Lasse: Hallo und herzlich willkommen zu Almost Intelligent, dem Podcast über natürliche und künstliche Intelligenz. Ich bin Lasse und bei mir ist wie immer André: Andre. Hallo Lasse! Lasse: Hallo! Da ich angefangen habe, das heute hat André wieder das Thema mitgebracht. André, worum geht's? André: Ich habe mir gedacht, wir sollten unbedingt mal über KI und Schule reden. Lasse: Das ist spannend. Ich war gestern in unserer gemeinsamen ehemaligen Schule, weil ich da im Ehemaligen- Verein aktiv bin und da haben wir mit der Schulleitung darüber gesprochen. Insofern habe ich quasi noch aktuellen Input, aber leg mal los. André: hast eine Vorbereitung gemacht. Sehr gut. Ja, also wir hatten den nächsten PISA-Schock, vor uns steht, in dem wir festgestellt haben, dass wir einen historischen Tiefstand in der Mathe-, Naturwissenschafts- und Lesefähigkeit unserer Schülerinnen haben. Und da ging die Diskussion schon wieder durch die Gegend. Liegt das an KI vielleicht? Was ist das Schlimme mit KI und Schule? Ganz kurz vorneweg, ich glaube nicht, dass es an KI Ich glaube, ist viel eher, wenn Lasse: Da bin ich bei dir. André: wir einen digitalen Grund haben wollen, ist es eher Social Media als KI. Aber auch das ist vielleicht ein Thema für ein anderes Mal. Heute will ich mal... Ja, auf jeden Fall. Lasse: Und ist, glaube ich, auch zu kurz gesprochen. André: Ich würde einmal kurz anschauen, was bedeutet das überhaupt? Das heißt, haben diesen Tiefstand, das heißt, die Schülerinnen und Schüler sind schlechter in der Abarbeitung dieser genormten Tests. Grundsätzlich ein besonderes Defizit bei der Bewertung von Evidenz, also der Bewertung von Tatsachen und Trennung von Fakten und Meinungen. Das ist besonders schlecht abgeschnitten und wir sind gespannt auf die vollständige Studie. Bis jetzt sind das nur die ersten Pressemitteilungen, da raus kamen. Ich denke aber, das ist auf jeden Fall was, über das es sich lohnt einmal zu reden. Lasse: Ja, total. man muss, finde ich, auch sagen, es ist ja auch spannend zu sehen, was für Folgen daraus abgeleitet werden, weil ich erinnere mich, diesmal haben die asiatischen Länder besonders gut abgeschnitten. Und jetzt ist so die Resonanz, ja, wir brauchen das asiatische System. Bei einer der allerersten PISA-Studien haben die skandinavischen Länder gut abgeschnitten. Und da hieß es, ja, wir brauchen das skandinavische System. Ich glaube, man sollte sich bei jedem System mal anschauen, was ist gut und was ist nicht so gut, weil manche Büffelei, wie sie im asiatischen System und manche Drucksituation dahinter ist, ist vielleicht nicht so das Erstrebenswerte und passt auch gar nicht in unseren Kulturkreis, aber ist etwas, wo man trotzdem vom Schuhsystem natürlich was lernen kann. André: Ja, genau. Ich fange aber einfach mal an, wo sieht man denn Probleme mit KI? Das erste Stichwort wird Cognitive Offloading genannt, also kognitives Abladen. Die Denkprozesse werden komplett an die KI abgegeben und wir haben damit keinerlei Lerneffekt. Wir lassen die Präsentationen einfach machen. Wir lassen die Hausaufgaben einfach von der KI machen und lernen damit nichts mehr. Und ich würde sagen, ja, das ist durchaus ein Problem. Lasse: war gestern zum Beispiel an der Schule das ganz konkrete Beispiel, dass man gesagt hat, so was wie Hausarbeiten schreiben, das funktioniert nicht mehr so richtig. Also quasi sagen, schreibt mal einen Essay oder einen sieben Seiten Bericht über die Weimarer Republik. Ja, kann sein, dass was Gutes rauskommt. Es kann auch sein, das wurde auch extra gesagt, dass der Schüler oder die Schülerin was draus gelernt hat. Ja, auch wenn man es mit KI gemacht hat, man es reflektiert hat, wenn man es aufbereitet hat, wenn man es kritisch überprüft hat. Aber es kann auch eben sein, dass es einfach nur ungeprüft wiedergegeben wurde und da meinten die Experten quasi aus dem Alltag. Deshalb würden sie inzwischen von schriftlichen Hausarbeiten, in Anführungszeichen, weggehen, hin zu einem Prüfungsgespräch wieder, wo sie sagen, im Gespräch merken wir dann schon... Hat derjenige nur quasi die KI einmal wiedergegeben oder hat das verstanden? André: Also ich glaube da ist noch dieser zweite Begriff der Scheinleistung dann auch genau das. Also du kriegst einen perfekt formulierten KI-Text, der auch die richtigen Quellen zitiert und so weiter. Aber die Schülerinnen und Schüler haben halt einfach nichts gelernt dabei. Das ist genau das, wo du sagst, wenn man das dann nachher auf eine Überprüfung ankommen lässt und die dann in ein Gespräch noch darüber verwickelt, dann funktioniert die auf einmal nicht mehr. Was sicherlich dazu führt, dass die Konzepte, die gewohnt sind und die ja auch etabliert sind, seit teilweise mehreren vielen Jahrzehnten einfach über einen Haufen geworfen werden und was sicherlich die Gestaltung wie Unterricht passiert wie Lehre passiert durchaus verändern wird. gibt aber auch positive Sachen und auch das war schon in Lasse: viele. André: dem ersten PISA Outlets auf jeden Fall mit drinne. Didaktischer Tutor und Guardrails, Leitplanken sind da als Hauptbegriffe gefallen. Das heißt, die KI gibt eben keine fertigen Lösungen aus, sondern so sokratische Denkanstösse. Also fragt einfach immer wieder nach, denkt doch mal in diese Richtung, hast du hierüber schon nachgedacht. Es gibt also nochmal neue Möglichkeiten da reinzuschauen. Und ich muss sagen, das gefällt mir auch ziemlich gut. Also das heißt, wir haben eben da die Möglichkeit, anders nochmal an Probleme ranzugehen. Ich erinnere mich, dass wir vor ein paar Jahren mal... Tutoren aufgebaut haben, einfach diesen Hochschulkontext dann anders nochmal interpretiert haben und einfach die gleiche Sache auf drei, vier verschiedene Arten und Weisen den Studenten damals erklärt haben. Und sowas kann ich mir natürlich hier auch vorstellen. Also so sokratische Denkanstöße finde ich super, versuche ich auch mit meinen Kindern zu machen. Klappt nicht immer, manchmal sagt man ihnen auch einfach die Antwort, dann ist der Lernerfolg halt kleiner. ja, genau, was sagst du dazu? Lasse: Ja, das ist glaube ich ein Punkt, dass du auch individueller die Bedürfnisse von der Person ansprechen kannst. ich weiß, es ist inzwischen pädagogisch überholt. Man hat herausgefunden, dass dieses bin ich eher auditiver oder visueller Typ, dass das real gar nicht da ist. trotzdem gibt es die Leute, sagen, naja, ich habe aber das Gefühl, ich lerne besser, wenn ich es irgendwie visuell sehe oder höre. Und da kann ja auch ein Ansatz sein, dass du den richtigen Kanal eben wählst dafür. Das finde ich extrem spannend. Und auch das, was du gesagt hast, also auch im Vorfeld Studien von der OECD haben ja bei ihrem digitalen Ausblick das auch festgestellt, dass eigentlich ein positiver Effekt von KI-Integration auf Lernergebnisse da ist, wenn es halt richtig eingesetzt wird im Sinne von auch die Fragen stellend und nicht nur die Antworten gebend und das ist das, was du gesagt hast. André: Ganz genau. Lasse: Und ich sehe den Punkt auch ganz, ganz stark in der individuellen Förderung. Also ich mache immer ein Beispiel, was ich aus meiner Schulzeit hatte. Ich hatte ein halbes Jahr krankheitsbedingt in meinem Matheleistungskurs in der Oberstufe einen Vertretungslehrer. Der war frisch aus dem Referendariat raus noch hoch motiviert. Und der hat etwas gemacht, was ich bis dahin nicht kannte. Er nämlich nicht einfach einen Arbeitsblatt oder eine Aufgabe rausgegeben für die Stunde für alle. sondern er hat sich für jede Stunde die Mühe gemacht, so rund 30 verschiedene Aufgaben zu machen, die er je nach unterschiedlicher Lernstärke und Stärken und Schwächen den Schülern gegeben hat. Und wenn man fertig war, bekam man die nächste. Das war individuell auf den Schüler zugeschnitten. Das muss eine Heidenarbeit für den gewesen sein. André: Ja. Lasse: Ich war begeistert. Ich erinnere mich heute über 20 Jahre später noch dran. Und das ist sowas, eine KI. André: Mhm. Lasse: kann viel viel genauer rauskriegen, Mensch, der Schüler hat jetzt hier dieses oder jenes Problem oder der braucht es vielleicht etwas emotionaler erklärt oder es ist jemand, der eine ganz ganz sachliche naturwissenschaftlich ruhigere Erklärung will und genau das, was vielleicht ein Lehrer auch gar nicht so gut hinbekommt, kann eine KI, wenn sie richtig drauf ausgerichtet ist, auch finde ich richtig gut hinbekommen und didaktisch super einen Unterricht ergänzen. Nicht ersetzen, aber ergänzen. André: habe so ganz viele von den Punkten, die ich eigentlich sagen wollte, schon vorweggenommen. Sehr gut, nein, alles gut. Das Lasse: Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung. André: ist ja super. Ich wollte jetzt einmal durchgehen und gucken, was so die Schulen im Ausland gerade, die jetzt in der PISA-Studie teilgenommen haben, eigentlich machen. Lasse: Das Thema. André: Von KI-Schreibtischen, in denen dann ... gerade im asiatischen Raum, die Kinder Kaligrafie lernen und während sie den Strich machen, sehen sie schon, okay, das hat vielleicht nicht ganz gut geklappt, den Strich solltest du ein bisschen anders setzen und so was. Also wirklich direktes Feedback. sofort maximaler Lernerfolg. Das ist ziemlich gut bewiesen Lasse: Das ist cool. André: über Studien, dass du halt wirklich während du es machst, wenn du direkt Feedback bekommst, natürlich viel schneller lernen kannst, als wenn du dann deine Aufgabe abgibst und vielleicht eine Woche oder mal zwei Wochen später irgendwie ein Feedback drauf kriegst. Das funktioniert natürlich nicht so gut. Das geht aber nicht anders in unserem aktuellen System. Insofern ist sicherlich da KI etwas, was es schon wirklich weiterbringen kann. Lasse: Vielleicht hätte sogar eine künstlerische Graube wie ich, weil Kaligrafie haben wir nicht so viel, aber im Kunstunterricht mehr davon gehabt, wenn wir sowas gehabt hätten, das André: Auf jeden Fall. Lasse: hat bei mir nicht so viel gefruchtet. Ich muss meinen Kindern immer sagen, nee, malen kann der Papa wirklich nicht gut. André: Ja, ich kann es mir aber auch sehr gut vorstellen. gerade in jedem Schritt. Und in jedem Schritt bringt mich dann mal zu den extremen Beispielen, jetzt mal außerhalb von der PISA-Studie kommen. Es ging irgendwie vor einem Jahr ungefähr durch die Presse mal, dass in Amerika die Alpha School aufgemacht hat. Ich weiß nicht, ob dir das was sagt. Lasse: Ne, das sagt nur nix. André: Also die Idee ist, radikales Praxisexperiment in der Alpha School, es sind mittlerweile mehrere, die haben vormittags, also die Kinder können im Prinzip kommen, wenn sie wollen, haben vorher noch mal so eine nette Ankommenszeit und dann gibt es von 10 bis 12 Unterricht mit KI Tutoren. Das heißt, du sitzt in einem Raum, es gibt einen Guide, also einen erwachsenen Menschen, der die Sachen überwacht. Ansonsten sind kleinere Gruppen, die an ähnlichen Themen arbeiten. Mit Hilfe von virtueller Realität, mit Hilfe von KI, kriegen sie genau das serviert an faktischen fachlichen Inhalten, die sie sonst über den ganzen Schultag genommen hätten. In Amerika typischerweise dann 8-10 Stunden Schultage. und die kriegen das in zwei Stunden am Vormittag. Das Werbeversprechen, das ist ein Werbeversprechen, es gibt noch keine Studien, die das belegen, Lasse: Mhm. André: ist, die Schüler kommen damit in die top 1-2 % der US-Norm, das ja extrem normiert, Lasse: Ja. André: das Ganze mit ungefähr zwei- bis dreifacher Geschwindigkeit der normalen Schüler, der normalen Schulen. weil sie halt genau das, was du eben gesagt hast, rein kriegen. Das heißt, sie kriegen direktes Feedback, sie kriegen individuelle Lernaufgaben, sie kriegen genau das Lasse: Hm. André: dann, wenn sie es brauchen, den nächsten Fortschritt zu machen und sie kriegen keinerlei Prüfungen zwischendurch. Das ist auch spannend, sondern einfach nur dadurch, dass sie eben im Lernfortschritt sind, haben sie quasi eine dauerhafte Prüfungssituation, ohne zu merken, dass sie die ganze Zeit geprüft werden. Lasse: Mhm. André: Mal schauen, also... Lasse: Das ist eigentlich ein spannender Ansatz. Man braucht manchmal Prüfungssituationen, aufs reale Leben vorzubereiten. André: Die muss man auch mal üben. Lasse: Aber eigentlich ist natürlich ein System, das dauerhaft mitverfolgt, André: Mhm. Lasse: gerechter als ein System, das eine Tagesperformance abprüft. André: Auf jeden Fall, besonders wenn man sich dann anschaut die Abiturienten, die ein 1er Abi haben. Also alles zwischen 0,7 oder 1,3. Wenn die ein Jahr nach dem Abitur geprüft werden, ist 50 % durch die Prüfung durch. Und die anderen sind in einem Bereich zwischen 3 und 4. Lasse: Krass, die Zahl kannte ich nicht. André: Also die Gauss Kurve verschiebt sich dramatisch. Lasse: das ist eine sehr interessante Statistik, die ich nicht kannte. Danke. André: Genau. Und zwei Jahre danach ist es dann katastrophal. Lasse: Ja gut, aber frag mich mal nach meinen Themen aus dem Studium. André: Ja, genau. Aber insofern, wie bereiten dich Prüfungen aufs Leben vor? Klar, eine Prüfungssituation muss man einfach mal kennengelernt haben, auch mit Adrenalin und so weiter gut umgehen zu können. Aber jetzt fürs Leben zu lernen, was ja immer die Schule sagt, sind es vielleicht nicht die optimalen Methoden. Ich will das einmal noch mal schnell reinhalten. Alpha School, das ist das, was die selber sagen mit dem zwei- bis dreifachen Lernfortschritt, es gab einen öffentlichen Ableger, die Unbound Academy, die im ersten Jahr eher unter dem Landesdurchschnitt blieb. Also auch so viel. Das heißt, Alpha School ist natürlich eine Privatschule Lasse: Was meinst du mit öffentlicher Ableger? Also, Alpha School ist Privatschule? André: und das ist halt in Amerika auch immer so, dass die Privatschulen in der Regel einfach besser abschneiden als die öffentlichen Schulen. Lasse: Ja, allein schon durch Autoselektion. André: Genau, das ist ein großer Teil des Problems und insofern, da werden wir nochmal auf die Statistiken gucken, wenn das ein paar Jahre passiert ist. Lasse: Es ist übrigens ein spannender Aspekt aus den ersten Berichten der PISA-Studie, was im südostasiatischen Raum besser läuft als bei uns, dass es viel, weniger von der Herkunft, Elternhaus abhängt, wie du in der Schule performst. Und auch da wiederum sage ich, da kann KI schon hilfreich sein, weil ich glaube, das Beispiel hatte ich auch schon mal in einem Podcast erwähnt, mit dem ich entfernt über die Firma zu tun habe. eine Pflegekraft, die auf sozialen Medien sehr präsent ist, die halt sagt, sie nutzt ein Tutoring-System mit KI sehr stark für ihre Kinder, weil sie halt einfach da ein Arbeitsblatt bekommt, mit dem sie auch bei komplexerer Mathematik, was scheinbar nicht ihrs war früher, dann halt sagen kann, hier, schau dir das doch mal an und ein Feedback bekommt. Und das wiederum ist etwas, was für mich total eingängig ist, dass das etwas ist, was wenn man Bildung hochschätzt und das ist glaube ich das gesellschaftliche was wir sagen müssen. müssen halt Wertschätzung gegenüber Bildung generell hochfahren, dann kann so eine KI-Ergänzung total sinnvoll sein in den Bereichen, wo man selbst vielleicht nicht so gut aufgestellt ist. André: Genau. Das Spannende an der Alpha School, was ich noch mit dazu bringen wollte, ist, dass das hinten ja nur zwei Stunden Schule und am Nachmittag machen die sowas wie Sport, Gruppenübungen, wo sie sich als Gruppe besser kennenlernen, lernen, wie man Steuererklärungen macht, wie man mit Krankenkassen redet und solche Sachen. Also tatsächlich Lasse: Ja. André: sehr, sehr praktische Dinge, die dann gelehrt werden. Auch das kann ich mir vorstellen, da könnte Schule sich durchaus was von abgucken an der einen oder anderen Stelle. Lasse: Ja, das ist was. André: Da wir doch relativ schnell noch weitergehen sollten, will ich einmal noch mal sagen, es gibt zwei, drei Begrifflichkeiten, die ich noch reinbringen möchte. Das eine ist Mastery Learning, das heißt, neues Thema erst dann zu starten, wenn das Vorherige wirklich verstanden ist und auch mehrfach wiederholt verstanden wurde. Und das ist zum Beispiel etwas, wo Sabre Wing, das ist in London, die David Game, das David Game College, das ist das lehrerlose Klassenzimmer, damit ist das durch die Presse gegangen, stimmt aber Lasse: Mhm. André: nicht. Da sitzt auch immer noch ein Lehrer dabei. Die sind allerdings so richtig krass in virtuelle Realität. Das heißt, die sitzen alle mit einer VR-Brille im Unterricht und der Lehrer, der Guide, guckt sich das dann halt parallel an. Da würde ich auch sagen, spannend. Es gibt allerdings bisher noch keinerlei Wirkungsdaten, die das Ganze belegen, ob das irgendwas bringt oder nicht, oder ob das halt einfach nur hip ist und cool und dann doch wieder, auch weil es eine Privatschule ist, dann doch wieder eher für ganz spezielles Publikum am besten geeignet ist. Ganz kurz, was gibt es sonst noch so in der Welt? haben in Singapur hatten wir schon darüber gesprochen, die Student Learning Space, ein wirklich integriertes KI Tutor Netzwerk. Das heißt, jede Schülerin Lasse: Hm. André: hat halt seinen privaten KI Tutor dabei, der sie unterstützt, als wirklich komplett staatliches System. Und da würde ich sagen, ist auch Deutschland hinterher oder hat zumindest drauf geguckt. Das ist dieses AIS-Chat. Lasse: Mhm. André: wo sie als schulintegrierten Chatbot, also adaptives integrierte Lernumgebung in Schulen, irgendwie sowas heißt das, die versuchen wirklich für Bundesländer einen digital souveränen und datenschutzkonformen Schulbot aufzusetzen. Gucken wir mal. Also ich habe bis jetzt noch keine großartigen positiven Nachrichten dazu gesehen, bis auf dass es das gibt jetzt. Und dann müssen wir mal gucken, wie es eingesetzt wird. Lasse: Ja, also das habe ich auch in der Vorbereitung schon so bisschen da mitbekommen. Das ist halt auch einfach sehr, sehr unterschiedlich. Also es hat, glaube ich, eines der Bundesländer, nur Rheinland-Pfalz, hat KI wirklich schon sauber geregelt für die Schulen. Die anderen sind da, so dass sie sagen, wir müssen uns mal damit beschäftigen, aber haben sich halt noch nicht damit beschäftigt. Und das ist ja auch eine Rückmeldung. dass viele Lehrkräfte sagen, sie fühlen sich da allein gelassen. Also gab von der Telekom-Stiftung da eine Zahl, die ich gesehen habe, dass 57 Prozent sich unsicher fühlen und 64 Prozent sich schlecht über die Rechtslage informiert fühlen. Wenn die Rechtslage noch nicht von den Bundesländern klar geregelt ist, dann wird es schwer, darüber klar informiert zu sein. Aber das ist mit Sicherheit ein Thema, was man machen muss und das vielleicht auch dazu. Man sollte es auch regeln, weil die Schüler nutzen es eh Die André: Ja. Lasse: Schüler, also hatten wir hier schon mal die Zahl, sind von 2024 65 % auf heute 74 % die KI zu Hausaufgaben und Lernen nutzen hochgegangen und das wird nicht das Ende sein. ChatGPT ist inzwischen die am zweithäufigsten gesuchte Lernquelle für Schülerinnen und Schüler. Kann man sagen... Will man nicht, aber ist halt unrealistisch, deshalb sollte man sich lieber damit beschäftigen, wie man es vernünftig und gut ausgestaltet. André: Das finde ich ganz spannend. Australien hat in dem Zusammenhang ein schönes nationales Framework, also eine Umgebung geschaffen, wo sie die sechs Prinzipien für ethische KI-Nutzung an Schulen Lasse: Mhm. André: einfach etabliert haben. Die EU hat auch so einen Vorstoß gemacht. Da gibt es die AI Literacy, die KI-Kompetenz für Grundschüler, die eben ausgerollt werden soll. In Australien ist es halt schon so. Und da wird eben gesagt, was muss man denn hinter Wissen, hinter Fragen bei KI und so weiter, was sind Halluzinationen? was ist Bias? All diese Punkte, die wir auch schon mal besprochen haben, werden einfach als Lehrfach in den normalen Schulunterricht mit aufgenommen und haben dann einfach auch die Möglichkeit, die Schülerinnen nutzens eh. Insofern sollten sie halt einfach nur über die Randbedingungen informiert sein und dann ist auch gut, wenn sie es nutzen. ist ja auch sinnvoll, haben wir ja auch schon festgestellt, dass es durchaus sinnvoll ist. Ich dachte, auch wenn wir jetzt schon relativ fortgeschritten sind, würde ich trotzdem noch einmal kurz gucken, auch wenn du mir wahrscheinlich den Kopf abreißt dafür, was denn so dystopisch und utopisch, wo könnte es denn hingehen und Lasse: Hm. André: wie schlimm könnte es denn werden. Ich mache einfach mal ganz kurz ein Szenario auf und du kannst dann mal sagen, wie du das findest. Durch die KI ist es möglich geworden, permanent den Leistungsfortschritt unserer Kinder zu kategorisieren. heißt, Algorithmen legen Bildungswege fest, schauen jeden Tag auf den Fortschritt der Schülerinnen und Schüler und stellen dann einfach fest, wohin es geht. Dummerweise bringen die auch dann die Antworten mit für die Schülerinnen und Schüler und das heißt insgesamt arbeiten die halt nur noch mit ihren Tablets und lernen nicht mehr so richtig viel Schreibe, Lese und Denkfähigkeit. Während natürlich die etwas privilegierteren Familien, die sich einfach leisten können, andere Premium-Bots kaufen, die viel bessere Lernerfolge bringen und damit ihre Kinder dann wiederum einfach zu besser ausgebildeten Menschen machen. Und parallel dazu sind unsere Lehrkräfte einfach reine Aufsichtskräfte, die technische Plattformen administrieren und zwischendurch vielleicht noch mal ein Zeugnis ausgeben dürfen. Lasse: Ja, das war jetzt klar deine Dystopie. die Utopie können wir ja nächste Woche sprechen, weil da hab ich so ein Thema, oder in zwei Wochen, hab ich ein Thema, wie sieht der Best Case aus. Nehmen wir uns vielleicht für da dann mit, mit der Zeit. Bei der Dystopie muss ich sagen, einen Punkt finde ich gar nicht so dystopisch in deinem Szenario. Nämlich, das André: Okay, was denn? Lasse: klang eben schon an, dass man dauerhaft den Lernfortschritt mitbegleitet. Das hängt davon ab, was heißt das? Wenn das heißt, dass sich die Prüfungssituation einfach und den Druck dauerhaft hochfahre und damit, Stichwort negative Aspekte im asiatischen Raum, viel, höhere z.B. Selbstmordquote von Schülerinnen und Schülern habe, dann will ich es nicht. Aber wenn es heißt, dass ich genau nicht mehr den Stress von Klassenarbeiten habe, sondern nur noch punktuelle Prüfungen zwar mache, aber weiß, derjenige hat es nicht so gut verstanden. Da muss ich folgendes Thema wiederholen. Da muss ich meinetwegen binomische Formeln für die drei Schüler in der Klasse noch eine Woche länger machen und dafür können die anderen schon auf das nächste Thema herausgehen. Dann ist das, finde ich, etwas, was nicht negativ sein muss. Aber natürlich, wenn es die reine Klausursituation ist, ist das zu verdauerhaften nicht gut. André: So war es gar nicht gemeint. Eigentlich ist das, was dahinter steckt, vor allen Dingen, dass die KI darüber entscheidet, wie der Bildungsweg danach aussieht, weil sie diese Informationen sammelt sie im Prinzip nur damit, sie nachher sagen kann, ja, nee, du bist leider zu dumm, du kannst hier nicht weiter hingehen und das andere, das wo du es mal gekonnt hast, das war ein Ausreißer und du passt auch nicht in unser Standardformat rein, zack. Lasse: Das ist aber das Problem, das ist ein Problem, das haben wir heute schon ganz massiv bei Lehrern. Tut mir leid, ist, wir hatten das mit Bias in der Bias-Folge schon mal. Lehrer haben einen nach meiner Einschätzung viel, viel härteren Bias als die KI manchmal. Du kennst die Statistiken, wie viel schlechter deine Bildungschancen sind, wenn du nicht André, sondern Kevin heißt. André: Ja ja. Lasse: Das hat ja nichts damit zu tun, dass irgendjemand per se als Kevin jetzt dümmer ist als ein André oder ein Lasse. André: Wobei André jetzt auch nicht in die Positivliste kommt. Aber wenn ich Julius hieße, das wäre gut. Lasse: Ja, Julius oder Maximilian sind in der Positivliste. Ich glaube, sind beide eher so in dem Neutralsegment, aber wir sind auch nicht bei den Kevins und Schantals untergebracht. Und das ist ein harter Bias, den Personen haben, wo es auch sein kann, dass man vielleicht die KI eher dazu bringt, und ich bin halt grundoptimistisch, dass man die KI vielleicht dazu bringt, manchen Bias zu knacken, den wir heute im System haben. André: Jetzt bist du doch schon in die Utopie abgeglitten. Das machen Lasse: Ja, das machen wir aber in nächsten Folge dann. André: wir in nächsten Folge. super. Lasse. Dann schließe ich einfach mal damit, dass ich sagen würde, es gibt auch noch eine utopische Version und die bringe ich auf jeden Fall bei dir unter und spreng damit deine Folge. Lasse: Gerne. André: Ich glaube für uns ist das, was wir auf jeden Fall, ein Fazit zu ziehen, können müssen, ist, wir sollten... fragen, was kann das Kind ohne KI selbstständig lösen müssen? Und das ist tatsächlich die wichtige Frage und das kann sich auch verschieben. Vielleicht müssen wir auch manche Skills, die aktuell ganz besonders wichtig sind und Fähigkeiten da gar nicht draufzusetzen. Und für mich ist die eigentliche Pointe, dass die beste Schule nicht die mit der meisten Technik ist, sondern die in der Menschen einfach nachweislich besser lernen können. Und das kann mit KI sein, das kann auch durch ganz tolle Lehrkräfte sein, aber das ist sicherlich ein individuell dann doch wieder abhängig. Lasse: bin ich bei dir und schlägt auch gut die Brücke zu unserer alten Schule wieder. Da war die Diskussion so, dass die zum Beispiel gesagt haben, an manchen Stellen, wir haben in Corona viel so Tablets und so was eingeführt, viel digitales Lernen, weil wir es brauchen. Aber wir stellen jetzt auch fest, an manchen Stellen ist sowas wie, wenn man eine vernünftige Handschrift hat und dass man manche Texte einfach selber schreibt und zwar wirklich händisch schreibt. wertvoller als die Arbeit am Tablet. Haben die zum Beispiel für den Deutsch- Unterricht festgestellt, wo das auch für mich relativ plausibel ist. Und dass sie da wieder weggekommen sind. Und das ist glaube ich auch das, was man zu KI sagen muss. KI ist kein alleiniges Allheilmittel, aber KI kann eine super Ergänzung sein an den Stellen, wo wir Herausforderungen haben und an den Stellen, vielleicht auch unser System heute es noch nicht schafft alle zu erreichen. Lass es uns doch mal probieren, dass wir die, die wir bisher im Schulsystem schlechter erreichen, erstmal mit KI unterstützen. Weil was soll's denn machen? Noch schlechter werden? Glaub ich nicht, dass das passieren wird. André: So ist es gut. Dankeschön, bis nächste Woche. Ciao! Lasse: Gut, dann bis nächste Woche oder in zwei Wochen viel mehr. Ciao!