Pia Anders: Mein heutiges Interview ist eine etwas andere Podcast-Folge. Ich werde in letzter Zeit oft gefragt zum Thema Zähne und dafür birgt sich für mich eine etwas komplexere Geschichte hinter. Ich habe nämlich drei Keramikimplantate gesetzt bekommen. Genau deshalb habe ich gedacht, ich lade einfach direkt meinen Zahnarzt aus Köln ein, über die Wichtigkeit von Zähnenentzündungen im Mund und ja... Totenzähnen letztendlich zu sprechen und warum das so schädlich ist im Zusammenhang mit Long-Diabetes. Viele Menschen spüren ja, dass hier etwas nicht stimmt, haben aber Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen oder wissen gar nicht genau die Zusammenhänge mit ihrer Gesundheit. Genau deshalb ist heute Shivan Atish hier. Er ist Facharzt für Oralschirurgie und Inhaber der Praxis Socrates Dental. Seit fast 30 Jahren arbeitet er mit Menschen und ihren Zähnen zusammen. Und er hat schon über 2000 Keramikimplantate gesetzt und verfolgt eben einen sehr ganzheitlichen Ansatz. Und das nennen wir heutzutage biologische Zahnmedizin. In der Folge klären wir, was genau biologische Zahnmedizin anders macht als klassische Zahnheilkunde und sprechen eben hier auch über seinen ganzheitlichen Ansatz und wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass er Zahnmedizin ganz anders angeht. warum die herkömmliche Definition von Heilerfolg oft extrem kurzfristig gedacht ist und ja, es eigentlich wenig mit langfristiger Gesundheit und Longevity zu tun hat, welche Rolle chronische Entzündungen im Mund spielen und warum das Thema Metall hier so wichtig ist und demnach natürlich auch, warum Keramik so attraktiv ist und welche drei Säulen für echte Heilung wichtig sind, wenn man so einen Eingriff durchführen lässt und eben die Longevity, sage ich mal, seiner Zähne gewährleisten möchte. Herzlich willkommen, Shivam Atish. Siwan, wir haben uns das letzte Mal in deiner Praxis gesehen, da war ich deine Patientin. Und genau deshalb habe ich dich auch auf meinen Podcast eingeladen, weil mich deine Art, wie du mich damals empfangen hast, echt fasziniert hat und ich noch nie so eine tolle Erfahrung hatte in einer Zahnarztpraxis. Vor allen Dingen, wenn es eben darum geht, dass man selber nur OP braucht. genau, ich habe damals bei dir Keramikimplantate machen lassen. Darüber reden wir bestimmt gleich auch noch. genau, bevor wir in dieses Thema einsteigen und was das eigentlich mit Longevity zu tun hat, würde ich sagen, stell dich doch bitte erst einmal vor und ja, wie bist du zur Oralschirurgie gekommen bzw. zur biologischen Zahnheilkunde? Sivan Ates: Ja, erstmal Hallo, Pierre, und vielen Dank dafür, dass ich jetzt dabei Also erstmal mein Name ist Johann Attech, ich bin aus Köln. Ich bin auch gebürtig aus Köln, sitze auch gerade hier in der bald in ein paar, drei Monaten oder so. werden es 25 Jahre die ich als Zahnarzt tätig sein darf. Und wenn man die 5,5 Jahre davor noch mit dazu packt, beschäftige ich mich seit 30 Jahren mit Zähnen. Wie bin ich zur Oralchirurgie und biologische Zahnheilkunde gekommen? Also mein Ziel war das ja direkt am Anfang, nach dem Studium gar nicht, hier ich werde jetzt der Oralchirurg und schneide nur auf und so weiter und operiere. Nee, das war eigentlich erstmal und bis heute auch, wie kann ich den Patienten bestmöglich helfen? Wie kann ich meinen Beitrag dazu leisten, dass es ihm am Ende gut geht? vor allem lange gut Stichwort Longevity, also Langlieb, auch im Bund der ganzen Sachen, die wir da machen, die Behandlung. Ja, und dann ist das eine Reise gewesen. ich habe versucht, die Füllungen so gut wie es geht zu machen, die Restaurationen, alles, was ich in der Uni gelernt habe, umzusetzen. Pia Anders: Ja. Sivan Ates: einen Hang zum Perfektionismus habe ich da, glaube ich, schon gehabt und ja, immer besser werden. dann kamen aber auch Fragen per und zwar Moment mal, das ist jetzt eigentlich laut den Richtlinien und Standardlösungen, die wir so gelernt haben in der Uni oder auch später in den Weiterbildungen, ist es eigentlich richtig gemacht. Warum geht es hier nicht weiter? Wieso erreiche ich aber das Ziel noch nicht, dass es gut ist? Also sei es die Wundheilung, sei es auch bei den prothetischen, also Zahnersatzbehandlungen etc. Wie kriege ich es hin, dass der Patient super zufrieden ist? dass er keine Beschwerden hat und zwar Naja, und das war immer so ein Hinterfragen. Wie geht es besser? Und einen Zahnarzt dachte ich damals, muss doch schon auch Zähne ziehen können und vielleicht so ein paar Implantate auch setzen können, etc. Und so bin ich zur Oralchirurgie gekommen. da auch immer weiter überlegt, wie geht es besser, wie geht es schonender? Machen die und die bestimmte Behandlung eigentlich Sinn, wenn nach zwei Jahren die Probleme vielleicht wiederkommen? der wichtigste Punkt auch in Richtung biologische Zahnheilkunde war den Menschen zuzuhören. Also nicht einfach nur operieren, eine Woche später die Fäden entfernen und sagen, die Wunde sieht gut aus, vielen Dank und so und tschüss, sondern auch mal sich hinsetzen und mal zuhören. Wie war es genau? Oder ich habe zum Beispiel bei diesen Wurzespitzenresektionen, da geht es ja darum, also eine Wurzbehandlung dient ja der Zahnerhaltung. Also der Zahn hat sich, der Zahnnerv hat sich entzündet und dann versucht man den Zahn irgendwie noch zu retten, macht dann die Wurzbehandlung und viele der Überweisungen, also vor 18 Jahren habe ich mich dann hier selbstständig gemacht und Viele Kollegen haben dann zu mir überwiesen, wenn beispielsweise eine Wurzelbehandlung nicht gut ging. Und dann haben die so aus der Überweisung geschrieben, bitte Wurzelspitzenresektion. Und das habe ich dann gemacht. Und dann habe ich aber gesagt, Moment mal, ich hätte gerne diesen Job habe ich mir auch ausgesucht, zu sehen, was ich da produziere, was mache ich da eigentlich. Kriege ich für ein Feedback haben und habe die Leute quasi dazu verdonnert, nach sechs Monaten auch zum Recall zu kommen. War nicht so üblich damals und meine Überweise haben teilweise auch gesagt, wieso bestellt er unsere Patienten wieder ein? Ich wollte wissen, wie sieht es nach sechs Monaten aus? haben wir Erfolg. Und siehe da, die Frage war dann, habe ich dann für mich herausgefunden, was ist überhaupt Erfolg? also beispielsweise der Erfolg einer Wurzelbehandlung oder einer Wurzelspitzenresektion wird nach Kassenrichtlinien, also hier in Deutschland gibt es ja das System, Kasse, Privat oder auch in der Uni wird der Erfolg so gemessen. Erstens, der Zahn ist noch in situ, also der ist noch im Mund. Also komisch, Aber Das ist schon mal ein Kriterium. Nach sechs Monaten ist er noch im Mund. Dann machst du einen Haken dahinter. Und dann heißt es, sieht es auf dem Röntgenbild gut aus? was für einem Röntgenbild? Klassisch, zweidimensional. Und dann kann man das bestätigen, auch wieder einen Haken dahinter. eine knöcherne Konsolidierung auf dem Röntgenbild, auf dem 2D-Röntgenbild zu sehen ist. Und der dritte Punkt ist, tut der Zahn weh, hat der Patient Schmerzen. Also die drei Sachen. Und schon hast du quasi Erfolg. Und wenn man danach schaut, laut Literatur, ist es so, ungefähr 50 Prozent der wurzelspitzenresizierten Zähne führen zum Erfolg nach sechs Monaten. Und die haben wir ziemlich am Anfang schon weit übertroffen. Ich habe meine eigene Statistik geführt vom ersten Tag an. Ich habe eine Statistik über 10 Jahre, 2008, 1. Juli, Übernahme der Praxis oder Gründung der Praxis, bis Mitte 2018. Und dreieinhalbtausend Resektionen. Und wenn wir diese Kriterien nehmen und sagen, das ist Erfolg, dann hätten wir circa 90 Prozent Erfolg. Zumindest von denen, die dann auch nach sechs Monaten gekommen sind. Pia Anders: Ja. Sivan Ates: Ja, und wenn man sich dann mit den Patienten anschließend nach dieser Kontrolluntersuchung mal hinsetzt und fragt... Sie haben keine Beschwerden, aber wie ist es mit dem Körnerbrötchen am Sonntag? Kriegen Sie das hin? Und dann sagen die, nee, das geht nicht. Warum denn nicht? Ja, wenn da Singulär, wenn da wirklich was Festes auch nur auf den Zahn kommt, dann merke ich den und reflexartig kaule ich dann auf der anderen Seite. Die Frage ist, ist das noch Erfolg? Darf doch mit einem guten Zahn nicht sein. Richtig. Dann ist die Frage, die nächste Frage, Was ist denn, wenn wir eine 3D-Ründgenaufnahme machen? Wie sieht dann das Röntgenbild aus? Und ich arbeite 20, naja, mehr sogar 23, 24 Jahren, also fast direkt nach der Assistenzzeit, mit 3D-Röntgen-Technik. Damals war das so neu, dass, also zum Beispiel vor 18 Jahren habe ich hier angefangen und in Köln gab es 1, 2, 3 Zentren für sowas. Also bin ich da in dieser Hinsicht schon, denke ich, ziemlich fit. was Diagnostik, 3D-Diagnostik angeht und siehe da viele der Zähne, die wir so behandelt haben, wenn wir denn so ein Bild gemacht haben, weisen Entzündungen auf oder zumindest unvollständige knöchelnde Heilung. Jetzt könnte man eine Untergruppe aufmachen und sagen, ja gut, das muss ja nicht unbedingt eine richtige Entzündung sein, sondern vielleicht ist es Narbengewebe. Ja, so ein Kompromiss. Okay, dann habe ich die Leute aufgeklärt und gesagt, na ja, also auf dem Röntgenbild sieht es nicht prickelnd aus, aber sie geben an, dass sie keine Beschwerden haben und dann sollten wir das Ding mal beobachten, wenn gut ist. Also die Frage ist wirklich, wie definiert man das Ganze? Und dann bin ich weitergegangen. Und das hat mich dann unter anderem auch in Richtung biologische Zahnheilkunde gebracht. Und da waren viele Beobachtungen, also unzählige, wo Patienten nach chirurgischen Eingriffen gesagt haben, seit sie mir diesen entzündeten Zahn beispielsweise oder resizierten Zahn gezogen haben, kann ich die Schulter wieder bewegen. Ja, ich habe eine Geschichte, die ist schon mega. Also ein Patient, mit Verdacht auf MS, multiple Sklerose, zu mir gekommen ist. Das ist der Partner oder der Ehemann einer ehemaligen Mitarbeiterin gewesen. Und da habe ich gesagt, weiß was, der soll mal kommen. Ich mache eine 3D-Röntgenaufnahme, wenn gucken. Und darauf haben wir Wurzelreste gesehen, die von den Weißarztzänen noch übrig geblieben sind. Und dann habe ich gesagt, ja, weißt du, ich kann nicht versprechen, dass es dir danach besser geht, dass dein MS dadurch weggeht oder so. Aber ich denke, aufgrund dessen, dass dieser Eingriff auch überschaubar ist, nicht so invasiv ist, ist eine Sache von... paar Minuten, dann habe ich diesen Wurzelrest beispielsweise raus. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es gut aushält, ist sehr sehr hoch. Lass uns das versuchen. Und dann haben wir das gemacht. Ich weiß ganz genau, 2,8, das heißt links oben. Da tatsächlich ein großes Stück an Wurzelrest drin. Und das sah auf dem Röntgenbild okay aus, auch auf dem 3D-Bild. Pia Anders: Ja. Sivan Ates: Nachdem wir den entfernt haben, kam er danach zur Kontrolle mit einer Flasche Raki als Dankeschön und meinte Ich trage die Brille nicht mehr. Da ist mir auch aufgefallen, was ist los? Und der hat diese Doppelbilder, die er vorher hatte, der hatte echt eine dicke Brille, die hat er nicht mehr getragen. Ich konnte das gar nicht glauben, aber der trägt sie immer noch nicht. Und das ist ein paar Jahre her. Und solche Geschichten, wenn du die häufiger hörst, auch wenn du dir das nicht erklären kannst, woher kommt das, warum ist das so? Die haben mich dazu gebracht, immer mehr zuzuhören. Immer mehr zuzuhören und Dinge zu versuchen. wenn das, auch wenn nur eine kleine Wahrscheinlichkeit ist, dass ich dem Patienten auch mit fernab von der Mundhöhle irgendwie weiterhelfen könnte, dann machen wir das. Und somit haben wir schon einige Wunder erlebt. Und das hat mich dann bestätigt und ich bin diesen Weg des Ganzheitlichen auch weitergegangen. Aber man muss gar nicht so ein Beispiel nehmen. Es reicht schon, wenn man Richtung Parodontitis geht, Entzündungen im Metalle usw. so fort. biologische Zahnheilkunde ist jetzt so ein Begriff, der auch in Mode ist. Ich habe damit angefangen, da wusste ich gar nicht, dass biologische Zahlen ein Konter ist. Pia Anders: Da gab es noch gar nicht den Begriff, wahrscheinlich. Sivan Ates: Genau, das kam dann und es wurde immer mehr Mode und jetzt ist so eine Phase, da sage ich, irgendwie steigen einige auf diesen Zug und man muss da so ein bisschen auch aufpassen und ja, dass die Bevölkerung, der Mensch, der Patient, potenzielle Patient auch nicht verwirrt wird muss man immer so bisschen schauen, passt das hier, muss das sein? Muss überhaupt biologische Zahnheilkunde für bestimmte Gruppen sein? Und da gebe ich immer so als Beispiel eine 93-Jährige, die multimorbide vielleicht ist und irgendwie stehen andere Dinge im Vordergrund. Und dann hinzugehen und zu zu sagen, die und die die Zähne müssen raus sollte man sich schon die Frage stellen, ob das jetzt zu dem Zeitpunkt, deswegen gebe ich dieses Beispiel, so das Richtige ist. Pia Anders: können wir also nochmal für diejenigen, zuhören und zum Beispiel gar nicht unbedingt wissen, okay, was ist jetzt der Unterschied zwischen biologischer, sag ich mal, Zahnhalkunde und einem klassischen Zahnarzt, den ich einfach im Telefonbuch mir jetzt raussuche. Was sind da, sag ich mal, die Schlüsselunterschiede, oder wo man sagen kann, okay, da zeichnen sich, da zeichnet sich ein biologischer Zahnmediziner aus. Sivan Ates: Ich habe eben so bisschen vom Studium der Assistenzseite erzählt. Studium ist es so, also im Zahnmedizin Studium, dass wir Viele Grundlagenfächer, a fängt das mit den naturwissenschaftlichen Fächern Biochemie, Physik an, dann geht es aber Richtung Medizin immer mehr mit Biochemie, Anatomie, Physiologie und Histologie. Damit fangen wir irgendwo an. Aber dann wird das Studium immer technischer. wahrsten Sinne des Wortes, Zahn Technik, wie stellt man Kronen her, Brücken her, Prothesen her? Handwerk, das lernt man, das ist Handwerk. Ja, am Ende ist es, ich könnte jetzt sagen, es eine Art Reparaturmedizin. Wenn der Patient dann kommt, dass man viel repariert, was ja nicht schlecht ist, aber die Technik und die Stabilität, sowas stehen dann vielleicht im Vordergrund oder auch die Ästhetik steht im Vordergrund. Und unabhängig davon, was für Materialien man verwendet. So, aber die biologische Zahnmedizin befasst sich halt mit dem gesamten Körper. Nicht, dass die andere das komplett getrennt sieht, aber was ist verträglich an Materialien, die wir verwenden? Was machen die Entzündungen fernab von der Mundhöhle mit dem Körper? Und wo sind die Zusammenhänge? Also die biologische Zahnheilkunde beschäftigt sich mit diesen Dingen, Materialien im Mund angeht und Entzündungen und deren Auswirkungen, was Verträgliches etc. Und ich gehe darüber hinaus noch und sage nicht nur biologische Zahnmedizin, auch die Psychologie spielt eine sehr große Rolle. Vielleicht kommen wir später noch dazu. Pia Anders: Auf jeden Fall. Okay, das ist schon mal super. das heißt, Materialien sind anders und eben einfach die Betrachtungsweise vom, ja, nicht die Mundhöhle, sag ich mal, separiert zu sehen, sondern zu schauen, hey, da ist eine Entzündungsherd potentiell hier im Gebiss, in der Mundhöhle. Und was hat das für eine Auswirkung auf den restlichen Körper? Weil Entzündungen sind ja nicht separiert, die sind ja nicht abgetrennt am Hals. Dann ist alles plötzlich gut. Sivan Ates: Ja. Pia Anders: Und ich glaube, ist auch damals meine Motivation auf jeden Fall gewesen, zu dir natürlich zu kommen. Und vielleicht wollen wir meine Geschichte auf jeden Fall auch noch angehen. glaube, davor wäre super interessant, zu sagen, warum ist das jetzt eigentlich so wichtig? Also viele, glaube ich, haben das gar nicht unbedingt auf dem Schirm zu sagen, okay, was haben jetzt meine Zähne mit Gesundheit oder Longevity zu tun? Also mit dieser ganzheitlichen Gesundheit, weil fast jeder hat wahrscheinlich irgendwie Füllungen oder eine Krone hier und so weiter. Also man denkt ja irgendwie, das ist so total normal und beschäftigt sich da wahrscheinlich nicht mit, bis es mal irgendwann vielleicht ein Problem wird. Und können wir einmal erklären oder kannst du einmal erklären aus deiner Sicht, warum ist es so wichtig, ja, sich mit dem Thema Zahngesundheit Sivan Ates: Mhm. Pia Anders: im Zusammenhang oder im Kontext von Longevity zu beschäftigen. Sivan Ates: Ja. arbeite gerne mit Wenn ein Patient, und das ist jetzt so ein Extrembeispiel, aber irgendwo ist das dann vielleicht auch zumindest diesen Teil zu verstehen, wenn ein Patient nicht richtig kauen kann, weil er viele fehlende Zähne dann schluckt er die die Speisen einfach runter, ohne richtig die Vorarbeit im vollbracht zu der Magen-Darm hat viel mehr zu tun. Und dann gibt es die ersten Probleme. Das dauert eine Weile, aber da fängt es schon mal Das ist so ein Beispiel. Da gibt es ja schon mal einen Zusammenhang. Relativ logisch. mir fällt zum Beispiel ein Patient ein, der letztens von einer Freundin, sie als Heilpraktikerin, überwiesen wurde. Und der hat chronische dann hat die Heilpraktikerin halt gesagt, du, ich mach ständig was. Es geht ihm gut, aber sobald ich aufhöre mit meiner Therapie kommt das wieder. Was kann in der Mundhöhle denn sein? Vielleicht ist da Eigentlich sah alles ganz gut aus, aber er hatte also auf dem 3D-Röntgen auch keine Entzündungen. Aber bei der klinischen Untersuchung zeigte sich, er hat alles voll mit Metallen. Diese schluckt man runter. Pia Anders: Mhm. Sivan Ates: 24-7 werden die Metalle gehen in Lösung und die Bestandteile. Und das schluckt man runter und das wird dann im Darm verarbeitet. Irgendwann gibt es da auch Probleme. Und wenn da immer Nachschub kommt, im Übrigen die Mundhöhle ist eigentlich so der einzige Bereich im Körper, wo ich sage jetzt mal Sondermüll ist. Ganz viel. Also es sei denn du hast jetzt ganz viele schlechte, ich kann ja, Tattoos oder Schmuck oder was du nicht verträgst und so. Aber sonst hat man ja eigentlich im Körper nichts. Aber im Mund, da kommen Füllungsmaterialien, Kronenbrücken aus Metallen. Und ich habe zu einer Zeit studiert, da hieß es, Goldlegierungen sind biokompatibel. Wir haben das so gelernt. Gold ist biokompatibel. Also heute ... sag mal, Gottes willen, Und dann wurden diese Restaurationen entfernt und durch ... tatsächlich biokompatible Materialien ersetzt, also Vollkeramik, Restauration und siehe da den Patienten geht es besser. Pia Anders: also das finde ich auch super interessant, diese Idee, dass man ja, ich sag mal, Zähne sind ja ein Organ und dass man letztendlich ist der einzige Teil im Körper, wo wir ein totes Organ, also wenn wir die Wurzel rausgetan haben und der Zahn nicht mehr versorgt wird mit Nährstoffen und so weiter, weil die Wurzel weg ist, dann lassen wir nur die Hülle dort und das ist ja letztendlich… eine Hülle von einem toten Organ. Und das lassen wir einfach irgendwie im Mund. Also für mich war das, ich hab damals, das weiß ich noch, totale Paranoia gehabt. Also die ganze Zeit hab ich an diese Zähne gedacht und gedacht, die müssen raus, die müssen raus. Also irgendwie hatte ich so eine Intuition bei mir wirklich, wo ich, ja, also richtig das in mir gespürt hab, das muss weg. Sivan Ates: Das, was du jetzt gerade sagst, haben mir so viele Patienten erzählt, wo ich am Anfang meiner Karriere gedacht habe, hm, komisch, kann ich nicht vielleicht bildet sie sich das ein oder so. Aber da waren viele dabei, die gesagt haben, an dem toten Zahn, wenn ich Unterdruck aufbaue, dann riecht das so gut. Wieso? Kann das sein? Die Krone ist super gemacht, da ist keine Entzündung am Zahnfleisch und dennoch. Und andere haben wiederum gesagt, ich habe das Gefühl, dieser Zahn will raus. So und weißt du, wenn du das nicht einmal, nicht zehnmal, nicht hundertmal so oft hörst, dann kannst du nicht alle Patienten in die Schublade schieben und sagen psychosomatisch und so weiter. Da musste auch der Sache auf den Grund gehen. Und dann sollte jeder Zahnarzt sich mal wie war das damals im ersten Semester, zweiten oder dritten Semester? Wie war das mit der Anatomie? Und wir haben nicht im Zahn einen Hauptwurzelkanal, sondern da sind kleinere Äste an der Wurzelspitze. sogenannte Ramifikationen und dieses Gebiet an der Wurzelspitze nennen wir Delta, Apicalis Delta. Das kann man auch noch verstehen, okay, da gibt es darüber hinaus noch sogenannte Dentinkanälchen. Das heißt also, dieser Hauptnerv, es ist eigentlich nicht nur der Nerv, das sind auch andere Sachen drin, die verzweigen, die gehen über oder sogenannte Dentinkanältchen und wenn ich sage 40.000 dieser Kanältchen pro Quadratmillimeter, so viel, dann muss man sich doch die Frage stellen, kriege ich dieses gesamte System wirklich gereinigt? Womit denn? Also man hat dann versucht mit speziellen Chemikalien Natriumhypochlorid und so weiter oder mit Laser das gesamte Kanalsystem zu reinigen. Aber das ist unmöglich. Da bleiben Gewebsreste übrig und das zersetzt sich und so weiter und dann entstehen bestimmte Stoffe, die wiederum, und jetzt das wollte ich eigentlich sagen, über feinste Poren an der Wurzeloberfläche auch dann rauskommen. oder spätestens da an der Wurzelspitze und dann interagieren oder in ein vitales Umfeld gelangen. Das ist der Knochen dann. eigentlich ist dazwischen die Wurzelhaut und das Desmodont und so, aber sagen wir mal der Knochen und dann findet dort eine Reaktion statt. Und diese Reaktion ist nichts anderes als eine Entzündung. Entzündungsreaktion. Das Röntgenbild hinkt nach, hinkt hinterher. Also vorher ist schon einiges passiert, bevor wir auf dem Röntgenbild, geschweige denn einem zweidimensionalen Röntgenbild, was sehen. Pia Anders: Mhm. Sivan Ates: Und dann vor allem das menschliche Auge das sieht. Stichwort KI und Röntgenbildanalysen durch KI, die, wo man jetzt herausgefunden hat, besser sind als das menschliche Auge. Aber das ist ein anderes Und daher kommt das, dass der Körper darauf reagiert. und das Ganze wird weiter transportiert. Und da findet dann dieser Weg weiter fernab vom Kiefer in andere Bereiche des Körpers Und das ist alles, finde ich, nicht Alternativmedizin, so wie die biologische Zahnheilkunde so bisschen abgestempelt wird. Das ist eigentlich, das ist auch Schulmedizin. Pia Anders: Mmh. Sivan Ates: Das haben wir alles so gelernt im Nur, dass der Fokus, wie ich eben schon gesagt habe, ein anderer wurde. Pia Anders: okay, das macht total viel also einmal haben wir Enzyme im Körper und zerkleinern, essen, wenn das nicht richtig geht, hat das einen Effekt. Aber auch wenn wir Metalle oder Materialien im Mund haben oder eben, ich sag mal, tote Zähne. die eben trotzdem noch Stoffe absondern, weil dieses System, dieses kleine Wurzelsystem nicht wirklich entfernt werden kann. Weil das einfach so klein und so groß letztendlich für diese Quadratzentimeter, die du eben gesagt hast, dass man das eigentlich gar nicht so schafft, das alles zu entfernen. Und das entsteht dann auch daran, kann ich mich nämlich noch erinnern, bei der OP, wenn du dieser Zahn rausnimmst, das stinkt. Das ist echt ekelhaft. Also... Ja, und dann bist du so, endlich ist dieses Teil einfach raus aus meinem Mund. Sivan Ates: wie gesagt, habe es hunderte Mal gehört. Pia Anders: Okay, können wir einmal darauf eingehen? das ganze Thema, ich sag mal, systemische Entzündungen ja letztendlich, also die Mundhöhle beeinflusst Entzündungen im Körper und du hast eben ja auch schon gesagt, also Paradontitis, dass das auch irgendwie zusammenhängt. Kannst du da noch mal kurz ein bisschen mehr zu sagen? Sivan Ates: Speziell bei der Parolontitis ist es aber so, Da sind viele aggressive oder können viele aggressive Keime da gibt laut Forschung schon einige Erkenntnisse oder oder sagen wir mal Beobachtungen, dass bestimmte Keime, also zum Beispiel ein Porphyromonas gingivanis, dass bei der Arteriosclerose mit beteiligt ist, also Gefäßverengung der am Herzen. Oder aber in dem Artikel, was ich gestern gelesen das Enzyme, die da durch dieses Bakterium da auch entstehen, ich glaube Gingipaine, die im Hypokampus im Hirn eine Stelle, die für Alzheimer sehr wichtig ist, gefunden wurden. Und diese Beobachtung macht man wohl jetzt immer mehr. ja, somit hast du da auch eine Korrelation. Pia Anders: Das Sivan Ates: Man sagt nicht, und da ist man noch vorsichtig, deswegen habe ich eben auch gesagt, klassische Wissenschaft, das dauert lange. Da vergehen nicht zwei, drei Jahre, sondern auch nicht fünf, sondern zehn, zwanzig, dreißig. Ich habe dir erzählt, Ende der Neunziger haben wir da diskutiert, ob Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankung da einen Zusammenhang, ob es einen Zusammenhang gibt. Und das Ganze hat sich dann erhärtet. über die Jahrzehnte. Ich komme mir jetzt echt vor wie ein alter Knacker, aber Beobachtungen sind wohl so, dass da diejenigen, Zahnfleischerkrankungen haben, wohl höheres Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Ja, und grundsätzlich die ganzen Entzündungsmarker, die hast du halt im Blut und egal wo du jetzt eine Entzündung hast und bei der Peridontitis sind es halt spezielle Keime. Und man hat auch herausgefunden, das ist auch noch ist auch nichts Neues, dass zum Beispiel die Keime, die in der Tasche sind, also in dieser Zahnflechtasche, im Paradontalspalt, dass die untereinander kommunizieren. Das heißt, über bestimmte Stoffe kommunizieren die Bakterien miteinander und das führt eigentlich zur richtigen Gefahr und das potenziert sich. Dadurch entstehen erst recht diese aggressiven Verläufe. Ich muss aber auch dazu sagen, was auch sehr wichtig ist, ist halt das Thema Immunsystem. Also wie reagierst du darauf? Und den Patienten erkläre ich das immer so. Es gibt so die Low- und die High-Responder. Die High-Responder, das sind so, ich sag mal Prinzessin auf der Erbse. Oder jeder Pickel entzündet sich sofort. Man muss nur den Schlamm sich angucken und schon hat man eine Reaktion. Übertrieben jetzt so dargestellt. Pia Anders: Mhm. Sivan Ates: und die anderen, die wälzen sich im Schlamm und die haben gar nichts. Da ist das Immunsystem total träge. Aber ein gutes Immunsystem ist weder das eine noch das andere. Also nicht das System, was sofort reagiert, aber auch nicht das, was gar nicht reagiert, sondern das, was weiß, wann es zu reagieren hat und wie. Wie stark. Das ist ein gutes Immunsystem. Und das können wir auch mittlerweile Pia Anders: Ja. Sivan Ates: analysieren lassen in speziellen Laboren. Und da gibt es ein paar in Deutschland. Zum Glück in anderen Ländern gibt es die gar nicht. Und wenn wir so schwierige Fälle haben, dann nehmen wir Blut ab und schicken das ins Labor. dann sehen wir wow. Also bevor wir überhaupt was starten und das gleiche können wir auch bei Implantatpatienten zu gucken, hat der Patient zum Beispiel eine Unverträglichkeit auf Titan oder wie hoch wäre die Wahrscheinlichkeit? Das ist Einheit. Sind die Zutaten überhaupt für Knochenheilung da? Weil Heilung ist ein komplexer Prozess und da geht es, wie viele denken, nicht nur darum, wie gut der Operateur ist und ob er gute Materialien verwendet, sondern wie ist die Biologie und wie ist das Mentale. Das sind ganz wichtige Faktoren Pia Anders: ich glaube, das ist eine super Brücke, vielleicht direkt auch mal meinen Case zu teilen. Also zumindest das, vielleicht auch interessant ist. genau, meine Story war ja auch so, okay, du denkst eigentlich, ich bin total gesunder Mensch und trotzdem, ich habe immer meine Zähne morgens und abends geputzt, so wie mir das beigebracht wurde. Ja, also ich habe da irgendwie nichts schleifen lassen und Sivan Ates: Ja. Pia Anders: über Jahre hinweg hatte ich halt zwei Wurzelbehandel… nee, drei Wurzelbehandelte Zähne. So und dann habe ich dann natürlich das Beste vom Besten machen lassen, habe ganz tolle, teure Kronen mir machen lassen, das alles restauriert, genau wie du das ebenso schön beschrieben hast. Und ja, dann hatte ich aber immer das Gefühl, irgendwie hatte ich da diese Paranoia tatsächlich mit meiner Mundhöhle, sag ich mal. Und hab dann eben irgendwann gelernt, tote Zähne, sag ich mal, aus moderner biologischer Zahlenheilkunde ist das gar nicht etwas, was man unbedingt im Mund lässt, wahrscheinlich würde man das bei einem jungen Menschen wie mir eher rausnehmen, damit eben da keine stillen Entzündungen entstehen und, ich sag mal, vielleicht größeren Schaden anrichten. Und das hat mit mir total resoniert. ja, dann habe ich mich eben auf die Suche gemacht, nach einem Zahnarzt, das machen kann für mich und habe eben auch gelernt, okay, das, was wichtig ist, sind diese Keramikimplantate, also dass keine Metalle im Mund letztendlich. Also das ist gerade so der Standard oder das Beste vom Besten. Und das wollte ich natürlich haben, weil ich bin noch jung und ich will noch die nächsten, sage ich mal, mindestens 90 Jahre kauen können und demnach Genau, habe ich mich da auf die Suche gemacht und so bin ich auf deine Praxis Ja, also das, mich bei dir total, ja, was mich positiv überrascht hat, war wirklich dieses, okay, ich setze mich erstmal hin. Du erzählst mir, also ich erzählte, der Patient, der erzählt erstmal, was geht denn eigentlich ab und was ist so die Geschichte, was ich so bei keinem Zahnarzt bisher gesehen habe. Und dann, was mich natürlich auch fasziniert hat, also erst mal, du hast das alles erklärt, du hast das auch in Frage gestellt und gesagt, bist du dir sicher, dass das jetzt der Zeitpunkt ist, dass du das jetzt machen möchtest? Und ja, also diese ganze Drumherum Betreuung, die fand ich bei euch wirklich top. Und ich glaube, das ist auch deine Philosophie, die ich so zu schätzen gelernt habe und die du jetzt gerade auch gezeigt hast, vielleicht kannst du einmal sagen, man kommt zu dir bis zum Ende. Also wie sieht sowas eigentlich aus und warum macht ihr die Schritte, wie ihr die macht? Sivan Ates: Das hat sich so entwickelt, aber das war mehr, ich sag jetzt mal, weniger Wissenschaft, mehr Gefühl den Patienten. besser zu verstehen, ihm die Angst zu nehmen, ihn mit ins Boot zu nehmen für die Heilung, was dann auch wichtig ist. Also Aufklärung ist da Betreuung, also Ängste nehmen und so weiter. Und es war halt früher so, ich fasse mich da kurz, aber 70er-, 80er-Jahrestil und damit meine ich das gar nicht so von oben herab. Aber da war es einfach so, es gab nicht viele Alternativen. Nehmen wir mal an, die Wurzelbehandlung war noch in den Anfängen und Zahnfleischbehandlung, Parodontitisbehandlung auch. Also die Zahnmedizin war wirklich Kronen, Brücken, Prothesen fertig und da auch nur ein limitiertes Angebot. So, bestimmte Materialien und das war's. Und heute ist es aber so, wenn du kommst... Du bist schon ziemlich gut informiert. Nicht jeder ist so gut informiert wie du, aber viele fragen dann, googeln und mittlerweile auch Chat-GPT und so. Das heißt, man muss sich einfach mal zusammensetzen und erstmal fragen, was willst du aus diesem ganzen Tool der Zahnmedizin, dieser Angebote? Ist das, und viele denken ja, ich will das Beste, aber ist das denn Das Richtige für dich, zum Beispiel mit Keramikimplantaten. Pia Anders: Vielleicht da, für wen wäre das nicht das Richtige. Also hast du wirklich Patienten, wo du dann sagst, nee, das macht für dich keinen Sinn? Sivan Ates: Ja, aber das ist jetzt wirklich individuell und ich sag mal, das sind Leute, die zum Beispiel einfach nicht in der Lebenssituation sind oder auch körperlich nicht in der Verfassung, sich einer OP zu unterziehen. hab aktuell, also morgen kommt zum Beispiel ein INS-Patient und das ist... eine sehr schwere Erkrankung Und da würde ich jetzt erstmal keine Implantate setzen. Da werden wir morgen einen toten Zahn entfernen. Entschuldigung drei, aber einer ist Wurzel gefüllt, die anderen sind tot und man hat das auf dem 3D-Rindgebild gesehen. Und der ist so multimorbide auch und der ist im Rollstuhl. das wird eine Herausforderung. Und da gehe ich nicht hin und mache dann noch zusätzlich Keramikimplantate. als ein Kranvater. Oder andere, wo ich weiß, in den nächsten Wochen sind ganz wichtige Dinge. Ich sage mal so, gegen Ende meines Beratungsgesprächs und Manchmal passt es nicht so, aber wenn ich als Beispiel gebe, Sie haben Probleme mit Ihrem Partner und es geht Richtung Scheidung, dann lassen Sie sich quasi erstmal trennen und erholen sich davon, machen Urlaub und kommen dann, weil Sie dann einfach in ganz anderen Modus da sind. Weil Sympathikus und OPs geht nicht. Heilung funktioniert nur in Ruhe, nichts anderes. Funktioniert nicht. Aber das Konzept ist so, früher gab es du bist zum Zahnarzt, Zahn muss raus, Brücke, fertig. Ganz relativ einfach. Da stand die Behandlung im Und der Erfolg wurde gemessen daran, dass die Brücke stabil ist und vielleicht in der Front auch gut aussieht. Fertig. wenn es zahnfleißig anschließend bisschen entzündet hat, trotzdem Erfolg. Heute ist es halt anders und deswegen rückt diese Behandlung meines Erachtens halt, oder bei uns, nicht in den Vordergrund, sondern die gesamte Behandlung fußt auf drei Säulen und das ist die Begegnung, dann die Beratung und dann erst die Behandlung. Und weil das Endziel wahrer Erfolg ist halt nicht nur, dass die Sachen fest sind und du kauen oder lächeln kannst. Wahrer Erfolg ist, wenn wir uns im Rewe in zehn Jahren treffen an der Kasse und ich nicht mehr gucken muss und du mich angeschützt und sagst, das die beste Entscheidung, dahin zu gehen. Ich will darauf hinaus langfristige Zufriedenheit und langfristige Gesundheit. Und da wären wir auch jetzt so quasi bei Longevity. Langlebigkeit, sodass aber keine Probleme sind, auch nicht fernab von der Mundhöhle. Also die Begegnung ist das erste. Und da muss ich, damit ich den Patienten richtig beraten kann, muss er sich doch öffnen. Er muss doch erzählen. und dürfen. Ich muss mir also Zeit nehmen, ich muss auch gezielte Fragen stellen und der Patient muss sich quasi öffnen dürfen. Und wenn er dann mit der Historie auch kommt und erzählt, was war in der Kindheit beim Zahnarzt zum Beispiel, was ist hier und da vielleicht nicht so gut gelaufen oder wenn... Beispielsweise ein Fahrradunfall mit 13, 15, 17 und hier die Front ist Wurzel behandelt und später kommt der Patient irgendwann nach 20 Jahren zu mir und wir sehen hier Entzündungen im Kiefer. Dann ist das nicht unerheblich, wenn man die Historie dazu auch weiß. Im Übrigen ein operiertes Gebiet oder mehrfach operiertes Gebiet ist natürlich auch von der Regenerationsfähigkeit nicht so gut. Wenn ich einfach auf Los operiere, dann werde ich wahrscheinlich eher Schiffbruch erleiden. Und somit also die Behandlung, die dann zum Erfolg führen soll, kann ja nur so gut sein, wie auch die Planung war, also Beratung. Und da, was mir da besonders Spaß macht, ist, Pia Anders: Ne. Sivan Ates: und da sieht man vielleicht noch gerade Sokrates, also sein Sokrates Mutter war Hebamme und Sokrates Methode ist die Meiotik. Das Hebammentechnik. Also dem Patienten dabei zu helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Das ist wichtig. Pia Anders: Ja. Sivan Ates: Kannst du nur dann treffen, wenn du Informationen hast und wenn du wie Heilung funktioniert und Ja, was dann für dich das Beste ist? Und zu welchem Zeitpunkt? Soll ich das Licht mal kurz anmachen? Bei mir wird es dunkel. Pia Anders: Gute Idee. okay, lass uns nochmal auf das ganze Thema Heilung eingehen, weil also wir haben die Vorbesprechung, du machst eine Planung, also man kriegt ein Röntgenbild, du machst eine Planung, die schüchst die Planung, man bespricht das mit dem Patienten und dann gibt es gegebenenfalls eine OP und das hängt viel davon ab, der Erfolg davon, wie gut, also klar, natürlich in seinem Handwerk ist. Aber als Patient natürlich auch, wie gut man darauf vorbereitet ist. Können wir da noch mal drüber sprechen, weil das fand ich eben auch interessant bei dir. Thema Nährstoffvorbereitung. Dann hast du auch, ich sag mal, Eigenblut verwendet bei der OP selber und natürlich auch die Einheilungserfolge. Was ist da wichtig? Sivan Ates: Auch da sage ich, dass die Heilung von drei Faktoren abhängt. Wir können auch sagen, die drei Säulen der Wundheilung. Nämlich das erste ist die technische Seite, das rein zahnärztliche sage ich jetzt mal. Minimalinvasives Operieren, Nachbarstrukturen schonend zu behandeln. darauf zu achten, dass die Durchblutung auch gewährleistet auch die Zeit, die Dauer spielt eine Rolle. Es bringt nichts, wenn du sehr schonend gearbeitet hast, aber drei Stunden an einem Zahn rumdokterst und vor allem auch mit Druck und das Ganze. Die Kompression des Knochens führt nämlich auch zu einer knochengrigen Nekrose oder kann. Also das sind viele Faktoren, aber die kannst du ja auch handwerklich erlernen und Übung macht den Meister. Also jemand, der frisch von der Uni kommt, braucht vielleicht bisschen länger, aber mit der Zeit geht das alles okay. Und es hängt auch natürlich davon ab, wie macht der Patient mit, aber das ist so dieser technische Teil. Der zweite Teil ist die Biologie und da sage ich, wenn wir jetzt einen Zahn schonend entfernt haben, Oder aber, wir lassen das so. Die sogenannte Extraktionsalveole soll verheilen. Wir könnten aber auch einen Implantat setzen. Auch dafür gilt das, was ich jetzt gerade sagen werde. Und zwar, wenn ich sage Biologie, dann blutet ja die Wunde erstmal voll. Es kommt zu einer Blutgerinnung. Es bildet sich ein Blutpfropf. Man legt ja dann einen Tupfer ein, sagt dem Patienten meistens, lassen Sie den eine Stunde drin und damit das Blutcoagulum da stabil bleibt und so. So, und das ist erstmal die Basis für die Heilung. Was ist da drin? Da ist Blut, aber mit der Zeit kommen ja auch Zellen. Und aus Vorläuferzellen werden später dann auch Knochenzellen und Fibroblasten, die Bindegewebszellen sollen dann erstmal das Gerüst Das ist eine fibröse Matrix aus Kollagen. Und dieses Netzwerk, diese Matrix muss schon stabil sein. daher sagen wir auch den Leuten hier, alles was sie aufregt, Blutdruck hoch und so, das ist nicht gerade förderlich oder aber... alles was die Durchblutung senkt, jetzt rauchen und so weiter auch nicht. Und hüpfen Sie nicht durch die Gegend, laufen Sie nicht gerade morgen den Marathon, sondern lassen Sie mal Gönnen Sie sich Ruhe, schlafen Sie gut etc. Wobei das alles gehört zum dritten Punkt, aber Zellen und Stoffe, die die Zellen verarbeiten sollen. Damit diese Zellen arbeiten können, ich mache es ganz einfach. Die brauchen Kraft, die brauchen Energie. Also, Methaschondrien, ATP, das weißt du. Sie brauchen aber auch bestimmte Aminosäuren, die speziell dieses Kollagen aufbauen. Und sowas kannst du auch messen. Wenn wir diese Sachen messen, dann wissen wir, dass rein biologisch das eigentlich gut gehen sollte. Alle Zutaten sind da fürs Immunsystem, die spezielle Knochenheilung. Und das ist die zweite Säule. Und jetzt kommt es. Es bringt nichts. All das bringt aber nichts, wenn das Dritte, nämlich das Mentale, nicht gegeben ist. die Umstände schlecht sind. wenn da jemand ist, hat Mordstress und hat Sorge, was in drei Tagen, ja, irgendwas Spezielles steht da an und was da passieren wird, dann geht das meistens schief. Das kann ich bestätigen. Und bei Pessimisten Sowieso, Und warum? Weil wenn Cortisol steigt, die hemmen diese Zellen, diese Protagonisten der Heilung, nämlich diese speziellen Zellen, die können nicht richtig arbeiten. Die werden, aus Vorläuferzellen werden sie noch nicht mal das. Also, und dann stellst du dir die Frage, jetzt kommen wir wieder zum Anfang, warum heilt die Wunde nicht richtig, warum heilt das Implantat nicht richtig? Und wenn Implantate nicht einheilen, dann setze ich mich mit dem Patienten hin und frage dann nochmal genauer nach. Ohne Druck und ohne jetzt so besserwisserig oder irgendwas oder unbedingt das Hören zu wollen, sondern was war in letzten sechs Wochen? Was ist da? War irgendwas Besonderes? Und manche kommen nicht mit der Sprache raus, nicht weil sie das nicht wollen, sondern weil sie das zusammen auch gar nicht sehen oder das verharmlosen und so. Und dann gebe ich Beispiele. Und nachdem ich diese Beispiele gegeben habe, dann sagen die, okay, da war eine Phase tatsächlich, ich war auch kurz vor, ja, war erkältet, ich hatte da so drei Tage, wo ich schon bisschen flach gelegen habe. Aber ja, fast immer ist sowas im Spiel. Und das ist interessant. Und dann denke ich mir, wie wichtig sind diese Mikronährstoffe im Gegensatz zu dem anderen? Ist es genauso viel? Ist das mit der Psyche nur ein bisschen oder ist es mehr? Ja, und je mehr ich da weiß, ich, dass ich nichts weiß. Pia Anders: Ja. Sivan Ates: wieder zu dem zu kommen. ja, aber ich kann als Praktiker kann ich das bestätigen, was mir die Patienten sagen. Und ich habe auch übrigens mein Protokoll dann vor zwei, drei Jahren irgendwann habe ich geändert und habe gesagt, ich hätte gerne die Patienten nicht vier Monate oder so nach der Implantation zur Abschlusskontrolle da, sondern ich hätte sie gerne sechs Wochen nach der OP. zu einer Zwischenkontrolle, ohne Röntgenwirt, nur gucken. Und dann schauen wir, ob das Ding fest ist, ob die Heilung starten kriegt oder richtig gut läuft. Und ich sage jetzt mal, wenn wir die ersten sechs Wochen überstanden haben und das Implantat ist schon ziemlich fest und wir haben auch so Messgeräte und so dafür, dann ist das nur noch Formsache. Dann bewegen wir uns nur noch so bei einem Prozent. Pia Anders: Mhm. Sivan Ates: Ich sag dem Patienten immer, jetzt muss es mit dem Teufel zugehen, damit das nicht funktioniert. Pia Anders: können wir noch mal zu Schritt zwei zurückgehen. hast eben gesagt, ihr könnt das auch mittlerweile messen kann mein Körper gerade diesen Heilungsprozess vollziehen. Kannst du dann noch mal sagen, was ihr genau dann für Werte checkt oder was genau prüft ihr da? Sivan Ates: kann jetzt nicht alle aufzählen, aber ich sage jetzt mal, welche Aminosäuren sind es. Glüzin, Prolin, Hydroxyprolin, die drei. Ich glaube, das sind drei. Dann Vitamin Entzündungsmarker wie CRP, HSCRP oder Zink, Selen. Pia Anders: für Kollagen. Mhm. Sivan Ates: Omega 3. Pia Anders: Okay, das heißt im Idealfall hat man dann, sag ich mal, so eine Art, ich sag mal, funktioniert mein Immunsystem und hat meinen Körper die Bausteine, zu heilen. Okay. Sivan Ates: Dann noch ein paar andere. Also insgesamt. Richtig. Genau. Pia Anders: Okay, und dann ist Schritt zwei, wo du gesagt hast, okay, ich sag mal, also das ist ja jetzt dein Protokoll, dann wird operiert, dann eingeheilt und erst mal ist deine Einheilungsrate ja super hoch. Ich glaube, was war das nochmal? Sivan Ates: 96 Prozent bei Keramikimplantaten. Man muss dazu sagen, viele kommen ja und sagen oder diejenigen, die so zurückhaltend sind, sagen, Keramik halt doch schwieriger. Ja, ist ein bisschen spezieller, das stimmt. Pia Anders: Ja, also das, was mich interessiert, Keramekinplantate. Sivan Ates: und entscheiden sich dann eher für Titan. Aber das kommt häufig auch leider durch die Kollegen, die das so beraten. Bei Titan-Implantaten, wenn man ich sag jetzt mal vergleichbar arbeitet, da liegen wir bei fast 99, also 98,5 oder so. ist Ticken mehr. Also da können wir erst recht, also noch sicherer sein, dass dieses Implantateinheit, aber, jetzt kommt ein aber, die Frage ist, was ist Erfolg? Und wir setzen da ein Impl... Pia Anders: Ja. Ja. Sivan Ates: Metallimplantat rein, vielleicht verträgt der Patient das nicht so gut. Dann haben wir dieses ganz, ganz große Problem der Periimplantitis. Das ist quasi die Parodontitis an Implantaten. Und je nachdem, welche Studie man da nimmt, auch Meta-Analysen, also größere Studien, wenn man also nicht nur die Zahnfleischentzündung, sondern auch den Knochenabbau und so Pia Anders: Mhm. Sivan Ates: beides mit reinpackt, dann gibt es schon Studien, sagen, dass bis zu 53 Prozent der Implantate nach fünf Jahren ein entzündetes Gewebe vorweisen, also eine Periimplantitis haben. Und das ist eine Mordszahl. dann kommt... Wenn du dann Erfolg nur anhand von Festigkeit und das Implantat ist noch im Mund definierst, dann hast du natürlich Erfolg. Aber wenn du sagst, Moment mal, Entzündung, das ist nicht gut, dann hast du 53 Prozent Nichterfolg. Nochmal, das sind so ein paar Studien und das muss noch weitergehen. Aber mit diesem Thema Periimplantitis kämpfen die Implantologen weltweit, seit ich mich selber in diesem damit beschäftige. Also sprich seit 25 Jahren kenne ich dieses Thema und wir sind da nicht wirklich weiterbekommen. Das ist traurig. Obwohl wir eine Alternative mit Keramik haben. Pia Anders: Nope. Ja. Sivan Ates: wo es wirklich, nach über 2000 Keramikimplantaten kann ich sagen, es ist so selten, dass wir, ich vermute noch nicht mal einen Prozent haben, aber von mir aus lassen es ein Prozent oder zwei sein. Pia Anders: Okay, also das ist super interessant. Also das heißt, Einheilung ist sehr gut, sieht anders aus. Kannst du da nochmal sagen, wie genau sieht das anders aus zu jetzt einem Titan Implantat? Sivan Ates: Also der Körper kämpft nicht gegen Keramik. Das ist ja auch dieses, ich sag jetzt mal in Anführungsstrichen, Problem, weil eine Entzündungsreaktion nicht wirklich da ist. Nur Entzündung brauchst du auch für die Heilung und wenn die fehlt, dann wird das halt schwieriger. Und vielleicht kann man auch so diese zweieinhalb Prozent weniger Erfolg in Anführungsstrichen oder primären Erfolg begründen. Wir haben alles dafür getan, dass es immer besser wird. Ich habe gestartet vor zwölf Jahren mit Keramikimplantaten, ungefähr damals, und hatte am Anfang eine Einheimquote von 80, vielleicht noch 75. Also nicht gut, schlecht. Vor allem, wenn man das dann mit den Titanimplantaten vergleicht, die ich damals noch viel gemacht habe. war das echt jedes Mal eine, kostete mich das ein bisschen Überwindung, überhaupt am Ball zu bleiben und das weiter vorzuführen. Aber zum Glück habe ich da Kollegen gehabt, die die Patienten vorher schon informiert haben. Und für den Patienten war es dann auch klar, ne, wir versuchen das, wir machen das. Obwohl ich die dann auch, ich habe die über alles aufgeklärt. Und so wuchs das immer mehr und wurde immer besser und immer besser. Und jetzt sind wir da. und versuchen irgendwann mal auch Titan, was zumindest diesen Teil angeht, auch zu überholen. Aber langfristig gesehen ist das so oder so das bessere. Da bin ich überzeugt. Pia Anders: Und was habt ihr geändert, dass, sage ich mal, eure Rate dann so viel höher gegangen ist? Also ist das einfach Erfahrung? Ist das dann besser Vor-Ab-Arbeiten oder auch noch irgendwas während der Behandlung? Sivan Ates: da gibt es auch natürlich eine Lernkurve. Wenn du am Anfang startest, musst du erstmal 100 ungefähr gemacht haben, damit du so ein Feeling dafür hast. Dann haben wir dieses mit dem Blutplasma eingeführt, Und das Ozontherapie zur Reduktion, zur Beseitigung der Keime und alles. Ja, so ging das immer weiter. Vielleicht ein, wenn ich das noch sagen darf. Wir können beides nicht ganz so vergleichen miteinander, weil ich verteidige jetzt noch die Keramikimplantate quasi, weil wenn du bei Keramik machst, all in, alle drei Sachen in einem und das bei Titan nicht so ist, dann musst du dir vorstellen, das ist ja noch eine ganz andere Nummer und mehr Risiko, ja. Pia Anders: Ja. Sivan Ates: Aber trotzdem funktioniert das und trotzdem sind wir dann bei 96. Wie wäre es, wenn wir tatsächlich vom Protokoll das eins zu eins machen? Da müssen wir nochmal in die Statistik reingehen, ob wir da vielleicht auch bei 98 sind und die anderen vielleicht eher bei 92. Das weiß ich nicht. Da müsste ich das nochmal so aufschlüsseln, das Ganze. Pia Anders: Das gleiche machen. Ja, ich glaube, der hier zuhört, vor allen Dingen daran interessiert an langfristiger Gesundheit. ja, eben darum, man, ja, das kann sein, dass ich einen Titanenimplantat habe und dass das erst mal fünf Jahre lang toll ist, aber dass das halt langfristig Entzündung macht, gerade wenn du, sag ich mal, noch jung bist und nicht 80. Willst du da dieses Implantat am liebsten einmal rein haben und dann dann soll das idealerweise einfach drinbleiben und natürlich nicht mehr Probleme bereiten. Und mit diesem Weitsicht habe ich mich damals eben auch dafür entschieden, so das ist die einzige Wahl, die ich wirklich für mich wählen möchte. Du hast eben gesagt, Nummer drei ist eben das ganze Thema Psychosomatik, sage ich mal, oder auch wie viel Stress wir haben. Und du hast gesagt, ja, Fragen, also da nennst du immer so eine Liste an Beispielen. Kannst du mal diese Liste nennen, die du typischerweise dann einem Patienten zum Beispiel stellst und sagst so, hey, ist das, ist das, ist das? Einfach, mal so ein Feeling zu bekommen. Was sind die Sachen, die halt das Ganze beeinflussen können, damit man sich das ein bisschen besser vorstellen kann? Sivan Ates: was ist mit kreisrundem Haarausfall? Was ist mit Exzemen oder irgendwas ist... Was ist einfach, wenn du morgen eine ganz schwierige Prüfung hast? Gehst du dreimal kurz vorher auf die Toilette, bist du so nervös, dass du eigentlich, ja, was macht diese Psyche mit dir? Und das kann mir keiner erzählen. Also jeder macht diese Erfahrung, nur man muss das nochmal verdeutlichen. Und bei der Heilung ist es genau das. Erst dann heilt das Ganze. Ich meine, die Oma hat gesagt, ernähr dich gut, aber schlaf auch lange. Und wenn wir nicht genug schlafen und wenn wir permanent die nächsten Tage immer nur drei Stunden pro Nacht schlafen, wie soll das Ganze verheilen? Du musst ja regenerieren. Nur wir leben in so einer Zeit, wo ich manchmal das Gefühl habe, jeder will sich irgendwie eine Pille reinwerfen Aber das ist total kontraproduktiv. Da muss ich immer zurückrudern. Sag jetzt eine Woche Schonung. Und dann sagen die, wie eine Woche Arbeitsunfähig? sag ich, na ja, also es kann sein, dass sie am nächsten Tag wieder vor dem PC sitzen. und arbeiten können. Aber die Frage ist, wie sieht Ihre Arbeit aus? Und lieber überrasche ich Sie positiv und Sie sagen später nach einer Woche, also Sie haben voll übertrieben, Herr Hartech, ich war eigentlich am nächsten Tag schon fit. Als umgekehrt, wenn ich Ihnen sage, morgen früh können Sie toll loslegen und dann geht das in die falsche Richtung und bei der Nahtentfängung sagen Sie, oh, das tut ja immer noch weh. pulsiert etc. bei uns ist es so, sag mal 99 % der Fälle kann ich sagen, egal ob Weißheitszähne oder andere Operationen, Knochenaufbau, Implantate, verlaufen eigentlich relativ identisch. Nämlich, und das ist jetzt nicht, weil wir so toll sind, also tatsächlich könnte man auch andere jetzt Chirurgen fragen, am Tag nach der OP kommt vielleicht eine leichte Schwellung. Der zweite Tag nach OP, heute ist Mittwoch, also der Freitag zum Beispiel, da hat die Schwellung ihr Maximum. Und ab Samstag geht sie langsam runter. Und wenn wir nach einer Woche oder zehn Tagen die Fäden entfernen, ist das eigentlich schon so tippitoppi, dass die Fäden keine Funktion mehr Ruhe, Ruhe. Pia Anders: Okay, das heißt Ruhe, keine stressigen Sachen, kein stressiges Projekt. Stress auch im Sinne von körperlicher Stress. Wie sieht das damit aus? Du hast eben gesagt nicht hüpfen. Also sag mal Joggen gehen, ins Fitnessstudio gehen. Wie sind solche Sachen? Sivan Ates: Gewicht heben und so würde ich nicht. würde also Spaziergänge, gar kein Thema, frische Luft. Das tut ja gut. sehe nicht, dass man da nur rumliegen soll und nur auf sich hören und warten, bis dann vielleicht irgendwo mal Schmerz kommt. Also der Körper gibt uns Signale. Wir müssen mehr auf unseren Körper auch hören. Das tun wir dann nicht. Wenn wir das nicht machen, dann funktioniert es nicht. Beispiel. Du darfst dann nach der OP ruhig den Aufzug nehmen und nicht die Treppen runterlaufen. Tuest du das und es pocht, dann sagt der Körper dir, das war nicht gut. Bitte nicht. Und machst du es trotzdem und bist da hartnäckig. Es glaubt mir, gibt Leute, die schmeißen sich eine Ebo rein und ziehen ihr Programm durch. das verstehe ich. Ja, das geht einfach nicht. Pia Anders: Ja, die kenne ich auch. Ja, also vielleicht das nochmal abzuschließen und meine Story zu beenden. Also zwei Implantate sind super eingehalten und ein Implantat, wo wir glaube ich Knochenaufbau gemacht haben, hat dann tatsächlich, hat das bei mir so nicht geklappt und genau halt, ja. Nagel auf den Kopf gehauen. War das eben bei mir ganz genau so, dass ich gesagt habe, nee, nee, nee, ich will das jetzt unbedingt durchziehen, weil ich bin nur, hab damals im Ausland gelebt oder liebe ja auch immer noch im Ausland, extra für die OP zu dir geflogen, wollte dann nicht so lange in Deutschland bleiben, hatte eine extrem stressige Phase, aber das musste halt genau dann sein. Und siehe da, dass aus irgendeinem Grund konnte mein Körper das dann nicht so bewerkstelligen. ich sag mal jetzt in Retros-Vective denke ich mir, mein Gott, das ist ja verrückt gewesen, weil ich war in einer so stressigen Zeit, dass ich mich eigentlich wundere, dass überhaupt irgendwas eingeheilt ist. Und das kann ich jetzt im Nachhinein so sagen, aber damals in der Tat habe ich das so einfach gar nicht wahrgenommen, weil das war eben Mein Leben, das war einfach gerade in einer Phase, wo jeder Tag so stressig ist und man dann vergisst, wie es sich anfühlt, wenn man nicht gestresst ist. Und ja, ich glaube, das ist halt vielleicht nochmal gut zu teilen. In der Tat, einfach Stress, wie krass, was für einen krassen Einfluss das hat und ja, man das eben nicht wegschieben soll, weil heutzutage ist es ja in der Tat ein Status. Jeder ist ja gestresst. Jeder sagt ja, wie geht's dir? Ja, ich bin so gestresst, ich hab so viel zu tun. Das ist ja schon ein Statussymbol, dass man erfolgreich ist. Wohingegen, nein, für deine Biologie ist das kein Erfolg und du brauchst eben Ruhe und Erholung, heilen zu können. Sivan Ates: Genau. Pia Anders: Aber grundsätzlich, ja, sag ich mal, die Implantate, die ich habe, genau wie du gesagt hast, man hat fast gar keine Schwellungen gesehen, also ich war super, super happy. Und würde ich empfehle das jeder Person weiter. Ich habe das meiner ganzen Familie empfohlen und gesagt so, ey nur noch Keramikimplantate. Wenn wir jetzt einmal auf mein Longevity-Protokoll eingehen, du hast ja, glaube ich, einen Blick auch schon darauf geworfen, einfach vielleicht als Abschluss. Was ist wichtig, was ich tracke oder für meine, sag ich mal, orale Gesundheit? Ich habe jetzt Implantate, dass ich keine Paradontitis entwickle, dass meine Implantate die nächsten, ich sag mal, 80 Jahre noch so weiterhalten. Sivan Ates: Ja. Pia Anders: Ja, also was ist da vielleicht wichtig, Mundraum-Longevity zu betreiben? Sivan Ates: Also Hygiene, klar. Und da auch darauf zu achten, jetzt nicht bei den Mundspüllösungen würde ich... Ich bin jetzt kein Spezialist darin, was die Dentalhygienikerin, die ist da versierter und so. Aber ich kann nur grundlegend sagen, diese aggressiven Mundspüllösungen weglassen. Ich sage immer Camille, Seiweih, Oregano, was auch immer. Kokosöl und so ist tausendmal besser. Also Öl ziehen sowas. Und bei den Zahnpasten da auch keine großen Zusätze. Also fluoriert schon mal gar nicht. In der Uni lernen wir das immer noch so, leider. Ja, Ernährung. Du machst es ja schon scheinbar perfekt. Pia Anders: Was doch immer perfekt heißt, also ich versuche da sehr gut unterwegs zu sein, ja. Sivan Ates: also ja. Ja, Und klar, hin und wieder doch mal zum Zahnanzugehen. Und der checkt das. Was checkt der denn? Der guckt sich die Zahnharzsubstanz an und das Zahnfleisch, ob da vielleicht doch irgendwo eine Entzündung ist. Also Parodontitis habe ich jetzt festgestellt. Im Vergleich zu dem, was ich in der Uni gelernt habe, kein Problem der Bakterien. Das möchte ich schon weitergeben. Es ist eine Frage, wie auch dein Immunsystem ist und deine Ernährung etc. zum Beispiel Vitamin D ist ja jetzt so ein Allheilmittel geworden. gerade in der Corona-Zeit wurde das immer populärer. Pia Anders: Ja. Sivan Ates: Und ich habe mich gefragt, wie kann ich mich schützen vor diesem Virus? So. Und ich habe voll auf das Immunsystem und das Mentale gesetzt. Und dann habe ich gedacht, okay. Sieh zu, dass dein Vitamin-D-Spiegel sehr hoch ist. Und wenn du infiziert wirst, dann verläuft es zumindest ganz anders als bei also ich habe den Patienten gesagt, nimmt Vitamin D ein. Ich habe denen gesagt, wie sie es einnehmen sollen. Ich habe denen gesagt, dass der Wert 20, 30 nix ist, sondern richtig hochfahren, 20.000 Einheiten pro Tag und so. mit K2 zusammen. Und dann, die noch zusätzlich zu motivieren, auch die Brücke zu schlagen zur Zahnmedizin, habe ich gesagt, übrigens, da gibt es neue Studien, dass ein höherer Vitamin-D-Spiegel führt zu einer Verminderung der Parodontitis. Und die haben das gemacht. Und was habe ich dann gemacht? habe quasi meine eigene Studie gemacht, habe diese Leute wieder einbestellt nach vier Wochen und siehe da, hatten keine Blutungen mehr am Zahnfleisch. Und ich habe bewusst nichts anderes gemacht, herauszufinden, ob es tatsächlich nur daran liegt. Weil wenn ich jetzt zum Beispiel die Parodontitis behandelt hätte, dann wüsste ich ja nicht, was hat jetzt eigentlich geholfen. Also habe ich gesagt, wollen wir den Test mal machen? Sie nehmen jetzt Vitamin D ein, hochdosiert. Wir machen eine Kontrolle in vier Wochen. Und dann kamen die Leute und haben gesagt, wissen wir was, die Blutung ist weg. Pia Anders: Also ja, es hängt mit dem Immunsystem mehr zusammen und wie, was du eben gesagt hast, ist es entweder sehr sensibel oder zu wenig reaktiv. Sivan Ates: Genau. Pia Anders: Okay, ja das ist echt super interessant. Weil ja, klar, man denkt da immer direkt an Bakterien. Sivan Ates: Eben. Also so sind wir ja auch erzogen worden. Das sind nur die Patienten. Aber ich erinnere mich halt an einen meiner ersten Patienten. Und das war ein italienisches Pärchen. Traumpärchen muss ich sagen. Ich war 25, die waren vielleicht so Mitte 30 oder so. Und der Mann hatte lockere Zähne. Und zwar 28. Der hatte keine Karis. Pia Anders: No. Sivan Ates: Aber die Zähne waren so am Wackeln. Und ich hab die alle entfernen müssen. So. Ich hätte heulen können. Ich hab die ganz vorsichtig entfernt und versucht, keine Geräusche noch zusätzlich zu produzieren. Hab dann irgendwann die Prothese eingesetzt. Die hübsche Ehefrau saß dahinter. Und ... es war ein sehr emotionaler Moment, und das vergess ich nie. Ich hab die Prothesen eingesetzt und hab die beiden dann alleine gelassen. Das musste erst mal sacken. Ich war zu Hause, mein Tag war im Eimer. Und dann hab ich mir gesagt, Moment mal. Wir haben gelernt, dass es die Bakterien sind. Wieso hat die Frau keine lockeren Zähne? Wieso hat sie keine Parodontitis? Entschuldigung, die knutschen doch miteinander. So. Pia Anders: Ja. Sivan Ates: Und da fing meine Reise an, des Hinterfragens zumindest, was das angeht. Und bei anderen Dingen halt auch. Du kannst doch nicht stur dann weitermachen. Das ist Schubladendenken. Und gerade begriffen, es sind viele Faktoren, die eine Rolle spielen. Es gibt Leute, die kommen aus irgendwie aus dem tiefsten Anatolien oder sonst wo und haben noch nie eine Zahnbürste. Glaubt mir, die haben so tolle Zähne! Ja, wie kann das sein? Pia Anders: Ja. Sivan Ates: Okay. Pia Anders: Wenn Leute jetzt interessiert daran sind, sagen, ok, biologische Zahlhandkunde, Keramikimplantate, super spannende Sache. Erstmal, wo kann man dich finden? Magst du da nochmal was teilen? Oder auch, ich sag mal, wer jetzt vielleicht nicht in Köln und Umgebung ist oder extra dahin fliegen kann, wie könnte man... Das ganze Thema Implantate, habe jetzt vielleicht einen Wurzelbehandelten Zahn und merke, ich bin jetzt darauf aufmerksam geworden. Wo würdest du die Leute sonst hin verweisen? Sivan Ates: Also ich bin derzeit in Köln, aber auch auf Zypern. Und ich arbeite gerne auch online. Das heißt also, Implantate setzen kann ich nicht online. was mir ja, vielleicht hat man das auch jetzt so bisschen gemerkt, Spaß macht ist ja quasi so etwas wie ein Reiseplaner oder wie ein Architekt. Ja, erstmal herauszufinden, was ist das Richtige und sowas kann man auch online machen. Das kann ich auch anbieten. Und das ist meines Erachtens auch das Wichtigste am Anfang. Also wirklich erstmal herauszufinden, was habe ich und dann, was gibt es und was davon passt denn überhaupt zu mir? Und wann wäre, wenn wir das Passende gefunden haben, wann wäre der richtige Zeitpunkt? Pia Anders: Ja. Sivan Ates: Klingt jetzt bisschen kompliziert, ist es nicht. Es ist nicht kompliziert. Man muss nur ein bisschen Zeit investieren, so wie wir das damals gemacht haben. dann kann man immer noch gucken, wo man das auch machen lässt. Aber sowas kann ich auch anbieten. Also es macht mir sehr viel Spaß. Pia Anders: Okay, und das kann man auf deiner Webseite dann finden. Die können wir verlinken. Sivan Ates: Ich habe zwei, aber ich glaube bei sucratestdental.de müsste man da drauf gehen können und dann mal schauen, ob zum Beispiel heute hatte ich auch so eine Videoberatung, Onlineberatung und da kann man ja schon einiges erstmal abklären. Und dann gibt es wiederum Kollegen, auch hier im Umfeld oder sonst wo, wo ich sagen kann, schaut mal da in Stuttgart, in München und sonst wo, da wird dir geholfen. Das geht auch, aber ich glaube so mein Steckenpferd ist vor allem diese Planungsgeschichte, Strategie. Das kann ich anbieten. Pia Anders: Okay, super. Das heißt, das verlinke ich auf jeden Fall in den Show Notes. Dann würde ich sagen, vielen Dank für deine Zeit, dass du deine Geschichte geteilt hast, dass du uns aufgeklärt hast mehr über das ganze Thema Mundgesundheit letztendlich und Longevity. Und dann würde ich sagen, bis bald und noch einen schönen Abend. Sivan Ates: Danke auch dir, dass ich dabei sein durfte. Schönen Abend noch. Pia Anders: Und nun zum obligatorischen medizinischen Hinweis. Dieser Podcast ist keine medizinische Beratung. Die Inhalte ersetzen keinen Arzt, keine Diagnose und keine Behandlung. Alle Informationen dienen nur zu Informationszwecken. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deinen Arzt oder deine Ärztin.