Anne: Hello! Leute, ich trage Strümpfe. Gestern hab ich sogar schon einen Pulli getragen und eine Wärmflasche gab's auch schon. Das kann nur eins bedeuten. Ich finde, das ist wirklich eine Meldung wert. Dieser krasse Sommer, diese unfassbare Hitze geht einem zu. Es ist die Zeit, ich hab meinen Gamer Girls-Rewatch angefangen. Ich kann's nicht erwarten, dass es endlich kühler wird, es herbstlicher wird, aller Liebe zum Licht, bei aller Liebe zu langen, hellen Sommerabenden. Aber, ey, mein Körper ... freut sich in diesem Jahr ganz besonders auf kühlere Temperaturen und auf ein bisschen, ich hab so Bock auf Cosiness und auf Einmuckeln irgendwie. Aber das ist jedes Jahr Ende August, Anfang September so. Und jedes Jahr Ende August, Anfang September freu ich mich sau viel drauf und drüber und in diesem Jahr besonders. Und noch was ist besonders, wenn diese Folge rauskommt werde ich in ein paar Tagen 40. Und ich habe beschlossen, dass ich euch in dieser Folge Mal wieder und zur Abwechslung, wie eigentlich immer, mit in meinen Kopf nehme. Wir sprechen übers Vierzigwerden, über veränderte Rollenbilder, über veränderte Vorstellungen, von die ich von mir selbst habe und hatte. Und auch vielleicht ein bisschen vom Blick in die Zukunft. Das heißt, es wird so ein bisschen mein ganz persönliches Geburtstagsrecap-Special. Und du, du kannst live dabei sein. Ihr könnt live dabei sein. Na ja, fast live. Ihr könnt dabei sein. Bevor ich mich hier weiter verquatsche, ich sagen, wir starten jetzt in die heutige Folge rein. So, hallo nochmal. Bevor wir gleich bisschen tiefer tatsächlich in die Inhalte gehen, kommt hier erstmal nochmal eine wichtige Serviceinfo. Die nächste Folge kommt ausnahmsweise eine Woche später. Also nicht in 14 Tagen, sondern erst in 3 Wochen und damit erst am 18. September, weil ich zwischendrin im Urlaub bin und weil ich so bisschen das Ganze entzerren möchte. Und genau, mein Podcast, meine Regel, so machen wir das. Aber ihr wisst Bescheid, dass und wundert euch nicht, wenn die nächste Folge nicht in 14 Tagen kommt, sondern erst in drei Wochen. Denn genau, ich hab's gesagt, ich mach ein bisschen Urlaub, weil ich werde Anfang September 40. mein Gott. Ja, und weil das so ist, hab ich gedacht, wir machen das Thema 40 werden. So ganz im Allgemeinen, aber natürlich auch sehr persönlich und sehr, ähm, sehr privat irgendwie auch. Wir machen das Ganze zum Fokusthema der heutigen Folge. Vielleicht so bisschen mit dem Blick auf, wie geht's mir mit dem Älterwerden? Wie geht's uns mit dem Älterwerden? Wie geht's einem als Frau oder als weiblich gelesene Person mit dem Älterwerden? Was von dem ist so geworden in meinem Leben, wie ich es wollte? Was ist ganz anders geworden? Überall das werden wir sprechen. Und vielleicht merkst du, oder mein Wunsch ist ja immer, warum ich die Dinge teile, mein Anspruch, mein ... Keine Ahnung, nee, mein Anspruch nicht. Aber warum ich die Dinge teile und warum ich über Dinge spreche, ja so ein bisschen auch der Gedanke dahinter, dass das ein oder andere bei dir auch anklingt und dass du dich in dem einen oder anderen Fleisch auch wiederfindest. Und vielleicht ist es auch mit diesem Thema so. Jedenfalls haben meinen 40. Geburtstag mein Partner und ich zum Anlass genommen, mal noch ein paar Tage wegzufahren. Bislang war dieses Jahr relativ turbulent auf sehr viele gute Arten. Ich bin ja noch relativ frisch selbstständig und es gab noch keinen richtigen Erholungsurlaub. Dazu muss ich aber auch sagen, dass die meisten meiner Tage viel lockerer, entspannter ablaufen als noch in meiner Festanstellung. Und ich hab mir so einen viel besseren Rhythmus aus Arbeit, Pausen und Erholung angewöhnt, als das früher der Fall war. Und das war ja auch einer der Gründe, mich selbstständig zu machen, mir im Alltag mehr Freiheit zu erlauben, meinem Rhythmus, mit meinen Bedürfnissen mitgehen zu können. Und das funktioniert erstaunlich gut. Und deshalb hab ich jetzt auch gar nicht so krass das Gefühl von, Gott, ich bin so urlaubsreif oder so, weil dieses Jahr mir so entsprochen hat bislang. Genau, diese Not zum Urlaub gar nicht da ist. Ganz abgesehen davon, dass Urlaub ein krass privilegiertes Thema ist. Anyway, wir fahren jetzt also ein paar Tage weg. Und ich wollte unbedingt noch ein paar Tage am Meer verbringen, weil ich das Meer unfassbar liebe und weiß, dass ich dazu richtig Erholung finden kann, auftanken kann, vielleicht auch so meiner Kreativität noch mal bisschen Schufa passen kann. Und für meinen Geburtstag ... der in diesem Urlaub stattfindet, stelle ich mir dann vor, dass wir überhaupt nichts tun, außer am Meer zu spazieren, am Meer zu sitzen, Kaffee zu trinken, vielleicht noch eine Buchhandlung ausfindig zu machen und das Ganze dann wieder von vorne spazieren, sitzen, Kaffee trinken. Das ist mein Plan für meinen Geburtstag. Und ich überlege sogar, ob ich in diesem Jahr mein Handy ausschalte. Das ist was, ich mache das nie, mein Handy ist immer an und damit hadere ich ja auch an der einen oder anderen Stelle, wie es auch schon im Podcast schon an der einen oder anderen Stelle mal ... geteilt habe. Und ich überlege tatsächlich, ob ich an meinem Geburtstag einfach das Handy ausschalte, nicht ausklänke und nur bei mir und meinem Partner bin, einfach mal nur zu sein. So, das klingt für mich nach einem ziemlich guten Plan. Und genau, wenn es soweit war, werde ich euch wissen lassen, wie es denn dann war und wie ich es gestaltet habe. Auf jeden Fall war es mir wichtig und es war mir viel, lieber wegzufahren als zu feiern. bin überhaupt kein Fan von großen Feiern. Mir ist das viel zu viel, mir ist das zu trubelig. Ich verfalle dann komplett in so eine Hektik. Der People-pleasing-Anteil in mir kommt ganz krass raus. Ich bin total überreizt. Ich will mit jedem sprechen. Alle sollen alles haben. Ich will viel geiles Essen selbst herstellen und und und und. Das heißt, der Anspruch, die Bar, die ist wirklich enorm hoch. Und ich weiß, dass mich das aber so krass erschöpft und so krass rüttelt, dass ich es tatsächlich sein lasse. Das heißt, für mich wäre auch so was zum Beispiel wie eine große Hochzeit komplett undenkbar. Für mich persönlich. Ich finde es immer total schön, wenn Menschen das mit einer Leichtigkeit tun. Ich mag auch diese Art von Feiern gern, aber Ich kann das für mich nicht gut umsetzen. Vielleicht habe ich noch nicht den richtigen Feiermodus für mich gefunden. Vielleicht bin ich noch nicht entspannt genug, das Thema angeht. Aber so ist es. Und das ist ja vollkommen okay. Ich weiß, meinem 30. Geburtstag hat meine Familie mir eine riesengroße Gartenparty geschmissen. Und es war mega, mega schön, weil da stand so kleines Zelt im Garten meiner Eltern. Es gab Ballons, und waren viele Leute da. Es war total schön, weil es so liebevoll war. weil ich so gemerkt habe ... Da kümmern sich Leute wirklich mich. Ich werde so gewehrt, Schätz. Dann möchte mir eine schöne Feier bereiten. Das hat mich unfassbar geehrt. Ich fand das unglaublich lieb einfach. Aber ich war halt an dem Tag auch komplett überfordert. Und zwar so sehr, dass ich mich komplett betrunken habe. Vor lauter Überforderung. Und das würde mir heute auf gar keinen Fall mehr in den Sinn kommen. Ich betäube mich nicht oder betäube meine Überreizung, meine Überforderung nicht mit irgendwelchen Dingen. Ganz abgesehen davon, dass ich eine enorm kritische Haltung gegenüber Alkohol entwickelt habe. Ja, das würde mir einfach nicht mehr in den Sinn kommen. Genau, und auch wenn diese Zeit also, diese Feier von meinem 30. Geburtstag mit Zelt und Luftballons und allem Truvontran und Garten meiner Eltern wirklich, wirklich schön war, war es eben auch sau viel Arbeit für alle Beteiligten. Das war ein riesengroßes Geschenk, was meine Familie mir da gemacht hat. Aber ich möchte das auch niemandem zumuten, so etwas mit zu organisieren. Also ich habe auch gar nicht die Erwartung, nur weil ich das nicht kann und möchte, dass das jemand anderes für mich macht oder so. Und wie gesagt, so allein oder allein mit meinem Partner kann und will ich das Ganze einfach nicht. Das ist zu viel. Das ist mir zu viel und ich glaube, es ist okay, weil jede Person so feiern darf, wie sie möchte. Und in meinem Fall ist es jetzt einfach so, dass wir in den Urlaub fallen. Genau, so ist es. Wenn du magst, schreib mir gerne in die Kommentare, wie ist das bei dir? Magst du Geburtstag groß feiern? Magst du große Feiern? Stress du dich damit? Ist das so ein, ich muss es für alle schön machen, oder feierst du gern groß, weil es für dich easy ist? Willst du eine wilde Sause mit allem drum und dran, oder magst du es lieber ruhig und gediegen? Genau, teils das gerne mit mir. Es würde mich interessieren, wie das Stimmungsbild dazu ist. Bevor wir jetzt gleich tiefer in das Thema 40 werden einsteigen, gibt es noch eine kurze Recap zu dem, was in den letzten 14 Tagen noch so los war und natürlich auch zu dem, was ich gelesen habe. Zum einen, ich war am Wochenende in Saarbrücken und mich verbindet ja ganz, ganz viel mit der Stadt, weil ich dort in der NDR aufgewachsen bin, weil ich eine Zeit lang dort gewohnt habe und die Stadt einfach mag, weil sie so klein und schnucklig ist, wenn man alles zu Fuß erledigen kann und weil sie super schöne Ecken hat. Also ich liebe Saarbrücken wirklich. Und wir wohnen ein gutes Stück weit weg inzwischen. Und so ab und an verschlägt uns dann noch mal am Wochenende in die Stadt. Und am Wochenende hatte das einen Grund. Wir waren nicht nur Kaffee trinken, Kuchen essen, selbstverständlich. Und wir haben auch nicht nur den obligatorischen Besuch im Buchladen mitgenommen, sondern wir waren hauptsächlich wegen der Andy Warhol Ausstellung in der modernen Galerie des Saarlandmuseums dort. Mein Partner und ich, sind beide keine riesigen Warhol-Fans. Wir keine riesigen Pop-Art-Fans im Allgemeinen. Aber wenn eine Ausstellung dieser Art und dieser Größe in der Nähe ist, dann versuchen wir das auch mitzunehmen, weil wir beide schon auch Kunst interessiert sind und Museumsbesuche auch einfach. Also ich finde das geil. Ich gehe gerne ins Museum. Und zwar wirklich, das klingt jetzt so despektierlich, aber zwar überraschend großartig. Und zwar nicht, also für mich überraschend, weil ich eben kein großer Warhol-Fan bin. Das hat mir wirklich richtig, Richtig gut gefallen. ja, so ein Museumsbesuch ist auch einfach ganz häufig ein Erlebnis, wenn man Zugang dazu hat. vor allem, also ich persönlich mag vor allem Ausstellungen von einzelnen KünstlerInnen ganz gerne, weil man so auch, oder weil ich so auch ein Gefühl für das jeweilige Schaffen in einem eigenen Kontext bekomme. So und ich das mag, Entwicklungen von KünstlerInnen zu sehen. Vielleicht von Entwürfen, von Skizzen hin zu ganz bekannten Kunstwerken, vielleicht auch mal Kunstwerke zu sehen, die nicht so bekannt sind. Ich mag das einfach sehr, sehr gerne. Und in dem speziellen Fall war es auch einfach wirklich cool, diese knallbunden Trucke im Großformat zu sehen und das nochmal in einem großen Raum, in einem großen Saal angeordnet. Also es hat schon Eindruck gemacht. Es war wirklich interessant und spaßig. Und falls ihr aus der Nähe kommt, dann... leg ich euch die Ausstellung sehr ans Herz. geht, glaube ich, noch bis Mitte Oktober. Der Eintritt fürs Museum kostet 10 Euro. Man kann dann in alle Säle gehen. Auch die anderen Säle sind total beeindruckend. Also wir haben uns echt Zeit gelassen, sind durchspaziert. Also moderne Galerie Saarbrücken, echt eine große Empfehlung insgesamt. Und jetzt natürlich noch die Empfehlungen. Oder was habe ich in den letzten 14 Tagen, Gott, meine Sprache, Leute. Was habe ich in den letzten 14 Tagen gelesen? Ich hab zum einen, oder ich bin immer noch dabei, ich hab's in der letzten Folge schon erzählt, bin wirklich immer noch dabei, von Sarah J. Maas den dritten Teil der Throne of Class-Reihe Erbin des Feuers gelesen. Und ich bin jetzt kurz vor Ende, ich hab's gestern nicht mehr geschafft, zwärdig zu lesen, weil ich eingeschlafen bin. Ich hab den ganzen Tag tatsächlich dran gelesen. Und so ab der Hälfte des Buches, ich sagen, ist es für mein Empfinden richtig spannend geworden, sodass ich jetzt richtig Bock habe, weiterzulesen. Wenn ich hier fertig bin mit der Aufzeichnung, werde ich auch sofort in das Buch gehen, das heute fertig lesen. Ich freue mich sehr drauf und ich habe jetzt auch noch mal mehr Bock, dann auch weiterzulesen. Ich habe ja die ganze Zeit gesagt, ich bin so ein bisschen inzwischen, ja, ich finde es schon gut, aber ich weiß auch nicht. Es ist auf jeden Fall gut genug, dass es mich dran hält. Und ich glaube, jetzt hat es Klick gemacht und jetzt bin ich voll am Start mit der Throne of Class-Reihe. Die Protagonistin ist auch einfach wirklich großartig, muss man dazu sagen. Genau und dann gibt es noch zwei Romances. Zum einen habe ich von Lucy Astner, kein Sommer ohne August, bzw. kein Sommer ohne August gelesen. Was gerade irgendwie gefühlt überall präsent war jetzt im Sommer. Das geht so ein bisschen in die Richtung oder in den Erzählstil auch von dem, was Carly Fortune mag. Also es so eine Sommer-Romance. Hab ich sehr gemocht, hab ich sehr gemocht. Das ist ein Setting in Meeresnähe, merk ich immer. Das ist ein Kleinstadt-Setting, mag ich immer. Das eine ganz klassische Romance, man weiß worauf es hinaufläuft. Lieb ich einfach Also ihr wisst Bescheid, ist einfach mein Ding. Also ganz, ganz schön. Und dann lese ich aktuell, und da bin ich so ungefähr zu 60 % durch von meiner lieben Autorinnenkollegin Irina Ebert, ein Hauch von Nähe. Ist auch eine Romance. spielt in Berlin beziehungsweise in dem kleinen Ort Bad Saarow. ist eine sehr schöne, also bislang, ich bin noch nicht ganz durch, aber alles, was ich bislang gelesen habe, ist eine ganz, ganz schöne Erzählung, schöne Romance mit sehr viel, also man merkt, die Charaktere haben auch Tiefgang, ist was dahinter. Man fühlt mit denen mit, man leidet auch so ein bisschen mit denen mit und das sind nicht so... Es sind keine oberflächlichen Figuren, sondern da ist schon sehr viel dahinter. Und ich mag Irina Steele auch sehr, gerne. Von daher auch das. Ganz, ganz große Empfehlung. Ein Hauch von Nähe ist, glaube ich, erst vor... Ich glaube, er ist sogar erst jetzt im August erschienen, also noch ganz frisch. Und ich bin hier immer groß, sehr dafür, Self-PublisherInnen zu unterstützen. Also guckt euch das unbedingt sehr, gerne an. Es ist eine große Empfehlung. So, und jetzt... Jetzt kommen wir so richtig in das Fokusthema. Nachdem ich ja schon so ein bisschen zu meiner persönlichen Haltung zum Thema Geburtstag feiern gesprochen habe, gehen wir jetzt so bisschen tiefer in das Thema 40 werden rein. 40 werden insgesamt, 40 werden als Frau, als weiblich gelesene Person, 40 werden als Anne. So. Und ich nehme mich jetzt einfach mal mit. Und als ich angefangen habe, so ein bisschen... Nee. Ich hab die letzten Wochen, natürlich weiß ich, wann mein Geburtstag ist, und hab die ganze Zeit so bisschen das wie weggeschoben. Und hab so, näher das Datum kam und je näher der Tag kam und kommt, hab ich gemerkt, dass sich so ein Gedanke aufgedrängt hat von, hä, Moment, ich werd ja 40, sollte das nicht irgendwas mit mir machen? Sollte ich mir da jetzt nicht mehr Gedanken drüber machen? So, und das Das tue ich hiermit. Das tue ich hiermit. Oder habe ich dann hin für die Vorbereitung der Podcastfolge hingesetzt und angefangen, Gedanken drüber zu machen. Ich dachte, das ist eine schöne Rahmenung, einfach an meinen Gedanken teilhaben zu lassen. Und das Erste, was mir in den Sinn kam, waren die Gedanken oder die Erinnerungen am 31. Geburtstag. Und da gab es eine Szene, ist eine Person zu mir gekommen, die zu meinem Geburtstag eingeladen war und hat so gesagt, ja. Du hast ja immer noch nicht geheiratet, dann kommen wir halt jetzt mit dir feiern. Hier hast du dein Geschenk, weil zur Hochzeit werden wir dir wahrscheinlich ja nichts schenken. Weil wir dir keine geben. So auf die Tours. Zwar nicht 1 zu 1 im Wortlaut aber das ist so durchgeklungen. Und ich muss sagen, es hat ganz schön gesessen an dem Tag. So sehr, dass das eine der ersten Erinnerungen auch zehn Jahre später ist, die mir an diesen Tag in den Sinn kommt. Und das hat mir damals und auch heute noch richtig, richtig wehgetan. Auch wenn ich weiß, die Person, die das gesagt hat, die wollte mich nicht verletzen, die hat so eine ganz direkte Ansprache. Und dennoch liegt da ja so eine gewisse Haltung und Erwartungshaltung einfach dran. So, und dieser Spruch hat nicht so wehgetan, weil ich nicht verheiratet war und bin, sondern weil die Erwartungshaltung, die halt eben da drinsteckt ist, dass man als Frau ja wohl zu einem bestimmten Punkt in seinem Leben verheiratet sein müsse. Und das... Also diese Erwartungshaltung tut mir bis heute weh, weil das so vielen Menschen überhaupt nicht gerecht wird. Und ich dachte jetzt, weil seit diesem Ereignis, seit dem 30. Geburtstag und diesem Spruch zehn Jahre vergangen sind, und weil jetzt der nächste Runde Geburtstag bevorsteht, gucken wir mal gemeinsam auf das Thema Älterwerben. Auf das Thema... was es bedeutet, eine Frau in den 40ern zu sein, auf gesellschaftliche Zusammenhänge, auf Veränderungen mit Blick auf Körper und Leben, auf Erwartungen. Und das natürlich alles an, ja, festgemacht an meine Beispiele, so an meinen persönlichen Erfahrungen. Wir starten mal mit so einem etappenweisen Rückblick. So in 10er-Jahresschritten. Mit 10 Jahren dachte ich zum Beispiel, dass ich mit 40 auf jeden Fall verheiratet sein würde. Ich würde zwei Kinder haben, würde ein kleines Haus mit Garten haben. Mein Mann und ich, hätten gute Jobs und wir würden beide schon immer in diesen Jobs arbeiten. Also der absolute Klassiker. Und das ist einfach das Bild, das mir vermittelt wurde, wie ... Leben funktioniert und wie Familien aussehen, wie sich Leben gestalten und mit zehn Jahren hinterfragt man da ja überhaupt nichts. Das ist auch irgendwie gut und richtig so. Und ein Teil von mir denkt auch heute noch, dass das gar kein schlechtes Leben gewesen wäre. Also darum geht es eben, geht es gar nicht zu sagen, Das ist so ein Entwurf, den machen alle nur, weil sie nicht drüber nachdenken. Darum geht es mir gar nicht. Ich weiß, dass das für viele Menschen der Entwurf ist, den sie wirklich haben wollen. Es ist eben nur nicht mein Entwurf. Und wie gesagt, mit zehn habe ich mir da noch keine Gedanken drüber gemacht. Mit 20 war ich dann relativ frisch mit dem Abi fertig Und habe, glaube ich, noch weniger an die Zukunft gedacht als mit 10. Also ich habe so das Gefühl, mit 10 hatte ich so eine Vorstellung und mit 20 war mir alles egal. war ich voll im Moment. Und ich war halt so, wie man mit 20 halt eben ist. Ich habe frisch mit dem Studium angefangen. Ich dachte, ich wüsste, dass ich Lehrerin werden will und irgendwie auch, dass ich unverwundbar wäre. Und mein Gott, ich glaube, das ist völlig normal mit so 20, Anfang 20, dass man denkt, mir kann keiner was. Ich habe mir über Familienmodello und Partner-Innschaft überhaupt gar keine langfristigen Gedanken gemacht. Es war nur inzwischen seit einiger Zeit schon klar, dass ich keine Kinder möchte. Das hatte ich schon parat zu dem Zeitpunkt. Vielleicht machen wir zu dem Thema Kinderwunsch auch noch mal eine extra Folge, weil ich glaube, das ist so ein großes und wichtiges Thema, dass es sich da lohnt, mal tiefer reinzugehen. Genau. Aber die Anne mit 20, die hat halt auch relativ schnell gemerkt, dass sie auf gar keinen Fall Lehrerin sein kann. Ich wollte, ich wollte Germanistik studieren, wollte Philosophie studieren und ich dachte halt, dann bleibt mir sonst nichts übrig. Und es hat ja noch so ein bisschen zu dem Bild von mir gepasst, das ich mit zehn hatte, ne? festen Job, dauerhaften Job, sicheres Einkommen. Das hat ja schon noch irgendwie so gepasst. Bis ich dann gemerkt habe, nee, Gott, also so am Anfang vom Studium ging es drum, jetzt sollte ich dann in ein Praktikum gehen und ich hab direkt gecheckt, boah nee, auf gar keinen Fall kann ich mich vor der Klasse stellen. Und erst da habe ich angefangen, mich tiefer mit meinen Berufswünschen auseinanderzusetzen. Und zu der Zeit wurde ganz deutlich klar, dass es irgendwas mit Schreiben zu tun haben sollte. Weil ich in meiner ganzen Schulzeit immer und immer schon geschrieben habe. Ich habe mich in ganz vielen verschiedenen Bereichen ausprobiert. Ich habe versucht, Gedichte zu schreiben. Ich habe mal Theaterstücke geschrieben. Ich habe in Musical betextet, ich habe richtig, richtig viel geschrieben, habe philosophische Abhandlungen. Also habe ich da so richtig blind reingestürzt und mir auch alles erlaubt, einfach alles erlaubt zu schreiben. Das war so, cool. Und ich wünschte manchmal diese Freiheit von damals. Die hätte ich heute noch. Und als dann klar war, nee, ich werde keine Deutschlehrerin, ich werde keine Philosophielehrerin, habe ich mich damit auseinandergesetzt, wie dann schreiben sonst irgendwie? beruflich auch stattfinden könnte und ich habe dann angefangen bei einer Tageszeitung zu arbeiten neben dem Studium. Und das war ziemlich cool. Ich habe das sehr, sehr geliebt und insgesamt war in dieser Zeit, in dieser Lebensspanne ganz viel angesagt, einfach in den Tag hinein zu leben. Und ich vermisse diese Leichtigkeit, diese Unbedarftheit, ich mit 20 hatte, die vermisse ich heute richtig oft. Es war nicht immer alles nur rosig es war auch ganz viel anstrengend, weil ich auch ganz viel einfach noch nicht wusste, zum Beispiel zu meiner Neurodivergenz. Aber es war auch wirklich viel an Unbedarftheit da und das, ja, das fehlt mir heute häufig. Was ich aber auch dazu sagen muss, so mit Blick auf Gesellschaft ist, mit 20 dachte ich, Feministin zu sein, das ist auf gar keinen Fall eine Option. Das ist nicht nötig, weil wir sind ja alle längst gleichgestellt und das ist auch irgendwie verwerflich, weil Feministinnen, sind ja auch irgendwie keiner so... Also das sind ja schon eher so krantelige Menschen so auf die Tour. Also völlig verblendet und noch gar nicht im Thema drin. So, und da merke ich schon, dass es... Ja, dass es auch schön ist, dass man sich mit den Jahren entwickeln kann. Mit 30 war mir dann klar, ich will keine Kinder, ich brauche keine Ehe, ich bin eine Person, die sich regelmäßig weiterentwickeln und auch neu ausprobieren möchte, vor allem beruflich und professionell. Und ich will so ein gewisses Maß an Freiheit auch haben. So, und dass ich das leben kann, dieses ständige sich weiterentwickeln, sich ständiger ausprobieren, das ist nicht nur Privileg, also ja, natürlich ist es Privileg. Aber dass ich das leben kann, das habe ich auch feministischen Errungenschaften zu verdanken. Und das wurde mir in der Zeit dann schon deutlich klarer. Es wurde also sehr klar, dass ich sowas von einer Feministin bin. Und in Summe 30 war ich kurz vor Ende meines Zweitstudiums. Ich war fest eingestellt im öffentlichen Dienst. Ich dachte auch, ich würde da bleiben. Das heißt, ich habe so eine gewisse... Also wo ich mich so aus familiären Vorstellungen und... aus Wohnsituationsvorstellungen, wo ich mich aus alten Erwartungen an mich selbst gelöst habe. Da habe ich beruflich gefühlt noch mal eine Rolle rückwärts gemacht und dachte im öffentlichen Dienst für immer angestellt zu sein, das ist der Heilige Kral, da kann mir nichts passieren. Genau, ich dachte ich würde da bleiben. Das war auch mega cool alles. Ich durfte Menschen begleiten, es haben sich immer neue Arbeitsfelder in Aufgabenbereiche aufgetan. Ich war auch noch relativ frisch mit meinen Partnern zusammen. Aber es ist... ja. Es hat sich einfach noch mal was verändert und verschoben. Und es war in der Zeit aber auch klar, dass mein Lebensfokus so gar nicht auf dem liegt, was ich mit zehn oder was ich mit zwanzig dachte. Ich wollte eine Partnerin schafft. wollte mit jemandem fest zusammen sein, aber ich wollte ansonsten ganz viel Freiheit. Ich wollte kein Wohneigentum, will ich bis heute nicht, sondern zur Miete wohnen. Ich wollte einen Job, bei dem ich mich kontinuierlich weiterentwickeln kann. Und ich wollte so den kontinuierlichen Mix aus was Neuem und auf eine Art zur Ruhe kommen. Und in den 30ern, also von meinem 30. Geburtstag bis jetzt, hat dann so, so, viel Entwicklung stattgefunden. Ich hab das Gefühl, dass in dem letzten Jahrzehnt alles passiert ist. Ich habe angefangen aufzuräumen in meinem Leben, in mir. Ich hab mich meinen Dämonen gestellt, ich hab ganz oft mit mir selbst gekämpft. Ich bin schwer chronisch krank geworden, ich hab ganz viel Therapie gemacht. Und ich hab vor all diesen Hintergründen immer und immer wieder ... alles in Frage gestellt. war wirklich, letzten zehn Jahre waren unfassbar turbulent, unfassbar herausfordernd. Also es war wirklich, wirklich heftig und ich finde, das reicht jetzt auch. Ich finde, das reicht jetzt für, für eigentlich für immer. Aber jetzt so knapp mit, also mit knapp 40 habe ich das Gefühl, dass sich viel von dem, was mich gerade in den letzten, also in den letzten Jahrzehnten, aber gerade in diesem letzten Jahrzehnt umgetrieben hat, dass sich das gesetzt hat. Ich habe eine Mischung aus Ruhe, Rückzug und kontinuierlicher Weiterentwicklung gefunden. Ich liebe die Wohnung, der mein Partner und ich zur Miete wohnen. habe ganz großartige Nichten, die ich über alles liebe. Das heißt, ich darf auch meine Fürsorge, ich darf Menschen begleiten. Das darf ich an ganz vielen unterschiedlichen Stellen, insbesondere bei meinen Nichten einfach auch zeigen und leben, ohne dafür eine Mutter sein zu müssen. Ich habe wieder zurück zum Schreiben gefunden, was vielleicht eines der größten Geschenke und einer der größten Errungenschaften für mich persönlich ist. Und ich komme immer mehr bei mir und in mir an. Noch immer toben da natürlich regelmäßig Winde, aber ich habe das Gefühl, das sind keine riesigen Stürme, keine riesigen Tornados mehr. Und dass das so ist, das lässt mich wirklich hoffen, dass die nächsten zehn Jahre ein bisschen weniger turbulent werden. Und ich bin sehr, sehr gespannt darauf. Ich bin sehr gespannt, was da kommen wird. Aber jetzt nach dem nachdem ich euch ein bisschen in so einen Abriss meiner letzten 40 Jahre mitgenommen habe, ist mir auch der Blick dahin nochmal wichtig, was sich verändert hat. Also was sich ganz massiv verändert hat, ist mein Blick auf Familie und darauf, was Familie bedeutet. Familie bedeutet für mich nicht mehr nur Mutter, Vater, Kind oder Kinder. Es bedeutet nicht zwangsläufig Ehe, sondern es bedeutet, ich möchte eine Partnerin sein, ich möchte Tante sein, ich möchte natürlich meine Fürsorge weitergeben. Das bedeutet aber auch Freundschaften zu pflegen, also andere Personen, die nicht in meine Familie hineingeboren wurden, denen auf der gleichen Ebene zu begegnen, wie ich vielleicht Familienmitgliedern oder meine Partner begegnen würde. Also ganz tiefe, aufrichtige, fürsorgliche Verbindungen einzugehen und sich dabei aber auch Freiräume geben zu Und ich glaube, dass das so ist, dass ich dieser Blick verändern konnte auf Familienkonstrukte und auf Beziehungskonstrukte. Das ist, hängt ganz tief auch mit der Auseinandersetzung mit feministischen Inhalten zusammen. Das Gleiche gilt für den Blick auf Kinderwunsch. Natürlich denkt man mit Sehen, dass man oder als Mädchen, als weiblich sozialisierte Person, natürlich denkt man... dass man eine Mutter wird irgendwann, weil das ist, was uns vorgelebt wird, was uns gezeigt wird und was unsere Gesellschaft ja auch ganz häufig vermittelt. Als Frau, als Mädchen wirst du einmal Mutter sein. So mich davon zu lösen, dass ich keine Mutter sein muss, weil für mich war, ich glaube, so mit ungefähr 15 schon klar, dass ich keine Kinder möchte. Dass ich aber trotzdem eine vollständige Frau bin, auch ohne Kinderwunsch, auch ohne Mutterschaft. Das musste ich erst mal verstehen lernen. Und das hat eine ganze Weile gedauert. Heute weiß ich, ich muss keine Mutter sein, Kinder zu lieben. Ich finde Kinder ganz großartig. Ich liebe es, Kinder zu begleiten. Ich mag es auch, Sorgeaufgaben im familiären Umfeld und darüber hinaus zu übernehmen. Natürlich mag ich es, Verantwortung zu tragen. Und dazu muss ich keine Mutter sein. Und das hat mich ganz, ganz lange richtig verletzt und richtig gewurmt, dass immer wieder so Äußerungen kamen wie, aber du wärst jetzt so eine gute Mutter. Aber ... Du musst nur den richtigen Mann finden. Entschuldigung, was sagt denn das über mich aus? Dieser Spruch, du musst nur richtigen Mann finden, bedeutet, du hast keine eigene Meinung. Wenn der richtige Mann kommt, ändert sich deine Haltung zu einem lebensentscheidenden Thema. Entschuldigung, der richtige Mann ist der, der meine Entscheidungen und Wünsche mitträgt und nicht der, der mich meine Haltung über Bord werfen lässt. wir machen zu dem Thema Kindermund vielleicht mal extra Folge. Was sich auch verändert hat, ist mein Blick auf Partnerschaft, auf Partnerinnenschaft. Ich brauche keine Ehren. Aber was ich ganz wichtig brauche und was ganz essentiell für mich ist, ist Sicherheit. Ich nehme meinen Partner nicht als gegeben hin und ich nehme auch nicht eine Beziehung als unveränderlich hin. Also ich hatte schon immer die Vorstellung, dass ich mit einem Partner zusammenkomme. mit dem am allerliebsten für immer zusammen sein möchte. Aber mir ist auch völlig klar, dass das nicht in Stein gemeißelt ist, dass das nicht einfach so passiert, sondern dass das harte Arbeit ist. Und dass es auch nicht bedeutet, dass ich jeden Preis in dieser Beziehung bleiben muss oder möchte, falls das nicht funktionieren sollte, aus welchen Gründen auch immer. Und auch das, dass ich mich aus einer Beziehung lösen kann, dass ich mich gegen eine Ehe entscheiden kann. Natürlich ist auch das eine feministische Errungenschaft. Also wir in unserer Partnerschaft, wir nehmen uns nicht als Selbstverständlichen, wir betrachten unsere Beziehung auch nicht als unveränderlich, wir arbeiten immer wieder an unseren Themen und das ist gar nicht so easy, aber wir tun das füreinander und miteinander. Und dazu gehört es eben auch regelmäßig zu prüfen, ob wir noch die gleichen Vorstellungen haben vom Leben, uns, unserer Beziehung, von dem, wie wir unser Leben gestalten wollen. Das machen wir ganz, ganz regelmäßig und bewusst. Auch verändert hat sich mein Blick auf Freundschaft, auf Freundinnenschaft. Meine Freundinnen, sollen nicht mehr kommen und gehen, sie sollen bleiben. Und ich habe gelernt, dass Beziehungspflege nicht nur für Partnerinnen gilt oder für Familien gilt, sondern auch für Freundinnen. Beziehungspflege gilt für alle Beziehungen, für alle tiefen Beziehungen, die wir eingehen. Und das bedeutet auch, dass unterschiedliche Entwicklungen, dass Konflikte nicht das Ende von Beziehung bedeuten müssen. Ich hatte ganz lange die Vorstellung davon, Freundschaften verändern sich immer wieder. es ein Konflikt geht, geht man sich aus den Füßen. Ich hab auch schon die Erfahrung gemacht, dass man dann ge-ghostet wird. Solche Dinge. Was ich ganz schmerzhaft finde. Ich bin ganz dankbar dafür, dass ich heute von Freundinnen umgeben bin, die die gleiche Haltung wie mich prägen. Und dass wir uns einig sind, dass natürlich an unserer Freundin- schaft arbeiten wollen. dass wir nicht einer Meinung sein müssen, aber dass wir immer solidarisch miteinander sind. Und das ist was ganz, Schönes. Was sich auch, und was jetzt schon mehrfach angeklungen ist, verändert hat, ist mein Blick auf Rollenerwartungen. Und hier hat für mich persönlich vielleicht mit die größte Veränderung stattgefunden. Denn alles, was ich bislang geschildert habe, das Thema Beziehung, Thema Mutterscharf, Thema, wie möchte ich wohnen, das hat alles mit dem Thema Rollenerwartung für mich persönlich zu tun. Ich glaube, ich hatte das ganz oft übergeordnet auch. Ich glaube nicht mehr daran, dass eine Frau, dass eine weiblich gelesene Person dieses oder jenes sein und erfüllen muss. Ich habe zu verstehen gelernt, dass Benachteiligung keine Frage des Lebensentwurfes oder individueller Ansichten ist, sondern dass Frauen system- und weiblich gelesene Personen systemartig benachteiligt werden. Und dass dafür auch geschlechtsspezifische Rollenbilder und damit das Patriarchat verantwortlich ist. dass man... Diese Mehr von... ein Beispiel zu nennen, wir würden ja mehr Frauen in Führungspositionen einstellen, aber die bewerben sich ja nicht. Das liegt nicht an den Frauen, das liegt nicht an den weiblich gelesenen Personen, die sich nicht bewerben, sondern das liegt an den Strukturen, die es weiblich gelesenen Personen schwieriger machen, sich überhaupt zu bewerben. Das fängt an bei... wie Selbstbewusstsein und Selbstwert bis hin zu Vereinbarkeitsfragen, bis hin zu Entlohnungsfragen, bis hin zu welcher Kultur prägt dann das Unternehmen. Kann es sein, dass man als Frau, als weiblich gelesene Person in eine Führungsposition kommt, aber überhaupt nicht ernst von der Belegschaft genommen wird? All diese Dinger spielen damit rein und nein, das ist nicht der individuelle Fehler von den weiblich gelesenen Personen. Was sich auch verändert hat, da muss ich sagen, zum Glück, ist der Blick auf Körperbilder. Da waren insbesondere die letzten zehn Jahre ganz, ganz intensiv. Ich habe gelernt oder ich weiß heute für mich, ich will nicht mehr jeden Preis dünn sein. Ich habe verstanden, dass auch das Patriarchat mitverantwortlich dafür ist, wie weiblich gelesene Personen auf ihre Körper blicken. Ich habe verstanden, dass ein dünner Körper, und ich habe verinnerlicht. dass ein dünner Körper nicht automatisch ein gesunder ist und ein dicker Körper nicht automatisch ein ungesunder Körper ist. Und vor allen Dingen damit zusammenhängen, dass Gesundheit nichts ist, was irgendwen außer die Betroffenen selbst angehört. Vor dem Hintergrund konnte ich mich von ganz vielen... Also von dem Thema... Wie hat mein Körper als Frau auszusehen? Konnte ich mich von ganz vielen Dingen auch lösen. Nicht immer und nicht kontinuierlich. Es gibt auch immer noch die schlechten Tage, wo ich mit vielem hadere. Aber so im Großen konnte ich mich da wirklich, wirklich von vielem lösen. Und das ist sehr, sehr befreiend. Was sich auch verändert hat, ist mein Blick auf die Scham. Ich habe verstanden, dass mein Leben von Scham durchzogen ist und das Rollenerwartungen, das Diet Culture, das ... das Patriarchat mal wieder, das der Kapitalismus, dass all das die Strukturen sind, auf dessen Koncho ein Großteil meiner Charme und nicht nur meiner eigenen Charme, sondern der von ganz, ganz vielen Menschen geht. Und es war auch ganz wichtig, das zu verstehen. Zum einen, dass meine Charme quasi immer präsent ist. Das war für mich in meiner persönlichen Entwicklung ganz wichtig zu verstehen. Und so mit dem Klick in die Gesellschaft war es wichtig zu verstehen, dass meine Charme keine individuelle ist, sondern dass das System hat. Und damit auch zum letzten Punkt, der sich verändert hat. Mein Blick darauf, wie Gesellschaft miteinander umgeht, hat sich auch verändert. Ich habe verstanden, dass Gesellschaft, bestimmte Strukturen nicht einfach da sind. Die sind nicht Gott gegeben oder Natur gegeben, sondern sie wachsen und die verändern sich. es gibt immer Gruppen, die davon profitieren und andere, die davon nicht profitieren. Also ganz im Gegenteil, die darunter leiden. Ich bin aber auch der festen Überzeugung, dass jede einzelne Person von uns einen Beitrag dazu leisten kann und sollte, dass Gesellschaft funktioniert und das natürlich immer im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Das bedeutet auch, dass eine Auseinandersetzung mit den eigenen Überzeugungen und Haltung ganz ganz wichtig und essentiell ist, dass die immer wieder reflektiert werden sollten. Das bedeutet aber auch, dass wir dazu bereit sind, einander zuzuhören und nicht vorschnell zu urteilen. Und es bedeutet auch aus meiner Sicht, und das ist so eine Erkenntnis, immer wieder in mein Leben tritt, das Gegenteil von gut ist gut gemeint. nur weil wir etwas gut meinen, bedeutet es nicht, dass es für andere wirklich gut ist. Wenn wir gut mit anderen Menschen umgehen wollen, dann dürfen wir nicht für sie entscheiden auf der Basis dessen, was wir glauben, was gut für sie ist oder gut für sie sein könnte, sondern wir müssen die Menschen aktiv einbinden und ihnen zuhören. im kleinen, im privaten, in der Familie, im Freundinnenkreis, aber eben auch im großen, gesellschaftlichen Bereich. Also du siehst, mein Blick auf Rollenerwartung, auf Lebensentwürfe, auf Gesellschaft hat sich in den letzten, natürlich selbstverständlich in den letzten 40 Jahren massiv verändert, aber vor allen Dingen in den letzten zehn Jahren sehr, sehr konstant nochmal verändert und vertieft. Und somit Blick auf meine persönliche Reise möchte ich dich noch ein bisschen mitnehmen dahingehend, was in den letzten Jahren herausfordernd war, was richtig gut war, was mir vielleicht aber auch mit Blick nach vorne Angst macht, als ich nämlich noch so ein bisschen, ja so ein bisschen mit in meinen Kopf. Also was war herausfordernd, rückblickend in meinem Leben, aber insbesondere in meinem bisherigen Leben, aber insbesondere in den letzten zehn Jahren. Natürlich war das Thema Krankheit extrem herausfordernd und so war sowohl auf mentaler als auch auf körperlicher Ebene. Das hat mich in den letzten zehn Jahren gefühlt alles gekostet. Also alles an Energie, alles an Aufmerksamkeit. Damit einhergehend war auch herausfordernd herauszufinden und vor allen Dingen zu akzeptieren. Und da bin ich noch mittendrin, dass ich neurodivergent bin. Das war herausfordernd, aber das war auch gleichzeitig so wichtig und aufschlussreich. Was auch herausfordernd war, hängt mit dem zusammen, was ich eben schon bisschen geschildert habe. mir zuzugestehen, dass ich Dinge anders machen will und vielleicht sogar muss, als die Gesellschaft von mir als Frau erwartet. Auch das Thema Frieden schließen mit meinem Körper, zu verstehen, dass er in jedem Zustand Respekt verdient hat, das war nicht... Das klang jetzt eben so als, ja, das war eine große Erkenntnis, das war total wichtig, ist es auch. Aber es war halt, oder es ist nicht immer nur einfach, sondern wirklich auch sehr herausfordernd. Was für mich auch herausfordernd war und anhaltend ist, ist der Umgang mit meinen Ängsten, mit individuellen Ängsten, Ängsten beim Blick in die Gesellschaft, beim Blick in die Zukunft, vor dem Thema Klimakatastrophe, vor dem Thema auch Kriegsführung, vor dem Thema, wie gehen wir mit technologischen Veränderungen wie gehen wir damit dass sich die Welt verändert, vor dem Thema Rechtsruck. Also da sind ganz, ganz viele, ganz, ganz viele Ängste, die da sind und durch die ich mich konstant selbst hindurch begleiten muss. Und ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir über all diese Dinge sprechen. Ich glaube, dass wir uns alle auf die eine oder andere Art angehen und beschäftigen. dass wir mehr denn je brauchen, dass wir uns miteinander verbinden und über diese Themen sprechen. Was auch herausfordernd war, war das Ankommen bei mir selbst. Ich glaube, da können die meisten einfach mit einchecken. Das ist immer noch, und das wird wahrscheinlich ein Lebensthema sein, dass es schwierig ist, bei sich anzukommen und bei sich selbst zu bleiben. Das eine ist dieses Herausfinden, wer bin ich, was möchte ich, was gehört zu mir, was sind meine Werte, was kann ich gut, was möchte ich, was möchte ich nicht, all diese Dinge. Das andere ist dafür auch einzustehen und dafür zu bleiben und sich auch zuzugestehen, dass ich das natürlich verändern kann. Ich persönlich bin immer noch ganz oft in so einem Modus von, ich möchte mich dafür rechtfertigen und entschuldigen dafür, dass ich bin, wie ich bin und dass ich Bedürfnisse habe. Aber insgesamt ist es in den letzten Jahren bedeutend leichter geworden, einfach weil mir bestimmte Dinge bewusst geworden sind und weil ich kontinuierlich übe, für mich einzustehen. Jetzt ein bisschen was Schönes. Was war denn so richtig gut in den letzten Jahren? Es gibt so ein paar bestimmte Werte und Haltungen, die sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben ziehen. Und das ist irgendwie schön zu sehen, dass es Werte gibt, die schon sehr früh da waren, die mich schon sehr früh geprägt haben und an denen nichts zu rütteln ist, sondern die so die Basis sind für mein Handeln auch. Und das sind zum einen Respekt und Gleichberechtigung. Und es ist aber auch so was wie Antifaschismus und mindestens eine gewisse Skepsis gegenüber Autoritäten. Und das was, das prägt mich gefühlt, also gerade so dieses Thema Antifaschismus, da hat mich tatsächlich die Schule auch massiv geprägt. Ich war auf dem Geschwister-Scholgernärztium. Das heißt, das Thema weiße Rose, ziviler Widerstand in der NS-Zeit, das war von Anfang an hat mich das begleitet und es hat mich sehr geprägt. das, ja das... weiß ich irgendwie zu schätzen, das ist mir sehr wichtig, das ist sehr bedeutend für mich. Was auch richtig gut war, was ich heute sagen kann oder so, wie ich es heute empfinde, ist, ich konnte meinen Weg finden. Es war zwar oft steinig, aber ich habe meinen Weg gefunden, der zu mir passt, der zu meinen Bedürfnissen passt, auch zu meiner Konstitution passt. Was ich auch total liebe, ist, dass ich das Schreiben und Lesen wie ein roter Faden durch mein Leben ziehe. Und auch wenn es mal Unterbrechungen gab, ist es immer wieder zurückgekommen. Und das ist so, so geil. Das liebe ich einfach sehr. Und was ganz großartig ist, dass ich Tante geworden bin. Und... Also erstens, dass ich diese zwei wunderbaren Nichten habe, die ich beim Aufwachsen begleiten darf, den ich beim Aufwachsen zugucken darf, die so unglaublich humorig und lustig und klug und toll sind. ist... Das absolute Hammer. Und ich mag es aber auch, dass ich so meinem Wunschbild von einer verrückten, liebevollen, künstlerischen Tante, die immer eine Geschichte parat hat, dass ich dem Wunschbild irgendwie auch nahe kommen kann. Das ist auch sehr, schön. Insgesamt glaube ich, dass mein 15-jähriges Ich, dass das saustolz auf mich wäre, weil ich einen, und ich bin mir der Privileg, die darin stecken, sehr, sehr bewusst. Weil ich ein sehr freies Leben lebe, in dem Kreativität ganz viel Raum hat und in dem es mir immer öfter gelingt, genau die Person zu sein, die ich bin und die ich sein möchte. Ich bin noch genauso antifaschistisch, wie ich mit 15 war. Ich bin kein Snob geworden, zumindest nur sehr selten. Ich glaube, manchmal kommt der Snob schon durch, aber sehr selten. Mir ist es immer noch genauso wichtig, mit 15, mich andere zu sorgen. für andere da zu sein, ein guter Mensch zu sein. All diese Dinge, das ist immer noch alles da und das ist irgendwie sehr sehr schön. Vielleicht ist es auch ein Privileg davon, älter zu werden, dass man immer mehr zu sich steht oder dass es vielleicht einfacher wird, zu sich zu stehen und immer eher zu wissen, wer man ist. Aber ich glaube, dass es nicht allein das ist, sondern dass es wirklich auch Entwicklung ist und hinschauen und reflektieren. Und dann gibt es einen ganz besonderen Aspekt in meinem Leben, der mir in den letzten Wochen auch immer deutlicher geworden ist, auf den ich sehr stolz bin, den ich mich extrem freue. Ich habe immer sehr bewundert, dass mein Papa schon seit seiner Kindheit mit den gleichen Menschen befreundet ist. Zum Teil, seit die auf die Welt gekommen sind, sind die bis heute befreundet. Und ich habe da immer so einen krassen Respekt vorgehabt und das krass bewundert und habe gedacht, dass das geht, ist so eine unglaubliche Ausnahme. Und heute kann ich sagen, ich habe auch solche Freundinnen, mit denen ich schon seit Jahrzehnten verbunden bin, die mich seit der Schulzeit begleiten. sind immer noch im Kontakt. sind ganz dicht beieinander. Und das ist so unfassbar schön. Und dafür bin ich so unglaublich dankbar. Ja, so ein ganz riesengroßes Geschenk. Das ist etwas, was mir ganz, ganz, ganz, ganz wichtig ist. So und jetzt ist ja die 40 irgendwie auch die Lebensmitte und das wird mir so in den letzten Tagen erst richtig bewusst. So wenn man sich Statistiken anguckt, dann ist 40 ziemlich exakt die statistische Mitte von dem, wo wir uns lebenserwartungstechnisch hinbewegen. Und das jagt mir tatsächlich auch so ein bisschen Angst ein. Also mit dem Blick nach vorne, die ganze Zeit haben wir den Blick eher zurückgewandt. Jetzt wenden wir den Blick eher mal so bisschen nach vorne. Also mit Blick nach vorne gibt es natürlich auch Sachen, die mir Sorge bereiten, die mir auch bisschen Angst machen. Ich habe ganz offen gesprochen, ich habe Angst vor dem Älterwerden. Dass das überhaupt möglich ist, ein absolutes Privileg. Das ist mir schon klar. Aber ich habe Angst vor... vor weiteren Krankheiten, auch weil ich erlebt habe, es ist, wenn man plötzlich aus dem Leben gerissen ist. Ich habe Angst vor dem Älterwerden an sich, vor Gebrächlichkeit, davor von unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt zu werden, was ja auch irgendwie ein gesellschaftliches Thema ist. Und ich habe auch Angst vor Tod- und Versterbe-Prozessen. Ich habe ganz, ganz große Angst davor, nicht mehr da zu sein, beziehungsweise... Also ich glaube, ich kann es einfach nicht greifen, das können wir alle nicht, aber das ja... Ich glaube, da steckt mit Sicherheit auch bisschen Egozentrismus drin, wenn man sich nicht vorstellen kann, nicht mehr da zu sein. Aber es steckt eben auch Angst vor dem Weg dorthin mit drin. Und damit verbunden steckt bei mir auch eine Angst vor Pflegebedürftigkeit mit drin. Ich habe einerseits Angst vor der körperlichen Verfassung, in der ich mich befinden könnte. da taucht auch jetzt schon so eine Art von Scham auf. Ich habe aber auch Angst mit Blick auf das Gesundheits- und Pflegesystem, was immer maroder wird. Und natürlich habe ich Angst oder natürlich sorge ich mich das Thema, werde ich mir Pflege überhaupt leisten können? Wird das überhaupt möglich sein? Und so mit Blick in die Welt und in die Gesellschaft. Ich habe Angst vor der weiteren Klimaentwicklung. Ich habe Sorge davor, wie wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten leben werden und leben werden können. Ich habe Angst davor, und das ist ja nichts, aus der Luft gegriffen ist, dass die Naturkatastrophen zunehmen. Ich habe Angst davor, in welcher Welt meine Nichten groß werden und womit sie sich auseinandersetzen müssen. Ich habe Angst vor politischen Entwicklungen und davor, wie bereitwillig aktuell und scheinbar irgendwie auch immer Menschen in rechtem Gedankengut aufsitzen. Ich glaube, es ist gar nicht so sehr zurück, Dass man unverhohlen fremdenfeindlich sein kann, dass man unverhohlen menschenfeindlich auch sein kann. Ich glaube, dass das gar nicht so sehr zurück ist, sondern dass es immer da war. Aber das sorgt mich umso mehr, weil warum haben wir aus der Geschichte nichts gelernt? Ich habe Angst davor, dass staatliche Überwachungsinstrumente immer weiter verschärft werden. Ich habe Angst vor möglichen Bedrohungsszenarien und dass diese Überwachungsinstrumente verschärft werden, diesen Bedrohungsszenarien vorzubeugen. Aber das auf Kosten der persönlichen Freiheit, also dass so bisschen mit unserer Freiheit gespielt wird, uns Sicherheit vorzugaukeln. Ich möchte unbedingt in einer toleranten, vielfältigen Welt leben, in der man gut aufeinander achtet und ich möchte, dass Menschen wieder dazu bereit sind, aufeinander zu achten. Aber vor allem möchte ich, dass meine Nichten in so einer Welt leben können, in der Fürsorge, der Respekt, in der Vielfalt, in der das keine Schlagworte sind, die ausgelacht werden. Ich habe auch mindestens Respekt davor, wie wir mit dem Thema KI umgehen, beziehungsweise dass wir nicht frühzeitig einen anständigen gesellschaftlichen Umgang damit finden, zum Beispiel mit Blick auf sich verändernde Jobs, aber auch auf das Thema Datensicherheit und Co. Also im Moment machen wir so, als wäre KI eine lustige Spielerei und stellen uns gesellschaftlich nicht der Frage, ja, was tun wir denn, wenn immer mehr Jobs automatisiert werden? Welche alternativen Jobs gibt es denn dann? Wie sorgen wir denn für die Menschen? Also ja, ich habe tatsächlich auch immer mal wieder Angst, dass die Welt so richtig vor die Hunde geht und dass wir es nicht mehr schaffen, den Karren aus dem Treib zu ziehen. Ich habe Angst davor, und dass ich diese Angst überhaupt ausbrechen kann, auch hier sind wir wieder bei dem Thema Privileg, ich habe Angst davor, dass ich eventuell vielleicht mal gezwungenermaßen fliehen muss, zum Beispiel aus Klimagründen oder weil doch noch irgendwie ein Konflikt zu einem heißen Konflikt wird. Ich weiß, dass ich all diese Gedanken zu machen, dass das vielleicht auch so bisschen in meiner Natur liegt, dass es vielleicht auch ein Anteil Schwarzmalerei ist, dass es überhaupt aus einer sehr privilegierten Position kommt. Aber auch das ist Teil dessen, was mich gerade beschäftigt in meinen Reflexionen zu meinem 40. Geburtstag. Aber nicht nur das, es gibt natürlich auch einiges, was mir Hoffnung macht. Mir macht zum Beispiel Hoffnung zu sehen, dass Menschliches miteinander sehr, sehr wohl existiert. Und dass es immer noch Menschen gibt und immer Menschen gibt und Räume gibt, wo gut aufeinander aufgepasst wird, wo man einen liebevollen, einen rücksichtsvollen Umgang miteinander pflegt. Und ich mag es sehr und es gibt mir wirklich Hoffnung zu sehen, dass viele Menschen hart daran arbeiten. genau das zu tun, miteinander zu sein. Dass es Menschen gibt, die dem Respekt ein ganz, ganz hohes Gut ist. Dass es Menschen gibt, aber auch die auf allen Ebenen forschen und neue Erkenntnisse gewinnen, unsere Zukunft mitzugestalten. Und es gibt mir Hoffnung, dass es Menschen gibt, die sich unermüdlich für Toleranz und für Vielfalt einsetzen und dass ich diesen Menschen immer noch und jeden Tag begegnen darf und dass wir uns gegenseitig auch Halt und Kraft geben können für diesen Weg. Das ist schön zu sehen. Ich weiß, wie viel Anstrengung da manchmal drin steckt und nichtsdestotrotz gibt mir das Hoffnung für die Zukunft. Dass es immer noch Menschen gibt, die dazu bereit sind, nicht nur das eigene Leben gut zu gestalten, sondern auch das Leben der anderen gut zu gestalten. Das ist schön. Und jetzt so ein Mini-Ausblick. Was kommt denn jetzt mit 40 und in den 40er? Jetzt mal frei von Ängsten, frei von Sorgen. Naja, ein bisschen freier vielleicht. Also, ich glaube, ein Thema wird es sein in der nächsten Zeit. Weitere körperliche Veränderungen, insbesondere so mit Blick auf Hormone. Ich hab das Gefühl, so Thema Perimenopause und so, das macht sich jetzt schon bemerkbar. Ich geh viel härter durch meinen Zyklus durch als früher. Und erlebe das auch bei meinen Freundinnen, die im gleichen Alter sind, dass das einfach an Präsenz gewinnt. Deshalb glaube ich, dass das in den 40ern zum Thema wird. Für mich persönlich glaube ich aber auch, oder das habe ich so beschlossen, das habe ich mir vorgenommen und ich versuche das gerade so ein bisschen auch zu appraisen, die 40er werden meine Künstlerinnen-Ära. Ich möchte mich nicht mehr dafür schämen, mich als Künstlerin zu bezeichnen. Ich wollte immer eine Künstlerin sein, und zwar in Form von Schreiben. Und das werde ich jetzt tun. Und ich werde mich nicht dafür schämen, das sein zu wollen, das tun zu wollen, das leben zu wollen und das auf meine Art tun zu wollen. Das ist mein ganz ganz großer Wunsch und das habe ich mir fest vorgenommen und ich versuche jeden Tag, so gut es geht, ein kleines Stück daran zu arbeiten. Und was ich mir auch für meine 40er wünsche und was an den 40ern bitte kommen soll, dass ich mich noch unabhängiger von der Bewertung von anderen machen kann. Und dass ich meine Rejection Sensitivity in Griff bekomme. Dazu gab's in der letzten Podcast-Folge mit tieferen Einblick, hör da gerne nochmal rein, in das Thema Rejection Sensitivity. Genau, das wünsche ich mir. Ich wünsche mir mehr ... mehr Künstlerinnen sein und noch mehr Unabhängigkeit von der Bewertung von anderen. So, das war jetzt mein Rundumschlag. Ich hab die mitgenommen, ganz privat und persönlich, in meinen Kopf, in meine Gedanken zu meinem 40. Geburtstag. Schreib mir doch gerne mal. Schreib mir gerne mal, wie es dir damit geht, wie es dir mit dem Thema älter werden geht, wie sich vielleicht dein Blick auf die Welt, auf die Gesellschaft, auf dich selbst im Kontext des Älterwerdens verändert hat und was bei dir ... vielleicht auch schon in Gang gekommen ist. Und ob du vielleicht an einem ähnlichen Punkt bist, ich gerade. Das würde mich sehr interessieren. Ich würde mich extrem über Austausch freuen. ich das Gefühl habe, dass das mal wieder ein Thema ist, über das gar nicht so viel gesprochen wird. Und allein aus Neugier und aus dem Wunsch zu verstehen, ob das eine individuelle Geschichte ist oder ob das eine übergeordnete Geschichte ist, würde ich mich sehr freuen, von dir dazu zu hören. Und jetzt kommt, bevor wir zum Folgenende übergehen, immer noch ein kleiner Mutausbruch. Und mein Mutausbruch passt, glaube ich, ganz gut zu dieser insgesamt doch sehr persönlichen Folge. Und zwar ist es das Thema Beziehungsverhalten, bzw. spät verpartnert zu sein. Mein Partner, mit dem ich jetzt zusammen bin, mit dem ich jetzt ziemlich exakt zehn Jahre zusammen bin, ist meine erste Langzeitbeziehung. Und ich hab's eben schon so kurz anklingen lassen für mich, gab's da immer diesen Gedanken von, wenn ich mich auf eine Beziehung einlasse, dann ist das bestenfalls die Person fürs Leben. Und mit diesem Anspruch, mit dieser Haltung bin ich auch in diese Beziehung reingegangen und an diese Beziehung rangegangen, ich heute noch, heute bin ich nur in dem Punkt, dass ich sage, naja, ich halte nicht jeden Preis eine Beziehung, also darum geht es nicht, sondern Ich wünsche mir, dass das so funktioniert und dann bin ich auch bereit daran zu arbeiten. Warum bin ich so spät in eine Beziehung gegangen? glaube, steckt, also zum einen, ihr merkt es, wenn ich darüber spreche, ich hadere, ich stocke, da steckt super viel Scham drin, da steckt super viel Bewertung drin für innerliche Bilder. Und ich glaube, was da bei mir drin gesteckt hat, war eine Angst vor Intimität aufgrund zum einen meines Körpers. weil ich das natürlich gewöhnt war, dass mein Körper konstant bewertet und abgewertet worden ist. Das hat sich in eine unermessliche Angst gesteigert. Und was aber auch drinsteckt, ist meine neue Divergenz mit Sicherheit. Es gab verschiedene Love Interests, sowohl von meiner Seite aus als auch von Seiten von Menschen, sich vielleicht mit mir verpartnete, oder die zumindest Andeutungen in diese Richtung gemacht haben. Und ich hatte immer Angst davor. Ich hatte Angst vor der Nähe, hatte Angst vor der Intimität und ich hatte Angst vor dieser Ungewohnheit. Und das ist, ich, dieser Ungewissheit, Entschuldigung. Das ist, glaube ich, was ganz tief mit der Neurodivergenz zusammenhängt. Also wenn man in eine Beziehung geht, dann kann man ja nicht erst mal das komplett am Reißbrett planen, wie das so laufen soll und wird. Und das hat mir eine unglaubliche Angst gemacht. Und das brauche ich eigentlich, mich sicher fühlen zu können. Und bei meinem Partner, mir ist es so, wir waren Bevor wir zusammengekommen sind, so Jahr, anderthalb, waren wir im ganz engen Kontakt. waren eng befreundet. Wir haben jeden Tag ganz viel miteinander geteilt, ganz viel miteinander gesprochen, extrem viele Nachrichten ausgetauscht, konnten uns ewig lang kennenlernen und haben das Stück für Stück intensiviert. Das ging in so einem ganz langsamen Tempo. Bis wir dann irgendwann an einem Punkt waren, dass wir uns hingesetzt haben und gesagt haben, okay, wir erfüllen dieses Kriterium, dieses Kriterium, dieses Kriterium, das ist wohl eine Beziehung. Also so ungefähr war das. Und so war es mir möglich, das zu machen. Alles andere war mir zu ungewiss. Das war mit zu vielen Fragezeichen, zu vielen Unklarheiten, mit zu viel Interpretationsspielraum verbunden. Das jagt mir eine Heidenangst an oder hat mir eine Heidenangst eingejagt. ich sag immer wieder auch, sollte unsere Beziehung aus welchem Grund auch immer mal irgendwann in die Brüche gehen. Ich glaube, ich kann nicht nochmal in die Beziehung gehen, weil ich glaube, ich nicht nochmal all diese Schritte gehen kann. Ich finde das auch über diese Aspekt in unserer Gesellschaft viel zu selten gesprochen wird über wie gehen wir mit der Erwartung dass Menschen sich in Beziehungen aufhalten müssen. Wie gehen wir damit dass Beziehungen für Menschen vielleicht gar nicht so easy sind. Und wie sehr beschämend wir Menschen, vielleicht nicht in Beziehungen sind, ohne zu wissen, warum das so ist. Ob das vielleicht selbst gewählt ist. Also egal, was der Grund ist. Wir haben kein Recht, andere Menschen zu beschämen. Ja, und ich überlege gerade vielleicht, auch das mal ein Thema für eine eigene Podcast-Folge. Auch hier, wenn du Gedanken dazu hast zum Thema, verpartnert sein, spät verpartnert sein, Angst vor Beziehung, Angst vor Intimität. Wenn du magst, schreib mir sehr, gerne. Das muss nicht in den Kommentaren sein, das muss nicht öffentlich sein. Du kannst mir auch immer gerne eine private Nachricht schreiben, zum Beispiel bei Instagram oder an meine E-Mail-Adresse. Die da lautet kontakt.adde-müller-kommunikation.de Und damit sind wir auch am Ende der heutigen Folge angelangt. Danke, dass du diese Folge der Anekdoten gehört hast. In der aktuellen Bonusfolge von SchamFrei gefragt, die heute parallel zu dieser Folge entscheidet, also auch Ende August, sprechen wir unter anderem über das Thema Müdigkeit, über das Thema Erschöpfung und warum wir trotzdem immer noch weitermachen. Und wie immer gebe ich dir dazu Einordnungen, Handlungsimpulse und Reflexionsfragen mit an die Hand. Die Bonusfolgen funktionieren wie so eine Art Mini-Coaching und alle Bonusfolgen, die bislang erschienen sind, findest du auf meinem Steady-Kanal. Die sind meinen Membern vorbehalten. Du kannst aber alle Folgen, die bisher erschienen sind, einer Membership bei Steady abhören. Und zwar nicht erst dann, nicht nur die Folge. die nach dem Abschließen deines Abos oder deiner Membership erfolgt, sondern alle, die bislang erschienen sind. Wenn du mir auch deine Fragen schicken möchtest, die ich vielleicht in einer der nächsten Bonusfolgen oder aber auch mal in der regulären Folge des Podcasts besprechen soll, dann freue ich mich immer über eine Nachricht von dir. Die Bonusfolgen, die sind allerdings meinen Mitgliedern bei Steadi vorbehalten. Du findest mich, aber auch meine Texte und Essays dort, also bei Steadi, ebenfalls unter dem Titel an Eck Doten. Den Link dorthin und auch zu meiner Website, zu meinem ersten Roman, Pages of Pearls, zu meinem Kinderbuch, die Abenteuer von Lady Rommelrübs, findest du wie immer in den Show Notes. Folgt mir auch gerne bei Instagram unter adddie-anne-müller. Ich hab mir vorgenommen, dort demnächst auch mal wieder bisschen aktiver zu sein. Und so oder so, egal wie aktiv ich da bin, dort findest du immer alle wichtigen Infos und Links in meinem Profil. Und hier hören wir uns wieder in drei Wochen. Noch mal die Erinnerung, dass die nächste Folge etwas verspätet erscheinen wird. Und dann gibt's vielleicht eine kleine Recap dazu, das so war mit dem 40 werden. Wir hören uns also bald, ja? Mach's gut, du lieber Mensch. Bis dann!