Oliver: Hallo, willkommen bei unserem Podcast. Thomas: Grüß euch, hallo! Oliver: Heute werden wir wieder Folgen machen von Q &A, da wieder ein Haufen Fragen drin. vielen Dank fürs Folgen und für die rege finden das total cool, ihr hier eure Kommentare hinterlasst, dass es uns immer wieder Anlass gibt, einen diese Q &A-Folgen zu machen und die zu beantworten. Das machen wir gerne. Und auch Anregungen gibt es natürlich für weitere Podcasts, weil manche Fragen sind natürlich so groß, dass sie nicht so in drei Sätzen beantwortbar sind und die brauchen dann mehr Zeit und dann machen wir einen eigenen Podcast. Thomas, wir haben uns ja vor kurzem gesehen in Felden auf unserem Sommerseminar. toll, war eine tolle Stimmung. Ich glaube, es war insgesamt toll. waren gemeinsam natürlich essen. Wir sind ja rund die Uhr. wie Thela, diskutieren ja noch beim Abendessen dann über Programme und über was wir in Zukunft unterrichten können und wie wir Langstockprogramme umsetzen können für den Alltag und so weiter und so fort. War ziemlich geil. Thomas: Ich muss sagen, es war super. Die Leute waren richtig gut drauf. Mir hat das richtig viel Spaß gemacht, im Felden zu unterrichten. Der Wörthersee ist natürlich grandios. Das ist unglaublich. Auch die Location, wo wir trainieren, die ihr ausgesucht habt. Einfach geil. Oliver: Wir machen das ja schon seit vielen Jahren. Auch nochmal Danke an Sifu Matthias und alle die auch mitgeholfen haben. Ich mache das immer mit Matthias zusammen. Ja, ist eine tolle Veranstaltung jedes Jahr immer wieder. Und das nächste große Ding was wir mit Sifu Stani machen ist in Nessebar. Die nächste Gelegenheit wo wir auch wieder fünf Tage hintereinander trainieren. Jeden Tag mehrere Stunden. Ja, machen wir auch jedes Jahr oder? Da freue ich mich auch schon sehr drauf. Ende August. Thomas: Ja, absolut. Oliver: Wer da nähere Infos will, kann mir gerne eine PM schicken. Ja, und was haben wir dann noch? Ich habe schon hier auf meinem T-Shirt Kina. Jaja, bin jetzt Thomas: Oh, was ist denn das für T-Shirt? Was, was? Oliver: schon mal, manche werden jetzt raten und sagen, hier der ist nicht mehr in der Ebiteo, hat ein anderes Logo. Das ist unser Geschenk von Jackie Sifu und von Michael. Von der Wumei, Wumei ist ja das Wort für Ngui, und das ist die Wumei Wing Chung Organisation in China. Das wird eine Station sein, das Süd Shaolin Kloster, das wir besuchen werden auf unserer gemeinsamen China-Reise. Freue mich auch schon sehr. Ende September wird ziemlich cool werden. Wer dort die Interesse hat, sind auch noch einige Plätze frei. Wir haben schon sehr rege Beteiligung. Es mehrere Stationen, Hongkong, Fatsan natürlich, dann die Südschau-Linngeschichte. Und in jeder dieser Stationen werden wir zwei natürlich auch unterrichten. Und Sifu Stanislav, wir machen das alle gemeinsam. Ja, wird eine tolle Sache. Auch China generell zu sehen, diese Hochgeschwindigkeitszüge und wie China sich entwickelt hatte, ja das erste Mal in China, ich glaube es war 1996 und als ich dann... Letztes Jahr war das ein positiver Kulturschock, wenn man da so bisschen sieht, was in China abgeht. Sehr interessant. Und natürlich das gute Essen, das Thomas: Ich bin gespannt. Oliver: wird eine geile Sache. Wir kommen zu unserem Q &A und da kam dann auch schon die erste Frage. Wir werden gleich mal in die erste Frage reingehen, die auch gleich zum Chinathema passt. Der Todai1 hat gefragt, kommen auch Videos von der Reise? Ja, sehr verständlich, wenn wir dort Videos machen. Wir werden dort Videos und Bilder und ja. Thomas: Ja, kommt da... na klar, wir machen Videos und werden wahrscheinlich genau auch im Podcast mal darüber reden und vielleicht auch was zeigen, was wir da gemacht haben, wie wir das gemacht haben, wie wir unterrichtet haben, wo wir überall waren und so weiter. Oliver: Scharfe Zunge 5139, netter Name für den Kanal. Der schreibt, was da noch dazu kommt, ist Selbstverteidiger auf der Straße, mit bloßen Händen stattfindet im Ring oder im Sparring mit Handschuhen, ist das was ganz anderes. Da hat der Mann natürlich Recht, das war zum Thema Sparring, wir haben ja einen Podcast gemacht zum Thema Sparring, wenn euch der interessiert, es gerne rein. also meiner Meinung nach stimmt das total. Es ist ein riesen Unterschied, Sparring zu machen mit Schutzhausrüstung oder Situationen zu stellen. Man kann das zusätzlich machen, das ist eine tolle Sache. Wir sind beide für Sparring und wir sind beide dafür, das als Pressure oder Stresstraining zu machen. Was verändert sich, wenn man keine Schutzhausrüstung mehr hat, Thomas? Thomas: Ja da kann es schon beim ersten Treffer vorbei sein. Mit Schutzausrüstung ist das nicht so gefährlich. Gefährlich ist alles. Aber ich würde sagen nicht so, ja der Impact ist zwar da, aber wie gesagt es platzt ja nichts auf oder wie auch immer. mit Closen Fäusten ist das eine andere Sache. Genauso muss man auch dran denken. mit bloßen Fäusten muss man richtig schlagen, sonst bricht man sich die Hand, wenn man verkehrt trifft. Das sind alles so Sachen, wo man ein bisschen aufpassen muss. Ich finde Sparring sehr gut, ich liebe das, weil das regt den Kampfgeist an und zeigt, was geht und was nicht geht. Aber wie gesagt, dass man das mit bloßen Fäusten machen muss, das wird nicht hinhauen. Deshalb gebe ich dem Mann auch recht. Das ist eine ganz andere Sache. Oliver: Man muss sich einfach mal vorstellen, was in der Selbstverteidigung ganz wichtig ist, Beispiel, wenn man sich gegen einen größeren Stärken, einen Gegner effektiv verteidigen will, Schläge zum Hals, Fingerstiche zum Auge, Daumen ins Auge in einer Nahdistanze. Das sind nur ein paar Beispiele. Dann an empfindlichen Körperstellen, Genitalien und so weiter voll reinzutreten, das stoppt den Gegner ziemlich schnell. Es sind ja einige Videos momentan in Umlauf, verschiedene Formate von Graf Maga und anderen Leuten, die dann so Szenarien stellen und da sieht man sehr oft, dass jemand, der zwar kämpfen kann, also das wollen wir gar nicht abstreiten, beispielsweise in der Selbstverteidigungssituation gebracht wird und den Gegner aber dann nicht stoppen kann, obwohl er den richtig kräftig schlägt, weil der Gegner halt Kopfschutz an hat oder der tritt dem irgendwie voll rein, aber der hat halt so ein so Schutzweste an und schluckt das einfach und macht einfach weiter. Und dadurch wird das also, wie gesagt, relativ unrealistisch, weil es sehr schwer ist, der Schutzausrüstung Gegner zu stoppen. Wir haben da früher auch sehr viele Experimente gemacht im Bereich des Klimawettbewerbes, wo man dann auch durch den Wettbewerb natürlich keine Verletzten haben wollte und mit Schutzausrüstung gearbeitet hat. Und mit möglichst wenig Regeln, wo es also dann einfach daran ging, den Gegner nieder zu rennen oder in die Grappling-Distanz zu kommen und die Schläge, die dann reinkommen, wurden einfach weggesteckt, die Stockschläge und so weiter. Na ist ja klar, dass das dann verfälscht ist, weil in der Realität, wenn da jemand mit dem Stock voll auf die Rübe haut, dann hast du keine Zähne mehr drin und dann ist wahrscheinlich Schluss. Also da gibt es einige Beispiele für sowas. Also mit Schutzausrüstung trainieren ist super. Thomas: Außer du trainierst wie die Dokprassas. Das ist Oliver: Ja. Thomas: ja so eine Gruppe, die trainiert das oder macht Sparring ohne Schützausrüstung. Die haben glaube ich nur einen Helm auf oder so was. Oliver: Ja, die machen komplett ohne Schutzhalsrüstung, aber da gibt es auch ständig Verletzte. Das will man halt auch im Normalfall nicht. Oder die meisten wollen das nicht, sage ich mal so. Es wird schon paar geben, sagen, geil, ich bin verletzt, hätte ich gern, oder ich möchte gern mehr Thrill. Aber im Normalfall ist das einfach eine Gratwanderung. was ich glaube, muss, natürlich sollte man Sparringtraining machen oder auch Szenario-Training, wo man unter Pressure trainiert. und wo man auch mit Schutzhausrüstung trainiert. Es ist nicht falsch, Schutzhausrüstung zu trainieren, es ist schwer, echte Situation nachzustellen und in der echten Selbstverteidigung arbeitet man halt ohne Schutzhausrüstung und kann andere Techniken einsetzen und kann den Gegner wirkungsvoll stoppen, wenn man weiß, wie es geht. Thomas: Ja, so ist Oliver: Wir haben hier die nächste Frage von Bjarne. Hallo Bjarne. Ihr kennt uns von vielen Lehrgängen. Er schreibt, also nicht im Iris und nicht linear nach vorne marschieren, sondern mit Kreuzschritt oder wie würdet ihr die Distanz zum Gegner schließen und durch das Ziel marschieren? Also es geht dazu unserem Podcast den wir schon gemacht haben, über Kettenvorstöße. Thomas: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Also wenn ich gerade nach vorne gehe, das kann ich machen, das haben wir früher auch gemacht, dann muss aber Vorbereitung sein, ist mein Kick zum Beispiel und dann könnte ich den V-Stoss nach vorne. Dann muss ich das aber durchziehen. Dann muss ich durchrennen. Weil die Gefahr dort getroffen zu werden ist sehr groß. Dann muss man natürlich auch wissen, dass es in Wingschunken Zumindest in unserem Wing Chun, vier Distanzen gibt, in denen wir arbeiten. Das sind aber nicht die Distanzen des Boxers oder des Teilboxers oder des Ringers oder wie auch immer, sondern das sind Zwischendistanzen, in denen unsere Sachen funktionieren. Gleichzeitigkeit zum Beispiel funktioniert nicht in einer Boxer-Distanz, das könnte abhaken. Das funktioniert in einer anderen Distanz. in der Zwischendistanz. Und genau da kann man auch natürlich Kettenfaustöße machen. Wenn man die Distanz überbrücken will, es auch verschiedene Möglichkeiten. Eine der Möglichkeiten, ganz simpel, ist die Gleichzeitigkeit. Gleichzeitigkeit wird heute auch oft missverstanden. Man sagt, Gleichzeitigkeit von Abwehr und Angriff. Ja, ja, das ist schon richtig. Aber die Definition ist eine ganz andere. Und da kann ich natürlich auch... zum Abschluss dann Kettenfaustlöser einbauen, wenn ich die Distanz mit Gleichzeitigkeit überbrückt habe und dann weiter mit Kettenfaustlöser arbeite. Aber ich würde heutzutage nicht mehr gerade nach vorne gehen und Kettenfaustlöser machen. Das mag, sag ich mal, einem funktionieren, der keine Kampferfahrung hat, aber wenn jemand Kampferfahrung hat, dann könnte er nicht so reinstürmen. Oliver: Ja, dann haben wir hier einen Peter Müller, 85, kritischen Kommentar, komisch nur, dass es Ketten-V-Stöße in kaum einer anderen Kampfkunst gibt. So effizient kann es nicht sein. Ja, erstens gibt es Kettentechniken in allen möglichen Kampfkünsten. Schauen wir das Klima an, die haben alle möglichen von Cop Cop über verschiedene Drills, die als Kettentechniken arbeiten. Und es gibt verschiedene andere Kampfkünstler, mit Kettentechniken arbeiten. Boxer haben auch Kombinationen, wo sie mit Shapecross oder Shapecross oder so was reingehen, was schon fast an diese Kettenvorstöße rangehen. Effizienz. Also wir haben immer wieder Leute, die das berichten, wie effizient das ist. Ich habe die Dinge früher auch im wahrsten Sinne des Wortes reihenweise eingesetzt. Ich habe das selten gehabt, dass die nicht funktionieren. Das kann man so nicht sagen. Vielleicht, wenn man sie nicht richtig kann. Manche trainieren die Dinger auch nicht richtig. man die Kettenvorstöße wirklich gut trainieren Manche machen einfach nur so lahme Dinger oder trainieren sie in der Luft. Man muss sie trainieren gegen Wandzack, gegen Sandzack. Man muss sich trainieren, dass die beim Durchziehen auch wirklich stabil sind und kann Backlash geben und da gibt es ja verschiedene Schockwellen, drin sind. Und das muss natürlich auch der Körper dahinter machen, auch die komplett falsche Schrittarbeit. Stehen komplett nur am hinteren Bein und können dann die Kraft nach vorne nicht übertragen. Also das gehört alles dazu. Da muss genauso Balance sein. Aber gute Kettenvorstöße richtig eingesetzt. Wir haben ja vorher schon gesagt, das braucht die richtige Distanz. Das ist nicht das einzige Mittel, man hat. Das ist ein Werkzeug. ich denke nach wie vor, oder ich glaube nach wie vor, es ein sehr interessantes Werkzeug, das jemand sehr schnell erlernen kann und sehr, effektiv sein kann in der Selbstverteidigung. Thomas: Absolut, Aber wie gesagt, es ist so wie bei allen anderen Sachen. Wenn man das einmal sieht und denkt, das kann ich, dann kann das nicht. Da gehört eine gewisse Mechanik dahinter, gewisse Biomechanik und eine gewisse Schrittarbeit und dann funktioniert das Oliver: Ja, es geht ganz klar auch die Schrittarbeit. hat auch hier, da schreibt Polarstern69 und der bestätigte genau das. Der hat das richtig erkannt. Er sagt, schön erklärt. Meine Schüler in Südauropa haben mehrmals Kettenvorstöße einsetzen müssen und waren damit durchgehend erfolgreich. Eigentlich eine inzwischen unterschätzte Waffe. Was ich noch vermisst habe, wäre ein stärkerer Hinweis zu der Wechselwirkung von Schritten und Kettenvorstößen. dass man sie nicht statisch, dynamisch nutzt. Beim Militär spricht man von Feuer und Bewegung und auch zu den Angriffswinkeln nicht innen bleiben, einen Schlagabtausch mit jemandem mit deutlich längeren Armen zu vermeiden. Was so einfach aussieht, ist durchaus eine Wissenschaft für sich. Also da hat er total recht, man muss das richtig lernen und man muss natürlich die richtige Schrittarbeit dazu haben und die richtige Distanz das einzusetzen. Das kommt immer wieder dazu, es ist nicht einfach nur so, ich mache jetzt mal ein bisschen so. Und dann kommt der Gegner und dann fällt er einfach Das muss einfach wie alles andere auch gelernt werden. Thomas: Genau, genau. Oliver: Dann haben wir hier weitere Frage. Savas Gulson, 9640, fragt, er fragt sich, warum er so viel Zeit braucht, um Wing Chun komplett durchzuhaben. Und die Schüler gerade sind durch Zeitverschwendung, warum nicht gleich Wing Chun lernen ohne Sektionen. Das würde er gerne von uns wissen. Und dann schreibt er, wir haben früher die Leute trainiert. Wir haben im Grunde die Leute trainiert ohne Sektionen. Also wahrscheinlich auch die früher ohne Sektionen trainiert, er wahrscheinlich. Ja, berechtigte Frage. Das eine ist, man muss natürlich unterscheiden, will jemand sich lernen zu verteidigen oder will jemand das ganze Wing Chun System als solches lernen. Das ganze Wing Chun System ist ja traditionell angelegt und definiert. Das heißt, da wird der Tradition fortgeführt. Und wenn jemand das komplett lernen will, dann... ist das halt relativ viel Stoff, den er da lernen muss. Aber er braucht das ja nicht komplett zu lernen, sich verteidigen zu lernen. Wir unterrichten ja auch am Anfang die Blitzprogramme und theoretisch kann jemand drei Monate Blitzprogramme lernen und wenn er damit zurechtkommt und ein paar Kettenvorstöße und ein paar Schritte, dann reicht ihm das vielleicht für sich persönlich aus für die Selbstverteidigung. braucht ja nicht das ganze Wingschungssystem zu lernen. Also er wird zwingen kann, dass er ein komplettes System lernt. Thomas: Wenn man davon ausgeht, dass das Ganze sehr chinesisch angehaucht ist, dieses Unterrichtskonzept, das chinesische Unterrichtskonzept, wo wir heute noch teilweise so machen. Allerdings hat unser SIFU da schon Neuerungen reingebracht und Es ist... meiner Meinung nach nicht so zielführend. Das ganze Konzept müsste etwas anders gemacht werden, damit der Schüler sehr schnell verteidigungsfähig wird. Das kann er mit unseren Schülergradprogrammen ja machen. Aber es fehlt gewisse Elemente, die traditionell erst sehr spät kommen. Und dadurch hat er immer das Gefühl der Schüler, dass ihm was fehlt. Es fehlt nichts. Das kommt halt traditionell erst später. Und darum wird das erst später unterrichtet. Zu den Sektionen. Sektionen sind einfach nur dazu da, dass der Lehrer oder der Schüler auch auf dem ... Ist wie ein Werkzeugkasten. Eine Sektion, habt in den ersten zwei Lehrer gerade habt da sieben Sektionen. Das könnt ihr euch vorstellen wie eine Werkzeugkaste. Da ist die erste, zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste, siebte. Die Techniken da drin sind Werkzeuge, die man benutzt, in bestimmte Situationen so diese Technik machen zu können. Man muss ja nicht lernen, die Sektionen, aber dann fehlen euch halt Techniken. Viele sind halt gerade in den ersten Jahren sehr technikbasiert. Die wollen immer Technik, Technik, Technik und Techniken. Deshalb hat das ja früher Techniker-Gradikis, weil die Techniker Technik-Sammler waren. Und die Praktika, die haben dann versucht, Techniken zu praktizieren. Für mich ist, ich mache das ja auch schon ewig, für mich ist das völlig egal, was ich mache. Es geht einfach über Prinzipien. Wenn ich was tue, mache ich das über Prinzipien. Allerdings müssen wir auch gewisses Werkzeug haben, wo wir den Schülern beibringen können. Und das geht halt nur über Techniken. Deshalb lernen wir auch die Sektion. Aber ihr müsst die Sektion nicht hoch und runter und links nach rechts und nach vorne und hinten, sondern das ist ganz einfach ein Ablauf, der euch diese Techniken gibt, damit ihr sie nicht vergisst. Mehr ist das ja nicht. Oliver: Ja, haben also, was wir zwei machen, ja so, dass wir die Sektionen zerlegen in diese Key Points, weil jede Sektion hat, das ist eigentlich wie eine Art, früher hat man halt keine Videokamera gehabt, dann hat man das irgendwie zusammengesetzt, damit man die einzelnen Sachen nicht vergisst, aber es geht ja darum, nicht auswendig gelernt, solche Sektionen runterzuspulen, sondern einzelne Teile zu üben, also quasi, da sind Inhalte drin, ja, da sind Wie geht man in der Ellbogendistanz oder was für Schrittarbeit setzt man ein? Das heißt, sind immer so Inhalte drin, wo man Reaktionen lernt. Und unser Sifu-Großmeister Kernspecht war ja sehr weitsichtig und er hat nie komplette Sektionen unterrichtet. Also da ging es nie darum, jetzt eine komplette Sektion auswendig zu lernen, sondern das ist einfach eine Art Inhaltsverzeichnis für die verschiedenen Lerninhalte, die man hat. Wir nennen es Key Points, die man die man dann herausnehmen kann und das sind Beispiele. In der ersten Sektion hast du einen Teil, wo du ziehst, einen sogenannten Zugangriff, wo reingehst. Da geht es eigentlich nur darum, man lernt, wenn der Gegner drückt, zu ziehen. Die meisten machen das dann einfach so, die machen so, und dann ziehen sie den anderen, obwohl er gar nicht drückt und kriegen diesen Keypoint gar nicht mit, diese Message, die die Sektion sozusagen sendet. in jeder anderen Jizo-Sektion auch machen kann, dass wenn der Gegner nach vorne drückt, dass er ziehbar ist, dass man den dann zieht und das wird komplett vergessen, sondern man klammert sich an dieser Technik fest. Zu dem Lernen ohne Sektionen und ohne Formen, Großmeister Kernspecht hat das ja in seinen Magic Hands dann auch gemacht und hat angefangen so zu unterrichten. Es ist halt immer eine Diskrepanz. Das ist die Großmeistersicht. Wenn wir als Großmeister für uns sind die Sektionen nicht wichtig, für uns sind die Techniken nicht wichtig und für uns sind auch die Formen nicht wichtig, weil wir nach diesen Prinzipien arbeiten und gewisse Reaktionen haben und dann die Technik sozusagen an die jeweilige Situation anpassen. Das ist maßgeschneidert. tun uns sehr schwer, dem Schüler, speziell dem Anfänger, sowas zu zeigen. Weil für den Anfänger ist das viel zu abstrakt. Der braucht die Technik, dass er was hat, sich festzuhalten. Und da kommen wir zum nächsten Die Unterrichtsprogramme sind ja da, dass jemand Schritt für Schritt was lernen kann. wir haben diese Unterrichtsprogramme so konstruiert, man nicht sagt, da gibt es jetzt irgendwelche Geheimnisse, die brauchst für die Selbstverteidigung und die kommen dann in zehn Jahren. Sondern es sind als Beispiel, nochmal zurückzukommen, ist auch nur ein Beispiel, aber wir haben ja die Blitzprogramme gleich ganz am Anfang im Unterricht. Erstes, zweite Schülerprogramm, Blitzprogramm kann der Schüler sofort das lernen, was effektiv in der Selbstverteidigung funktioniert. Ja, wo kommt denn das her? Das kommt aus der Holzpuppe. Das sind Techniken, die aus der Holzpuppenform kommen. Das heißt, es ist nicht so, dass der jetzt erstmal bis zur Holzpuppenform lernen muss und dann lernt er erst diese Techniken, sondern wir haben alles aus den höheren Techniken rausgenommen. und nach unten genommen, den Schüler möglichst schnell verteidigungsfähig zu machen. Wir sagen dem nicht, du musst jetzt erst die ganze Holzbuckenform mit ihren allen Techniken perfekt können. Da muss jeder kleine Finger richtig sitzen und dann zeigen wir, wie du das anwendest, wir haben alles rausgeklaut und unterrichten das dann so, dass er das Stück für Stück lernen kann. Weil ein Riesenproblem ist, auch rein psychologisch, wenn ein Anfänger kommt, und ich mache mit dem Jisau oder ich mache mit dem Selbstverteidiger oder irgendwas, dann kann er das natürlich nicht als Anfänger. Und dann sagt er sich, wow, du kannst das aber gut, aber so gut werde ich das nie können, weil er sieht ja gar nicht den Weg, dahin führt. Und es ist wie wenn man von einer Riesenklippe steht und sagt, wie soll ich da hochkommen? Wie kann ich da raufklettern? Wenn er da Stiege hat, er stufe, wo er stückweise hochgehen kann, easy. Und das ist nichts anderes, das Unterrichtsystem ist nichts anderes als so ein So ein Lernsystem, wo man sagt, man hat kleine Lernabschnitte, die von uns über Jahrzehnte so entwickelt worden sind, dass man das Ganze systematisch lernen kann und über diese kleinen Lernabschnitte sagen kann, aha, ich gehe jetzt bis zum ersten Schülergrad, ich habe ein Ziel, aha, ich muss das und das lernen, das ist easy, das schaffe ich. Und wenn ich das habe, dann baue ich dort drauf auf. Das ist diese kleine Stiege, die wir bauen, oder Leiter, da hoch zu kommen und den Schüler zu motivieren. Und das Das funktioniert ja auch sehr gut. Thomas: Und man muss ja auch mal sehen, die heutigen Schüler oder die, Wing Chun lernen wollen, die haben ja nicht viel Zeit. Die trainieren einmal, zweimal die Woche. Natürlich dauert das etwas länger oder dauert lange, bis sie das ganze System können. Und früher haben die Leute halt jeden Tag trainiert. Wenn ich von mir aus gehe, wo ich angefangen habe, ich habe jeden Tag irgendwas gemacht. der Hinsicht. Und trotzdem hat es so lange gedauert. Okay, für mich ist das ja völlig okay. Oliver: Das ist aber nicht so, dass du jetzt über 40 Jahre gebraucht hast, die zu verteidigen. Wir haben früher so trainiert, Thomas: Ne. Oliver: dass wir schon nach einigen wenigen Trainingseinheiten wesentlich besser uns verteidigen konnten, als vorher. Thomas: Man muss aber auch sagen, warum. Weil Wing-Fung ja eigentlich aus ganz wenigen Techniken besteht. Signature-Techniken nennen wir die. Das sind eigentlich nicht viel. Das sind fünf, sechs Stück, die dann aber kombinierbar sind, die durch Schrittarbeit, durch Winkelmanagement, durch Distanzmanagement anders eingesetzt werden. Oliver: Ja, Thomas: Das dauert halt ein bisschen. Oliver: als Vorgeschrittener willst du halt auch Jisau lernen, um in dieser Situation mit durch dein Taschzin besser zu reagieren in der Nahtestanz, was nicht einfach ist. Jisau zu lernen ist schon mal die nächste Stufe. es ist einfach, wir haben ... Wenn das jemand lernen will, ist das Wenn jemand sagt, ist das alles zu blöd, ich gehe lieber boxen und da habe ich zwei Schläge oder ich habe natürlich mehr als zwei, aber da ich drei, vier Schläge. Viel Techniken habe ich dann nicht und die trainiere ich dann das ganze Leben. Kann man ja machen. Das ist ja auch nicht uneffektiv. Aber bei uns ist halt eine ganz andere Herangehensweise und ganz andere Zielsetzung da. Und man muss aber ganz klar unterscheiden, dieses traditionelle Lernen und von einem kompletten System oder will ich einfach nur Selbstverteidigung lernen, das sind einfach zwei verschiedene Sachen und die haben wir in unseren Unterrichtsprogrammen auch berücksichtigt. Thomas: Ja, und außerdem ist es ja so, dass eine chinesische Kampfkunst ist ja auch ausgelegt über, dass du dein ganzes Leben lernen kannst. Und das finde ich ja das Schöne. Ich kann mein ganzes Leben irgendwas in dieser Kampfkunst machen, lernen, entdecken. Und das ist für mich natürlich auch immer noch der Anreiz, weiter Wintchungen zu machen. Nicht weil ich jetzt das ganze System habe, weil ich kann immer wieder was Neues entdecken für mich. Oliver: Okay. Thomas: Das ist aber auch in anderen traditionellen Kampfkünsten so. Das ist genau das Gleiche. Oliver: Ja, so ist Dieses systematische Lernen heute hilft natürlich den Leuten. Wir hätten ja nie so viele Schüler. Wir haben Schulen, die haben paar hundert Leute. haben natürlich auch kleinere Schulen, aber wenn man das ganz traditionell sieht, früher der chinesische Lehrer ganz wenig Schüler unterrichtet und es gab keine Struktur im Training. Er hat irgendwas gemacht mit denen, hat Gefühltstraining gemacht, hat dann gesagt, ja. Schau mal, wenn du so drückst, mache ich das und wenn du so drückst, mache ich das. Und wenn der Schüler das nicht umsetzen konnte, dann hat er ihm das nicht erklärt, sondern er hat einfach gesagt, naja, dann musst du halt länger trainieren. Und dann haben halt die Leute jahrzehntelang trainiert und dann vielleicht was können. Also da war ja auch keine Garantie, dass wir was lernen. Das war einfach die ganz traditionelle Unterrichtsmethode. Ich habe das oft in Hongkong und in China gesehen, wie dort unterrichtet wird, wo der Schüler was macht, der Lehrer nicht korrigiert, dem Lehrer das entweder wurscht ist oder er sich denkt, der Schüler muss sich das selber erarbeiten. Und wo man dann aber auch sieht, dass das meistens eine Zielführung ist, weil dann hast du vielleicht ein, zwei talentierte Schüler, die das... die das aufsaugen und die das irgendwie vom Lehrer übernehmen können und alle anderen, die werden das ewig nicht lernen und die meisten brechen wieder weg, weil sie gar nicht die Geduld haben, das so zu machen. Natürlich könnte man das traditionell unterrichten, aber wenn ich das so machen würde und den Schülern den Unterricht nicht strukturieren würde, dann hätte ich wahrscheinlich keinen Schüler oder nur ein oder zwei. Das muss man ganz klar sagen. Wir sind ja heutzutage in einer modernen Zeit, wo wir moderne Sportwissenschaft haben und wo wir das strukturieren können. wird ja keiner gezwungen zu sagen, ich muss jetzt das ganze System lernen oder ich muss das unbedingt im Verband lernen. Das kann jeder auch zu Hause in der Garage lernen. Videos runterladen und das unstrukturiert sozusagen versuchen sich selber beizubringen, kann man machen. Ob es zielführend ist, ist fraglich. Thomas: Ja, absolut. Oliver: Wenn du diesen Podcast zum ersten Mal siehst und uns nicht kennst, das ist Thomas und mein Name ist Oliver. Wir unterrichten beide seit über 40 Jahren Wing Chun und wollen in diesem Podcast über Wing Chun, über Kampfkunst und über alles, was damit related ist, sprechen. Wenn dir der Podcast gefällt, dann hinterlasse uns bitte ein Abo. Schreibt uns netten Kommentar rein, Fragen oder auch kritischen Kommentar. Alles willkommen und in diesem Sinne. Thomas: Also es hat wieder Spaß gemacht, Oliver, mit dir mal wieder vor der Kamera zu stehen. Und wir sehen uns ja bald wieder und da freue ich mich drauf. Ansonsten werden wir noch ein paar Podcasts machen bis dorthin. Und schaut euch an, schreibt Kommentare, fragt. Wir werden versuchen, die Fragen zu beantworten. Vielen Dank für das Interesse. Ciao, ciao. Oliver: Danke, tschüss.