Pia Anders: Mein heutiger Gast ist eine der einflussreichsten Stimmen der deutschen Medizin. Ärztin, Wissenschaftlerin, Professorin und Autorin, Professor, Doktor Marion Kichler. Als Direktorin der Frauenklinik der TU München leitet sie eine der führenden Einrichtungen für Gynäkologie und Onkologie in Europa. Sie schrieb Geschichte, als sie im Jahr 2000 als erste Frau im deutschsprachigen Raum auf einen Lehrstuhl für Gynäkologie berufen wurde. und war sogar politisch aktiv als bayerische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst. Heute gilt sie als die Expertin für Brustkrebs und die Gesundheit der Frau. In unserem heutigen Gespräch sprechen wir deshalb natürlich auch über das Thema Brustkrebs, Früherkennung und Eierstockkrebs und wie das Ganze eigentlich zusammenhängt. Und wir klären, warum 75 Prozent der Krebserkrankungen tatsächlich präventiv beeinflusst werden können. was ja eine absolut krasse Nummer ist und welche Lifestyle-Faktoren hier so wichtig sind. Ganz konkret gehen wir natürlich auch auf das Thema Brustkrebs und Eierstockkrebs ein, das heißt, was muss man hier wissen, wie kann man das erkennen und wer birgt ein größeres Risiko. Dann sprechen wir auch über das Thema Hormone. Ganz spezifisch gehen wir auf das Thema Perimenopause ein und Menopause. Perimenopause ist ja die Zeit vor der Menopause, die schon zehn Jahre vorher einsetzen kann. Und hier erklärt sie uns eben auch, woran erkenne ich das jetzt und was kann ich da für mich tun, damit ich mich gut fühle. Und wir gehen dann eben auf das Thema Hormontherapie ein und warum das eben nicht nur eine Symptombekämpfung ist, sondern auch ein entscheidender Hebel für Longevity sein kann. Und sie verrät uns eben auch noch, mit welchem Indikator wir wissen, dass unsere Eierstöcke jung oder eben alt sind. Da gibt es eben einen bestimmten Wert, den man messen und monitoren sollte. Für mich auf jeden Fall super interessant für mein Freut euch auf ein super spannendes Gespräch. Willkommen, Professor Dr. Marion Kiechler. Marion, schön, dass du im Podcast da bist und heute mit mir sprichst. Du bist ja eine echte Koryphäe auf deinem Gebiet. Deswegen bin ich auch tatsächlich ein bisschen aufgeregt für unseren Podcast heute. Du bist eben nicht nur Direktorin der Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar, sondern warst auch die erste Frau im deutschsprachigen Raum, die auf einen Lehrstuhl für Gynäkologie berufen wurde. Also deine wahnsinnige Expertise, darauf freue ich mich besonders heute hier. Und ja, erst mal herzlich willkommen. Marion Kiechle: Vielen Dank für die Einladung, Pia. Pia Anders: bevor wir vielleicht in das heutige Thema einsteigen, ich habe ja viele Fragen für dich rund ums Thema Frauenheilkunde. Kannst du dich einmal kurz vorstellen, deinen Werdegang und wie du eigentlich zu dem geworden bist, wer du heute bist? Marion Kiechle: Mein Name ist Marion Kichle. Ich bin hier in München an der Technischen Universität und habe den Lehrstuhl für Frauenheilkunde, also für Gündekologie und Geburtshilfe. Ich bin hier jetzt schon seit mehr als 25 Jahren Direktorin der Frauenklinik. Ich war vorher in Kiel, davor in Freiburg und auch in den USA. und ich fand es irgendwie nachherliegend als Frau, die Frauenheilkunde zu wählen, weil es A. ein tolles Fach ist. Es hat alles an aufregenden Dingen, finde ich. Es hat die Geburtshilfe. Es hat das ganze Ding mit den Hormonen. Es ist ein operatives Fach, werden große operative Eingriffe durchgeführt, Krebsoperationen, oft langwierig sind, lange Zeit auf den ganzen Tag bauen, also sehr anspruchsvolle Operationen. ich dachte, es gab so einige Erlebnisse in meinem Medizinstudium, wo ich männlichen Patienten begegnet bin und es war nicht immer sehr erfreulich, zum Teil auch peinlich für den Patienten, so dass ich gedacht habe, Ich würde mich wohler fühlen, wenn ich nur mit Frauen als Patienten zu tun hätte und deswegen habe ich mich dann für das Fach Frauenheilkunde entschieden. Pia Anders: Ja, also Wahnsinn. Ich habe auch natürlich bisschen deine Vita angeschaut und gesehen, erst im Jahr 2000 war das ja, dass du dann den ersten Lehrstuhl da erhalten hast. wo man denkt so, wow, dass es da nicht mehr Frauen an der vordersten Front eigentlich gab, ist ja echt krass eigentlich. Marion Kiechle: Ja, wir sehen in der Zwischenzeit ein paar mehr, aber da ist noch ordentlich Luft nach oben. Pia Anders: Ja. Okay, dann lassen wir uns doch direkt in das Thema Krebs, Hormone und Risiko, ich sag mal, Früherkennung einsteigen. Können wir erstmal über Brustkrebs sprechen, also wie entsteht eigentlich Brustkrebs? Marion Kiechle: Gute Frage, wenn wir das 100 Prozent beantworten könnten, wären wir schon viele Schritte weiter. wie genau Brustkrebs entsteht, weiß man eigentlich nicht. es gibt natürlich bestimmte Risikofaktoren. Also bei einer bestimmten Art von Brustkrebs, nämlich dem Erbich bedingten Brustkrebs, da weiß man es eigentlich schon, woran das liegt. Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Aber wie gesagt selten, nur 5-10 % der Brustkrebsfälle sind erblich bedingt. Da liegt es daran, dass bestimmte Gendefekte in DNA-Reparatur-Genen vorliegen können. Das kann man sich sehr gut vorstellen, weil wir sind ja ein mehrzähliges Wesen. Wir haben nicht nur eine Zelle, sondern ganz viele Zellen. Und viel Regeneration passiert bei uns im Körper. Und wenn Regeneration passiert, dann müssen sich Zellen teilen. Und dann muss eben auch die DNA-Reparatur gut funktionieren, weil bei der Zellteilung viel schiefgehen kann und unsere Zellen auch Schädigungen von außen ausgesetzt sind. Zum Beispiel, ein gutes Beispiel, was man sich auch als Laie gut vorstellen kann, ist UV-Licht. Das ist ja Gift für unsere Hautzellen und fördert Falten. Und deswegen sollte man sich UV-Licht nicht im UV-Licht so stark aussetzen oder Sonnenschutzcreme benutzen, etc. Und dieses UV-Licht greift direkt die DNA an und setzt dort Schäden. Da haben wir ein ausgeklügeltes Reparatursystem. Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Man kann sich gut vorstellen, wenn das zum Teil defekt ist, also nicht mehr so gut funktioniert, dann entarten die Zellen. So ist es bei Brustkrebs der Fall, wenn da in bestimmten Genen die bekanntesten sind, BRCA1 und 2, wenn da Gendefekte vorliegen. Ein berühmtes Beispiel vielleicht auch noch zu nennen ist Angelina Jolie. Die hat ja diesen Gendefekt, diese BRCA1-Mutation von ihrer Mutter geerbt. Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: und hat das öffentlich gemacht und hat gesagt, will das, was ich erlebt habe, meinen Kindern nicht antun. Sie hat nämlich ihre Mutter sterben sehen an der Brustkrebsanerkrankung und hat sich deswegen, das ist eine Option, die Frauen haben, sich vorbeugend, da war sie so um die 40, glaube ich, oder Ende 30, um die 40 rum. Pia Anders: Nö. Marion Kiechle: hat sie sich vorbeugend das Brustdrüsengewebe entfernen lassen und kurz darauf dann auch vorbeugende Eierstöcke, weil auch beiden Krebsarten Brust- und Eierstuckkrebs bei dieser ärmlichen Veranlagung vorkommen. Pia Anders: Interessant, okay. heißt, ja, double Remy, sag ich mal. wenn man in der Familie Brustkrebs hat, dann hat man auch theoretisch ein höheres Risiko für Eierstockkrebs. Marion Kiechle: Ja, wenn diese Mutation jetzt gefunden wird, also das heißt, wer Krebs in der Familie hat, der sollte aufmerksam sein und sollte das untersuchen lassen. Es gibt ja auch andere Krebsgene. Also Brustkrebs zählt dazu, Eierstockkrebs zählt dazu, Darmkrebs zählt dazu, Prostata-Krebs bei den Männern. Schilddrüsenkrebs kann erblich sein. Also wenn vermehrt Krebserkrankungen in der Familie vorkommen, sollte man sich Rat holen beim Arzt und kann das dann auch genetisch untersuchen lassen, ob hier eine erbliche Krebsbeanlagung vorliegt. Weil gekennzeichnet ist der erblich bedingte Krebs durch zwei Dinge, eben dass er in der Familie geholfen vorkommt. Es können durchaus auch verschiedene Krebsarten sein. Und zweites Merkmal ist, dass die Menschen durchschnittlich jünger sind bei der Krebserkrankung als beim nicht erblich bedingten Krebs. Pia Anders: Ja, okay, super. wäre jetzt auch meine Frage. Was heißt vermehrt Vorkommen in der Familie? Opa ist jetzt 86. Marion Kiechle: Zwei Krebsfälle reichen schon Aber ein entscheidender Faktor ist eben das Alter. Weil Alter ist auch... Du hast das ja initial gefragt, wie entsteht Brustkrebs. habe ich gesagt, viel dazu kann man nicht sagen. Aber es gibt Risikofaktoren. Und einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Krebs überhaupt ist das Alter. Und natürlich, das können wir nicht vermeiden. Wir wollen alle alt werden. Das ist ja auch... Pia Anders: Okay. Marion Kiechle: Dein Anliegen oder auch das Ziel der Longevity-Gemeinde oder der Bewegung, dass man alt wird, aber natürlich möglichst fit bleibt. Weil es gibt ja das schöne Wort alt und gebrechlich. Also alt ja, aber gebrechlich möchte man eigentlich nicht sein. Aber Alter, wie gesagt, ist einer der höchsten Risikofaktoren für sämtliche Krebserkrankungen. Es steigt an mit steigendem Alter. Und wenn jetzt eine Krebserkrankung jenseits des 50. Lebensjahres auftritt, also Brustkrebs oder Eierstoppkrebs, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass das erblich bedingt ist. Also sollte mindestens eine Frau vor dem 50. Lebensjahr erkrankt sein, ein Brustkrebs oder Eierstoppkrebs, dann ist es wahrscheinlicher. Pia Anders: Okay, super interessant. Ja. Marion Kiechle: Vielleicht ist es auch noch dass Männer auch Brustkrebserkrankungen Das wissen viele auch nicht. Wenn bei Männern Brustkrebs auftritt, das häufiger auch erblich bedingt. Auch das ist sozusagen ein Hinweis darauf, dass eine erbliche Krebsveranlagung in der Familie bestehen könnte. Also junges Erkrankungsalter. Pia Anders: Okay, krass. Ja. Marion Kiechle: mehrere Fälle von Krebs, mindestens zwei Jungerkrankte dabei, also vor dem 50. Lebensjahr oder zum Beispiel ein Mann, der Brustkrebs hatte, dann ist das schon sehr wahrscheinlich. Oder aber auch, wenn eine Frau beides hatte, also Eierstockkrebs und Brustkrebs, könnte da auch eine erbliche Veranlagung dahinterstehen. Pia Anders: Okay, super interessant. Du hast ja jetzt eben gesagt, Alter ist die, sag ich mal, das größte Risiko. Wieso ist das so? Marion Kiechle: Ja, weil mit zunehmendem Alter die Zellvorgänge nicht mehr so gut funktionieren, nicht mehr so gut rund laufen. Und die Zellen haben es dann einfach einfacher zu entarten. Pia Anders: Okay. Und ich sag mal, aus deiner Sicht gibt es da beim Thema Krebsprävention, haben wir da momentan einen Denkfehler? Also ich sag mal, irgendwie für mich ist das so, je älter man wird, irgendwann erwartet man, dass man irgendeine Art von Krebs bekommt. Würde das ja dann bedeuten. Das heißt, man muss nur alt genug werden und das ist ja auch das Ziel beim Thema Longevity. Ich sag mal, ich möchte noch fit in meinen 90ern sein. Und das heißt, besteht eine sehr große Wahrscheinlichkeit momentan, dass man dann irgendwann irgendeine Art von Krebs bekommt. Gibt es da jetzt, ich sag mal, gibt es da mehr, was wir tun können beim Thema Marion Kiechle: gibt ein ganz großer Punkt, ist die Vermeidung von Risikofaktoren. Weil nicht alle Menschen haben das gleiche Risiko. Klar, natürlich Alter ist klar, das wollen wir ja auch alle, das wollen wir ja auch, wir wollen ja alle alt werden. Also das können wir nicht beeinflussen, aber es gibt beeinflussbare. Klar, unsere Gene zum Beispiel können wir auch nicht beeinflussen, die haben wir mit in die Wiege gelegt bekommen. Okay, können wir einen Haken dran machen, weil da können wir nichts tun. Aber es gibt andere Dinge, wo wir was tun können. Zum Beispiel Übergewicht ist ein ganz großer Risikofaktor für verschiedene Krebserkrankungen. Natürlich für viele andere Erkrankungen auch, aber wir wollen ja hier den Fokus auf Krebs legen jetzt erstmal. ist Übergewicht insbesondere nach den Wechseljahren ein großer Risikofaktor für Brustkrebs, aber auch für Eierstockkrebs und ganz besonders für Gebärmutterkrebs. Er hat Übergewicht, das höchste Gewicht sozusagen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und auch für Darmkrebs kommt er auch zu. Und was damit meistens auch vergesellschaftet ist, Pia Anders: Okay, interessant. Marion Kiechle: Es gibt auch schlanke Menschen, sich zu wenig bewegen. Bewegungsmangel ist auch ganz großes Risikofeld. Und dann natürlich Alkoholkonsum. Auch das Alkoholkonsum macht Brustkrebs. Rauchen, das wissen viele auch nicht. Also Rauchen macht nicht nur Lungenkrebs und Blasenkrebs, sondern auch Brustkrebs ist einer der großen Risikofaktoren. Und dann auch bestimmte Hormontherapie nach den Wechseljahren. Aber da ist es relativ gering. Also Bewegungsmangel, Alkohol, Rauchen und Übergewicht sind die größeren Player. hat mal ausgerechnet, also jetzt alle Krebsarten zusammengenommen, die durch Prävention vermeidbar wären. Rat mal, wie viele das sind. Pia Anders: Wahrscheinlich sehr, sehr viele, Marion Kiechle: 70 % wären vermeidbar, wenn die Menschen sich ordentlich ernähren würden, wenn sie nicht übergewichtig wären. Und Übergewicht heißt jetzt nicht zwei, drei Pfund mehr auf der Hüfte oder so. Also Übergewicht heißt wirklich BMI ab 30. Alles zwischen 25 und 29 ist sogar, wenn man ein bisschen älter ist, auch gut, weil da kommen oftmals Pia Anders: Ja, ja. Marion Kiechle: oder schwerere Erkrankungen. Da ist es eigentlich gar nicht schlecht, wenn man ein bisschen noch was auf den Rippen hat. Aber meine, wirkliches Übergewicht, also gesundheitsbedenkliches Übergewicht, das fängt ab einem Bodymassindex von 30 an. Wer dieses auf die Waage bringt, der sollte wirklich aus gesundheitlichen Gründen, es geht nicht die Figur oder die Optik, das vielleicht auch, aber primär auch der Gesundheit wegen, sollte da wirklich Gewicht reduzieren. Pia Anders: Okay. Okay, und sagen wir jetzt mal, ja, total. also was ich jetzt interessant finde, du hast jetzt eben gesagt, okay, ich rauche nicht, ich trinke keinen Alkohol, ich bin nicht übergewichtig. Also ich habe alle diese Risikofaktoren nicht und soweit ich weiß, habe ich auch nicht irgendwelche Gene in meiner Familie, die das mein Risiko erhöhen würden. Jemand wie ich, der jetzt in den 30ern ist und sagt, okay, ich möchte ja Marion Kiechle: Da haben wir einen relativ großen Hebel, Pia Anders: sehr lange leben und ich möchte vor allen Dingen gesund lange leben. Bei dem ganzen Thema jetzt, ich sag mal, Krebsvorsorge, was sollte ich auf jeden Fall auf dem Schirm haben? Was ist da wichtig? Also diese Screenings, an diese Screenings denke ich jetzt natürlich, aber gibt es auch noch andere Sachen? Beziehungsweise, ja, was würdest du mir jetzt raten? Marion Kiechle: Auf jeden Fall die Check-ups wahrzunehmen, weil ab 20 Zahlen die gesetzlichen Krankenkassen, das ist ja unabhängig von der Versicherung, ob privat oder Kasse, egal, gibt es diese Untersuchung beim Frauenarzt und da wird auch die Brust mit abgetastet und untersucht. Das würde ich auf jeden Fall dir raten. Dann einmal im Monat am besten nach Einsätzen der Regelblutung die Brust auch selber abzutasten. Man auch ein Gefühl für den eigenen Körper. Klar, da ist es manchmal bisschen knubbelig in der Brust. Aber wenn da wirklich eine Veränderung stattfindet, wenn man das regelmäßig macht, dann kennt man seinen Körper und kann schon sehr viel selber auch erspüren. Weil wenn da was nicht stimmt, also so ein Krebs, der fühlt sich wirklich an wie ein Stein. Ich werde oft gefragt, ist denn das? Und man hat das Gefühl, ist ein Stein in der Brust. Pia Anders: Okay. Ja. Okay. Marion Kiechle: Das eine oder auch Schmerzen in der Brust, wenn die nicht weggehen oder jetzt nicht unbedingt mit der Periode assoziiert sind, sondern permanent da sind, auch da sollte man Sicherheitsalber einmal vom Frauenarzt abklären lassen, weil Krebs kann auch in der Brust Schmerzen machen. 25 Prozent der Frauen mit Brustkrebs haben Schmerzen in der Brust. Das wissen viele auch nicht. Pia Anders: Okay. Marion Kiechle: Die denken, Krebs tut nicht weh, aber das ist ein Druckschluss. weiß auch nicht, woher das kommt. Krebs kann auch weh tun. Oder wenn einem selber Pia Anders: spielt in irgendeinem Marion Kiechle: etwas auffällt an der Brust, die Brustwarze plötzlich, eine Brustwarze sich einzieht, das ist nicht normal. Oder plötzlich Blut oder Sekret aus einer Brustwarze. Wenn es beidseitig ist, dann ist es meistens hormonell bedingt, dann ist es auch meistens auch klar oder gelblich. Aber wenn es rötlich, bräunlich ist und nur einseitig irgendwas aus der Brustwarze rauskommt, das ist auch verdächtig. Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Oder wenn sich die Haut irgendwo einzieht, sollte man das auch abklären lassen. Oder aber wenn die Haut sich verändert im Sinne einer Orangenhaut, wenn man plötzlich so die Poren einfach sieht, wie bei der Orange an der Brust, dann sollte man auch aufmerksam sein, das vom Arzt abklären zu lassen. Pia Anders: Mhm. Okay, super interessant. So detailliert. Hat mir das auf jeden Fall noch kein Gynäkologe beschrieben. Also das finde ich total hilfreich. Ich frage mich jetzt, wie hängt das ganze Thema Schwangerschaft da mit Rinnen und Kindern bekommen? Also da ist ja eine hormonelle absolute Achterbahn auch dabei. Beeinflusst das in irgendeiner Form ein Risiko? Marion Kiechle: Ja, Brustkrebs wird auch beeinflusst durch das Östrogene Fenster, wie wir so schön sagen in der Könikologie. Ich erkläre das mal. heißt, wenn eine Frau relativ früh die erste Regieblutung bekommt, also relativ früh fruchtbar wird, die Menopause relativ spät eintritt, dann hat sie eine lange Zeit der fruchtbaren Phase. Das ist alleine schon ein Risikofaktor. Pia Anders: Ja. Marion Kiechle: und wenn sie ihr erstes Baby später im Leben bekommt. Also jenseits der 30, 35 ist das auch ein Risikofaktor. Und dann, wenn man ein Kind bekommt, sollte man es stillen, aus vielerlei Gründen, weil es gesund ist fürs Kind, sehr wichtig ist fürs Kind, aber noch wichtiger auch für die Mutter. Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Weil Stillen schwitzt auch vor Brustkrebs. Frauen, länger als, also und da sollte man mindestens ein halbes Jahr stillen, weil alles darunter hat keinen Effekt. Aber sechs Monate Stillen oder länger wirkt sich günstig aus auf das Brustkrebsrisiko. Pia Anders: Mega! Das ist ja echt mal gut zu hören, weil... Marion Kiechle: Das wäre vielleicht für Frauen in deinem Alter, so die 30, dass man das Stillen jetzt nicht beiseite stellt. Pia Anders: Ja, also ich hab da tatsächlich viele, also ich stille auch in der Tat noch meine Tochter, die ist jetzt neun Monate und ja, ich hab viele Diskussionen tatsächlich mit anderen Frauen und das ist sehr interessant, weil ich sag mal heutzutage, auch teilweise als lästig gesehen wird, ja, man Marion Kiechle: Ja, aber man kann abpumpen und kann die Milch einfrieren, dann kann der Partner des Nachts auch erledigen, wenn das eine Diskussion wäre. eigentlich, klar, man muss sich natürlich die Zeit nehmen und die Milch abpumpen oder abtrinken lassen vom Kind. Das ist das einzig lästige, aber das ist ja, fördert auch die Bindung zwischen Mutter und Kind. Also ist ja auch was Schönes. Und wie gesagt, man kann die Muttermilch einfrieren und oder Kühlschrankstuch. Pia Anders: Ja, ja, absolut. Ja, also ich finde das toll zu hören, sagen, hey, meine harte Arbeit manchmal, nachts, wenn man aufhört und denkt so, ach, okay, das ist sehr schön, wenn man sich dann erinnert, hey, genau, das ist gut für mich und tatsächlich für meine Langlebigkeit, perfekt. Okay, super spannend. Thema jetzt nochmal Eierstöcke, also Brustkrebs redet man ja mehr, würde ich sagen, oder habe ich… Marion Kiechle: Ja, aber man tut sich selbst auch was für. Ja, auf jeden Fall. Pia Anders: persönlich jetzt mehr auf dem Schirm gehabt. Eierstockkrebs jetzt eher nicht so. nach meinem Verständnis ist das auch schwieriger herauszufinden oder wird oft später diagnostiziert. Gibt es da noch etwas, ich weiß nicht, was man wissen sollte, worauf man achten sollte? Weil ja, da kann man jetzt ja nicht einfach so abtasten. Marion Kiechle: Mhm. Also das muss ich sagen, im Vergleich, vielleicht eins oder zwei mal weg, es gibt für bestimmte Krebserkrankungen, Gott sei Dank für die häufigsten, Brust, Gebärmutterhalskrebs, Prostata, Darmkrebs, Hautkrebs und jetzt bald auch Lunge, das soll ja dieses Jahr noch kommen, Lungenkrebs-Screening, das sind ja die häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und Männern. Die kann man Gott sei Dank früh erkennen. Da gibt es Methoden, die wirklich frühzeitig zu entdecken. Das hat den Vorteil, dass die Heilungschancen besser sind und die Therapie oft auch nicht so aggressiv ist. Aber es gibt leider auch Krebserkrankungen, bei denen wir noch gar keine Möglichkeiten der Früherkennung haben. Und Eierstockkrebs ist so einer. Wir haben keine guten Früherkennungsuntersuchungen für diesen Tumor. Es gibt Frauen, die waren beim Frauenarzt gerade vor drei Monaten und dann plötzlich wird bei ihnen Eierstockkrebs festgestellt. Und dann sind die natürlich alle enttäuscht und sagen Mensch, ich war doch jetzt gerade erst beim Frauenarzt, aber der Frauenarzt kann nichts dafür. Der Krebs ist so schnell wachsend, dass der bei der Frauenärztliche Untersuchung nicht aufgefallen ist oder noch gar nicht da war und drei Monate später ist der ganze Bauch schon voll. Also das ein Krebs, sich, das Typische ist, dass er sich schnell ausbreitet, dass er sich oft auch unbemerkt ausbreitet, weil er nimmt ja bei den Eierstöcken seinen Ursprung und eine Frau, die schon mal schwanger war, die weiß das, weil bis man die Schwangerschaft mal sieht, ehrlicherweise dauert das ganz schön lang. Pia Anders: Krass. Marion Kiechle: Meistens erst ab der 24. Woche. Da kann man sich gut vorstellen, wie viel Platz da im Bauch ist und was sich da alles abspielen kann oder wachsen kann, ohne dass man das selber merkt. Und so ist es weiter bei dem Eierstockkrebs auch. Die Frauen haben keine spezifischen Frühsymptome. Manchmal ein bisschen Unwohlsein im Bauch, Verdauungsstörungen. Dann schwillt der Bauch an. Aber das ist meist erst dann, wenn der Krebs schon meist fortgeschritten ist. sind unspektifische Symptome und es macht die Diagnose zu schwer. Es gibt auch keine Bluttests. Man hat mit Tumormarkern versucht, dem beizukommen, ist nicht geglückt. Man hat mit Ultraschalluntersuchungen es versucht, ist auch nicht geglückt. Pia Anders: Schuss! Marion Kiechle: gibt es wirklich keine Früherkennungsuntersuchung. Deswegen kann man den Frauen, die so eine erbliche Veranlagung haben für Eierstockkrebs, empfehlen nach abgeschlossener Familienplanung wirklich die Eierstöcke samt Eileiter, weil da kann der Krebs auch entstehen, also diese Weide und Organe dann vorbeugend entfernen zu lassen. Pia Anders: Okay, interessant. Marion Kiechle: die einzige Präventionsmöglichkeit, man hat. Oder bei Frauen, wo ohnehin eine Operation ansteht, z.B. aus anderen Gründen die Gebärmutter entfernt werden muss, dann bespricht man mit der Frau auch immer die Entfernung der Eierstöcke und der Eileiter, weil die Operation wird dadurch nicht erschwert oder verlängert. Und man kann dann so eine gewisse Eierstockkrebsprävention. Pia Anders: Und gibt es irgendwelche, ich sag mal, Korrelation oder irgendwas, was man jetzt weiß, ja, zum Thema Eierstockkrebs, dass man das überhaupt auf dem Schirm hat und sagt, okay, ich achte in irgendeiner Form, also eigentlich... Marion Kiechle: Eine Sache hast du schon mal gut gemacht. Ein Risikofaktor hast du minimiert, indem du Kinder hast. Frauen, die Kinder haben, weil ein Risikofaktor sind häufige Eisprünge. Weil bei jedem Eisprung wird die Oberfläche, das ist ja wirklich ein Eisprung, die Eizelle wird wirklich vom Eierstock freigegeben. da muss die Membran oder die Haut, das Bauchfell Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: mit dem der Eierstock überzogen ist, der muss ja platzen, muss verletzt sein. Und diese ständige Verletzung ist ein Risikofaktor für Eierstockkrebs. Und dann ist es halt so, wenn Frauen schwanger sind, dann haben sie ja keinen Eisprung. Und wenn sie dann auf und stillen, verlängert sich die Zeit der Anovulation, wie wir sagen, also verlängert sich die Zeit, die Frauen keinen Eisprung haben und nicht schwanger werden können. Und deswegen sind viele Kinder und Stillen sind ein Schutzfaktor. Ebenso wie auch die Pille zum Beispiel. Also Frauen, die die Pille nehmen, haben ja auch keinen Eisprung. Und die Frauen haben auch sehr viel weniger häufig Eierstockkrebs. Da hingegen bei Frauen, die zum Beispiel keine Pille nehmen, oder die vielleicht sogar IVF-Behandlungen hinter sich gebracht haben, die haben... dann ein erhöhtes Risiko. Ganz typisch oder ein höheres Risiko haben zum Beispiel Nonnen, weil die leben ja im Kloster, leben enthaltsam, nehmen auch keine Verhütungsmittel. Da ist die Inzidenz von Eierstockkräften sehr viel höher. Pia Anders: Okay. Okay, interessant. Marion Kiechle: Das sind ja zum Beispiel, ja klar, meine, Frauen wünschen sich Kinder, aber dann trifft man nicht den richtigen Mann oder was auch immer. Also es ist zwar ein Schutzfaktor, aber den kann man vielleicht nicht immer erfüllen, aber die Pille zum Beispiel wäre dann auch hilfreich. Pia Anders: Ja, ja. Ja, super interessant. Das, was ich jetzt da dann raushöre, ist ja Thema Hormone letztendlich. Also in irgendeiner Form ist das dann, du hattest eben auch schon gesagt, das östrogene Fenster oder so hast du das genannt, ne? Also, wir viel Exposure, sag ich mal, Östrogen haben. Ist das dann letztendlich dieses Risiko oder Marion Kiechle: Beim Eierstockkrebs führt man das eher auf den nicht stattfindenden Eissprung zurück. Weil wenn man schwanger ist, findet kein Eissprung statt und wenn man stillt auch nicht. Und wenn man die Pille einnimmt auch nicht. Pia Anders: Okay. Marion Kiechle: Aber auch hier, Pia Anders: vielleicht können wir dann direkt Marion Kiechle: Übergewicht ist ein Risikofaktor, Rauchen ist ein Risikofaktor. Also ja, Pia Anders: Okay, vielleicht können wir jetzt direkt nämlich den Schlenker machen zum Thema Hormone. Und was mich da besonders eben interessiert, also ja, ich bin wie gesagt, ich bin 34, ich habe ein Kind bis jetzt und hoffe, dass das jetzt noch was dauert mit dem Thema Menopause. Das, was ich aber, was mein Verständnis ist, ist, dass das bereits zehn Jahre vorher Marion Kiechle: Ja. Ja. Pia Anders: Man anfängt Symptome zu haben, sich Hormone verändern und man ja von der sogenannten Perimenopause spricht. Vielleicht kannst du da nochmal mehr reingehen und mehr erklären. Also was ganz genau ist Perimenopause? Wie definieren wir das? Und woran merkt man das? Marion Kiechle: Also die Perimenopause, ist die Zeit. Wir Frauen haben vier Lebensphasen. Erstmal die Prä-Puberthäre-Phase, die beginnt, wenn wir auf die Welt kommen. Und dann kommt die Pubertät, das ist der Beginn der fruchtbaren Phase. Dann kommt die Menopause, definiert ist als die letzte Monatsblutung im Leben einer Frau. Und dann kommt die Postmenopause. Und übrigens ein Drittel unseres Lebens mindestens verbringen wir in der Postmenopause. Und jetzt zu dieser Perimenopause. Die beginnt meistens zwischen 45, manchmal auch schon mit 40, bis 52, so die Die Menopause an sich durchschnittlich in Deutschland liegt bei 51 Jahren und die Perimenopause kann zehn Jahre dauern. hast es richtigerweise schon gesagt. Und das ist so eine Phase, der Frauen meistens schon Veränderungen feststellen im Zyklus. Und der Zyklus kann unregelmäßiger werden. Eine der häufigsten. Probleme, die Frauen haben in dieser Zeit sind verstärkte Regelblutungen und das ist unheimlich nervig für viele Frauen und lästig und liegt tatsächlich daran, dass das Hormongleichgewicht zwischen Östrogen und Gestagen, also die beiden weiblichen Hormone, die vom Eierstock gebildet werden, dass die nicht mehr im Gleichgewicht sind. Meistens ist es so, dass Gestagen zu wenig da ist, weil die Zyklen anovulatorisch sind. Wenn eine Eizelle gesprungen ist, der restliche Follikel verwandelt sich in einen Gelbkörper, im Ovar, produziert das Hormon. Je älter der Eierstock ist, desto weniger gut funktioniert es. Deswegen haben viele Frauen einen Östrogenüberschuss und einen Gestagenmangel. Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Das kann man wieder ausgleichen, indem man zum Beispiel in der zweiten Zyklushälfte ein Gestagenpräparat, ein Progesteronpräparat einnimmt und dann wird der Zyklus meist wieder regelmäßig und die Blutungen beruhigen sich auch wieder und werden wieder, kehren wieder zur normalen Stärke zurück. Das ist das, was die Frauen am meisten nervt. Es kann aber auch schon in dieser Übergangsphase zu Hitzewallungen kommen und zu Schlafstörungen. Also auch das alles ist möglich. Pia Anders: Mhm. Kannst du noch mal definieren, was heißt jetzt unregelmäßig? Also ist das dann der, mein Zyklus ist fünf Tage verschoben, reicht schon ein, wie stark muss die Verschiebung sein, zu sagen, jetzt ist es unregelmäßig? Marion Kiechle: Ja. Ja. Ja, meistens sind es dann schon mehr als eine Woche, fünf, sechs Tage. Drei, vier Tage, das ist okay. Das kann man noch unter normal abhaken, aber alles dann, was größer ist, das wäre schon unregelmäßig. Pia Anders: Okay. Okay. Und das müsste dann wahrscheinlich ja auch mehr als einmal passieren. ich sag mal drei, vier Mal in der Folge. Oder wäre es okay, man oder würde das auch schon dazu zählen zu sagen, hey, das ist jetzt einmal passiert, dann drei Monate, aber okay. Danach den Monat ist das wieder passiert. Also wie kann ich mir das genau vorstellen? Marion Kiechle: Ja, so ist es. Es kann zwischendurch wieder mal ganz normal sein, dann wird es wieder unregelmäßig und es fängt meistens ab 45 an, kann aber schon vorher anfangen. Pia Anders: Okay, und wenn das jetzt, wenn man zum Beispiel jetzt, ich sag mal, das fängt jetzt bei jemandem ab 40 an und man möchte aber noch ein Kind bekommen, beeinflusst das das in irgendeiner Weise? Marion Kiechle: Klar, das Alter spielt die größte Rolle natürlich und die sogenannte Eizellreserve, weil die weiblichen Babys bekommen eine gewisse Anzahl von Eizellen mit in die Wiege gelegt und mit der Anzahl müssen wir auskommen. Und irgendwann sind die aufgebraucht und der Eierstock zu alt und dann kann er keine Foliegel mehr bilden. individuell, aber ab 40 wird es schon kritisch. sind die Schwangerschaftschancen schon deutlich geringer als mit 25 oder 20. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass Frauen schwanger werden. Es ist kein hundertprozentiger Ausschluss. Es gibt ein Hormon, was man prüfen kann, um die Jugendlichkeit des Eierstocks zu messen. Pia Anders: Ja, nur wenn ich dann ... Mhm. Marion Kiechle: Das ist das sogenannte Anti-Müller-Homogen, das AMH abgekürzt. Wenn man AMH und den Wert kennt und sein Alter kennt, dann kann man ungefähr abschätzen, wann man in die Menopause kommt und wie hoch die Chancen sind, ein Baby zu bekommen. Das ist auch das, was ein Frauenarzt dann bestimmt. was einem so ein bisschen eine Idee gibt, ob ich noch Chancen ein Baby zu bekommen oder nicht mehr. Pia Anders: Ja. Okay. Das heißt ... Okay, und könnte ich diesen Wert dann jetzt als Longevity-Marker auch für mich nutzen, zu sagen, wie alt oder jung sind meine Eierstöcke in diesem Sinne? Marion Kiechle: Genau, ist ein konkreter Altersmarker für den Eierstock. Und es hängt auch ein bisschen, auch erblich bedingt, genetisch bedingt, aber auch lifestyle bedingt. Man weiß zum Beispiel, dass Frauen, sich gesund ernähren, viel Protein reiches, pflanzliche Proteine zu sich nehmen, dass die später in die Wechseljahre kommen. Pia Anders: Okay, super interessant. Marion Kiechle: Und wenn sie später in die Wechseljahre kommen, es ja auch, dass der Eierstock länger arbeitet. Das ist schon ein Marker. Und man sieht es auch über die Jahre. wenn man jetzt die Frauen anschaut vor 20, 30 Jahren, die sind noch viel früher in die Wechseljahre gekommen. Also die durchschnittliche Menopause hat ein Jahr fast zugelegt in den letzten 20, 30 Jahren. Weil unsere Ernährung natürlich auch besser geworden ist. Pia Anders: Ja. Marion Kiechle: Es gab davor eben lange Zeiten auch mit Hunger und wirklich Unterernährung, was natürlich für die Fruchtbarkeit absolut tödlich ist. Also unterernährte Frauen, auch untergewichtige Frauen, die können einfach nicht schwanger werden. Da funktioniert der Eierstock nicht, weil der Körper kann eine Schwangerschaft überhaupt nicht austragen. Das hat ihn natürlich auch nicht gemacht. Pia Anders: Ja. Ja, es sieht man ja auch immer bei Athleten, dass da direkt die Regel dann ausbleibt und die vielleicht gar nicht zurückkommt unbedingt. Marion Kiechle: So ist es, Geron. Pia Anders: Okay, das war auf jeden Fall schon mal sehr, sehr interessant. Das heißt für mich wichtig für mein Protokoll AMH als Wert da drinnen zu haben und zu checken. Für mich jetzt, wenn ich sage, okay, ich bin daran interessiert, maximal gesund zu sein und für mich heißt das ja dann auch wahrscheinlich lange fruchtbar in einer Form, dass meine Eierstöcke, ich sag mal, gesund sind und funktionieren. Gibt es noch irgendetwas, womit ich mich beschäftigen sollte? Also in diesem Zusammenhang gibt es irgendwelche Werte. Also ich denke jetzt zum Beispiel, sollte ich meine Hormonwerte kennen zu diesem Zeitpunkt mit 34 und dann eben wissen, das ist jetzt mein Referenzwert zum Beispiel für spät. Also gibt es noch irgendwelche Sachen, die ich wissen sollte? Okay. Marion Kiechle: Nein, es ist nicht so wie Barmanda-Testosteronspiegel oder sowas. Sowas gibt es bei uns Frauen nicht, weil die Werte sich ja auch zyklisch ändern. Der konstante Wert, der von Bedeutung ist für die Funktion des Eierstocks, ist das ANH. Pia Anders: werden wir zum Thema noch mal Hormone kommen. Du hast eben das ja auch schon angesprochen. Man kann gewisse Dinge ja, Hormonproparate nehmen, also einmal in der Perimenopause, so wie ich das jetzt verstanden habe und auch ja darüber hinaus. Können wir da noch mal drauf eingehen, was für eine Rolle spielt jetzt so eine Hormontherapie im Zusammenhang mit Langlebigkeit? Was wissen wir da? Marion Kiechle: Also ob Frauen jetzt Hormone nehmen oder nicht, das hat keinen Einfluss auf die Lebenserwartung. Also das hat man gesehen. Aber die Erkrankungen, die sie bekommen können, sind unterschiedlich. Hormone, wenn Frauen Hormone nehmen, sind sie vor... Pia Anders: Okay. Marion Kiechle: vor der Gefäßalterung geschützt. Das wissen wir in der Zwischenzeit. Die Gefäßalterung tritt nicht so stark ein. Ist aber auch abhängig von anderen Faktoren. Ist auch von der Genetik abhängig. Und von der Tatsache, dass ich keinen Bluthochdruck habe, dass ich mich ausreichend bewege. Also wenn ich jetzt dick bin, faul bin, auf der Couch gerne nur liege, dann ... können die Hormone da auch nicht so viel ausrichten, ich mal. Also dann wird sich die Gefäßverkaltung früher oder später einstellen. Aber es ist für die Knochengesundheit gut. die Knochen bleiben lange hart und stark. Also gerade wenn man sehr, sehr schlank ist, dann ist man ja eher aus Typorose gefährdet dann im Alter. Und dann sind natürlich Hormone sehr gut, da entgegenzuwirken. Kann man aber auch erreichen mit Vitamin D, Kalzium und Sport, also insbesondere Kraftsport, weil der Kraftsport die Muskeln bewegt, die Muskeln kräftigt und die Muskeln setzen ja mit ihren Sehnen am Knochen an. Und dieser Reiz, der beim Kraftsport dann entsteht, Weckt den Knochen auf und stärkt ihn letztendlich. Pia Anders: Ja, das ist super interessant, dass du das sagst, weil in der Tat habe ich gerade einen Dexascan gemacht und der war eine ziemliche Katastrophe. Also ich bin sehr schlank und ich würde sagen, ich habe Laktosentoleranz, das heißt, viel Calciumprodukte, vielleicht sind die ein bisschen zu kurz gekommen. Ich nehme Vitamin D. Ich mache tatsächlich viel Kraftsport, hätte ich jetzt für mich gesagt. Also schon mindestens dreimal die Woche wirklich mit Marion Kiechle: Und dann Pia Anders: viel Gewichten. Und trotzdem ist mein Dextrascan sehr schlecht ausgefallen. Also mein T- und Z-Score, die waren bei minus 2,2 und minus 2,3, also wirklich nicht gut. Also demnach ist das, was du jetzt gesagt hast, für mich dann sehr interessant. Das heißt, ja, ich arbeite jetzt aktiv daran und hoffe, ich kann das sehr stark verbessern, dass ich eben nicht Osteoporose im Alter kriege. Und das, was du jetzt sagst, dann wäre das für mich wahrscheinlich sehr hilfreich zu sagen, ich setze auf Hormontherapie, das Ganze hinaus zu zügen und dann mehr Möglichkeiten zu haben, meine Knochen jetzt noch mehr Jahre zu stärken. Marion Kiechle: Ist denn dein Vitamin D Spiegel? Pia Anders: Ich habe ihn jetzt gerade erst wieder neu gemessen. Das letzte Mal, als ich ihn gemess hatte, lag er, glaube ich, bei 50. Wie ist die Einheit? Genau, also der war gut. Demnach, ja, also ich weiß schon, dass Vitamin D, Kalzium wichtig ist und Kraftensport und habe das auch schon viele Jahre umgesetzt. Ja, und deswegen war ich tatsächlich auch echt schockiert über mein Ergebnis, muss ich sagen. Marion Kiechle: Das ist gut, über 30 sollte er liegen. Vielen Ja. Pia Anders: heißt, für jemand wie mich ist es wahrscheinlich dann interessanter, so eine Hormontherapie auf dem Schirm zu haben. Marion Kiechle: dranbleiben, ne? Ja, also es gibt natürlich Dinge, die man beachten sollte bei der Hormontherapie, aber das weiß der Frauen- und Frauenarzt eigentlich. Man sollte frühzeitig beginnen, also beim Einsetzen der Symptome mit der Hormontherapie, also über 60. macht es keinen Sinn mehr, wenn man über 60 ist, weil dann schon die Gefäßalterung eingetreten ist und dann man eher mit den Hormonen nachteilige Effekte erzielt, hinsichtlich erhöhtem Schlaganfallrisiko und Tromboembolierisiko, also Blutklumpenbildung und Lungenembolie. Das ist sehr viel höher. Also man sollte, wenn, dann anfangen zu Beginn der Wechseljahre. Wenn man die Beschwerden hat, die Wechseljahresbeschwerden, dann sollte man anfangen. Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Dann sollte man, wenn es irgend geht, bioidentische Hormone nehmen. Das sind Hormone, die sind zwar auch synthetisch hergestellt, also von den Pharmaunternehmen, aber sie ähneln oder sind eins zu eins wie unsere natürlichen Hormone. Sie aus und sind einfach besser verträglich und haben weniger Nebenwirkungen. Also da sind alle Risiken geringer. Pia Anders: Okay. Marion Kiechle: Und man sollte auch auf die Applikationsart achten. Also wenn man Hormone nimmt, falls irgendwie möglich, als Tablette schlucken. Weil wenn man es als Tablette schluckt, dann braucht man eine höhere Dosis. Und das Hormon, dann in den Körper zu kommen, muss erst durch die Leber gehen. In der Leber werden durch diese Hormone Gerenungsfaktorbildungen anaktiviert und dann eben Pia Anders: Mhm. Mhm. Marion Kiechle: Trombosenneigung wird verstärkt und wenn ich das Hormon, man kann es ja auch auf die Haut schmieren oder kleben, dann ist es viel besser. Dann hat man dieses Risiko nicht, belastet die Leber nicht und es ist auch viel natürlicher. Denn bei der normalen Hormonproduktion im Eierstock ist es ja auch so, dass die dort produzierten Hormone direkt ins Blut abgegeben werden. Und wenn wir uns die auf die Haut geben, die Hormone, oder vaginal applizieren, dann werden sie von der Haut aufgenommen, gehen direkt ins Blut und nicht über die Leber. Das sind die drei Sachen, man beachten sollte. Wenn frühzeitiger Beginn, gleich zu Beginn der Wechseljahre, auf keinen Fall nach dem 60. Lebensjahr, dann ist die Nutzenrisikoabwägung eine andere. Die Risiken sind höher als der Nutzen. Dann sollte man bioidentische Hormone nehmen. Die ganzen Pharmahersteller bieten das an. Da muss man sich nichts mixen lassen, sondern das gibt es alles fertig. Ich kann auch nur von abraten, sich was mixen zu lassen. Weil wenn man sich was mixen lässt, also ich will jetzt keinem Apotheker irgendwas unterstellen, aber diese selbst gemixten Sachen unterliegen keiner. Keine Arzneimittelkontrolle, da weiß man dann nicht, ist das wirklich alles drin, was drin sein sollte in der entsprechenden Dosierung. Und bei einem industriell hergestellten Arzneimittel kann man eben hundertprozentig sicher sein, dass das dann auch drin ist, der Werkstoff, in der und der Höhe der Gewünschten. Und das dritte war, wenn es irgendwie geht, als Pille schlucken, sondern wie wir sagen, transthermal als Pflaster oder als Gel, das Hormon anwenden. Pia Anders: Und dieses Wissen, dass man das so praktiziert, wie häufig ist das in Deutschland, kommt das vor? Gibt es immer noch Ärzte, wo ich jetzt hingehen müsste und aktiv fragen müsste, hey, das jetzt transdermal, kann ich das so so bekommen? Muss ich da aktiv sein als Patient oder ist das jetzt schon in Deutschland so angekommen, ich, wenn ich zu einem typischen Gynäkologen gehe, ich das so bekomme? Marion Kiechle: An sich! Also die meisten Gynäkologen wissen das schon, wissen Bescheid. Allerdings wird die Hormontherapie in Deutschland relativ selten verordnet. Nur 20 % der Frauen in der Menopause nehmen Hormone oder bekommen sie verschrieben. Das lag an bestimmten Studien, die einfach falsch interpretiert worden sind. Man hat es zwar das alles richtiggestellt, aber trotzdem, das hinkt alles noch nach. Es steigt jetzt wieder an. Pia Anders: können wir da noch mal drauf eingehen auf Vorteile und Nachteile. Also ich sag mal, diese Hormone, also meine Mutter zum Beispiel nimmt welche und ich würde jetzt mal behaupten vom Energielevel und allgemein Wohlbefinden macht das einen enormen Unterschied. Aber vielleicht aus deiner Sicht können wir da noch mal drauf eingehen, warum ist das überhaupt interessant und so wichtig und also ja, 20 Prozent finde ich jetzt ziemlich, also ja, sehr, sehr niedrig. Marion Kiechle: Ja, obwohl viele Frauen eben schwere Symptome haben. Also es ist so, dass es ist jede Frau anders oder wie jeder Mensch eben auch anders ist. Und ein Drittel der Frauen haben so gut wie keine Beschwerden in der Menopause. Und ein anderes Drittel hat mittlere Beschwerden und ein weiteres Drittel hat leidet, sagen wir mal sehr unter den menopausalen Beschwerden. Also in erster Linie Hitzerwallungen und Schlafstörungen. Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Depressive Verstimmung, trockene Schleimhäute und so weiter. Und ist klar, du hast einen wichtigen Punkt gesagt, wenn man nicht fit ist oder nicht vital ist, dann ist die Lebensqualität natürlich dahin. Das Durchschnittsalter ist 51, das sind die meisten Frauen auf dem Höhepunkt ihrer Karriere oder sind dabei noch einen Karriereschritt weiterzugehen. Pia Anders: Nope. Ja. Marion Kiechle: in Umfragen gelernt, dass Frauen aus einem großen Anteil von Frauen aufgrund von menopausalen Beschwerden solche Karriereschritte gar nicht machen oder sogar überlegen, vorzeitig in Rente zu gehen. Es ist schon krass. Es ist klar, ich darunter extrem leide, bin ich ... man nicht schläft, das weiß man ja jeder, jeder hatte mal, egal welchen Alter, eine schlechte Nacht. Pia Anders: Ja. Marion Kiechle: Der Tag da drauf ist schon eine Herausforderung. Jeder Schritt ist anstrengender, egal was man macht. Der Kopf funktioniert auch nicht so gut, man kann sich nicht gut konzentrieren. Deswegen sind es schwerwiegende Nebenwirkungen, die die Lebensqualität der Frauen zum Teil sehr stark beeinträchtigt. Die Hormone sind die Therapie der ersten Wahl bei Menopausenbeschwerden, weil... Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Sie auf jeden Fall die Hitzewallungen bessern. Die Erfolgschancen sind sehr gut, nahezu 90 Prozent. Dann der Schlaf wird viel besser. Man kann besser einschlafen, besser durchschlafen. Auch die Stimmung wird besser. Und natürlich dann auch die Lebensqualität. Klar, ich besser schlafe, bin ich am nächsten Tag fit und kann durchstarten. Und dann den Knochen hatten wir schon angesprochen. Es ist eine gute Maßnahme zur Osteoporoseprävention. Es verhindert wirklich Hüft- und Faktoren, Wirbelfraktoren und so weiter. Um 40 Prozent. Dann sind die Schleimhäute feuchter und auch die Haut der Vagina ist feuchter. Die sexuelle Aktivität ist dann wieder besser. Und man kriegt auch nicht so viele Infekte. Die Blasenfunktion ist besser. Auch die Tatsache, dass man Harnwegsinfekte kriegt, ist gebessert. Auch das wissen viele auch nicht. Es auch einen positiven Effekt auf den Zuckerstoffwechsel. Also Frauen, so einen Prädiabetes haben, da geht es meistens dann zurück, wenn sie die Hormone nehmen. Also die Zuckerstoffwechsellage bessert sich. Und das Risiko auch, das wissen auch viele nicht. Kohlenkarzinome ist auch geringer, etwa 25 Prozent. Und die Lungenfunktion bessert sich auch. Das sind die ganzen positiven Wirkungen, die man mitnimmt, wenn man eine Hormontherapie nimmt. Pia Anders: Also wenn man das jetzt so hört, ich so, okay, wer möchte dann nicht Homo unternehmen? Gibt es denn Frauen, die davon jetzt nicht profitieren würden oder die das nicht nehmen sollten? Also wir haben eben schon genannt, Frauen über 60, die jetzt schon länger in der Menopause wahrscheinlich sind. Gibt es noch andere Gruppen? Marion Kiechle: Also zum Beispiel Frauen, die eine Krebserkrankung hatten, die hormonabhängig ist, die dürfen natürlich keine oder sollten keine Hormone einnehmen, weil dadurch natürlich das Rezidivrisiko gerade bei Brustkrebs ist erhöht, das wissen wir. Also da gibt es gute Untersuchungen, die das zeigen. Dann, wenn Frauen Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Trombose-Neigung haben oder es gibt auch angeborene erbliche Formen von Trombose-Neigungen, dann sollten sie das auch besser lassen. Oder wenn natürlich ein Schlaganfall in der Vorgeschichte war oder solche schweren Erkrankungen vorliegen und eigentlich auch nicht Frauen, rauchen, die sollten das auch nicht nehmen, weil deren Risiko für einen Schlaganfall ist dann eben auch erhöht. Pia Anders: Okay. Marion Kiechle: Es gibt aber auch Frauen, wollen keine Hormone nehmen, aber es gibt ja auch Alternativen. Ich wollte es jetzt einfach nur als Ausblick geben. Es gibt in der Zwischenzeit neue Medikamente, die auch gut helfen oder andere Möglichkeiten, denen man die Menopausenverschwerden gut in den bekommt. Auch die Sexualfunktion oder auch die Blaseninfekte, Harnwegsinfekte, das kann man auch durch eine lokale Anwendung von östrogenen Zöpchen in der Scheide, den kann man auch ganz gut begegnen. Das hilft wirklich sehr, gut und man belastet den Körper gar nicht mit Hormonen. Das ist zum Beispiel auch erlaubt bei Frauen, die an Brusthebserkrankungen waren oder an anderen hormonabhängigen Tumoren. Also da muss man nicht unter einer trockenen Vagina leiden. Pia Anders: Mhm. Okay, das ist ja schon mal sehr gut zu hören, dass es mittlerweile viele Alternativen gibt und da wahrscheinlich auch mehr und mehr Sachen kommen. Wenn wir jetzt noch mal zurückgehen auf, okay, Menopause ist hoffentlich für mich noch eine Weile hin, Perre-Menopause hoffentlich auch. Und genau, ich bin jetzt, sag ich mal, in meinen 30ern, also sag mal Frauen, die sich jetzt in ihren 30ern und 40ern befinden, jetzt sich bestens auf Perimenopause, Menopause vorzubereiten. Gibt es da gewisse Dinge, die einfach wichtig sind? Oder sind das einfach diese Lifestyle-Faktoren, die wir jetzt besprochen haben? Das würde ich jetzt mal denken, Lifestyle ist das A und O, das was du jetzt die nächsten Jahre machst, deine Routine, dein Sport, deine Bewegung, nicht rauchen, keinen Alkohol und so weiter. Das ist wahrscheinlich das, was dann bestimmt, habe ich eine angenehme Zeit oder eher eine unangenehmere Zeit. Gibt es denn Oder gibt es da noch etwas, was du mir mit auf den Weg geben würdest, wo du sagen würdest, ja, misst diese Sachen, hab das vielleicht noch im Blick, einfach jetzt präventiv und bestmöglich vorbereitet da in diese Phasen des Lebens einzutreten. Marion Kiechle: Also die angebotenen Krebsrührerkennungsuntersuchungen würde ich noch auf die Liste setzen, weil das Hautkrebsscreening fängt meines Wissens auch schon an ab Mitte 30. Dann gibt es den Hausarztcheck ab Mitte 30, das würde ich auch machen. Blutdruck, Zuckerstoffwechsel, Fettstoffwechsel, Parameter gemessen werden und so weiter. Und dann noch ein wichtiger Faktor, den zwar jetzt ihr 30-, 40-Jährigen noch nicht machen könnt, aber euren Kindern angedeihen lassen könnt. Das ist die HPV-Impfung. Das ist eine Impfung gegen HPV-bedingten Krebs. Betrifft Männer und Frauen und man kann den Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Krebens dadurch praktisch verhindern. Also bei der Frau wäre das in erster Linie Gewärm- oder Halskrebs. Aber auch die ganzen Nasopharynxkrebs hier oben im Mund-Rachen-Bereich. Peniskarzinom beim Mann. Und da gibt es noch ein andere. Vulvarkarzinom ist ja leider auch ansteigend bei jungen Frauen. Auch das kann man verhindern. Die Impfung ist zugelassen für alle Kinder ab neun Jahren. Beste Impfzeit ist zwischen neun und vierzehn. Da brauchen die Kinder Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Aktuell zwei Dosen, wahrscheinlich reicht aber eine Dose schon aus. Wenn man ein bisschen älter ist, 14, braucht man dreimal eine Impfung. Also das wäre etwas, man seinen Kindern mitgeben kann, damit sie da zumindest davor gefeilt sind. Pia Anders: Okay. mitgeben kann. Perfekt. was priorisierst du? Also du bist ja auch super busy, du schreibst Bücher, du hast einen Lehrstuhl, also ich meine du hast ja eine krasse Karriere. Marion Kiechle: Ja, ich versuch das. Ich meine, die Ernährung, ich glaube, das kann man heutzutage, kriegt man ganz gut hin, dass man sich gesund ernährt. Weil es gibt überall jetzt in der Zwischenzeit Imbisse, wo man sich schnell was holen kann, was wirklich gut ist. Man muss jetzt nicht irgendwie die Butterbreze essen oder irgendwie was anderes, was praktisch nur aus Kohlenhydrate besteht und sonst nichts, kaum Vitamine hat. wenig Vollkorn und so weiter. Das kriegt man ganz gut hin im Alltag. Bei der Bewegung mache ich so, dass ich mir das richtig in den Terminkalender reinschreibe, meine Sportstunde. Oder ich versuche auch auf dem Weg zur Arbeit schon das Fahrrad zu nehmen. Klar, im Winter nicht so gerne mit Schnee und so. Bis letzte Woche hatte es hier noch Schnee gehabt. Das war wirklich saukalt. Dann bin ich dafür auch nicht zu haben. Aber jetzt kommt die Sonne raus und da fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Dann habe ich schon mal ein bisschen Ausdauer gemacht und versucht es wirklich in den Alltag zu integrieren. Ich nehme auch keine, sie werden mich nie mit dem Fahrstuhl fahren sehen oder mit einer Rolltreppe, es sei denn ich habe einen schweren, schweren Koffer im Schlepptau. Ansonsten laufe ich die Treppen. Beide Fahrstühle und Rolltreppen. Pia Anders: Mhm. Marion Kiechle: Man kann schon das eine oder andere kleine Element einfügen in seine tägliche Routine. Pia Anders: Okay, Erst einmal vielen, Dank. Das war wirklich ein super interessantes Gespräch. Ich habe auf jeden Fall einiges noch mal gelernt und mitgenommen und bin mir sicher, dass alle Zuhörer das ganz genauso empfinden werden. Und ja, dann würde ich sagen, ich wünsche dir noch einen schönen Tag und danke für deine Zeit. Marion Kiechle: Sehr gerne, Pierre. Tschüss! Pia Anders: Und nun zum obligatorischen medizinischen Hinweis. Dieser Podcast ist keine medizinische Beratung. Die Inhalte ersetzen keinen Arzt, keine Diagnose und keine Behandlung. Alle Informationen dienen nur zu Informationszwecken. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deinen Arzt oder deine Ärztin.