Anne: Hallo, ich bin wieder da. Mein Urlaub ist vorbei. Der Sommer ist jetzt wohl auch endgültig vorbei und damit kommt mit einer Woche Verspätung, wie in der letzten Folge angekündigt, auch die neue Podcast-Folge. Ihr kriegt in dieser Folge eine kleine Recap zu meinem Urlaub und zu meinem 40. Geburtstag. Einen Mutausbruch gibt es natürlich auch und dazwischen sprechen wir im Fokus-Thema über das Thema Freundinnenschaft in den 40ern, aber so generell mit Freundinnenschaft, wenn man erwachsen wird vielleicht. Und ich würde sagen, wir gehen doch jetzt direkt rein, oder? Hallo nochmal und offiziell herzlich willkommen in der heutigen Folge. Das Intro ist heute ein bisschen kurz ausgefallen, aber das liegt daran, dass ich dachte, ich habe euch so viel zu erzählen, wir starten lieber direkt mitten rein, als dass ich da noch lange vorplenkle. Und ich würde sagen, ich nehme euch erstmal so bisschen mit in meinen Urlaub. Und dieser Urlaub war... eine richtig gute Mischung aus spazieren gehen am Strand, aus Bummeln in der Stadt, ganz viel Kaffee und vor allen Dingen, und das hat mich so richtig so richtig gefreut, aus ganz vielen Buchhandlungen. Wir waren in Den Haag. Wir waren jetzt insgesamt oder inzwischen schon zum dritten Mal dort und ich mag die Stadt sehr gern. Ich mag sie, glaube ich, vor allen Dingen deshalb sehr, gerne, weil sie direkt am Meer liegt und ich so Man kann in der Stadt bummeln, kann irgendwo zum Kaffee gehen, kann vielleicht auch mal ein Restaurant ausprobieren und sich so bisschen treiben lassen. Man hat auch Kultur und das aber in Kombination mit man kann am Strand wohnen, man kann am Strand spazieren gehen. Das ist für mich so eine ganz perfekte Kombi. Und wir waren in einem ganz, ja in einem kleinen, sehr schnuckeligen Hotel direkt am Strand untergebracht. Also es hatte in der Lobby, ja es hatte schon fast sowas viktorianisch Englisches mit so ganz schweren Möbeln und hohen Decken und dunkler Holzer Täflung. Das war total schön und sehr urig irgendwie. Und es gab eine Kaffeemaschine und man konnte sich rund die Uhr mit frischem Kaffee bedienen. Ich weiß, manchmal sind meine Standards sehr low. Aber, ja, gib mir einen frischen Kaffee und du hast mich quasi schon. Genau, also das war alles sehr... Ich hatte trotzdem das Gefühl, Vergleich zu den zwei Besuchen, die wir in den letzten Jahren zuvor in Den Haag gemacht haben, dass sich strukturell etwas in dieser Strandgegend verändert hat. Vor allen Dingen entlang der Strandpromenade. Man kann sich das so vorstellen. Das ist der Strand und dann kommen so größere Buden. Strandbuden. Die Bezeichnung trifft es eigentlich schon nicht richtig. Beachclubs, aber gar nicht so wild, elitär, wie man sich das jetzt vielleicht aus irgendwelchen Filmen Das sind halt wirklich Cafés und Restaurants, wo man den ganzen Tag was essen kann, was trinken kann und sich dann halt einen Strand mehr aufhält. Und dahinter kommt quasi die Promenade mit noch mal mehr Bütchen und Geschäften, Restaurants und so mehr. Und dann danach geht quasi erst die Ortschaft los. Das ist so bisschen der Aufbau. Und diese Strandbuden oder Restaurants, direkt unten an der Promenade waren. Als wir die letzten Male da waren, die sehr abwechslungsreich. Die hatten ganz viele unterschiedliche Speisen. Hatte jeder quasi sein eigenes Motto. Die waren unterschiedlich ausgelegt. Und dieses Mal hatte ich das Gefühl, dass die sich massiv angepasst haben aneinander. Es gab quasi in jeder Lokalität die gleiche Speisekarte und so. Ich konnte es nicht so ganz erklären. Kann man wahrscheinlich auch nicht, wenn man als Touristin. Aber das hatte so einen Ballgeschmack von struktureller Veränderung. Und hatte auch so einen Ballgeschmack von... Da ist jetzt irgendwie alles in einer Hand oder so. Also ich weiß nicht, ob das stimmt. Das hat sich einfach nur so angefühlt. Und gleichzeitig steckt da nicht mehr so viel Liebe zum Detail. Nicht mehr so viel Herzblut irgendwie drin. das hat so ein bisschen Geschmäck hinterlassen, dass ich nicht ganz einordnen kann. Und das ist auch... Genau, das war einfach einer der Eindrücke, in diesem Urlaub stattgefunden haben. Also jedenfalls hatte ich irgendwie so das Gefühl, es hat sich was verändert. Aber ganz abgesehen davon, dass uns das irgendwie zu denken gegeben hat, war dieser Urlaub sehr, sehr schön. Ich habe sehr viele Mittagslärmchen gemacht. Ich habe generell sehr viel geschlafen und geruht und daran auch gemerkt. wie fertig ich nach diesem krassen Sommer dann doch war und immer noch bin. Also ich habe das Gefühl, es steckt mir immer noch so bisschen in den Knochen. Und vor dem Hintergrund war es halt wirklich gut, dass wir so ganz gemächlich in unserem Tempo diesen Urlaub verbringen konnten. Und meine Highlights im Urlaub waren definitiv, dass ich quasi täglich am Strand sitzen und den Wolken und Wellen dann ziehen zusehen konnte. Das ist für mich so was... Also das ist die Quelle von Erholung und von Ruhe für mich. Ich kann auch so bisschen aus meinem Kopf rauskommen. Und es hat so was Faszinierendes für mich. Ich bin dann so richtig catcht, so richtig gefangen quasi in diesem Moment und scharf es dann auch wirklich im Moment zu sein und so rundherum alles ein bisschen loslassen zu können. Ich liebe es, dem Wetter beim Ziehen zuzusehen. Wenn dann noch Wellen dazukommen, bin ich im siebten Himmel. Das ist meine Kraftquelle. Ich werde ganz ruhig. Es ist schade, dass das Alltag so selten möglich ist. Und gleichzeitig bin ich saudankbar dafür, dass es überhaupt ab und an möglich ist. In zwei Tagen war es im Urlaub sogar richtig ... richtig stürmisch und ich hätte einfach in diesem Sturm, in diesem krassen Wind ewig am Strand sitzen und den Wellen und den Wolken zusehen können, wie die sich auftürren und wie schnell die Wolken ziehen. ist absoluter Hammer. Und neben diesem Highlight war mein zweites Highlight definitiv die ganzen Buchhandlungen. Also ich war ganz baff und hatte das gar nicht so auf dem Schirm von den Besuchen davor. Wie viele Buchhandlungen dann doch auf relativ kleinem Raum sind. Und zwar Buchhandlungen, denen es auch englischsprachige und denen es auch deutschsprachige Literatur gibt. Also, sodass ich da wirklich lange stöbern und auch was finden konnte. Und es gab einfach eine kleine Straße, in der sechs Buchhandlungen waren. Davon war, glaube ich, ein Online-Handel, ein Antiquariat und halt vier reguläre Buchhandlungen. Also, es ist schon... Also, diese Dichte alleine, das war keine große Straße, das waren irgendwie, weiß ich nicht... 200, 300 Meter. Und hier fahre ich also so eine gute Stunde, bis ich in nächsten größeren Buchhandlung bin. Und das war nix. Ja, das war da einfach alles dicht beieinander. Und das waren keine riesigen Ketten oder sowas, sondern das waren, ich weiß nicht, ob das unabhängige Buchhandlungen waren, aber es waren auf jeden Fall große, gut geführte Buchhandlungen auf engstem Raum. So und in allen Buchhandlungen war auch Betrieb. Also es war nicht so, dass man denken würde, jetzt gehen alle nur in die eine oder so, sondern Ich wirklich in allen Buchhandlungen betrieben und ich war in insgesamt Das war definitiv großes Highlight für mich, weil da kannst du mich auch schicken. Schick mich irgendwie in die Buchhandlung oder in Buchhandlungen. Lass mich stundenlang blättern und gucken und Bücher ansehen, Menschen beobachten. Das ist mein absolutes Paradies. Dann waren die Lehren zum Teil noch so ultra geil eingerichtet. in einem Laden mega schöne Schmuckausgaben gefunden. Zum Beispiel von EES und von Cary. Und ich bin hier überhaupt kein, oder ich bin aus meiner Stephen King Phase ja wirklich lang raus, weil, also ich hatte in meiner Jugend eine intensive Stephen King Phase und hab dann, nachdem ich es vielleicht auch bisschen übertrieben habe mit dem Lesen, hab ich eine Weile lang richtig schlecht geträumt und hab dann für mich beschlossen, okay, das war's mit Horror, das war's mit Stephen King. Ich weiß, dass Stephen King nicht nach Horror schreibt, aber... habe da so bisschen Haken dran gemacht und trotzdem habe ich so diese Ausgaben von EES und von Cary in die Hand genommen und habe gedacht, die würden allein schon so geil im Buchregal aussehen, ich habe sie dann aber stehen lassen. Aber so etwas macht mich dann unendlich froh, so etwas zu finden, mir so etwas anzugucken, überhaupt neue Ausgaben von Büchern auch zu sehen. Und das in Kombination mit der Strandlage und mit ich kann die ganze Zeit wellen und Wind beobachten. beobachten. war echt ein fast perfekter Urlaub wirklich. Das war ganz ganz großartig. Genau und dann gab es mal einen 40. Geburtstag. Der hat im Urlaub stattgefunden, am vorletzten Urlaubstag und ich habe hier in der letzten Folge schon so bisschen ausführlicher darüber gesprochen, was das mit mir macht und wie es so denn auf den Geburtstag und auf die letzten Jahre und Jahrzehnte blicke und ganz ehrlich, am Ende des Tages war es dann fast gar nicht schmerzhaft, sondern das hat einfach stattgefunden. war morgens ganz allein, so ungefähr eine Stunde am Strand und habe so bisschen Zeit mit mir genossen, habe ein bisschen mit mir eingecheckt, ein bisschen geschrieben. Und dann sind wir zu einem Kaffee aufgebrochen, haben in so einem ganz wunderschön eingerichteten Vintage-Kaffee einen super leckeren Kuchen gegessen und sind dann durch besagte Buchhandlungen, also durch drei von diesen Buchhandlungen durchgeschlendert in aller Ruhe. Mittags gab es ein Mittagsschläfchen, abends gab es ein leckeres Abendessen. Also es war so ganz entschleunigt, entschleunigt, ganz ruhig. Und es war wirklich, wirklich richtig schön. Und am Abend habe ich gedacht, ja, ich glaube, das war der erste Geburtstag seit wirklich vielen Jahren, an dem ich nicht geheult habe, weil ich normalerweise so ein... Ja, an meinem Geburtstag trifft mich immer so eine gewisse Schwermut. Ich weiß nicht, wo die herkommt. Ich weiß nicht, warum die immer an meinem Geburtstag da ist. Oder ich weiß es so halb. Und dieses Jahr war die nicht da. Da war ganz viel Raum für Dankbarkeit, für Gelassenheit und das war schön. Das war ruhig und schön. Und da habe ich auch gemerkt, bestimmte Qualitäten in meinem Leben sich einfach ein bisschen verändert haben. Und das wurde an vielen Stellen, nicht überall, aber an vielen Stellen, wo Unsicherheit, wo innere Hektik und sowas geherrscht haben, dass da viel, viel mehr Ruhe eingekehrt ist. Dafür bin ich wirklich sehr... Ich dankbar und darum bin ich mega mega happy, weil das eben lange auch anders war. Das heißt, meine Gedanken und meine kurze 40er-Krise haben sich auch wieder beruhigt und jetzt geht das Leben einfach ganz normal weiter und es ist auch so bisschen, als wäre nichts gewesen. Aber wie soll es auch sonst sein, weil das halt meistens mit so Geburtstagen oder größeren Events ist, es geht dann halt einfach nahtlos weiter. Also alles in allem recht unspektakulär und gerade das Mag ich sehr gerne, ganz ehrlich. Genau, was gibt's noch Neues? Mein Instagram-Account wurde letzte Woche gehackt und das fand ich super weird. Ich hab eine E-Mail bekommen, war zum Glück gerade am Rechner, als die E-Mail kam von Instagram selbst, dass von einem fremden Rechner oder von einem unbekannten Rechner versucht worden ist. Nee, nicht versucht worden ist, sondern mein Passwort geändert worden ist. Und ich hab dann sofort versucht, Rechner, über Telefon in meinen Account reinzukommen. Es hat nicht funktioniert. Und dann habe ich auch getaggt, okay, die E-Mail war tatsächlich irgendwie, also es war nicht eine phishing E-Mail, sondern es war wirklich eine E-Mail von Instagram und ich konnte dann über ein paar Umwege, konnte ich alles sehr schnell wieder sichern und herstellen. Und diesen fremden Rechner direkt, also dieses fremde Gerät, das irgendwie auf meinen Count zugegriffen hat, sofort trennen, also alles auch nochmal gesichert, auch nochmal über zwei Wege Autodetentifizierung gesichert, alles, also ich glaube, ich habe alle Maßnahmen sofort ergriffen, die man ergreifen konnte. Und bin da auch ganz froh, dass ich ja, ich habe ja Nach einem kleinen Informatik-Background, der mich dann auch relativ entspannt hat, damit umgehen lassen. Das war erst einmal okay. Und so Nachgang dachte ich, ey, das ist unfassbar eklig. Also mein Profil, mein Hauptprofil ist ja öffentlich gestellt. Da ist nichts Geheimes, da sind auch keine komischen geheimen Nachrichten oder sowas. Also da findet kein super privater Aushaus statt auf diesem Account. Eben, also auch nicht in DMs oder so. Und trotzdem dieses Wissen darum, dass jemand Zugriff auf all diese Daten hat und mich quasi aus meinem eigenen Account aussperren könnte. Das hat sich wirklich, wirklich saubergriffig und sau unangenehm und ekelig eingeführt. Also, ja, ich bin froh, dass ich jetzt nochmal alles gesichert habe und hoffe, dass das die letzte Aktion dieser Art war. Genau, das ist so ein bisschen das, was die letzten Wochen hier los war. Jetzt ist wieder ein bisschen mehr Alltag angesagt. Und bevor wir jetzt dann damit auch zum Fokusthema dieser Folge übergehen, würde ich euch natürlich noch gern so ein bisschen mitteilen, was ich in den letzten Wochen gelesen habe. Und das war tatsächlich auch im Urlaub relativ viel gelesen und auf Zwischen-Trenn so bisschen gehört. Manchmal mache ich ja so Sachen wie abends mal nach Zahlen machen und dann das Hörbuch dabei hören, finde ich sehr gechillt und sehr entspannend. Vor diesem Hintergrund habe ich von Arne Semsrot das Hörbuch Machtübernahme gehört. Darin geht es unter anderem darum, welche Möglichkeiten wir haben, wenn eine rechtsextreme Partei tatsächlich an die Macht kommt. Wir alle haben die Wahlergebnisse aus Sachsen-Anhalt gesehen. Bauchschmerzen dabei mindestens. Und wir können es halt nicht bei diesen Bauchschmerzen belassen, weil das eine rechtsextreme Partei an die Macht kommt, auch bundesweit an die Macht kommt. auf eine Art immer wahrscheinlicher. Und vor dem Hintergrund finde ich es gut, sich mit diesen Szenarien auseinanderzusetzen und sich schon mal zu überlegen, welche Handlungsmöglichkeiten habe ich denn auch in einem solchen Szenario dennoch immer noch mich demokratisch und mich antifaschistisch zu positionieren. deshalb fand ich dieses Buch Machtübernahme von Arne Semsroth so gut, weil es unter anderem darum geht, wie wehrhaft ist denn die Demokratie und was können wir noch tun, wenn eine rechtsextreme Partei regiert? Welche Widerstände können wir auf welche Arten und in welchen Bereichen, im zivilgesellschaftlichen Bereich, auch bei der Arbeit, im öffentlichen Bereich immer noch leisten? wenn es vermeintlich zu spät ist. Das war ein sehr spannendes Buch und ich fand es insofern sehr tröstlich, weil ich im Nachgang dachte, was in meinem Kopf oft ist, wenn das und das passiert oder wenn die AfD regiert, dann ist es zu spät, dann ist alles verloren. Das fühlt sich so ohnmächtig an. Und dieses Buch Machtübernahme hat mir noch mal so dabei geholfen, dieser Ohnmacht rauszukommen und zu verstehen, dass ich auch bei einer Machtübernahme immer noch Handlungsmöglichkeiten habe, bis zu einem gewissen Punkt. Das hat mich sehr aufgebaut und mich mal aktiviert. Dann habe ich vor dem Urlaub noch von Florian Malicke Leben mit Audi HS gelernt. Buch hat drei Teile. Ich habe das nicht gelernt, ich habe das gelesen. sorry. Dieses Buch hat drei Teile. Es geht erst theoretische Grundlagen, also nicht nur Darum zu erklären, dass es nicht nur ADHS und Autismus gibt und dass diese beiden sich dann irgendwie addieren, sondern dass ADHS viel mehr ist als einfach nur eine Mischform von ADHS und Autismus. Im zweiten Teil des Buches geht es dann so bisschen Praxisbeispiele aus Coachings, die der Autor auch aus der eigenen Praxis quasi, aus seiner eigenen Praxis. Und im dritten Teil geht es praktische Übungen, Reflexionen und sowas wie Checklisten. Ich mochte den Aufbau. Ich finde es immer gut, mich noch mal zuerst in theoretische Grundlagen und Zusammenhänge einzulesen, bevor ich dann eher so einen praktischen Teil übergehe. Fun Fact, eigenes Buch, das im nächsten Jahr zum Thema Scham erscheint, ist auch ähnlich aufgebaut, ist auch in drei Teile aufgebaut und geht auch zuerst eher in die theoretische Ebene, bevor wir dann eher so ins praktische gehen. Also ich mag das generell beim Lesen und beim Schreiben und ja, fand dieses Buch auch sehr spannend und nochmal ein bisschen. sehr aufschlussreich und macht es auch einfach nochmal Übung für den Alltag auch mit an die Hand zu bekommen. Dann habe ich im Urlaub von Sylvie Carlson Good Girl Exit gelesen, das gerade gefühlt überall präsent ist, das mir sehr häufig in den Feed gespült worden ist und da dachte ich ja, okay, gut, perfekt, nehme ich mit in den Urlaub. Und ich mochte es deshalb sehr gerne, weil das Thema Charme auch in diesem Buch konstant sehr präsent ist und das hat mich natürlich ganz besonders interessiert. Und dieses Buch hat zwei Teile. Im ersten Teil geht es eher darum zu erklären, was ist ein Good Girl, was macht uns zu Good Girls, welche Eigenschaften zeichnen uns aus, was ist uns in unserem Leben widerfahren oder wie sind wir sozial eingebunden, wie sind wir gesellschaftlich eingebunden, sodass wir zu Good Girls geworden sind. Der erste Teil ist eher bisschen analytisch und im zweiten Teil geht es dann eher so in die Richtung, wie können wir denn aufhören ein Good Girl zu sein. Und da hätte ich mir tatsächlich noch bisschen mehr konkretere Vorschläge und Beispiele gewünscht. Aber insgesamt war das Buch sehr aufflussreich. Also große Empfehlung. Ebenfalls im Urlaub habe ich gelesen den berühmten Essay von Chimimanda Ngozi Adichie. We should all be feminists. mir auch in letzten Jahren immer wieder begegnet und jetzt war endlich die Zeit, ich habe es in der Buchhandel gefunden, jetzt war endlich die Zeit es zu lesen. Es ist ein absoluter Klassiker, kann man in einem weglesen, ist sehr nah aber sehr empathisch und verständnisvoll beschrieben. und diese Notizen habe ich mir gemacht nachdem ich es gelesen habe und dann hatte ich jetzt vor ein paar Tagen in meinem Instagram-Feed so ein Recap quasi von meinem Sommer. und hatte auch ein Bild von diesem Essay mit dabei. Dann hat mich eine liebe Followerin dankenswerterweise darauf hingewiesen, dass die Autorin eine Töv ist. So, und dann bin ich ein bisschen erschrocken, weil ich dachte, Herr Krass, Autorin oder der Essay hat beim Lesen, hat das gar nicht so irgendwie einen exklusiven Eindruck gemacht, gar nicht so ein Eindruck von, da werden bestimmte Menschengruppen es explizit zu machen, trans Frauen ausgeschlossen. Gar nicht. Also hatte ich gar nicht den Eindruck von. Und dann bin ich nach dem Hinweis von der Followerin, bin ich so bisschen auf die Suche gegangen und hab, man muss nicht lange suchen, die Ergebnisse zu bekommen, dass sich die Autorin so ein paar Jahre nachdem sie diesen Essay veröffentlicht hat, durchaus, Ihr merkt, ich tu mich schwer mit der treffenden Wortwahl. Man könnte sagen transfeindlich, mindestens transkritisch geäußert hat. Und das ist was, das geht halt gar nicht. In meiner Vorstellung von Feminismus ... grenzen wir nicht transfrauen zum Beispiel aus. Oder wir leben ... Wir leben keinen ... Feminismus, der sich auf ... rein biologische ... Aspekte begrenzt, sondern wir erkennen an, dass Geschlecht mehr als nur biologisch ist. Dass Geschlecht auch eine große Frage der Identität ist, der Sozialisierung ist. Und dass es eine soziale Komponente von Geschlecht gibt. Und da bin ich so bisschen erschrocken, weil ich dachte, krass, ich hab das nicht mitbekommen. Ich hab nicht mitbekommen, dass die Autorin zum Beispiel auch J.K. Rowling unterstützt und ihre transfeindlichen Ansichten unterstützt. Und da bin ich so ein bisschen, ja es hat mir zu denken gegeben. Und dann dachte ich, ja ich glaube man kann auch nicht immer alle Diskussionen auf dem Schirm haben, weil es zu viele Diskussionen gibt. Umso dankbarer bin ich, wenn von außen jemand mich auf was hinweist, was ich bislang noch nicht weiß. Und diese Followerin, die hat mir einfach ein ganz nettes Kommentar geschrieben und hat gesagt, du, vielleicht weißt du das nicht, so und so ist es. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Werte sind, die du vertreten möchtest. Natürlich hatte diese Followerin Recht oder hat sie. Natürlich sind das keine Werte, die ich vertrete. Natürlich ist Feminismus, wie ich ihn lebe, nicht transexklusiv. Also, kommen wir denn dahin? Brauchen wir gar nicht anfangen, also aus meiner Perspektive. Und da habe ich noch mal gemerkt, wie wichtig es ist, dass wir im Kontakt miteinander bleiben, dass wir über Dinge sprechen, uns auf Dinge hinweisen. ohne uns dafür auszukollen. Und das, fand ich, die Followerin mega schön gemacht. bin da wirklich ganz, ganz dankbar dafür, dass sie nicht gesagt hat, ich find dich jetzt total scheiße, weil du unterstützt die, ohne mich zu fragen, ob ich das weiß, sondern ganz klar gesagt hat, hey, das und das ist die Info, vielleicht wusstest du das nicht. Und jetzt hast du quasi die Möglichkeit, dich dazu zu verhalten. Und das fand ich ganz, ganz großartig. Genau. Also ich bin nach wie vor dankbar, dass ich diese Info bekommen habe und dass ich jetzt auch zumindest die Autorin und ihr Schreiben und ihr Wirken nochmal neu einordnen kann und mich danach davon distanzieren kann. Genau. Harter Cut. Ich habe noch bisschen mehr gelesen. Ich habe natürlich eine Romans gelesen, weil keine Woche ohne Romans. Ich habe im Urlaub auch gelesen von Lily Lucas, Discoed Belaf. Das ist der Teil 1 ihrer Hawaii-Reihe. Und das war gerade für den Urlaub, so für den Spätsommer, war das der perfekte Read. Lily Lucas ist einfach auch immer eine sichere Bank, wenn es Romans geht. So ganz klassische Romans-Settings. In diesem Mal ging es eine Sportlerin, die auf Hawaii trainiert und dort quasi ihr Love Interest kennenlernt. es war schön zu lesen, angenehm zu lesen. Ich habe jetzt mittlerweile auch den zweiten Band davon schon gelesen. Auch der schließt sich nahtlos an, liest sich auch super. Und dann haben wir das Beste quasi in dieser Sektion bis zum Schluss aufgehoben. Ich habe, glaube ich, die zwei besten Bücher für mich in diesem Jahr direkt nacheinander gelesen zufälligerweise. Ich bin von beiden so geflasht. Ich weiß nicht, was in diesem Jahr noch kommen soll. Ich glaube, muss jetzt im September schon sagen, das sind meine zwei Bücher des Jahres. Das eine war von Taylor Jenkins-Reed, Atmosphäre. Es ist ein Roman, spielt in den 80ern. Es geht Frauen in der Raumfahrt und damit quasi zwangsläufig natürlich auch feministische Themen und Fragen. Es geht eine queere Beziehung. Es geht eine... unermessliche Liebe zu einer Nichte. geht Familiendynamiken. Das Buch macht so viele Ebenen auf und verbindet sie alle so gekonnt. Und ich will gar nicht viel mehr sagen, halt nichts zu spoilern. Aber bitte, bitte lest es unbedingt. Die Sprache ist so einfühlsam, ist so lebendig. Die Charaktere sind nachvollziehbar in all ihrer Ambiguität, in all ihrer Vielschichtigkeit. Sie sind spannend erzählt. Das Buch ist durchgehend, total emotional, aber ohne kitschig zu sein, ohne irgendwas zu verklären oder so. Ja, also es hat mich während des Lesens auf unterschiedliche Arten mehrmals fast zerrissen. Also ich hatte wirklich all the feelings und habe alles daran geliebt. wenn es irgendwie geht, ja, lest das. Und wenn ihr in diesem Jahr nur ein Buch lesen wollt, dann lest das. Entweder das oder das nächste, weil das fand ich genauso gut. Das war von Lilly King, Herzkönig. Auch das war wie Sylvia Carlson's Good Girl Exit, war auch Herzkönig. Die ganze Zeit immer wieder bei mir im Feed. Und alle waren so, Gott, Buch ist so gut, das Buch ist so gut. Und dann hab ich gedacht, na ja, okay, dann kommt das jetzt mit in den Urlaub. Und ich bin ganz häufig so, wenn Bücher so krass gehypt sind, dass ich ... schon so voreingenommen lese, mit so einem Gefühl von, jetzt muss ich die auch gut finden, weil alle finden das sehr gut und dann einfach schon so gebeißt bin irgendwie. Und in dem Fall konnte ich relativ unbefangen dran gehen und war hinterher so, mein Gott, es ist so gut, es ist so gut. Auch hier hatte ich all the feels. Die Stimmung im gesamten Buch ist eher so ein bisschen akademisch. Ich hatte die ganze Zeit so eine Ostküstenamerikanische, akademische Stimmung, aber ohne irgendeine Ivy League-Verkleierung zu erzeugen oder so was. Also es geht nicht darum, dass jetzt alle irgendwie in Yale oder in Harvard studieren müssen oder so was, sondern es geht Freundschaft, es geht Liebe, es geht Gewinne und Verluste. Und ich will gar nicht zu viel sagen, weil ich glaube, man, das Buch ist nicht super dick und ich glaube, wenn man da zu tief reingeht, dann hat man auch hochzuggespoilert und das will ich nicht, also ich will euch nichts vorwegnehmen. Aber ich kann auch hier sagen, ich mochte die Sprache und die Nähe zu insbesondere den sehr nachvollziehbaren Protagonistin sehr, sehr gerne. Ich war nicht mit allen Charakteren konstant fein. Ich war nicht mit allen Entscheidungen aller Charaktere konstant fein. Aber ich finde, genau da wird es ja dann spannend und genau das macht es ja dann auch interessant zu lesen. Also dass man sich auch mit den Charakteren auseinandersetzt und irgendwie eine Haltung zu denen entwickelt. Genau, also auch das. Riesengroße Empfehlung. ich... Na vielleicht sage ich im Dezember nochmal was anderes, aber Stand jetzt sage ich, wenn ihr in diesem Buch, in diesem Jahr nur ein Buch lesen könnt, dann lest entweder von Taylor Jenkins-Read, Atmosphere oder lest von Lily King, Herzkönig. Das sind ja... riesig geile Bücher, beide. Okay, ich würde sagen, es ist Zeit. Wir sind irgendwie schon eine halbe Stunde in dieser Podcast-Folge. Ich würde sagen, es wird jetzt mal Zeit, über das Fokusthema der heutigen Folge zu sprechen. Und ich habe es ja angekündigt, ich würde gern über Freundschaft mit euch sprechen. Und ich glaube, wie ganz häufig, dass meine Gedanken dazu auch noch gar nicht fertig gedacht, noch gar nicht ausgedacht sind. Und im Übrigen glaube ich, so grundsätzlich, dass wir uns dieser Haltung generell öfter mal zugestehen sollten, dass wir vielleicht Dinge noch nicht fertig gedacht haben oder dass wir generell noch nicht fertig gedacht haben. Ich glaube, das würde uns in sehr vielen Situationen sehr gut zu Gesicht stehen, da mal ein bisschen vorsichtiger zu sein, bevor wir zu schnell in die Presse sprengen für Meinungen und Haltung. Anyway, anderes Thema. Jedenfalls wird dieses Dieses Thema Freundschaft heute eher ein lautes Denken und Reflektieren, bei dem ich euch mitnehme, bei dem ich euch mit in meinen Kopf nehme und viel mehr das, als dass ich jetzt eine fertige Meinung oder Haltung dazu hätte. Und ich habe mir in den letzten Monaten sehr viele Gedanken über das Thema Freundschaft, Freundinenschaft gemacht. Und ich glaube auch, hing so ein bisschen mit meinem 40. Geburtstag zusammen. Also ich habe über so was nachgedacht, wie wann bezeichne ich jemanden als Bekannten oder als Bekannte, wann als Freundin. Wen bezeichne ich als Freundin? Ist das ein Label, was man zum Beispiel ab einer bestimmten Frequenz an Kontakten vergebt oder so was? Oder geht es vielleicht vielmehr die Qualität der Beziehung. sowas wie Vertrauen, Gegenseitige Teilhabe am Leben der jeweils anderen Personen. Geht es Themen, die einen verbinden. Hält all das. So und ich glaube, ich war früher sehr, schnell darin zu sagen, dass ich mit Menschen befreundet bin. Und ich habe irgendwie dieses Wort... Bekanntschaft nur ganz selten benutzt und gleichzeitig bedeutete Freundschaft in vielen Fällen aber auch, dass man sich regelmäßig traf, etwas zu unternehmen und zwischendurch vielleicht irgendwie Texte, sich auf neuesten Stand brachte und so ein bisschen im Plauderton im Austausch war. Und häufig sind, obwohl die Kontakte regelmäßig und viel waren, die Themen aber eher an der Oberfläche geblieben. Also ich kannte von einigen Menschen, mit denen ich befreundet war, die Hintergründe kaum. Ich kannte die Familien nicht, die Lebenssituation nur in Auszügen und all das so. Also da war zwar ein regelmäßiger, häufiger Kontakt da, aber es hat so bisschen der Hintergrund gefährt. Quasi. Andererseits gab es aber auch immer eine Reihe von engen Freundinnen. bei denen ich all das sehr wohl hatte, also bei denen ich die Familien kannte, bei denen ich an unterschiedlichsten Veränderungen teilhaben konnte, mit denen wir uns gegenseitig durch Krisen begleitet haben und all das. Aber ehrlicherweise habe ich auch das Gefühl, dass unsere Krisen früher auch seltener waren oder dass es weniger und weniger heftige Krisen gab, als das heute der Fall war oder als es das inzwischen der Fall ist. Natürlich gab es Krisen, aber Es gab eben auch viel, viel mehr Raum für leichtere Themen. vielleicht wussten wir so einiges einfach noch nicht oder kannten uns... Vielleicht kannten wir uns auch selbst einfach noch nicht so richtig. Und das ist ja auch irgendwie gut so. Das ist ja vielleicht auch was, in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter auch einfach so sein darf, so sein soll. Vielleicht natürlich wie immer. Also keine Folge, ohne dass ich nicht auch darauf hinweise, dass auch das eine privilegische Geschichte ist. Aber ja. Also ich habe das Gefühl, war insgesamt schon mehr Leichtigkeit in der Qualität der Beziehungen vorhanden. Und ich hatte also eher so lockere und eher engere Freundinnschaften und ja Vorbereitung der Folge. Und wenn ich so drüber nachdenke, kommt mir dann der Gedanke, dass vielleicht diese Unterscheidung zwischen lockere und engere Freundinnschaften die gleiche Unterscheidung ist wie zwischen Bekanntschaften und Freundinnen. Genau, vielleicht ist All das auch einfach nur Wortklaverei. Wer weiß, so oder so irgendwann hat sich das verändert. Meine Kontakte sind eine ganze Weile lang weniger geworden. Sie sind sporadischer geworden, aber auch gefühlt viel weniger intensiv. Und das hat, glaube ich, vor allen Dingen auch die Corona-Pandemie mit sich gebracht. Ich glaube, da haben viele von uns Unterschiede oder Veränderungen in Beziehungen in Kontaktpflege, in Begegnungen gespürt. Natürlich spielen auch Faktoren wie, ich bin dann irgendwann umgezogen, ich bin weg aus meiner Herkunftsumgebung gezogen, Menschen haben, oder Menschen in meinem Umfeld haben Familien gegründet, es gibt höhere Belastung im Job, es gab Jobwechsel und all das. Natürlich gab es massive Schicksalsschläge bei vielen von uns. auch diese Dinge, natürlich spielt das eine Rolle. dabei, sich Kontakte verändern. Also das möchte ich gar nicht kleinreden. Und vielleicht könnte man ganz banal irgendwie auch sagen, wir sind halt alle erwachsen geworden. Wir haben uns alle entwickelt und verändert. Und natürlich verändert sich mit diesem Prozess auch in der Qualität der Beziehungen ganz viel. Und ich glaube, ist gar nichts Verwerfliches oder so, ist gar nichts Gravierendes. Das ist soweit normal und auch richtig. Und dennoch habe ich den Eindruck, dass Corona an sich, also diese Pandemie an sich und für mich persönlich meine Post-Covid-Erkrankung auch noch mal ganz, ganz viel verändert haben. Ich konnte einfach und kann bis heute einfach ganz häufig nicht mehr so präsent sein, es das wie das früher war. So bei jedem Kaffee-Date überlege ich mir jetzt hier mal, ob ich es wirklich schaffe, was die Konsequenz daraus ist, wie es mir danach gehen wird. Also, zum aktuellen, ganz frisches Beispiel. Ich hab mich gestern mit zwei meiner ältesten und engsten Freundinnen getroffen. Wir haben zusammen Kuchen gegessen, Kaffee getrunken. war der schönste Nachmittag, die allerbeste Zeit. Ich musste noch eine Weile nach Hause fahren. hab beim Nachhausefahren gemerkt, ich krieg so krass Kopfschmerzen. Ich ähm ... kann mich schlecht konzentrieren. Zum Glück war es Sonntagabend, wenig Verkehr auf der Autobahn. Aber ich hatte schon Schiss, noch gut nach Hause zu kommen. Ich bin heimgekommen und hab zu meinem Partner gesagt, ich bin so unfassbar müde und bin dann quasi auch instant eingeschlafen. Bin dann auf dem Sofa eingeschlafen und bin irgendwann ins Bett umgezogen und konnte dort nicht mehr pennen. dann die halbe Nacht wachgelegen mit krassen Schmerzen, mit Überschöpfung, mit ganz schlechten Vitalwerten auch. Ich träge immer so meine bestimmte Vitalwerte mit meiner Uhr. Die waren absolut im Keller. Als ich dann irgendwann eingepennt bin heute morgen relativ früh wieder aufgewacht mit massiven Kopfschmerzen. Das passiert auch nach den allerschönsten Dingen. Das war gestern wirklich die schönste und endigste Begegnung. Und trotzdem hat es sehr viel mit meinem Körper gemacht. natürlich, wenn das, und das ist halt, muss man dazu sagen, es passiert häufiger als es nicht passiert. Genau, so rum. Und natürlich... Wenn das der Fall ist, dann überlegt man sich auch bei den schönen Sachen, kann ich das? In welcher Form kann ich das? Das überlegt man sich dann halt zehnmal. Und natürlich finden dann ritualisierte Kaffee-Dates in Kneipen oder Cafés, bei denen man sich einfach nur zum lustigen Plaudern trifft, eher selten statt oder gar nicht mehr statt. Die sind halt eine absolute Ausnahme geworden. Und zwar nicht nur aufgrund meiner eigenen Situation, sondern aufgrund der Lebenssituation. in der wir uns alle befinden mit unterschiedlichen Schicksalsschlägen, mit Lebensveränderungen, mit Erkrankungen, mit Verlusten und Trennungen, mit beruflichen und privaten Neuorientierungen, mit Sorge- und Pflegeaufgaben. Also all diese Dinge haben oder prägen ja Menschen auf unterschiedlicher Art. Und alle stehen vor Herausforderungen und alle versuchen, ihr Privatleben zusammenzuhalten. Und natürlich fallen dann so lockerflockige Plaudertreffen, die fallen dann vielleicht eher hinten runter. Also es sind, wie gesagt, mehrere Faktoren. Gleichzeitig darf ich aber auch sagen, dass neue Freundinnen in mein Leben getreten sind. Und dazu also nicht nur neue Freundinnen, sondern Alte, bestehende Freundschaften haben sich nochmal verfestigt und halten immer noch, obwohl oder vielleicht auch gerade weil so viel los ist in unser aller Leben. So und was sich aus meiner Sicht dabei verändert hat, sind zum einen die Kommunikationswege, aber auch die Themen, über die wir sprechen. Also es geht viel häufiger unsere Lebenssituation, gesellschaftliche Themen, unsere Haltung, die Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen, die uns beschäftigen, die uns umtreiben, die uns Sorgen machen. Es geht so was wie, wie können wir uns gegenseitig den Rücken stärken? Es geht Solidarität, Mitfühlen, emotionalen Support und halt nicht mehr ich sag mal, so was wie Gossip oder so. Also ich glaube, dass klassisches Klatschen und Tratschen einen Wert an sich hat. Ich hab das auch früher genossen, sofern es nicht in die Abwertung von anderen Menschen ging. Ich find das auch heute manchmal noch irgendwie leicht und schön, aber ich glaube, aufgrund unserer Lebenssituation und aufgrund dessen, was in meinem Leben und im Leben meiner Freundin los ist, gibt's dieses klassische Gossipen, das gibt's, glaub ich, gar nicht mehr. In Gesprächen. Und auf eine Art ist das irgendwie auch toll, weil ich das Gefühl habe, die Beziehungen, die bestehen, die haben halt eine ganz neue Tiefe bekommen. Und was sich halt auch verändert hat, ich habe es eben schon kurz angesprochen, sind die Kommunikationswege. Also früher hat die Kommunikation, klar hat die auch mal in SMS oder so stattgefunden, aber man hat sich halt auch regelmäßig getroffen und ausgetauscht und geplaudert und war so irgendwie auf eine Weise viel näher beieinander. Und heute findet Austausch häufig über Sprachnachrichten oder auch über Videocalls statt. Einige meiner Freundinnen leben inzwischen viel zu weit weg, als dass man sich schnell überhaupt... Also, als das überhaupt die Möglichkeit bestehen würde, sich mal schnell auf einen Kaffee zu treffen. Ganz abgesehen davon, dass es dann aus anderen Gründen wieder schwierig wäre. Aber es gibt doch einfach nicht die Möglichkeit. Und früher wäre das für mich vielleicht ein Ausschlusskriterium für eine Freundschaft gewesen. Ich wollte meine Freundinnen möglichst viel und möglichst oft und lange sehen und... Das meistens in der Kneipe oder in einem Café. Und heute ist es für mich ganz, ganz wichtig und elementar, dass man auch auf die Distanz Kontakt halten kann, am Leben der Liebsten teilhaben zu können. Und wenn wir nicht über Sprachnachrichten und Video-Calls im Kontakt stehen würden, dann wäre ich für meinen Teil sehr, sehr isoliert. Und ich glaube, dass es mir nicht alleine so damit geht. Und damit hat sich bei mir auch so bisschen die Erkenntnis eingestellt, die Qualität und Tiefe der Freundschaft, die messe ich gar nicht mehr daran, wie häufig man spricht, und über was man spricht, viel mehr daran, ob es uns gelingt, einer gewissen, auf einer tiefgehenden Ebene einzuchecken, auch wenn man lange nicht gesprochen hat. Ich messe sie. ob wir die gleichen Werte teilen und wie wir mit unterschiedlichen Haltungen und Herangehensweisen umgehen. Man muss ja gar nicht immer einer Meinung sein. Aber es ist schon entscheidend, ob es uns auch gelingt, aushalten zu können, wenn wir uns uneins sind. Und wie wir dann darüber sprechen, dass wir uns uneins sind. In früheren Freundschaften war das ... Ganz häufig ist nicht über Konflikte oder Unterschiede gesprochen worden. Es ist einfach so gemacht worden, als gäbe sie nicht. Es ist aber damit auch nicht wirklich über Bedürfnisse und Grenzen gesprochen worden, sondern es ist einfach in bestimmten Annahmen gelebt worden. Und wenn es dann doch geknirscht hat, dann sind Beziehungen einfach auch knallauf Fall oder auch mal schleichend beendet worden, wenn was nicht gepasst hat. So und das finde ich sehr, schade, weil also mir ist in einer Freundschaft heute Nähe und emotionaler Support auch über eine räumliche Distanz unglaublich wichtig. Und deshalb messe ich meine Freundschaften auch daran, ob es uns gelingt, uns aufrichtig und mit Interesse zu begegnen und ob wir dazu bereit sind, uns aufeinander einzulassen und uns auch zusammenzuentwickeln. Das ist natürlich, wir hatten es gestern mit diesen beiden Freundinnen, hatte ich es auch davon, bzw. eine Freundin hat das gesagt, naja, Man entwickelt sich ja auch nicht immer im gleichen Tempo, macht man auch in Partner-Innschaften ja nicht. Und manchmal hat man aber das Glück, dass es doch so ist. Und die Frage bleibt dann aber, wie gehen wir damit wenn wir uns in unterschiedlichen Tempos entwickeln? Wie bleiben wir trotzdem in Kontakt? Wie gucken wir nacheinander? Wie begleiten wir einander? Vor diesem ganzen Hintergrund und mit all diesen Gedanken und Überlegungen und Feststellungen ist für mich klar geworden, dass Freund-Innschaft auch einen höheren Beziehungsstellenwert für mich erhalten hat. Sie ist nicht mehr nachgelagert und irgendwie so was entertainiges nach Familie oder Partner-Innschaft, sondern sie ist gleichbedeutend mit Familie und Partner-Innschaft. Beziehung jeglicher Art, egal ob das in der romantischen Beziehung ist, in der familiären oder eben in einer freundschaftlichen bedeutet für mich auch, dass man dazu bereit ist, diese Beziehung und in den Erhalt der Beziehung zu investieren, an ihr zu arbeiten, damit sie gelingen kann. Und natürlich meine ich das nicht bedingungslos und jeden Preis, aber doch so zumindest als Grundhaltung, als Bereitschaft. miteinander und nacheinander gucken zu wollen. Und das halt im Einklang mit den Bedürfnissen der jeweils beteiligten Personen. Und ich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich heute sagen kann, weil es gab in dieser krassen Krankheitsphase, in dieser akuten Krankheitsphase, wo ich wirklich hausgebunden war, wo ich auch zum Teil bettgebunden war, über glücklicherweise kürzere Phasen, gab es Zeiten, da dachte ich, ich bin komplett isoliert von der Außenwelt, ich bin völlig allein auf dieser Welt. Und ich meine, man verfällt auch ja in so eine so eine Traurigkeit. Aber jetzt nochmal spüren zu können, dass da Menschen sind, mit denen es mir gelingt, auf die Distanz, über diese Kommunikationswege trotzdem so verbunden zu sein und sich so interessiert zu begegnen, das ist schon sehr, sehr berührend. Und natürlich bedeutet Freund-Innschaft für mich auch, vor dem, ich gerade gesagt habe, auch sorgsam mit den eigenen Kapazitäten und selbstverständlich mit den Kapazitäten der anderen umzugehen. Sie bedeutet Solidarität und Fürsorge und das in einem gegenseitigen Einverständnis. Und deshalb lohnt es sich aus meiner Sicht auch immer mal wieder darüber zu sprechen, was man von Freundinnen gegenseitig erwartet. Also macht man in jeglicher Art von Beziehung ja, die Beziehung zu stabilisieren auch. immer mal wieder einchecken und fragen, was brauchen wir? Wie können wir da sein? Wie können wir uns unterstützen? Welche Art von Kommunikation brauchen wir? Welche Art funktioniert gut? Und was funktioniert vielleicht nicht gut? Wie kann ich Freundschaft auch nicht leben? Also all diese Dinge immer mal wieder zu besprechen. Und ich weiß nicht, ob das eine natürliche Entwicklung ist, ob das mit der Lebenssituation zusammenhängt, in der ich und in denen auch meine Freundinnen sich befinden. Und wie immer, wahrscheinlich ist es auch hier eine Frage von Privilegien und natürlich Ansprüchen und Werten, wie man seine Freundschaften lebt und pflegt. Aber ich für mich persönlich kann sagen, dass sich mein Blick darauf in den letzten Jahren massiv verändert hat. Und zwar nicht ausschließlich aufgrund der persönlichen Entwicklung, sondern auch auf Basis einer Beschäftigung mit Feminismus, mit Themen wie Solidarität, aber oder in Konsequenz. auch mit einem allgemeinen Verständnis davon, wie ich an Beziehungen herantrete und wie ich Beziehungen leben möchte. Soweit also meine Gedanken zu diesem Thema. Vielleicht ist da ja was dabei, was du von dir kennst oder womit du Relaten kannst. Wie immer, lass mich sehr, gerne an deinen Gedanken teilhaben. Schreib mir gerne in den Kommentaren oder auch per Mail oder bei Instagram DM. Mein Profil ist ja wieder zugänglich. Schreib mir jederzeit gerne deine Kommentare, deine Gedanken dazu. Das interessiert mich wirklich. Das interessiert mich wirklich und aufrichtig und ehrlich, was ihr zu den Themen denkt, die ich im Podcast spreche. Ob ihr mir widersprecht, ob ihr sagt, das kenne ich für mich, ob ihr vielleicht neue Gedanken, neue Erkenntnisse habt. Lasst mich gerne daran teilhaben. Ich freue mich jedes Mal sehr über eure Rückmeldung. Und jetzt komme ich kurz vorm Folgenende noch natürlich zu einem Mutausbruch. Und ich bin mir gar nicht so sicher, ob wir in einer der letzten Folgen vielleicht schon mal auf eine Art über dieses Thema auch gesprochen haben. Und zwar geht es darum, sich vor anderen zu verstellen oder zu maskieren oder noch konkreter sich nicht zu trauen. Man selbst zu sein oder zu sagen, was man denkt. Ich bin schon so oft aus Unterhaltungen rausgegangen, wo ich mich hinterher massiv geschämt habe, dass ich nicht klarer für meine Haltung, nicht klarer für meine Meinung eingestanden bin. Ich bin schon ganz oft aus Gesprächen raus und hab hinterher gedacht, ich bin doch irgendwie auch wie so ein Fähnchen im Wind, weil ich dann ... manchmal still war, manchmal habe ich sogar unterstuerlich vielleicht Dingen zugestimmt, ich bei näherer Betrachtung gar nicht so geil fand und finde. Und ich weiß, dass das aus so einem People Pleasing heraus passiert. Also aus diesem Wunsch gefällig sein zu wollen, bloß nicht anzuecken und aus einer massiven Angst davor, einen Konflikt zu provozieren oder zu... wenn man jetzt widerspricht, wenn man eine andere Haltung einnimmt als das Gegenüber und dass es nicht nur zu einem Konflikt kommt, sondern sogar vielleicht zu einem Kontaktabbruch, zu einer Abwertung, so dass man vielleicht ausgeschlossen wird, dass man nicht mehr gemocht wird. Also der Kern von People Pleasing einfach. Und das ist was, das finde ich bis heute sehr, sehr schwer zu vereinbaren. Ich kenne die Mechanismen inzwischen. und ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit intensiv mit den Mechanismen bei mir selbst und auch bei anderen. Und bin trotzdem nicht davor gefreut, immer mal wieder in Situationen zu kommen, insbesondere dann, wenn ich vielleicht schon überreizt bin oder wenn ich aus irgendwelchen Gründen, aus welchen auch immer, in einem gewissen Stress bin und besonders dann, wenn es Personen geht, die vielleicht eine gewisse Autorität mitbringen. Und das kann ... Das darf man mal dazu oder das darf ich dazu sagen, das darf ich mir eingestehen. Das können manchmal wirklich Männer sein, die eine gewisse Autorität anstrahlen. Das können aber auch andere Frauen sein, keine Ahnung, vielleicht ein gewisses Amt innehaben oder sowas. Dann kann es sein, dass ich sehr schnell in so eine untergeordnete Rolle verfalle und mich anpasse und zustimme und vielleicht im ersten Moment so ein bisschen unkritisch auch bin und Diese Kritik oder dieses Reflektieren gelingt mir dann häufig erst, wenn ich wieder alleine bin oder wenn ich wieder in Ruhe bin. Das heißt, es ist fast schon wie so ein Automatismus, sich in bestimmten Situationen anzupassen, dieses Gemocht-Wird oder mindestens Akzeptiert-Wirdens sicherzustellen. Weil das halt wichtig ist. Weil das wichtig ist, keine Verletzung zu erfahren. Ich kann inzwischen da relativ empathisch mit mir sein. kann da auch kritisch und reflektiert drauf gucken und trotzdem bei allem Verständnis und bei allem Selbstmitgefühl auch und bei allem Verständnis für die dahinter steckenden Prozesse und Abläufe und Verhaltens- und auch Erfahrungsmuster schäme ich mich trotzdem dafür. weil ich natürlich nicht die Person sein will, die einer Meinung zustimmt, die ich eigentlich nicht heile. Sondern ich möchte ja dazu in der Lage sein, auch eine Unterhaltung kritisch und aus vielen verschiedenen Perspektiven zu führen. Und ich weiß, dass ich das bin. Ich kann das eigentlich sehr gut, wenn der Rahmen dafür stimmt und wenn ich mich sicher genug fühle. Und das ist eine ganz grundlegende Erkenntnis, dass Wenn ich dieser Scham begegnen möchte, da drin steckt, also dieser Scham, sich manchmal wie ein Fähnchen im Wind zu fühlen, wenn ich der begegnen möchte, dann brauche ich Sicherheit. Genau, das ist, ja, das treibt mich immer mal wieder zum Glück lange nicht mehr so häufig wie früher, weil alles ist ja Entwicklung und alles ist Prozess. Und doch passiert das noch oft genug, dass es mir die Scham so den Rücken hochkriechen lässt. Und ich dachte, ich teile das mal wieder mit euch, weil das zum einen einfach Teil dieses Podcasts über Dinge zu sprechen, für die ich mich schäme. und natürlich immer auch vor dem Hintergrund oder mit dem Wunsch. ist dir vielleicht bisschen leichter zu machen. ich glaube oder die Rückmeldung bislang ist, dass viele Dinge oder viele Themen, über die ich in diesem Mutausbruch spreche, dass die viele von euch kennen. Und dass es sich entlastend anfühlen kann zu checken. Ey, das ist sauerzend und es ist irgendwie... Ich möchte mich nicht dafür schämen und ich möchte mich... kann eigentlich... Ich möchte nicht in bestimmten Situationen sein, für die ich mich schäme. Und gleichzeitig fühlt es sich entlastend an zu wissen, ich bin damit nicht alleine. Es Personen, die das nachempfinden können. Deshalb ist mir der Mutausbruch als Kategorie sehr wichtig. Und jetzt sind wir am Ende dieser Folge angelangt. Danke, dass du die heutige Folge der Anekdoten gehört hast. In der aktuellen Bonus-Folge, die da heißt oder die immer unter dem Motto steht, scharf freigefragt, sprechen wir darüber, warum wir so schwer Pause machen können, obwohl wir spüren, dass wir erschöpft sind. Und diese Folge, diese Folge scharf freigefragt, ist schon Ende August bei Steady erschienen. Und wie in allen Bonusfolgen gibt es auch hier wieder Einordnungen, Handlungsimpulse und Reflexionsfragen zu diesem Thema. Wie finde ich denn in die ins Pause machen, obwohl ich erschöpft bin und warum kann ich mir das so schwer erlauben, obwohl ich so sehr merke, dass ich längst hinüber bin? Alle Bonusfolgen, die wie so Art Mini-Coaching funktionieren, sind meinen Steadymembers vorbehalten. Du kannst alle bisher erschienen Folgen mit einer Membership bei Steady hören. Und nicht nur die jeweils aktuellsten, die dann nach dem Abschluss deines Deiner Membership erscheinen, sondern wirklich alle, die bislang erschienen sind. Wenn du mir auch mal eine Frage schicken möchtest, die ich vielleicht in einer der nächsten Bonusfolgen besprechen soll, freue ich mich sehr über deine Mitgliedschaft bei Steady und dort kannst du dann... Eine Frage einreichen. Du findest mich? Diese Bonusfolgen unter dem Motto Schamfrei gefragt, aber auch meine Texte und Essays beißt Daddy ebenfalls unter den Namen Annek Dothen. Den Link dorthin und auch den Link zu meiner Website sowie zu meinem ersten Roman, Pages of Purple, sowie zu meinem Kinderbuch, Die Abenteuer von Lady Rumpelröbs, findest du in den Show Notes. Folgt mir sehr, gerne auch bei Instagram unter Und dort findest du dann auch nochmal alle wichtigen Infos, Updates, Links, alles was es so zu wissen gibt in meinem Profil. Und hier hören wir uns wieder ganz regulär in 14 Tagen. Ich freue mich jetzt schon drauf und schicke ganz, ganz liebe Grüße. Mach's gut du lieber Mensch. Bis ganz bald.