Pia Anders: Hallo Hadi, schön, dass du heute da bist. Ja, willkommen zu meinem Podcast. Hadi Saleh: Vielen Dank für die Einladung. freue mich sehr. Pia Anders: Okay, wir wollen ja heute über das Thema Diagnostik sprechen und bevor wir da erstmal einsteigen, Frage an dich, wie bist du eigentlich zum Thema Longevity gekommen und wie hast du dafür eine Passion entwickelt? Hadi Saleh: Ja, es ist eine längere Geschichte. Ich bin ja Arzt und habe als Orthopäde gearbeitet. habe zuerst in der Allgemeinen Unfallchirurgie in Wiesbaden im St. Joseph's Hospital gearbeitet. Bin dann an die Uniklinik nach Heidelberg gegangen, ⁓ da meine Facharztausbildung zu starten zum Orthopäden. Und durch eine Serie von Frustrationen und Enttäuschungen bin ich quasi erstmal aus der aktiven Medizin rausgegangen. bin Unternehmensberater geworden, hab das zwei Jahre gemacht, dann zu einem Klienten von mir gewechselt, das war die Firma Merck in Darmstadt und die hatte ein Joint Venture mit einem Unternehmen aus USA und hab da eine fantastische Karriere gemacht. Biomed hieß das Unternehmen, was von einem Mitbewerber aufgekauft wurde und die letzten drei Jahre für Biomed habe ich in USA verbracht mit einer Familie. Pia Anders: Und nun zum obligatorischen medizinischen Hinweis. Dieser Podcast ist keine medizinische Beratung. Die Inhalte ersetzen keinen Arzt, keine Diagnose und keine Behandlung. Alle Informationen dienen nur zu Informationszwecken. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deinen Arzt oder deine Ärztin. Hadi Saleh: und bin viel gereist, weil ich international tätig war und mich wenig bewegt, schlecht ernährt, viele leckere Sachen gegessen, die aber ungesund sind. Burger, Pasta, Pizza, Pommes, Donuts. Und ich sage immer wieder, es waren wirklich die leckersten Donuts meines Lebens, die ich dort gegessen habe. Weil ich war wirklich so gut und mich viel zu wenig bewegt und vielleicht auch ein bisschen zu viel getrunken, also Alkohol getrunken, kein Wasser. und kam dann nach den drei Jahren mit meiner Familie wieder zurück nach Deutschland und war einfach nicht fit. Die Hosen sind über die Jahre immer weiter geworden und ich dachte, das müsste so sein, aber bin dann irgendwie wach geworden und hab gemerkt, dieses Unfitte, das bin ich ich und hab den Zustand einfach nicht mehr ertragen und hab mich dann auf meine medizinischen Wurzeln wieder zurück besonnen. Und hab überlegt, immer Experimente mit mir angefangen, was kann ich denn machen, um wieder fitter zu werden. Und das hat angefangen mit, ich fang mit dem Laufen an. Und bin natürlich viel zu schnell gelaufen und ich hab keine zwei Kilometer durchgehalten. Hoch oder Kopf, Puls weiß ich noch von 220 Schlägen pro Minute. Schaff ich heute nicht mehr. Und musste quasi wieder zurückgehen, weil ich... Pia Anders: Krass! Mein heutiger Gast ist Dr. Hadi Saleh. Er ist Arzt, Autor, Unternehmer und hat selber einen Podcast, nämlich den Podcast Mission Gesundheit. Er begann seine Karriere als orthopädischer Chirurg und wechselte dann in führenden Positionen bis hin zur CEO-Rolle eines weltweit führenden Unternehmens in der Medizintechnik. Und heute bündelt er seine Erfahrung in einer spezialisierten Longevity-Klinik in Berlin. Das heißt, sein Fokus liegt ganz klar auf datenbasierter Gesundheit. Hadi Saleh: so unfit war und einfach in meinem machoiden denken dachte okay es laufe ich los und es wird alles gut und du warst ja mal fit und den war nicht so und habe dann über sport angefangen quasi mein gewicht zu regulieren in der schnellversion bin dann halb marathon gelaufen freund von mir hat mich überzeugt ein halb marathon mit ihm zu laufen und ein anderer freund hat mir dafür einen trainingsplan ⁓ Pia Anders: Er klärt also die Frage, wie können wir jetzt moderne Diagnostik und Biomarker nutzen, ⁓ Prävention präzise und planbar zu machen? Und genau sein Wissen nutzen wir eben heute für einen Deep Dive in das Thema Diagnostik. Erst mal klären wir nämlich, warum ist Diagnostik eigentlich so wichtig im Kontext von Longevity und welche Art von Diagnostik ist jetzt sinnvoll für wen und ab welchem Alter. Hadi Saleh: erstellen lassen und hab dann so trainiert, bin dann halb Marathon gelaufen, hab das auch alles gut überstanden. Bin dann im gleichen Jahr noch in Marathon gelaufen, weil ich dachte, das ist gut für mich und die Struktur des Trainingsplans hat mir noch eine zusätzliche Struktur gegeben und die Disziplinen ein bisschen leichter gemacht, die ich auch bringen musste fürs Trainieren. Und so bin ich dann immer wieder gelaufen, gelaufen, gelaufen und Pia Anders: ⁓ das Ganze dann etwas greifbarer zu machen, haben wir die Folge in drei verschiedene Level eingeteilt. Das heißt Level 1 für Beginner. Ich interessiere mich für Longevity. Was sind die Basics, die ich auf jeden Fall messen sollte? Level 2 dann für Fortgeschrittene. Okay, ich habe die Basics abgedeckt. Wo lohnt es sich denn jetzt noch, Geld für auszugeben und für welche Tests zum Beispiel nicht? Was ist vielleicht nur Hype? Und dann Level 3. Hadi Saleh: Hab aber gemerkt, jedes Mal, wenn ich mit dem Laufen aufhöre, nach einem Marathon und den Trainingsumfang runterfahre, nehme ich ganz stabil das 5kg Gewicht zu. Und bin zu Erkenntnis gelangt, es kann nicht sein, dass ich mein Leben lang wie ein bekloppter Laufer nur damit mein Gewicht stabil bleibt und bin dann in das Ernährungsthema eingestiegen und Supplemente. Und dann komme ich auch schon zur ersten Diagnostik. Pia Anders: Mhm. für die, die das Maximum rausholen wollen und eben wissen möchten, okay, zum Beispiel, was kann ich in so einer Longevity-Klinik denn machen? Stichpunkt wie Liquid Biopsy oder Ganzkörper-MRT. Wir klären, okay, was sollte man hier wissen, bevor man so eine Diagnostik durchführt? Für wen ist das und für wen vielleicht auch nicht? Ich habe aus der Folge auf jeden Fall einiges mitgenommen und habe selber meine Tests und meine Diagnostik, mein Diagnostikprotokoll, sag ich mal, nochmal angepasst. Hadi Saleh: einmal sein Blut testen lassen und zu schauen, ob ich irgendwo einen Mangel und den Mangel dann aufzufüllen, ist glaube ich so der erste Weg gewesen, wie ich mit präventiver Diagnostik an sich für mich selbst jetzt in Verbindung gekommen bin. Alles im Sinne von Langlebigkeit, also sprich länger gesünder Leben. Nicht unbedingt lang leben oder unsterblich sein, sondern einfach nur gesünder länger zu leben. das war der Anfang einer wundervollen Reise. Pia Anders: Das ist auf jeden Fall eine Folge, wo jeder etwas mitnehmen kann. Ich wünsche euch ganz viel Spaß. Hadi Saleh: Ich in das Ernährungsrapid-Tool eingestiegen, habe alles probiert, jede Diät, die dir im Kopf rumschwirrt. war vier Wochen lang Ketogen, habe es aber nicht ausgehalten, weil ich Kohlenhydrate liebe, also Kartoffeln, Reis, Pasta. Es war einfach nicht länger durchzuhalten. Ich viel Gewicht verloren. Es hat gut funktioniert. habe mir auch so ein Ketose-Messgerät zugelegt und habe mich mehrfach am Tag in Finger gestochen und meine Ketonkörper gemessen. Pia Anders: Kenn ich. Hadi Saleh: funktioniert alles sehr gut. bin auch sehr empfänglich für solche Gadgets und Daten und habe angefangen einfach viele Daten zu sammeln, für mich auszuwerten und viele Experimente zu fahren. habe mir so einen Glukosesensor an den Oberarm geheftet, habe das ein Jahr lang durchgetragen, also auch in der Marathon Vorbereitung mehr aus der Idee der Performance, wie muss ich wann fuelen, also welches Gel nehme ich wann und wie, welchen Effekt hat das. Habe aber auch viele Experimente gemacht. auf welche Nahrungsmittel reagiert mein Körper wie. Und das war sehr, spannend. habe wie gesagt alles Mögliche ausprobiert und erkannt, dass es keine gute Diät gibt, die lange durchzuhalten ist. Und bin dann über einen anderen Freund zu einem Thema gekommen, was ich nicht auf dem Radar hatte und zwar Krafttraining. Und das Krafttraining war der Gamechanger. Das hat alles verändert, Stoffwechsel angekurbelt. Ich habe freies Körperfett verloren, habe Muskelmasse aufgebaut, habe mein Gewicht reduziert oder dann wieder erhöht, aber dann mehr mit Muskelmasse. Pia Anders: Okay. Hadi Saleh: bin so immer tiefer in dieses Longevity-Thema eingestiegen und präventive Diagnostik war in USA gewesen, habe alle möglichen Tests über mich ergehen lassen und bin wieder gekommen und habe überlegt, warum muss ich in die USA fliegen, das alles zu machen, warum gibt sowas nicht in Deutschland und habe dann den Schluss gefasst, das Ganze selbst in Deutschland aufzuziehen und jetzt gibt es mal eine Praxis hier in Berlin, bei der man das alles machen kann. So die Kurzversion. Pia Anders: Mega. Ja, richtig cool. Perfekt. Ja, total cool. Also man merkt, ja, du hast deinen eigenen Weg hinter dir und das finde ich ist auch immer das Schöne, wenn man eben mit Passion dahinter steht und nicht, ja, ich sag mal, Longevity ist jetzt gerade so ein Buzzword, ne? Und ja, da ist halt Substanz dahinter und eine eigene, tiefere Motivation. Also das merkt man und deshalb reden wir ja auch heute. Cool, dann lass uns doch direkt einsteigen in das Thema Diagnostik. Du hast schon gerade kurz angerissen, dass du selber auch eine Praxis eben hast. Da kommen wir dann gleich nochmal wahrscheinlich näher drauf zu sprechen. Erstmal, ⁓ jetzt da einzusteigen, vielleicht können wir einmal besprechen, warum ist Diagnostik denn überhaupt so wichtig, gerade jetzt beim Thema Longevity, also im Endeffekt Präventionsmedizin, sage ich mal. Warum ist das die Basis für alles? Hadi Saleh: Mh. Ja, es gibt jetzt zumindest einen objektiven Blick, wie es ⁓ die steht. Das ist, glaube ich, eine ganz gute, faire Zusammenfassung und Diagnostik fängt an mit einer Blutuntersuchung, Labortests, die man beim Arzt machen kann. Auf die Waage zu steigen ist schon Diagnostik. Die Temperatur zu messen ist eine Form von Diagnostik. Wir sprechen auch von Biomarkern. Biomarkern sind nichts anderes als Vitalzeichen am Ende. sprich deine Herzfrequenz, deine Ruheherzfrequenz, Herzfrequenzraten, Viralität, Blutdruck, Temperatur, Gewicht, solche Sachen. Das sind sogenannte Biomarker, die sich aktiv verändern lassen. Und die zu messen, ⁓ zu schauen, wo stehe ich und wo will ich hin. glaube ich, ist eine gute Sache, ⁓ sich einfach mal anzufangen mit seinem Körper auseinanderzusetzen. Weil mein Ziel ist es, die Menschen zu ermächtigen, dass sie Herr oder Frau ihres eigenen Körpers und ihrer eigenen Gesundheit sind und selbstbestimmt durchs Leben gehen können und nicht unbedingt auf andere angewiesen sind. Wir reden immer hier von Gesunden, also sprich, jemand wirklich krank ist, immer bitte zum Arzt gehen und sich Hilfe holen. Ich rede nicht über Krankheit, sondern über gesunde Menschen, die einfach länger gesünder leben wollen. Pia Anders: Ja, genau. heißt, bei mir hat es auch so angefangen und ich würde sagen, einer der größten Gamechanger war für mich tatsächlich der Ouraring. Und ich habe das immer so verglichen oder warum ich dann so fasziniert geworden bin zum Thema Diagnostik ist eben, du weißt ja gar nicht, wie du dich fühlen kannst, bis du weißt oder bis du dieses Feedback bekommst. Also du hast halt diese Daten gesammelt und denkst, ja, ich schlafe eigentlich ganz gut. dann kriege ich meinen Oura-Score und sehe, okay, das liegt so in den 60ern oder 70ern. Dann denke ich, was fehlt denn da, dann die 90er zu kommen? Wie würde ich mich dann fühlen? Okay, dann testest du Sachen, probierst die selber aus. Und wenn du dann einmal da bist, jetzt blicke ich zurück auf, also ich hab mein Ouraring jetzt schon sechs Jahre. Das heißt, ich hab echt viel, viele Erkenntnisse gesammelt. Und für mich ist das jetzt so, mein Gott, so wie, wenn ich einen Tag jetzt habe, wie ich mich damals wahrscheinlich jeden Tag gefühlt habe, so Hadi Saleh: Mmh. Pia Anders: Was für ein Zombie muss ich gewesen sein und wie habe ich es geschafft durchs Leben zu gehen? Dieser Status quo letztendlich, wo stehe ich? Und das irgendwie einordnen zu können, ist denn mein Potenzial letztendlich? ⁓ sind sich da vielleicht gar nicht bewusst, wie sie sich fühlen könnten. Hadi Saleh: Hmm. Ja, du hast recht, aber man muss es wissen wollen. Es gibt auch viele Menschen, sagen, interessiert mich nicht, ich will es gar nicht wissen, ich fühle mich so, wie ich mich fühle und manchmal habe ich gute Tage, manchmal habe ich schlechte Tage und ich eigentlich gar nichts daran ändern und für die ist es natürlich auch nichts. Pia Anders: Ja, und es gibt tatsächlich auch Menschen, bei denen das wahrscheinlich Stress auslöst. Ich glaube auch viele Frauen, Thema Waage zum Beispiel ist ja so für viele auch ein Trigger. Die wollen sich nicht jeden Tag wiegen, weil, ja, ich sage mal, eine sehr schlechte Assoziationskette zu im Kopf eben vorhanden ist. Okay, also das heißt, Diagnostik ist wichtig für unseren Status quo. Wenn wir jetzt an Thema Longevity interessiert sind, Hadi Saleh: Ja. Ja. Pia Anders: Ich sag mal, ab wann ist das sinnvoll? Und vielleicht welche Art von Diagnostik ist sinnvoll aus deiner Sicht? Hadi Saleh: Ja, ich würde mal sagen, man sollte ausgewachsen sein. es ist in erster Linie nichts für Jugendliche, würde ich sagen, die noch im Wachstum sind. Das Long-Javity-Thema ist eigentlich für jeden. Also weil, wenn wir uns auf die Grundpfeiler wieder besinnen, Schlaf, Ernährung, Bewegung, soziale Interaktion, Stressreduktion, das ist eigentlich für jeden, unabhängig vom Alter. was Gutes, das irgendwie zu optimieren oder zu verbessern, weil es einem ganz objektiv einfach deutlich besser geht. Von daher will ich keine Altersklammer drum setzen. Wenn es aber in Richtung Diagnostik geht, weil du hast vollkommen recht, möchte nicht das Jugendliche irgendwie ein schlechtes Körperbewusstsein entwickeln, weil sie jeden Tag auf die Waage steigen und das Gewicht zunimmt. Das ist normal, wenn man wächst, dass das Gewicht zunimmt. Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: Also das kann eine gefährliche Spirale sein, von daher sollte man da vorsichtig sein, was das angeht. Sodass ich mit dem Podcast, ich habe und dem Buch, eigentlich eher den erwachsenen Menschen anspreche, der sich bewusster mit seiner Gesundheit auseinandersetzen will. Ich finde das absolut in Ordnung, wenn man seiner Jugend über die Stränge schlägt und viele verrückte Sachen ausprobiert, vielleicht auch mal was Illegales macht. Das ist absolut in Ordnung. Ich die meisten von uns es, wenn nicht alle gemacht. Aber irgendwann kommt das Bewusstsein, dass das Leben dann doch endlich ist und der Hedonismus nicht über allem steht, eigentlich die Gesundheit. Und spätestens, wenn man Familie hat und das erste Kind da ist, verändert sich alles. Und die Perspektive und der Blick drehen sich fast ⁓ 180 Grad. Pia Anders: Kann ich bestätigen. Ja. Hadi Saleh: ist der Fokus voll auf dem Kind, zu Recht und auch richtig so. mir zumindest hat das einiges verändert, so dass ich den Willen habe, möglichst lange gesund zu leben, ⁓ dann halt eben mit meinen Enkelkindern zu spielen, eigenständig vom Boden aufzustehen, meinen Koffer ins Gepäckfach selber hochheben zu können und einfach ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben zu haben. Und das ist so der Trigger. Und wenn... ⁓ bei Menschen, egal wann, in welchem Alter genau diese Erkenntnis kommt, dann ist es gut damit anzufangen. Ja. Pia Anders: Ja, okay. Und das heißt, wenn wir jetzt, also wir haben unser normales, sag ich mal, Gesundheitssystem und da gibt's ja auch Check-Ups, ne? Da gibt's ja dann immer so Altersklassen mit, weiß nicht, 40, kriegst du das bezahlt, dann Frauen kriegen vielleicht nochmal eine Krebsdiagnose für Brustkrebs oder so was. Also da gibt es ja schon so Kategorien, die, sag ich mal, vom System abgedeckt werden. Longevity, würde ich jetzt sagen, Diagnostik, geht ja einen Schritt weiter. Das heißt, hier Hadi Saleh: Ja. Pia Anders: wollen wir präventiv Sachen vorbeugen. Das heißt, wir wollen nicht erst warten, mein Insulinwert oder mein nüchternen Glucosewert so hoch ist, dass man sagt, okay, hier kriegst du jetzt einen Stempel, jetzt hast du Diabetes, sondern wahrscheinlich sehen wir ja 10, 5 Jahre vorher schon, hey, da stimmt was nicht. Und da kann ich jetzt quasi präventiv reingehen und was ändern, bevor es überhaupt zu einer Krankheit kommt. Das heißt, Was sind da vielleicht für Sachen, was für Diagnostik fehlt vielleicht, die wir heute nicht abgedeckt bekommen, die aber für jeden interessant ist? Hadi Saleh: Ja, du hast die ganzen Vorsorgeuntersuchungen, die von den gesetzlichen Kassen auch abgedeckt werden, angesprochen. Die sollte jeder erstmal wahrnehmen. Ich glaube, wäre schon quasi, ja genau, wäre sozioökonomisch ein großes geleistet, einmal das Angebot anzunehmen, was schon da ist. Weil viele in Zeit immer noch nicht wahr. Also die Darmspiegelung, weiß ich gar nicht, war immer ab 50. Ich glaube, das ist runtergesetzt worden auf 45, wenn ich richtig Erinnerungen habe. Pia Anders: Ja, das schon gut. Ja. Hadi Saleh: Mammografiescreening bei Frauen ist wichtig. Männer ab 45 sollten glaube ich auch zum Urologen gehen. Nicht glaube ich, sondern weißlich sollten zum Urologen gehen. Ich habe meine erste Darmschwörung mit 40 gemacht, weil ich einfach da ein bisschen paranoid bin und in Allgemeinchirurgie einfach zu viel gesehen habe, was hätte vermeintbar sein können. Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: Ich glaube, mit den Mitteln, die wir heute haben und der frühen Diagnostik muss kaum noch einer an Darmkrebs sterben, weil man es wirklich früh erkennen kann. Und wenn alle die Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen, dann ist das wirklich ein sehr, sehr effektives Mittel, dem Ganzen zu entgehen. Aber es gibt auch so ein paar Blutmarker, wie das Lipoprotein A, was sich so langsam immer mehr durchsetzt. Jetzt bin ich in einer gewissen Bubble wie du und wir wissen drum. Pia Anders: Mhm. Ja. Hadi Saleh: Es gibt immer noch viele Ärzte draußen, die sich damit noch nicht beschäftigt haben oder die es nicht im Standardreportoir haben. Kann auch sein, dass Kassen nicht erstatten. weiß es nicht. Aber dann ist es wirklich ein lohnwertes Investment. Es sollte nicht mehr als 25 Euro kosten, den Lipoprotein-A-Wert bestimmen zu lassen. der erhöht ist, genau, das Lipoprotein-A ist eigentlich ein guter Proximarker. Pia Anders: Vielleicht können wir kurz sagen, warum ist er eigentlich wichtig? Hadi Saleh: für die gesamten Blutfette und besonders für das Cholesterin. Es gibt genetische Varianten, die ein sehr hohes Lipoprotein A haben, die in einem deutlich erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt einhergehen. Und das kann man mit einer Messung, das macht man auch nur einmal, weil sich der Wert nur marginal verändert, außer man interveniert medizinisch oder mit Arzneimitteln. den bestimmen lässt, damit man das zumindest mal ausschließen kann und sieht, wo steht man. Habe ich ein erhöhtes Risiko, ist mein Depopredin A erhöht, muss ich auf meine Blutfette aufpassen und dann gibt es verschiedene Lifestyle-Interventionen, die man machen kann, ⁓ das alles zu regulieren. Pia Anders: Okay, das heißt Prävention, also wahrnehmen alle Termine, die einem gegeben werden und LP-A, also Lipoprotein A auf jeden Fall einmal im Leben messen lassen. Gibt es sonst noch irgendwelche Sachen, die vielleicht fehlen und die interessant sein können für jeden? Hadi Saleh: In der Regel wird der Blutzuckerinsulin und der sogenannte Langzeitblutzuckerwert, der HbA1c Wert gemessen. Das hat sich mittlerweile durchgesetzt, weil das auch ein guter Marker ist, ⁓ zu schauen, wie ist mein Blutzuckerprofil. Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: Bin ich vielleicht schon Diabetiker und merke es gar nicht. Prediabetes kann ja auch sein, also sprich auf der Stufe dahin, zu erkrankt zu werden. Das misst man mit dem Hb1C-Wert ganz gut. Da gibt es verschiedene Indizes, aber der Wert ist eigentlich sehr gut, einfach zu schauen, ist mein Blutzucker wirklich in Ordnung. Das Lipoprotein A haben wir erwähnt, ⁓ die Blutfette im Blick zu haben. Und dann, was ganz banal ist, einfach Blutdruck messen, ⁓ zu schauen, wie ist mein Blutdruck. Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: Kriegt man auch in jede Apotheke. Also gab es früher, ist wahrscheinlich heute genauso. und... Ja. Also war früher so, ich habe jede Menge Blutdruckmessgeräte zu Hause rumfliegen, weil es mich natürlich interessiert. Und trag auch eins neben meinem Whoop, ⁓ was permanent mein Blutdrucker misst, weil ich Blutdruckthema hab, genetisch bedingt. Pia Anders: Ja. Kann man sich hinsetzen einfach und den tracken lassen? ⁓ ok. Wusste ich gar nicht. Interessant. Hadi Saleh: Und so gibt es verschiedene Gadgets, aber es gibt auch wirklich kostenlose Verfahren und beim Arzt gibt man auch immer Blutdruck gemessen, das einmal zu machen. Es hieß früher Actia, es heißt es Hilo, H-I-L-O. Es ist ein Armband, was ich glaube am Ende die Pulswelle misst und man kalibriert das mit einer Oberarmandschette alle vier Wochen. Pia Anders: Was du da hast, interessiert mich jetzt natürlich. Was genau ist das für ein Gadget? Hadi Saleh: Es ist relativ genau. Ich habe das immer wieder mal gemessen und abgeglichen. Es ist relativ genau und misst einfach permanent an deinem deinem Blutdruck oder am Handgelenk. So kriegt man eigentlich ganz gut das Blutdruckprofil über den Tag verteilt. Pia Anders: Mhm. Okay, so, wir hatten ein paar Unterbrechungen. Wir starten also nochmal. Hadi Saleh: Hahaha Pia Anders: wenn wir jetzt weitergehen wollen als die Basics, die jeder, sage ich mal, auf dem Schirm haben sollte und ich bin jetzt am Thema Long-Gravity interessiert. Ich bin ein absoluter Beginner. Für diese Person, was wäre da sinnvoll noch zu tracken oder was wäre so der erste Schritt? Hadi Saleh: Erster Schritt wäre vielleicht den Fitness Tracker sich zuzulegen. Gibt es von verschiedenen Herstellern als Ringformen, ähnlich wie du es hast mit dem Aura Ring. Gibt es in preiswerten Varianten, gibt es auch in teuren Varianten, ⁓ einfach mal Herzfrequenz aufzuzeichnen. Wie bewege ich mich denn den Tag? Wie viele Schritte gehe ich denn überhaupt? ⁓ das einfach mal aufzuzeichnen und zu sehen, bewege ich mich denn ausreichend. Und es müssen nicht immer diese 10.000 Schritte sein. sondern es gibt eine aktuelle wissenschaftliche, relativ aktuell aus dem Juli letzten Jahres, die gezeigt hat, dass es reicht, wenn man 7.000 Schritte am Tag geht oder etwas über 7.000 Schritte, das war so eine unrunde Zahl, aber ich merke mir immer so 7-7.500 Schritte. Das reicht eigentlich schon, ⁓ das Risiko an Diabetes zu erkranken, deutlich zu reduzieren. Ich glaube, das waren 37 Prozent. Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: Die sogenannte All Cause Mortality, also egal an was frühzeitig zu sterben, wird bis zu 42 Prozent reduziert. Und es zeigt einem, dass man nicht wie wild trainieren und der Superathlet sein soll, sondern es reicht einfach, man Bewegungen in seinen Tag einbaut. Und die Schrittzahl ist eigentlich ganz Annäherung am Ende dafür. Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: und deshalb hilft ein einfacher Fitness-Tracker schon mal ganz gut. dann einmal zum... 10.000 ist auch viel. Also ich schaff das auch nicht jeden Tag. Aber 7,5, das ist schon machbar. Genau. Pia Anders: Ja, das würde auch viele freuen, zu hören, hey, ich muss gar nicht mehr eine Zehntausend-Schritte machen. Ja. Ja. Ja, das kriegt man so mit zwei Spaziergängen hin, finde ich. Also das stimmt. Okay, ich habe noch eine Frage. Du hast eben gesagt Herzfrequenzvariabilität. Warum ist es so wichtig, dass das jetzt, sage ich mal, Beginner bei den Basics dabei ist? Hadi Saleh: Das war eher so die Aufführung, was so ein Fitness-Tracker auch von einer einfachen aufzeichnet und messen kann. Damit würde ich jetzt nicht als Beginner unbedingt starten. Aber wo wir schon beim Thema sind, je höher die Herzraten-Variabilität ist und das ist, was man misst ist Pia Anders: besten kann. Hadi Saleh: wie unregelmäßig am Ende der Puls ist. Also wie der Abstand zwischen den einzelnen Pulsschlägen ist. Und je höher die Unregelmäßigkeit, desto besser die Fitness. Oder die Erholung in dem Fall. Und weil ganz häufig wird die Erholung oder die sogenannte Recovery, je nachdem welches Gerät man nutzt, maßgeblich die Herzratenvariabilität bestimmt. Und das ist ein guter Pia Anders: Mhm. ⁓ Hadi Saleh: Marker dafür. Pia Anders: Okay, also das ist so ein absolutes Thema, wo ich notorisch niedrige Werte habe. Also meine Werte sind top eigentlich im Fitnessbereich und interessanterweise seit Jahren, also seitdem ich diesen Ring habe, kriegt das irgendwie so in den Zwanzigern rum und ich frag mich immer, was, also das ist, ich hab noch nie solche Werte gesehen. So alle meine Freunde würden sagen, ich outperforme die in Recovery und in Sport. Trotzdem hatte ich noch nie höhere Hadi Saleh: Hmm. Pia Anders: und ich frage mich immer, was kann ich da noch machen? Was sind denn da jetzt so meine Hebel? Also da vielleicht jetzt die nächste Frage. Okay, ich messe das jetzt. Das bringt ja nichts, was zu messen, ⁓ es zu messen, sondern ich möchte natürlich dann auch Veränderungen schaffen. Das heißt, wenn ich jetzt so die Basics messe, was ist dann quasi der nächste Schritt? Hadi Saleh: Genau. Ja, wenn ich auch beim Arzt war und mir einfach mal Blut abgenommen wurde und ich quasi meine Blutwerte mal sehe, dann sehe ich auch, wie sieht es denn aus, ⁓ mal einen Blutzuckerstoffwechsel. Ist denn in der Norm, bin ich nah am Diabetes dran, bin ich vielleicht schon Diabetiker und merke es nicht, all diese Sachen einmal zu messen und dann entsprechend zu handeln. Also wenn alles top ist, scheint man gewisse Dinge richtig zu machen. Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: Und dann muss man sich nicht weiter darum bemühen. Aber wenn ich merke, dass meine Herzratenvariabilität wie bei dir jetzt in den 20ern hängt, wenn mein erster Reflex ist, ist es ein Messfehler. Hast du es mal mit einem anderen Gerät gemessen? Nimm mal ein anderes Gerät und schau mal. Also hast du nicht auch Pia Anders: Nee, tatsächlich nicht. Also es ist tatsächlich nur vom Aura ringen. Ja. Hadi Saleh: gesagt, dass du eine Gamin-Uhr hast. Die sollte es eigentlich auch messen, Ja. Ja, also das wäre so mein erster Reflex, weil permanent in den 20ern bei jemandem, der so auf sich selbst achtet, ist sehr ungewöhnlich. Und das hat auch nichts mit kleinen Kindern oder Babys zu tun. Pia Anders: Ja, habe ich auch. Das stimmt. Ich habe die jetzt mir erst neu wieder zugelegt, deswegen musst du ja erstmal wieder gute Werte sammeln, aber ja, auf jeden Fall kann ich das auch messen, das stimmt. Ja. Hadi Saleh: Das sollte eigentlich über sein und von daher ist es sehr ungewöhnlich. Ja. Pia Anders: Nee, habe ich ja schon, wie gesagt, ich habe den Oring seit sechs Jahren und seit dem Tag, dass ich diesen Oring trage, ist das bei mir so. Also, und ich habe auch noch nie so niedrige Werte gesehen, nur da frage ich mich jetzt natürlich, jetzt habe ich die Diagnostik. Und da kommt man wieder, jetzt löst das, ich mal, mehr Stress auszusehen. Hä, wieso kann ich diesen Wert jetzt nicht verändern? Ich mache doch alles. Ich meditiere, ich mache mein, also tausend Sachen eigentlich ⁓ mein Nervensystem, habe eine gute Recovery. Hadi Saleh: Ja. Hmm. Pia Anders: Also letztendlich, aus meinem Wissenstand heraus, mache ich schon viele Sachen sehr richtig und frage mich jetzt, ok, wieso kann ich diesen Wert einfach nicht beeinflussen? Hadi Saleh: einfach nochmal komplett anders messen und schauen, wie da die Herzratenvergulität ist. Kannst du auch sehr gut mit dem Brustgurt messen, weil dann ist die Besserung noch genauer. ⁓ Pia Anders: Okay, okay. Also das sind auf jeden Fall meine nächsten Schritte. Das ist schon mal sehr gut. Jetzt sind wir ein bisschen abgedriftet. Hadi Saleh: Genau. Pia Anders: können wir das einmal noch mal so bisschen besser kategorieren, siehend zu sagen, okay, das sind so die Basics, die Werte, die relevant sind, auf die wir achten wollen. Und was ist dann quasi mein Hebel, wo ich ansetze? Ich glaube, das ist für viele ja immer so dieses, boah, das ist so überfordernd. Ich muss ja quasi alles machen. Hadi Saleh: Hmm. Pia Anders: Also jetzt muss ich gut schlafen und dann muss ich wie morgens eine 2 Stunden Routine machen und dann muss ich jetzt auch noch auf Kohlenhydrate zu essen und das ist dann so die Sache, glaube ich, die man vielleicht nicht... Also wie kann man das jetzt ein bisschen mehr praxisnah oder alltagstauglich quasi runterbrechen? Hadi Saleh: Nein. lass uns mit dem Blutzucker anfangen. ⁓ Wenn dein Nüchternblutzucker deutlich über 100 ist, dann ist es schon mal ein Indikator. Also sprich, wenn du dann letzte Mahlzeit am Abend genommen hast, vielleicht nicht ganz so früh wie du das machst, wie viele andere Menschen das machen, zwischen 6 und 8 Uhr abends und dann 12 Stunden lang nichts gegessen haben, auch kein Kaffee oder Tee oder ähnliches, sondern nur Wasser getrunken haben und wenn dann der Nüchternblutzucker deutlich über 100 ist, Milligramm pro Deziliter. Pia Anders: Okay. Hadi Saleh: dann ist es schon mal ein Zeichen, muss da noch mal genauer hinschauen. Dann würde ich mir den Insulinwert anschauen, dann gibt es einen sogenannten HOMA-Index, der aus dem Insulinwert und dem Blutzuckerwert gemessen wird und wenn der deutlich über 2 ist, dieser Index, dann ist es auch ein Hinweis auf ein prädiabetisches Geschehen oder wenn er über 2,5 ist, dann geht es schon Richtung Diabetes. ganz wichtig ist der HbA1c-Wert, Langzeitblutzuckerwert. wird der Blutzucker an den roten Blutkörper hingemessen, in die Rotorzüten. Die halten in der Regel drei Monate. Dann werden sie ausgetauscht, werden über die Milz verstoffwechselt, neue Blutkörper werden gebildet. ⁓ deshalb hat man immer so ein Fenster für ein paar Monate zurück und sieht einfach, wie sich der Blutzucker innerhalb der letzten zwei bis drei Monate so verändert hat oder wie hoch der war. weil ich kann ja nüchtern einen super Blutzuckerwert haben, aber die die vorher einfach ganz viel Zucker in mich reingestopft haben und dann habe ich ein anderes Bild. Also damit anzufangen und dann sehe ich, die nächste Frage ist, wie ernähre ich mich denn überhaupt? Ernähre ich mich nur von Junkfood, von abgepackten Nahrungsmitteln, esse ich viele Schokoriegel, Schokolade? ⁓ Kekse, also alles was viel raffinierten Zucker hat und damit eben unausgewogen. Wenn die Antwort ja ist, dann sollte man das zumindest mindestens reduzieren oder stark einschränken, ⁓ den Blutzucker wieder in den Griff zu bekommen. Zudem hilft dann Bewegung. Für mich fängt alles mit Schlaf an. Bei guter Schlaf ist die Basis von wirklich allem. Wenn man schlecht geschlafen hat, ist das Cortisol hoch, der Gemütszustand ist angespannt, das hohe Cortisol bedingt, dass wir eher kalorienreiche Nahrung zu uns nehmen, weil wir in einem Stresszustand sind und das dann aber auch, wenn es übermäßig ist, schneller als Fett speichern. Also es ist eine ganze negative Spirale, fängt auf einmal mit hohen Cortisol-Spiegel an und der bedingt ist durch einen schlechten Schlaf. Von daher würde ich eher von der anderen Seite starten, immer gucken, dass man wirklich gut schläft. Stunden vorm Schlafengehen, die letzte Mahlzeit zu sich nimmt, damit der Magen auch leer ist und nicht arbeitet und die Verdauung weitestgehend fortgeschritten ist. Eine möglichst dunkle Umgebung, also alle Lichtquellen versuchen aus dem Schlafzimmer zu vermeiden. ⁓ Bett nur fürs Schlafen oder Sex nehmen und nicht umzulesen oder zu arbeiten, damit der Körper oder das Gehirn das Bett auch wirklich mit Schlaf assoziiert. Eine möglichst kalte Umgebung, so 18 Grad, scheint sich in der Wissenschaft irgendwie durchgesetzt zu haben, dass das eine angenehme Temperatur ist, wo der Körper zum Einschlafen leichter runterkühlt. Weil das tun wir, unsere Kerntemperatur geht bis zum Halten des ganzen Grad runter. Damit leiten wir den Schlaf ein und in einer kühlen Umgebung schlafen einfach besser. Und das sind so die wesentlichen Dinge, ⁓ den Schlaf zu beeinflussen. Regelmäßige zu Bettgehezeiten, das ist ganz, ganz wichtig, also auch am Wochenende, also nicht der soziale Jetlag. Ich musste die ganze Woche unter der Woche früh aufstehen, weil ich zur Arbeit musste oder die Kinder früh in die Schule mussten oder sonst wohin. Und jetzt am Wochenende kann ich länger wach bleiben und dann auch länger ausschlafen. Ja. Pia Anders: Ja, das war für mich tatsächlich einer der größten Hebel. Einfach nur regelmäßige Badzeit. Ich glaube, wenn ich sage, eine Sache beim Schlaf, dann ist es echt das. Also einfach, das ist ja gigantisch, wie gut man sich am nächsten Tag fühlt, wenn man das einmal wirklich durchzieht. Hadi Saleh: Ja, also mein Wuband bestraft mich auch, was meine Schlafregelmäßigkeit angeht und es scheint wirklich einen größeren Effekt zu haben auf die Gesundheit, auf die Langlebigkeit. Also regelmäßige Schlafenszeiten, regelmäßige Aufstehzeiten und da eine gewisse Konstanz zu haben, das scheint wirklich sehr wichtig zu sein. Pia Anders: Und was ist da dann jetzt der Marker? Also wir haben uns einmal den, sag ich mal, Blutzuckerspiegel und Insulin angesprochen und das dann in Verbindung mit Ernährung und Bewegung. Jetzt Thema Schlaf. Was würdest du sagen, dann da so, gibt es einen Hauptmarker oder worauf würdest du achten, wenn möglich? Welche Werte? Hadi Saleh: Also als erstes würde ich mich aufs eigene Gefühl erstmal fokussieren wollen. Werd ich morgens wach und fühl mich erholt und ausgeschlafen. Und dann kann mir mein Tracker sagen, was er will. Ich darf mich durch die Daten wirklich nicht kirre machen lassen und glaube ich, den Daten hinterherrennen. Wenn ich mich morgens gut, fit und ausgeschlafen fühle, dann tue ich das auch, ob mir mein Whoop jetzt irgendwie eine gelbe oder rote Erholung zeigt. Ich frage mich dann natürlich immer, warum ist das so? Aber am Ende zählt das Gefühl, ob ich mich wirklich gut erholt fühle oder nicht. Und wenn das der Fall ist, dann ist das eigentlich der beste Marker. ehrlich zu sein, den man haben kann. Weil wir dürfen unser Bauchgefühl nicht außer Acht lassen. Und wir sind ja lebende fühlende Menschen, können uns nicht ausschließlich auf Daten verlassen. Aber was natürlich hilft, ist, wenn man dann wirklich einen guten Tracker hat, dass man sich den Remschlaf anschaut und die Tiefschlafphasen. Und wenn die Ich sag mal, jeder Mensch ist unterschiedlich und es gibt keine allgemeingültigen Werte, die für jeden passen. Aber man sollte in der Regel, ein Großteil der Menschheit braucht circa sieben bis neun Stunden Schlaf. Es gibt wenige Menschen, die mit weniger zurechtkommen. Es gibt ein Prozent der Menschheit, die kommen mit deutlich weniger als sechs Stunden zurecht. Ist aber äußerst selten. Und die Leute merken es dann auch, dass sie wirklich komplett ausgeschlafen und fit sind mit weniger als sechs Stunden Schlaf. Ich gehöre nicht dazu. Ich brauche mindestens acht Stunden Schlaf und dann fühle ich mich gut. Pia Anders: das ja, letztendlich die totale Zeit, man im Bett verbringt, ist ja nicht die totale Schlafzeit. Also da einfach mal, hey, wie viele Stunden Schlaf kriege ich denn wirklich? Weil das kann ja bis zu einer Stunde auf jeden Fall sein. Ich weiß nicht, ich ⁓ acht Uhr ins Bett, aber dann schlafe ich eigentlich erst ⁓ neun Uhr ein. Das heißt, dass man sich da immer bewusst ist. Und was ich auch interessant fand, eben mit Aura, da hat man ja Aufwachphasen. Hadi Saleh: Ja. Ja. Mmh. Pia Anders: von denen man vielleicht gar nichts unbedingt weiß. Also die totale Schlafdauer nehme ich jetzt mit und wer dann ja sowas wie ein Aura Ring oder ein Whoop zum Beispiel hat, da sieht man dann eben auch Tief- und Remschlafphasen. Hadi Saleh: Genau. Pia Anders: Okay, bei Beginner gibt es da sonst noch irgendetwas, was wir messen sollten. Also wir haben LP little A quasi ja eben schon angerissen. Wir haben gesagt, die Blutwerte, vor allen Dingen ja die Glucosewerte und Nüchterninsulin gegebenenfalls. Dann haben wir jetzt beim Schlaf einfach mal checken, wie viel Stunden Schlaf bekomme ich eigentlich und idealerweise noch, hey, wie viel Tiefschlaf und Remsschlaf kriege ich und gehe ich regelmäßig ins Bett. Hadi Saleh: Genau. Pia Anders: Genau, gehört da noch irgendwas mit rein, wo man ansetzen sollte oder ist es das erstmal? Hadi Saleh: Das ist es. Also Blutfette werden natürlich auch mit im Blut analysiert, eigentlich routinemäßig. Also das mäßig, dass man anschaut. Blutdruck einmal messen, zu schauen, habe ich nicht immer einen relativ hohen Blutdruck und mess es nicht. Weil das das interessante ist, der Körper ist sehr anpassungsfähig. Es dauert sehr lange, bis man merkt, dass etwas nicht nicht gut ist oder nicht funktioniert. Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: Und deshalb, das ist eigentlich der Grund, man regelmäßig mal messen sollte. Pia Anders: Genau, ist gut, dass du das sagst, quasi diese Signalfindung, das Signal erkennen, bevor dann irgendwas passiert. Okay, super cool. Wenn ich jetzt das schon alles mache, was wäre dann der nächste Schritt? Also ich bin intermediate, ich sag mal, ich mach schon, ich messe schon meinen Track oder ich tracke schon meinen Schlaf mit Aura, ich messe schon meine Blutwerte, ich hab schon meinen LP-A-Wert genommen. Was könnte dann als nächster Schritt interessant sein und sinnvoll auch sein? Hadi Saleh: Ja, also ein bisschen näher und tiefer in die Ernährung einzusteigen und zu schauen, wie ernähre ich mich denn überhaupt. Und da angefangen einfach mal ein Protokoll zu führen. das braucht nur drei Tage oder eine Woche, einfach mal zu schauen, was esse ich alles und was esse ich alles, so unterbewusst. Also snacke ich, was snacke ich? Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: wie viel esse ich von was, ⁓ da ein bisschen mehr Sensibilität für sich selbst aufzubauen, was esse ich so den ganzen Tag und über die Woche verteilt. Pia Anders: Und wie machst du das in deiner Praxis? Also lässt du dann die Leute ein Tagebuch führen oder es gibt ja so Apps wie Lifesum, wo man das alles trackt oder? Hadi Saleh: Genau, geht alles. Je nachdem, wo denn der eigene Schmerz liegt. Wenn jemand überhaupt kein Ernährungsthema hat und auch kein Gewicht verlieren will oder Gewicht aufbauen will, dann muss das natürlich auch nicht sein. Aber wenn jemand viel Sport macht, wenig isst, was eigentlich eine fatale Kombination ist und dann aber noch Gewicht zunimmt, Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: dann ist es eigentlich sehr offensichtlich woran es liegt, also für mich zumindest. Aber dann hilft es ihm oder ihr einmal darzulegen, wie viel Kalorien zu dir, dann hilft es auch eine Grundumsatzmessung in Ruhe zu machen, also sprich über eine sogenannte Spirometrie, eine Atemgasanalyse kann man messen, wie viel der Körper an Kalorien in Ruhe verbrennt. Und dann hat man eigentlich ganz guten Marker, das ist auch bei jedem unterschiedlich. Pia Anders: Mmh. Hadi Saleh: Das kann mal 1600 Kalorien sein, kann mal 1800 Kalorien sein, das kann auch 2000 oder mehr Kilokalorien sein. Wie gesagt, das bei jedem unterschiedlich. Aber viele, die genau dieses Thema haben, ich bewege mich doch viel, erst auch so wenig, haben einen runtergefahrenen Stoffwechsel, sodass dann wirklich jede Kalorie mehr gleich angesetzt wird, weil der Körper in einem Sparmodus ist und der Stoffwechsel nicht Pia Anders: Mhm. Hadi Saleh: nicht erfolgt läuft. Pia Anders: Und was ich da auch häufig beobachte, ist das Thema Stress. Also gerade bei Frauen, sag ich mal in meiner Community, das ist immer wieder, ich weiß nicht, Beispiel jetzt Kinderphase, wenig geschlafen dann gegebenenfalls, aber auch einfach grundsätzlich einen sehr hohen Cortisol-Spiegel, der dann irgendwie blockt, dass man überhaupt fett verbrennen kann. Hadi Saleh: Ja, ja, genau so ist es. Pia Anders: das heißt einmal beim Thema Ernährung ansetzen, das wäre dann ein bisschen tiefer reingehen. Das könnte interessant sein, wenn ich jetzt zum Beispiel Ernährung schon, ich ernähre mich gut, ich mache Sport, ich habe vielleicht meine Körperzusammensetzung, wie ich sie mir wünsche. Was könnte noch interessant sein bei jemandem, der intermediate ist? Hadi Saleh: Genau, also wer nicht einen fortgeschrittenen Fitness-Tracker hat, dazu würde ich dann Aura, Whoop oder auch die Apple Watch zählen. Und da gibt es noch verschiedene andere. Aber das sind jetzt so die Gangsten drei, die auch einiges an Geld kosten. Das wäre für den Intermediate definitiv eine lohnenswerte Investition, ⁓ seine eigene Gesundheit besser zu verstehen, ⁓ einfach noch mehr Parameter zu erfassen. Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: Da ist die Herzratenvibrabilität drin, die wir vorhin schon besprochen haben. Da ist der Schlaf, der gut getrackt wird von allen drei Devisen. Da ist Erholung, was noch mit drin ist. Man kann jede Form von Bewegung aufzeichnen, ob das der Spaziergang ist, der Saunagang, das Eisbaden, Squash-Tennis-Pedal. Also jede Sportart kann man mit erfassen oder wird teilweise automatisch erfasst. was einfach noch mehr Daten liefert, ⁓ zu schauen, wie sehr streng ich mich denn über den Tag an. Bei Whoop wird das Strain genannt, ⁓ zu schauen, wie groß belastigt oder wie hoch belastigt mein Körper über den Tag verteilt, mit welchen Bewegungen oder Sportarten. Und so lernt man natürlich auch seinen Körper besser kennen, also welche Belastung führt zu welchem Wert, Belastungswert. Also sprich ein hartes Krafttraining, Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: macht bei mir werte zwischen 6 und 9, was auch immer das heißt. Aber wenn ich eine dreiviertel Stunde joggen gehe, habe ich werte zwischen 11 und 14. Das heißt, das Laufen hat einen höheren Belastungswert für mich als das Krafttraining, obwohl ich das Krafttraining als anstrengender empfinde. Und das sind so ganz interessante Insights, mir Tracker, ich trag drei mindestens. ⁓ am Leib vermitteln. Aber ich liebe auch Daten und ich lasse mich die Daten nicht verrückt machen, sondern ich nutze sie wirklich als Werkzeug, ⁓ einfach meinen Körper besser auszuwerten. Pia Anders: Ja. das heißt wir haben jetzt also quasi Advanced Tracker, wären auf jeden Fall ja das Go-To, sage ich mal als Intermediate. Was ist mit einem CGM? Also das hattest du eben auch schon angesprochen. Das war auch so dein nächster Schritt, hastest du ja auch gesagt. Hadi Saleh: Genau. Genau, also ein Glukosemonitor wird ein kleines Filament ins Unterhautfettgewebe eingebracht. Das tut, wenn es wehtut, wirklich ganz kurz weh, wenn man es anbringt mit so einem Applikator. Die neuesten Geräte halten 15 Tage und das empfehle ich eigentlich jedem, der wirklich noch bisschen tiefer in die Materie einsteigen will, um seinen Körper besser zu verstehen, um einfach zu schauen, wie verhält sich mein Blutzucker so über den Tag und vor allem auch über der Nacht. in der Nacht, was ganz spannend ist. ⁓ zu schauen, wie reagiere ich denn auf einen Teller Pasta? Wie reagiere ich denn auf einen Salat mit Essig und Öl? Wie reagiere ich auf einen Schokoriegel? Und zwar immer alles auf nüchternen Magen oder eine Pizza. Pia Anders: Ja, oder eine Pizza. Also Pizza finde ich ja ultimativ krass, weil da gibt es ja diesen Double Spike nachts. das haben wir. Ich habe tatsächlich die meisten meiner Freunde waren von dem CGM am meisten, sage ich mal so, wow. Diese Daten irgendwie schwarz auf weiß zu sehen, was da gerade im Körper passiert, hat die meisten beeinflusst und auch dann dazu bewegt, tatsächlich was zu ändern. Hadi Saleh: Ja. Pia Anders: Weil jeder weiß so, hey, ja, ich soll mich gesund ernähren. Okay, blabla, danke. Ich soll nicht so viel Brot essen. Okay, und dann essen die mal ihr tolles Sauerteigbrot mit was auch immer drauf. Sehr, lecker. Aber bei mir macht das halt einen riesen Spike. Also wirklich interessant. Und zum Beispiel dann im Körnerbrot nicht. Also echt total spannende Daten einfach. Wo man sich nicht so ... Hadi Saleh: Ja. Lecker! ⁓ Ja. Pia Anders: sehr bewusst ist oder man fühlt das ja jetzt nicht, mein Blutzuckergespiegel geht grad hoch, aber wenn man das dann eben schwarz auf weiß auf so einer App sieht, ja für mich einer der Sachen, die ich echt jedem auch immer weitergebe, die mich irgendwie fragen so, hey, was würdest du denn mal tracken? Und dann sag ich immer, ja, mach mal so ein CGM, das ist genial. Also, ja. Hadi Saleh: Ne. Absolut. Also auch gepaart mit dem Fitness Tracker. Wenn du spät, also kurz vorm Schlafen gehen, noch eine große Mahlzeit zu dir nimmst, da die Kohlenhydrat reich ist, ob das die Pizza ist oder ein Tellernudeln, sieht man genau das, was du beschrieben hast. Also du isst was, dein Blutzucker geht hoch, du machst dich fertig fürs Bett, du gehst ins Bett, Blutzucker geht bisschen runter, weil du dich bewegst. Und dann liegst du im Bett und machst gar nichts, schläfst idealerweise und dann geht der Blutzucker nochmal richtig hoch. Weil genau aus dem Grund, du verdauerst das, was du gegessen hast, du bewegst dich nicht, sondern liegst quasi regungslos da idealerweise und der Blutzucker kann dann nur durch den Insulin verstoffwechselt werden oder in die Zellen gebracht werden. Und das einmal gesehen zu haben, ist schon mal sehr gut. Und zudem geht auch dein Puls hoch. Das heißt, dein Ruhepuls in der Nacht geht auch hoch. quasi in der Kombination siehst du einfach was so ein spätes Essen und je nachdem was das für ein Essen ist mit deinem Körper macht. Pia Anders: Ja. Ja, bei mir war das so krass. Also wenn ich das jetzt mache, ich wache dann halt davon auf. Also ich kann dann nicht schlafen. Und ich glaube, das sind auch viele, ja zum Beispiel Entrepreneurs oder Unternehmer, die ich so kenne. Es ist so, ⁓ Mist, ganzen Tag Kopf nicht für Essen gehabt. Ich komme ⁓ 10 Uhr abends nach Hause. Ich stopfe mir noch schnell eine Pizza rein und dann sehe ich nicht bewusst und hey, vielleicht wachst du deshalb ⁓ drei Uhr nachts auf, weil du nämlich, ja, sage ich mal, die Pizza sich quasi da jetzt wieder bei dir meldet. Hadi Saleh: Ja. Pia Anders: Also das ist, glaube ich, für jeden einfach echt interessant. Hadi Saleh: Ähnliches Phänomen mit Alkohol, weniger was den Blutzucker angeht, sondern was den Schlaf angeht. bei mir ist es so, ich kann ein Glas Wein trinken, das macht gar nichts. Beim zweiten Glas merke ich das schon beim Schlaf. Die Schlafqualität nimmt ganz schnell ab und Herzrequenz geht hoch, Stresslevel im Schlaf, Schlaf geht hoch. Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: Es ist ein unruhiger Schlaf, ist kein erholsamer Schlaf und das einmal gesehen zu haben ist schon sehr spannend. Ja. Pia Anders: Ja, okay, das heißt, Intermediate ist ein Advanced, sag ich mal, Tracker und ein CDM. Irgendwas anderes, also ich denke jetzt so an Hormone zum Beispiel, Hormonwerte. Also jetzt für mich als Frau finde ich das halt immer total interessant, mal auch Zyklus da gesammt oder auch mal den Status zum Beispiel, bevor ich jetzt Kinder kriegen will. Wo sind denn meine Hormonwerte? Würdest du auch sagen, das fällt vielleicht da schon mit rein oder wie siehst du? Hadi Saleh: Ja, es ist so auf der Stelle wirklich zum Profi, wenn man sich auf der Detailebene auseinandersetzt. es ist, wie gesagt, jeder Mensch ist anders und die Interessenlage ist immer anders. Aber es schadet nicht definitiv seine Hormone. Und Hormone ist ein großer Begriff. Es fängt, was ich fasse, mit Schilddrüsenhormone an, die auch routinemäßig eigentlich mit erfasst werden sollten. Also sprich auf dem Beginnerlevel auch schon. ⁓ zu schauen, habe ich eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion, was auch schon viel erklären kann. Pia Anders: Okay. Ja. Hadi Saleh: Und deshalb sind Hormone eigentlich eher so ein Basic-Ding, was man mit erfassen sollte. Pia Anders: Ja, okay, das heißt, Schilddrüse haben wir ⁓ bei den Basics dabei. Und wenn wir noch einen Schritt weitergehen wollen, ich sage mir jetzt gerade, also klar, ich aus weiblicher Perspektive, mich interessiert dann natürlich Östrogäne, Progesteron, auch in Kombination mit hey, ist meine Periode super stark, habe ich Schmerzen, also gibt es da Anzeichen, dass mein Zyklus nicht ideal ist. Genau, das dann sich einmal anzuschauen. Hadi Saleh: Ja. Ja. Definitiv und dann auch die Spurenelemente. Was immer mitgemacht wird, ist Natrium, Kalium, Kalzium. Das wird immer mitgemacht. Aber ich glaube, man muss schon nachfragen, wenn man Magnesium haben möchte, unbedingt eine Vitamin D Spiegel bestimmen lassen. Würde ich auch schon beim Fortgeschrittenen Wird auch nicht routinemäßig gemacht. Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: Und ⁓ da einfach zu schauen, habe ich irgendwo einen Mangel. Pia Anders: Okay, gut. Das heißt, das ist dann Kostenfrage, aber eigentlich sollte jeder das machen. Also ich würde denken, Vitamin D ist so ein Basic, sollte man auf jeden Fall mal checken, zumindest im Winter auch. Wo stehe ich denn da gerade? Okay, was ist mit sowas wie Darm, Genetik, Darm-Mikrobiom-Test, wo fällt das rein? Hadi Saleh: Unbedingt. Ja. Ja, das ist etwas, wir... Also da scheiden sich die Geister so ein bisschen. Ich habe zwei Mikrobiom-Tests gemacht und habe mein Darmikrobiom untersuchen lassen und bin jedes Mal nicht wirklich schlauer rausgegangen. Ich glaube, als Menschen wissen noch zu wenig, wie ein ideales Darmikrobiom aussieht. Pia Anders: Okay. Mhm. Hadi Saleh: Jetzt könnten wir zum Beispiel in der gleichen Straße wohnen, in der gleichen Stadt und unser Mikrobiom wäre noch komplett unterschiedlich. Es kommt immer darauf an, was wir ernähren. habe Bakterien, Viren und Keime meines Hundes in meinem Mikrobiom oder das, was meine Kinder anschleppen. Und jeder Mensch ist so unterschiedlich, dass wir nicht wissen, wie sieht denn das ideale Mikrobiom aus. Pia Anders: Ja. Oder bist gerade verreist? Hadi Saleh: ⁓ von daher, ⁓ also Mikrobiom-Testung gilt nicht zu Standardrepertoire. Außer hat wirklich ein Thema, ein Verdauungsthema, eine Verdauungsproblematik, wo wirklich auch was Ernsthaftes dahinterstehen könnte. Und dann sollte man sich auch in gastroenterologische Spezialistenhände gehen und genau begeben und sich dort untersuchen lassen. Pia Anders: Okay, interessant. heißt, ja. begeben. Okay, das heißt, das würdest du jetzt gar nicht irgendwo als sinnvoll mit einstufen, außer natürlich klar, man hat Symptome, wo es Handlungsbedarf gibt. Vielleicht können wir nur ganz kurz sagen, was sind denn diese Symptome? Weil das, was ich immer beobachte, ist, dass es ganz viele Menschen gibt, die einen Bleibach haben, die eigentlich viele Symptome haben, aber denken, das wäre irgendwie normal. Hadi Saleh: Genau. Also regelmäßig Blehung, also das was man Bleber auch nennt, ist so eine Sache. Das kann nahrungsbedingt sein. Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: Man kann eine Laktoseintoleranz haben, die zu einem Leber auch führt. Man weiß aber nicht rum. Und das kann man sich sicherlich einfach abklären. Indem man einfach mal Laktose weglässt und schaut, ist es dadurch besser. Und man kann eine Milch trinkt. Und wenn das der Fall ist, dann weiß man es auch selbst. Dafür muss man nicht zum Arzt gehen. Aber auch Verstopfungen. Verstopfungen, Durchfall, wirklich die einfachste Dinge, wenn die einfach über eine längere Zeit andauern. dann habe ich ein Thema, dem ich hinterhergehen muss. Pia Anders: Was, können wir das nochmal ganz konkretisieren, weil ich glaube auch da wieder Thema bei Frauen. Ich habe schon mit vielen Frauen bin ich im Kontakt halt in meiner Community. Also die dann fragen, was ist denn normaler Stuhlgang, muss das jeden Tag sein? Weil ich habe dann nur alle drei Tage oder nur alle fünf Tage. Also ab wann ist es denn Verstopfung? Hadi Saleh: Hm. Also wünschenswert wäre wirklich jeden Tag. ist so. Wenn das mal alle zwei Tage ist, ist es kein Drama. Bei drei Tagen würde ich hellbüroch werden. Und würde dann mal hinterher fragen, ist es wirklich nur alle drei Tage? Über längeren Zeitraum ist es schon immer so gewesen? Was ist diese Person? ⁓ Pia Anders: Ja, okay. Okay. Hadi Saleh: Nahrung nimmt sie zu sich? Gibt es Medikamente, die sie zu sich nimmt? Also wird dann die volle Anamnese durchfahren und schauen, wo ⁓ es liegen. Aber wünschenswert ist wirklich täglich. Pia Anders: Okay, super. Gut, dann bleibt uns jetzt noch aus, okay, ich mach das alles. Also ich hab vielleicht meine Hormone, ich hab einen Advanced Variable, ich hab einen CGM-Tracker gemacht und dann kommt so eine Person vielleicht auch irgendwann zu einer Longevity Praxis wie Deiner und sagt so, okay, ich möchte jetzt, ich will alles wissen, ich möchte alles optimieren. Hadi Saleh: Ja. Pia Anders: Was heißt das denn? Also was würde man denn dann sinnvollerweise, was gibt es denn da überhaupt für Sachen, die man machen kann und für wen sind die sinnvoll? Hadi Saleh: wer es wirklich wirklich wissen will und wirklich alles wissen will und das muss man sich auch vorher im Vorfeld fragen also nicht nur weil es eine Kostenfrage ist, weil dann wird es sehr schnell sehr teuer, sondern man muss auch mit dem Ergebnis umgehen können. Was meine ich damit? Ich fange an mit dem Ganzkörper-MRT. In Ganzkörper-MRT gibt es auch unterschiedliche Meinungen. Pia Anders: Mhm. Hadi Saleh: die Kritiker sagen, man findet da irgendwelche Befunde, dann wird die Maschinerie angeschmissen, man geht dem hinterher, der Mensch hat Stress, weil er nicht weiß, wächst da irgendwas in meinem Körper und nachher ist es irgendwas Gutartiges, was einfach nur zufällig da ist und aber nichts macht. Das muss man aushalten können. Genau, also ich bin in der anderen Fraktion, ich halte das für sehr, sehr sinnvoll, dass man einmal... ⁓ Pia Anders: Mhm. Hadi Saleh: ohne Röntgenstrahlung in seinen Körper reinschaut, ⁓ gewisse Dinge auszuschließen. Also es gibt keine bessere Methode, ⁓ in das Gehirn reinzuschauen oder in den Schädel reinzuschauen und sich den Gefäßstatus in seinem Gehirn anzusehen. Irgendwie habe ich Anurysmen, sprich Aussackungen, Ausstülpungen oder Engstellen, die das Risiko eines Schlaganfalls oder einer Hirnblutung deutlich erhöhen würden. Pia Anders: Mhm. Mhm. Hadi Saleh: Wenn dem so sein sollte, man da hinterher gehen und es quasi reparieren, teilweise operativ. Aber wenn ich das ausgeschlossen habe, habe ich zumindest Ruhe und dafür ist es schon mal gut. Auf der anderen Seite kann man, also man scannt den gesamten Körper bis hin zum Becken und kann Dinge erfassen, die man so nicht spürt, weil Wie gesagt, der Körper ist sehr anpassungsfähig. Im Beispiel, was im letzten Jahr oder vielleicht auch schon zwei Jahre her passiert ist, eine Kollegin, die ohne jetzt in die Details zu gehen unbemerkt einen Hirntumor entwickelt hat, der immer größer geworden ist, der scheinbar wirklich über Jahre gewachsen ist und erst aufgefallen ist, als die Sehkraft eingeschränkt war. Und ist immer so ein Zeichen. Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: Glückerweise war das gutartig, aber wenn die Sehkraft erst eingeschränkt ist und dann war er faustgroß, das heißt so lange dauert es bis der Körper dann Alarm schlägt und ⁓ das zu umgehen und gar nicht so lange zu warten bis der Körper nicht mehr kann und dekompensiert im wahrsten Sinne des Wortes macht es einfach Sinn einmal in seinen Körper reinzuschauen ⁓ zu gucken was ist da. Ich nenne auch immer ganz offenbare Beispiele. Ich habe Zysten an meinen beiden Nieren, ein paar an der Leber. Das macht nichts. Ich weiß drum und kann bis jetzt über die Zeit beobachten. Und da passiert aber auch nichts. Aber damit muss man eben umgehen können und sich nicht zu sehr reinsteigen und sagen, jetzt habe ich Nierenzysten. ⁓ mein Gott, was passiert jetzt mit mir? Das kann man alles erklären. Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: Aber man muss halt eben damit auch umgehen können und wollen und sich damit beschäftigen und dann macht es auch Sinn. Und dann schaue ich meinen Körper und sehe, sind da Vorgänger, denen ich hinterhergehen muss oder auch nicht. Pia Anders: Das heißt, was ich jetzt bei dir auf jeden Fall raushöre, ist ganz wichtig, die medizinische Kommunikation dahinter. nicht irgendwo hinzuflingen zu sagen, okay, ich spare mir, sage ich mal, das Geld. Ich mache da so Ganzkörper-MAT und kann selber meine Datentücher auswerten. Wahrscheinlich gibt es das ja irgendwo, weiß ich nicht. also, dass diese medizinische Betreuung da echt auch wichtig ist. Hadi Saleh: Ja. wertet immer, ja, ganz genau. Also es gibt immer einen Radiologen, der das Ganze auswertet, sodass man dann nicht hilflos dasteht mit den Bildern, man selber, oder mit den MRT-Bildern, die man nicht selber lesen kann. sondern es gibt immer noch einen radiologischen Befund, wo auf jeden erklärt wird, aber du hast vollkommen recht, die Kommunikation drum herum ist extrem wichtig. Ne, also gibt mittlerweile in ganz Deutschland verteilt diverse radiologische Zentren, die genau so etwas anbieten. Genau. Pia Anders: Okay, und das heißt so ein Ganzkörper-MAT, wo kann ich den machen? Geht das nur in so einer Praxis wie mit deiner? Okay, das heißt, da kann ich einfach anrufen, mir einen Termin machen, sagen hallo, ich möchte einen ganz Körpereimer Tee die gucken mich jetzt auch nicht komisch an, sagen, wieso willst du so was machen? Weil, präventiv Gedanke. Hadi Saleh: Also wenn es auf der Webseite steht und im Angebot ist, dann werden sie dich nicht fragen, warum du es machen möchtest. Aber die meisten bieten es ja genau als präventive Maßnahme an. Und wissen auch drum. das Ganze gehört bei M.R.T. Genau, also was es sonst noch gibt, ist, man kann auch einen Gentest machen und nicht irgendwie 23andMe, komme ich her, wo sind meine Wurzeln, sondern welches genetische Risiko habe ich. ⁓ Pia Anders: Okay. Okay. Mhm. Ja. Mhm. Hadi Saleh: Auch das habe ich gemacht, mehrfach. Man muss es nur einmal machen, aber ich verschiedene Tests ausprobiert, zu schauen, was ist gut, was ist weniger gut habe verschiedene genetische Prädispositionen bei mir erkannt oder auch bei anderen. Der Klassiker ist das ApoE4. Das ist eine Genvariante, die mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer einhergeht. Das heißt nicht, dass man notgedrungen es bekommt, wenn man von Vater und Mutter dieses ApoE4-Allele quasi bekommen hat. Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: Es ist kein zwingendes Urteil, das man Alzheimer bekommt, aber die Wahrscheinlichkeit ist deutlich erhöht. Es gibt Menschen, sagen, ich will es nicht wissen, dann muss man den Test auch nicht machen, ist klar. Und man muss dann halt eben wirklich bereit sein, dem Ergebnis umzugehen, wenn dem wirklich so ist. Pia Anders: Ja. Ja, also ich finde so was immer empowering und denke, okay, natürlich will ich das wissen, wenn ich jetzt mein Lifestyle ändern kann, weil vieles ist ja, das ist ja nicht dann der Stempel, oh, jetzt kriegst du Alzheimer, sondern es ist, hey, du solltest wahrscheinlich in deinem Lifestyle wirklich mehr darauf anpassen und ja, sag mal, Bewegung, Ernährung eben wirklich vielleicht disziplinierter sein, als andere Leute es sein müssen, weil du halt eine Prädisposition hast. Hadi Saleh: Okay. Genau. In dem Gintest kann man auch verschiedene Stoffwechselprozesse sich anschauen. Also wie schnell verstoffwechsel ich Catecholamine, also sprich Adrenalin, Nortrenalin, wie schnell fahre ich den Stress, den ich erfahre, wieder runter über diese Stoffwechselprozesse. Das gibt einem auch Hinweise, was ich immer gerne mitmache, ist die Nutrigenetik, also sprich, was habe ich für eine Prädisposition auf verschiedene Ernährungsformen, wie spricht mein Körper auf Kalorienrestriktion an, das ist bei mir besonders positiv, das heißt wenn ich Kalorien reduziere nehme ich auch Gewicht ab, das ist gut. Was ich auch mache, was sehr spannend ist, ist die Pharmakogenetik, also sprich gibt es Arzneimittel auf die mein Körper schlecht oder gar nicht reagiert und das ist super spannend, also vor allem wenn man dann irgendwann mal wirklich Arzneimittel nehmen muss. Pia Anders: Ja. Perfekt! Ja. Hadi Saleh: weil man durch Life-Seiten für Interventionen, wie zum Beispiel ich, ich nehme einen Blutdrucksenker, weil ich durch viel Sport und Ernährung und Bewegung meinen Blutdruck nicht auf natürliche Weise senken kann, muss ich einen Blutdrucksenker nehmen. Ich habe jetzt angefangen, Statin zu nehmen, weil mein LDL mir ein bisschen zu hoch ist. Und da zu wissen, welches Statin oder welchen Blutdrucksenker sollte ich besser nehmen und welchen nicht. Das ist sehr, interessant. Genau. Pia Anders: Mhm. Ja, was ist kompatibel quasi. Ja, und das ist ja auch was wirklich, wo ich denke, okay, das ist zwar auch eine Investition, also das kostet dann schon mal vielleicht 500 Euro, Okay, wie viel ist der Test, den du jetzt empfehlen würdest? Und welcher ist das? Hadi Saleh: Das ist deutlich mehr. Also ich empfehle jetzt keinen einzigen Test, aber je nachdem in welchem Paket und in welcher Ausprägung kann das deutlich über 1000 Euro gehen. Pia Anders: Ja. Okay. Nichtsdestotrotz, ich sag mal, das machst du halt einmal. Das ist eine einmalige Investition, ⁓ dann eben Wissen zu haben. Und dieses Wissen ändert sich ja in der Tat nicht. Dann weißt du, hey, ich hab eine Prädisposition. Ich zum Beispiel, wenn ich viele Kohlenhydrate esse, werde ich sehr schnell zunehmen. So ist das halt. Und so passt man eben dann seine Ernährung individuell an. Also ja, finde ich persönlich super spannend. Hast du Anbieter, sag ich mal, die du empfehlen würdest, also die du jetzt öffentlich sagen würdest, wo du sagst, Hadi Saleh: Genau. Ja. Pia Anders: Das war ein guter Test, weil ich finde, der Markt ist natürlich überflutet mit vielen Sachen. Und auch da kann es wieder sehr überfordernd sein zu sagen, okay, aber was kann man denn jetzt Leuten empfehlen, denen die sagen, hey, ich will das wirklich machen? Hadi Saleh: Also es gibt keine frei verkäuflichen Tests, genau sowas machen, sondern die müssen immer von einem Arzt verordnet werden und über einen Arzt abgenommen und verschickt werden. Und von daher wäre meine Empfehlung, zum Arzt des Vertrauens zu gehen oder einem Longevity Mediziner, da gibt es viele, und das mit denen zu besprechen. Pia Anders: Ja. Okay, das heißt, wir haben jetzt ganze Körper-MRT und wir haben Genetik. Hadi Saleh: Genau, es gibt noch sowas, das nennt sich Liquid Biopsy. Am Ende ist es ein Test, der auf zirkulierende Tumorzellen oder Tumor DNA im Blut schaut. Weil der Krebs, noch bevor er in der Bildgebung gesehen wird, sondert immer wieder Zellen ab, weil er sich schnell teilt in den Blutstrom und auch am Kreislaufsystem hängt. Pia Anders: Mhm. Hadi Saleh: weil er sich dadurch ernährt. Und die Zellen kann man isolieren und identifizieren, wo sie herkommen. Das ist ein sehr teurer Test, der auch über 1000 Euro kostet, also egal welchen man nimmt. In den USA habe ich den Gallery-Test gemacht von einem Unternehmen Gradle. Es gibt hier einen anderen Test, auch die müssen ärztlich verortet werden. Kann man nicht einfach so machen. Und in der ähnlichen Preisregion. Pia Anders: Mhm. Hadi Saleh: und die schauen sich genau das an. Also habe ich irgendwo Krebszellen in meinem Blutkreislauf rum, Fliegen, Schwirren, die ich isolieren kann. das ⁓ ein Test mit dem Risiko, dass es falsch positiv ist. Also sprich, ⁓ sehe ein Signal und dabei ist da nichts, aber dann kann ich dem Signal hinterhergehen und schauen, ist da wirklich was oder ist da nichts und dann muss man das halt eben aushalten, dass man einige Tage ⁓ Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: der Unsicherheit leben muss. Genau. Also auch da gibt es viele Meinungen, die dagegen sind, genau aus diesem Grund, ⁓ wir Stress machen, warum das Gesundheitssystem belastet mit dem falsch-positive Test. Kann ich das nicht auch über Ultraschalluntersuchungen machen? Ja, kann man alles. In den gehübten Händen sieht man sehr viele Mutterschall. Aber wenn man wirklich Gewissheit haben will, Pia Anders: Ungewissheit hat. Okay, das heißt auch dafür Leute, die wissen, sie stressen sich, abwägen und auf jeden Fall mit dem Arzt besprechen. Mhm. Ja. Hadi Saleh: ist das ein Test. Und das sind alles Selbstzahlerleistungen. Also muss man aus eigener Tasche zahlen. Der Gentest, die Liquid Biopsy, das Ganzkörper-MRT wird auch nicht erstattet. Es gibt Unternehmen, die haben Vorsorgeprogramme, wie ich es in meinem letzten Unternehmen eingeführt habe, wo ein Ganzkörper-MRT mit drin ist. Und auch so ein Belastungs-EKG zum Beispiel, ausführliche Blutuntersuchungen. Und das zahlt dann das Unternehmen meist für die Führungskräfte. Also sowas gibt's. Aber wenn jetzt du oder ich Pia Anders: Ach, cool. Hadi Saleh: Du und jemand anderes, ich habe ja den Zuge dazu, so etwas machen möchte, dann musst du es aus eigener Tasche zahlen, weil es zahlt keine Kasse. Pia Anders: Ja, ja. Ja, das heißt, das wäre jetzt auch nämlich meine nächste Frage. Okay, ich bin jetzt in meinen 30ern. Wann ist das denn sinnvoll? Also würdest du jetzt sagen, hey, Pia, ja, du solltest auf jeden Fall mal einen ganz Körper-MRT jetzt schon machen oder kann das sinnvoller sein zu einem späteren, zum Beispiel, Zeitpunkt zu sagen, okay, es reicht eigentlich, wenn du 40 bist? ne, also gibt es da irgendwie so einen, ich sag mal, Goldilocks irgendwie Zahl oder Range? Ne, gibt es nicht. Hadi Saleh: Nee, gibt's nicht. es hängt immer wirklich vom eigenen Interesse ab. Und wie sehr man paranoid ist. wann will ich's wissen und was will ich alles wissen? Also es schadet nicht, diesen Gentest zu machen, ⁓ einmal das zu erfassen. Wie ist meine Pharmakognetik, die Nutrigenetik, mein Risiko für Alzheimer? Pia Anders: Okay. Hadi Saleh: Mein Risiko für Makulardegeneration im Alter, also sprich das Erblinden im Alter, was auch relativ häufig vorkommt, das kann man alles genetisch messen. Das einmal zu machen, halte ich für sinnvoll. Ich habe wie gesagt alles gemacht und zwar alles, alles, was mich auch interessiert. Aber da gibt es keine Altersbeschränkungen, weil das machst du einmal und dann weißt du drum. Pia Anders: Mhm. Hadi Saleh: Wenn es sich wirklich sehr juckt, deinen Körper reinzuschauen, dann macht das ganzkörperliche RT, dann ist es wirklich eine sinnvolle Investition. Das ist auch nichts, was ich wirklich jährlich machen würde, sondern vielleicht alle fünf Jahre. Ich mache alle fünf Jahre auch eine Darmspiegelung, weil ich einfach das Risiko möglichst gering haben möchte, dass ich in den Darmkrebs entwickle, weil das ist wirklich was, was man gut behandeln kann oder frühzeitig auch erkennen kann. Ich habe meine erste Darmschritte mit 40 Jahren gemacht. Das würde ich auch wirklich jedem empfehlen. Jetzt ist es so, im Beispiel, was ich ganz gerne gebe, ist das Risiko des Rauchens um Krebs zu entwickeln, um siebenfach erhöht im Vergleich zu Nichtrauchern. Das Alter von 50, was meinst du, wie hoch erhöht das Risiko für Krebs? Pia Anders: Okay, also 40 rum ist dann so für Darmspiegelungen ein guter Zeitpunkt. Ja. wahrscheinlich, sehr, ach hundertfach krass. Hadi Saleh: Genau, 100-fach. Genau, und das Alter von 70 ist 1000-fach. Das ... Genau, so kann man ... Also, wenn du mit dem Gedanken halt eben rangehst, könnte man verargumentieren, es ist nie zu früh. Auf der anderen Seite ist es halt, wie gesagt, auch immer eine Kostenfrage, um was man bereit ist, in seine Gesundheit zu investieren. Pia Anders: Ja. Ja, also das fand ich jetzt super spannend. Also 100-fach ist ja schon echt krass. Mit 50. Das heißt, man denkt so Mitte des Lebens, dass da schon was schlummern kann, was man vielleicht auch gar nicht merkt und vielleicht dann erst in 10 Jahren merkt, ich hatte diesen fausgroßen Tumor oder was auch immer, der sich da entwickelt hat, ja, das setzt Sachen echt nochmal in Perspektive. Also das ist echt total spannend. Hadi Saleh: Genau. Genau, und es kann man leicht googeln. Es gibt verschiedene Tabellen, wo man schauen kann, wie groß ist man Risiko für welchen Krebs in welchem Alter. Und das sind meist einstellige Prozentwerte oder unter einem Prozent. Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: Aber mit zunehmendem Alter wird es immer höher. Und da kann jeder schauen, welchem Altersbracket befinde ich mich, wie hoch ist mein Risiko. Und dann muss jeder für sich selbst entscheiden, ab welchem Risiko bin ich dann bereit zu investieren und frühzeitig dagegen vorzugehen. Genau. Also Brustgips gibt es auch bei Männern, aber weniger ausgeprägt als bei Frauen. Pia Anders: Ja. Ja, und wahrscheinlich auch vom Geschlecht her gibt es ja dann verschiedene Krebsarten, die wahrscheinlich mehr ausgeprägt sind. Das heißt, wenn ich Profi oder ich möchte das absolute Maximum, möchte meine Liquid-Bibes, ich möchte meinen MRT machen, wie finde ich eine Praxis wie deine? Wie würdest du da jetzt vorgehen? Hadi Saleh: Also wenn man mich sucht und finden will, am besten über LinkedIn anschreiben. Genau, Dr. Hadi Saleh, immer zu finden. Oder über meine Webseite www.hadi-saleh.com Und ansonsten einfach in der normalen Internetrecherche findet man jede Menge Long-Draft-T-Ärzte oder Anbieter, die genau so etwas anbieten. Pia Anders: Okay. Mhm. Und kann man da auch irgendwie einen Fehltritt, sage ich mal, sich leisten? Also ich meine, wenn ich jetzt sage, Longevity Clinic, ich gebe das jetzt einfach ein, könnte ich mir vorstellen, ich meine, Longevity ist gerade ein Buzzword, dass es da auch Leute gibt, die eher, sage ich mal, charlatanmäßig unterwegs sind. gibt es irgendwelche Kriterien, die du mit auf den Weg geben würdest, wo du sagst, ja, zum Beispiel, ich lebe jetzt nicht im Berliner Raum, ich lebe jetzt im Kölner Raum? Wie finde ich denn jetzt meine Praxis des Vertrauens, mit der ich das angehen kann? Hadi Saleh: Mmh. Ja, das ist eine gute Frage. Also da gibt es keine einheitlichen Qualitätskriterien, die man nachschauen kann. Aber wenn du einen Freund fragst oder jemanden, schon da war und das Erlebnis mit dir teilen kann und du siehst, dass das alles wirklich nach dem aktuellen Stand der Technik gut abläuft. dass die Basics, die wir besprochen haben, alle mit erfasst werden. wenn jemand sich Long-Travity-Klinik oder Praxis nennt und dann Lipoprotein A nicht mit erfasst, oder den Vitamin D-Status oder für den Profi auch den Omega-3-Status oder Omega-Index in dem Fall, was auch wichtig ist, oder Magnesium. Wenn man noch weiter reingeht, gibt es dann AGEs, Advanced Glycolystation End Products, die gerade bei Pia Anders: Ja. Ja. Hadi Saleh: viel gegrilltem, wenn man das zu sich nimmt. Das schwarze am Fleisch, das verbrannte ganz genau, die Röstaromen sind nicht sehr gesund, wenn man zu viel zu sich nimmt. unter anderem misst man in diesen AGEs. Das ist auch eine sehr seltene Untersuchung, die man macht. Aber das sind alles so fortgeschrittene Tests. Pia Anders: Ja. Das verbrannte. Mhm. Hadi Saleh: die auch keine Kasse zahlt. Wenn man das wissen will und seine Ernährung jetzt nicht großartig verändert, dann macht man das auch einmal und weiß drum. Apoprotein B ist ein guter Proxy für alle Blutfette, weil das Apoprotein B ein sogenanntes Apoprotein ist, was alle Blutfette am Ende transportiert. Es auch nochmal einen guten Hinweis auf das Risiko von arterialisierter Chlorose. Pia Anders: Ja. Hadi Saleh: das gepaart mit dem Blutdruck, das zu messen und darauf will ich achten, also auch die ganzen Basics, wir besprochen haben. Wenn das alles miterfasst ist, dann ist das glaube ich ein kreativer Anbieter. Pia Anders: Okay, super. also wir haben jetzt über so viele Sachen geredet, ich hoffe, das gibt den Zuhörerinnen und Zuhörern auf jeden Fall einen guten Einstieg, so hey, wo kann ich jetzt vielleicht persönlich nochmal ansetzen, weil darum geht es ja letztendlich auch beim Thema Longevity dieses, ja, ich bin mein N auf 1, ich bin halt mein Selbstexperiment und je nachdem, wie weit ich gehen möchte, ja, was könnten da jetzt meine nächsten Schritte sein? Hadi Saleh: Ja. Pia Anders: dann würde ich sagen, vielen, Dank, dass du dir die Zeit heute genommen hast für die Podcast-Folge. War auf jeden Fall sehr wertvoll. ja, dann bis bald mal. Hadi Saleh: Sehr gerne. Vielen Dank, Pierre. Bis bald.