Eva-Maria Casteel: Ja, wir schauen uns heute mal an, was es mit Windeiern Aussicht hat, warum überhaupt da die Schale fehlt, warum Brüner immer wieder solche Eier legen, woran das liegen kann und wie wir das verhindern können. Ja, wenn wir uns noch nicht kennen, herzlich willkommen. Ich bin Eva Maria. Ich bin Tierärztin und arbeite seit mehr als 15 Jahren in der Gefügelmedizin und ich zeige dir hier auf diesem Kanal, wie du deine Brüner Haltung und die Tiergesundheit optimieren kannst. Ja, bevor wir loslegen, kleiner Blick aufs Ei. Ich habe hier mal so kleines Bild mitgebracht und da sehen wir einmal ganz kurz, wie so ein Ei aufgebaut ist. Klar, wir wissen alle, in der Mitte befindet sich der Dota und man hat sicherlich auch schon mal gesehen, auf dem Dota hat man manchmal so eine kleine weiße, verschlierte Scheibe. Das ist die sogenannte Keimscheibe, aus der dann später auch, wenn das Ei bebrütet werden würde, der Embryo entsteht. Und ja, dann haben wir hier drum noch eine kleine Dottermembrane, etwas fester von der Konsistenz. Wenn das Ei frisch ist, merkt man das ganz besonders. Und dann hier eben das Eiklar. Am stumpfen Pol befindet sich eine Luftblase und wir haben eben die Schale normalerweise drum herum mit einem sehr hohen Kalziumgehalt und hier ganz fein drum herum die sogenannte Cuticula, ein ganz feines Häutchen, was eben halt auch dafür sorgt, dass das Ei wirklich geschützt ist bzw. der Embryo geschützt ist. Es kann immer Sauerstoff rein ins Ei und CO2 raus. Das ist der Aufbau dieser Schale und dementsprechend ist das Ei nie ganz dicht. Aber die Corticola ist eine kleine schützende Haut, die sich sozusagen unsichtbar darum befindet. Hier noch mal so ein kleiner Überblick, was überhaupt passiert, wenn das Ei entsteht, damit wir auch wissen, wo kommt denn wirklich die Schale dran drum herum. Wir haben hier im Ovar, im Eierstock so kleine Follikel, sieht man hier so Erbsen groß und die werden dann mit der Zeit immer reifer, bis dann, wie gesagt, diese reife Eizelle entsteht. Das ist letztendlich die Dotterkugel. Und dann geht das eben hier durch den ganzen Bereich durch, verschiedene Abschnitte, Magnum, Istmus und so weiter. Das Eiklar bildet sich in die Dotterkugel herum und dann geht es eben in diesen Bereich, den sogenannten Uterus und dort sind die Schalendrüsen, diese Papillen vorhanden und da bildet sich dann letztendlich auch in diesem Bereich die Eisschale, bevor das Ei dann eben über die Kloake herauskommt. Also das hier ist unser Bereich und da kann es eben dann mal zu Problemen kommen. Wir gehen jetzt nicht so weit drauf ein. Ich wollte nur mal kurz zeigen, dass das ganze ein hormoneller Ablauf ist und dass es ganz viele verschiedene Hormone gibt, die diesen ganzen Ei-Bildungsprozess steuern. Ja, und es gibt auch ein Hormon, das sogenannte LH. Das löst eben diesen Eissprung aus. Und wenn das aber unregelmäßig ausgeschieden wird, dann wird das Ei häufig zu früh abgestoßen und dann kann eben keine vernünftige Schale auch drumherum gebildet werden, weil einfach die ausreichenden Strukturen nicht vorhanden sind. Also hier das immer ein wichtiger Punkt. Es gibt aber auch andere Bereiche noch. Überschüssige Östrogene zum Beispiel können für dünne Eisschalen sorgen. Und wir haben immer wieder den Einfluss auf die Schale. Das heißt, wenn der hormonelle Stoffwechsel der Eilproduktion einfach gestört ist, dann gibt es eben halt Probleme mit der Eisschale und da können eben halt dann auch Windeier entstehen. Grundsätzlich ist es so, dass wir ein Kalziumgehalt und ein Phosphorgehalt brauchen. Der muss aufgenommen werden vom Huhn. Gleichzeitig muss aber auch Vitamin D aufgenommen werden, damit eben dieses Kalziumkarbonat gebildet werden kann. Das ist nämlich der Hauptbestandteil zu 95 Prozent, besteht eben die Eisschale aus diesem Kalziumkarbonat und Ja, für ein Ei, ich hab's hier mal aufgeschrieben, wären 4 Gramm Kalzium benötigt. ist relativ viel, auch wenn das jetzt nicht so klingt, aber im Verhältnis natürlich. Und wichtig ist halt auch immer, dass die Schadenbildung 12 bis 18 Stunden nach der letzten Ei-Ablage beginnt. Das heißt, wenn wir jetzt eine Hühnerrasse haben, die Hybridhennen sind ein gutes Beispiel, die legen jeden Tag ein Ei, dann kann man davon ausgehen, dass 12 bis 18 Stunden nachdem die das Ei gelegt haben, dann wieder Calcium zur Verfügung stehen muss, natürlich ausreichend, damit auch wieder eine Schale gebildet werden kann. Das ist natürlich klar. Und wenn zu dem Zeitpunkt nicht ausreichend Calcium vorhanden ist, im Magen-Darm-Trakt, dann muss eben aus den Knochen was rausgeholt werden, weil hier haben wir so einen kleinen Speicher. Da ist ein kleines Calcium-Reservoir in den Markknochen. Da ist das hier so an Phosphor gebunden, befindet sich das da und über Vitamin D3 wird das Ganze dann... mobilisiert und gelangt dann dahin, wo hin muss, nämlich in unseren Bereich, wo die Schalendrüse ist bzw. den Uterus, hatten wir ja gerade schon gesagt. Genau. Also eine ganz wichtige Geschichte, immer was danach kommt, weil ich habe es ja nochmal aufgeschrieben, nur 20 Prozent des Kalziums, was für die Schale benötigt wird, das können die eben aus dem Knochen mobilisieren jeden Tag. Der Rest muss immer aufgenommen werden. Und dadurch besteht natürlich die Notwendigkeit, dass immer ausreichend zur Verfügung steht. Vitamin D3 ist hier nochmal speziell erwähnt. Wenn da Mangelerscheinungen vorhanden sind, dann kommt es immer zu Knochendeformationen, Mineralisierungsstörungen, ist eine Rachitis, sind so knochenweiche Wachstumsstörungen, aber eben auch mangelnde Eiqualität, also wenn das zu dünn ist oder die Schale eben fehlt. Und nochmal ein kleiner Hinweis, eine Überversorgung ist eigentlich kaum möglich. Man müsste die 500 bis 1000 fache Menge in so einen Hohn reinbringen, damit es überversorgt ist. Und deswegen passiert das eigentlich nicht. Es gibt diesen Begriff der Überversorgung, dieser Hypervitaminose, aber die spielt eigentlich beim Hohn fast nie eine Rolle, weil immer eben ein Bedarf da ist. Also bei einer Legehalle zumindest. Und dementsprechend braucht man sich da gar nicht so viel Sorgen machen. Ich werde oft gefragt, wenn ich jetzt dem einen irgendwie was ergänze und die anderen brauchen das gar nicht, ist das ein Problem? Nee, ist überhaupt kein Problem. Muss man sich keine Sorgen machen. Ja, damit wir nochmal ganz kurz auch hier die wirklich nochmal auf die Ursache hinkommen, was überhaupt bei so einem Windall passiert. Es ist grundsätzlich so, dass das Ei einfach zu früh ausgestoßen wird. Manchmal kommt das durch Stress zustande, Vorerkrankungen können eine Rolle spielen. noch paar Medikamente, einen Einfluss darauf nehmen. Und das Ei wird einfach abgesetzt, bevor die Schale überhaupt im Uterus gebildet werden konnte. Und dann haben wir einfach ein Ei ohne Schale in dem Moment. Was prinzipiell nicht schlimm ist, das kann mal passieren, kann auch mal durch Stress passieren. Zum Beispiel der Hund hat die ganze Zeit die Hühner angebellt. Es gab irgendwie einen Tag, der super stressig war für die. Dann kann auch mal sowas passieren. Aber wenn das häufiger passiert, auffälliger passiert oder sogar bei verschiedenen Tieren in der Gruppe passiert, dann muss man schon auch in erster Linie immer von Mangelerscheinungen ausgehen. Es noch ein andere Ursachen. Kann auch mal eine sogenannte infektiöse Bronchitis eine Rolle spielen. Da ist das eben auch eine Nebenerscheinung. Aber das kommt eigentlich in der Hobbyhühnerhaltung. super selten vor. Wir haben es meistens mit Mangelerscheinungen zu tun. Und wenn das der Fall ist, dann geht der Blick als allererstes, wir haben das natürlich gerade gesehen, aufs Futter. Denn die müssen ja, wir haben gelernt, immer irgendwas aufnehmen. Jetzt kann man sich natürlich denken, okay, das ja so ein fertiges Futter, was ich da habe, da wird schon genug drin sein. Das ist allerdings meistens nicht der Fall. Man sollte wirklich darauf achten, dass so 4 Prozent Kalziumgehalt in so einem Futter für Gartengeflügel oder für Gartenhühner vorhanden ist, weil wir dürfen nicht vergessen, wir füttern ja nicht nur dieses Futter, sondern die Hühner laufen ja auch viel draußen oder man gibt noch mal bisschen Gemüse dazu und so weiter. Im Grunde verwässern wir das Futter ja ein bisschen und dementsprechend sind 4 % Kalzium eigentlich wirklich aus meiner Sicht ein Muss, damit man damit einfach überhaupt kein Problem mehr hat. Phosphor 0,5 % ist ganz gut. 2.500 internationale Einheiten Vitamin D3 ist auch ein ganz guter Richtwert. Also da kann man mal drauf achten, mal schön das Futteretikett kontrollieren und dann schauen, dass das eben dann nicht passiert. Wenn du schon mal mehr Windeier findest, dann macht es Sinn, ein bisschen zu ergänzen, denen sozusagen einen Push zu geben, die mal anzuschieben, bevor man dann halt eben vielleicht auch andere Futtermittel gewechselt hat oder ergänzt hat. Dann kann man eben mit Tränkwasser zusetzen, machen. Also dann gibt man zum Beispiel Calcium und Vitamin D3 in Kombination. Das ist immer ganz wichtig. Wir haben ja gelernt, Calcium kann nur vernünftig aufgenommen werden vom Tier aus dem Magen-Darm-Trakt mit Hilfe von Vitamin D3. Das heißt, gehört immer dazu. Und dementsprechend sollte man das in Kombination geben. Wir haben zum Beispiel bei uns das Calcifid. Das funktioniert eigentlich wunderbar. Da gibt man halt ins Tränkwasser diese ganzen Geschichten und dann nehmen die das halt auch zuverlässig auf. Wenn du so Pulver ins Futter gibst, dann ist natürlich oft so, dass sie das ausselektieren. Die nehmen dann halt nur das Pudel sich dann so nach unten durch und oft denkt man so, ja, ich hab denen ja schon tagelang was gegeben, funktioniert aber irgendwie nicht, die haben was anderes. Aber im Grunde haben die gar nicht so viel aufgenommen. Über das Wasser ist immer zuverlässiger. Also das würde ich auf jeden Fall bevorzugen. Und ja. Das ist Maßnahme Nummer eins. Und dann ist auch immer ganz gut, nochmal Muschelkalk anzubieten. Viele sagen so, ja, die hab ich auch. Die nehmen das aber gar nicht. Das steht da immer nur im Stall rum. Aber vertrug dich nicht. Es ist ganz oft so, dass in den Abendstunden, in nach dem Tag dann halt schon immer nochmal was aufgenommen wird. Und dann, wenn es auch nur zwei, drei Schalen sind, Muschelschalen, Muschelkalk, dann ist das ja für eine Hände unter Umständen schon ausreichend. Also das ist nochmal ganz wichtig. Auch nicht verwechseln. Es gibt Muschelkalk und es gibt Grit. Muschelgrit, da hat man irgendwas zusammengemischt. Bin ich kein großer Fan von, denn da ist es natürlich so, man denkt, man gibt denen jetzt quasi eine Kalkergänzung, aber die Hälfte sind halt Steinchen. Du weißt ja nicht, wie viel die da jetzt aufnehmen von. Also dann lieber zwei einzelne Schüsseln Grit für die Verdauungsförderung und Muschelkalk eben für die kalte Mergänzung. Probier das gerne mal aus, wenn du öfter Probleme damit hast. Ich verlinke dir das gerne auch nochmal alles und dann sehen wir uns bestimmt beim nächsten Mal. Ja, ich hoffe du weißt jetzt, was es mit den Windeiern auf sich hat, wie du das Ganze vermeiden kannst und ja, freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder dabei bist. 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