Micha Hawich: ich mir die Bilder angucke, dann sagen die mir, ich komme. Und die halt durch. Lars Mittank ist einer der meisten verschlossenen Missing-Person-Kasen der digitalen Ärzte. Ein scheinbar unbeschwerter Urlaub mit Freunden endet in einer Katastrophe. Man denkt Tag und Nacht an ihn. Er fehlt bei allen Feiertagen. Er fehlt immer. Du hast 83 Leichen, die alle Delaz sein können. Ja und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mord ist sein Hobby und heute geht es ⁓ den Fall zu dem ich seit Monaten das meiste Feedback und die meisten Fragen von euch bekomme. Es geht ⁓ Lars Mittank, den Mann aus Norddeutschland, der am 8. Juli 2014 auf so mysteriöse Weise im Bulgarienurlaub verschwindet. Und ich möchte nicht der gefühlt 200. True Crime Podcaster sein, der immer wieder das gleiche über diesen Fall erzählt. Nein, ich möchte gerne die engen Kontakte zum privaten Ermittler der Familie und zu Sandra Mitterng nutzen, ⁓ hier und heute Fragen zu klären, die noch nicht etliche Male besprochen worden und doch so wichtig sind für diesen Fall. Denn ⁓ Lars ranken sich viele Mythen, viele Verschwörungstheorien und wenn wir in den kommenden 45 Minuten ein paar davon auflösen können, dann würde mich das freuen. Ganz kurz zu mir und wie ich an diese Geschichte gekommen bin, das ist nämlich tatsächlich schon 10 Jahre her. Wer mich kennt, der weiß, ich habe eine Fernsehproduktionsfirma in Leipzig und wir haben von Anfang an ganz viel True Crime gemacht, unter anderem Beiträge für die Sat1 Akte, für TAF und das ZDF. Über unterschiedliche Vermisstenfälle haben wir berichtet und einer davon war auch Lars Mittank. Und ich kann mich noch gut an den Sommer 2014 erinnern, als die ersten Meldungen über Lars aufploppten. Das gelbe T-Shirt, diese krisseligen Bilder am Flughafen Warnar, seine spektakuläre Flucht über das Flughafengelände, das hat sich alles bei mir, nicht nur bei mir, auch bei euch eingebrannt. Und so haben wir als Redaktion Kontakt zur Familie und zu Privatermittlereiner, wie er genannt werden möchte, aufgenommen und ihn mehrmals auf der Suche nach Lars nach Bulgarien begleitet. Und auf Santrametank haben wir zu Hause in Mahne in Schleswig-Holstein besucht. Das Material hier im Podcast stammt aus meinem persönlichen Archiv. Teilweise sind es unveröffentlichte Schnipsel aus Rohmaterial für Fernsehbeiträge. Und für alle, die noch nicht im Thema stecken, fasse ich die Geschichte als allererstes jetzt mal zusammen und anschließend werden wir die Stationen bis zu Lars verschwinden, so genau beleuchten, wie es bisher kein Podcast getan hat. Also lasst uns einsteigen. In Mord ist sein Hobby. Wo ist Lars Mettank? Der 4. Juli 2014. Der Goldstrand an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Die kleinen Orte hier ziehen mehrere Millionen Menschen im Jahr an. An Mixos, Familien, Partyurlaubern und Sonnenanbietern, die hier günstigen Strandurlaub mit pulsierendem Nachtleben verbinden. Vor allem die Preise sind es, warum auch immer mehr Deutsche hierher kommen. Lars ist zurzeit der Fußball-WN mit seinen Freunden in Bulgarien. Endlich mal eine Auszeit zwischen seinem stressigen Job in einem Kraftwerk in Wilhelmshaven und der Pflege seines Vaters, der schwer krank ist. Am Abend des 4. Juli sind Lars und seine Kumpels auf der Partymeile vom Goldstrand unterwegs. Die Norddeutschen schauen sich am Spiel an und ziehen dann weiter. Lars' Freunde haben Hunger, wollen bei McDonalds eine Kleinigkeit essen. Lars hat darauf aber keinen Bock, schon den ganzen Urlaub über ernährt er sich eher von Salaten und Suppen, schiebt es auf die Hitze. Er will schon zum Hotel. Und dann nimmt das Unheil seinen Lauf. Lars trifft auf irgendwen oder auf eine Gruppe von Menschen, mit denen er ins Streit gerät. Er bekommt einen Schlag aufs Ohr. Erst am nächsten Tag offenbart er sich seinen Freunden. Weil die Schmerzen so groß sind, fährt er ins Krankenhaus. Dort wird festgestellt, dass sein Trommelfell angerissen ist. Er bekommt ein starkes Antibiotikum. Aufnehmen auf die Station will der Arzt Lars nicht. dieser Verletzung zu fliegen ist nicht möglich. Lars' Freunde reisen deshalb ohne ihn nach Deutschland zurück. Lars schläft eine Nacht in einem kleinen Hotel in der Stadt in einem zwielichtigen Bezirk. Von hier aus meldet er sich in der Nacht bei seiner Mutter. Er klingt panisch, meint immer wieder, irgendwas stimmt mit dem Hotel nicht. Er will weg, er will raus, erzählt er ihr. Dann packt er seine Tasche und haut ab. Am nächsten Morgen wird er von einer Sozialarbeiterin mit einem Taxi zum Flughafen gebracht. Dort besucht er den Flughafenarzt, weil er wissen will, ob er flugtauglich ist. Was dann kommt, sind die Bilder, die ⁓ die Welt gehen. Irgendwer kommt in den Raum, Lars wird panisch und rennt ein paar Sekunden später gefühlt ⁓ sein Leben aus dem Arztzimmer über das Flughafengelände, springt über einen Zaun und verschwindet. Bis heute. Zwölf Jahre später. Soweit die Geschichte, grob zusammengefasst. Kümmern wir uns jetzt ⁓ die Details. Und da möchte ich auf Fragen eingehen, die immer wieder zum Fall in den Kommentarspalten meiner Kanäle aufploppen. Ich spreche darüber mit Privatermittler Rainer. Er hat den Fall wenige Monate nach Lars Verschwinden übernommen und arbeitet bis heute kostenlos für Lars Mutter Sandra. Nur die Reisekosten werden von der Familie übernommen. Der Verlass hat mich von Anfang an mitgenommen, weil ich Aufnahmen der Mama gesehen habe im Fernsehen und auch dann noch mal selber gemerkt habe, das könnte nicht auch selber sein, dem das passiert wäre in Bulgarien. Ich habe der Familie kostenlos angeboten, die Internetseite und die Facebookseite zu machen. Und dann habe ich mein Netzwerk innerhalb der Zeit komplett aufgebaut und habe mich da selber entwickelt. Über die Jahre hat sich eine Freundschaft entwickelt zwischen Rainer und den Mittags. Und auch wenn er ihn nie persönlich kennenlernen durfte, Rainer kennt Lars wahrscheinlich besser als jeder andere. Wer war er also? Was hat der damals 28-Jährige vor seinem Verschwinden in Deutschland für ein Leben geführt? Er war ja tätig im Kraftwerk in der Limshaven, hat dort im Schichtbetrieb gearbeitet, ist außerhalb seiner Schichten, wenn er mal eine Woche frei hatte oder so, seinen Eltern gefahren. und hat seiner Familie geholfen, seiner Papa und seiner Mama bei den Tätigkeiten, am Haus gemacht werden mussten. Er ist gerne nach Hause gefahren, er hat aber auch eine Wohnung in Wilhelmshaven angemietet. Da hat er sich dann auch entsprechend eingerichtet, hat sich eine schöne Dachterrasse aufgebaut, war wirklich eine schöne Wohnung. Die haben wir aufgelöst. Was auch kaum jemand weiß, Lars war verliebt. Er hatte eine Freundin, die allerdings mit dem ganzen Medienrummel nach Lars Verschwinden überhaupt nicht zurecht kam. Sie gilt zu schützen. Klar lebt sie jetzt ihr Leben weiter, kann man ihr auch nicht verbieten und kann man ja auch nicht böse sein. Sie hat lange, lange, lange die Suche mit unterstützt. Es ist halt eben aber einfach, dass sie ihr Leben jetzt weiter lebt. Was Sandra ihr auch ganz klar gesagt hat, steckt den Kopf nicht in Sand, geht nicht anders. Rainer erzählt mir, dass Sandra mit der Frau allerdings immer noch in Kontakt steht. Sie war wichtig für den 28-Jährigen, denn er hatte Pläne mit ihr. Lars hat nach einem Haus gesucht in Kraftwerksnähe. Da war er mit Sandra aktiv am Häusersuchen, die er ihr dann vorstellen wollte. Das war wirklich einen Monat vor dem Urlaub. Die Chancen standen gut, schönes Haus zu finden, weil eben auch das Kapital von Lars vorhanden ist. Man sagen musste, dass er sich da keine Gedanken drum machen musste, ob er das Haus jetzt bezahlen kann oder nicht. Man kann also sagen, auf den ersten Blick gibt es keinen Grund, warum Lars freiwillig verschwunden sein könnte, wie von manchen gemutmaßt Er hatte einen lukrativen Job, eine tolle Familie, war verliebt und er hatte große Pläne. Der Grund, dass Lars Möttang bis heute spurlos verschwunden ist, findet sich also irgendwo in Bulgarien. Und genau da reisen wir mit Rainer hin, ⁓ das Verschwinden so detailliert wie möglich zu dokumentieren. Wenn man zum Goldstrand in Bulgarien will, muss man nach Varna fliegen. Der Flughafen ist 17 Kilometer vom Strand entfernt. 20 Kilometer lang ist die Touristenzone mit vielen Hotels und den einem davon steigt auch Lars mit seinen Freunden ab. Der Urlaub, der verläuft, unauffällig. Es wird gechillt, wird Volleyball am Strand gespielt. Ja und viele beschreiben Lars Ernährung in dieser Zeit als auffällig, weil er sich fast ausschließlich von Salat und Suppen ernährt und am Hotelbuffet nicht so reinhaut wie seine Freunde. Laut Lars Familie passt das aber zu ihm, weil er auf seinen Körper achtet und zu dieser Zeit war es auch wahnsinnig heiß in Bulgarien, kennt das wahrscheinlich auch von euch. man einfach nicht so großen Bock auf Essen. Spulen wir also vor zum 4. Juli. Lars und seine Freunde gehen in eine Bar, schauen das Spiel Deutschland gegen Frankreich. Während des Spiels passiert etwas, das viele für wichtig halten. Lars erlaubt sich nämlich einen Scherz. Auf den Tischen der Bar stehen verschiedene Länderflakken. Lars vertauscht die Flakken auf den Tischen und das soll zu Diskussionen mit einigen Besuchern führen. Am Ende des Abends gewinnt Deutschland das Viertelfinale mit 1 zu 0. Lars' Freunde haben Hunger und wollen sich bei McDonald's an der Strandpromenade noch einen Burger holen. Wir sind jetzt direkt auf der Promenade, die am Goldstrand entlang führt. Hier vorne ist gleich der Fastfood-Laden, an dem die Freunde sich was zu essen geholt haben. Und Lars hatte daran einfach kein Interesse und ist dann weitergegangen, ohne die Freunde. Lars will schon ins Hotel. Doch auf dem Weg dorthin passiert etwas. Er trifft auf eine einzelne Person oder auf eine Gruppe von Menschen, mit denen er in Streit gerät. Daraufhin bekommt er einen Schlag aufs Ohr verpasst. Wer der Täter ist, das ist nicht bekannt. Im Netz kursieren öfter Gerüchte, dass es jemand aus der Bar gewesen sein könnte, in der Lars eben diese Länderflakten vertauscht hat. Rainer aber hält das für unwahrscheinlich. Er hat zwar mit Fußballfans gekabbelt oder sich so Schätze erlaubt, aber dass da wirklich jemand ausgerastet ist, das war in dem Fall nicht. Es kann aber auch durchaus Security gewesen sein, dass wenn er pinkeln musste und ich sag jetzt mal, er hat ihn der Häusermann gepinkelt hat, dann reagieren die schon böse und da wissen wir wirklich nicht, in welche Richtung das hätte gehen können oder welche Personen das gewesen sind. Auf jeden Fall hat der Schlag gesessen. Aber erst am nächsten Morgen vertraut sich der 28-Jährige seinen Freunden an. Leute, ich hab welche aufs Ohr gekriegt. weiß jetzt nicht, ist. Vielleicht muss ich damit zum Arzt, vielleicht auch nicht. Da war er sich selber auch nicht sicher. Dann haben die gesagt, du brauchst dein Gehör auch für die Arbeit. Also, geh zum Arzt. Daraufhin hat er hier erst mal einen Arzt aufgesucht. Der hat gesagt, geh zum Arzt im Krankenhaus. Das hat er dann so aufgeschoben, weil er gedacht hat, ist nicht ganz so schlimm. Und ist ja dann erst am ... Montag, wo seine Freunde geflogen sind, bin ich zum Arzt gegangen. Denn die Schmerzen, die werden unerträglich. Und Lars hat Angst, durch den Druck im Flugzeug alles noch schlimmer zu machen. Im Netz werden die Freunde dafür verteufelt, dass sie Lars allein in Bulgarien zurückgelassen haben. zumal Sandra und auch der Rest der Freunde, die auch andersweitig mit Lars zu tun hatten, sind keinem der Jungs böse. Weil Lars ganz massiv gesagt hat, jeder von euch muss morgen früh wieder auf der Arbeit stehen. Er war der Letzte aus der Runde, der noch zwei Wochen Urlaub hatte. Also insgesamt zwei Wochen Urlaub. Alle anderen hatten ihren Urlaub schon verballert und hatten sich gedacht, ja, Bulgarienurlaub eine Woche hab ich noch. Den hau ich jetzt auf den Kopf bis Ende des Jahres. Man kann den Freunden keinen Vorwurf machen. Die machen sich selber Vorwürfe, weil jeder derjenige sagt, warum bin ich nicht da geblieben? Aber wenn man sich mit Händen und Füßen wehrt und sagt, Leute, fahrt, ihr müsst morgen wieder arbeiten. Zwei davon haben sogar neuen Job angefangen. Das heißt, sie hätten damit ihre Zukunft in Anführungsstrichen noch riskiert am Ende des Tages. Lars ist also in Bulgarien völlig auf sich allein gestellt. Nachdem seine Freunde das Land verlassen haben, sucht er das nächste Krankenhaus auf. Also das ist das Krankenhaus Sant Anna. In dem Krankenhaus wurde Lars von einem Taxifahrer abgeliefert, ⁓ sich untersuchen zu lassen, bezüglich seines im Nachhinein festgestellten Traumwaffelrisses. Der Arzt hat Lars gegenüber gesagt, dass er nicht aufgenommen wird, obwohl Lars eine reiche Krankenversicherung hatte, auch ADAC-Mitglied ist und so weiter. Lars war sich halt wirklich sicher, dass er hier aufgenommen wird und am nächsten Tag, sei es mit dem ADAC oder mit der Krankenversicherung, irgendwie wieder nach Deutschland kommt. Er wurde nicht aufgenommen. Der Arzt hat sich versucht, rauszureden, weil der Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung im Raum bestand. Die Ethik bei den Ärzten in Bulgarien ist die gleiche wie in Deutschland. Der Arzt hat sich keinen Gefallen getan, Lars wegzuschicken. Dementsprechend hat er wir geben den Breitband-Ali-Biotiker. Aber er Lars auch gesagt, du darfst damit nicht kliegen. Das ist der Punkt, wo er gesagt hat ... Ich muss jetzt eine Nacht bleiben, wir müssen mal gucken. Lars Mittank ist nicht flugtauglich. Das Medikament, das er verschrieben bekommen hat, heißt Zevziel 500. Das ist ein Antibiotikum. Eine der Nebenwirkungen im Beipackzettel waren Vorstellungen. Das könnte später noch eine wichtige Rolle spielen. Lars schnappt sich vom Krankenhaus ein Taxi und fragt nach einem günstigen Hotel. Der Fahrer bringt ihn zum Hotel Colour. Das ist kein Strandhotel, sondern das liegt mitten in der Stadt in einem eher unsicheren Viertel von Wana. Detektiv Rainer hat eine Erklärung, warum er ausgerechnet hier abgesetzt wurde. Die Taxifahrer bekommen hier Geld von den jeweiligen Hotels, wenn sie die Leute herbringen. in dem Fall war es tatsächlich so, die wollen nur 25 bis 27 Euro pro Nacht haben. Kein Frühstück und nichts mit dabei und dementsprechend sehr, sehr günstig. Während wir mit Rainer in Wana sind, machen wir uns selbst ein Bild vom Hotel. ein etwas heruntergekommener Altbau. Eine Lobby aus den 90ern, nicht modern, aber auch nicht gruselig würde ich sagen. Und wir können uns sogar ein Zimmer anschauen. Genau so ein Zimmer wie es auch Lars bewohnt hat. Mit einem Doppelbett und einem kleinen Bad. Ganz einfach gehalten. Und was auffällt, die Wände sind wahnsinnig hellhörig. Rainer hat hier schon einige Nächte verbracht und während wir uns im Bad mit ihm umsehen, erzählt er uns, was er erlebt hat. In dem Badezimmer laufen die Lüftungsstechte, sodass man von unten und oben auch hört, was in einer Lobby unter anderem passiert. Also wenn es mal bisschen lauter ist in den anderen Zimmern, dann hört man das hier im ganzen Hotel auf der jeweiligen Seite, wo es laut ist. Ich habe verschiedene Hotelbewertungsportale für die Recherchen gecheckt. Hier finden sich teilweise beängstigende Kritiken zum Hotel Kolor. Nachts soll es an Türen klopfen, Türen werden versucht zu öffnen, andere schreiben von einem gruseligen Keller. Doch genau hier wird Lars am Abend vor seinem Verschwinden nun vom Taxifahrer abgesetzt. Er betritt die Lobby, checkt ein, geht auf sein Zimmer und ruft sofort seine Mutter an. Im Telefonat bittet Lars sie, die Kreditkarte zu sperren. Der Rezeptionist sei damit verschwunden, Lars glaubt, sie sei kopiert worden. Ein paar Minuten später meldet er sich erneut bei seiner Mutter. Doch Lars Mittank wird immer panischer. Er verlässt mitten in der Nacht mit seinem Gepäck das Hotel und läuft in eine Gegend, die Rainer als eher unsicher beschreibt. Erneut meldet er sich bei seiner Mutter. Ja und genau das ist die zentrale Frage. Hat Lars Panik seine aus dem Hotel tatsächlich etwas mit dem Medikament zu tun? Oder hat er tatsächlich etwas im Hotel erlebt, das ihm so große Angst gemacht hat? Denn wir wissen heute auch, Lars hat das Medikament ja erst ein paar Stunden zuvor in einer Apotheke abgeholt. Viel kann er davon eigentlich nicht eingenommen haben. Gerade weil das Hotel im Netz nicht den besten Ruf hat, wird viel spekuliert, dass er hier vielleicht etwas gehört oder beobachtet hat, was er nicht sehen oder hören sollte. Vor wenigen Monaten nun meldet sich zum allerersten Mal das Hotel Côte d'Or persönlich zu den Vorwürfen und bezieht Stellung. Ich möchte euch einen Auszug daraus vorlesen. Er stammt vom Manager des Hotels persönlich, der angeblich in dieser Nacht selbst Dienst hatte. Was allerdings anzuzweifeln ist, wie wir später noch erfahren. Gegen 20.40 Uhr kam ein Taxifahrer mit einem Gast. Er sah etwas ungewöhnlich aus. Sein Gesicht war gerötet. Zuerst dachte ich, er sei betrunken. Der Taxifahrer sagte mir, er sei aus dem Krankenhaus abgeholt worden, wo er untersucht worden war. Ich verstand, dass Lars seinen Flug nach Deutschland wegen einer Ohrverletzung verpasst hatte. Mir wurde berichtet, dass es in einer Bar am Goldstrand zu einer Auseinandersetzung mit anderen Fußballfans gekommen sei. Ich bot ihm ein Zimmer im ersten Stock an. Ich glaube er versuchte zunächst mit Karte zu bezahlen, aber die Transaktion schlug viel und er bezahlte bar. Später erfuhr ich, dass er seine Mutter angerufen und sie gebeten hatte seine Karte zu sperren. Mir fiel auf, dass er Medikamente bei sich hatte, die noch ungeöffnet waren. Ich fragte ihn, ob er Hilfe bei der Suche nach einem Bus nach Deutschland benötigte. Ich suchte und glaube eine Verbindung nach München gefunden zu haben, aber die Fahrt hätte etwa drei Tage gedauert, daher lehnte er ab. Er ging auf sein Zimmer, nach etwa 30-40 Minuten ging er zu einem nahegelegenen Laden, der ungefähr 50 Meter vom Hotel entfernt lag. und kam schon nach 5-10 Minuten zurück. Später erfuhr ich, dass er sich dort vor einigen Leuten erschreckt hatte. Möglicherweise tranken Nachbarn draußen Bier, aber sie haben nie Probleme verursacht. Er ging zurück auf sein Zimmer und berichtete nichts ungewöhnliches. Er trank nichts an der Hotelbar. Das Hotel ist klein, wäre etwas ungewöhnliches passiert, hätte ich sofort reagiert. Gegen 1 Uhr Nachts kam Lars mit seinem Gepäck herunter und verließ das Hotel. Ich fragte ihn zweimal, ob ich einen Taxi rufen sollte. Er lehnte ab. Nachdem er gegangen war, ging ich zu seinem Zimmer hinauf und sah, dass er sich gar nicht hingelegt hatte. Er hatte nur auf dem Stuhl gesessen. Er war sichtlich besorgt, doch im Hotel ist ihm nichts passiert. Interessante Punkte, die der Hoteldirektor hier aufführt, oder? Ein ungeöffnetes Medikament? Und ein kurzer Besuch an einem Kiosk, der schnell und in Panik wieder endet? Nachdem ich die Stellungnahme gelesen habe, schreibe ich als allererstes Detektiv Rainer. Hier ist die Sprachnachricht, mit der er mir antwortet. Moin Micha. Also wir haben jetzt nochmal alle unsere Unterlagen durchgeguckt und haben Dokumentationen gewälzt und auch nochmal Rücksprache mit Sandra gehalten. Sandra ist sich zu 100 Prozent sicher, dass nicht der Hotelbetreiber selber in der Nacht vor Ort war, sondern jemand extern Angestelltes, der parallel auch in einer Bank gearbeitet hat, ⁓ sich da bisschen Geld dazu zu verdienen, hat er im Hotel gearbeitet. Den haben wir auch ein paar Tage später befragt. Dementsprechend existierte auch Name und alles. und das, der Hoteldirektor, ich will ihn mal so nennen, da jetzt gerade macht, ist eine massive Falschaussage. Dem können wir aber nicht rechtlich gegangehen, ja, rechtsfreier Raum in Anführungsstrichen kann man das so nennen. Ja, warum esse ich jetzt noch? 11, fast sogar 12 Jahre danach darauf äußert, kann ich nur so sagen, dass einfach der Punkt ist, dass er ziemlich viel Kritik im Netz kriegt. Einige Fake-Leute schreiben auch Fake-Bewertung zu diesem Hotel. Es gab einen TikToker, der meinte, er wäre genau gerade jetzt in diesem Hotel und würde da bedroht werden und so weiter. Das hat sich auch als Unwahrheit rausgestellt, weil uns wurde der... Livestream direkt zugeschickt und wir haben direkt Kontakt mit ihm aufgenommen, haben auf seinen Standort verifizieren lassen und das passte alles nicht. Er war zwar in Bulgarien, aber nicht in diesem Hotel. Ist leider so, aber der Hotelbetreiber selber war nicht in der Nacht, als Lars eingecheckt hat vor Ort. Warum lügt der Hoteldirektor, wie Rainer es ihm hier vorwirft? Was ist im Hotel Kolor wirklich passiert, dass Lars Mittank geflüchtet ist und vor allem Hat er nun dieses Medikament, das Wahnvorstellungen auslösen kann, genommen oder nicht? Dazu kommen wir gleich nochmal. Lars Spur verliert sich auf jeden Fall in dieser Nacht erstmal. Erst am frühen Morgen wird er von einem Taxi aufgelesen. Darin sitzt eine Sozialarbeiterin und fährt zur Arbeit. Sie nimmt Lars mit und setzt ihn am Flughafen ab. Dort betritt Lars die Flughafenhalle und wird von Überwachungskameras gefilmt. Ein gelbes T-Shirt, eine graue kurze Hose, eine Reisetasche und einen Rucksack trägt er bei sich. Nervös oder panisch wirkt er auf diesen Aufnahmen überhaupt nicht. Lars scheint völlig normal zu sein. Er fragt eine Mitarbeiterin nach dem Flughafenarzt, sie weist ihm den Weg, dann betritt er das Sprechzimmer und der behandelnde Arzt beschreibt in einer Spiegel-TV Sendung damals, kurz nach seinem Verschwinden, was passiert ist. Er rieb seine Hände, war unruhig, hatte kein Vertrauen, als wir versuchten, etwas gegen die Schmerzen in seinem Ohr zu unternehmen. Die Medikamente, die wir ihm gaben, ließ er auf dem Tisch liegen und sagte, ich möchte nicht behandelt Aber warum? Details erzählt der Arzt nicht. Und was interessant ist, laut Zeitstempel auf der Überwachungskamera muss Lars ungefähr 40 Minuten im Arztzimmer sein, bis ein Mann den Raum betritt. In dem Moment, als er den Uniformierten gesehen hat, hat er sich total erschreckt. Er er hat Angst ⁓ sein Leben, er will nicht sterben. Wenige Sekunden, nachdem der Mann den Raum wieder verlassen hat, rennt Lars ohne sein Gepäck nach draußen. Auf den Überwachungskameras sieht man, dass er sich nicht einmal umschaut. Aber man sieht auch, dass ihn niemand verfolgt. Er rennt über das komplette Flughafengelände, springt über einen Zaun. und verschwindet in einem Sonnenblumenfeld. Aber was ist im Arztzimmer passiert? Wer war der Mann, der da reingekommen ist? Rainer und die Familie wissen es bis heute nicht. Der Arzt vom Flughafen hat dreimal seine Aussage geändert. Die erste Aussage war, es war ein Mitarbeiter der Airline, mit der Lars dann abends hätte fliegen wollen und sollen. Aber diese Airline wusste aber nichts von seiner Verletzung. Dementsprechend hat es keinen Sinn ergeben, dass diese Airline reinkommt und fragt, sagen sie mal, darf der Herr Mithang eigentlich heute fliegen? Weil das hat der Arzt als Erstes gesagt, dass wohl diese Frage gekommen wäre. dann geht das gar nicht, kann ja gar nicht. Die Airline wusste nicht, dass er verletzt ist oder dass er theoretisch gesehen eine Einschränkung hat, fliegen zu dürfen oder nicht fliegen. Das ist halt eben das Problem dabei. Dann hieß es danach, ja, war jemand Normales vom Flughafen. Und als Letztes hieß es dann, es war ein Sicherheitsmitarbeiter vom Flughafen. Und Sicherheitsmitarbeiter vom Flughafen kann am Flughafen Warner von Militärpolizist, weil die Militärpolizei diesen Flughafen bewacht, weil er vor Jahren einen Terroranschlag hatte, bis zum runtergestuften kleinen Sicherheitsmann, der Gepäckkontrolle macht oder ähnliches kann das jeder sein. Fassen wir einfach noch mal zusammen. Die erste Aussage des Arztes, die einzige, die er vor Kameras getätigt hat, war, dass ein uniformierter reingekommen ist. Lars hätte sich aber schon vorher komisch verhalten und keine Behandlung gewollt. Doch was, wenn der Arzt nicht die Wahrheit sagt? Rainer hat nach seinen langen Recherchen nämlich etwas herausgefunden. Und Lars hat dann auch beim Arzt am Flughafen ein Zettel unterschrieben, dass er auf eigene Verantwortung fliegt. Und davon haben wir Fotos, wo dann auch seine Unterschrift drunter ist. Deswegen nicht der Beweis da ist, er wollte fliegen, wo die originale Unterschrift von Lars drunter war. Und es ist halt so bisschen komisch, weil nach der Unterschrift hat er dann Reis ausgenommen, ist dann aus dem Zimmer raus. Und genau der Bereich, wo der Arzt halt sein Zimmer hat, ist nicht kamerüberwacht, was wir uns bis heute nicht erklären können. Rainer hat einen schlimmen Verdacht. Was ist, wenn der Arzt Lars erpresst hat? und Geld wollte. Denn ein paar Monate nach Lars Verschwinden gibt das Auswärtige Amt in Berlin eine Warnung für Touristen in Bulgarien heraus. Liebe Urlauber, gebt den Ärzten in Bulgarien bitte, bitte, bitte nicht eure Ausweise, nicht eure Pässe, nicht eure Krankenkassenkarten. Mit dem Hintergrund, dass die Ärzte dann sagen, ich schreibe mir mal eben deinen Namen ab, gib mir mal deinen Ausweis. Dann gibt er den Ausweis weg. Und dann sagt der Arzt, jetzt gibst du mir bitte alles an Geld, du hast. Sonst kriegst du deine Dokumente nicht wieder. Ehrlich? Und der Fall ist tatsächlich mehrfach bestätigt. haben elf, zwölf Leute, elf oder zwölf, bin mir jetzt nicht hundertprozentig sicher gerade, die uns das auch gemeldet haben, die diesen gleichen Fall auch ein Jahr später noch in Bulgarien hatten, wo sogar Hotelärzte dazu übergegangen sind und gesagt haben, so ich kasse jetzt deine Unterlagen ein, bevor du mir nicht die Gebühr bezahlt hast. Weil, auch wenn wir alle europäisch Krankenversichert sind, wollen die Ärzte in Bulgarien noch separat Geld haben. Und Lars hätte damals zusätzlich 130 Euro bezahlen müssen. Die hatte er auch in Importmanee, das wissen wir, weil die Sozialarbeiterin, die mit im Taxi saß, mit dem er zum Flughafen gekommen ist, dachte, er hatte das Geld noch drin. Lars hätte also Bargeld dabei gehabt. Hat der Arzt also vielleicht... Mehr gefordert? Oder befinden wir uns hier auf dem Holzweg und alles war ganz anders? Ihr erinnert euch an das Antibiotikum, das Lars einen Tag zuvor erhalten hat. Lars hat ja im Krankenhaus die Tabletten Zev-Ziel 500 verschieben bekommen. Diese Tabletten sind in Deutschland nicht zugelassen. Und in dem bulgarischen Beipackzettel steht drin, dass diese Tabletten Halluzinationen auslösen können. Ich habe mich mit mehreren Ärzten unterhalten und die haben mir auch bestätigt, dass in Kombination mit den Tabletten, mit dem Trommelfellriss, Lars ja hat, dazu gekommen sein kann, dass er in einer Art Halluzination stecken geblieben ist und sein Gehirn dort sozusagen einen Kurzschluss ausgelöst hat und diese Retrograde-Amnesie ausgelöst hat. Kann man sich so vorstellen, dass die Personen ... Ab dem Moment, wo sie sie haben, sich nicht mehr an das, was davor passiert ist, erinnern können. Das ist sozusagen wie in einem Tresor weggeschlossen und kann auch erst, manchmal sogar erst nach Jahrzehnten wieder hervorgeholt werden. Sprich also, durch die Nebenwirkungen des Antibiotikums könnte Lars vergessen haben, wer er ist. Rainer und Lars Familie könnten sich gut vorstellen, dass der 28-jährige Wahnvorstellung Zimmer des Flughafenarztes Vielleicht wurde er ja tatsächlich erpresst und dann kommt auch noch eine uniformierte Gestalt in den Raum rein und dann, na, kurz Schluss. Dass da jemand ins Zimmer gekommen ist und Lars danach so panisch rausgerannt ist, gehe ich davon aus, dass Lars in dem Moment diesen Amnesieschub bekommen hat, sich dort nicht wiedergefunden hat, dass er Panik gekriegt hat, weil er plötzlich nicht mehr wusste, wo er ist. und dann die Hände in die Hand genommen hat, die Beine in die Hand genommen hat und aus dem Haus, aus dem Flughafengebäude raus gerannt ist, weil er nicht gewusst hat, wo bin ich jetzt gerade? Was ist das hier jetzt gerade? Wir haben in den letzten Jahren mehrfach mit Ärzten gesprochen. Diese Theorie ist gut möglich. Eine große Unbekannte ist allerdings, wie viel vom Medikament hat Lars überhaupt genommen? Reicht das, ⁓ so eine fatale Wirkung zu entfalten? Auch hier ist alles wirklich rätselhaft. Lars Mutter bekommt nämlich wenige Tage nach dem Verschwinden Lars Gepäck ausgehändigt. In der Reisetasche waren beim ersten Mal, wo die Mutter die Reisetasche gesehen hat, waren die Tabletten drin und zwei Tage später, als sie dann nochmal nachgucken wollte, waren die Tabletten raus aus der Reisetasche und auf dieser Liste, auf dieser Packliste der Reisetasche, die von der Polizei in Bulgarien angefertigt wurde, waren die Tabletten auch nicht mehr drauf. Dementsprechend können wir nicht mehr sicher sein, hat Lars von diesen TFCL 500 drei Tabletten genommen oder fünf. Aber wir gehen davon aus und die Mutter ist sich ziemlich sicher, dass es drei Tabletten gewesen sind. Aber warum zum Teufel hätte die Polizei die Tabletten verschwinden lassen sollen? Die Zusammenarbeit mit den bulgarischen Behörden lässt all die Jahre zu wünschen übrig, erzählt mir Rainer. Bei den Bulgaren ist es tatsächlich so, wir wurden von denen gar nicht unterstützt. Von der bulgarischen Polizei. haben wir keine Unterstützung genossen, was vielleicht auch gut war. weiß es aktuell nicht, ob ich kann es nicht einschätzen, es gut oder nicht war. Man muss wirklich sagen, der Leitender Mittler zu dem damaligen Zeitpunkt ist mit Sandra sehr, böse umgegangen. Und auch absolut unfreundlich jedem, der in irgendeiner Art und Weise seine Unterstützung angeboten hat. Und als dann auch noch einer von der deutschen Polizei zu Gast in war, wurde diesem Polizisten, weil er zu Gast war, ein Mitarbeiter vorgesetzt, der nachweislich auch gar nicht zu dem Zeitpunkt auf Flughafen gearbeitet hat. Also beim Flughafen muss ich gleich dazu sagen, wir haben ja auch nur das gekürzte Material gekriegt. Das was veröffentlicht wurde von uns oder von Aktenzeichen XY, diese wenigen Minuten, also es sind ja maximal sechs bis sieben Minuten, die wir gesamte an Videomaterial gekriegt haben, aus dem Flughafen. sind so zusammengeschnitten worden aus etwa 3,5 Stunden Zeit, die Lars am Flughafen war. Ein Flughafen, der Material zurückhält. Eine Polizei, die nicht wirklich mitarbeitet. Was hat das alles zu bedeuten? Rainer lässt sich davon nicht beirren. Sein Motto seit mittlerweile fast 12 Jahren, solange er keine Leiche findet, muss Lars Mittank am Leben sein. Aber welche Anhaltspunkte gibt es dafür? Die Überwachungskameras zeigen den 28-Jährigen bei seiner panischen Flucht am Ende, wie er über einen Zaun springt und auf ein Feld läuft. Aber was hat er danach gemacht? Wir setzen uns in Rainers Geländewagen und fahren vom Flughafen Warnar nicht in Richtung Strand, sondern in Richtung der Dörfer. Es gibt Anhaltspunkte, dass Lars ebenfalls genau diesen Weg gewählt hat. Lars ist durchs Feld auf die neue Autobahn. und wurde dann aber zuletzt auf der alten jetzigen Straße, auf der wir gerade fahren, gesehen von einer Postituierten. Diese hat uns Sachen beschrieben, die sie eigentlich so nicht wissen konnte, nur anhand unserer Fragen und konnte uns somit sagen. Und wir halten es dadurch für sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei wirklich ⁓ Lars gehandelt hat. Diese Sichtung war allerdings am 28.9.2014 in dem Jahr, wo Lars verschwunden ist. Konnte auch so bisschen Deutsch. war sehr freundlich uns gegenüber und Lars hat der Prostituierten dann auch gesagt, dass er angeblich in dem Dorf der Straße aufwärts wohnen würde, in einem Hotel. Wir wissen aber, dass es dort kein Hotel gibt. Das ist ein Dorf, wo nur Einheimische und Bulgarinnen wohnen. Es gibt dort viele verlassene Häuser, dementsprechend fahren wir die auch regelmäßig ab, ⁓ zu sehen, es da Veränderungen. Hat sich da in irgendeiner und Weise auch vielleicht eins der verlassenen Häuser, was da neu ausgebaut wurde, hat sich da was verändert. Oder wurde da sogar einer wieder gesehen? Auch heute befragt Rainer Prostituierte am Straßenrand. Immer mit der Hoffnung auf den einen wichtigen Hinweis. Nein, die hat komplett abgewunken und hat gleich gesagt, dass sie niemanden gesehen hat. Also die hat sich das Bild auch gar nicht richtig angeschaut. Leider. Die lesen sich das dann nicht mal großartig durch, sagen gleich, nee, ist nicht. Und teilweise ist da auch die Angst, nichts sagen zu dürfen mit hinter. Ein paar Kilometer weiter biegen wir in einen Feldweg ein. Es geht über Stock und Stein. Selbst in diesem gut gefederten Auto ist jede Erschütterung zu spüren. Der Kameramann, der mit dabei ist, hat Mühe gute Bilder zu machen. Doch plötzlich schlägt er Alarm. Auf einem Feld entdeckt er in seinem Sucher einen kleinen schwarzen Punkt. Es ist ein Mann, der sich plötzlich, nachdem er uns entdeckt hat, Feld zu verstecken scheint. Der legt sich hin, versteckt sich. Will nicht gesehen werden. Kriegst du denn aufs Bild? Nein, ich bin der Optiker, aber der traumt sich gerade in den Und der will nicht von uns gesehen werden, versteckt sich. ⁓ An. Jetzt steht er wieder und läuft. Ja, wo, wo, wo, wo? Siehst du jetzt nicht, das sind ja die Bäume, aber gleich müssen wir wieder. linken Bäume. Na, noch ein Stückchen, dann sehe ich ihn wieder. Wird ja los. ⁓ Alter, fand ich doch gar nicht. Wir verlieren den Mann schnell wieder aus den Augen. Aber könnte das nach zwölf Jahren Lars Mitterm gewesen sein? Warum sollte er sich noch immer hier in der Umgebung aufhalten? Rainer erzählt uns, dass aus genau diesem Gebiet immer wieder Sichtungen von Anwohnern gemeldet werden. Einen Fotobeweis gibt es allerdings bisher nicht. Aber die Familie glaubt fest daran, dass Lars hier als Obdachloser seit 2014 ausharren könnte. Er kommt nicht zurück, weil er sich nicht dran erinnern kann, wer er ist, woher er kommt. Und das ist wiederum auf die Retrogramm der Amnesie zu schieben, wo man dann sagen kann, es ist plausibel, es ist möglich, dass er dadurch halt nicht mehr weiß, wo er hingehört und sich dem Gegebenheiten in Bulgarien anpasst. Vielleicht sagt ihr euch jetzt, was für ein Quatsch. Wie soll Lars zwölf Jahre lang hier überleben? Woher bekommt er Essen? Wo schläft er? Glaubt mir, während der jahrelangen Recherchen habe ich mehrere Fälle weltweit ausgemacht, in denen Menschen teilweise nach Jahrzehnten wieder aufgetaucht sind. Das bestätigt auch der vermissten Experte in Deutschland, Peter Jamin. Das Ungewöhnliche an den vermissten Fällen und den Situationen ist, dass manche Vermisste nach vielen Jahren zurückkehren. aus unterschiedlichsten Gründen. Ich habe es erlebt, dass ein Vermisster nach 20 Jahren zum Sterben nach Hause gekommen ist. Der war schwer krebskrank und hat sich dann nach diesen vielen Jahren nur noch gewünscht, ich will zurück zu meiner Mutter und meinem Vater und will dort dann in Ruhe sterben und auch diesen Konflikt bereinigen. Das ist das Schöne eigentlich daran, dass es diese Situation immer wieder erlebt. das Heimkehren von Vermissten. Gott sei Dank kehren die meisten ja relativ schnell wieder zurück. auch bei langjährig Vermissten gibt es eben diese positiven Entwicklungen. Es ist ein bisschen Hoffnung für Sandra Mithank, den Rest der Familie und für Rainer. Und mit zwei Gerüchten möchte ich zum Schluss auch noch aufräumen. Ich lese oft, Lars ist garantiert Opfer der Organenmafia geworden, der lebt schon lange nicht mehr. Ihr Lieben. Das ist der Stoff, den Hollywood in Hostel erzielt. Auch nach intensiven Recherchen gibt es nämlich keinen einzigen Beleg dafür, dass Touristen in Bulgarien Organe entnommen und sie danach getötet werden. Ja, es gibt Organhandel, bei dem arme Menschen zur Existenzsicherung ihre Organe spenden, aber die martialische Version, die halte ich persönlich für ausgeschlossen. Eine weitere Theorie im Netz ist, dass Lars sich abgesetzt haben könnte, dass er alles akribisch geplant habe. Aber auch dafür gibt es keine Anhaltspunkte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lars freiwillig aus seinem Leben abgehauen ist, weil er einerseits genug Geld hier hat liegen lassen, andererseits eine tolle Familie hat. Egal, wie man befragt, man kriegt halt Rückmeldung, dass es zwischen Sandra und ihm eher freundschaftlich war und auch mit dem Papa eher freundschaftlich war, dass sie sich gegenseitig unterstützt haben und das ist wirklich... ein harmonisches Miteinander war. Und wenn er erst nach Hause kommen wollte, ist er nach Hause gekommen. Wenn er in Urlaub gehen wollte, ist er Urlaub gegangen, ohne dass großartig gefragt wurde. Das Einzige, was halt gemacht wurde, ist, als gesagt wurde, er geht nach Bulgarien in Urlaub, ist, dass sein Papa ihn gewarnt hat, passt bitte auf vor Ort mit der Polizei und so weiter, weil halt eben der Papa schlechte Erfahrungen im Ostblock gemacht hat, weil sie halt im wahrsten Sinne des Wortes DDR-Flüchtlinge sind. Ich persönlich auch nach all der Zeit die Hoffnung, dass Lars da draußen irgendwo steckt. Ich begleite Rainer auf jeden Fall weiter auf der Suche nach Lars Mettank. Der nächste Teil von Mord ist ein Hobby, erscheint hier im Mai. Bleibt gesund, haltet die Augen offen und wenn ihr Hinweise habt, dann wendet euch an die Findet-Lars-Seiten auf Facebook, TikTok oder Insta oder schreibt mir und ich leite es für euch weiter. Mord ist ein Hobby, ist eine Produktion der Havich Media OG.