Anne: Hallöchen! Es ist immer noch oder schon wieder, wer weiß das schon so genau, jedenfalls ist es heiß. Ich hab's mir gemütlich gemacht mit zwei Kühlpacks auf den Beinen, es irgendwie im geschlossenen Raum aushalten zu können. Und ich hab das Gefühl, dass mein Gehirn inzwischen weggeschmolzen ist und weil ich mich auf verschiedene Arten in der letzten Woche insbesondere noch in der letzten Woche noch einmal intensiver mit dem Thema Hitze auseinandergesetzt habe, aber auch mit dem Thema chronische Erkrankung und Umgang mit chronischer Erkrankung, Erkrankung, Unsichtbarkeit von chronischer Erkrankung. Also mit all diesen Themen und mit den Zusammenhängen dazwischen auseinandergesetzt habe. Aus diesem Grund und vor diesem Hintergrund möchte ich in der heutigen Folge nochmal genau darüber sprechen. Also über all diese Zusammenhänge. und zwar sowohl aus der Sicht als einer Betroffenen, als auch mit so ein bisschen mit einem Blick darauf, wie Personen im Umfeld denn mit Betroffenen umgehen können, jetzt bei der Hitze aber auch im Allgemeinen. Und bevor wir reingehen, gibt es wie immer eine kleine Content-Not und kleinen Disclaimern zur Sicherheit. Ich spreche heute in dieser Folge auch über das Thema chronischer Erkrankung oder insbesondere über das Thema chronischer Erkrankung, über den Umgang damit und über Able-Ismus. Wenn diese Themen gerade schmerzhaft für dich sein sollten, dann ist das sehr nachvollziehbar und bitte hör die Folge nur dann an, wenn du gerade die Kapazität dazu hast. Bitte beachte auch, dass alle Inhalte, die ich unter anderem zu den Themen Gesundheit, chronische Erkrankungen, mentale Gesundheit und Neurodivergenzteile vor allem auf meinen eigenen Erfahrungen beruhe. Es sind keine allgemeingültigen Aussagen und keine Handlungsempfehlungen. Sie ersetzen daher auch keine fachmedizinische und oder psychologische Beratung oder Diagnostik. Und jetzt, jetzt gehen wir wie immer rein. So, willkommen auf der anderen Seite, wie ich immer so schön sage. Willkommen in der heutigen Folge. Und ihr wisst inzwischen, zum Einstieg in jede Folge machen wir hier so ein bisschen die Plauderecke. Ich plaudere ein bisschen aus dem, was ich erlebt habe in den letzten Wochen seit der letzten Aufzeichnung und teile so ein bisschen meine Literatur-Tipps und so weiter. Und heute, heute... gibt es ehrlich gesagt nichts zu plaudern oder ganz ganz wenig zu plaudern, denn in meinem Leben passiert gerade sehr sehr wenig. Es gibt aktuell fast nichts zu erzählen. Und natürlich ist es langweilig und natürlich habe ich mir dann im Vorfeld die Frage gestellt, warum überhaupt im Podcast drüber sprechen. Und da habe ich gemerkt, da ist auch so bisschen ein Haken oder ein Widerstand oder so eine Irritation, die ich auch in Bezug auf Social Media spüre. Und zwar, was mache ich denn in den Phasen, in denen das Leben nicht turbulent ist, in denen es nicht spannend und schillernd ist, sondern in denen es nichts zu erleben gibt? Was zur Hölle soll ich denn dann teilen? Und warum soll ich überhaupt drüber sprechen, wenn es eigentlich nichts zu erzählen gibt? Und ich weiß nicht, also ich, nee, ich weiß, dass es viele von euch gibt, denen es ähnlich geht, die dann sagen, naja, dann ist halt, also deshalb fällt mir Social Media machen so schwierig, weil ich nicht konstant Output liefern kann und... weil mein Leben vielleicht auch gar nicht so aussieht. Und das ist auch was, ich finde, da dürften wir zu Recht immer mal wieder drüber sprechen und einhaken und das so bisschen zu einem Thema machen, denn... Ich habe in dem Zusammenhang drüber nachgedacht, dass wir vielleicht alle mal wieder bisschen runterkommen sollten und vielleicht einfach mal wieder normalisieren sollten, wie ein Anführungszeichen normales Leben aussieht, wie ein Alltag aussieht und dass da nicht ständig Action ist, die wir auf Social Media teilen können. Ich glaube, wir lassen uns nämlich ganz oft von dem irritieren, was wir bei Social Media sehen. Und wir fühlen uns dann minterwertig oder so im Zug zwang irgendwie, wenn wir nicht 700 Events pro Woche besuchen oder erleben, keine topgestylten Wohnungen und Gärten, wir aus dem Katalog haben und nicht ständig neue Klamotten kaufen können oder schicke Restaurants besuchen und testen können. Oder aber auch, wenn wir so wie ich maximal eine Fußwanne auf dem Balkon unsereigen nennen und keinen gesamten Pool. Ich weiß aus Gesprächen, mit Followern, mit Freundinnen, mit Bekannten, dass es ganz, ganz vielen auch so geht, dass durch den ständigen Konsum und durch die ständige Präsenz bei Social Media, so ein Erwartungsdruck entsteht und dass man sich manchmal fragt, warum das eigene Leben eigentlich so stinkt normal, vielleicht sogar so bisschen langweilig ist. Und ich glaube, dass dieser Druck noch, also mindestens genauso stark, allen lastet, die irgendwas im Internet oder die irgendwas in der Öffentlichkeit von sich preisgeben. Und in dieser Diskrepanz versuche ich mich gerade nochmal so bisschen einzufinden, denn ich möchte hervorheben und ich möchte normalisieren, dass der Alltag von ganz vielen Menschen eben nicht so aussieht, dass es nicht darum geht ständig irgendwas Krasses Neues zu erleben und das möglichst teilbar zu erleben, also möglichst photogen zu erleben und das dann auch immer noch festzuhalten und es dann teilen zu können. Mir ist ganz wichtig zu sagen, Es geht mir nicht darum, diejenigen zu judgen, die all das haben wollen und können. Also egal, ob das bei Social Media stattfindet, bei InfluencerInnen oder im Privaten. Aber ich glaube, wir dürfen uns auch alle mal wieder klarmachen oder immer mal wieder klarmachen, dass es eben sehr, sehr unterschiedliche Lebensrealitäten gibt und dass der Alltag von vielen Menschen eben nicht so aussieht wie bei Instagram und deshalb nicht weniger wertvoll ist. Er besteht aus ganz häufig aus alltäglichen Aufgaben und Abläufen und manchmal eben einfach auch nur aus Existieren, weil die Energie nicht für mehr reicht oder weil das reine Existieren schon so viel Kapazität fordert, dass sonst nichts mehr möglich ist. Und das ist vollkommen okay. Das darf so sein. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil es im Moment hier exakt so aussieht, denn seit der letzten großen Hitzewelle und jetzt ist gerade schon die zweite Hitzewelle am Start, wobei die zum Glück nicht ganz so stramm ist wie die erste. Seit der letzten großen Hitzewelle ist hier einfach nur existieren angesagt. Ich schlafe ultra schlecht in der Nacht und brauche regelmäßig so einen Tag so Zwischenschläfchen, durch die Tage zu kommen. Ich arbeite nur das Nötigste und den Rest des Tages existiere ich im Moment gefühlt. Also versuche irgendwie die Zeit rumzubringen, das meistens einfach nur mit nichts tun. So und ich mache das Möbel, das ist nicht meinen Modus, den ich mag, aber da steckt halt auch einfach sehr, viel drin. Da gehen wir gleich im Fokus-Thema noch mal so bisschen drauf ein. Ja, und im Grunde warte ich im Moment eigentlich nur darauf, dass es endlich wieder kühler wird. Und selbst zum Lesen fehlt mir momentan die Motivation oder die Kraft. Also ich hab selbst, ja ich lese für meine Verhältnisse relativ wenig und relativ langsam einfach, weil ich merke, dass auch meine Gehirnkapazität gerade nicht so, nicht so prall ist. So, und was ich zusammenfassend jetzt sagen möchte, dass wir, glaube ich, wieder viel mehr normalisieren sollten, dass es erstens immer mal wieder solche Phasen Leben von Menschen gibt. Zweitens, dass der Alltag vieler Menschen schlicht unspektakulärer ist, als er auf Social Media dargestellt wird. Also dass wir das, was wir bei Social Media sehen, nicht mit der Realität der meisten Menschen verwechseln dürfen. Und das drittens, der Sommer einfach für neurodivergente und oder chronisch kranke Menschen oder auch Menschen, die Beispiel bestimmte Medikamente einnehmen, noch mal eine Schippe anstrengender ist als der gesamte Rest des Jahres und als vielleicht für Menschen, ohne diese Merkmale auskommen. Ich weiß, dass wir gerade alle sehr unter der Hitze leiden und ächzen und unter den Temperaturen leiden und Vor allen Dingen darunter auch, also nicht nur, dass die Temperaturen hoch sind, sondern dass sie so lange so hoch sind und dass wir dazwischen, auch in den Nächten, kaum eine Abkühlung bekommen. Und ich glaube auch wirklich, dass der menschliche Organismus nicht dafür ausgelegt ist, so lange und so intensive Hitzeperioden zu bestehen. Und das sieht man unter anderem ja auch an den enorm hohen Zahlen an Todesfällen, die wir allein Ende Juni hatten, innerhalb einer Woche. Innerhalb eines Tages, ich hab's heute Morgen noch mal gelesen, dass allein an diesem 28. Juni, an dem es so heißt, unfassbar viele Menschen gestorben sind und viel, mehr als statistisch erwartbar gewesen wäre. So und über diesen Umständen spricht hier, also ich lese das zwar in den Zeitungen und in den Medien, aber die Menschen mit politischer Verantwortung sprechen da kaum darüber oder kaum darüber, was die Konsequenzen sein müssten, die daraus eigentlich folgen müssten. So und wenn dann noch Faktoren wie zum Beispiel eine Reizsensibilität, krankheitsbedingte Schübe, Symptomschübe oder auch Schübe, die durch diese durch diese starken Wetterphänomene ausgelöst werden können oder aber auch Schübe oder Symptome, die durch Medikamente und durch Medikamenteneinnahme ausgelöst werden können. Zum Beispiel ein verstärktes Schwitzen, eine verstärkte Hitzeempfindlichkeit. Wenn so all diese Dinge dazukommen, dann bleibt eben nicht mehr viel anderes über als einfach nur zu existieren und sich so gut wie irgendwie möglichst selbst zu schützen und nicht darauf zu warten, dass das von außen geschützt wird, weil das passiert hier offensichtlich im Moment nicht. Genau, und deshalb müssen wir gut auf uns selbst achten und selbst schützen und hoffen, dass der September möglichst schnell kommt. Und ich weiß jetzt schon, dass mir persönlich das Licht im Herbst und im Winter wieder fehlen wird. Ich mag natürlich lange Sommer abends. Ich mag es, dass so viel Licht da ist und die Farben schön sind. Ich mag das wirklich alles sehr, sehr gerne. Aber ich kann wirklich nicht erwarten, dass die Temperaturen endlich wieder dauerhaft unter 20 Grad fallen. Und vor all diesen Hintergründen, vor all dem, was ich jetzt versucht habe, bisschen, ja so halb unstrukturiert aufzuzählen, vor diesen Hintergründen möchte ich heute über das Thema chronische Erkrankung und wie wir mit ihr umgehen können, beziehungsweise wie wir mit Menschen in unserem Umfeld umgehen können, die von chronischer Erkrankung betroffen sind, umgehen können. Denn unter anderem für diese Menschen wird die Hitze eben zu einer enormen Belastung. Bevor wir da tiefer reingehen, kommen wir aber jetzt dann doch noch zu zumindest so ein paar aktuellen Leseempfehlungen. Und die erste, die ich aussprechen muss, möchte, steht sogar im Zusammenhang mit unserem Fokus-Thema heute. Und zwar ist das von M.J. Langer von der lieben Mimmi, der Titel Wenn das mehr dein Herz berührt. Der ist Anfang Juli erschienen und es passt so, so, so, wunderbar zum Thema der heutigen Folge. Denn die wunderbare Mimmi hat dieses Buch geschrieben. Und bevor ich jetzt gleich noch kurz was zum Inhalt sage, erst einmal noch mal ein großes Shoutout an die Mimmi. Bitte folgt ihr alle bei Instagram rein unter at Mimmi unter Strich schreibt. Und lasst ihr bisschen Liebe da und lest ihr Buch. Lest auf jeden Fall ihr Buch, denn wir begleiten darin die Protagonistin Liz bei ihrer Reha auf Langeoog, die sie wegen ihrer Endometriose macht. Und ich finde, ich bin noch nicht ganz durch mit dem Buch, ich bin jetzt so ein bisschen weiter als die Hälfte. Aber bei allem, was ich bislang gelesen habe, finde ich, dass es der lieben Mimi extrem gut gelingt, den Alltag und die Einschränkungen und auch den Gesamt- Schmerz, also nicht nur den physischen Schmerz, sondern auch so dieses, die psychische Last, die auf einem liegt als chronisch kranke Person, all diese Elemente einzufangen und sie realistisch darzustellen. Also ich mag es unheimlich, wie sehr es Mimi gelingt, dieses Hadern, was man mit sich selbst hat, dieses, kann ich mir Dinge zutrauen? Ich möchte an Dingen teilhaben, weiß aber genau, es wird vielleicht nur eingeschränkt möglich sein. Wie kann ich mich selbst, wie kann ich mir selbst ein Sicherheitsnetz schaffen? All diese Dinge. Ich finde, stell Mimi unglaublich realistisch da und sehr, ähm, ja, sehr wertschätzend. Ich hab mich oder fühle mich bislang als chronisch kranker Person unglaublich gesehen und verstanden mit dem Buch. Und allein deshalb gibt's hier schon eine ganz, ganz große Leseempfehlung dafür. Und außerdem spielt das Buch am Meer und es ist eine Romance allein. Damit hat man mich ja immer schon. Aber wie gesagt, dass Mimmi dieses Setting aus den gewohnten Umfeldern, in denen Romances sehr häufig stattfinden und aus den gewohnten Szenarien rausholt und sich stattdessen einem Thema annimmt, das kaum jemand anfassen will, so kommt es mir zumindest vor, das finde ich nochmal besonders wichtig und besonders gelungen. Also voll dem Hintergrund los, besorgt euch das Buch, gibt es auch als E-Book, lest es alle unbedingt und ja, lasst der Mimmi vielleicht auch noch eine Rezension. Das wäre ganz lieb. Dann habe ich an der Romans Front von Christina Lauren de Anhaneimunas gelesen und das war okay. Das war ganz kurzweilig, aber ich hatte auch das Gefühl, dass es an der einen oder anderen Stelle so ein bisschen mehr Tiefgang in die ProtagonistInnen, in die Szenarien, in die Charakterentwicklung und auch in die Beziehungsdynamik hätte finden können. Ich meine... Es handelt sich nicht eine Autorin, sondern einen Autorinnen-Duo. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist das... Also sind die Veröffentlichungen von Christina Laun auch so bisschen einem Booktalk-Hype geschuldet. Ich kann es aber ehrlich gesagt nicht genau sagen, weil ich nicht bei TikTok bin und ganz viel aus dieser Bubble überhaupt nicht mitbekomme. Oder immer nur so im Rande mitbekomme. Aber es spielt auch eigentlich keine Rolle, weil... Also, was ich gesagt habe, besteht darüber hinaus. Ich glaube, kann es als leichte Sommerlektüre super wegsnecken, aber wie gesagt, hat an der einen oder anderen Stelle so bisschen der Tiefgang gefehlt. Ganz im Gegensatz zu dem dritten Buch, was ich aktuell lese, keine Romans, ganz und gar nicht. Ich lese von Jasmin Schreiber, da wo ich dich sehen kann. Ich bin jetzt so drei Viertel durch und ich kann sagen, das Buch findet nicht umsonst so große Beachtungen. Es zerlegt mich komplett wirklich. Ich hab vorher immer mal wieder gelesen, dass es unfassbar gut sein soll, wie berührend es sein soll und immer wieder gelesen, dass Menschen unglaublich beim Lesen weinen mussten. Und ich war in so einer völligen Fehleinschätzung und Selbstüberschätzung meiner selbst. Und hab gedacht, das passiert mir nicht. Das kann mir nicht passieren. Ja, little did I know, denn ich habe zwischendrin jetzt schon, ich bin noch nicht fertig, ich Rotz und Wasser geheult. Vielleicht nur so viel. Es geht einen Femizid. Und das Buch ist aus sehr vielen Perspektiven geschrieben und macht auch manchmal so Sachen wie alternative Handlungsweisen noch mal in eigenen Perspektiven darzustellen. Also ich finde, das ist handwerklich wahnsinnig beeindruckend gemacht. Das stellt einen unfassbaren Tiefgang her. Und zwar auch die emotionalen Verarbeitungsweisen aller der Betroffenen. Also das gesamten Umfeld des Opfers, es stellt die gesamte Trauer und das große Spektrum dessen, wie man trauern kann, so gut und so so fein heraus. Also all diese diese emotionalen Spielarten sind so toll geschrieben und so toll herausgestellt und dargestellt. ja, also es ist wirklich wirklich unfassbar gut geschrieben. Und mir fällt es schwer, weil es so eine harte Kost ist zu sagen. Ich lese das Buch mit so einer großen Freude. Aber ja, irgendwie passiert genau das. Natürlich muss ich unglaublich hart schlucken und das geht mir sehr, nah, weil es halt einfach ein schweres Thema ist. weil es so gut geschrieben ist, bleibe ich gern beim Lesen dran und habe nicht das Gefühl, ich muss es ständig aus der Hand legen, weil ich nicht mehr kann oder so. Das meine ich, auf eine Art macht es eine Freude, zu lesen, obwohl das Thema so hart ist. Falls ihr es noch nicht gelesen habt, auch dafür eine riesengroße Empfehlung. Es ist schwer, es geht nahe, aber es ist wirklich unfassbar toll. So viel zur heutigen Plauderecke, so viel zum heutigen Plaudern. Ich würde jetzt gern zum Thema, zum Fokusthema der heutigen Folge übergeben. Und zwar ist es ganz grob umrissen, das Thema unsichtbare chronische Erkrankungen, beziehungsweise chronische Erkrankungen, die man nicht auf den ersten Blick sehen kann. So, und das ist ja bei ganz vielen Erkrankungen so. Und zwar sowohl bei körperlichen Erkrankungen, das ist auch... bei Neurodivergenz, die nicht klassischerweise eine Erkrankung ist. Aber auch da ist es ganz häufig so, dass wir das nicht auf den ersten Blick sehen können. Und es ist natürlich auch bei psychischen Erkrankungen, bei so was wie Depression oder Angststörung, das sieht man Menschen auch nicht an. Und deshalb drückt er der Schein manchmal so. Also wir sehen oder Menschen, die von von unsichtbaren chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel einem Schmerzsymptom oder von Post-Covid betroffen sind, die vielleicht von Räumen betroffen sind. Man sieht das nicht immer auf den ersten Blick. Also manchmal sehen Betroffene einfach, sag ich mal, jetzt mal Lobbydar und Flapsic formuliert, okay, oder in sehr großen Anführungszeichen, ganz normal aus, obwohl sie eigentlich völlig fertig sind und obwohl sie gerade mit einem extrem hohen Schmerzlevel zum Beispiel in der Welt stehen oder mit einer extrem hohen Erschöpfung. So und ich kenne das sehr, gut von mir selbst. Auch meine chronische Erkrankung sieht man mir an ganz vielen Tagen einfach nicht an. Aber ich habe es so gemerkt, ich sehe es beim, ich gucke in den Spiegel und sehe es mir auch nicht jeden Tag an. Das ist so, auch wenn ich natürlich ganz anders und ganz feiner auf mich drauf blicke als vielleicht jemand von außen. Aber wenn ich mir zum Beispiel Fotos von mir ansehe und Fotos von vor vier Jahren, als ich noch körperlich gesund war, ansehe und Fotos von heute oder Fotos so im Verlauf der chronischen Erkrankung ansehe, dann sehe ich sehr wohl, dass man mir das, also zumindestens im Verlauf ansieht. Manchmal erschrecke ich tatsächlich auch so bisschen, wie viel frischer und wie viel erholter und wie viel lebendiger ich früher ausgesehen habe. Und wie sehe man mir die Erschöpfung und die Erschöpfungssymptome auf manchen Fotos einfach ansehen kann. Manchen Fotos sieht man ganz stark, wie so ein aufgedunsenes Gesicht. Und das sind tatsächlich meistens die Fotos, die im Sommer entstanden sind, weil dann so viele Wassereinlagerungen im Körper zum Beispiel sind. Also man kann es schon sehen, wenn man genauer hinguckt und vielleicht wenn man nah an einer Person dran ist und die so im Verlauf erlebt. Aber bei einmaligen Sehen kann man ganz oft einfach oder wenn man... Personen nur so hin und wieder mal erlebt und dann vielleicht auch nur irgendwie über Bildschirm oder so, dann kann man ganz häufig nicht sehen, wie es denen tatsächlich geht. Und ich finde genau dieser Umstand, dass man nicht sehen kann, wie es einer Person geht, erfordert ein ganz besonderes Gespür und Verständnis und zwar sowohl von uns selbst als chronisch Kranke im Umgang mit uns selbst, aber natürlich auch von unserem Umfeld. Es entsteht nämlich dann, zumindest in meiner Wahrnehmung, oder zumindest erlebe ich das bei mir selbst häufig, eine Diskrepanz zwischen, man ist so bisschen froh, nicht noch kränker auszusehen, und hier, bin ich der Meinung, steckt nicht nur Altilkeit drin, sondern vor allem auch viel, internalisierter Ableismus. Und auf der anderen Seite weiß man aber natürlich auch, dass von außen nicht erkannt wird, dass man eigentlich gerade eine Pause brauchen würde, oder ... Erholung oder vielleicht etwas ganz anderes braucht. das noch mal kurz einzuordnen, Ableismus ist die Diskriminierungsform, die Behinderte und chronisch Kranke herabwürdig und benachteiligt, die sich auf Behinderung und chronische Erkrankung bezieht. Und wenn man nicht krank aussehen will, dann ist da mit Sicherheit auch so bisschen immer persönliche Eitelkeit mit drin. Aber es steckt auch aus meiner Perspektive viel internalisierte Rollenerwartung drin, so zum Beispiel, wie mein Bild davon aussieht, wie ich als Frau auszusehen habe. Es ist aber sicher auch, wie gesagt, ein Teil verinnerlichter Ableismus drin, denn wir wollen nicht krank aussehen, weil wir genau wissen, wie Kranke in unserer Gesellschaft behandelt werden. Und das spüren wir aktuell und an den aktuellen politischen Entwicklungen vielleicht noch mal mehr denn je. Und mich persönlich, und das kenne ich von anderen Chronisch-Kranken oder auch von Menschen, die von Depressionen oder Angststörungen betroffen sind, mit denen ich mich regelmäßig austausche. Also kenne ich diese Schilderung. Mich oder uns bringt dieses nicht ansehen, also dass man uns unseren aktuellen Zustand nicht ansehen kann, oft in ein Dilemma. So, weil einerseits will ich natürlich niemandem zur Last fallen, will easy going sein, ich will nicht über meine Symptome und Bedürfnisse sprechen, nicht zu viel Raum einzunehmen. Und andererseits kann aber auch genau das gefährlich werden, denn woher soll denn jemand wissen, was ich gerade brauche, wenn ich nicht drüber spreche? Bei mir führt das häufig dazu, dass ich sehr viel über meinen aktuellen Zustand spreche. Das nimmt auch sehr viel Raum in meinem Kopf ein, aber dazu vielleicht gleich noch mal ein bisschen mehr. Zuerst möchte ich noch mal eine Einordnung treffen im Zusammenhang mit People Pleasing. Denn wir wollen niemanden zur Last fallen. Wir wollen leicht und easy going für Personen sein. wollen, dass Personen keine Umstände mit uns haben. Das kommt ganz häufig aus dem People-Pleasing. Und Sachen abzusagen oder nicht teilnehmen zu können, Pausen zu brauchen, sich daheim zu verkriechen oder, jetzt mal auch hier ganz flachsig formuliert, immer eine Extrawurst zu brauchen im Sinne von bestimmte Vorkehrungen zu brauchen, um bestimmte Dinge machen und erleben zu können. Das ist eben nicht easy going. Das ist halt in irgendeiner Form Ja, es braucht halt eine Rahmenung, es braucht einen gewissen Aufwand. damit umzugehen. Und weil ich diesen Aufwand anderen meistens nicht zugestehen möchte oder nicht von ihnen erwarten möchte, weil ich will sie ja nicht belasten, gehe ich persönlich immer noch viel zu oft und viel zu häufig über meine eigenen Grenzen, weil ich für andere nicht anstrengend sein will. Und ich weiß, ich erzähle zwar aus meiner Perspektive, aber ich weiß, wie vielen chronisch kranken und wie vielen Menschen mit mentalen Erkrankungen es genau so geht. man muss auch dazu sagen, faktisch ist ja eigentlich immer irgendwas. Wenn man chronisch krank ist, hat man jeden einzelnen Tag mit der aktuellen Situation zu tun. Man muss immer wieder neu mit sich einchecken und irgendwas tut immer weh. Irgendwas schränkt mich persönlich immer ein, egal ob das jetzt körperlich ist, mental, emotional oder alles zusammen. So es ist ganz oft einfach viel. So und natürlich ist das ätzend. für mich und mir ist auch klar, dass das für andere ätzend ist. Und es ist halt, es ist halt nicht locker, flockeig, spaßig, leicht. Und ganz ehrlich, mir geht das auch so, dass ich super auf die Version von mir selbst, die ich früher mal war, vermisse. Denn klar war ich früher auch mal People-Piecerin und ich weiß gar nicht, wann ich mal keine People-Piecerin war. Ich weiß nicht, wann das zuletzt passiert ist oder wann der Zustand... wie der Zustand vor dem People Pleasing war. Und natürlich ging mir auf früher schon vieles sehr nah. Aber ich konnte eben auch viel unterwegs und viel unter Menschen sein. konnte mein People Pleasing so richtig ausleben, ich immer für alle da sein, Dinge für andere übernehmen. Und ja, gefällig sein, so. Und das sind halt viele Sachen, die ich heute nicht mehr machen kann, weil sie an den meisten Tagen ... zu große Hürden sind oder eine zu große Belastung darstellen. Also heute zeigt sich mein People Pleasing eher dadurch, dass es mir schwer fällt, meine Bedürfnisse zu teilen. Und früher war es auch so, dass ich mit all diesem, kümmere mich andere und ich setze mich auf vielen Reizen aus, auch vielen sozialen Reizen, dass ich da auch regelmäßig über meine Grenzen hinausgegangen bin. Aber ich konnte es viel, viel, viel, viel besser wegstecken. Und heute ist dieses Dieses Karenzfenster von ich gehe über meine Grenzen und kann damit umgehen, ich kann es wegstecken und regeneriere mich noch mal halbwegs schnell. Das ist halt mini klein geworden. Das gibt es kaum noch. Und das ist erschreckend wahrzunehmen und das ist erschreckend sich das auch immer noch mal bewusst zu machen. Aber es bringt eben auch Herausforderungen im Umgang mit anderen bzw. auch mit mir selbst. Und ich merke, dass Mein körperlicher Zustand, meine chronische Erkrankung und auch da weiß ich, dass es nicht nur mir so geht, sondern auch vielen anderen Betroffenen. Diese Krankheit, kreist so sehr in meinem Kopf, bzw. ich kreise so oft darum, weil ich natürlich ständig irgendwie einen Blick haben muss, was macht mein Körper gerade, welche Symptome produziert er gerade, wo ist gerade meine Belastungsgrenze, was kann ich machen, was nicht. Also es ist quasi so ein konstanter Check-In und Mir persönlich fällt es... Also ich empfinde das auch als ätzend und anstrengend, aber gleichzeitig auch als so bisschen... vielleicht... kontrollierend oder es erleichtert mir, dass mich selbst besser zu verstehen und die Situation vielleicht so ein bisschen kontrollieren zu können, indem ich darüber spreche. Und zwar... ehrlich gesagt oft und viel. Aber auch, weil es halt so einen großen Teil meines Alltags ausmacht. Und wie gesagt, aus dem Wunsch heraus zumindest so ein bisschen was kontrollieren zu können. Aber ich spreche eben auch häufig darüber, weil man mir die Symptome nicht ansehen kann. nur, wenn man sie sehen kann, dann ist es eigentlich schon meistens zu spät und das Kind ist in den Brunnen gefallen und es geht längst eigentlich gar nichts mehr. So und deshalb habe ich ganz oft das Bedürfnis, nicht nur mit mir einzuchecken und nicht auf dem Schirm zu haben, sondern mich zu erklären und da kommt glaube ich nochmal das People Pleasing Element stark zum tragen. Also dieses Bedürfnis mich zu erklären, warum ich weniger machen kann, warum ich mich weniger melde, warum ich länger für Antworten brauche, warum ich nicht so präsent bin und und und. Das heißt viel darüber zu sprechen oder mich zu erklären, das ist gar nicht so sehr ein, ich referiere nicht, sondern es geht eher darum, ich möchte mich erklären. in der Hoffnung, dass ich damit auch anderen die Chance gebe, nachzuvollziehen, was gerade los ist. Ich habe ja eher so einen Hang zum Oversharing. ich glaube, das kommt von meiner Neurodivergenz, dass ich immer ganz, ganz, ganz viele Infos mitgeben muss, wenn ich über Dinge spreche, damit möglichst alle die gleiche Ausgangslage haben, damit möglichst alle die gleiche Informationsbasis haben, damit wir über die gleichen Dinge sprechen können. So ist es halt auch mit Blick auf meine Erkrankung. Das heißt, ich versuche darüber zu sprechen, der Hoffnung, dass ich damit für andere meine Situation nachvollziehbar mache. In der Hoffnung auch Verständnis zu wecken. ja, aber auch so ein bisschen aus dem Gefühl heraus oder aus dem Bedürfnis heraus, diesen ganzen Symptomest damit wenigstens halbwegs kontrollieren zu können. Und ich weiß nicht mal, ob das Sinn ergibt, weil also eine echte Kontrolle lässt sich ja nicht herstellen, naja. zumindest so ein bisschen ein Gefühl dafür oder davon. Und dann kommt in diesem ganzen Konglomerat aus unsichtbare Erkrankungen, Grenzsensibilität, People-pleasing, Achtsamkeit im Umgang miteinander, kommt noch was hinzu. zwar, oder kommt aus meiner Perspektive noch was hinzu, die Fettfeindlichkeit. Und das kommt halt hinzu, wenn es sich bei den krô- erkranken Personen dicke Menschen handelt. So, super oft erkläre ich meine Symptome auch deshalb anderen Menschen, weil ich riesengroße Angst davor habe, dass mich jemand einfach nur faul findet oder denkt, ich würde die Sachen deshalb nicht machen wollen oder können, weil ich eben dick bin und nicht, weil ich krank bin. So, und das ist so unfassbar kacke und jedes Mal, also mir wird das regelmäßig bewusst und dann bin ich irgendwie immer wieder ... so richtig angefressen, weil natürlich bedient das absolut schädliche Narrative. Und ich merke auch, wie sehr damit bei mir der Druck steigt, mich zu erklären, mich zu restfertigen für meine Erkrankung. Und natürlich frisst auch das wieder Kapazität. Und zwar einfach nur, weil wir in einer fettfeindlichen, misogynisten Gesellschaft leben. Und im Umkehrschluss führt das aber dazu, dass ich diese Fettfeindlichkeit natürlich auch so internalisiert habe, dass ich mich regelmäßig immer noch viel zu weit pushe, als gut für mich wäre. Das heißt, ich gehe auch vor diesem Hintergrund viel zu oft immer noch über meine Grenzen hinaus, nur damit ich nicht als faul wahrgenommen werde. Und das ist... ja... das ist so ein bisschen... ne, das ist ein bisschen kacke, das ist richtig kacke. So und ich habe das jetzt alles noch mal so ein bisschen aufgedröselt, damit, falls du als... Zuhörerinnen als Zuhörer, wenn du selbst chronisch krank und oder neurodivergent und oder fundamentaler Erkrankung betroffen bist, dass du dich vielleicht gesehen fühlst. Das ist mir immer ein großes Anliegen, dass wir checken, dass wir mit bestimmten Empfindungen, bestimmten Wahrnehmungen nicht alleine sind. Ich teile das aber auch deshalb mit du als Person, die vielleicht nicht betroffen ist, aber chronisch kranke Menschen in ihrem Umfeld hat, merken kannst, hey, nur dass man eine bestimmte Kondition nicht ansehen kann, bedeutet nicht, dass nicht im Hintergrund Das ist ein riesengroßes Truggle im Hintergrund. Das kommt nicht allein von den Symptomen, sondern von Erwartungshaltung oder sogenannten Erwartungserwartungen. Was erwarte ich, dass mein Umfeld erwartet, ich mich verhalten sollte, wie mit mir umgegangen wird usw. Das heißt zusammengefasst. Dass man chronische Erkrankungen, also zum Beispiel Schmerzerkrankungen, chronische Erschöpfung, aber auch so was wie Endometriose, Mikräne und andere Erkrankungen, aber auch Einschränkungen, in die sich zum Beispiel aus einer neurotiver Grenze oder aus einer Depression oder Angststörung heraus ergeben, dass man die ganz häufig nicht von außen sehen kann, kann zu gefährlichen Trugschlüssen führen. Und das sowohl im Umgang von chronisch Kranken mit sich selbst, als auch im Umgang mit ihnen durch ihr Umfeld. Denn auf beiden Arten und auf beiden Ebenen können sich verdeckt oder offen unter anderem internalisierte Ableismus und Fettfeindlichkeit zeigen. Das heißt, wir dürfen chronische Erkrankungen, wir dürfen mentale Gesundheit, all diese Felder nicht nur ausschließlich im Zusammenhang mit sichtbaren oder unsichtbaren Symptomen betrachten, sondern auch wir dürfen das auch gesellschaftlich immer mal wieder einordnen oder den Umgang damit auch immer mal wieder einordnen. So und jetzt ein bisschen mehr Verständnis zu wecken, eben weil man die Krankheit ja von außen oft nicht sieht und weil Betroffene sich häufig aus den genannten Gründen auch nicht trauen darüber zu sprechen, niemandem zur Last zu fallen, kommen hier so ein paar Aspekte und Gedankengänge dazu, was einerseits chronisch krank zu sein bedeuten kann, aber auch dazu, wie man als Person im Umfeld unterstützen kann. Ganz im Allgemeinen und auch so ein bisschen mit Blick auf das Thema Hitze. Chronisch krank zu sein bedeutet neben den individuellen Symptomen und da muss man auf dem Schirm haben, eine bestimmte Krankheit sich nicht bei jeder Person auf die gleiche Art zeigt. Das heißt nicht jede Depression zeigt sich auf die gleiche Weise. Nicht jede chronische Erschöpfung zeigt sich auf die gleiche Weise. Nicht jede Endometriose verläuft bei jeder Person gleich. Also erstmal das auf dem Schirm zu haben, dass man weiß, dass das Verläufe individuell sein können. Aber eigentlich wollte ich noch nicht so sehr in die Unterstützung gehen, sondern ich wollte eigentlich noch über die Alltagseinschränkung sprechen. Also, erstens geht es natürlich die konkreten Symptome einer jeden Erkrankung und darum, auch ein Verständnis für sich selbst zu entwickeln, dass Verläufe unterschiedlich sein können, dass Verläufe individuell sind. Die Alltagseinschränkungen bestehen aber nicht nur in diesen Symptomen, sondern sich daraus ergeben, dass man mehr Pausen braucht, dass man viel weniger belastbar ist, dass man vielleicht immer nur eine bestimmte Zeit, bestimmte kleine Zeitspanne, was am Stück machen kann, bevor man die nächste Pause braucht. Das bedeutet vielleicht auch, dass Pausen auf eine bestimmte Weise sein müssen, also dass damit nicht getan ist, man legt sich hier nur nach dem Fernseher an, weil das eventuell schädlich wäre, sondern man braucht vielleicht ... absolute Ruhe. Man braucht vielleicht noch mal einen sensorischen Rückzug. Es bedeutet im Alltag aber auch, dass man unglaublich flexibel werden muss und ganz ehrlich, ich hasse das. Das ist ist so eine der Sachen, die ich unglaublich nervig finde und die mich richtig, richtig viel Kapazität kosten, flexibel zu sein. Weil ich bin ein Mensch, ich liebe Planungen, ich liebe Systeme, ich liebe Vorhersehbarkeit und das ist halt mit einer chronischen Erkrankung einfach nicht mehr gegeben, weil du von Tag zu Tag gucken musst, was ist. Gleichzeitig brauchst du aber dennoch ein gewisses Maß an Planbarkeit, zu wissen, an diesen und diesen Tagen findet zum Beispiel Astermin X, Y statt, da kann ich mir nicht noch dieses oder jenes hinlegen. Ich kann mir eine größere Veranstaltung oder ein Familienfest zum Beispiel, wenn ich weiß, dass das stattfindet, dann muss ich mir vorher und nachher mehrere Tage Pause einplanen, wo vielleicht keine besonderen anderen Aktivitäten stattfinden können und und und. Also man braucht immer so ein bisschen. Man braucht ein enorm hohes Maß an Flexibilität und Planbarkeit zugleich. So und das ist. Allein das fordert schon wirklich viel Kapazität und Energie. Die Alltageinschränkungen bestehen aber auch darin, dass man Pläne zwar machen kann und dass das auch nützlich sein kann, dass es aber trotzdem jederzeit so sein kann, dass man die Pläne kurzfristig absagen muss. Weil, das meinte ich eben mit Flexibilität, egal wie gut man etwas plant und egal wie viele Vorkehrungen man treffen kann, es kann sein, dass bestimmte äußere Bedingungen dazu führen, dass alle schönen Pläne dahin sind. Ein Wetterwechsel kann reichen. Ein Wetterwechsel kann absolut reichen, die Symptome so sehr zu verstärken, jetzt gerade bei so was wie einer chronischen Erschöpfung, bei post-Covid und bei anderen chronischen Erkrankungen, dass bestimmte Dinge dann auf einmal doch nicht mehr gehen. Das heißt, es ist auch unfassbar ätzend, dass man immer im Hinterkopf haben muss, dass man Pläne eventuell kurzfristig absagen muss, dass man sein Umfeld darauf vorbereiten muss. Und dann unter Umständen auch mit einer Enttäuschung umzugehen, die im Umfeld besteht. Es ist auch okay, dass Menschen enttäuscht sind, dass man nicht teilnehmen kann. Weil sie einen gerne bei sich hätten. Das finde ich vollkommen okay. Nicht okay finde ich es dann. Und das kann halt auch passieren und eine Alltagseinschränkung sein, dass das Umfeld dann reagiert mit, du bist ja nie da, du kannst ja nie kommen, wir laden dich erst gar nicht mehr ein. Oder dass das Umfeld dann sauer wird bei mich, weil ich denke, man würde das mit Absicht tun. Also aus diesem ... Symptombedingten Einschränkungen können sich dann auch soziale Einschränkungen ergeben. So was man auch immer braucht, also dass man zum Beispiel an sowas wie Medikamente, Medikamentenpläne, regelmäßige Versorgung, Arzttermine an solche Dinge denken muss, vielleicht auch an Hilfsmittel denken muss, sich Hilfsmittel kümmern muss, die regelmäßig erneuern muss. In meinem Fall sind es zum Beispiel Bandagen, Einlagen, solche Dinge. So dass man dann ja auch regelmäßig Ähm, noch mal ÄrztInnen aufsuchen muss, neue Verordnungen zu bekommen. Also, all diese Dinge sind ja auch einschränkend. Ähm, zu all diesen Dingen kommt noch eine Alltagsanschränkung oder mindestens eine Alltagseinschränkung hinzu. Das ist, dass man immer wieder auch Exit-Strategien braucht. Das heißt, wenn man an dem Punkt ist, dass man zum Beispiel eine Unternehmung plant, dass man vielleicht aber auch vorher wissen muss. Was mache ich denn, wenn es sich plötzlich verschlechtert? Wie gehe ich denn damit Wie stelle ich sicher, dass ich wieder zu Hause komme? Kann mich jemand fahren? Kann mich jemand abholen? Solche Dinge. Also es ist wirklich, ihr seht es, es auf sehr vielen Ebenen einschränkend und es geht weit über dieses, ja, man hat halt einen Schmerz hinaus, sag ich mal. Das war jetzt auch wieder sehr zerflapsig formuliert, aber es halt nochmal ganz deutlich zu machen. Und wie kann denn jetzt eine Unterstützung aussehen? Wie kann eine Unterstützung durchs Umfeld aussehen? Wie kann eine Unterstützung aussehen, die wir uns als Betroffene selbst geben können oder die wir selbst vielleicht auch bitten können? Es kann natürlich sinnvoll sein, wenn, und das habe ich unter anderem auch bei in Mimis Roman gelesen nochmal und habe es deshalb gerade nochmal so präsent, es kann hilfreich sein, dass wenn unser Umfeld unsere Hilfsmittel checkt und bereithält zum Beispiel. irgendwo eingeladen ist bei der Familie, dass man zum Beispiel weiß, man hat einen Rückzugsraum, der still ist, der leise ist, der dunkel ist. Oder dass Kühlpacks für einen bereit liegen im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe. Dass eine Wärmflasche bereit liegt, wenn die Schmerzen größer werden, dass man schnell eine Wärmflasche machen kann. Und das ist unfassbar umsichtig und fürsorglich, wenn das Umfeld an solche Dinge denkt, die betroffene Person bei einer möglichen Verschlechterung zu unterstützen. So, weil das kann dazu beitragen, dass wenn es uns schlechter geht, wenn wir zum Beispiel bei Freundinnen zu Besuch sind, dass wir bleiben können und dass wir nicht heimfahren müssen, weil wir jetzt gerade keine Wärmflasche haben oder weil die Schmerzen so schlimm werden, dass wir nicht die nötigen Vorkehrungen treffen können, uns gut abzufangen. Aus Umfeldsicht kann es auch wirklich schön sein, die von chronischer Erkrankung betroffene Person aktiv in Planungen einzubeziehen und ihre Bedürfnisse abzufragen. Und sich die Antworten dann zu merken und beim nächsten Mal darauf referenzieren zu können und nicht nochmal fragen zu müssen. Denn auch das kann anstrengend sein, wenn man immer wieder gefragt wird. Und das ist so ein bisschen ein Punkt, ist... Also den finde ich sehr tricky, ne? Also natürlich freue ich mich riesig. wenn meine Bedürfnisse vorher abgefragt werden und ich mich sicher genug fühle, zu sagen, was ich wirklich brauche, das ist noch mal ein anderer Punkt. Aber dass das regelmäßig gefragt wird, wenn regelmäßig die gleichen Sachen gefragt werden, das kann auch unachtsam wirken. Also das heißt, wenn ihr Personen in eurem Umfeld fragt, was sie brauchen, gut an einem Familienfest zum Beispiel teilnehmen zu können, merkt euch schon mal, was sie sagt, beim nächsten Mal vielleicht noch mal drauf zurückgreifen zu können. Das kann sein, dass sich das auch mal verändert. Das muss auch okay sein, dass sich die Bedürfnisse verändern. Aber ich sag mal so vom Grunde her, dass man so einen Grundstück hat von, weiß, der Person geht es besser, wenn sie auf die die die Sachen zugreifen kann und wenn die und die und Sachen vorgehalten sind. Und vermeidet solche Sachen, das begegnet mir auch manchmal, dass man denkt, man tut der anderen Person etwas Gutes. Man weiß ja, was für die Person gut wäre, ohne zu fragen. Das kann ganz schön nach hinten losgehen. Und ich weiß, da beißt sich die Katze jetzt so bisschen in den Schwanz und da wird es jetzt so ein bisschen, wie gesagt, bisschen tricky, die richtige Balance zu finden zwischen aktiv nachfragen, Bedürfnisse abfragen, als chronisch-kranker Person die Bedürfnisse dann auch wirklich zu teilen, aber nicht ständig zu wiederholen und gleichzeitig trotzdem zu wissen, Bedürfnisse können sich auch verändern. Also es ist eine unfassbare Balance, die man da hinbekommen muss, aber... Es kann zum Beispiel helfen, wenn man sagt, beim letzten Mal, ich weiß, ne, als ich, also beim letzten Mal bei dir mit dem Fest teilgenommen hast, war es dir wichtig, dass das und das das vorhanden ist. Ist das immer noch so? Das ist ja schon ein Schritt. Und dann kann die andere, die erkrankte Person, kann sagen, ja super, danke, dass du daran denkst, genau das brauche ich nochmal. Oder kann sagen, nee, es hat sich ein bisschen verändert, dieses Mal bräuchte ich das und das und das. So. Jetzt, man muss da gar kein riesengroßes Fass draus machen, aber ... diese aktive Einbeziehung und das Erinnern daran, was gut sein könnte, aus Sicht der betroffenen Personen kann unfassbar wertschätzend auch sein. Generell ein Miteinander-Einchecken. Also nicht vergessen, ab und an miteinander einzuchecken. Ich freue mich jedes Mal so, wenn ich mit meinen nahestehenden Personen teilen kann, hey, mir geht es nicht gut, ich muss mich ein bisschen zurücknehmen und die Zwischenredner sagen, hey, ich wollte nur mal hören, wie ist denn die Lage gerade? Und zwar ohne dieses, ist es schon besser. Geht's dir schon besser? Bist du wieder fit? Denn das kann nochmal einen Druck machen, darauf gehen wir gleich ein. Aber so ein generelles, hey, ich wollte nur mal hören. Oder was auch super schön ist, ich denke an dich. Das finde ich immer unglaublich schön zu merken. Man gerät nicht in Vergessenheit. So und man merkt, dass die Liebe füreinander nicht daran hängt, wie oft eine Person an etwas teilhaben kann, wie oft sie dabei sein kann oder wie schnell sie antwortet. sondern die Liebe für die Person ist immer da. Das kann man teilen. Ich finde wirklich so ein einfaches, ich nur sagen, ich denke gerade an dich. Oder, keine Ahnung, mir ist dieses und dieses Buch untergekommen, da haben wir noch mal drüber gesprochen, da muss ich an dich denken. Sowas. Das kann so inkludierend wirken, das kann so schön wirken. Man merkt als betroffene Person, man ist nicht abgeschrieben. Denn tatsächlich passiert das ja relativ schnell. Dass Menschen, wenn sie merken, man kann wiederholt nicht daran teilhaben. Unternehmungen zum Beispiel teilhaben, dass man nicht mehr gefragt wird. So, dass man nicht mehr eingeladen wird, dass man irgendwie raus ist. Und dem kann man wirklich vorbeugen. Und darum würde ich euch wirklich, wenn ihr im Umfeld von betroffenen Personen seid, das hängt auch immer so bisschen davon ab, wie nah oder fern man dran ist, aber wenn ihr in eurem nahen Umfeld betroffene Personen von chronischer Erkrankung, von Depressionen, von Angststörungen habt, checkt regelmäßig mit denen ein. Signalisiert ihnen, dass ihr sie liebt. Dass ihr da seid und das... ...wenn ihr euch dafür nicht sehen müsst. Was auch wirklich entlastend wirken kann und was man als Umfeld oder als Person im Umfeld machen kann, ist, sich über die Erkrankung selbst schlau machen. Man kann auch mal nachfragen, so was nachfragen, wie was verschlechtert deine Symptome, wie zeigt sich die Krankheit bei dir. Weil ja, wie gesagt, die Verläufe sehr, individuell sind. Aber generell kann man auch wirklich einfach mal sich in Foren oder betroffenen Gruppen, für viele Erkrankungen gibt es auch Dachseiten oder doch Dachorganisationen, wo man sich so bisschen schlau machen kann, die häufig auch wirklich Informationen für das Umfeld bereithalten. Da kann man sich ein bisschen schlau machen. Und ich habe, ja, also vor diesem Hintergrund vielleicht noch mal aus meiner persönlichen Perspektive. Ich habe vor ein paar Tagen erfahren, dass alle Zeichen darauf hindeuten, dass bei mir noch Räumer dazukommt. Was ich irgendwie, ich glaube, das habe ich noch nicht so ganz. Ich glaube, das ist noch so ganz gesagt und nicht so ganz in mein Bewusstsein eingesackt. Und auf eine Art war ich, als ich es erfahren habe, auch relativ ruhig. Denn ja, natürlich ist es scheiße, wenn noch eine Diagnose hinzukommt und wenn man gefühlt wie so ein Panini-Album für Diagnosen hat. Das ist absolut kacke. Das will man nicht. Aber es gab halt auch den einen Teil von mir, der dachte, okay, diese Diagnose muss ich wenigstens nicht ständig erklären. Es gibt gute und... und fundierte und etablierte Unterstützungs- und Hilfsmöglichkeiten dazu. brauch nicht beim Arzt, bei einer Ärztin zu erklären, was das ist und wie es sich für mich anfühlt. Und was auch hinzukommt, ich hab das Gefühl, ich kann selbst einiges tun, es mir leichter zu machen. Also ich kann selbst so ein bisschen mit meinen Symptomen umgehen lernen und die auch so bisschen vielleicht eindämmen lernen. Das krasseste Erlebnis in diesem Zusammenhang war für mich bislang aber, ich hab's einer meiner engsten Freundinnen erzählt, dass das jetzt im Raum steht und ja, so und wie es mir gerade damit geht. Und ihr erster Impuls in ihrer Antwort war, ich habe mich damals schlau gemacht, ich habe da mal nachgelesen. Und ganz ehrlich, ich hätte heulen können. So, ich habe so richtig gemerkt, das ging mir so nah, weil ich spüren konnte, dass sie für mich da ist und dass es normal für sie ist. mich nicht auszufragen, sondern sich selbst schlau zu machen, nachzulesen und mir somit ja auch so bisschen Kapazität zu ersparen. Ich habe aber auch gemerkt, ich bin ihr so wichtig, dass ihr erfahren möchte, was mit mir los ist. Und das ist so ein schönes Gefühl. Das heißt, findet so eine Balance zwischen, lest euch ein, macht euch schlau über eine Erkrankung, die eine Person in eurem Umfeld hat. und fragt aber auch, wie es bei der Person individuell ist. Also findet auch hier eine gute Balance. Weil mit solchen Gesten könnt ihr Menschen in eurem Umfeld wirklich eine große Freude machen und sie entlasten. Allein, weil man sich dadurch nicht mehr an den Rand getränkt und ausgeschlossen fühlt, sondern berücksichtigt und eingeschlossen. Also wie kann man sich denn mehr berücksichtigt führen, als wenn man merkt, die andere Person interessiert sich für das, was mit einem los ist. Das machen wir ja auch, es Hobbys geht zum Beispiel. Wenn wir uns untereinander von Hobbys erzählen, dann befragen wir uns auch dazu. Wenn wir über die Arbeit sprechen, dann befragen wir uns auch dazu oder machen uns schlauer, was die andere Person macht. Das ist überall normal und das darf auch bei dem Thema Erkrankung sein. Im Gegenteil, hier ist es sogar noch viel, viel entlastender. Es kann auch als weiterer Tipp für euch als Personen im Umfeld von chronischen Erkrankungen, es kann auch hilfreich sein, Notfallsignale zu vereinbaren. Also zum Beispiel, wenn eine betroffene Person etwas bestimmtes braucht oder wenn man eine dringende Rückmeldung braucht. Also ich mache das manchmal mit meinen Freundinnen, dass ich sage, hey, mir geht es gerade nicht so gut, ich kann gerade nicht gut lange Nachrichten beantworten oder lange Nachrichten aufsprechen oder ich komme gerade nicht dazu, Dinge abzuhören. Wenn es aber was Dringendes ist, dann bitte schick mir einfach nur ein Signal. Sowas meine ich. Es kann aber auch sowas sein wie Man ist unterwegs und man ist vielleicht bei einer Familienfeier und traut sich vielleicht nicht irgendwie zu sagen, hey, ich muss jetzt sofort los. Dann kann man einem Partner, einer Partnerin, der dir dabei ist oder einer anderen vertrauten Person vielleicht ein Zeichen geben, das Zeichen vorher vereinbaren, dass die Person jetzt sagen kann, hey, ich glaube, es wäre jetzt Zeit, dass wir langsam aufbrechen. Solche Dinge. So, es kann auch sein, dass man einer Person einfach nur mal ein bestimmtes Emoji schickt, weil man... ob Ablenkung braucht oder solche Dinge. Als weiterer Tipp, und das ist so bisschen aus meiner eigenen Perspektive heraus, auch, aber auch hier, also alles, was ich aus meiner eigenen Perspektive teile, darüber habe ich in der Regel schon mit anderen Betroffenen gesprochen und die meisten von ihnen teilen diese Perspektive. Deshalb nächster Punkt. Wenn es irgendwie geht, versucht nicht einfach Betroffene anzurufen, sondern lieber vorher kurz eine Nachricht schreiben, kurz einchecken und per Nachricht klären. Entweder sagen, was es geht, und fragen, wann ein Telefonat möglich ist oder gucken, ob man es tatsächlich kurz schriftlich geklärt kriegt. Also sag mal, so plaudertelefonate, die eine längere Zeit in Anspruch nehmen, die sind hier superschön. Das sind ja tolle Erfahrungen, die man auch mit Freundinnen teilt, aber die kosten halt gerade in Hochbelastungsphasen unglaublich viel Kapazität auch und das ist oft einfach nicht spontan möglich, sondern braucht dann so ein bisschen Eine Rahmenung kommt auch ein bisschen auf die chronische Erkrankung an. Aber deshalb sicher ist sicher, lieber vorher einmal kurz checken, hey, können wir kurz telefonieren? Oder wann wäre denn telefonieren für dich in Ordnung? Und sicherheitshalber schon mal das Thema dazu sagen, damit die andere Person einschätzen kann, hey, wäre jetzt aber, also ich habe gerade vielleicht keine Kapazität, vielleicht können wir es auch schriftlich klären oder sagen kann, wir können, weiß ich nicht, heute Abend, morgen, nächste Woche, wann auch immer telefonieren. Versucht auch, egal ob ihr euch trefft oder ob ihr telefoniert, ob ihr Sprachiges austauscht, egal was, versucht die Zeit mit dem Blick zu behalten. Denn dieses, und ich kenne das so so gut aus eigener Erfahrung, ich bin eine Person, ich kann mich grundsätzlich stundenlang festquatschen und verquatschen. Hab das früher ganz ganz häufig gemacht und heute geht es ganz oft nicht mehr, weil ich zwischendrin mir wird übel, ich bekomme Kopfschmerzen, die Konzentration lässt nach. Und das sind halt Sachen, die sieht man einem von außen nicht an. Hier kickt dann aber auch das People Pleasing wieder ganz schnell. Man genießt vielleicht sogar als betroffene Person, dass jetzt gerade so ein Austausch stattfindet und man weiß, dass dir schon viel seltener geworden ist als früher. Man traut sich aber auch nicht, wenn man so eine People Pleaserin ist oder ein People Pleaser ist, zu sagen, hey, ich muss jetzt hier einen Punkt machen. Ich kann jetzt nicht mehr sprechen, weil das würde ja bedeuten, dass man gerade wieder anstrengend ist. Das heißt, man geht da ganz häufig über seine Grenzen hinweg und unterbricht die Situation nicht. Deshalb behaltet als Umfeld, als Person im Umfeld von chronischen Erkrankungen, je nachdem, auch hier, kommt wieder auf, Art der Erkrankung an, behaltet unter Umständen die Zeit mit im Blick. Wenn ihr euch für eine halbe Stunde telefoniert, für einen kurzen Kaffee verabredet, dann versucht es so schwer, wie das ist. Und ich weiß, dass man sich wirklich gerne lange verquatschen will. möchte, weil man die Gesellschaft voneinander zu schätzen ist. Aber versucht die Zeit im Blick zu haben und lieber mal zwischendrin einzuchecken und zwar ehrlich einzuchecken und zu hören. Ist es noch okay? Geht es noch? Und wenn die betroffene Person sagt, ja, ja, ja, ist alles okay, das ist Klassiker, ich auch von mir kenne, ja, ja, alles in Ordnung. Nochmal zusammen einchecken, ist wirklich gerade alles okay? Geht es wirklich gerade oder sagst du das, weil du denkst, du musst es sagen? Guck da gemeinsam hin. Natürlich sind chronisch Erkrankte da auch in der Verantwortung. Man kann es ihnen aber von außen bisschen leichter machen. Und letzter Tipp in dem Zusammenhang oder so im allgemeinen Zusammenhang, den ich ganz ganz wichtig finde. das hat mir, also momentan macht mir das nicht mehr so einen großen Stress, aber früher, zu Beginn der chronischen Erkrankung hat mir das einen unglaublichen Stress gemacht. Wenn Menschen mich gefragt haben, geht es dir schon besser? oder zwischendrin eingecheckt haben mit, wie geht es dir? Und ich habe gesagt, so und so, ach krass, ist es immer noch so schlimm. Wieso wird denn das nicht besser? Das dauert aber lange. Und ich weiß, dass Menschen das ganz häufig eigentlich nett meinen oder empathisch meinen und damit ausdrücken möchten, dass es ihnen leid tut, dass der Zustand so lange anhält. Fakt ist aber, chronische Erkrankungen dauern in der Regel lange, wenn nicht sogar für immer. Das heißt ein Es wird besser, tritt vielleicht nicht ein. Und diese Frage, geht es dir schon besser? Erhöht den Erwartungsdruck unglaublich. Ich weiß, dass das lieb gemeint ist, aber egal wie lieb gemeint das ist, das erhöht den Druck unglaublich, dass man doch jetzt wieder gesund sein müsste, dass man gefälliger sein müsste, easy going sein müsste. Fakt ist aber auch, dass man chronisch krank ist, eigentlich kontinuierlich eine gewisse Symptomlast besteht. Also selbst dann, wenn wir sagen, dass es ein guter Tag ist oder eine okaye Phase ist, selbst dann sind die Einschränkungen meist immer noch mindestens stark, wenn nicht sogar sehr stark und haben nichts mit den guten Tagen zu tun, von denen gesunde Menschen sprechen. Also ein guter Tag von einem gesunden Menschen hat nichts zu tun mit einem guten Tag von einem chronisch kranken Menschen. Also wenn ich sage, ich habe Tag, dann meine ich, dass ich halbwegs schlafen konnte und dass mein Schmerzlevel vielleicht, keine Ahnung, auf einem Level 4 ist, auf einem Level 5 ist statt auch nur Level 7 oder 8, dass mein Erschöpfungslevel so ist, dass ich zumindest mal ein paar Stunden aufrecht sitzen kann und mich mit Inhalten beschäftigen kann. Das bedeutet aber nicht... dass ich einen ganz normalen Arbeitstag schaffen würde. wie ein gesunder Mensch einen Arbeitstag mit sozialen Kontakten darüber hinaus. Also Hobbys, Unternehmungen, Freunde treffen, die nach dem Vollzeitjob noch anstehen. All das ist für mich persönlich nicht möglich und für die meisten chronischer Kranken auch nicht. Ganz normale Tage, wie ich sie von mir von früher kenne, dass ich irgendwie 8-9 Stunden gearbeitet habe. danach vielleicht noch einen Nebenjob gemacht habe oder zum Sport gegangen bin oder Freunde getroffen habe oder noch einkaufen war oder oder oder. Ich weiß gar nicht, wie lange meine Tage früher waren. Das war easy, das war leicht. Aber das geht halt nicht mehr. Und heute ist mein Tag, mein Tagespension ist vielleicht noch bei einem Viertel von dem, was es früher war. Und dann ist es ein guter Tag. Und wenn es ein scheiß Tag ist, dann geht im Grunde gar nichts. Und an den richtigen scheiß Tagen ist bei mir persönlich nur angesagt. Ich sitze oder liege eigentlich nur rum und warte darauf, dass es besser wird. So, muss mich ich darum kümmern, dass ich meine Symptome aushalten kann. Also auch solche Dinge, habt das auf dem Schirm, dass wenn ihr fragt, geht es dir schon besser, dass das, egal wie lieb gemeint es ist, dass das einen Erwartungsdruck erhöhen kann und dass selbst wenn eine chronisch kranke Person sagt, ja heute ist okay, selbst wenn so eine Antwort kommt, dass das nichts damit zu tun hat, dass die Person jetzt wieder voll belastbar wäre. So und jetzt noch so ein bisschen mit Blick auf die Hitze. Wie kann man denn Menschen, grundlich kranke Menschen in seinem Umfeld unterstützen? Also mir hilft tatsächlich, ich weiß, dass ich viel trinken muss, dass gekühlte Getränke mir gut tun und ich bin eine Person, ich vergesse es trotzdem. Also egal bei allem was ist, ich vergesse trotzdem zu trinken. Mir hilft es unwahrscheinlich, dass mein Partner ständig mal sagt, hey hast du eigentlich schon getrunken? Willst vielleicht mal ein Glas Wasser nehmen? Soll ich dir vielleicht was kalt stellen? Das hilft mir unwahrscheinlich. Guckt auch, dass wenn ihr zum Beispiel Besuch von chronisch kranken Personen habt bei dieser Hitze, dass zum Beispiel Ventilatoren aufgestellt sind, wenn ihr euch drinnen trefft. Es kann auch helfen, so etwas wie so Sporthandtücher, die man sich den Kopf wickeln kann, die man nass machen kann und sich den Kopf wickeln kann, sowas bereitzuhalten. Keine Erwartungshaltung zu schüren von oder einen sicheren Raum zu schaffen, ist vielleicht anders formuliert, wohlwollender formuliert. einen sicheren Raum zu schaffen, wo man mit wenigstmöglich Kleidung sein kann. Und das, man sich zum Beispiel sieht oder wenn man sich austauscht, dass das nicht an Unternehmung oder so was geknüpft ist. bei der Hetze, also ich kann noch als Beispiel für chronisch kranke Personen, ich kann noch weniger machen als ohnehin schon. Also ich erlebe es in der Bubble, es geht ganz ganz viel in gerade so, dass extra wenig möglich ist. Wenn man sich also verabreden möchte und wenn die chronisch kranker Person schon sagt, dass es überhaupt möglich ist, dann vielleicht darauf achten, dass man abends oder nachts rausgeht, dass man sich in den Abendstunden verabredet und am besten an leicht zugänglichen Orten, am besten dort wo es schattig ist und vielleicht noch ein bisschen Luft geht, also dass so ein bisschen kühle Luft über ein hinweg weht. Ich war gestern Abend mit meinem Partner hier in der Nähe an einem See. Das war so gerade an der Grenze. Wir waren relativ spät am Abend. Es temperaturtechnisch schon okay. Boden sitzen, geht kühle Luft über einen hinweg, hat sich gut angefühlt. konnte mich bisschen im Wasser abkühlen. Auch das Wasser abkühlen hilft mir persönlich sehr. Und das war von dem Setting her super. Es waren auch mehr so viele Menschen da wie tagsüber. Das war auch okay. Aber wir mussten nur so ein kleines Stück vom Auto bis zum See gehen. Es war wirklich nicht weit. Es keine Ahnung. Lass es mal 200 Meter gewesen sein. Und es war aber noch gleichzeitig so warm, dass dieser Weg vom Auto zum See und vom See zum Auto zurück dazu geführt haben, dass ich heute Nacht wieder so starke Symptome hatte. dass das schon eine harte Gradwanderung war. Also auch das auf dem Schirm haben, das meinte ich eben mit leicht zugänglicher Art. Also auch die kleinsten Wege können dazu führen oder 10 Minuten in der Sonne solltet ihr können dazu führen, dass sich Symptome verschlechtern. Habt vielleicht auch solche Sachen mit auf dem Schirm. Wenn ihr euch mit Personen trefft, denkt vielleicht dran, irgendwie mal einen Kühlpark dabei zu haben oder wenn die Personen zu euch nach Hause kommen. dass ihr Kühlpacks breit haltet. Solche Dinge hatten wir eben schon so bisschen bei den allgemeinen Tipps. Und finaler Tipp, was ganz, ganz wichtig ist, habt noch mehr Nachsicht. Und das gilt für chronisch kranke Personen oder für mental kranke Personen mit sich selbst. Also für uns alle, die in irgendeiner Art von einer Erkrankung betroffen sind, wir dürfen in dieser Zeit noch nachsichtiger mit uns selbst sein. Es gilt aber auch für euch alle, die ihr im Umfeld von chronisch kranken Personen seid, seid nachsichtig mit den Betroffenen und zwar noch mehr als sonst. Es ist gerade wirklich noch anstrengender und noch heftiger als im Rest des Jahres. So, das war ein größerer Rundumschlag. Ich habe das Gefühl, bin zwischenzeitlich thematisch so bisschen hin und her gesprungen. es liegt daran, dass mein Kopf gerade echt ein bisschen bisschen n' n' n' n' n' n' n' n' ganze zeit immer wieder gesagt mein gehirn das frittiert dabei bleibe so fühlt es sich nach wie vor an es hängt aber auch damit zusammen dass es halt ein vielfältiges komplexes thema und viel dran hängt und ich merke auch immer dass wenn ich über solche dinge spreche dass während ich drüber spreche, dass auch das People-pleasing kickt und ich denke, jetzt darfst du aber nicht auf diese oder jede Art darüber sprechen. Das lässt dich so bedürftig wirken oder das lässt dich so schwach wirken. Also auch während ich über all diese Themen spreche, fahren natürlich immer noch all meine inneren Filter mit. Und ja, also ich hoffe, ich hoffe, es war nicht zu wild für euch und ihr konntet vielleicht das ein oder andere sowohl als selbst Betroffene als auch als Person im Umfeld vielleicht für euch mitnehmen. Und zum Abschluss der Folge würde ich natürlich gerne, weil keine Folge ohne, würde ich noch gerne zum Mutausbruch der heutigen Woche kommen. Und mein Mutausbruch der heutigen Folge lautet keine Lust auf Austausch und Verbindung zu haben. Bei mir persönlich tritt das häufig auf, wenn ich überreizt bin oder wenn ich ein ohnehin schon niedriges Energielevel habe. Das heißt, das passt auch ganz gut zum heutigen Folgenthema. Ich schäme mich ganz häufig dafür oder stracke da richtig damit, weil ich jedes Mal denke, das ist buchstäblich asozial. Ich empfinde mich dann, als wäre ich nicht sozial genug. Und natürlich habe ich als Frau gelernt, dass Kommunikation mir doch liegen muss und dass viel plaudern und sich andere zu kümmern und sich mit anderen auszutauschen mir ja quasi in die DNA eingeschrieben sein muss. Und ich habe als People Pleaserin noch gelernt, dass es unhöflich ist, nicht zu antworten. Aber ich merke eben auch, dass dieses ständige im Kontakt sein, dieses ständige in Verbindung sein, sich austauschen, dass mir das manchmal einen richtigen Druck macht und dass ich unter diesem Druck richtig, richtig nervös werde. Weil natürlich will ich niemanden hängen lassen. Und ganz häufig sind mir Austausch und Kommunikation selbst hier super wichtig. Ich würde keinen Podcast machen, wenn ich nicht auch gerne kommunizieren würde, selbstverständlich. Aber ebenso häufig sind mir diese Aspekte eben auch wirklich, wirklich zu viel. Und ich habe noch keinen guten Umgang damit gefunden. Ich versuche es gerade, ich übe mich darin. Ich übe mich darin, einen Weg zu finden, gut zu kommunizieren und einen Mittelweg herauszustellen. Und für mich bedeutet das zum Beispiel, dass ich anderen Menschen sage, wenn es mir gerade nicht so gut geht oder dass ich nicht so viel Energie habe. dass ich gerade nicht gut auf... also lange Sprachnachrichten aufnehmen kann oder lange Sprachnachrichten abhören kann, nicht so häufig im Kontakt sein kann. Und das transparent zu sagen, weil ich will meinem Gegenüber natürlich ja auch kein nie dieses Gefühl geben. Ich will aber auch nicht denken, dass ich immer verfügbar sein müsse, weil ich es nicht kann. Und wenn ich dann also merke, dass mir die Energie für längeren Austausch fehlt, dann versuche ich zumindest zu versichern oder so in Aussicht zu stellen, dass ich mich später melden werde und wann das ungefähr sein wird, weil ich das halt fair finde. Weil wie gesagt, ich möchte nicht mit meinem Umfeld scheiße umgehen. Aber ich möchte auch nach mir gucken. Ich finde diesen Mittelweg zwischen gut mit seinem Umfeld umgehen und gut mit sich selbst umgehen, das ist nicht easy. So und bei allem, habe, weiß ich nicht, ich habe an so vielen Coaching Weiterbildung teilgenommen. Ich habe mich so, so sehr mit meinem eigenen emotionalen Haushalt beschäftigt. Ich habe so viel gelesen, gehört, wie die meisten von euch. Wie die meisten von euch. Deshalb will ich nochmal betonen, diese Balance zu finden zwischen fürs Außendasein und für sich Dasein, die ist fucking schwierig wirklich. Und das ist jedes Mal nochmal ein neues Aushalten, neues Aushandeln. Du bist damit nicht alleine. Mir geht es auch so. Und ganz, ganz vielen anderen geht es auch so. Und wir dürfen es aber machen. Wir dürfen es machen. Wir dürfen sanft mit uns sein. Und ich mache es dann so, wenn ich sage, ich habe gerade keine Energie, ich melde mich später wieder, dass ich das dann natürlich auch mache, wenn die Energie da ist. Weil ich natürlich einen angemessenen und fairen Umgang miteinander herstellen möchte. auch eine gewisse Verlässlichkeit schaffen möchte. im Moment ist das so mein Mittelweg, eine Balance zu finden zwischen nicht ständig in der Kommunikation zu sein, ohne andere hängen zu lassen. Und das ist das, was ich eben meinte. Hier ist zum Beispiel eine super Gelegenheit, ein Notfallsignal zu vereinbaren. wenn ich eine Sprachnachricht vielleicht nicht ad hoc abhören kann, sondern erst in ein paar Tagen abhören kann, eine Freundin von mir aber Was ihr wichtig ist, loszuwerden oder wo sie eine Rückmeldung braucht, habe ich mit allen meinen Freundinnen vereinbart. Wenn so etwas ist und du merkst, dass reagierst, dann schreib mir ein Notfallsignal. Oder schreib mir einfach nur kurz, dass du Antwort brauchst. Dann versuche ich das auch schneller möglich zu machen. Genau. So viel dazu. So viel dazu und so viel heutigen Folge der Anekdoten. Danke, danke dass du auch diese Folge gehört hast. Es gibt noch eine aktuelle Bonusfolge. Eine aktuelle Bonusfolge von Charme frei gefragt und die ist Ende Juni bei Steady erschienen und dort sprechen wir über die Frage, wie kann ich mit einseitiger Freundschaft umgehen und ich gebe dir dazu wie immer Einordnungen, Handlungsimpulse und Reflexionsfragen mit an die Hand. Alle Bonusfolgen, die jede für sich wie so eine Art Mini-Coaching funktionieren, sind meinen Study-Membern vorbehalten. Und du kannst alle Folgen, die bisher erschienen sind, mit einer Membership bei Study hören. Und zwar nicht nur die jeweils aktuellste, sondern wenn du jetzt eine Membership abschließt, dann kannst du auch die, die bislang erschienen sind, hören. Wenn du mir auch mal eine Frage schicken möchtest, die ich in einer der nächsten Bonusfolgen besprechen soll, dann freue ich mich sehr über deine Mitgliedschaft bei Study. Und du findest mich, aber auch meine Texte und Essays dort ebenfalls unter dem Titel an Ektoten. Den Link zu Steady und auch zu meiner Webseite und auch zu meinem ersten Roman, Pages of Peerville, findest du in den Show Notes. Folgt mir gerne auch bei Instagram unter atdie-anne-müller. Und dort findest du auch nochmal alle wichtigen Infos und Links in meinen Profilen. Und wir hören uns dann nochmal in 14 Tagen, Pass auf dich auf! Komm gut durch den Sommer und machs gut, lieber Mensch. Bis bald.