas: Das heißt, es ist ja auch spannend, da gibt es dann letztlich für viele Nationen quasi wirklich einen Neustart, um zu gucken, wie funktioniert das der Trainingsplan, unsere Trainingssteuerung, was müssen wir anders machen, welche Athletentypen habe ich vor mir. Weil, wie du sagst, der 200-Meter-Sprinter oder Sprinterin, kann, ich meine, statt 30, 40 Sekunden plötzlich, wie lange braucht ihr für 500, anderthalb Minuten, 1,40 vielleicht. Ella Richter: Yeah. Ja, ja, so was, ja. Jonas: Also eine Minute länger ist halt schon eine Minute länger. Das kann man nicht mal eben irgendwo herholen. Die muss man dann schon trainieren. Ella Richter: Ja, auf jeden Fall. Dann ist es natürlich auch wichtig im Mannschaftsboot, dass man im Start sehr schnell ist und sehr explosiv ist, weil man das Boot auch schnell accelerieren will. Zum Teil ist es dann schon auch ganz gut, solche Leute im Boot zu haben, aber man muss es dann auch balancieren mit Leuchten, die dann auch die Ausdauer haben. Das ist bisschen ein Puzzle. Jonas: Das glaube ich. welche, gibt es eine Bootsklasse, die du am liebsten fährst? Ella Richter: Gute Frage. Also ich, ja Mannschaftsboot im Prinzip, Zweier und Vierer. Ich sitze oft hinten, das macht Spaß. Da kann man gut, also... muss ich nicht so viel selber nachdenken im Prinzip, weil der vorne ist der, steuert. Der hat einen Ruder, er das Boot gerade fahren kann. Das ist der, der den Takt hält. Ich muss im Prinzip einfach nur nachmachen. Das mache ich ziemlich gut, ich da einfach Also, denke ich an nichts mehr anderes. Ich mache einfach all Fokus darauf, genau das Gleiche zu machen und so viel einfach mich verausgaben, wie ich kann. Das ist halt noch mal anders als wenn ich im Einer fahre, da muss man es noch bisschen mehr kontrollieren. kann man nicht einfach irgendwie, man muss da schon noch nachdenken. Es macht auch Spaß, also kein Problem damit. Aber ich glaube, ich kriege wahrscheinlich aus mir mehr raus, wenn ich manchmal aufs Boot fahre. Jonas: Mhm. Ja. Okay. Liegt es auch daran, dass du gerne mit anderen einfach gemeinsam unterwegs bist? meine, ist ja auf Dauer einfach, also wenn du jetzt dir vorstellen würdest, mal einer zu fahren, ist ja nicht das Problem. Aber ich meine, auch einer international, stell dir vor, du bist auf jedem Wettkampf alleine irgendwie immer vom Hotelzimmer aus über Anreisevorbereitungen mit dem Trainer vielleicht. Und das ist natürlich auch ein anderer Aspekt, noch mal gemeinsam im Boot mit Mannschaftskollegen unterwegs zu sein, oder? Ella Richter: Ja, auf jeden Fall. Und man kann sich dann auch zusammen freuen, wenn es gut geht. Also alles ist nochmal bisschen erhöht. Natürlich, wenn es schlecht geht, fühlt man sich nochmal super richtig schlimm. Aber es macht schon auch Spaß, das mit anderen zu teilen und das zusammen zu machen. Jonas: Hm? Ist das so, wenn ich jetzt vom Rudern übertrage, ich bin immer Riemenrudern gemacht, also ich bin zu einer Seite quasi, habe ich gerudert. Das wäre dann sozusagen der Canadier bei euch, wenn man es so will. Aber unabhängig davon, da ging es immer darum, Zweier oder auch im Vierer den Druckverlauf im Wasser anzugleichen, damit das Boot geradeaus fährt. Wie ist das beim Cano? Gerade im K4 kann ich mir das gut vorstellen oder auch im K2. Ella Richter: Genau. Mhm. Jonas: ist das Ziel bei euch logischerweise auch die Beschleunigungskurve im Wasser möglichst gleich hinzukriegen zwischen euch vier oder zwei Mädchen, Frauen dann, Ella Richter: Ja, auf jeden Fall. Das ist es und da habe ich ziemlich Glück mit meiner Zweierpartnerin, weil wir sind zum ersten Mal gefahren in 2024 sind wir da mal gefahren und haben uns halt direkt ins Boot gehockt und dachten so wow das ist super, das kann nicht besser gehen, weil wir da halt also im Wasser genau das gleiche machen. Es ist perfekt. Und wir sind jetzt auch gute Freunde, also es macht auch noch mal extra Spaß, wenn wir zusammenfahren. Aber auch einfach nur, wie sich das da anfühlt, das ist prima. Und Vierer ist ein bisschen schwieriger, weil hat dann nochmal zwei andere Haste, die du auch anpassen sollst. Und da haben wir jetzt eigentlich vor ein paar Wochen erst nochmal eine Veränderung gemacht und haben die Person, vorne ist, ausgetauscht. Also haben wir ein bisschen rumge... Also die haben sich ⁓ Ich sitze immer noch vierte, also ganz hinten. Aber die anderen drei haben sich ein bisschen rumgewechselt. Und jetzt haben wir eine andere vorne und das glaube ich ist ein bisschen besser, weil wir sind... Jonas: Mhm. Ella Richter: mehr gleich, also wenn wir da alle folgen. Aber ja, müssen wir erst mal sehen, wie es dann am Wochenende wird. Jonas: auf jeden Fall die Daumen. Ja, das ist immer die Kunst, dann irgendwie die Synchronität so hinzukriegen, weil die vier einzelnen Krafteinsätze ist natürlich nicht vergleichbar mit dem Momentum, was entsteht, wenn man wirklich gemeinsam eintaucht, gemeinsam aus dem Wasser rausgeht, gemeinsam beschleunigt in der Zugphase, oder? Ella Richter: Ja. Ja, also wir wollen halt das Paddel gleichzeitig im Wasser haben und gleichzeitig raus und dann halt auch das der Weight Transfer, jetzt fehlt mir wieder das Wort, dass das auch gleich ist, dass es sich halt im Boot gleich anfühlt und nicht irgendwie von Seite zu Seite wackelt oder irgendwie sowas. Ja, genau. Jonas: Also Gewichtsübertragung im Prinzip. Okay, super spannend auf jeden Fall. Würdest du... Und vor allen was noch dazu kommt, ich glaube das ist auch noch eine Besonderheit, ich hervorheben möchte, die man im Fernsehen immer nur sieht, weil die ganze Rennfrequenz im Prinzip ja auch jenseits von Gut und Böse ist förmlich. Man sieht ja quasi nur noch Wasserspritzen und gefühlt ist immer ein Paddel im Wasser im Kanu. Das ist ja quasi, da gibt es quasi die Phase, beide... ganze Rennfrequenz im Prinzip ja auch jenseits von Gut und Böse ist förmlich. Man sieht ja quasi nur noch Wasserspritzen und gefühlt ist immer ein Paddel im Wasser im Ella Richter: Ja. Ja. Jonas: Blätter in der Luft sind, ja extrem kurz. Das ist ja quasi eigentlich eine durchgehende Beschleunigung. Also das ist ja auch das Ziel wahrscheinlich, oder? Dass diese Beschleunigung nie aufhört, sondern immer weiter fortgetrieben wird. Also die Bootsgeschwindigkeit ist viel gleichmäßiger jetzt dadurch im Rennen. in der Luft sind, kurz. Das ist ja quasi eigentlich eine durchgehende Beschleunigung. Dass diese Beschleunigung nie aufhört, Ella Richter: Ja, also das fühlt sich auch manchmal so an. Ja, also das fühlt sich auch manchmal so an. Ja, also wir wollen halt, wenn wir das Paddel im Wasser haben, reden wir also das erste Stück von der Phase, das Paddel im positiven Winkel, generieren wir Kraft und dann danach, also im letzteren Teil, wo wir das Paddel aus dem Wasser nehmen, passiert nichts mehr und wenn wir halt das Paddel nicht im Wasser haben, generieren wir halt auch keine Kraft mehr und dann wollen wir halt wieder schnell auf die andere Seite, damit wir neue Kraft kriegen. Aber ja, das geht dann schon ziemlich flott. wenn wir da im Start sind, machen wir so etwas wie 160 Schläge in der Minute. Und da fühlt es sich manchmal bisschen an, als ob man keine Kontrolle mehr hat. Da sitzt man einfach nur noch und versucht sich so schnell wie möglich zu bewegen. Und dann später im Rennen gleiten wir da noch bisschen raus. Also das fühlt sich dann eigentlich ziemlich relaxed an, aber es spritzt natürlich immer noch wie sonst das. Und ich, die da hinten sitze, sehe halt auch nur noch Wasser. Ja. das geht dann schon ziemlich flott. wenn wir da im Start sind, machen wir so etwas wie 160 Schläge in der Minute. Und da fühlt es sich manchmal bisschen an, als ob man keine Kontrolle mehr hat. Da sitzt man einfach nur noch und versucht sich so schnell wie möglich zu bewegen. Jonas: Du bist die, die danach nicht mehr duschen braucht, weil sie schon nass ist. Ella Richter: Genau. Aber es ist im Start eigentlich bisschen schwierig manchmal, weil da kriege ich halt manchmal genauso ins Gesicht von einer, die als erste oder zweite rückt. Ich weiß nicht genau, wer es ist. Irgendwem. Und da brauche ich, also ich muss mit der Brille fahren, weil ich kann sonst nichts sehen. Ja. Jonas: Okay. Ella Richter: Aber dann nach ein paar Schlägen geht es dann auch besser, weil nach einer Weile sind wir so schnell, dass die Spritzer dann hinter mir sind. Also dass wir uns so schnell bewegen, dass ich schon wieder an dem Wasser vorbei bin. Jonas: ⁓ okay. Das ist also nur eine Besonderheit von den ersten Startschlägen. Ella Richter: Ja, im Prinzip, ja. Und dann gibt es halt immer noch ein bisschen Wasser rund ⁓ da noch, das was rumfliegt, aber richtig schlimm ist es im Start. Jonas: Okay, ist es von Vorteil, wenn man dann möglichst sauber quasi auch ist? Also wäre es sozusagen das Zielführende, vielleicht fünf bis zehn Schläge weniger zu haben am Start und dafür mehr Sauberkeit, also weniger Wasser, was rumspritzt? Also bremst das quasi das spritzende Wasser auch oder ist das... Weißt du, wie rauf ich hinaus will? Ella Richter: Ja, ich verstehe was du meinst. Ich glaube nicht. Ich glaube schon, das... wenn du eine höhere Schlagfrequenz hast, bist du dann oft auch schneller und die Max-Speed ist halt wichtiger als alles andere. Also das glaube ich ist kein Nachteil, dass es dann spritzt. Also es ist schwer das zu machen, dass es nicht spritzt. Also da musst du richtig... Also ich weiß nicht, ich kenne keiner, der nicht spritzt. Also das geht nicht, glaube ich. Jonas: Alles gut. Ella Richter: Dann gibt es welche, die natürlich weniger als andere. Das kann man auch bei uns Da hatten wir auch geredet, als wir uns das erste Mal getroffen haben, glaube ich. Dass wir halt unseres Paddels einstellen können, dass wir einen Winkel haben zwischen unseren Blättern. Und den kannst du halt so einstellen, sodass du möglichst wenig spritzt. Sodass du halt sauber aus dem Wasser kommst. Auf dem Niveau, ich bin, das haben Leute schon raus. Die spritzen da nicht unnötig viel. Aber es ist halt immer noch was, natürlich. Jonas: Das ist schon klar, das Wort hast du jetzt auch überhaupt nicht gemeint. Sondern einfach nur, ⁓ vielleicht dem Zuhörer das verständlich zu machen, 160 Schläge, sind fast drei Paddelschläge pro Sekunde. Also das ist wirklich extrem schnell. Also 21 und derzeit sind drei Schläge passiert. Das ist schon, ich glaube, das darf man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Dass man da natürlich bisschen Wasser in der Luft ist, das ist, glaube ich, jeden nachvollziehbar. Und extrem beeindruckend. Ella Richter: Ja, ja. Ja. Ja. Ja, auf jeden Fall. Jonas: Was ist für dich der größte Reiz in so einem K4? Gibt es da richtig so dieses Flow-Gefühl, wenn das Boot anfängt zu fliegen? Ella Richter: Ja, wenn man... Ja, wenn man dieses... Also das ist richtig ein gutes Gefühl. Wenn man da das Flow hat und alles ist... Also man macht das gleiche im Wasser, man ist da voll im Sync und dann auch noch extra schick, ich hier hinten bin, sehe halt alle vor mir auch und ich kann dann sehen, dass wir alle genau das gleiche machen und da fühlt man sich super stark. Das ist richtig cool. Und dann gibt es aber natürlich auch das, es dann irgendwie Irgendwas wackelt, irgendwas geht nicht und du sitzt halt hier und irgendwie schaukelst rum und weißt nicht was passiert und das ist dann halt auch super frustrierend. ja, wie halt vorher meinte ich halt auch, also the highs are really high und dann gibt es halt auch ziemlich niedrige lows. wenn es gut geht, ist es richtig gut. Jonas: Ist die 500 Meter Strecke, die du jetzt ja auch angesprochen hast, ist die lang genug, dass man mit so einem Momentum da auch wirklich einen Unterschied generieren kann oder ist die am Ende so kurz, gerade im K4, dass es eigentlich, man sprintet durch und dann ist schon wieder vorbei? Ella Richter: Also ein bisschen dazwischen, was ein bisschen nervt. Also im Vierer ist halt schon... Jonas: Okay? Okay? Ella Richter: Die Schlagfränze ist schon richtig hoch. Es fühlt sich an, als ob man den ganzen Weg sprintet. Man wird ja auch mit der Zeit KO. Die 130 oder 120 Schläge, die wir in der Mitte halten, fühlen sich dann auch nach einer Weile super anstrengend an. Man muss am Anfang das Momentum richtig kriegen, damit man bisschen drauf gleiten kann auf der Geschwindigkeit, die man gemacht hat. Aber es fühlt sich an, als ob man die ganze Zeit sprintet. Jonas: Okay. Ella Richter: Ich glaube, wenn man beim Rennen so was wie die 800 Meter rennt oder so was in der Art, das glaube ich ist ein bisschen ähnlich. Das ist halt voll die Lactate-Distance. Da kannst du nichts anderes machen. Jonas: Ja, und selbst da kann man, ich glaube jeder, sich zwei Stadionrunden vorstellt durchzusprinten, selbst da kann man zu schnell losprinten und dann langsamer werden, weil man zu schnell gestartet ist. Oder man kann sich das so einteilen, dass man hinten raus nochmal beschleunigen kann. Obwohl die Geschwindigkeit, im Fernsehen zumindest sieht es immer so aus beim Kanu, dass es relativ ähnlich ist. Also da gibt es nicht so diese riesen Unterschiede. Also es gibt schon Spurz, aber gerade im K4 ist es eher gleichmäßiger, oder? Ella Richter: Ja. Jonas: Korrigieren wir es sonst bitte? Ella Richter: Ja, nee, das stimmt schon. Im Vierer ist es schwierig. Also noch mal zu beschleunigen. Du kriegst halt da im Start deine Geschwindigkeit und dann geht's davon nur noch runter im Prinzip. Also du kommst da nicht noch mal hoch. Weil das Boot halt dann auch so schwer ist. Also wir sitzen da halt zu viert und das Boot wiegt an sich auch noch 30 Kilo. Also das Ganze noch mal irgendwie zu beschleunigen, hat man die Kräfte nicht. Oft wenn es dann aussieht, als ob jemand einen Sport hat, ist es dann einfach, dass die anderen nicht mehr so schnell sind. Dass die dann eher nach oben fahren. Jonas: Okay. Ella Richter: von Erfahrung her. es sieht manchmal schon so aus, als ob man nochmal einen Kick reinkriegt. Es gibt wohl auch Daten von deutschen Herren K4 von irgendeinem Rennen, wo sie in der Tat nach einer Weile schneller wurden. Also so mit 200 Meter zum Ziel. Also wurden sie noch mal schneller. Aber ich nehme an, dass die dann halt im Anfang nicht so schnell waren. Also nicht ihren vollen Potential rausgenommen haben und konnten deswegen nochmal hoch. Jonas: Okay. Mhm. Ella Richter: Weil wenn man von Anfang an sprintet, geht das nicht nochmal hochzukommen. Jonas: Okay, ja das ist schon spannend. So ein Gefühl von ich renn los und guck eigentlich wer kann am längsten halten. Wer kann irgendwie die Geschwindigkeit konservieren mit möglichst wenig Aufwand in Anführungszeichen möglichst effektiv zu sein. ja diese Kanu-Blätter sind ja auch relativ klein, wenn man sich das anschaut. Also klar im Verhältnis zur Körpergröße und so ist immer noch, aber wenn ich jetzt nur die Ruderblätter anschaue. Ella Richter: Ja. Mhm. Jonas: dann ist es natürlich ein ganz anderer Volumen sozusagen oder Fläche. Gleichzeitig ist natürlich eine ganz andere Frequenz. Also das ist eine extrem spannende Unterschied. Ella Richter: Ja. Ja, aber ihr habt eine Schlagfrequenz von 30? Mehr schon, oder? Jonas: Ja, also mehr schon. Mittlerweile wird es eher bisschen mehr, die Schlagfrequenz. Start ist so 40, 45 würde ich sagen. Manche gehen auch bis zu 50, da gibt es auch bisschen unterschiedliche Stile. Und dann so in der Strecke hängt so ein bisschen, also wir ja zwei Kilometer, das ist natürlich noch mal ein bisschen andere Streckenlänge. So mit 5,5, 6 Minuten, 6,5 Minuten. Ella Richter: Okay. Ja. Ja. Jonas: Und da ist so der Streckenschlag ist hier in der Bootsklasse, in den kleineren Bootsklassen. 1er, 2er ist ein bisschen niedriger meistens und im 2er, 4er, 8er ist ein bisschen höher. Da reden wir schon über die 40 Schläge in der Minute. Aber ja, klar ist natürlich halt gefühlt jede zweite Sekunde ein Schlag oder eine Sekunde drei Schläge. von 160 werden die wahrscheinlich auch etwas runtergehen, oder? Nach dem Start. Aber trotzdem ganz andere Frequenz. Ella Richter: Ja, okay. Mmh. Ja, Ja, also in der... Ja. Im Ende sind wir dann oft bei 120 oder so. Das sind aber trotzdem zwei in der Sekunde. Also ist trotzdem schnell. Jonas: Ja, ja. Genau, aber dadurch ist natürlich der Unterschied, dass wir beim Rudern, wenn wir halt von 40 auf 45 nochmal gehen im Endspurt zum Beispiel, dann diese fünf Schläge mehr, machen natürlich dann schon auch einen Geschwindigkeitsunterschied. Also da gibt's wirklich, oder auch in der Zwischenspurt, da hat man mehrere taktische Möglichkeiten. Aber die Vorreifase ist ja natürlich auch ganz anders, dadurch, dass sich der Rollsitz bewegt. Ihr sitzt ja fest im Boot. Das ist natürlich ein ganz anderer Unterschied. Die Beine werden ja auch ganz anders eingesetzt beim Rudern als beim Kanu. Ella Richter: Ja, auf jeden Fall. Jonas: Spannend. Lass uns noch mal kurz vertiefen, bisschen Überleitung zu den Trainingstypen oder Athletentypen. Du hast schon angedeutet, dass du hinten sitzt, weil du dich sehr gut anpassen kannst. Das heißt, gibt ja auch, damit hast du ja schon ganz deutlich gesagt, es gibt verschiedene Typen von Athleten, gerade was jetzt auch technisch darum geht. wenn du jetzt im K4-4 Sportlerinnen hast, die gut darin sind, den Rhythmus vorzugeben, aber nicht sich anzupassen, dann hat man auch verloren. Richtig? Ella Richter: Ja, auf jeden Fall. Jonas: Das heißt, geht schon unter die Kunst der Trainer, es dann ja immer, oder auch von einer guten Mannschaft, sich so zu finden, dass man möglichst homogen und gleichmäßig performt. Ella Richter: Genau. Und das haben wir halt da, also meinte ich auch, vorhin haben wir jetzt vor ein paar Wochen dann erst nochmal rumgetauscht, weil wir halt gefunden haben, dass eine halt Jonas: Genau. Ella Richter: das nicht so gut hingekriegt hat mit dem Anpassen. Dann haben wir sie stattdessen vorne und wir andere passen uns besser an. Hoffen wir jetzt mal. Wie gesagt, wir müssen das noch mal sehen. Wir sind bislang nur einen Rennen gefahren zusammen und da hatten wir nicht so viel Konkurrenz. Also müssen wir sehen, wie es dann jetzt klappt. Aber wir brauchen jemanden, vorne Jonas: Konkurrenz? Ella Richter: sehr stabil ist und sehr weiß, was sie machen muss und nicht gestresst wird. Weil vorne sieht man natürlich, wie man im Rennen steht, also wo die anderen sind und so weiter. Hinten, wie gesagt, ich sehe nur Wasser und ich sehe halt die anderen, vor mir sind. Also den Seiten weiß ich nicht genau, was passiert. Also vorne umgebrüstet brauchst du halt jemand, der wirklich cool ist im Kopf und halt da den Rhythmus gleich hält und halt sich zum Plan hält. Also wenn man jetzt gesagt hat, dass man oder getrainiert hat, die 160 auf 130. dann am Ende in der Schlagfrequenz, dass das halt jedes Mal so ist. Also brauchst du da jemanden, der sehr konsequent ist. Und in der zweiten Position brauchst du im Prinzip jemand, der technisch noch besser paddelt, also der halt da gut deutlich macht, das was der erste macht, sodass wir, dann weiter hinten sind, das dann auch noch gut mitkriegen. Also das war halt da in der Luftphase, also wenn beide Blätter außerhalb vom Wasser sind. Redet man von der Mikropause, dass man da kurz alle wieder einsammelt und dann den nächsten macht. Und da braucht es jemanden im zweiten, der das sehr gut macht. Das, man weiter hinten auch nicht gestresst wird. Und dritter und vierter sagen wir normalerweise im Team zumindest, das ist das Engine Room. Da bist du einfach nur stark und machst mit. Natürlich ist auch noch bisschen mehr dabei. Also ich, die alter vierte, hocke. Ich kriege halt die anderen nicht so sehr mit. Ich sehe, was sie machen, aber ich spüre es weniger im Boot. Weil wenn der weiter vorne sitzt, also zweiter und dritter, die haben halt jemand vor und hinter sich. Also da spürt man da so die Kraft noch mal mehr, weil man da so in einem Sandwich ist. Und ich sitze halt dran und muss ein bisschen raten, was ich mache. Jonas: Okay. Ella Richter: Also ich sehe natürlich was sie machen, aber ich spüre es halt weniger im Boot. Deswegen glaube ich, ich auch auf der Position, weil ich glaube ich von den vier im Team die am besten bin beim Anpassen und beim Sehen, was ich machen soll. Aber das ist nochmal ein bisschen speziell. Jonas: Spannend, es, ich glaube, da so die Feinheiten rauszufinden, also einmal diese eigene Einschätzung, wie du sie gerade jetzt ja auch äußerst, und das aber auch zusammenzubringen mit dem, was die Trainer dann sagen und auch die anderen Mannschaftsmitglieder letztlich. Ja, spannend. Genau, lass uns doch gern noch mal kurz auf die drei Athletentypen eingehen, die wir schon am Eingang sehr so bisschen erwähnt haben und dann... Darfst du gern mal, das ist immer so bisschen der Fun-Fact der Folge sozusagen, dich mal gucken, wo du dich einsortieren würdest. Und die Einladung gilt dann auch immer für die Zuschauer auch, weil da ist ein Test unter der Episode verlinkt, man den man machen kann, dauert drei Minuten. Und dann kriegt man schon mal eine ganz gute Einordnung, wo man da so steht. Genau, der erste Typ ist der Trainingsathlet. So nennen wir ihn ganz einfach. Der macht im Prinzip einfach immer mehr Umfang. Ella Richter: Hm? Jonas: Der gibt mehr Intensität, der macht mehr Vollgas. Der Fun-Fact, man bei Trainingsathleten hat, an einem Ruhetag macht er eine lockere Einheit. Weil er einfach viel hilft, viel, kann man auch sagen. Ich weiß nicht, ob du den kennst, diesen Typen. Vielleicht werden dir so ein paar Athleten aus deiner Karriere schon so im Kopf rumgehen. Das Spannende ist, im Wettkampf haben diese ... Ella Richter: Mhm. Vielen Dank. Jonas: sind diese Typen nicht gut. Die sind im Wettkampf leer, die sind nicht so gut. Das sind die Trainingsweltmeister, wie man sie auch gerne nennt, liebevoll. Im Training richtig gut. Und wenn es dann zählt, fehlt es irgendwie. Da fehlt die Leistung. Gleiches Beispiel gilt, wenn man sagt, ich habe einen leichten Infekt oder so, mein Hals kratzt. Ach komm, ein bisschen locker paddeln oder so, geht schon. Oder eine locker runde in den Kraftraum. Oder ein bisschen Bank drücken geht schon. Also so. Ich habe schon gehört, beim Kanufahren des Bankes drücken so die Non-Fluss-Ultra-Übungen. Ja, also auch bei den Herren, da wird dann gerne die Battles gesetzt, wer mehr schafft auf der Bank. Genau, der zweite Typ ist dann der Optimierer, der Optimizer-Atlet, kann man sagen. Und der hat verstanden, dass man mit viel hilft, viel weit kommt, aber irgendwann an seine Grenze kommt. Weil ... Ella Richter: Ja, das machen wir viel, ja. Jonas: Man sollte auch anfangen, etwas zu optimieren. Der verwendet Tools, der weiß, er sollte auch regenerieren. Der geht zur Massage, der geht mal in die Sauna. Der verkauft sich vielleicht aus dem Triathlon diese Recovery Boots. Der zieht so Hosen an, du durchgeknetet wirst. Es gibt Massagepistolen, die man auf die Beine setzt und sich durchkneten kann. Letztlich macht er Biohacking, wenn man es so nennt. Da geht morgens auch mal die Eistonne für die Regeneration. der Fun-Fact bei diesem Athletentyp ist, in der Pause gibt es oder nachmittags gibt es Kaffee und Cappuccino oder es gibt ein Stück Kuchen. Zwischendurch wird man eine Cola getrunken, weil man trainiert ja so viel, die Kalorien ist dann auch nicht so wichtig oder der Zucker macht Spaß. So und der Typ, das ist nämlich das Spannende, der optimiert ziemlich viel und der hat ab und zu unerklärliche Einbrüche. Also der trainiert richtig gut, der ist auch im Wettkampf oft richtig gut. Aber dann gibt es mal so diesen einen Wettkampf, da weiß er nicht, woran es gelegen hat und plötzlich hat es nicht mehr funktioniert. Oder der bereitet sich vor, du hast es gerade angedeutet, über den Winter, du warst recht stabil, du warst gut gesund über den Winter und andere werden vielleicht einfach krank. Die werden plötzlich krank, ohne dass sie genau wissen, was jetzt eigentlich anders ist. Klar, man kann sich immer mal verkühlen, aber der eine geht damit gut ⁓ und bleibt gesund, der nächste halt nicht. Genau. das ist so, das heißt dieser Typ, der wird plötzlich mal krank, der verletzt sich, ohne dass er eigentlich weiß, warum. Das ist so dieser Typ zwei dann. Trotzdem hat er sehr gute Ergebnisse, die immer wieder auch dafür sorgen, dass er sehr erfolgreich ist. Genau, der letzte Athletentyp ist der Regulated Athlete. Der ist... Jetzt etwas im Unterschied zu den beiden vorherigen. Sehr klar, der ist ruhig, der steuert sein System. Und der Fun-Fact ist bei ihm eigentlich so, der ist ganz unspektakulär. Der liefert einfach immer. Der ist wie so eine verlässliche Maschine. Klingt jetzt so negativ, aber kann man so bisschen vergleichen. Und das Ergebnis im Wettkampf ist ganz simpel gesagt, die Leistung ist da, wenn es zählt. Der kann immer abrufen, wenn es zählt, liefert der ab. Ella Richter: Ja. Jonas: Und jetzt mit dem, was wir gesagt haben, so dein Bauchgefühl, in welche Richtung würdest du dich hin orientieren? Ella Richter: Gute Frage. So bisschen vielleicht zwischen dem Optimized und dem Regulated. Ich glaube die meisten im Team sind irgendwo da so, aber weil ich natürlich daran denke, Leute wie ich kenne, die so bisschen so sind. Aber meine Zweierpartnerin ist definitiv diese Maschine, die immer geht. Also sie ist der optimaler Regulated Athlete, würde ich denken. Jonas: Mhm. Okay. Ella Richter: Und es ist auch cool, das mitzukriegen, was sie da alles so macht und wie das bei ihr auch so abläuft. da habe ich auch schon vorher gesagt, ich bin ja noch ziemlich jung im Team. Also ich bin 21 und die meisten anderen sind 26, 27, 30, also so eher im Dreh. Und da lerne ich natürlich auch von ihnen sehr viel. Also da habe ich auch ein paar Sachen mitgekriegt, die ich jetzt auch besser mache. Jonas: Ja, ist ein guter Punkt, den du noch ansprichst. Die Anmerkung dabei ist nämlich nicht, dass man sich einer dieser Kategorien zuordnet. Das wäre zu einfach. Sondern es ist meistens so ein, wie soll ich sagen, fast wie ein Prozentsatz. Bewege ich mich zwischen zwei Typen und wenn ja wo? Oder gehöre ich in eine Kategorie voll und ganz? das Spannende ist, die meisten Sportler und jeder Mensch, Sport macht, ist ja schon mal großartig. Aber auch die meisten Leistungssportler sind tatsächlich so in Typ 1 oder Typ 2. Und nur die allerwenigsten sind wirklich der Typ 3. Und deswegen haben wir uns so bisschen zur Aufgabe gemacht, weil wir die Erfahrung einfach gemacht haben, was möglich ist, wenn man Typ 3 ist oder lebt. da geht es dann auch nicht nur um Sport, sondern da geht es auch um, wie finde ich wieder meine Ruhe, wie kann ich mich entspannen, wie kann ich anspannen und entspannen, bewusst steuern. Ella Richter: Mhm. Jonas: Deswegen ist es auch gar nicht immer nur gut, nur Maschine zu sein, sondern auch die Maschine braucht mal ihre Wartung und ihre Pause, sondern da auch sich immer wieder zu entspannen und zu regulieren. Und wir begleiten Menschen oder Athleten, diesen Typ 3 zu verinnerlichen, zu vertiefen, weil wir, da kann man gerne eine andere Folge mal reinhören, ich selber da, in Sevilla übrigens, ist mein Olympiatraum geendet. Da war das Trainingslager, wo ich aus der Olympiameinschaft rausgeflogen bin, weil ich eben nicht reguliert war. Ich war Typ 2. Man kann mit Typ 2 erfolgreich sein. Ich war als Typ 2 Weltmeister im Rudern und habe aber nie richtig gelernt, mich zu entspannen. Und habe das erst danach dann kennengelernt und habe dann viel weniger trainiert, habe alles umgestellt gehabt, alles verändert, was mir vorher gesagt wurde von den Sportärzten und von den Sportmedizinern und war danach besser denn je. Ella Richter: Mh. Jonas: Aber der Olympia-Zug war halt abgefahren und das ist auch gar nicht schlimm. habe ich gut verkraftet, weil ich jetzt so viel gelernt habe seitdem. Aber wir können es halt anderen Sportlern weitergeben und das ist total cool, weil das mir ein Riesen-Anliegen ist. Und wie du richtig sagst, oder was total spannend ist, selbst ihr auf eurem Niveau, was ihr habt, wenn du sagst, die meisten sind da so im Prinzip zwischen Typ 2 und Typ 3 in der Kategorie. Das heißt, da ist noch Potenzial und das ist total spannend, weil wir reden hier nicht über irgendwie Ella Richter: Ja. Jonas: Altersklassen, Athleten, irgendwie mal zwei, drei, viermal die Woche Sport machen, sondern ihr ordnet alles diesem Sport unter. Das ist das Wichtigste im Leben. Du hast es auch eingangs schon gesagt, als wir gesprochen haben, ihr wart im Winter jetzt mehr weg als zu Hause, also im Trainingslager. Gut, Schweden ist natürlich wettertechnisch im Winter und lichtmäßig nicht ganz optimal, sagen wir es mal vorsichtig. Aber worauf ich hinausfülle ist, das heißt, da wird extrem viel Einsatz... Ella Richter: Mh. der nicht optimal. Jonas: Da wird viel Geld in die Hand genommen, wird viel Zeit investiert, da wird viel Verzicht auch ausgeübt. Ich soziales Leben brauchen wir nicht drüber sprechen. Wann du das letzte Mal auf Partys warst oder mit Freunden unterwegs warst, die Trainingsgruppe wird dann halt zur sozialen Blase, in der man sich bewegt. Das ist Schöne. Und deswegen hofft man, dass man mit Menschen im Boot sitzt, die man auch mag, weil dann hat man einfach mehr Freude. Aber ... Ella Richter: Ja, genau. Ja, auf jeden Fall. Jonas: Da wird extrem viel investiert und wird extrem viel Fokus draufgelegt. Und dann zu sehen, okay, da ist trotzdem noch Platz. Ich will darauf nur hinaus, ihr seid auf Weltmeisterschaftsniveau, ihr seid auf Olympianiveau. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass ihr diese Quali schaffen werdet. Und drück euch da alle Daumen für. Und trotzdem ist total spannend, auch für viele, vielleicht die Zuhörern, zu sehen, selbst da noch das ein oder andere Quäntchen rauszuholen ist. Ella Richter: Ja auf jeden Fall. da gibt es, ich glaube viele Puddeln, beim Puddeln ist natürlich auch dieses, Prime Age ist natürlich auch später als in anderen Sporten, also beim Bei anderen Sporten bist du halt in deiner Prime mit 15 oder so. Beim Paddeln ist es schon eher später. Aber ich glaube viele machen auch weiter, weil es halt immer noch Sachen gibt, die man verbessern kann. Weil man halt auch... Viele kommen halt auch zu dem Niveau, wo sie sich halt dann mit sich selber immer vergleichen. Ich war halt so und so schnell, ich kann aber noch so und so, wenn ich das mache. Und dass man halt dann von dem auch angefeuert wird. Das ist halt da immer noch... gibt es da bei der Erholung immer noch was besseres oder sich mental noch besser vorbereiten oder noch mal eine neue Methode ausprobieren mit dem Training. Also da gibt es immer noch immer irgendwas. Jonas: Definitiv. Wie heißt es so schön? Stillstand ist die Form der Veränderung. Das Einzige, stetig ist, ist die Veränderung. rum mal würde ich sagen. Und Stillstand ist Rückschritt. Das gilt, glaube ich, für den Leistungssport durchaus. Ella Richter: Hm? Ja. Jonas: Ja, kommen wir so bisschen zum Abschluss, liebe Ella. Die Abschlussfrage ist ganz einfach und schwierig zugleich. Mit dem, was wir bisher gesprochen haben, mit dem, was du mit deiner Lebenserfahrung, mit deiner Zeit als Kanotin bisher oder auch als Mensch letztlich ganz einfach gesprochen weißt, was würdest du sagen, was trägt deine Leistung wirklich? Ella Richter: Wie meinst du da? glaube, mein Deutsch ist da ein bisschen... Jonas: Also was ist das Fundament? Das Fundament für deine Leistung. What truly supports your performance, könnte man auch sagen. Ella Richter: Äh... Ja, Äh... Gute Frage. Ehm... Wahrscheinlich... Also, ja, so bisschen wie ich vorher meinte, also dieses, man sich immer selbst verbessern will, aber halt auch alle Leute, einem dabei helfen. Also wie man da halt so als... Also ich meine, das Kanon, natürlich sind wir jetzt im Mannschaftsboot, aber man ist halt immer trotzdem ein bisschen alleine in dem Sinne. es wird halt trotzdem ein Team Effort, wenn du da halt Unterstützung kriegst von diversen Leuten, vom Verein und von was auch immer. Also die, die mir ein paar dann beigebracht haben. alles. Ja, also. Ich müsste die auch stolz machen. Ohne zu viel Druck auf mich selber oder so, dass ich das jetzt für andere mache. Aber es ist schon so bisschen die Freude, man da für sich selber einholt, aber auch für die, die einem da helfen. Glaub ich. Jonas: Okay. das als Teil eines größeren ganzen Sicht zu sehens, wo du quasi in der Lage bist, da, also wo du ein bisschen auch deine Motivation draus ziehst. Nicht nur für dich alleine das zu tun, sondern eben auch für das Umfeld, was dich unterstützt, da was zurückzugeben vielleicht sogar. Ella Richter: Ja, Da beim Verein versuchen wir immer noch Kinder reinzukriegen, die da neu anfangen. Und wenn ich da halt irgendwie bisschen ... Also für den Kanu-Verein, wo ich bin, noch mehr Werbung machen kann oder größer. Das hilft dann vielleicht in irgendeinem Sinne oder so weiter. Aber natürlich dann auch, wie ich halt meinte, mir macht das Mannschaftsbrot Spaß, weil ich es auch für die anderen im Boot mache. Wir machen es zusammen. Ich will jetzt besonders gut sein für dich, wenn ich jetzt im Zweier bin zum Beispiel. Dass man es wirklich zusammen und füreinander macht. Jonas: Ja, ich weiß genau, was du meinst. Das ging mir jahrelang ähnlich. Gerade mit der Zweierpartnerin, mit dem Zweierpartner in meinem Fall, dass man aus Sicht des Bestes versucht, rauszuholen und dann quasi gemeinsam auch diese Erfolge zelebrieren und feiern zu können. Weil man zusammen doppelte Freude ist. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Ella Richter: Mhm. Ja ja genau. Genau. Jonas: Und gefierfachte Freude, gefierfachteilte Freude ist dann gefierfachte Freude. Sehr gut. In diesem Sinne wünschen wir dir viel Erfolg in Szeged in Ungarn dieses Wochenende. Und genau, freuen uns und drücken dir die Daumen und sind gespannt, was rauskommt. Ella Richter: Genau. Danke schön. Vielen Dank! Jonas: Viel Erfolg, liebe Ella ⁓ Ella Richter: Ciao!