ANN.ECK.DOTEN: Hallo und einen wunderschönen guten Mittag. Wenn ich die Folge aufzeichne, ist es gerade Mittag. Es ist Mitte, Ende April und du wirst die Folge erst Anfang Mai hören können. Also ich bin so ein bisschen im Vorlauf immer, damit ich einfach so bisschen mehr Zeit habe, ⁓ gut dabei zu sein. Ich fühle mich einfach besser vorbereitet, wenn ich die Folgen ein bisschen im Vorraus aufzeichne. So dass falls dann doch noch irgendwie was dazwischen kommen sollte, dass ich krank werden sollte oder, oder, oder, dass ich einfach ein bisschen vorproduziert habe. Genau. Deshalb hörst du die Folgen immer mit so einem kleinen bisschen Delay. Also wenn diese Folge erscheint, ist es schon Mai. Ich hoffe, du bist gut in den Mai und in ein hoffentlich sehr, sehr schönes Frühjahr gestartet. Und ich will auch gar nicht so lange vor vorwegplaudern, weil... habe ein bisschen was auf dem Plan für dich heute. Ich habe ein paar Themen mitgebracht und deshalb würde ich sagen, wir starten gleich rein, aber nicht bevor ich dir nochmal so ein bisschen einen Disclaimer und eine kleine Content-Note mitgegeben habe, einfach damit du weißt, auf was du dich in der Folge einlässt, was dich erwartet und damit du gut für dich sorgen kannst. Bitte beachte also, dass alle Inhalte, die ich zu den Themen chronische Erkrankungen, mentale Gesundheit und Neurodivergenz teile vor allem auf meinen eigenen Erfahrungen beruhen. Es sind nie allgemeingültige Aussagen und keine Handlungsempfehlungen. Und natürlich ersetzen meine Aussagen oder meine Erfahrungen damit auch keine fachmedizinische oder psychologische Beratung oder Diagnostik. Und zu den heutigen Inhalten. Ich werde auch so ein bisschen auch im Fokus Thema über das Thema sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt sprechen. Und wie immer versuche ich dabei, auf einer möglichst übergeordneten Ebene zu bleiben und nicht zu tief in explizite Beispiele reinzugehen. Bitte prüfe aber wie immer, ob du gerade die Kapazitäten dazu hast, diese Folge zu hören. Vielleicht möchtest du sie lieber in Gesellschaft hören oder zu einem späteren Zeitpunkt. Das ist natürlich immer voll okay. Oder ich moderiere ja auch immer so bisschen an, wenn ich zu bestimmten Themen übergehe, kannst du natürlich auch jederzeit pausieren oder die Folge abbrechen. Genau. So viel dazu und jetzt aber, lasst uns rein geben. Ich freue mich sehr. Und damit nochmal Hallo und herzlich willkommen in der heutigen Folge der Anekdoten. Ich nehme dich erst einmal so ein bisschen zu Beginn der Folge wieder mit in das, mich die letzten Wochen und die letzten Wochen und Tage so umgetrieben hat, was mich beschäftigt hat, wo ich gerade stehe, was gerade los ist und überhaupt. Und das geilste vorweg. Ich war am Wochenende in München. Ich war beim Sofie Sales Space, Meet & Greet und das war einfach so eine krasse Erfahrung. Ich sage gleich noch mal ein bisschen mehr dazu. Vorab wollte ich ganz kurz so ein bisschen was zu einer Erkenntnis teilen, die auch so bisschen in dem Zusammenhang mit der Meet & Greet oder mit der Veranstaltung steht, die ich aber schon eine kleine Weile vorab dank einer ganz, ganz lieben Freundin hatte. Und zwar habe ich mich mit einer Freundin dazu unterhalten. dass ich bei mir im Moment wieder so krass gute und schlechte körperliche Phasen abwechseln. Also so Phasen, denen ich mich eigentlich ganz wohl und stabil fühle und eigentlich ganz gut durch den Alltag komme. Und dazwischen gibt es aber auch immer mal wieder mehrere Tage am Stück, wo die chronische Erkrankung einfach so richtig kickt und ich eigentlich nahezu nichts machen kann. Das nervt natürlich immer besonders stark, gerade dann, wenn die restliche Zeit so eine gute ist. und man dann vielleicht auch voller Energie Dinge plant und sich auf Veranstaltungen oder auf Einladungen freut, auf Feste, auf Familienfeste, auf Unternehmungen. und dann merkt, jetzt geht's wieder bergab und ich muss vielleicht Dinge absagen. Also ich finde das immer super ultra frustrierend. Mir ist das auch immer unglaublich peinlich. Und neulich hatte ich tatsächlich noch mal ⁓ schlechtere Phase. ⁓ wo es mir körperlich elendig ging tatsächlich und ich musste eine Veranstaltung innerhalb der Familie absagen, zu der ich wirklich, wirklich gern gegangen wäre und ich immer nicht konnte, weil es mir die Erschöpfungssymptome, weil es mir die Schmerzen, weil es mir dieses unsagbare Plei-Gefühl nicht zugelassen hat, nicht erlaubt hat. Und natürlich hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich unbedingt dabei sein wollte. Ich war genervt davon, dass schon wieder nichts geht, was aber doch gerade noch möglich war. Und es ist einfach super frustrierend und bei mir kommt dann immer noch so bisschen die Scham und die Panik obendrauf. Was könnten denn die anderen denken? Glauben die mir, es mir gerade echt nicht gut geht? Finden die mich jetzt zu anstrengend, zu sensibel und und und. So und dann kam so ein Punkt, an dem ich gemerkt habe, ich kann mich jetzt noch so sehr selbst kasteien. Es ist mir körperlich einfach nicht möglich, mehrere Stunden Autofahrt auf mich zu nehmen und zu dieser großen Veranstaltung zu gehen. auf die ich mich wirklich gefreut habe und wo ich einfach auch jemanden aus meiner Familie gerne bei begleitet hätte. Aber es war klar, mein Körper erlaubt es mir heute nicht und dann habe ich ganz offen und ehrlich das erklärt, was los ist und habe abgesagt, schweren Herzens. Und habe dann parallel dazu mit einer Freundin gesprochen und habe ihr das erklärt und habe ihr auch erklärt, wie es mir gerade geht und womit ich gerade wieder struggle. Und dann hat sie so ganz einfühlsam und liebevoll und sehr klug mir klar gemacht, dass es doch vielleicht cool sein kann oder erleichternd sein kann, wenn man weniger Energie in diesen Widerstand steckt. Also weniger Energie in den Widerstand gegen sich selbst und weniger in dieses Ich muss aber doch und in dieses sich selbst pushen und mehr Energie in die Akzeptanz steckt. Und als ich fand, das war so ein megaguter Ratschlag, hat so sofort ein riesiger Klick in meinem Kopf gemacht und hat total mit mir resoniert. Und natürlich muss man das erst einmal für sie schaffen. Aber wenn man das schafft, dann kommt man an den Punkt, wo man aufhört, sich selbst zu kämpfen. Und dann kommt so ein bisschen auch eine Erleichterung rein. Und die Regeneration kann überhaupt erst einsetzen. Weil solange man von sich selbst genervt ist und irgendwie hart zu sich selbst ist und mit sich selbst hadert, kann man sich ja nicht erholen. Und genau das ist passiert, als ich diese Feier abgesagt habe, als ich ganz offen kommuniziert habe, aus den und den Gründen kann ich gerade nicht, ich würde gerne, das ist mir nicht möglich. Und als die Nachricht mal raus war, da hat dann die Akzeptanz eingesetzt. Ich konnte endlich in die Erholung übergehen, denn solange ich halt in diesem inneren Kampf und in diesem Stressmodus war, war das nicht möglich. Und diese Erkenntnis nochmal, das nochmal mir selbst vor Augen zu führen war, war irgendwie so wichtig für mich, war so zentral und so ein Aha-Moment, dass ich dachte, ich teile das mal mit dir, vielleicht resoniert das an der einen oder anderen Stelle auch mit dir. es ist vielleicht ein kleiner Reminder dazu, dass Akzeptanz zwar nicht das leichteste auf der Welt ist, sehr, sehr heilsam sein kann. Genau. Und von diesem Hintergrund oder mit diesem Erlebnis im Hinterkopf kam dann das Meet & Greet von Sophie Say Space in München auf mich zu. Ich war die ganze Zeit so, boah. Ich hab schon gemerkt, hab krasse Sorge. Schaff ich das mehrere Stunden lang im Austausch mit vielen unbekannten Personen zu sein, die ich nicht live kenne? Schaff ich es körperlich? Schaff ich es dort hinzukommen? Schaff ich es unterwegs zu sein? Ich hatte so ein ganz krasses Stützsystem ⁓ mich herum von meinen Eltern, dabei waren, die mit auf der Reise waren, was mich super entlastet hat, den Reiseprozess angeht. Sophie war halt die Sophie, die sie ist. So unglaublich toll. Dann hat er immer wieder gesagt, du kannst jederzeit, kannst du dich rausnehmen, achte auf dich. Hat mir da ganz viel Freiheit gelassen. Ich hatte noch eine weitere liebe Freundin mit dabei. haben immer so nacheinander geguckt, die liebe Kori, dass es uns gut geht, haben uns eingecheckt. wir waren nur ur-coole Menschen auch einfach da. Das hätte ich ja mal wissen können. Natürlich waren wir das im Voraus auch bewusst. Und trotzdem macht man sich natürlich dann irgendwie Sorge, passt alles, schaffe ich alles. Und dann war der große Tag gekommen. Vergangenen Samstag war es so weit. Das Meet & Greet hat stattgefunden. Das war so... Ich bin immer noch so krass überwältigt und geflasht. Einfach jetzt mal so ganz ab von dem, was vorher mal kopflos war. Das war so eine krasse Erfahrung. Weil, also man muss sich vorstellen, für die, es nicht kennen oder für die, jetzt vielleicht zuhören und es auf die Safe Space nicht kennen, Das ist ein Online-Yoga-Studio, das sich hauptsächlich an mehrgewichtige Menschen richtet, die in anderen Studiokonstellationen, anderen Bewegungskonstellationen nicht gesehen, nicht mitgedacht werden und vielleicht diese auch meiden, weil die Stigmatisierung, die Scham-Erfahrung einfach viel zu groß sind. So, und Sophie hat Ende 2020 diesen Safe Space gegründet, ein Online-Yoga-Studio und macht einfach mal alles anders und macht das ziemlich großartig, sehr, sehr anders und schafft... sichere Räume durch allerlei Parambiensweisen, damit Menschen sich wohlfühlen können. Und wir treffen uns ausschließlich online, also die Yoga-Stunden oder auch Veranstaltungen drum herum, also mal kleinere Workshops oder mal Memberspaces, wo man sich austauschen kann. Das findet alles online statt. Und offline Begegnungen gibt es nur ganz, ganz selten zu ausgewählten, zu bestimmten Anlässen. hat unterschiedliche Gründe. Und ich war tatsächlich noch nie bei so einem Live-Treffen dabei. Und ich kenne auch nicht alle Lehrerinnen, die in Sophie's Safe Space unterrichten, in Persona. Also natürlich treffen wir uns regelmäßig online, natürlich sind wir alle im regelmäßigen Kontakt und Austausch. Aber live wir halt noch nicht begegnet. Ich habe Sophie mehrfach getroffen, aber sonst, also zum Beispiel Lena oder Mellie, auch wird unterrichten, die kannte ich bislang noch nicht in Persona. Allein vor dem Hintergrund war das so ein riesen Ding, sich endlich mal drücken zu können, sich mal in den Arm nehmen zu können. Und in echt, im realen Leben erleben zu können, das war völlig überwältigend. Ich fand so eine Sache auch ganz, das beschäftigt mich seitdem irgendwie so ganz massiv. Und zwar ist es so, dass alle die anwesend waren, also waren so zwischen 25 und 30 Personen die anwesend waren, die meisten aus München und Umland. Und fast jede Person die reingekommen ist an diesen Treffpunkt, die in die Gruppe neu dazugestoßen ist, hat gesagt, boah, das fühlt sich schon komisch an in so eine neue Gruppe zu kommen. Eine Gruppe von Menschen, man nicht kennt, denen man noch nie live begegnet ist. Ich hatte schon so bisschen Muffen zu Hause und das haben wir selbst als Lehrerin artikuliert. Das haben aber auch so ziemlich alle Teilnehmenden artikuliert. Und dann kam es ⁓ den zweiten Satz aber krass, das fühlt sich ja so gut an hier zu sein. Das fühlt sich so vertraut an. Das fühlt sich überhaupt nicht belastend, nicht beschämend, nicht weird an. Man hat gar nicht so das Gefühl von man muss erst einmal sich orientieren und in die Gruppe finden, sondern man hat so direkt die Möglichkeit anzuknüpfen und man fühlt sich so willkommen und sicher und gut aufgehoben. Und dieses Gefühl, das hatte ich auch. Und dann der Umstand, dass diese Empfindung von so vielen Menschen auf exakt die gleiche Art wiedergegeben wurde und geschildert und geteilt wurde. ist so... Das ist mega krass und geht mir so richtig nach. Und das werde ich, glaube ich, noch eine Weile lang mitnehmen und mir immer wieder klarmachen, wie besonders das ist, wenn wirklich Menschen aufeinandertreffen, die gut aufeinander Acht geben und die... die grenzsensibel sind, die achtsam miteinander umgehen. Das ist der absolute Hammer. Und dann war es natürlich auch ultra schön, Sophie noch mal treffen zu können. haben uns zuletzt vor einem anderthalben Jahr in Saarbrücken getroffen. Damals war ich noch ultra erkältet. Ich hatte sogar meine zweite Corona-Infektion. Das war total krass. Und ich dachte, ich wäre krass erkältet. Und es war nachher eine Corona-Infektion. Wir haben uns irgendwie trotzdem geschafft, uns eine gute Zeit zu nehmen. Aber es ist auch schon wieder ein anderthalbes Jahr her. Das ist so krass, weil wir, also Sophie und ich, auch ganz eng verbunden sind, viel miteinander teilen, viel miteinander zusammenarbeiten und sich dann nochmal in Person treffen zu können, ist halt einfach, ist halt ein Vibe. Und dann stellt man halt fest, dass es so schade ist, dass man sich so selten sieht und man hat halt so einen Ehrfurcht davor, dass man halt sofort klickt. dass es sich nicht fremd anfühlt und dass man nicht zuerst in so ein Fremdeln geht, sondern dass man sich sofort so ganz sicher und verbunden fühlt und sofort übergeht zu, hey, und wir genießen jetzt, dass wir diese Zeit miteinander haben. Das ist echt mega schön. Genau. Und vor diesem Hintergrund war ich letztes Wochenende unterwegs, bin jetzt wieder zu Hause, bin wieder am Schreibtisch, bin voll ganz tief in Projekten, in verschiedenen Projekten und versuche aber parallel auch nochmal so ein bisschen Ja, die soziale Interaktion auch nochmal so ein bisschen, egal wie schön die ist, die kostet Energie. Und das nochmal so bisschen sacken zu lassen und die Akkus nochmal voll zu machen. Und es kommt mir sehr entgegen, dass gerade so geiles Wetter ist und dass ich zwischendrin einfach die Nase in die Sonne strecken kann. Genau. Dann, wichtiges Thema finde ich. Also ich weiß nicht, wie es euch geht. Schreibt mir das gerne mal in die Kommentare. Mir ist es voll ans Herz gewachsen, dass ich in diesem Podcast zu Beginn der Folge oder so In den ersten Minuten, in der ersten halben Stunde immer auch so bisschen über Bücher spreche und darüber, was ich gerade gelesen habe und was mich beschäftigt hat und so. Das mag ich sehr gerne und das teile ich auch super gerne mit euch, weil ich weiß, dass unter euch auch viele sind, die gerne lesen und die auch immer auf der Suche nach Literaturempfehlungen sind. Von daher jetzt nochmal ein bisschen ein Rückblick in das, was ich zuletzt gelesen habe und das kommt dir jetzt vielleicht viel vor. Das ist bisschen mehr als sonst, weil ich habe es ja eben schon gesagt, ich zeichne die Folgen immer so ein bisschen im Voraus auf und die letzten Folgen habe ich tatsächlich lange im Voraus aufgezeichnet, bevor ich die online geschaltet habe. Deshalb sind da jetzt so ein paar Wochen dazwischen. Also ich habe jetzt nicht innerhalb von zwei Wochen all das gelesen, was ich dir gleich vorstelle. Und das nur so als als Randnotiz. Genau. Vielleicht das zum Anfang. Ich lese ja tatsächlich, das ist mir heulich nochmal so bewusst geworden. Das ist keine Absicht. Aber es hat mit Sicherheit einen Grund. Ich lese ja relativ wenig von Männern. Ich lese tatsächlich hauptsächlich Literatur, die von Frauen geschrieben ist und habe jetzt aber in den vergangenen Wochen zum allerersten Mal was von T.C. Boyle gelesen und zwar Das Licht. Und war begeistert irgendwie. Es hat mir richtig gut gefallen. Es hat mich richtig abgeholt, hat der Stil sehr abgeholt. Es ist relativ langsam erzählt und schon ziemlich trippy, aber ist T.C. Boyle gut gelungen, mich mit dem Werk an sich zu binden, oder an das Werk zu binden. Also ich hab's echt mit Freude und mit Ausdauer gelesen. Und dann hab ich noch von einem weiteren Mann gelesen, und zwar von Emmanuel Carreer, oder Carreer? Yoga. Und ich hab natürlich der Titel angesprochen, ich hab deswegen den Titel gelesen. und fand es zuerst mega spannend. Er gibt einen ganz interessanten Blick auf Yoga-Preis, auf Meditationpreis, mit dem ich auch sehr klicken konnte. Das hat mich sehr angesprochen. Und dann geht er so ein bisschen in stärkere Themenbrüche, spricht dann kurz über Jali Abdo, spricht dann über seine eigene psychische Erkrankung, über Klinikaufenthalt. Das wird dann schon sehr... sehr hart, aber auch das hat mich mitgenommen. Ich mochte, dass so verschiedene Themenblöcke, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, bedient wurden. Ich mochte auch so diesen Stil irgendwie zwischen Roman und Essay und biografischen Schilderungen. Das fand ich alles sehr, gut. Aber, riesengroßes Aber, auf den letzten, weiß ich nicht, irgendwo 15 Seiten ungefähr, bin ich dann richtig sauer geworden, weil der Original das N-Wort getroppt hat und ich verstehe nicht, dass das im... Entstehungsprozess, im Lektoralsprozess nicht rausgeflogen ist. Er hat das N-Wort zwar als Zitat mit Verweis auf einen anderen Autor benutzt, aber ich bin der Meinung, dieses Zitat wäre an der Stelle nicht nötig gewesen, ⁓ den Point zu proofen den der Autor machen wollte. Von daher fand ich das echt... Ja, das hat halt komplett alles so ein bisschen zunichte gemacht. Genau. Das dazu. Dann habe ich... Und auch da... ⁓ Kurzer Randnotiz, ich lese relativ wenig Thriller auch und habe jetzt aber von Liz Moore, der Gott des Waldes gelesen, weil das auch weiß ich nicht, wie oft empfohlen worden ist und das schon länger auf meiner Leseliste stand. Und ich fand es ultra spannend. Es hat mich so richtig gepackt und ich mochte total gern, wie es der Autorin gelungen ist, die verschiedenen Handlungsstränge, Charaktere und Zeit eben zusammenzubringen. Also das steigt richtig viel an. Ein Fokus dahinter auch, dass sich das schlüssig alles aufgeht, das fand ich total beeindruckend. Ich hab dann natürlich auch mit der Brille einer Autorin oder einer Lektorin gelesen und fand das sehr, beeindruckend. Normalerweise geht es mir so, dass wenn zu viele Handlungsstränge und zu viele Ebenen aufgemacht werden, dass ich superschnell verwirrt bin und dass ich dann so bisschen aussteige und das Gefühl habe, ich kann nicht mehr folgen und muss noch mal nachschlagen und dann ist es nicht mehr so unterhaltsam. Aber hier war das überhaupt nicht der Fall. Also der Autorin ist es wirklich gut gelungen, das total nachvollziehbar zu machen und ich konnte. konnte sehr leicht folgen und hab sie wirklich, wirklich, wirklich sehr geliebt. Dann habe ich endlich, auch das stand sehr lange auf meiner Leserliste von Edith Löhle, Bible Badass gelesen und das fand ich gut. Den Ansatz fand ich ziemlich cool. Es gibt eine Chatgruppe mit vergestern Frauen aus der Bibel bzw. Christentums und es war sehr leicht und kurzweilig zu lesen. An manchen Stellen konnte es nicht so ganz gut greifen und das hat mir so bisschen, sag ich mal, die Konsequenz oder so dieses Nachhaltigere, was folgt, jetzt aus der Handlung gefehlt. Aber es war eine gute Unterhaltung auf jeden Fall und ich mochte, dass es mal so ein Ansatz ist, das man halt nicht an jeder Ecke sieht. Ganz frisch habe ich jetzt gelesen von Nicolist, Angst vor Männern, auch ein Essay, den ich richtig, richtig gerne mochte. Ich mag die Herangehensweise sehr gern. Also, es war jetzt, muss ich dazu sagen, inhaltlich für mich nichts Neues, aber ich beschäftige mich auch schon sehr, sehr lange mit den Themen Sexismus, sexualisierte Gewalt und habe da ja auch schon sehr viel. Parat, ich mal. Aber ich finde es wichtig, dass immer und weiterhin auch kontinuierlich Literatur dazu veröffentlicht wird, dass Perspektiven darauf veröffentlicht werden, weil je mehr wir darüber sprechen, je mehr Perspektiven wir gewinnen, umso mehr hoffe ich einfach, dass sich auch die Dringlichkeit dahinter niederschlägt. Dann habe ich noch von Jacqueline Scheiber Schwimmen schweben gelesen, was auch ein Essay ist, was vor kurzem erschienen ist. Und ich mag einfach ihre Sprache, ihre Stimme, ihre Schilderung ganz, ganz, ganz, ganz gerne. Also auch das eine riesengroße Empfehlung. Ja, es geht ⁓ das Thema Schwimmen, es geht aber auch ⁓ den Bezug zum eigenen Körper und Körperbild, ⁓ das Entwickeln von Routinen, wenn man bestimmte Körperbilder verinnerlicht hat und so. war ein sehr schöner, sehr einfühlsamer Blick, mochte ich wirklich gerne, auch weil ich einfach... Ich mag Wasser und Schwimmen furchtbar gerne, auch da konnte ich einfach so bisschen relate. Genau. Und dann habe ich selbstverständlich keine Folge, keine Empfehlung ohne Romances. Ich habe auch ein paar Romances gelesen. Und zwar habe ich den neuen Ellie Hazelwood, Two Can Play, gelesen. Und Ellie Hazelwood ist, muss man sagen, absolutes Romance-Powerhouse. Das Buch ist relativ kurz und ich könnte mir vorstellen, dass das irgendwann mit anderen kürzeren Erzählungen nochmal in so ein Sammelband kommt. Und... Diese Erzählung spielt in der Gaming-Branche und da habe ich jetzt erst einmal nicht so eine große Verbindung hin, aber das macht überhaupt nichts, weil die Charaktere wie immer sehr liebenswert sind. Und ich mag bei Eddie Hazelwood vor allem, dass sie Frauen in normalerweise eher männlich dominierten Umfeldern platziert und positioniert und das ohne das Ganze besonders hervorzuheben. Also die Protagonistinnen müssen sich nicht erst beweisen oder nicht erst gegen Männer durchsetzen oder so, sondern die sind ganz selbstverständlich in diesem Umfeld. Und sie werden dort als absolute Profis in ihrem jeweiligen Gebiet skizziert. Das hat sie auch in anderen Veröffentlichungen ganz häufig gemacht. Dass es dann ⁓ Frauen im MINT-Bereich, ⁓ Promovendinnen oder ⁓ Post-Docs ging. Und das fand ich immer, ja mochte ich einfach sehr, gerne. So weil es halt so eine, ja auch eine neue Perspektive einfach aufmacht und Frauen sehr selbstverständlich in diesen Kontexten verortet, ohne es... herauszustellen. Dann habe ich die neueste Veröffentlichung von Abby Jimenez gelesen. Das heißt The Night We Met. Das fand ich okay. Ja, Punkt. Das war in Ordnung. Und dann habe ich noch von von Kyra Kroh gelesen. ist ja so meine liebste deutsche Romans Autorin. Das erste war Du bist mein Lieblingsgefühl. Das ist glaube ich schon eine ältere Veröffentlichung. Das mag ich sehr gern. war mir stellenweise schon ein bisschen zu sehr slow burn, trotzdem so vom Grad des Einfühlungsvermögens und so machte ich das sehr gern. Und auch hier kam jetzt relativ frisch und mir hatte eine neue Erscheinung, die heißt Iced Caramel Coffee Agreement und spielt in der englischen Kleinstadt und das mochte ich wieder total gerne. Also auch hier eine ganz einfühlsame Sprache. Ich mag es, dass sie häufig auch Also, dass sie Wert liegt auf Konsensbildung, dass sie ein Gefühl hat für verschiedene Körperbilder und so. Ich finde, es ist dieses Mal an der einen oder anderen Stelle nicht ganz so lockerflockig gelungen wie in anderen ihren Veröffentlichungen, aber insgesamt mochte ich das Back auch wirklich, wirklich richtig gern und möchte eine Empfehlung aussprechen. ich weiß gar nicht, ich das... Kurze Rückfrage an mich selbst. Ich weiß gar nicht, ob ich das kennzeichnen muss oder sollte, aber... Ich teile das nicht als Werbung oder so. Also ich werde nicht dafür bezahlt, dass ich Bücher empfehle. Ich habe keine Kooperation mit Verlagen, leider. Also falls jemand möchte, bitte sehr, gerne. Jederzeit. Sondern das sind alles Bücher, die ich privat gelesen und angeschafft habe. Und vielleicht so im Kontext von ja, was habe ich gelesen, was habe ich mir angeguckt und so. Ich habe die Doku. auf Netflix zum Thema Menospheer gesehen. Ich glaube, das heißt einfach Insight in Menospheer. Und ich mochte sehr, gern, dass der Mensch, Theroux, Theroux, glaube ich, heißt der, der die Doku gemacht hat, nicht so eine Meinung vorwegnimmt. Also der sagt uns quasi nicht jetzt hier, das und das sollst jetzt bitte denken oder ich zeige dir mal das und das, damit du das und das denkst, sondern er begleitet Menschen, Männer, die in dieser Menospheer Manos 4 unterwegs sind und ganz in Ernst, also das was da gezeigt wird oder so wie die sich verhalten macht es einem auch eigentlich sehr leicht sich eine Meinung zu bilden. Und ich muss sagen ich war bislang gar nicht so tief in dem Thema Manos 4 drin und habe mich da auch so ein bisschen bewusst nicht tiefer mit auseinandergesetzt, weil ich mir ja schon denken konnte was auf mich zukommt. Und bei der Doku bin ich dann aber doch noch mal erschrocken, wie perfide das Ganze ist und wie weitreichend das Ganze auch geht. Und zwar nicht nur mit Blick auf das Frauenbild, sondern auch mit Blick auf den ganzen Bereich Influencing, auf dass da irgendwelche Finanzberatungen gemacht werden oder irgendwelche dubiosen Finanzgeschäfte gemacht werden. Also es ist insgesamt einfach nur sauekelhaft menschenverachtend. ja, also so in etwa das, was man sich vorstellt und was man befürchtet, nur noch schlimmer. Also es war richtig eklig und also vor dem Hintergrund dieser Doku und vor dem anderen Thema habe ich dann auch heute beschlossen, dass ich mich, oder habe ich beschlossen, dass ich das heutige Fokusthema nachher so ein bisschen auf den, auf das Feld der sexualisierten Belästigung lege. Wir bleiben aber noch einen kleinen Moment in der Plaude Ecke, nur dass du schon mal Bescheid weißt und ich sage gleich noch mal Bescheid, wenn wir tiefer in das Thema eintauchen und genau, aber vorab wollte ich noch eine Sache mit dir teilen. Und zwar habe ich tatsächlich nach all den Jahren ein erstes Hasskommentar aus der rechten Ecke unter einem Reel bekommen. Und ich bin so ein bisschen... Ich muss so ein bisschen drüber schmunzeln und bin auch so ein bisschen... Keine Ahnung, vielleicht nehme ich das gerade so bisschen zu sehr auf die leichte Schulter, aber meine erste Reaktion war, krass, dass es so lange gedauert hat, bis ich so ein Kommentar bekommen habe. Und zwar... ging es ein Reel, in dem ich für einen Workshop zum diskriminierungssensiven Schreiben geworden habe. ich darf ja bei der großartigen Literaturakademie Nordost als Dozentin tätig sein und biete dort einen Workshop an für Menschen, schreiben und die sich mit diskriminierungssensiblem Schreiben auseinandersetzen wollen. Es geht also maßgeblich ⁓ wie kann man die Reproduktion von Sexismen und von Body Shaming im Schreiben vermeiden. ⁓ Und unter diesem Reel hat eben so einen Typ geschrieben, so als rhetorische Nachfrage. Und ich war erst einmal so, What the hell? Also was ist mit ihm? Was ist sein Problem eigentlich? Dann habe ich mir dann das Profil angeguckt und habe dann sofort gesehen im Profil, das sind so drei Symbole, das war eine Österreich-Flagge, irgendwie ein kreuzes Schwert und so ein Kreuzsymbol, ich dann nachgeguckt habe, recherchiert und es wurde ein sehr rechter Code für nationalistisches Gedankengut ist. Und daraufhin habe ich das Profil bei Instagram, bei Meta gemeldet. Mit dem Hinweis auf rechte Hetze, dem Hinweis auf entsprechende Verwendung von entsprechender Symbolik. Und passiert ist genau nichts. Also die haben das quasi abgeschmettert. Aber als ich das Kommentar gelesen habe, war ich so, ⁓ mein Gott, ganz ehrlich, wenn sich umeinander zu kümmern und andere Menschen in ihren Erfahrungen ernst zu nehmen bedeutet, dass ich schwach und verweichlicht bin und wenn das das ist, du denken willst, dann bitte. Also wirklich ernsthaft. Dann bin ich exakt das sehr, sehr gerne. Meine Güte, dann nenne mich halt weich, verweichlicht und nicht lebensfähig. Aber ich glaube, also ich für mich kann sagen, dass ich deutlich besser lebensfähig bin und nicht viel, also viel mehr Freude am Leben habe, wenn ich mich ⁓ andere kümmern kann und merke, dass auch ich mitgedacht und mitprospektiert werde. Und genau solche Kommentare zeigen ja auch, wie wichtig es ist, dass wir an den Themen dranbleiben, uns nicht einschüchtern lassen und für das einstehen, was uns wichtig ist. Also Antidiskriminierung, Chancengerechtigkeit, faire Teilhabe und generell halt ein Umgang miteinander, der nicht von Hass, von Niedertracht und von Überlegenheit erfüllt ist. Aber ja, also mir hat sich dann natürlich die Frage gestellt, wie gehe ich mit solchen Kommentaren ⁓ Das war jetzt noch sage ich mal vergleichsweise ein harmloses Kommentar von dem, was einem im Internet begegnen kann. Ich habe dann zuerst kurz überlegt, wo soll ich schweigen, im Sinne von don't feed the troll. Weil ich hatte das Gefühl, wenn ich da jetzt in die Konfrontation gehe und ins Argumentieren gehe, da komme ich nicht weiter. Darauf ist der auch gar nicht aus. Im Zweifelsfall habe ich dann noch ein paar mehr von diesen Nasen in meinem Feed. Das möchte ich nicht. Genau, ich will auch einfach keine gewaltvolle Atmosphäre schüren. will, dass Ruhe herrscht. Das ist auch nicht meine Art. Das entspricht nicht meinen Werten, jetzt so krass in die Konfrontation zu gehen. Und zusätzlich muss ich sagen, ich fühle mich dann auch sehr, schnell noch unsicherer als ⁓ schon. Und natürlich ist mir daran gelegen, mich auf mein Profil wohlzufühlen. Das ist mein digitales Wohnzimmer. Da soll ich mich wohl und sicher fühlen. Ganz nur schweigen wollte ich auch nicht, deshalb habe ich es dann gemeldet. Leider erfolglos, aber das war halt so meine Form oder meine Möglichkeit, wo ich für mich gesehen habe, dass ich wirkungsvoll damit umgehen könnte, gegebenenfalls damit umgehen könnte. Man kann sich ja auch mit Humor darauf reagieren oder so lapidar reagieren. Das ist einfach nicht meine Umgangsart, weil ich in solchen Situationen nicht humorvoll sein kann. wirkt dann irgendwie... Ja, da fühle ich mich einfach auch nicht sicher mit. Genau. Also das vielleicht noch mal zur Einordnung. Ja, es gab so ein Kommentar. Ich habe es dann einfach gelöscht oder ausgeblendet, damit nicht andere auch das sehen können, weil ich nicht will, dass andere sich davon beeinflusst fühlen und habe es gemeldet. Aber es wäre auch eine Möglichkeit, Beispiel zu schweigen, es stehen zu lassen, zurückzuschießen, zu argumentieren, mit Humor zu reagieren. Da gibt es ganz viele Strategien. Und am Ende des Tages muss man dann für sich gucken, wie man damit umgeht. So und jetzt. würde ich ganz langsam zum heutigen Fokusthema übergehen. Und zwar ist das jetzt auch nicht mehr ganz tagesaktuell, aber ich sag vielleicht noch mal vorweg, also wir sprechen heute im Fokusthema über das Thema sexualisierte Belästigung, sexualisierte Gewalt, sexualisierte Diskriminierung. falls du gerade einfach keine Kapazitäten hast, da jetzt tiefer reinzugehen, dann ist das vollkommen okay. Bitte schalt an dieser Stelle einfach ab. Das ist für mich vollkommen in Ordnung. Weil ich will, dass du dich sicher fühlst und dass du gut in Kontakt mit dir bist. Genau. So. Und ich habe beschlossen, zum Aufhänger oder zum Fokusthema dieser Folge zu machen, weil natürlich der Fall Fernandes auch hier selbstverständlich sehr, sehr präsent ist. Also dass das bekannt geworden ist. jetzt schon wieder so ein paar Wochen zurück. ⁓ zeichne immer mit verschiedenen Verzögerungen auf und dass ich jetzt aber trotzdem noch mal so ein bisschen darauf eingehen möchte, hat unterschiedliche Gründe. Ich fange mal noch mal ein bisschen weiter von vorne aus und nehme erst mal einen Bezug. Also in diesem ganzen Kontext des Fall Fernandes habe ich, ich glaube das war so eine Woche oder zwei nach bekannt werden des Falls, ⁓ eine Podcastfolge von Sophie Passmann dazu gehört. Die Folge heißt U wie Unschuldsvermutung Und natürlich finde ich Sophie Passmann absolut streitbar und gehe bei weitem nicht mit allem konform, was sie sagt, wie sie sich positioniert, so ganz und gar nicht. Ich bin immer wieder der Meinung, dass sie ihre Privilegien auch nicht so parat hat oder nicht nach außen trägt oder sich nicht entsprechend ihrer Privilegien positioniert und ganz oft da. Dinge raushalt, mit denen ich nicht konform gehe. Aber ich möchte ihr auch zugestehen, dass ich finde, dass sie gut beobachten kann. Und genau das gelingt ihr in dieser Folge finde ich aus meiner, aus meiner Wahrnehmung oder in meiner Wahrnehmung sehr gut. Es gelingt ihr sehr gut, verschiedene Perspektiven zu differenzieren und nebenan stehen zu lassen. Und sie greift die Komplexität, die mit sexualisierter Gewalt einhergeht. insbesondere in deren öffentliche Ausbreitung und Aufarbeitung aus meiner Sicht sehr, sehr gut und liefert gute Einordnungen und Argumente auf dieses gängige Gepläze, was meist von Männern oder von männlich gelesen Personen kommt, wenn schon wieder ein neuer Fall bekannt wird, in dem Männer Gewalt gegenüber Frauen ausgerichtet haben. Und ich finde, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber auch mir nach jahrelanger Beschäftigung mit diesen Themen geht es häufig noch so, dass ich denke, In bestimmten Streitgesprächen oder in bestimmten Auseinandersetzungen hätte ich manchmal gerne einfach noch so bisschen meine eigenen Argumente parater oder noch schneller parat. Und dazu hilft es mich immer wieder auch mit bestimmten Argumenten auseinanderzusetzen. Und dabei war halt diese Folge von Sophie Passmann wirklich, also von ihrem Podcast wirklich hilfreich. und vor allem hat mir in der Folge auch gut gefallen, wie Sophie darüber spricht, wie mit Reaktionen oder ausbleibenden Reaktionen von wem auf Social Media umzugehen ist. Und hier folge ich ja auch ein Stück weit. Ich äußere mich auf Social Media auch ganz selten bei Bekanntwerden bestimmter Fälle, obwohl meine feministische Haltung und meine Haltung gegenüber sexualisierter Gewalt oder Gewalt im Allgemeinen ganz, klar ist. So und das bedeutet ganz und gar nicht, dass ich schweige. Ich bin jedes Mal selbstverständlich aufs Neue betroffen und fassungslos. Ich muss aber auch meine Gedanken und Gefühle dazu einordnen. Dazu spreche ich in der Regel nicht auf Social Media, sondern mit meinen Freundinnen, mit meinem Partner, mit meiner Familie, mit Menschen in meinem Umfeld, in meinem privaten Umfeld, die sich auch tiefgehend damit auseinandersetzen. Also ich lasse mir Zeit und versuche zu verstehen und zu differenzieren und finde das vollkommen okay. Und gleichzeitig, wie gesagt, sage ich bei Social Media ganz häufig nichts dazu. Hier Podcast ist jetzt für mich noch mal eine andere. weil ich auch das Gefühl habe oder weil ich hier die Sicherheit habe, das so bisschen größer aufmachen und kontextualisieren zu können. Und zwar sage ich bei Social Media, und damit meine ich insbesondere Instagram übrigens, ganz häufig nicht nichts, weil ich nichts zu sagen hätte, sondern weil das, was ich sagen würde, schon mehrfach gesagt wurde. Und mir ist es dann viel, viel wichtiger, dass Betroffenen Stimmen gehört werden und dass klügere Menschen gute Einordnungen finden, als dass ich mich jetzt auf Instagram auch noch dazu räusern müsste. Das heißt, ich sage nicht nichts, weil ich keine Haltung habe. Meine Haltung ist ganz, klar, sondern ich sage nichts, weil ich manchmal den Eindruck habe, wenn zu viele nicht unmittelbar Betroffene gerade in solchen Fällen, egal ob im Zusammenhang mit diesem speziellen Fall oder in anderen Fällen, darüber sprechen, dass das Thema dann so bisschen... Es ist sehr schwierig, die richtigen Worte dafür zu finden, weil ich gar nichts kleinreden will. Aber ich habe immer so bisschen Sorge, dass das verwaschen wird. Das passiert nicht aus, ich finde, sollten jetzt mal die Klappe halten, sondern ich habe immer Sorge darum, dass das Thema nicht genug platziert wird oder nicht optimal platziert wird, weil es so wichtig ist. Und natürlich ist entsprechende Empörung auch wichtig. Outcalling ist wichtig, benennen ist wichtig. Ich glaube, ist so bisschen das Kernding. Ich habe immer so bisschen Sorge oder beobachte dann zum Teil auch, diese Fälle, wenn sie ganz prominent in die Öffentlichkeit geraten und sich viele Menschen auch einklinken und noch zurecht einklinken, dass es dann immer auch Menschen gibt, die die Situation nutzen, ⁓ die eigenen Produkte zu vermarkten. Und dann wird es schwierig, weil hallo geht es Und das ist so ein bisschen das, womit ich glaube ich das... das größte Problem habe, also nicht, dass Menschen sich dazu positionieren. Ganz im Gegenteil, wir brauchen die Positionierung selbstverständlich, sondern ich habe ein Problem, wenn es Menschen darunter gibt, die denken, ⁓ jetzt ist da so eine Positionierungsbälle und ich nutze die, ⁓ mich auch mal nochmals oder mein Produkt, nicht mich, sondern mein Produkt zu positionieren. Und das ist so bisschen das, was überhaupt nicht geht, weil das ist, ja dafür ist es einfach zu wichtig und dafür ist es zu groß. Und an dieser Stelle möchte ich deshalb nochmal sagen, natürlich, selbstverständlich empört mich der Fall Fernandes. Es empört mich und macht mich unfassbar ohnmächtig. Und ich glaube auch, das ist ein Grund, warum ich so selten auf Social Media was sage, weil ich mich ohnmächtig fühle. Dass Männer immer neue und gefühlt auch immer ekelhaftere Möglichkeiten finden, Frauen zu missbrauchen, sie zu erniedrigen und ihnen Gewalt anzutun. Und jedes Mal, wenn man denkt, es könnte nicht noch schlimmer werden und man hätte jetzt schon alle Fälle gesehen, kommt irgendein Carl Otto ⁓ die Ecke und belehrt uns alles Besseren. Und das kratzt mich so an, dass wir statt den Betroffenen Glauben zu schenken, statt uns gemeinschaftlich mit ihnen zu solidarisieren und statt all die komischen Typen in unserem Umfeld dann darauf hinzuweisen, dass ihr Spruch nicht lustig ist, dass ihr Modus immer noch ist. irgendwie von Unschuldsbehauptung oder Unschuldsvermutung zu sprechen. Dass wir statt all das zu machen, dass wir immer erst einmal in so einen Modus kommen von, ja, aber was könnte denn die Betroffenen dazu beigetragen haben? Und dass, ey Leute, da müssen wir rauskommen. Es kann doch nicht sein, dass erst einmal diskutiert wird, ob man einer betroffenen Person, sich... Die hat da keinen Profit von. Wenn du Betroffene bist und gehst in die Öffentlichkeit und schilderst, dir passiert ist, du wirst... Du hast da nichts von, ganz und gar nichts. Also, du exponierst dich, du wirst beschämt, du hast mit einem Haufen Hass umzugehen. Du gehst auch durch die traumatischen Erfahrungen immer wieder durch, weil jeder Hinz und Kunst meint, das handeln zu dürfen, das beurteilen zu dürfen. Und dass wir dann erst mal noch diskutieren, ob man der Person glauben darf, egal wie eindeutig die Beweislage ist, das kann doch nicht wahr sein. mich macht das unfassbar wütend und verzweifelt, dass so viel Energie darin gesteckt wird, Täter zu schützen und Täter mit Samthandschuhen anzupacken, statt endlich etwas an Strukturen zu verändern. Und ja, mir ist bewusst, dass es unterschiedliche Ebenen von Fällen gibt, auch unterschiedliche Ebenen der Berichterstattung und das... dass es eine Berichterstattung auch essenziell ist, auch aus juristischer Sicht, von der Unschuldsvermutung zu berichten oder das herauszustellen, das ist mir schon klar. Mir geht es hier nicht ⁓ den konkreten Fallverlande, sondern es geht mir eher ⁓ Fälle, wir in unserem privaten Umfeld erleben. Und davon gibt es mit Sicherheit mehr als genug. Und damit wir irgendwas ändern können, müssen wir uns, glaube ich, auch immer wieder kollektiv an die eigene Nase packen, so hart wie das ist. Wir müssen gucken, wo auch wir Einfluss haben oder wo wir zum Beispiel mit unseren Stimmen, wenn wir wählen gehen, wenn wir im Kontakt sind mit Menschen, die uns vertreten, dass wir bessere Gesetze auf den Weg bringen können. das kotzt mich unfassbar an, auch weil ich ⁓ dieser Arbeit komme und weil ich jetzt jahrelang schon Menschen begleite, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, die Grenzüberschreitung jeder Art erfahren haben. Mich kotzt es an zu wissen, dass der Weg noch lange sein wird. Und wie viel Energie wir noch dafür aufbringen müssen, über die Themen zu sprechen, das gut zu positionieren, immer wieder Aufklärungsarbeit auch zu leisten. mich nervt das tierisch, dass diese Energie meistens zu Lasten der Betroffenen geht. Und ⁓ ist wichtig, dass wir uns solidarisieren, dass wir Verhaltensweisen in Strukturen einordnen und Gerechtigkeit fördern. Und wenn mich jetzt noch eine Person fragt, irgendwo online oder so, wozu man eigentlich Feminismus noch braucht, ich glaube, da muss ich was anzünden, ganz ehrlich. Das macht mich so wütend, weil man so das Gefühl hat, wenn man so tief drin steckt, dass man einen ganz, ganz klaren Blick darauf hat und man nicht fassen kann oder ich nicht fassen kann, dass es Menschen gibt, die das nicht wahrnehmen, obwohl es so viele Menschen wahrscheinlich in ihrem privaten Umfeld gibt, die... die Erfahrung damit gemacht haben, die Erfahrung mit Sexismus, mit sexualisierter Gewalt gemacht haben. Puh. Ich gehe noch mal ein bisschen weiter voran. Ich habe es eben schon gesagt, ich habe jetzt einige Jahre lang in der Beratung von Personen gearbeitet, die unter anderem sexualisierte Belästigung oder Stalking erfahren haben. Und ich habe es so oft erlebt, dass diese Personen in die Beratung kamen und sich selbst gefragt haben, was sie falsch gemacht haben. Die sich gefragt haben, ob ihr Fall überhaupt schlimm genug ist, ⁓ sich Unterstützung suchen zu dürfen. Und da war und da ist so, so, so viel Scham drin. Und das liegt meiner Meinung nach eben auch daran, dass es uns so viel leichter fällt, Täter zu glauben oder sie sogar in Schutz zu nehmen, als zu glauben, dass das, was betroffen ist, der Wahrheit entspricht. Und das ist je nach Lagerung unfassbar schlimm, bis zu wirklich traumatisierend ist. Und wenn du als Frau die ganze Zeit nur hörst, dass du dich nicht so dranstellen sollst, dass das doch nur ein Witz war. Oder dass du dich nicht so freizügig anziehen sollst, wenn du nicht belästigt werden willst. Natürlich glaubst du dann irgendwann, dass es deine eigene Schuld ist, wenn du belästigt wirst oder sexualisierte Gewalt erlebst. Und nicht, dass es ein strukturelles Problem ist oder dass jemand anderes Schuld daran hat. Ganz im Ernst, welche Kleidung erlaubt denn irgendweben einen Übergriff? Ich sag's nochmal, ich möchte einfach nur... Nur kurz, aber manchmal denke ich ja auch, dass ich zumindest einen kleinen Auftrag habe. Für etwas mehr Klarheit in diesem Bereich und vor all diesen Hintergründen, dass ich mich zum Teil vielleicht auch bisschen umsorgiert und sehr emotional ein bisschen ausgekotzt habe über das Thema, dachte ich, es wäre doch eigentlich ganz gut, das noch mal ein bisschen klarer einzuordnen, weil ich glaube immer, dass Verständnis von Themen und das Verständnis von Themenbereichen einfach auch dabei helfen kann Dinge zu benennen, Dinge einzuordnen und ja auch sie für sich selbst einordnen zu können und dann so ein bisschen auch aus einer Ohnachtshaltung vielleicht rauszukommen. Genau und das möchte ich jetzt gleich tun. Also wir werden noch ein bisschen tiefer. in die theoretischen Ebenen der sexualisierten Belästigung einsteigen, also so ein bisschen uns angucken, was ist das, wie sieht es aus oder wie kann es aussehen, wie kann es sich zeigen und wie kann man damit umgehen. Und damit wir das machen können, würde ich vorschlagen, wir nähern uns erst einmal so ein bisschen auf begrifflicher Ebene. Und da gibt es gibt es ein paar unterschiedliche Begriffe, die wir uns kurz angucken. Das ist zum einen der Sexismus. Und zwar ist Sexismus eine Art Grundhaltung. Es ist eine Diskriminierung, Abwertung oder Benachteiligung von Personen aufgrund ihres Geschlechts. Der Sexismus basiert auf Geschlechterstereotypen und der Ideologie, dass ein Geschlecht dem anderen überlegen sein. Das heißt grundsätzlich können auch Männer von Sexismus betroffen sein oder andere Geschlechter von Sexismus betroffen sein. der Realität ist es so, dass häufig Frauen oder weiblich gelesene Personen von Sexismus betroffen sind, weil wir in einer patriarchalen Gesellschaft leben und damit auch die Auffassung, zumindest die implizite Auffassung einhergeht, dass Männer Frauen überlegen seien. Und Sexismus äußert sich im Alltag durch zum Beispiel Sprache, durch Verhalten, aber auch durch ⁓ Benachteiligung im Alltag, in den Medien oder am Arbeitsplatz. Und das kann man zum Beispiel ⁓ bei der Bundeszentrale für politische Bildung nachlesen. Also mit dem Begriff des Sexismus geht es eher so ⁓ eine Haltung als ⁓ ein konkretes Verhalten. Und dann gibt es noch so eine begriffliche Unterscheidung, wenn wir in den Bereich der Belästigung oder der sexualisierten Gewalt gucken. Ich weiß, viele sprechen von sexueller Belästigung statt von sexualisierter Belästigung und ich habe Ich mit einer Mitarbeiterin des Frauennotrufs unterhalten. Sie hat gesagt, sexuell soll etwas Freudvolles sein. Eine sexuelle Handlung soll auf Konsens basieren, Freude machen. Es ist was sehr Schönes, Verbindendes. Belästigung ist all das nicht. Belästigung hat mit einer sexuellen Handlung nichts zu tun. Sie hat aber was mit einer sexualisierten Handlung zu tun. Eine erste einmal oder im Grunde sexuelle Handlung wird instrumentalisiert, ⁓ damit Macht auszuüben. Und deshalb spreche ich in der Regel nicht von einer sexuellen Handlung oder von einer sexuellen Entschuldigung, von einer sexuellen Belästigung, sondern von einer sexualisierten Belästigung. Genau. sexualisierte Belästigung ⁓ kann auf unterschiedlichen Ebenen erfolgen und zwar verbal, nonverbal oder körperlich. verbale sexualisierte Belästigung kann zum Beispiel eine abfällige sexistische Bemerkung über ein Aussehen, ein Verhalten oder über Kleidung sein. Das können sexualisierte ⁓ bewusste Zweideutigkeiten oder aber auch Drohungen sein. Also das ist so alles, was wir im Alltag manchmal erfahren, wo wir ein ungutes Brauchgefühl bekommen und wo dann manchmal, wenn man es dann anspricht, Menschen sagen, ach, stell dich da nicht so dran, war doch nur ein Witz. Aber... ⁓ In diesen Handlungen kann man ja eine sexistische Grundhaltung erkennen. Man kann sich das so bisschen wie eine Pyramide vorstellen, die sich immer weiter zuspitzt. Dann gibt es noch nonverbale sexualisierte Belästigung. Das sind zum Beispiel Gesten, Blicke, sowas wie ein Anstarren oder Nachpfeifen, aber auch sowas wie ein Aufhängen und Verbreiten von sexistischen Inhalten. Also es kann zum Beispiel auch ein ungefragtes oder unkonsolelles, nicht kons... konsensuelles Versenden von Dickpics oder Intimfotos sein. Wenn das ohne Zustimmung passiert, würde das auch unter sexualisierte Belästigung fallen. Dann gibt es natürlich noch die körperliche Ebene. sind unerwünschte oder unangemessene körperliche Nähe und Berührungen. Also ein Kuss oder eine Berührung am Po, an den Brüsten, die ohne Zustimmung erfolgt. Aber auch sowas wie sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Und dann haben wir auf der begrifflichen Ebene schließlich noch den Bereich der sexualisierten Gewalt. Und der beginnt, wie ich eben schon gesagt habe, mit so einer sexistischen Grundhaltung. es gibt Menschen, sagen, auch jede Form der sexualisierten Belästigung, die ich gerade beschrieben habe, ist eine Art sexualisierter Gewalt. Es gibt ganz unterschiedliche Gewaltformen. Zum Beispiel physische Gewalt, psychische Gewalt, Cybergewalt. finanzielle Gewalten, also Personen den Zugang zu finanziellen Mitteln zu entziehen und eben als weitere Gewaltform desexualisierte Gewalt und die kann zu massiven körperlichen aber auch psychischen Folgen führen. Das einmal auf auch begrifflicher Ebene. Jetzt gibt es unterschiedliche Gesetzeslagen und unterschiedliche juristische oder rechtliche Herangehensweisen. Zum einen haben wir Das Grundgesetz, ist so die Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und im Grundgesetz Artikel 3 Absatz 3 steht. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, wobei der Rassenbegriff hierzu recht häufig kritisiert wird. Niemand darf wegen seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung. werden. Also hier ist ganz klar geregelt, welche Diskriminierungskategorien in unserer Gesellschaft verankert sind, beziehungsweise welche Diskriminierungskategorien benannt werden und in einen oder anderen Form dann auch ahnbar sind und da steht Geschlecht als allererstes. Dann haben wir eine spezifischere Gesetzeslage im Bereich von des Arbeitslebens oder auch öffentlichen Und zwar regelt das das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das AGG. Und dort steht, da wird dann jetzt nochmal näher definiert, was eine sexualisierte Belästigung ist, wobei ich den AGG ankreide, dass es tatsächlich von sexueller und nicht von sexualisierter Belästigung spricht. Also das AGG sagt, sexuelle Belästigung ist eine Benachteiligung, wenn ein unerwünschtes sexuell bestimmtes Verhalten wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen, sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen gehören, wenn dieses Verhalten bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn eine von Einschiebsterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird." Also, das eine sehr umfangreiche Definition und ich finde dies sehr, gut. Auch wenn sie sich leider nur auf den berufs- und öffentlichen Kontext bezieht. Aber ich finde sie deshalb so gut, weil sie klar sagt, es geht ⁓ ein unerwünschtes und sexualisiertes Verhalten. Und zwar, wenn dieses Verhalten bezweckt oder bewirkt, dass eine Einschüchterung oder Erniedrigungen es ist nicht davon abhängig, was die... wie es die Person, die es ausübt, interpretiert. Das heißt, man einen Fall hat, ⁓ Mann eine Frau belästigt und der Mann sagt hinterher so, aber das war doch gar nicht so gemeint, ich wollte nur flirten, dann spielt das keine Rolle in diesem Kontext. Wie gesagt, hier geht es ⁓ den berufs- und öffentlichen Kontext. Dann spielt das keine Rolle. Sondern es ist entscheidend dafür, dass bewirkt oder es muss nicht bezweckt worden sein, sondern es kann auch entscheiden sein, dass bewirkt wurde, dass die Würde der belästigten Person verletzt wird oder dass sie sich eingeschüchtert fühlt. ⁓ wird besonders dann nochmal massiver und bekommt nochmal eine krassere Wirkmacht, wenn wir uns in Machtgefällen bewegen, also zum Beispiel zwischen vorgesetzten und angestellten Personen. Was mir an der Stelle nochmal wichtig dazu zu sagen ist, ist dass das AGG an Hochschulen insbesondere für Studierende oft nur bedingt gültig ist. Die entsprechenden Regelungen, die sich dann aber wiederum häufig auf das AGG beziehen, findet man immer wieder im jeweiligen Landeshochschulgesetz. Also muss man gucken, in welchem Bundesland man studiert und da ins Hochschulgesetz gucken. Und häufig gibt es aber an den Hochschulen und Unis auch noch zusätzliche Handreichungen, die vielleicht oder bestenfalls sogar noch bisschen weitergehen als das AGG selbst. und dann selbstverständlich auch die Studis mit anschließen. Und dann haben wir noch mal so bisschen allgemeingültigeren Bereich, nämlich das Strafrecht, wobei das Strafrecht mal ja auch gewisse Einschränkungen hat. Also wir haben zum einen den Paragrafen 184 i im Strafgesetzbuch, der sich auf sexualisierte Belästigung bezieht. Und da heißt es im Wortlaut bei einer anderen Person körperlich, sexuell berührt und dadurch belästigt kann, bestraft werden. Das heißt, an dieser Stelle oder an diesen Paragrafen fehlen verbale und nonverbale Belästigungen. Also das klassische Catcalling, ein Nachpfeifen, ein Nachrufen, sexistische Witze, sexistische Beleidigung, all das fehlt. Man kann gegebenenfalls unter den Paragrafen der Beleidigung, also das Paragraf 185 StGB, Sexualisierte verbale Angriffe anzeigen, ob das dann geahndet wird, steht noch mal auf dem anderen Platz. Sexualisierte Übergriffe werden je nach Ausrichtung und je nach Auftreten und je nach Fall, gegebenenfalls auch nach § 238 Stalking, nach dem Nötigungsparagrafen oder nach dem Paragrafen gegen Verletzungen des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen noch mal geahndet. Und es gibt den Paragrafen zum Thema sexualisierter Missbrauch, sexualisierte Nötigung und Vergewaltigung bei sehr schweren Übergriffen. An diesem ganzen strafrechtlichen Kontext gibt es aber Kritik von insbesondere tatsächlich JuristInnen. Und die fordern zum Beispiel eine Strafrechtsreform, sodass dort integriert ist, dass nur ein eindeutiges Ja auch ein Ja bedeutet. Also das sexualisierte Handlung, eindeutige Zustimmung. oder sexuelle Handlungen eindeutige Zustimmung brauchen. Außerdem wird massiv gefordert, dass ein Tatbestand eingeführt wird, der in großen Anführungszeichen leichtere Fälle sexualisierter Gewalt erfasst und damit insbesondere nichtkörperliche sexualisierte Belästigung, also zum Beispiel das Catcalling, wie ich eben genannt habe, dass das strafrechtlich erfasst werden kann. Das heißt, wenn einem im privaten Umfeld, also in der Bahn oder beim Feiern gehen, im Kino, beim Einkaufen, wenn da ein Catcalling oder eine sexualisierte Belästigung in Form einer anzüglichen Geste, eines blöden Spruchs oder sowas passiert, dann hat man strafrechtlich kaum eine Handhabe. Wenn sowas aber im Arbeitskontext passiert oder im Verlauf von Ausbildung oder Studium oder an der Schule, dann rate ich immer dazu, entsprechenden Stellen anzusprechen, ⁓ auf Basis vom AGG was machen zu können. Und da sind die Ahndungsmaßnahmen je nach Einrichtung oder je nach Organisation nach Institution sehr unterschiedlich. Im Studium kann das zum Beispiel so aussehen, dass die Betroffenen von hochschuleigenen Einrichtungen ausgeschlossen werden, zum Beispiel Räume nicht mehr nutzen dürfen. Das kann bis hin zu einer Exmatrikulation gehen. Das können Ansprachen sein, das können Verwarnungen sein, das die Personen können versetzt werden, können entlassen werden. Also da gibt es unterschiedliche Ahndungsmöglichkeiten, die dann aber in der jeweiligen Einrichtung vorgenommen werden müssen. Und damit sind wir auch schon im Bereich, ja, wie kann man denn jetzt mit sexualisierter Belästigung umgehen? Welche Strategien haben wir denn da? Was kann man denn tun? Und ich bin immer der Meinung, dass man auf jeden Fall präventiv ansetzen muss erst einmal. Und das heißt, Aufklärung und Information ganz wichtige Pfeiler sind. Also sowas wie das, was du jetzt gerade im Endeffekt machst. Du hast mir zugehört, wie über das Thema gesprochen habe oder über das Thema spreche. Ein wesentlicher Pfeiler ist es. dass du dich oder dass sich Menschen informieren dazu, was sexualisierte Belästigung ist, wie es sie aussehen kann und was man im Fall der Falle tun kann. Und ich finde es präventiv auch immer ganz, ganz wichtig, dass man einen offenen Austausch pflegt. dass man sich im Kreis von Freundinnen, von KollegInnen immer wieder zu dem Thema Austausch austauscht, damit man spürt, ⁓ krass, ich bin mit meinen Erfahrungen gar nicht alleine. Und das ist gar nicht... normal, in großen Anführungszeichen, was mir passiert ist, sondern das ist was, was verabscheuernswürdig ist oder was sogar vielleicht strafbar ist, oder wo mir ein gewisses Recht zusteht. Und ich finde aber auch den offenen Austausch ganz wichtig, damit man auch auf so einer gemeinschaftlichen Ebene einfach checken kann, welche Äußerungen okay sind und welche nicht okay sind. Das heißt, dass auch Menschen, die sich vielleicht unbedacht und ohne, also ich unterstelle ja nicht jeder Person, die sich auf eine bestimmte Art äußert, eine böse Absicht. Ich glaube, manche Äußerungen passieren einfach, weil wir, ja, weil wir Haltungen verinnerlicht haben, ohne sie zu reflektieren. Wenn wir uns dann aber offen darüber austauschen, was okay ist, was nicht okay ist, was sich vielleicht einfach, also wo man diskriminiert wird, wo man sich auch einfach scheiße behandelt fühlt, wenn man offen darüber spricht, haben andere Menschen auch die Möglichkeit, Verhalten anzupassen und zu korrigieren. Dazu kann auch zählen, sexistische Witze und Äußerungen, egal in welchem Kontext, anzusprechen. Ich ermutige immer dazu und ich verstehe aber auch, dass man nicht immer die Kraft dazu hat. Es gibt auch mit Sicherheit Situationen, da hält man den Mund oder ist still, weil man sich nicht exponieren möchte oder weil man halt ⁓ seine Stellung vielleicht fürchtet. Und ganz ehrlich, das ist Teil des Problems. Ich verstehe aber, dass nicht jede Situation es zulässt, etwas zu sagen. Wenn die Situation und wenn deine Kräfte es zulassen, dann positioniere dich gerne, dann sag sehr gerne was dazu. Ansonsten ist es natürlich auch eine präventive Maßnahme zu verstehen, was Konsens bedeutet, wie man Konsens bilden kann. Das heißt, sich damit auseinanderzusetzen, welche Handlungen finde ich zum Beispiel schön, was brauche ich, ⁓ mich bei den Handlungen gut zu fühlen. Aber auch wenn ich den Impuls habe, zum Beispiel andere Personen zu berühren oder zu küssen. oder irgendwie anders anzufassen oder einen sexuellen Kontakt herzustellen, dass ich dann weiß, wie kann ich das gut und sicher gestalten. Das kann zum Beispiel so was sein, wie dass man eine Routine etabliert oder sich so ein paar Sätze aneignet, also ⁓ diesen Konzentrat herzustellen. Das kann zum Beispiel so was sein, wie möchtest du, dass ich dich hier oder da berühre. Darf ich dich berühren? Ist es okay, für dich zu berühren? Und das nicht nur einmal zu fragen, dann ist es für immer erledigt, auch während fortschreitender Handlung immer mal wieder zu fragen. Und zwar gegenseitig, ne? Also immer wieder miteinander einzuchecken. Gefällt mir das, was du gerade tust? Ist das okay für mich? Fühlt sich das schön an? Möchte ich es lieber nicht? Und wenn eine andere Person signalisiert, das geht gerade so weiter, das möchte ich gerade nicht. Und dazu kann man auch, oder dazu sollte man auch Gesten, Körpersprache im Blick behalten. Das kann man üben, das kann man üben. Wenn andere Personen signalisieren, das möchte ich gerade nicht oder es geht mir zu weit, dann ist die Hand von so einer zu unterbrechen. Dann kann man präventiv so vorgehen, dass wenn ihr Beispiel Veranstaltungen organisiert, zum Beispiel in Vereinen oder in Gruppierungen, in Organisationen, bei euch auch bei der Arbeit oder so, dass ihr euch überlegt, wie Schutz- und Awareness-Konzepte aussehen können, wie die erarbeitet werden können. Und wenn ihr euch in diesem Bereich Unterstützung wünscht, dann könnt ihr euch sehr, gerne jederzeit an mich wenden. Ich unterstütze sie immer sehr gerne. Ich kann auch zu anderen Stellen vermitteln und begleite oder hab' in der Vergangenheit tatsächlich auch schon verschiedene Einrichtungen. und Gruppierungen dabei begleitet, solche Konzepte zu erarbeiten. habe also das, was ich euch gerade erzähle, all diese Grundlagen zum Thema sexualisierte Belästigung, dazu halte ich auch Vorträge in Institutionen. Ich habe zum Beispiel Ende letzten Jahres im Rahmen der Kampagne Orange the World, bei uns heißt es vor kurzem Orange Days, deshalb war ich jetzt der Versprecher. Im Rahmen dieser UN-Kampagne gab es bei uns in der Stadt und uns im Landkreis eine relativ große Veranstaltungsreihe. Da habe ich auch einen Vortrag zur antisexistischen Awareness gehalten. Also ihr könnt mich auch für solche Vorträge buchen. Genau. Aber wir gehen noch ein kleines bisschen weiter. Es ist ja nicht nur so, dass man präventiv mit sexualisierter Belästigung umgehen kann, sondern auch im Falle, wenn man etwas beobachtet, wenn man selbst betroffen ist oder wenn man... im Freund, in den Kreis zum Beispiel entsprechende Fälle beobachtet. Also was man machen kann ist das sogenannte Bystanding. Also man kann der Person beistehen, man kann sie unterstützen, man kann sie ernst nehmen, man kann sich selbst ernst nehmen. Oder wenn man Dinge beobachtet live, dabei ist vielleicht auch, wenn es die Sicherheitslage zulässt, dazwischen gehen, wenn man zusammen zu Veranstaltungen geht. vorher absprechen, also vielleicht Gesten absprechen oder Signale absprechen, in welchen Situationen muss ich nur eine Geste machen, ⁓ zum Beispiel Hilfe zu bekommen, dass wir gegenseitig aufeinander aufpassen, solche Dinge. Aber wie gesagt, auch dann, wenn schon sexualisierte Belästigungen erfolgt sind, kann man sich gegenseitig unterstützen. Und das Erste ist, dass man einander ernst nimmt, dass man einander Glauben schenkt und gemeinsam guckt, was die betroffene Person braucht, ⁓ sich sicher zu fühlen und ⁓ sich wieder sichern zu können. Und dazu kann es zum Beispiel hilfreich sein, auch zu geeigneten Anlauf- oder Beratungsstellen zu gehen. Es gibt in fast jeder Stadt den Frauennotruf. Hier kann man kostenlose Beratungsgespräche in Anspruch nehmen. heißt, also bei Stände kann auch so aussehen, dass man Fachstellen mit integriert, die geschult sind, die auch gute Umgangsstrategien mit erarbeiten können und die vor allen Dingen auch die Betroffenen auch mit sichern einfach so und nochmal stabilisieren, weil das ist ganz, ganz entscheidend. Es gibt auch bei ganz vielen ArbeitgeberInnen an ganz vielen Hochschulen und so gibt es viele unterschiedliche geeignete Stellen, mit denen man über solche Erfahrungen sprechen kann. Das können zum Beispiel Personal oder Betriebsräte sein. Das können die Gleichstellungsstellen sein, der AStA, Personalabteilungen. Manchmal sind es auch Vorgesetzte, das kommt natürlich aber auch immer so ein bisschen auf das Vertrauensverhältnis dann an. Und es gibt ganz viele unterschiedliche Hilfetelefone, die in Regel auch kostenlos, häufig auch in unterschiedlichen Sprachen zu sehr umfangreichen Zeiten erreichbar sind, mit denen man auch über solche Dinge sprechen kann. Und ich würde sagen, pack euch die, also genau diese Hilfetelefone insbesondere nochmal in die Show Notes, damit ihr so ein bisschen Überblick habt und die ihr euch vielleicht abspeichern könnt auch. Und natürlich ist auch, wenn man etwas beobachtet hat oder insbesondere dann, wenn man betroffen ist, ist die Polizei natürlich auch eine geeignete Anlaufstelle. Genau. Und ich habe es eben schon gesagt, wenn ihr Bedarf an Schulungen zu diesem Thema für eure Firma, für eure Einrichtungen, euren Vereinen oder eure Organisationen sucht oder wenn ihr ein Awareness-Konzept erarbeiten möchtet, dann könnt ihr euch jederzeit mit mir in Verbindung setzen. halte entsprechende Vorträge, ich habe auch schon einige entsprechende Vorträge und Workshops in diesem Bereich gehalten und bekleide euch da sehr, gerne, weil mir das ein großes Herzensthema ist. Das ist so ein bisschen das, was ich eben meinte mit, ich spreche sehr viel über diese Themen und ich bilde mich auch in diesen Themen vor, auch wenn das nicht immer auf Instagram Sichtbar ist. Uff, das war... Es war ein Deep Dive in ein Thema, was ich super wichtig finde. Ich finde es so wichtig, sich auf genau dieser Ebene, also auch auf begrifflicher Ebene, noch mal damit auseinanderzusetzen. Weil ich ganz fest daran festhalte, dass ein Verstehen und ein Verständnis von Mechanismen und ein Worte für Situationen für ganz entscheidend dabei ist, wenn man mit entsprechenden Situationen umgehen möchte. Und jetzt mache ich hier einen großen Punkt und wir gehen langsam in Richtung Ende der Folge über. Aber eine Sache fehlt ja noch. Es fehlt der Mutausbruch für diese Woche und es ist jetzt vielleicht mehr oder erst ist schon ein harter Cut zu dem, was davor war. Nichtsdestotrotz ist es jetzt Teil dieses Podcasts und Teil dieses Konzepts. In meinem Mudausbruch erzähle ich in jeder Folge eine kleinere oder größere Geschichte, die für mich schambehaftet ist. Das kann ganz unterschiedliche Themen sein. Ich mache das vor dem Hintergrund, dass ich mich neben Belästigungs- und Diskriminierungsthemen sehr intensiv mit dem Thema Scham beschäftige, sowohl bei mir als auch bei anderen. Die ganz zentrale Erkenntnis ist, wenn wir über Scham sprechen, dann nehmen wir ihr die Macht. Und wer über Scham spricht, der hat die Möglichkeit sich mit anderen zu verwenden. Und auch das nimmt der Scham ihre Macht. Und diese Woche ist mein kleiner Mutausbruch. Es geht darum, dass ich, ich glaube, häufig im Außen so wahrgenommen werde, als wäre ich so super reflektiert. Und, Gott, das klingt jetzt, siehst du, jetzt klingt sofort die Scham. denke, um Gottes Willen habe ich jetzt irgendwie so ein bisschen, ich will mich gar nicht selbst beweihräuchern oder so irgendwas. Also wird mir von außen häufig gespiegelt, dass man mich als reflektiert und freundlich wahrnimmt. Ich glaube, ich bin das auch wirklich. Und ich bin aber gerade im Privaten auch mega crumpy. Also ich kann so richtig maulig und meckrig sein. Und hasse es zum Beispiel, wenn man mich unterbricht, wenn ich im Hyperfokus bin oder so, dann kommt mein Partner oder jemand aus der Familie und will mit mir sprechen oder will einen Scherz machen oder so. Man kann nicht so richtig maulig werden und so richtig... Ich bin zusätzlich auch super geräuschenempfindlich. Ganz oft mag ich Berührungen, also gerade so zarte Berührungen überhaupt nicht. Ich will ganz, ganz oft meine Ruhe und ich weiß, dass ich das meiner Neurodivergenz zu verdanken habe oder mittlerweile weiß ich das. Aber wenn so was passiert, also zarte Berührungen oder zu laute Geräusche, Essgeräusche, Essgeräusche sind der absolute Horror. Das ist so, so schlimm für mich. Ich reagiere dann richtig, richtig genervt und maulig. Und ich kann dann richtig akro werden. Ich hab das Gefühl auch nicht unter Kontrolle. Gerade bei Essgeräuschen. weiß, es gibt dieses Bild der Mesophonie. Und trotzdem ist es mir saupeinig. Ich schäme mich richtig dafür, wenn ich dann so aus der Haut fahre. Und dann so maulig werde. Einerseits schäme ich mich dafür, dass ich überhaupt so sensibel bin. Weil alle anderen kommen ja auch damit klar, wenn Menschen in ihrer Gegend was essen. Andererseits schäme ich mich natürlich auch dafür, ich diese Empfindungen nicht ignorieren kann, was von außen an mich heran dringt und stattdessen super maulig werde, statt einfach nett zu reagieren. Ich schäme mich auch massiv dafür, dass ich nicht einfach in der Situation nett sein kann. Das ist mir total unangenehm, weil ich bin ja eigentlich ein höflicher und freundlicher Mensch und mir liegt auch daran, dass man so miteinander umgeht. möchte auch, dass man so miteinander umgeht, aber ganz oft geht es halt einfach nicht. Ich habe das Gefühl, bin im Außen. Gelingt ist mir in der Regel sehr, gut, freundlich zu bleiben, höflich zu bleiben, nicht über Dinge zu maulen. Aber je näher man mir kommt, umso eher läuft man Gefahr, dass ich maulig werde. Und ich weiß, dass das natürlich auch in einer gewissen Form normal ist oder häufiger auftritt. Natürlich kann man nicht immer nur nett sein. Und natürlich ist man eher zu den Menschen maulig, die besonders nah an einem dran sind, als zu Fremden. Auch wenn das irgendwie so bisschen paradox ist. Aber ja, als ich es nochmal, es ist mir super, super unangenehm und ich schäme mich meistens hinterher so richtig tiefgehend dafür, dass ich schon wieder so maulig war, schon wieder so bossy und so needy und keine Ahnung. ist irgendwie ja, es ist so ätzend. So und klar. Ich weiß natürlich auch, dass das Part of the Game und auch Teil von der Sozialisierung als Frau und als People-Pieserin ist. Man will es allen recht machen, weil will nicht die sein, die kompliziert und maulig ist, sondern die easygoing und lieb und gefällig ist. Aber ganz ehrlich, gerade gegenüber meinem Partner und gerade im Kreis meiner Familie bin ich ganz oft nicht gefällig. Also es tut mir oft leid und wie gesagt, es ist komplett von Scham durchstrungen. Aber ich finde auch immer häufiger einen Umgang damit. Auch das darf ich mittlerweile sagen, aber auch nur weil ich mich jetzt schon länger damit beschäftige. Ich habe eine Sprache dafür gefunden. Also ich weiß, dass ich vor allem dann so reagiere oder dass ich vor allen Dingen dann anfange rum zu moseern, zu meckern, wenn ich überlastet oder überreizt bin. Und damit, dass ich das checken konnte, wurde mir erst möglich, frühzeitiger mit mir einchecken und zu verstehen, wann ich auf dem Weg bin, drüber zu sein. Also ich kann jetzt so bisschen besser die Marker dafür identifizieren. Ich versuche dann halbwegs neutral zu erklären, was gerade los ist. Dass ich jetzt gerade irgendwie merke, dass ich so ein bisschen empfindlicher bin. das gelingt mir inzwischen auch immer öfter. Nicht immer, aber... häufiger als zuvor. Und da mein Partner mittlerweile aber auch weiß, wann und warum ich motzig werde, hilft ihm das, in der Situation dann auch gelassener zu bleiben. Und manchmal gelingt es ihm dann sogar, mit Humor zu begegnen. Was mir wiederum dann dabei hilft, die Situation nicht so krass ernst zu nehmen und mir selbst und uns beiden freundlicher zu begegnen und dann nicht so schnell ins Maul zu verfallen oder ... Wenn ich merke, er weiß jetzt, warum ich maulig bin und er nimmt es mir nicht übel, dann gehe ich nicht so krass an die Scham. Also Verständnis hilft tatsächlich auch sehr gegen die Scham. Aber ja, so ist es tatsächlich. Ich bin eine grumpy Miesmuschel zumindest manchmal und ich schäme mich ⁓ Ich schäme mich meistens im Nachgang dafür, dass ich nicht gut mit meinem Umfeld war. Das war der Mutausbruch für heute. Das war die heutige Podcast-Folge. Ich danke, danke, danke dir sehr, dass du dir die heutige Folge angehört hast, auch wenn sie vielleicht streckenweise und phasenweise nicht sehr einfach waren. Ich freue mich in jedem Fall, wenn du mir eine Reaktion schreiben willst in die Kommentare, gerne zum Thema Belästigung, zum Thema sexualisierte Gewalt, zum Thema Sexismus oder auch zum Thema des Mutausbruchs. Vielleicht bist du manchmal auch grumpy und kennst das und schreib mir immer gerne. vielleicht in die Kommentare, gerne auch per Mail, gerne auch per Instagram-Message. Ich freue mich immer, immer, immer über Rückmeldungen zum Podcast von dir. Und dann wird Ende des Monats auch nochmal eine Bonus-Folge des Podcasts erscheinen, eine Bonus-Folge von Scham frei gefragt. Die wird genau Ende Mai. Ende Mai wird die online gehen und zwar nur für alle SteadyMember. Wir werden in der nächsten Bonus-Folge darüber sprechen. wie man denn fühlen kann, sich das, was man bereits verstanden hat, auch integriert. Also zum Beispiel, es ⁓ das Thema Neinsagen geht, man hat sich ganz viel mit dem Thema auseinandergesetzt, man hat gefühlt alles dazu gelesen und gehört, hat es auch verstanden, aber man spürt noch nicht, dass das Thema auch wirklich bei einem angekommen ist und dass man wirklich in die Umsetzung kommen kann. Genau, und darüber sprechen wir. Ich gebe dir nochmal Einordnungen, Handlungsimpulse und Reflexionsfragen mit an die Hand und Diese Bonusfolge in Verbindung mit diesem Mini-Coaching, die kannst du hören, wenn du mich bei Stere unterstützt. Wenn du mir auch vielleicht eine Frage schicken möchtest, die dann in einer der nächsten Bonusfolgen als Mini-Coaching mit Einordnungen und so weiter besprochen werden soll, dann freue ich mich sehr, über deine Mitgliedschaft. Ich weiß nicht, ich überhaupt freue, ich mich sehr über deine Mitgliedschaft dort, weil das mir meine Arbeit ermöglicht. Und ja. Du findest mich, meine Texte und alle vollständigen Podcast-Episoden bzw. Bonus-Episoden auch, basiert ihr unter dem Titel, Anekdoten. Und ich habe es schon gesagt, in den Bonusfolgen ordne ich Fragen aus der Community ein, teile Impulse, Reflexionsfragen und mögliche Herangehensweisen als Einstieg für dich, mit denen du dann jeweils ein Thema vertiefen kannst, falls ein Coaching oder Vollzwergenshops gerade nicht dein Modus operandi sind. Den Link zu Steady und auch zu meiner Website, zu meinen Workshops und Coachings sowie zu meinem ersten Roman, Pages of Peerville, findest du in den Show Notes. Und da packe ich dir heute auch nochmal ein paar Anlaufstellen und Adressen rein. Folgt mir sehr, sehr gerne auch bei Instagram unter atd-unterstrich-anna-müller. Dort findest du noch einmal alle wichtigen Infos und Links in meinem Profil. Und ansonsten hören wir uns in 14 Tagen. Mach's gut, du Liebe, bis bald!