speaker-0: Willkommen bei Best Bark Date Ever, dem Podcast von Bark Date. Hier geht es ⁓ echte Begegnungen mit Tierschutzhundchen, berührende Geschichten und darum, was verantwortungsvoller Tierschutz wirklich bedeutet. Bereit fürs beste Date deines Lebens? Dann hör rein! Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Bark Date, dem Tierschutz Podcast. Mein Name ist Larissa und ich sitze heute wieder gegenüber von der wunderbaren Lisa. Lisa, how is it? Wie geht's dir? speaker-1: Gut, spannende abwechslungsreiche Woche. Park Date liegt wieder hinter uns. haben wieder viele neue Krisen gefunden und gelöst. Und ich freue mich sehr, wieder mit ihr hier zu sitzen. speaker-0: Krisen, wie immer, gelöst, so wie immer, meistens zumindest. speaker-1: fühlst dich auch gut, hast du auch die Krisen gut überstanden. speaker-0: Ja, also so das Übliche möchte man sagen. Vielleicht an dieser Stelle schon mal ein herzliches Dankeschön zu eurem Feedback von unseren ersten Podcast-Folgen. Wir freuen uns wirklich wahnsinnig darüber und gerne, wenn ihr weiteren Input habt, haut immer raus bei Instagram, schreibt uns eine Mail. Wir freuen uns wirklich über Anregungen, aber natürlich auch über Lob. Wir wollen nicht lügen. speaker-1: und über Fragen, ihr habt. Wenn wir Themen vielleicht noch aufnehmen können in die zukünftigen Folgen, lasst es uns gerne wissen. speaker-0: Absolut genau richtig. Und ein Thema, über das wir heute sprechen wollen, ist eins, was jetzt, ich glaube, aus unserer Community gar nicht so häufig kommt, was so ein generelles ist. Immer wenn es ⁓ Tierschutz geht und ⁓ adoptierte Hunde und ich glaube, also bei mir ist das wahnsinnig häufig gewesen. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, können wir gleich mal drüber reden, aber ja, Vorurteile gegenüber Tierschutzhunden. Mythos Tierschutzhund. Ich weiß noch, als ich meine Luni adoptiert habe, ich muss sagen, komme aus einer Familie, also wir hatten immer Hunde eigentlich zu Hause und immer Hunde vom Züchter. Und als ich dann gesagt habe, ja ich hole einen Hund aus dem Tierschutz, die kommt aus Ungarn, war natürlich erstmal große Panik. ⁓ Gott, ja, also das Tier, das wird ja tausenderlei Probleme mit sich bringen und ob ich mir das gut überlegt hätte und... Im Fall von Luni war es auch so, die war nicht auf einer Pflegestelle, sondern ist quasi direkt aus dem Shelter zu mir gekommen. Das heißt, nicht Stuben rein, keine Sozialisierung in Deutschland und so weiter. also meine Familie ist amok gelaufen, mehr oder weniger. Also die haben sich, glaube ich, wirklich gedacht, jetzt ist sie komplett durchgedreht. Weil sie solche Sorge hatten, was halt ein Tierschutzhund bedeuten kann. Also ich weiß nicht, ob du da auch in deinem Umfeld schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht hast. speaker-1: Tatsächlich vor allen Dingen im Tiermedizinstudium. Das fand ich ganz spannend. Ich dachte damals, als ich das anfange zu studieren, ich bin jetzt in einem Jahrgang und Menschen umgeben, die alle so totale Tierschützer sind, Tierschützerinnen, musste aber feststellen, dass das Thema Tierschutz ganz ganz ganz weit weg sowohl von dem Curriculum, also der Ausbildung und des Studiums des Tiermediziners liegt, als auch wirklich Ja, meinem Umfeld zumindest, in meinem Jahrgang wenig Menschen auch Kontakt damit hatten. ja, sowohl bei den Studierenden als tatsächlich auch bei den Professorinnen durchaus ziemlich Vorurteile geherrscht haben gegenüber Tierschutz allgemein, was alles mit Tierschutz auch natürlich zusammenhängt, das ja auch nicht nur die Hunde, Katzen, Kleinsäuger und natürlich auch Fische, Tiervögel und auch die Nutztiere betrifft. Und dass da schon Ja, also das was ich so erwartet hatte, dass wir dann nicht jetzt so ein gemeinsames Bild hatten, sag ich mal so. speaker-0: Was waren da so Vorurteile, die anderen Leute dann so hatten gegenüber dem Tierschutz? speaker-1: Also ich glaube, ganz großes Thema ist letztendlich einmal so bisschen die, ich sag jetzt mal moralische Einstellung in dem Thema gegenüber. Also natürlich sind es im tiermedizinischen Umfeld viele Menschen auch, die viel mehr Kontakt hat sich beispielsweise mit Landwirtschaft und landwirtschaftlichen Nutzbetrieben haben, die auch ein anderes Verhältnis zum Tier gelernt haben. Ich bin jetzt in der Stadt aufgewachsen. Bei mir gab es halt immer Haustiere. Es gab ein paar Kühe in der Nähe auf dem Feld, die standen aber auch immer draußen. Da gab es weit und breit keine ... groß Nutztieranlagen, also bis heute gibt es da keine in diesem Umkreis. Das ist eine andere Normalität. Das fand ich irgendwie schon mal spannend und also auch wirklich Sachen, die ja auch wirklich einfach faktisch widerlegt sind, mit welchen Krankheiten diese Tiere mitbringen und so weiter. so solche Sachen. im Verhältnis dazu, dass wir gerade eine Vorlesung darüber gehört haben, was für 1000 Krankheiten die Zuchthunde und Tiere überhaupt haben. Und dann irgendwie geht man dann raus und auf einmal so, ne, also ein aus Ungarn würde ich ja nicht nehmen, weil der bringt ja 1000 Krankheiten mit, und man steht da und denkt so, was? Hast du gerade der Vorlesung zugehört, die letzten anderthalb Stunden? Also ich fand das irgendwie erschreckend. Aber ja, also da war schon eine Menge Vorurteile. Und ich glaube, so dieses klassische Bild, dass Leute, wenn sie an ein Tierheim denken, und das hören wir ja auch oft beim Barg-Date, dass Leute halt sagen, ich trau mich nicht, in ein Tierheim reinzugehen. weil man denkt irgendwie, sind Hunde, sind irgendwie nicht mehr gewollt, aus welchen Gründen auch immer und deswegen auch oft gleich böse. Böse, schlecht, nicht gut, nicht gut erzogen, sie funktionieren nicht richtig und so weiter und das ist bisschen dieses nach dem Motto, das ist so der Secondhand für Hunde, aber auch so gleich mit dem so, ja, aber auch so bisschen auch schon eher die Altkleidersammlung. speaker-0: Ich auch gerade gedacht, Second Hand ist ja fast noch bisschen positiv dafür, wie manche Leute das so sehen. Also da ja wirklich... Also da will ich jetzt meine Familie rausnehmen, die haben jetzt nicht gedacht, dass ich irgendwie eine Kampfmaschine hole oder so. Aber es gibt ja wirklich Menschen, die sich so denken, alle Hunde, die im Tierheim sitzen, die haben schon mal irgendjemanden gebissen, weil die können gar nicht mit Kindern oder was weiß ich was alles. Aber vielleicht können wir da schon mal reingehen. Was glaubst du, ist so... Das größte Vorurteil, was Menschen mit Tierschutzhunden haben. speaker-1: Also ich glaube, wie gesagt, dass die irgendwie böse sind, nicht gewollt, dass sie nicht so funktionieren wie jetzt einen Hund, den ich mir als Vapo hole und wo ich ja quasi beeinflussen kann, wie dieser Hund sich in seinem Leben verhalten wird, was ja ehrlicherweise auch eine verrückte Annahme ist und auch gleichzeitig ganz schön viel Verantwortung mit sich bringt. Genau, ich glaube, nicht gewollte Hunde, Hunde, die irgendwie Defizite aufweisen, gesundheitliche, verhaltenstechnische Defizite, vielleicht auch optische. Also auf jeden Fall Defizit. Ich glaube, ist das Hauptsächliche. Sie sind nicht so freundlich, sie sind nicht so kinderlieb, die wollen gern beißen, die brauchen einen Maulkorb. Das, glaube ich, sind so die häufigsten. speaker-0: Erinnerst du dich noch daran, dein erster Kontakt zu einem Tierschutzhund war? speaker-1: Also zum Tierschutz weiß ich, dass ich mit 14, 15 irgendwann habe ich bisschen gejobbt, nebenbei Nachhilfe gegeben. Aber ich war halt immer so ein Tiermensch und dann habe ich im örtlichen Tierheim angerufen und gesagt, hey, ich würde gerne euch unterstützen und irgendwas tun und machen. Da wurde ich ziemlich unwirsch quasi eigentlich abgelehnt und hatte danach auch nie wieder Kontakt oder es wurden mir auch keine Alternativen oder irgendwie sowas genannt. Das war so mein erster Kontakt, glaube ich, mit dem Tierschutz. Und so richtig mit den Hunden bin ich erst in Kontakt gekommen, als ich mich auch mit meiner eigenen Hündin, als die zu mir gekommen ist, mit dem Thema Außen- und Tierschutz beschäftigt habe. Das war aber erstmal noch meistens so bisschen von mir weg. Und zwei Jahre weiter, nachdem ich sie adoptiert hatte, bin ich halt selber nach Rumänien gereist und war fünf Wochen dort in einem Shelter in Rumänien. mit ungefähr 600 Hunden. Und ich glaube, das ist so die erste richtige, die richtige echte, so direkte Erfahrung. Natürlich habe ich in meinem Leben schon mal Hunde aus dem Tierschutz irgendwo getroffen und bin denen so begegnet. Aber ich glaube, wirklich diese Realisation, was ist ein Tierheim, was bedeutet das und so. Ich glaube, das ist da erst so richtig, das war so der Moment. speaker-0: Ja. Ich glaube, dass einem das auch wahnsinnig hilft, vielleicht zu verstehen, warum Tierschutzhunde oft so sind, wie sie sind, wenn man einmal in so einem großen Shelter war. Oder zumindest sich eingehend damit befasst hat. Ich muss bei mir sagen, ich war noch nie in so einem großen Shelter. Aber ich hab natürlich Dokumentationen darüber gesehen oder weiß von euch, wie es halt ist, scanne Videos und Podcastberichte und kann deswegen, glaub ich, bisschen einschätzen, wie sich das vor Ort darstellt. finde ich, erschließen sich wahnsinnig viele Verhaltensweisen, die man halt bei Hunden, die gerade aus solchen großen Scheitern kommen, beobachtet. Wie war das bei deinen Hunden? Hatten die irgendwelche bestimmten Dinge, wo du sagst, ja das ist so typisch für Hunde, die aus solchen Bedingungen aus dem Tierschutz kommen? speaker-1: Ja. Also zum Glück ist es eher bei dem einen, bei der anderen nicht, denn die Lottie war, also das hat man zu der Zeit noch bisschen häufiger gemacht, das macht man mittlerweile nicht mehr so gerne, aber da hat man quasi die Mutter mit den Welpen aus der Tötungsstation rausgeholt und die sind nach Deutschland auf eine Fliegestelle gekommen. Die Lottie war da acht Wochen alt und ich habe sie dann mit neuneinhalb, zehn Wochen ungefähr adoptiert. war halt wirklich so süß und sehr, sehr klein. Sie war so süß, es war wirklich schlimm, es war einfach unfair, waren unfaire Bedingungen. Aber ja, wir haben uns ja auch gegenseitig ausgesucht, dieser kleine Schatz. und ich. Aber was ich vorweg immer wichtig finde zu sagen, also die Unterbringung in einem Tierheim ist ja eine, also jetzt per se, eine nicht hundegerechte Haltung. So die Hunde sind Companion Animals, sie leben in Rudeln, die leben in weitläufigen Arealen, die akzeptieren uns Menschen als Companion Animals, aber die wollen mit uns zusammenleben, die wollen nicht irgendwo eingesperrt sein. Und auch bei Haltungen im Zwinger und so weiter ist ja auch zum Beispiel der Menschenkontakt und so weiter auch vorgesehen. und der Auslauf und so weiter. Das heißt, ein Tierheim ist ja per se eigentlich eine Notunterkunft. ne, bei uns Menschen auch, ne, haben wir in Flüchtlingsunterkünften und so weiter. Das ist ja was total Ähnliches, da weiß man auch, das sind keine, häufig leider nicht mal menschenwürdige Bedingungen, das ist bei Tieren auch ähnlich. Also bei den Hunden- und Katzenschaltern, dass das halt Unterkünfte sind, die sind dafür gedacht, die Hunde kurzzeitig aus einer Notlage erst mal aufzunehmen, sie mit dem grundsätzlichen Bedürfnissen zu versorgen. Also, Sie können irgendwie schlafen. sind nicht gefährdet per se, außer von anderen Hunden leider, weil sie ja häufig einfach überbelegt sind und dadurch sie nicht einzeln in ihren Zwingern sitzen, sondern mit mehreren. Das birgt natürlich eine gewisse Gefahr. Sie werden ernährt, sie tierärztlich versorgt. Es passiert jetzt erstmal nichts Schlimmes, aber sie sind halt auch auf im Zweifel 10 Quadratmetern mit fünf anderen Hunden und das vielleicht auch drei, vier Jahre lang. speaker-0: Und man weiß ja auch, da gibt es ja auch immer wieder Videos von Tierschutzvereinen, die auch beim Barg Date sind, die das auch bei Instagram und so teilen, dass dann die Rudeldynamik muss auch nicht funktionieren. Also da sind dann fünf Hunde, die da zusammengefärcht sind. Und ich weiß nicht, wie oft ich schon irgendwelche wirklich herzzerreißende Videos gesehen habe, wie dann irgendwie so ein kleiner Hund in der Ecke sitzt und dann da steht, okay, ja, der wird gemobbt, der wird vom Rudel nicht akzeptiert, der kriegt kein Essen, die Hunde magern ab im Zweifelsfall. Oder das andere Extrem, da ist einer, denkt, Er wäre hier der Big Boss. Der kriegt das Futter von allen anderen, wird unfassbar dick, weil er keinen Auslauf kriegt. Weil es gibt keine Kapazitäten, mit den Hunden auszugehen. Das, was in so einem Haushalt ganz gut funktionieren kann. Man denkt sich, so drei, vier Hunde werden eine gute Zeit haben. Nee, haben die nicht. speaker-1: Kann man sich ja auch selber vorstellen, stell mal vor, ihr werdet jetzt mit fünf, sechs wahllosen Personen, die ihr vorher nicht gekannt habt, in 10 Quadratmeter eingestellt. Ihr müsst da jeden Tag verbringen, ihr könnt da nicht raus. Natürlich kann man Glück haben und man versteht sich zufällig in der Dynamik und man arrangiert sich miteinander. Aber muss nur ein Pöbler dabei sein und die ganze Dynamik ist dahin. Da gehen natürlich in so einem Tierheim auch Tiere rein und raus ständig. Also es werden Hunde adoptiert, es kommen neue Hunde dazu und das verändert sofort wieder die Rudeldynamik. Das ist halt etwas, was man immer berücksichtigen muss, dass so diese klassischen Tierheimanlagen, wie man sie kennt, verholen. Also diese Zwinger aneinander, Reihenweise und so weiter. Das ist als Notunterkunft meinetwegen noch in Ordnung. Es gibt andere Ansätze, können wir auch gleich nochmal drüber reden, als Notunterkunft meinetwegen. Das Problem ist, man muss einfach sehen, dass viele Hunde wirklich Jahre in diesen Haltungzuständen verbringen und dass das selbstverständlich was mit denen macht. ja, genau, das ist glaube ich was, und du hast jetzt eben gefragt, was so typische Verhaltensweisen sind. Ganz klar, haben die da am wenigsten? Du hast es gerade schon gesagt, so was wie Futter. im guten Tierheim ist es immer so, Futter gibt es en masse. Also gibt es in rauen Mengen, damit sich einfach darum überhaupt nicht gestritten wird. Dass selbst der gierigste Fresser es nicht hinkriegt, die ganze Menge zu fressen. Und dann nimmst du halt in Kauf, dass ein paar ein bisschen fetter werden. Ist auch nicht so schlimm. Die haben da so einen Stress, die ganz anderen Energiebedarf als meine Couchpotatoes hier. Völlig anders. Aber es gibt halt Kampf ⁓ Ressourcen. Das beobachtet man ganz oft und eine Ressource kann alles sein. Ressource können auch wie Menschen sein. Das heißt, dass wenn ein anderer Hund sich nähert, ein anderer Mensch sich mir nähert, dass mein Hund territorial oder beschützerisch darauf reagiert, weil er halt gelernt hat, seine Ressourcen zu verteidigen und wenn er auf einmal hier in so kleinen Schlaraffenland lebt und vorher... das in einem Tierheim mitgekriegt hat, ist er erst recht noch, dass er sich denkt, okay, die alte würde ich schon gerne, also die nervt mich mal ab und zu, aber die will irgendwie was von mir und die gibt mir Kommandos. Aber im Grundsätzlichen finde ich das ganz nett bei der, das heißt, ich behalte die irgendwie ganz gerne. ja, das muss man auf jeden Fall mit beachten, einfach dieser, also das Grundlegende ist, dass das Tier seine Bedürfnisse erfüllen will. Es will in Ruhe schlafen, es will in Ruhe fressen, im besten Fall, wenn es nicht gastriert ist, will es sich fortpflanzen und es will sozial Kontakt zu anderen Hunden. So und Fortfernanzierung ist ja eigentlich erstmal das Primäre, was allen Tieren evolutionär angeboren ist. Jetzt nehmen wir den Hunden diesen Stress ja in der Regel weg, weil wir einfach durch die Populationskontrolle einfach Kastrationen durchführen und das ist auch vernünftig in dem Rahmen. So wie wir mit Hunden zusammenleben in Städten und so weiter, so geht es auch nicht anders. Aber trotzdem haben wir dann immer noch andere Ressourcenthemen. Und das ist dem Hund erstmal das Wichtigste. Der denkt sich ja nicht, ich würde gerne ein wertiges Mitglied dieser Gesellschaft sein. Das ist dem ja erstmal luckegal. Der denkt sich halt gut. Mein wichtigstes ist, ich würde heute gern ordentlich fressen und ich würde gerne nicht von anderen angepöbelt werden und ich will irgendwie meine Wiese verteidigen. Der Kampf ⁓ Ressourcen, würde ich sagen. speaker-0: Ja, definitiv. Das hat man ja ganz, ganz häufig, ne, so mit dem Futter, dass man da echt aufpassen muss. speaker-1: Und vielleicht nur kurz zur Vollständigkeit. Natürlich haben auch manche Hunde gelernt, genau in die gegenseitige Richtung zu gehen. Also die halt so oft dagegen gekriegt haben von anderen Hunden zum Beispiel, dass die halt völlig in der Defensire gehen. Und sobald auch irgendjemand einen Menschen die Stimme erhebt, liegen die in der Ecke, rollen sich auf den Rücken, wollen nichts, sind ängstlich und so geworden. Weil das natürlich, also natürlich versuchen die zu überleben, aber es kann auch eine Überlebensstrategie sein, halt eben von dem nach vorne gehen, nach hinten zu gehen. Manche arrangieren sich in der Mitte und die können so, ich kann mir nehmen, was ich brauche, aber ich gehe zurück, wenn es zu viel wird. Das geht auch. Aber genau, also so in diesen Extremen pendelt es sich. speaker-0: Man muss es auf jeden Fall im Hinterkopf haben, glaube ich, wenn man sich einen Hund holt, der eben länger im Shelter war. denke mal, also bei Luna war es zum Beispiel, also bei meiner Hündin, die war gar nicht so lange in einem Shelter. Ich glaube, das waren nur irgendwie so drei, vier Wochen oder so was. Ich glaube, da konnte sich gar nicht so viel einschleichen, aber gerade bei Tieren, die eben lange in so einem speaker-1: Das ist aber auch gar nicht so, dass ich nicht mehr Mund vom Züchter hole. Gerade die leben oft im Schlafenland von Anfang an. Beobachtet man dann aber auch viel, dass wenn da zum Beispiel andere Hunde in den Haushalt kommen, dass sie das halt gar nicht cool finden. Weil das ist halt für die der Normalzustand. Die Hunde, die in Tierheimen waren, die haben vielleicht auch gesehen, wie es anders laufen kann und da vielleicht auch prägende Erfahrungen gemacht. Manche haben ja auch vorher auf der Straße gelebt und haben sich da irgendwie überlebt. In welcher Ausprägung auch immer, in dem Zurückzug. oder indem nach vorne gehen oder irgendwo dazwischen. speaker-0: wäre jetzt meine nächste Frage gewesen, weil wir nämlich gerade darüber gesprochen haben, was macht das Shelter mit einem? Und dann haben wir im Prinzip verschiedene Arten von Hunden, die in Shelter kommen. Es gibt Inobhutnahmen, gibt Hunde aus Vermehrerbetrieben, es gibt ganz klassisch die Straßenhunde. Was würdest du sagen, da so typische Dinge, auf die man sich vielleicht einstellen muss, wenn man einen Hund hat, der früher auf der Straße gelebt hat, wenn man einen Hund hat, der aus einer Inobhutnahme kommt, wenn man einen Hund hat, der aus einem Vermehrerbetrieb Also was muss man da vielleicht sich schon vorher überlegen, weil ich glaube schon, dass die eine oder andere Art vielleicht für den einen oder anderen Haushalt und Menschen vielleicht ein bisschen besser passen könnte. speaker-1: Also pauschal kann man das immer nicht so natürlich sagen. Jedes Tier ist individuell. Das ist vielleicht als kleiner Disclaimer. Das gilt ja zu alles, was wir sagen an der Stelle. Aber fangen wir mal an jetzt. Also ich würde versuchen immer, also so versuche ich mir das immer herzuleiten. Was macht das Tier in der freien Natur? Was hat es jetzt ungefähr für Erfahrung gemacht? Was antizipiere ich? Was hat es für Erfahrung gemacht? Ein Tier, das auf der Straße lebt, hat ja erstmal die freie Wahl. Wo gehe ich hin? Es geht also da irgendwo hin, wo Ressourcen sind. Vor allen Dingen Essen. Und Vermehrungspartner. Also man möchte sich ja fortpflanzen als Tier. Also das ist ja quasi erstmal das Primäre. Das bedeutet aber auch, wenn da Essen ist und mehrere Hunde sind, ist natürlich wieder ein Kampf ⁓ Ressourcen. und das heißt, diese Tiere haben irgendwie gelernt, Menschen näher zu kommen. Sie lernen aber meistens, also in vielen Ländern auch, sich zurückzuziehen, weil manchen Ländern das eben auch wirklich gar nicht gerne gesehen wird. Es gibt ja aber auch Regionen und natürlich auch Länder und Menschen, die total lieb sind und sich... total gut ⁓ diese Hunde auf den Straßen kümmern und wo es eben nicht so ein Problem darstellt. Aber auch Teil leider nicht. Genau, nehmen wir jetzt mal eine Region an, wo das vielleicht eben nicht so gut funktioniert, wo die Tiere irgendwie da sind, aber sie vielleicht, ja, keine Ahnung, wie bei uns als Waschbären jetzt heute auf einmal wieder als irgendwie invasive Art gilt und so weiter. Und man einfach sagt, der Hund ist hier unnütz, der nimmt uns Sachen weg, ist vielleicht auch eine ärmere Region oder so. Das heißt, der hat zum Menschen eine gewisse, okay, von Menschen, da gibt es irgendwie Essen. Das habe ich gelernt. Aber Menschen haben auch Autos, Menschen haben auch Waffen, Menschen schlagen, Menschen tun weh sozusagen. Das heißt, behauptet sich selbst, der kümmert sich ⁓ sich selbst. Und ich sage mal, Hündin, wie gesagt, neun Wochen war die alt. Verhungert wäre die nicht auf der Straße. Die ist wirklich ein Profi-Gammler vor dem Herren. die hat... Wie diese kleine Katze von Track, der sehr gestiegen hat, wenn das in die Ohren zurücklegt und die Augen groß. Das kann sie ja per Exzellenz. Also wirklich, als hätte sie es auf der Straße gelernt. nein, hat sie nie. Musste sie nie, aber es hat sie irgendwie genetisch schon mitgekriegt. Sie kriegt natürlich viel zu wenig Essen, viel zu wenig Liebe, wird ja nur im Keller gestreichelt. ja gut. Alles furchtbar. speaker-0: Ja, das ist immer... speaker-1: Ja, also so diesen Drang, dass man nicht genug zu essen hat, das obliegt ihr schon sehr innen. Genau, das ist natürlich das Wichtigste. Irgendwie müssen die essen, irgendwie müssen die schlafen, die schlafen gerne in Ruhe, schlafen auch gerne irgendwie in Sicherheit und so. Genau, manche natürlich auch irgendwie mit, ja, wer wechselt sich ab oder so, wenn es mehrere Hunde sind. Aber genau, das vielleicht zu dieser Art. Wenn wir jetzt von einer Sicherstellung zum Beispiel sprechen. Dann sind das oft Hunde, in Privathaushalten waren und wegen inadequater Haltung und Führung irgendwie sichergestellt werden, weil sie vielleicht auch schon verhaltensauffällig geworden sind, weil es Beißvorfälle gab, vielleicht weil es aber auch ein Messiehaushalt war und die sich nicht adäquat darum gekümmert haben. Das heißt, die Tiere haben ja auch gewisse Dessozialisierung erlebt. dass der Mensch eben nicht ihr sozialer Partner war, sondern der Mensch, sie hat in einem Umfeld ausgesetzt, in dem sie wütend agieren mussten oder indem sie verkümmert sind, weil sie halt nicht richtig Essen bekommen haben oder weil sie halt in Dreck und Schmutz und Scheiße gelebt haben oder so. Das heißt, sie haben kein Urvertrauen in den Menschen. Und das ist bei den Straßenhunden ja auch so. Sie haben auch einfach kein Urvertrauen, sondern auch Motto, du bist der, der mich jetzt jemand aufwachsen lässt. Ja, und bei den Vermehrern... Das ist natürlich auch nochmal eine ganz krasse Erfahrung. Aber sind natürlich vorrangig dann weibliche Tiere, die wirklich als Gebärmaschinen gehandhabt wurden. haben immer wieder dieses Welpenkriegen, Welpen werden weggenommen, Schmerz, Trennung, Schmerz der Geburt, das ganze Organsystem völlig ausgelastet, die gesorgenen Leisten, die auf dem Boden hängen. Also die haben auch wirklich schwere körperliche Erschöpfungssymptome davon. Letztendlich würde ich sagen, pauschal für alle gesagt, man sagen, die haben auf jeden Fall keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Menschen sind für die nicht vertrauenswürdig, die, die sich darum kümmern, dass sie ihre Ressourcen bekommen und so. Und wenn man sich einem solchen Hund annimmt und den aufnehmen will, dann kann man natürlich erst mal gucken, wo ist dieser Hund? Also geht der nach vorne, geht der nach hinten oder ist der irgendwo in der Mitte? Hat der sich irgendwie angepasst? War der anpassungsfähig in der Zeit? Und je nachdem, wo er ist, kann man natürlich gucken, okay, ist das jetzt einer, nach vorne geht, kann ich das händeln? ist das eine, zurückgeht, ich den Raum, dass der Hund auch einfach machen kann. Ich habe einen Hof, der ist eingezäumt, der Hund kann machen, wie er will, wenn er kommen will, will er kommen, er kriegt alles, was er braucht. Kann für den Hund die perfekte Lösung sein. Oder ist das ein Hund, der wirklich eine krass gute Anpassung gelernt hat, also irgendwie in dieser Situation ganz gut überlebt hat, dann geht vielleicht auch noch mehr. Dann muss ich vielleicht mich eben nicht ⁓ diese Extremen kümmern, sondern ich habe halt eigentlich die Chance, einen recht normalen Hund da draus zu haben, auf dem ich jetzt nicht so ein Spezialist-Management. speaker-0: Ich glaube, ist total wichtig, dass wir das nochmal sagen. Das kann alles sein. Genau wie du sagst, das ist halt eine Skala. Und du meintest ja auch, das klär immer, jeder Hund ist unterschiedlich. Es kann sein, dass du einen Hund hast, der totale Panik vor Menschen hat, weil ihm Gott weiß, was angetan wurde. Und Hunde, die komplett verschüchtert sind und sich gar nicht irgendwie raustrauen. Und es kann aber auch sein, dass du einen Hund hast, der der unkomplizierteste Hund aller Zeiten ist. Und der hat genau das Gleiche durchgemacht wie vielleicht ein anderer Hund auch. speaker-1: kann ich bei meinem Rüden zum Beispiel. Der hat auch einen Bruder. Ich habe ihn ja damals in seiner Schelte in Rumänien kennengelernt. Auch die Mutter war da. Und Lenny ist ja einer, der denkt ja bis heute auch nach acht Jahren, wenn du zu schnell auf den Zug gehst, dann springt der weg. Der dukt sich weg, der zieht den Kopf ein, der knifft die Augen zu. Du denkst wirklich, man wird den regelmäßig schlagen. So nach acht Jahren denkt er das halt immer noch. Und das Verrückte ist, der hat halt einen Bruder, sieht genauso aus wie er, nur in Pech Schwarz. Der macht das nicht. Und die haben ja alles zusammen erlebt. Und Lenny hat halt irgendwie irgendwann mal so bisschen dieses pöbelige und so da mit den anderen Rüden da immer rumgebellt und rumgepöbelt mit seinen kleinen vier Monaten. Fand er super. Das ist halt aus dem nie wieder rausgekommen. Der Bruder macht das halt gar nicht. Und die werden ja ziemlich genau das Gleiche erlebt haben. speaker-0: Das ist wie bei Menschen, Also jedes Tierchen ist irgendwie unterschiedlich, jeder Mensch ist unterschiedlich und Charaktere sind unterschiedlich und schlussendlich kann man natürlich auch wahnsinnig viel irgendwie auffangen und begleiten. Man muss sich, glaube ich, einfach nur vorher im Klaren sein, was theoretisch alles auf einen zukommen kann. speaker-1: Genau, ja, genau. Deswegen ist es immer cool, wenn die Tierschutzvereine natürlich viel über die Tiere wissen. Wenn sie die vielleicht auch in Situationen erlebt haben, das ist eben auch einfach der Vorteil, wenn die Tiere schon auf Pflegestellen sind. Weil manche Tiere verhalten sich auch in einem Tierheim völlig devod und unterwürfig, aber das sind richtige Krawallbürsten, wenn die hier einmal in Deutschland angekommen sind. Da darfst du auf einmal auch nicht mehr auf so etwas. Das kann halt auch sein. Deswegen ist es ein Teil, die Geschichte zu verstehen. Aber wir sagen ja auch mal beim Barkdett, es ist wichtig zu verstehen, wo kommen die Hunde her. Aber man kann ja jetzt gucken, wo steht der Hund jetzt, wie verhält er sich, was hat er für Bedürfnisse und dann zu gucken, was braucht er für die Zukunft. Was braucht er fürs Hier und Jetzt, was braucht er für die Zukunft, weil er ist auf jeden Fall jetzt nicht mehr in dieser Situation zumindest. speaker-0: Jetzt haben wir ganz viel darüber gesprochen, was vielleicht schwierig mit Tierschutzhut speaker-1: sein kann. Das stimmt. Das klingt bisher noch nicht so richtig wie eine richtig gute Werbung für Tierschutzhunde. Also Tierschutzhunde sind super. speaker-0: Und darüber wollte ich dich genau nass. Vielleicht erzählen wir noch mal so ein bisschen oder du kannst ja aus deiner eigenen Erfahrung auch sprechen. Was sind denn die tollen Dinge an einem Tierschutzhund? Was macht das für dich eben so toll, weil du hast ja einen Hund und dann zweiten, auch noch geholt und dann hast du ja noch einen Pflegehund geholt und jetzt arbeitest du jede Woche mit Tierschutzhunden. Also was macht die denn so besonders und so toll? speaker-1: Ich glaube, die Entscheidung für einen Tierschutzhund ist fast mehr eine grundsätzliche Haltungsfrage und eine ethische Frage, sozusagen. Weil jede Art von Hund, die man sich wünscht, kriegst du auch aus dem Tierschutz. Punkt. Jung, alt, klein, Rasse oder Mischling, du kriegst jeden davon aus dem Tierschutz. Du musst suchen. Und es ist vielleicht halt nicht ein süßer Wurf mit Papieren und keine Ahnung, genauer Ahnen, Stammbäume und primierte Rüden. Und was weiß ich nicht was, das ist nicht meine Welt. Ich kann mich damit einfach nicht so anfreunden. Ich sehe jeden Tag, wie viele Tiere auf dieser Welt ein Zuhause suchen, den es, also manchen Tieren geht es ja auf der Straße auch völlig in Ordnung, das geht auch, aber es gibt halt genug, nicht. Und Länder mit Korruption und wirklich fragwürdigen Tierschutzgesetzen, wenn sie überhaupt welche haben. Ich glaube, das ist eine Haltungsfrage, die sich jeder für sich erstmal beantworten muss, weil die Frage, ob ich ein Tierschutzhund oder ein Zuchthund nehmen will, würde ich einfach sagen, das ist einfach eine Ausrede, weil es gibt jeden Hund im Tierschutz, den man löst. speaker-0: Ich hab ja einen Rassehund. Ich sag das auch immer wieder, wenn Leute zu mir kommen und sagen, ich will ja gerne einen Hund aus dem Tierschütz, aber ich will unbedingt einen Dackel haben. sag, gib mir zwei Minuten. Ich geb einen Dackel in Not und du kriegst so viele. Es gibt ja selbst. Es Golden Retriever, Krimskrams, gibt alles. speaker-1: Genau, also jede Rasse in Not e.V. gibt es in Deutschland. speaker-0: Man muss natürlich dann immer, Disclaimer, nicht alles was im Internet steht, immer direkt darauf vertrauen. Man sollte natürlich die Vereine gegen checken, wie sind die so drauf. Guter Hinweis könnte immer sein, sind die Vereine auch beim Barg-Date, weil dann sind die geprüft, dann könnt ihr euch sicher sein, dass das auch wirklich... ordentliche Vereine sind, was nicht heißen soll, dass die anderen nicht ordentlich sind. Aber wenn ihr euch unsicher seid, dann könnt ihr immer noch mal schauen, waren die vielleicht schon mal auf dem Parkdate, dann ist alles fein. Aber es gibt wirklich so unfassbar viele Hunde im Internet. Also, ja, Welpen ohne Ende. ich glaube, dass bei vielen Menschen, einfach auch, also ich glaube, das ist gar nicht ein böser Wille, wie es bei meiner Familie damals auch nicht war, sondern einfach das nicht wissen. Die denken sich halt, Tierschutz ist Tierheim. So, und da fängt es an und da hört es auf. Und Tierheime, da kann man natürlich auch nicht alle über einen Kamm scheren, aber du hast am Anfang auch gesagt, du hattest da auch mal mit dem Tierheim nicht so die allerbeste Erfahrung. Das kann manchmal etwas speziell sein. Und gerade wenn man da auch auf die Websites schaut, dann sind da auch oft natürlich vor allen Dingen die Hunde, die etwas schwieriger in der Vermittlung vielleicht sind. Ja, Und das zeigt dann eben... Leute, die nicht so in dem Thema drin sind, ⁓ Gott, alle Hunde, im Tierschutz sind, sind, weiß ich nicht, schwer sozialisierbare Listenhunde. Was ja gar nicht stimmt, in den meisten Tierheimen kommt immer auch irgendwie ein Wurf von irgendwelchen Welpen mit rein oder so. Die sind nur so schnell weg, dass die gar nicht erst auf die Website kommen. speaker-1: Genau, genau, das ist ein 100 % wichtiger Punkt, du ansprichst. Also, wir geben immer die Empfehlung, geht in eure örtliche Tierheime, fahrt dahin, macht einen Termin, sprecht mit den Leuten, sagt, wonach ihr sucht. Ich kenne aus den Tierheimen, dass da Listen geführt werden und ich habe Hunde in der Praxis da betreut. Die kamen an, ich habe gesagt, das ist so ein toller Hund, die sagt, ja, ich habe hier zehn Leute auf der Warteliste, der ist nächste Woche nicht mehr da. Das ist gar kein Thema. Die waren nie auf irgendwelchen Websites zu sehen und das ist leider was, nicht so viel kommuniziert wird. Weil natürlich auch die Tierschutzvereine und die örtlichen Tierarmen natürlich auch wahnsinnig unterbesetzt sind und das für die auch natürlich eine Herausforderung ist logistisch. Aber wenn euch für euch der Weg dahin gehen soll, nimmt das auf euch. Im Zweifel ruft ihr auch zwei, drei Mal an und sagt ihr meint das auch ernst und so. Und ihr möchtet lieber auf eine Warteliste und ihr sagt genau, was ihr für einen Hund sucht, klein, groß und so. Und lasst euch da beraten, auf was passt zu euch. Das sind ja auch Menschen, die sich gut mit den Hunden auskennen. Ja, weil... Genau, also so eine Seite von dem Tierschutzverein kann auch mal abschreckend wirken. Genau, weil da halt manchmal auch Hunde drauf sind oder man findet dann einen toll, aber dann ist der auch schon seit drei Jahren vermittelt. Aber es hat ja keinerzeit... speaker-0: Es sind einfach Ressourcen, da irgendwie auch fehlen. Ich kann nur sagen, es lohnt sich so sehr und so wie du auch sagst, ist eine ethische Entscheidung, aber ich persönlich muss auch sagen, für mich Also wenn ich diesen Hund manchmal ansehe und mir so denke, okay, was hat die vorher durchgemacht? ich gebe zu, ich verwöhne sie schon auch ein bisschen sehr. Ich muss auch immer so bisschen auf die Gewichtskontrolle achten, weil ich mit den Leckerlis manchmal etwas sehr großzügig meine. Aber das gibt mir persönlich so viel zu wissen, okay, die hat so viel Scheiße durchgemacht und jetzt kann ich ihr irgendwie so ein schönes Leben ermöglichen und ich kriege so viel Dankbarkeit von diesem Hund zurück. Und du hast speaker-1: Ich mit diesem Gerücht einen aufräumen, dass Hunde dankbar sind. Hast du das wahr? Ich würde sagen, sind viel, aber Dankbarkeit machen die gar nicht. Ich liebe diese Tiere über alles und das Zusammenleben mit denen. Aber habe bei denen nicht das Gefühl, dass sie sich denken, danke, dass du das machst. Sondern dass das für die selbstverständlich ist. Meine Vermutung ist eher, was du vorher gesagt hast, dass man selbst sich dafür entscheidet, man bekommt so viel von dem Tier zurück und dass man sich selbst darüber freut, dass man dem Tier diese Möglichkeit gegeben hat. Ob man selber diese Dankbarkeit antizipiert oder quasi so bisschen dem Tier in Anführungszeichen in den Mund legt. Das Gefühl, die kommt so zu dir so bisschen so richtig so, ach danke. speaker-0: Vielleicht ist es. Also man könnte natürlich auch sagen, vielleicht ist sie generell ein gefälliger Charakter. Aber sie ist schon von Anfang an so sehr immer, hat mir sehr schnell sehr vertraut, sich sehr so an mich gebunden, was ich wahnsinnig fand, weil sie kannte ja nichts, sie kannte absolut gar nichts und ist direkt irgendwie zu mir gekommen. Bis heute ist es eigentlich so immer in irgendwelchen komischen Situationen, wo sie irgendwie unsicher ist. Dann legt sie so den Kopf an meine Brust und ist so da. Da habe ich schon irgendwie das Gefühl, dass sie mir wahnsinnig viel entgegenbringt an so Vertrauen, was ich manchmal gar nicht verstehe, wo das irgendwie herkommt. Also müsste sie ja nicht, wie du auch gesagt hast. Gerade Hunde, die aus solchen Vermehrerbetrieben kommen, haben ja nicht besonders gute Erfahrungen mit Menschen gemacht. Und da habe ich schon das Gefühl, dass sie sehr viel, ja, tatsächlich irgendwie mir so entgegenbringen. speaker-1: Also es ist ja auch völlig, also es ist ja voll schön, wenn du dieses Gefühl hast. Verbringen wir mal mit meinen Zahlen, denkst auf gar keinen Fall. Aber ich höre das so oft. Also es ist total süß. Das finde ich auch so spannend aus der menschlichen Perspektive. Das ganz oft, auch gerade ältere Damen und so, die dann immer so haben so, ach ja, Schöner, die sind ja auch so dankbar, die Hunde. Und ich immer denke so, nee, meine, das wirklich so, wirklich, siehst du denen jetzt so nicht an. Also klar, die vertrauen mir, die sind hier, die sind chillig. Aber ich hab jetzt bei denen, hast du nicht primär das Gefühl, Mensch, danke. Aber natürlich sind die grundsätzlich zufrieden mit ihrem Leben, das kann man schon sagen. Aber ich finde, das ist ein süßes Menschen. diesen Gedanken haben. was ja voll schön ist, weil es ja dem Tier nicht nur eine Präsenz, sondern ein richtiges Bewusstsein unterstellt. Und auch eine Reflektion in, okay, warte mal, hinten war es richtig, das war scheiße. Geil, wie cool ist denn das jetzt hier? Und danke, dass du mir das ermöglicht. Das würde ja ein unfassbares Abstraktions- und Reflexionslevel nötigen. Was ja voll schön ist, dass wir den Hunden das zusprechen. speaker-0: Das find ich, hast du jetzt sehr, sehr positiv formuliert. Wahrscheinlich ist es genauso du mit deinem tiermedizinischen Hintergrund denkst dir wahrscheinlich so, was erzählt die Frau denn da jetzt in Herrgott's Namen? Es ist wahrscheinlich wirklich so ein intrinsisches Ding, ne? Und ich sag das ganz, ganz oft zu meinem Partner, wenn sie irgendwie so abends auf der Couch liegt, sag ich immer, guck mal, die ist so eine Prinzessin, die hätte doch schon immer hier auf der Couch liegen müssen. Meinst die erinnert sich noch an früher? Und dann guckt er mich immer an und sagt, nein, die erinnert sich nicht! speaker-1: Nein! speaker-0: Ja, die erinnert sich daran, was irgendwie mal gut wieder ist und die ist jetzt gerade happy in dem Moment. sagt, die lebt doch in dem Moment. Die ist jetzt glücklich und das reicht auch. Stimmt wahrscheinlich, man projiziert da irgendwelche Sachen rein. speaker-1: Aber das ist ja dieses Schöne in dieser Mensch-Tier-Beziehung, wir uns gegenseitig als sozialen Partner akzeptieren und die Hunde uns ja irgendwie sich so denken, okay, weirde Sprache, stehen auf zwei Beinen, wo ist das Fell, wo ist der Schwanz? Aber irgendwas verstehen die ja von uns anscheinend. Aber wir ja auch das Gefühl haben, sie zu verstehen. Obwohl, das eine völlig andere Spezies, ist sie nicht unsere Sprache, spricht vollkommen anders aus, sieht und so. Und trotzdem ist das ja auch so eine richtige Liebe. Also es ist ja ein Familienmitglied und für manche auch Kinderersatz, Partnerersatz und so weiter. Ja und das ist, also ich finde das immer wieder, ich glaube, hatte ich bei der Vorstellung gar nicht gesagt, ich habe ja meine Doktorarbeit in der Tierethik geschrieben und deswegen auch mich sehr viel mit der Ethik der Mensch-Tier-Beziehung und so auseinandergesetzt und das ist einfach so unglaublich spannend, wie das so zustande kommt und dass das überhaupt so ist. mit Kindern in den Zoo gehen oder sie zu Tieren bringen und so weiter, weil Kinder ja auch schon so eine Faszination für Tiere haben und auch so eine Zuneigung dagegen. Also auch über jegliche kulturellen Grenzen hinweg. ist danach alles anerzogen, was sich dann danach durchsetzt. Ich finde, das ist auch immer wieder das, was mich zu Tränen rührt, wenn man so sieht. Das gibt mir den Rest, wenn irgendwo bei Instagram oder Co. ein Video ist, wo... Alte Leute und ihr Hund oder der Hund verstirbt oder wirklich, das ist schlimm. ist wirklich, ja. speaker-0: Bei mir ist es obdachlose Menschen und ihre Hunde. finde ich fast noch schlimmer. Da könnte ich auch jedes Mal heulen, einschlusshund. Wenn dann so der Hund weiß nicht, dass er obdachlos ist, weil sein ganzes Zuhause ist ja immer bei ihm und ich. speaker-1: Aber das ist ja auch so ein kleines Rappetour, wo man dann ja auch so reingeraten kann bei TikTok und Co. Dieses, dass Hunden ja stimmenunterlegt werden, Gedanken unterlegt werden und so. machen wir auch. Das geht ja auch mit denen teilweise so. Die verhalten sich ja auch manchmal schon fast irgendwie auf eine Art und Weise menschlich. So zumindest, dass wir es verstehen. Manchmal sitze ich auch manchmal auf dem Sofa oder wenn wir kuscheln, dann denke ich, das ist so abgefahren. Ich sitze hier einfach, so zwei kleine Raubtiere bei mir. So zwei kleine schakale Füchse hier rumlaufen, die es aber irgendwie total nice hier finden, die mich irgendwie nicht beißen und zerfleischen, aus welchem Grund noch immer. Und mit denen man irgendwie hier so kuscheln kann. Man hat so ein kleines privates Raubtier hier zu Hause rumhängen und ja, zumindest in unserer Welt, in unserer Ethikvorstellung, dass keiner inakzeptable Haltung für Hunde ist. Das ist schon was sehr Besonderes. speaker-0: Ich finde es so lustig, unterschiedlich das bei uns ist. Dazu muss man wissen, dass deine Hunde ja auch noch so 10 cm größer sind als du und noch ein paar Zentimeter länger. Und du, die seid winzig. Das ist halt ein Kavallier. Achtung, Qualzucht. Bitte seid euch bewusst, was das mit sich bringt, wenn ihr so einen Hund kauft. aus dem Tierschutz und bitte, bitte, bitte niemals vom Züchter das dahingesagt. Aber ich habe diesen Hunden noch nie in meinem Leben angeguckt und mir gedacht, ⁓ ein Raubtier, die ist so weit weg von irgendeiner Art Raubtier. Aber so unterschiedlich ist es eben mit den Hunden. Und jetzt reden wir auch schon wieder eine ganze Weile. zum Schluss hätte ich vielleicht noch eine Frage an dich. speaker-1: Das stimmt. speaker-0: Du hast jetzt eben schon gesagt, du wolltest mit dem Mythos der Dankbarkeit aufräumen. Da habe ich dir so ein bisschen einen kleinen Weg gelegt. Aber gibt es sonst noch irgendwas, was du dir vielleicht perspektivisch wünschen würdest von der Öffentlichkeit von Menschen im Umgang mit Tierschutzhunden oder in der Kommunikation über Tierschutzhunde? speaker-1: Ich glaube, dass es viel normaler sein sollte. den Weg in den Tierschutz auch zu wählen, beziehungsweise als genaue Option dazu halten. Wir als BikeDates sind ja auch deswegen so bemüht, das im öffentlichen Raum zu machen mit unseren Hunden, dass das eben nicht irgendwo hinter, in irgendeiner Bubble und so stattfindet, sondern dass ich auch zufällig bei meinem Besuch im Park drüber stolpern kann. Und dass einfach die Tierschutzhunde, also das Thema Tierschutz und so weiter in unserer Gesellschaft einen wirklichen Platz einnimmt und nicht nur eine Randerscheinung ist. Ich glaube, das ist unglaublich wichtig und ich habe immer so dieses Bilder, ich das erste Mal in Rumänien in diesem Tierheim war und dann kamen nachher noch irgendwie Helfertruppen aus Hamburg und so. Und da habe ich irgendwie auch gesagt, so stell dir mal vor, jeder Mensch, der dieses Jahr einen Hund adoptiert, das sind in Summe schätzungsweise in Covid, ja, waren es über eine Million, schätzungsweise sind es jetzt so 6-700.000 Menschen, die jedes Jahr einen Hund adoptieren, aus dem Tierschutz oder vom Züchter. Stell dir mal vor, jeder von dieser Person würde erst im Tierheim vorbei, also die örtlichen Tierheime und den Tierschutz abklappern, bevor es mit Züchter geht, dann werden diese Tierheime leer. speaker-0: Und die Züchter werden arbeitslos und das ist das Problem. Und da wo das Geld liegt, da wird halt auch immer ... ... ein Geschäft. speaker-1: Es ist halt ein Geschäft und das Geschäft mit Tieren, auch der illegale Handel mit Tieren, gehört zu den weltweit lukrativsten illegalen Handel. Neben Waffenhandel, Drogen, Menschenhandel. Deswegen seid euch einfach dem bewusst, dass ein Zucht auch einfach ein Handel erstmal ist. Und natürlich muss man sich fragen, woher kommen die Tiere aus dem Tierschutz? ja, sie kommen auch von Vermehrer und so weiter. Natürlich muss man die Ketten unterbrechen. Das ist ja auch die Arbeit, die Tierschutzvereine machen. Sie sorgen nicht nur dafür, dass die Hunde vermittelt werden und notdürftig untergebracht werden, sondern sie kümmern sich eben darum, dass dieses Problem auch kleiner wird. Aus politischer Ebene, auf Aufklärungsebene, Kastrationsprojekte, Populationskontrollen, Registrierungspflichten, was auch immer es da alles gibt, ⁓ das Problem auch wirklich einzudämpfen. ja, ist deswegen umso unterstützenswerter. Und ich bin ja immer dafür, ein Teil der Lösung zu sein als ein Teil des Problems. Sprich, jeder Mensch, dem sich der sich mit Hunden beschäftigt und dafür interessiert, sollte es so weit gehen, zumindest einmal zu sagen, ich verstehe, dass Tierschutz die erste Wahl sein sollte, bevor ich zum Züchter gehe, weil die Zucht auch ein Problemat, genauso wie der Tierschutz Probleme mit sich bringt, sie sind unterschiedlich. Genau. Und dann erst mal so zu schauen, ob das nicht vielleicht auch eine Lösung sein kann. Das war jetzt aber nicht kurz. speaker-0: aber doch nach einem sehr, guten Appell an. Und damit möglichst viele Hunde ihren Weg in ihr Zuhause finden, gibt es ja auch Barc Date und Gott sei Dank sind wir auch oft genug erfolgreich. Und damit würde ich auch erstmal für heute Danke sagen. Gleich gibt es noch unser Happy End der Woche und wir würden uns wahnsinnig freuen, wenn ihr die Kapazitäten habt. Und da, ihr uns gerade hört bei Spotify, Apple Podcasts, abonniert, wenn ihr uns ein paar Sternchen oder eine Bewertung dalasst. Das würde uns wahnsinnig viel bedeuten. Wir machen Bug Date alle ehrenamtlich. Das heißt, wir verdienen keinen Cent mit diesem Podcast. Wir würden uns einfach sehr freuen über eure Unterstützung. Dann bis zum nächsten Mal. speaker-1: Smile! speaker-0: It's a match! Ein Zuhause über Sparkdate gefunden. Unsere Happy Ends. Hallo, ich bin die Selina und berichte heute über unseren Hund Wilma. Wir haben im Internet gelesen, dass es in Uppsberg ein Parkdate gibt, was für uns perfekt war, um die Hunde schon mal vor Ort etwas kennenzulernen. Am Parkdate angekommen, haben wir uns kurz umgesehen und wir sahen sofort den kleinen weißen Hund. Damals Kalina, jetzt Wilma. Anfangs war sie etwas schüchtern, aber es war einfach Liebe auf den ersten Blick. Für uns stand nach ein paar Minuten schon fest, das soll unser Hund werden. Daheim angekommen, füllten wir sofort die Selbstauskunft aus und dann ging alles sehr schnell und wir fuhren mit unserem anderen Hund zur Pflegestelle und besuchten Wilma. Es hat alles super geklappt. Innerhalb von zwei Wochen hatten wir Wilma bei uns zu Hause. Wir sind alle sehr glücklich über diesen Hund. Anfangs war sie etwas zurückhaltend und schüchtern. Sie hat sich aber sehr schnell gelegt und sie wurde aufgeweckt. Verspielt, liebevoll und ein guter Freund für unseren anderen Hund. Sie gehört einfach zu unserer Familie. Das war Best Barkdate Ever, der Tierschutzpodcast von Barkdate. Vielen Dank fürs Reinhören und bis zum nächsten Mal.