Samuel Kümmel: Ja, hallo und herzlich willkommen zur Folge 4 des Plenum Podcasts, die Vollversammlung der Lebenskünste. Heute wieder mit meinen beiden Gästen Sylvia Prenzl und Alfred Striegel von der Firma Plenum. Wer die ersten drei Folgen gehört hat, weiß schon ein bisschen, worum es hier geht. Hier geht es Geld, hier geht es Schatten, Projektionen, die Vollversammlung der Lebenskünste. Was das genau heißt? werdet ihr mit uns in den nächsten und auch in den letzten Folgen entweder gehört haben oder noch hören. Und heute haben wir ein ganz spannendes Thema. Wir haben ja in letzten Folge drei über Geld gesprochen und da ist das schon so bisschen angeklungen, aber wir haben es noch nicht so richtig aufgedeckt. Es geht heute das Thema Projektionen. Und für das Thema habe ich euch beide heute ganz besonders gern hier bei mir, weil ich das Thema Projektionen und Projektionsarbeit mit euch schon in einigen Workshops erlebt habe und freue mich, dass ihr heute dabei seid. Ich begrüße euch ganz herzlich, liebe Sylvia, liebe Alfred. Alfred Strigl: Hallo, schön, dass wir da sein dürfen. Sylvia Brenzel: Hallo. Danke. Ja, schön. Freue mich auch. Samuel Kümmel: Ja, wir machen es heute wieder nach unserer bewährten Art und Weise wie die letzten Male auch. Wir haben ein Interview und das Interview findet heute mit Sylvia statt. Und Alfred ist heute unser Stageholder. Das heißt, Alfred bezeugt das Interview und wird am Ende auch nochmal seine Perspektive, seine Gedanken dazu beitragen. Alfred, wie bist du heute da in diesem Podcast? Wie geht es dir zum Thema Projektion? Alfred Strigl: bin gut da, bin neugierig und ich habe eine große Freude meiner Sylvia zu hören zu dürfen. Sie war diejenige, die vor fast 20 Jahren uns aktiver in die Peter König Arbeit eingeführt hat und deshalb ist sie gebe ich hier gerne den Vortritt, wenn es Projektionsarbeit geht, da hier mit dir gemeinsam das vorstellen zu lassen. Bin gut da und höre gerne zu. Samuel Kümmel: Ja, sehr schön. Vielen Dank Alfred und Sylvia. Dich darf ich heute interviewen und wir steigen auch direkt ein in das Thema heute. Schön, dass du da bist und ich möchte gerne einsteigen mit dem, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben. Wir haben letztes Mal über Geld gesprochen, sehr intensiv auch und wir haben eigentlich auch die ganze Zeit über etwas gesprochen, was wir aber nicht so richtig ausgesprochen haben, nämlich über Projektionen. Und jetzt Könnten wir aber denken, okay, Projektion, das Wort kennt man vielleicht als Zuhörerinnen, als Zuhörer aus der Psychologie vielleicht so ein bisschen oder aus anderen Kontexten. Aber wir wollen heute mal ein bisschen einsteigen, was das ist. Und meine erste Frage an dich, Xavier, lautet, was ist überhaupt eine Projektion? Woher kommt dieses Wort? Kannst du mir das erklären? Was ist das? Sylvia Brenzel: Gerne Samuel, danke für die Frage und für die Einladung. Ich merke, ich bin ein bisschen aufgeregt, weil die Projektionsarbeit ist für mich echt ein ganz großes Herzensthema geworden über die vielen Jahre und auch ein ganz spannender Weg der Selbsterkenntnis. was ist eine Projektion? Ich zum Beispiel, ich bin in Latin Amerika geboren und habe ganz starke Projektionen, im positiven Sinne auf Latin Amerika, auf Kolumbien, auf Venezuela, dass es lebenslustig ist und freudig. Einfach nur mal ein Beispiel auch zu nennen. Also rein von der Definition, was ist eine Projektion? Das ist ein innerer Anteil in uns, ein Gefühl oder ein Wunsch oder eine Eigenschaft, die wir nicht als uns zugehörig wahrnehmen. Samuel Kümmel: . Sylvia Brenzel: sondern sie unbewusst in die Außenwelt raus übertragen. Da steckt jetzt recht viel drinnen, ich mag es nochmal wiederholen. Es ist ein innerer Samuel Kümmel: Okay, ja. Sylvia Brenzel: Anteil in uns, den wir nicht als uns Zugehörig wahrnehmen, sondern diesen unbewusst auf die Außenwelt projizieren. Und die Außenwelt, können Menschen sein, das können Systeme sein, das können Ideen sein, das kann Geld sein, alles Mögliche. Und diese Welt da draußen, uns herum, ist ja so bunt und vielfältig. Das heißt, wir können gar nicht so schnell schauen und wir projizieren schon. Und das ist auch per se nicht unbedingt etwas Schlechtes. Aber es hat so seine Auswirkungen und vor allem hat es seine Auswirkungen, wenn wir das unbewusst tun. Samuel Kümmel: Hm. Sylvia Brenzel: Und das Ganze kommt aus der Kai-Gustav-Jung-Schule, aus der psychologischen Schiene von Jung. Jung unterscheidet bei Projektionen das Unbewusste und das Bewusste. Samuel Kümmel: Mhm. Sylvia Brenzel: Vielmals als erstes Schmankerl, was eine Projektion ist. Samuel Kümmel: Ja, super spannend. Ich habe mich ja selber schon ein bisschen mit Projektionen beschäftigt, auch dank euch und auch in verschiedenen Seminaren. Und trotzdem, ich habe mal den Satz gehört, ich sehe die Welt nicht, wie sie ist, sondern wie ich bin. Ist das so ein bisschen die Zusammenfassung, was eine Projektion ist? ich also quasi in der Projektion eigentlich, ich schaue ja auf die Welt und denke, die Welt ist so. Und eigentlich sehe ich aber immer mehr von mir, also wie ich bin, wie ich denke, wie meine Wahrnehmung ist, wie mein Blick, meine Perspektive auf die Welt ist, auch wie ich geprägt bin vielleicht, anstatt das, wie es objektiv wirklich ist. Also diese objektive Wirklichkeit, gibt es gar nicht so richtig, oder? Sylvia Brenzel: Genau, genau. Also du hast es total schön zusammengefasst in dem Satz. was das große Lernen bei dem Ganzen ist, wenn ich das nach draußen, wenn ich das im draußen wahrnehme, was eigentlich mit mir zu tun hat, ist, dass das mit starken Bewertungen verbunden ist. Also entweder stark positiv oder stark negativ. nochmal auf das Beispiel zurückzukehren, für mich ist Lateinamerika absolut positiv bewertet und sobald ich das Wort höre oder von einem Land höre, hüpft mein Herz. Das heißt, da ist etwas, was ich nicht ganz als objektiv wahrnehme, sondern sehr subjektiv. Einfach aus meiner Geschichte heraus. Ich habe schöne Samuel Kümmel: Mmh. Sylvia Brenzel: Erfahrungen, eine wunderbare Kindheit dort verbracht und so weiter. Also diese starken Bewertungen, haben ganz wichtige Informationen für uns. Samuel Kümmel: Und jetzt ist ein spannender Punkt natürlich, ja man könnte jetzt sagen, okay das ist ja ein sehr psychologisches Thema, hat irgendwie mit dem Inneren zu tun, mit Anteilen und so weiter. Ich kenn's auch aus der Psychotherapie, zumindest habe ich es dort auch schon mal entdeckt und gehört. Ihr seid aber beide jetzt ja keine Psychotherapeuten, ihr seid ja Trainerinnen und ihr benutzt das trotzdem in eurer Arbeit. Also ihr habt irgendwie in euren Seminaren, in eurer Arbeit, die ihr tut, das Thema Projektionen und Projektionsarbeit mit aufgenommen. Und wie kam es dazu? Weil es ist ja erstmal nicht selbstverständlich, dass man als jemand, der mit Menschen Coaching macht und trainiert, Thema aufgreift. Sylvia Brenzel: Ja, das stimmt. Das Ganze ist ja auch aus einer Erforschung der Realität heraus entstanden von unserem lieben Mentor und Lehrer Peter König, der Menschen begleitet hat, die ihre Herzensprojekte, ihre Visionen umsetzen möchten. Und dann hat er immer wieder das Phänomen beobachtet, sobald es das Thema Geld geht, sei es Fundraising oder etwas zu finanzieren, wie auch immer, hat sich für ihn im Raum etwas verändert, also von der Energie etwas verändert, von dem sprühenden Visionären und Visionärinnen, die er begleitet hat, ist da wie so was weggerutscht und das hat ihn sehr neugierig gemacht. Und ein Kernelement von seiner ganzen Geldforschung, die er über viele, viele Jahre auch betrieben hat. war eben die Erkenntnis, dass Geld durch Projektion funktioniert, ganz stark oder uns ganz stark leitet, indem wir verschiedene Eigenschaften auf das Thema Geld projizieren. diese Erkenntnis hat uns einfach ganz stark auch geprägt. Man kann nicht mit der Projektionsarbeit aber man kann auch mit anderen Medien einsteigen. In unseren Kursen arbeiten wir viel mit Menschen, die die Nase voll haben von dem System, es funktioniert, von der Politik, vom Wirtschaftssystem, vom Geld- und Finanzsystem. Da kann man schon seine Wut, seinen Ärger, die eigene Enttäuschung ausdrücken. Und mit der dann zu arbeiten, was ist es, was wir auf unsere Politiker, auf die Systeme, auf Geld, auf die Wirtschaft projizieren. da funktioniert das eben genauso wie mit dem Thema Geld. Das heißt, wir arbeiten mit psychisch gesunden Menschen, wir mal so, weil therapeutisch würde ich es selber nicht bezeichnen, auch wenn die Grenze vielleicht durchlässig ist. Aber Menschen, wirklich etwas bewegen wollen, die etwas in die Welt bringen wollen, die etwas manifestieren wollen, ins Reale bringen wollen, die dabei zu begleiten, wo so ihre Schwellen sind, wo die Hürden sind, was sie zurückhält. Und da ist eben diese Projektion dabei, sowohl mit Geld, aber eben auch im Zusammenhang mit anderen Projektionflächen unglaublich augenöffnend. Und für mich ist es... Das eine unglaublich schöne Arbeit, die ich wahnsinnig gerne mache. Und sie kann sehr lustvoll sein, weil eigentlich kommt man natürlich zu eher schwierigen Themen ran, die auch aus der eigenen Sozialisation, aus der eigenen Biografie wirken. Aber sich da selber so ein bisschen zu ertappen und entlarven, mit der Projektion setzen, das kann wirklich sehr vergnüglich auch sein. Samuel Kümmel: Ja, mega, mega spannend. Ich habe jetzt gerade mal so drüber nachgedacht. Du hast gerade gesagt, das Thema Geld und Projektion ist sehr eng verknüpft. Das heißt also übersetzt, wir legen ganz, ganz viel Bewertung in Geld rein. Also Sylvia Brenzel: Genug. Samuel Kümmel: Geld ist ja erst mal entweder physisches Geld in Form von Scheinen und Münzen oder Geld auf dem Konto in Form von Zahlen. Und unser Kopf oder unsere Gedanken oder unsere Projektion auf Geld sind ganz starke Bewertungen. Und Jetzt könnte aber ja jemand sagen, der das gar nicht kennt und da ganz neu ist, aber Moment mal, Geld ist doch einfach Geld und damit bezahlt man und ich projiziere doch nichts. Also ich bin doch niemand, der irgendwas irgendwo reinprojiziert, sondern die Welt ist doch so, wie sie ist. Was würdest du so jemandem ergegnen, wenn du so Skeptiker und Zweifler oder Menschen in Seminaren hast, sagen, Moment mal, ich projiziere doch gar nichts. Wie Sylvia Brenzel: Hehehehehe! Samuel Kümmel: kommt jemand dazu, das zu bemerken, dass er doch projiziert? Was ist da deine Erfahrung? Sylvia Brenzel: Das ist schöne Frage, Samuel. die Menschen, die wir begleiten, bewegen ja gewisse Fragen. Das heißt, irgendetwas macht sie unrund oder sie möchten irgendwas lernen. Also es ist ja nicht so, dass die Menschen zu uns kommen, wenn alles alles bippi fein ist und sie sich nicht verändern wollen, sondern wir arbeiten mit Menschen, die an was Größeres glauben oder selber in einem Veränderungsprozess sind oder ein mutiges Projekt in die Welt bringen wollen und da einfach Fragen haben. Und mit diesen Fragen arbeite ich. Und durch dem Zuhören von den Fragen, die die Menschen haben, komme ich ganz schnell. ich habe wie so eine, durch die jahrelange Erfahrung habe ich natürlich einen gewissen Schafblick. oder eine gute Brille, ich die Projektionen, die die Menschen haben, sehr schnell erahnen kann. Und dann gehen wir ins Gespräch. Es ist ja keine rein mentale Arbeit, die Projektionsarbeit, wie wir sie anwenden, sondern es ist eine Körperarbeit. Das heißt, Samuel Kümmel: Mhm. Sylvia Brenzel: im Grunde ist es ein somatisches Hineinspüren. Wenn ich zum Beispiel Projektionssätze anbiete, wie fühlt sich das an? Und wenn sich gar nichts tut im Körper, also wenn du kein Herz klopfen oder kein Kribbeln verspürst oder auch der Hals schnürt sich zu, dann ist es das nicht. Dann forschen wir weiter. Deswegen sage ich immer wieder, es ist jetzt keine absolute Wahrheit, sondern es ist ein Forschungsfeld. Und wenn du bereit bist, dich selber zu erforschen Samuel Kümmel: Vielen Dank. Sylvia Brenzel: und möglicherweise Beschränkungen, die du interessanterweise dir selber auferlegst, zu entlarven, einfach in eine größere Handlungsfähigkeit zu kommen, dann bist du bei mir richtig. Dann lass uns reingehen und in dieses Abenteuerland der Projektionen. Samuel Kümmel: Ja, so wie du das erklärst, ich kriege allein beim Zuhören Freude und habe Lust, Projektionsarbeit zu machen. Was mich nochmal interessieren würde auch zum Thema Projektion, es gibt ja im Coaching, ich bin ja selber auch Coach und es gibt ja das Thema Glaubenssätze. Sylvia Brenzel: Hmm. Samuel Kümmel: Und Glaubenssätze sind ja so Sätze wie, weil das so und so ist, bin ich so und so oder kann das und das nicht tun, zum Beispiel. Und wo würdest du so ein bisschen die feine Linie, die Grenze ziehen von Projektionen und Glaubenssätzen? man könnte ja jetzt auch einfach einen Glaubenssatz zum Thema Geld haben und sagen, dass Finanzsystem der Kapitalismus ist schwierig oder böse oder anstrengend und deswegen werde ich niemals erfolgreich sein. Das ist so eine Art Glaubenssatz. Also irgendwie komme ich mit diesem System nicht klar. Und da steckt ja schon diese Bewertung drin, die du am Anfang gesagt hast. Aber wo geht es in diese Projektion rein? Also weil ich spüre da nochmal so einen Unterschied. Glaubenssätze sind ja eigentlich auf einer mentalen Gedankenebene. Das heißt, ich habe einen Gedanken, wie etwas ist. Und ist Projektion das gleiche oder geht das noch mal bisschen tiefer? Weil du gesagt hast, das geht ja über das reine Denken auch in eurer Arbeit hinaus. Sylvia Brenzel: Ja, danke für die Frage. Also es ist eine sehr punktgenaue Arbeit, würde ich sagen, die Projektionsarbeit, weil sie ein deutliches Stück tiefer geht als die Glaubenssätze, nämlich es geht ganz in diese Identitätsebene. Und was ist die Identität? Das ist, ich bin, wer ich glaube, dass ich bin. Und Samuel Kümmel: Mmh. Sylvia Brenzel: auf der Identitätsebene Kann, jetzt ein Beispiel von mir persönlich reinzubringen, kann ich Zerstörerin und Heilerin zugleich sein. Auf der mentalen Ebene geht das irgendwie nicht zusammen. Und das ist das Magische daran, dass wir Polaritäten, nämlich positiv und negativ, da wie so auflösen und plötzlich beide wertvoll werden. Sowohl das übertriebene Positive als auch das übertriebene Negative. es ganz tief in unseren Wesensursprung hineinführt. Ich weiß nicht, ob Samuel Kümmel: Hm. Sylvia Brenzel: das verständlich ist, aber es ist... Mach mal ein Beispiel. Wenn ich mit Menschen arbeite und versuche herauszufinden, welche Projektionen sie haben, dann verwende ich ganz oft mit Bewertungen belegte Wörter, die die Menschen selber verwenden. Samuel Kümmel: Mhm. Sylvia Brenzel: Das heißt, in irgendeiner Form sagen sie schon etwas, was sie ärgert, was sie aufrüttelt, was sie total faszinierend finden, also was bewertet ist aus ihrer Sicht, aber was sie unbewusst bewerten. Und oftmals spiegele ich vor allem wirklich zum Teil mit ein und denselben Worten, wo ich darin ihre Projektion erkenne. Und sofort sind wir in einem ganz tiefen radikalen Wurzelbereich, würde ich mal sagen, die Metapher eines Samuel Kümmel: Ja. Sylvia Brenzel: Baumes herzunehmen. Und der Körper ist dann wie unser Kompass, unser Seismograf, wo ich dann einlade, Sätze zu sagen. Nicht der Politiker ist dämlich, sondern ich bin dämlich. Und einfach so spielerisch einzuladen, probier es mal aus, sprich es mal aus. Du musstest dir nicht glauben, aber sprich es mal aus und schau mal, was im Körper passiert. Und da ist dann ganz oft eben eine körperliche Reaktion unterschiedlichster Form. Aber wenn im Körper was wahrnehmbar ist, dann zeigt sich das an, dass wir da auf einem richtigen Weg sind. Und interessanterweise arbeiten wir da eben viel mit Widerständen auch. Also nicht nur was happy, peppy und flockig leicht von den Lippen geht, sondern durchaus, ja, ich bin dämlich, ich jetzt grundsätzlich nicht so gern. Samuel Kümmel: Das fühlt sich nicht so angenehm an, sich selber sozusagen so zu benennen und gleichzeitig, also das habe ich jetzt gut verstanden, dass Projektionen auf einer Identitätsebene stattfinden. Also als Coach ist mir das durchaus bewusst. Wir können natürlich mental an bestimmten Gedankenkonstruktionen was ändern, das ist aber meistens halt erst mal so dieser diese erste Zwiebelschicht und gleichzeitig gibt es ja in dem Menschen einen, wie hast du das gesagt, einen Wurzel, einen Wesenskern, eine Seinsqualität oder sowas, was der Mensch ist. Und ich habe das eben gerade so stark mitgefühlt, als du gesagt hast, ja, ich kann eine Zerstörerin und eine Heilerin sein. Das sind ja Gegensätze, Paradoxien, ja, also entweder bin ich ein Heiler oder ich zerstöre Dinge und auf einer körperlichen Ebene, wenn ich da rein spüre und dann auch mich erinnere. mein ganzes Leben lang zu merken, ja, es gab Momente, da hatte ich ein heilsames Gespräch mit jemandem und war heilsam unterwegs und es gab Momente in meinem Leben, da war ich laut und aggressiv und habe meiner Wut freien Lauf gelassen, habe Leuten mal die Meinung gesagt und war zerstörerisch unterwegs und beides habe ich getan. Also beides scheint ja nicht nur Teil meiner Biografie zu sein, sondern auch in mir zu sein, sodass es irgendwann hervorkam, herauskam. Ist das das, was du meinst? Verstehe ich das richtig? Sylvia Brenzel: Genau. das noch mal zu verstärken, hast du es jetzt schön an einem Beispiel noch festgemacht, in dem du diese beiden Polaritäten wie so zu dir zurücknimmst, also annehmst, dass es in gewissen Situationen diese zerstörerische Qualität von dir genauso braucht, auch heilerische Qualitäten leben zu können, dann transformiert sich was. die Samuel Kümmel: Wow! Sylvia Brenzel: Transformation, die tiefe Veränderung. oder die tiefe Rückgewinnung oder Annahme dieser Qualitäten passiert, indem du mit beiden Polaritäten arbeitest. Das heißt, wir arbeiten nicht nur mit dem Negativen oder den Positiven, sondern wirklich mit beiden. Und dadurch entsteht wie ein Frieden. Also es ist wie eine Ruhe, eine Aufgerichtertheit. So sehe ich das bei den Menschen. Sie sitzen aufgerichteter da, haben klarere Augen. sind wie so zur Ruhe gekommen. aus dieser Ruhe heraus zu agieren und sich an diese Sätze zu erinnern, wenn man es mal vergisst. Es kann ja auch sein, dass man es mal vergisst, aber in Wahrheit, die hauptsächliche Integration oder Erkenntnis passiert rein auf der körperlichen Ebene. Und da darfst du darauf vertrauen, dass es einmal weiter wirken kann. Spannenderweise erlebe ich es immer wieder, Menschen, wenn sie durch einen Projektionsarbeitsprozess durchgegangen sind, dass sie anschließend, wenn sie dann wieder weitergehen, ins Leben gehen, wieder in Beziehung gehen mit Menschen, sich ein Stück weit anders erleben können. Samuel Kümmel: Mh. Sylvia Brenzel: Und das ist nicht nur mit einer Projektion getan. Peter König gibt uns immer mit einem verschmitzelten Lächeln mit, macht das wie Zähne putzen. Zumindest morgens und abends eine Projektion zurückholen zu dir. Es ist einfach auch ein Lernprozess, ist ein Lernweg. Samuel Kümmel: Ja. Sylvia Brenzel: Und die erste Projektion, diese Erfahrung, ist meistens sehr eindrücklich. Ich erinnere mich noch liebend gern an meine allererste Erinnerung, Erfahrung mit der Projektionsarbeit. Aber im Grunde gibt es täglich so viele Möglichkeiten, Projektionen zurückzuholen. Je öfter und je mehr du das tust, umso mehr erweitern sich die Handlungsmöglichkeiten. So erlebe ich das. ich werde entspannter in vielen Situationen. Ich kann viel weiter denken, viel größer denken, wenn ich weiß, da kommt nicht gleich so dieses innere Täufchen und sagt so, na, das kannst du ja nicht, Silvia, du bist ja viel zu klein. Du sollst du als einzelner Mensch hier in der Welt bewegen. Zum Beispiel. Und was ich Samuel Kümmel: Hmm Ja, Sylvia Brenzel: schon auch gemerkt habe, Tulli, wenn ich dich nochmal unterbreche, Samuel Kümmel: Alles gut. Sylvia Brenzel: ich merke, dass es sich wirklich auswirkt, in der Beziehungsfähigkeit, in der Begegnung mit anderen Menschen. Das heißt, wenn du, wir kennen das ja, wenn wir vor unsere eigenen Haustür kehren, dann ist der Weg frei, sag ich mal, auch für gelingende schöne Beziehungen mit anderen Menschen. Aber wenn das noch mal bestärkt und wenn ich sozusagen mit meinen meine Projektionen klarer habe, dann kann ich meinem Gegenüber ganz anders entgegentreten, auch wenn ich nicht der gleichen Meinung bin. Samuel Kümmel: Da gehen jetzt wieder in meinem Kopf mehrere Türen und Wege und Fragen auf. Ich merke, wie spannend das ist. Als du gesprochen hast, daran gedacht, das ist ein Stück weit ein Weg, wie man zu inneren Frieden kommen kann. Dadurch, dass ich verschiedene Anteile, Projektionsanteile, die in mir sind, wo ich schon seit Jahren etwas bewerte oder seit Jahren mich bewerte, Und eigentlich das immer nach außen abgeben, sage, okay, die Welt ist scheiße oder die Politik ist scheiße oder das Geldsystem oder meine Freundin oder wer auch immer schuld ist an irgendwas und merke, ach nee, es geht eigentlich mich und da sind eigentlich zwei Teile, die kämpfen die ganze Zeit gegeneinander und jetzt erlaube ich denen beide zu sein und auf einmal müssen die nicht mehr gegen sich kämpfen. das der Vorgang, wenn ich mir den so vorstelle, ist das korrekt, was da passiert? Sylvia Brenzel: Absolut, ist, das nochmal mit einem Beispiel zu untermauern, Samuel. Zum Beispiel, wenn du dich ständig über jemanden ärgerst, der so dominant ist oder ganz viel Raum einnimmt und du irgendwie das Gefühl hast, du musst immer kämpfen, deinen Raum einzunehmen, dann merkst du schon, ja, ich möchte auch reinnehmen, aber es ist immer mit Kampf verbunden. Und das ist dieses hin und her gerissene, was du gerade beschreibst. Und es zeigt dir auf, dass du eine Sehnsucht hast, in Frieden und in einer Natürlichkeit einen Raum einnehmen zu können, allein durch dein Sein, durch deine Präsenz Samuel Kümmel: Hm. Sylvia Brenzel: zum Beispiel. Und in so einem Fall ist es zum Beispiel total hilfreich, hinzuschauen, wo bist du denn schon dominant, beziehungsweise wo erlaubst du es dir nicht dominant zu sein. Und das heißt ja nicht nur, weil du einer dominanten Person beobachtest, dass du dir das einbildest. Aber wenn du in die Projektionsarbeit hineingehst, kannst du differenzieren, was ist der Teil von deinem Gegenüber, was es wirklich bei der dominanten Person sozusagen beheimatet, und was ist dein Anteil. Und Samuel Kümmel: Hmm. Sylvia Brenzel: ich kenne es aus meiner Geschichte, mein Anteil war, ich habe Sehnsucht auch. gut gesehen zu sein, weil ich habe etwas zu sagen. Und ich traue mich aber nicht. Und Mocker dann, und Mockern ist jetzt sehr österreichisch, meckert dann über meinen Gegenüber, der ständig so viel Raum einnimmt. Dabei ist dieses Potenzial auch in mir und das liegt braach. Und deswegen, wenn dich etwas frustriert oder wenn du neidisch bist oder dich wirklich etwas ärgert oder wütend macht, Samuel Kümmel: Okay. Sylvia Brenzel: ist das oftmals ein wunderbarer Indikator. Super, du bist im Widerstand, da ärgert dich was, da berührt dich was, bewegt dich was. Super, da können wir arbeiten. Das ist die Einstiegsporte in die Projektionsarbeit. Samuel Kümmel: Das ist super spannend und gleichzeitig wahrscheinlich für Leute, die es zum ersten Mal machen am Anfang, auch erstmal so unangenehm. Also mit diesem Ziel, ich nehme meine Projektionen zu mir zurück, muss ich ja erstmal anerkennen, ich habe welche, die sind in mir, die kämpfen gegeneinander oder die kämpfen gegen andere oder gegen das, was ich nicht sein darf und irgendwie muss ich das alles unter die... muss ich das alles irgendwie zusammenkriegen. Hast du so einen Tipp oder so einen Hinweis für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn die sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigen und sagen, ich will das überhaupt erst mal wahrnehmen, worauf können sie achten, mal eine Projektion überhaupt zu erkennen? Hast du da so eine Idee, wo du auch mit den Leuten im Seminar oft einsteigst? Du hast eben schon mal gesagt, das sind meistens so Bewertungen, aber kannst du das noch mal so ausdrücken, dass unsere Zuhörerinnen was mitbekommen, wo sie sagen, ab nächste Woche schaue ich mal da drauf und gucke mal, wo ich eine Projektion habe. Sylvia Brenzel: Hmm... Also ganz leicht geht es natürlich mit dem Thema Geld. Du das ja auch vorhin schon angedeutet, du kennst das Samuel Kümmel: Ja. Sylvia Brenzel: auch ein wenig. Geld ist insofern eine ganz spannende Projektionsfläche, weil es zwei sehr gefinkelte Eigenschaften hat. Nämlich einerseits, was du gesagt hast, es ist so scheinbar etwas Objektives, eine Zahl. Es ist ein Mittel, das man übertragen, mit dem man zahlen kann, das man sammeln kann und dergleichen, also scheinbar materiell. und auch immateriell. Also im Sinne von Samuel Kümmel: Mh. Sylvia Brenzel: es ist geprägt durch Erfahrungen, die wir im Zuge unseres Lebens gemacht haben. Das heißt, 10 Euro für dich, Samuel, sind möglicherweise nicht genau dasselbe wie 10 Euro für mich. Und diese Samuel Kümmel: Mhm. Sylvia Brenzel: unterschiedlichsten Geschichten zu entlarven, das ist quasi schon sehr gefinkelt beim Thema Geld. Das ist das eine. Und das Zweite ist, Geld ist heute noch immer ein Tabuthema bei uns in der Gesellschaft. Das heißt, wir kennen das über Geld hat man, über Geld redet man nicht, oder es ist schambehaftet oder schuldbehaftet. Du hast vielleicht eine große Summe Geld geerbt und hast aber das Gefühl, du hast es nicht verdient. Deswegen musst du umso mehr darauf aufpassen oder umso mehr oder umso mehr was richtig Tolles damit machen. Das kann natürlich einen unglaublichen Druck erzeugen. Und du kannst kaum mit wem sprechen. Oder hast das Gefühl, du kannst Samuel Kümmel: . Sylvia Brenzel: dich da nicht mitteilen. Geld ist ein Tabuthimmer und Geld ist sowohl materiell als auch immateriell. Eine wunderbare Projektionsfläche und es ist ein von Menschen geschaffenes Medium. Das heißt, das ist durchaus etwas Gestalterisches schon im Ursprung des Geldes. Insofern wäre meine Empfehlung an die Zuhörerinnen und Zuhörer, ja, sammle mal, mach mal ein Brainstorming zur Frage, was ist Geld für dich? Ganz für dich persönlich. Kannst mal aufschreiben, was fällt dir so ein? Ist eine Möglichkeit? Ist es Freiheit? Ist es Macht? Es ist eine Last, es eine Belastung. Einfach da mal so ein Stück weit das Fließen lassen, was dir da alles kommt. Gerne mehrere Begriffe aufschreiben, sowohl positiv als auch negativ. Und das wäre so der erste Schritt. Und der zweite Schritt ist, damit zu experimentieren, einfach für dich einmal so den Satz auszusprechen, nicht Geld ist Freiheit, sondern ich bin Freiheit. Samuel Kümmel: Hm. Und das einfach mal so in die Ich-Indentität einfach durch aussprechen aufzunehmen und mal auszuprobieren und zu sagen, okay, was ist, wenn es nicht das Geld ist, sondern das ist etwas, was ich bin. Ja, finde ich super, super spannend. Genau, also das sind so Schritte, die man selber machen kann. Und jetzt noch mal einfach so aus Interesse. Ich war jetzt schon zwei, dreimal bei euch im Seminar, aber auch für die, vielleicht noch nie da waren. Was passiert in so einem Seminar? Also wir haben jetzt einen Brainsummi gemacht. Wir können es ja vielleicht auch mal an einem kleinen Beispiel kurz durchexerzieren. Also wenn ich zum Beispiel sage, Geld ist für mich Macht. Und Sylvia Brenzel: Hmm. Samuel Kümmel: alle, die Geld haben, sind mächtig und mit Geld wird ganz viel Unsinn angestellt, weil die Mächtigen so viel Quatsch damit machen. Das könnte Sylvia Brenzel: Hmm. Samuel Kümmel: ja so was sein, was ich merke. Das habe ich irgendwie in mir. Das denke ich darüber. Was wäre dann dein nächster Schritt in so einem Seminar, mit jemandem darauf einzugehen? Wenn Sylvia Brenzel: Mhm. Samuel Kümmel: das jetzt meine meine Sicht auf Geld wäre. Sylvia Brenzel: Ich würde hineinlaufen und dich fragen wollen, Samuel, ist das Thema Macht positiv oder negativ für dich konnotiert? Samuel Kümmel: Ganz negativ. Macht ist was Schlimmes. Man darf nicht mächtig sein. Wir sollten alle uns liebhaben. Sylvia Brenzel: Ja, genau, Weil das ist total schön, dass du das Beispiel Macht hernimmst, weil ich erlebe Menschen, die genau wie du so reagieren, Gott, ist ja nur Missbrauch, und ich kenne Menschen, die Macht total toll finden. Also deswegen ist da noch mal eine gute Unterscheidung herauszufinden, was Macht für dich ist. Also wirklich ganz für dich individuell und persönlich. Und nach dem Satz Ich bin mächtig. Samuel Kümmel: Mhm. Sylvia Brenzel: würde ich dich einladen, eine erste Integration einzuleiten, für dich auch in deinem Körper hineinzuspüren, was das mit dir tut, wenn du sagst, ich bin mächtig und das darf sein. Das ist okay. Also wie diese Qualität, die du eigentlich ablehnst, zu dir zurückzunehmen und sie in dem Sinne auch zurückzugewinnen, nämlich dir bewusst zu werden, an welchen Stellen im Leben Bist du mächtig? Jeder von uns ist mächtig. Jeder von uns hat eine Würde. Jeder von uns ist frei. An den unterschiedlichsten Stellen oder in unterschiedlichstem Ausmaß. Aber dich dort hinzuführen, wo du erkennst, ja, stimmt, ich bin mächtig. Weil ich habe entschieden, dass ich auf Reise gehe zum Beispiel. Oder ich habe Samuel Kümmel: Ja. Sylvia Brenzel: mich entschieden, dieses Gemeinschaftswohnprojekt einzuziehen. Das war für mich eine klare Entscheidung. Damit habe ich etwas gemacht, wahrsten Sinne des Wortes. Samuel Kümmel: Ich habe etwas gemacht, deswegen habe ich Macht. Schön. Sylvia Brenzel: Genau, genau. Samuel Kümmel: Ich liebe deutsche Sprache, man kann so viel damit zusammenbringen. Du hast eben Sylvia Brenzel: das Thema. Samuel Kümmel: noch einen ganz wichtigen Satz gesagt, zwischendrin nämlich Das darf sein. Und den Satz habe ich ja bei euch in Seminaren auch schon öfters gehört. Kannst du zu diesem Satz noch was sagen? Weil ich habe das Gefühl, da steckt so bisschen so Schatz drin, in diesem Das darf sein oder in dem Bezug, also dann, es bedeutet ja dann, wenn ich sage, ich darf sein. Sylvia Brenzel: Genau, ja. Samuel Kümmel: Aber das darf sein. Was hat es mit diesem Satz auf sich? Was hat er mit Projektionsarbeit zu tun? Sylvia Brenzel: Du erteilst dir selber eine Erlaubnis, das zu sein, was du gerade gesagt hast. Und interessanterweise, indem du es aussprichst, und das heißt nicht, dass du es glaubst, aber indem du es aussprichst, passiert etwas somatisch, passiert in der Regel etwas im Körper, wenn du merkst, das ist eine Qualität, die du dir in der Vergangenheit nicht erlaubt hast. Du hast versucht zu vermeiden, zu viel Macht zu haben, weil du Angst hast, über Grenzen zu gehen, weil du selber schlimme Erfahrungen gemacht hast mit einem dominanten, mächtigen Vater oder einer dominanten, mächtigen Mutter und du für dich wieso innerlich vielleicht auch ein Stück weit unbewusst entschieden hast, so will ich nicht sein. Und plötzlich hörst du dich selber sagen, ich bin ein mächtiger Mann, ich bin eine mächtige Frau. Und das darf sein. Und in gewissen Situationen ist das sogar höchst notwendig. Allein durch das Wiederholen, das Aussprechen, durch das Bezeugtwerden, durch ein Gegenüber. Meine Empfehlung ist, wenn du diese Projektionssätze aussprichst, dass du die Augen offen lässt. Das macht einen großen Unterschied, ob du versuchst, diesen Satz herzumeditieren. Das Samuel Kümmel: Ja. Sylvia Brenzel: funktioniert vielleicht, aber auch ganz oft nicht. sondern wirklich die Augen offen zu halten, idealerweise einem Menschen, einem anderen Menschen in die Augen zu schauen und dich da bezeugen zu lassen, der so Zeuge oder Zeugin davon ist, wenn du da sagst, ich bin eine mächtige Frau und Samuel Kümmel: Hm. Sylvia Brenzel: darf sein, das ist okay. Das ist sogar manchmal notwendig. Samuel Kümmel: Das ist, auch beim Zuhören kriege ich Gänsehaut. Du hast recht, ist was sehr in den Körper auch reingeht, weil wir ja als Menschen in unserer Biografie auch auch an vielen Stellen uns entweder durch die Obrigkeitshörigkeit unserer Eltern oder anderen Autoritäten viele Dinge übernommen haben, die nicht sein dürfen. die wir verboten bekommen haben oder die wir uns selber verbieten, weil in unserer Familie hat man das nicht so gemacht oder macht man das nicht so. Und ich merke, also ich habe die Projektionsarbeit dankenswerterweise mit euch ja schon ein paar Mal erleben dürfen, auch selber, und habe sie auch an anderen erlebt und merke auch jedes Mal, wenn jemand so was über sich selber sagt, passiert auch im Raum mit allen was. Also Sylvia Brenzel: Hmm. Samuel Kümmel: das ist ja, die Zeugen haben sogar von diesem Prozess ja auch was, sie erleben eine Projektion eines anderen und ich habe jedes Mal aber bei Themen von anderen gemerkt, auch mit mir passiert irgendwas, wenn sich da jemand befreit, wenn sich da jemand was erlaubt, wenn sich da jemand auf einmal zugesteht, ich darf das sein oder das darf sein. Und es ist manchmal auch, sind ja auch krass emotionale Dinge, die da hervorkommen. Also ich erinnere mich noch an verschiedene Projektionsmomente jetzt auch letztes Jahr, als ich beim Lied The Change dabei war, wo dann auch Tränen kommen, wo Menschen merken, da löst sich gerade was, was Jahrzehnte oder Jahre in mir feststeckt als das darf nicht sein. Wie erlebst du das? Sylvia Brenzel: Ganz genau. Ja, das ist schön. Deswegen arbeite ich auch wahnsinnig gern mit Gruppen und der Projektionsarbeit. auch im 1 zu 1 Setting natürlich. Aber das, was du jetzt beschrieben hast, ist, wenn das mehrere Menschen sind, dann wird das wie so zu einem, ich hoffe das Wort ist nicht zu groß, aber wie so einen kollektiven Heilungsprozess Samuel Kümmel: Hmm. Sylvia Brenzel: oder ein kollektiver Heilungsmoment. Das Schöne ist, dass uns Menschen ganz ähnliche Themen Und interessanterweise über Kulturen hinaus. Ich bin sowohl in einer europäischen als auch latinamerikanischen Kultur groß geworden. Es gibt natürlich kulturelle Unterschiede. Und trotzdem sind unsere menschlichen Lebensthemen sehr verwandt. Sie sehr nah. Und wenn ich da mit dabei sein darf, wenn jemand, eine Person, ein Mensch, ganz stark durch so einen tiefen Erkenntnisprozess geht, den ich auch kenne auf einer gewissen Ebene. Beispiel die Friedensarbeit mit den eigenen Eltern. Also Samuel Kümmel: Hmm. Sylvia Brenzel: wenn wir erkennen, ich gehe jetzt in meine Verantwortung und kippe nicht immer wieder in mein kindliches Ich, das quasi danach ringt, dass die Mama endlich einmal so ist, wie ich es mir wünsche, sondern ich gehe in meine eigenständige, erwachsene Verantwortung. Und das zu erleben bei anderen Menschen, wenn sie das tun und zu sehen, wie lebendig sie dann ausstrahlen, das ist einfach ein unglaubliches Geschenk. Samuel Kümmel: Ja, das empfinde ich als ganz genauso, da kann ich dir nur zustimmen, dass das ein Geschenk ist, wenn wir miteinander und aneinander in so kollektiven Momenten oder Prozessen erleben, da löst sich was oder da wird was leichter oder da bei jemandem fließt was ab oder da geschieht irgendein Heilungsmoment. Ich finde das Wort nicht zu groß, ohne dass es jetzt eine Therapieform ist, trotzdem können ja durch Coaching und Training Therapie-ähnliche Dinge passieren, wo Leute, auch die jetzt gerade gar nicht psychisch krank sind, aber die einfach seit Jahrzehnten irgendwas eingespeichert haben, auf einmal was leicht fällt oder sie was aussagen können, was sie noch nie gesagt haben. Und ja, das ist ein superspannender Moment. Also von daher vielleicht auch die Einladung an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, das einfach mal selbst zu erleben und sich mal ein Seminar Geld und Projektionsarbeit oder Geld und Quellarbeit anzuschauen. Da mache ich jetzt für euch beide einfach Werbung, weil ich so begeistert davon bin. Das mal zu erleben. Man kann ja auch dabei sitzen und muss gar nicht an sich selber arbeiten, sondern kann eigentlich so die Prozesse einfach miterleben und trotzdem nimmt man selber ganz, ganz viel mit. So habe ich das zumindest erlebt. Jetzt würde ich aber gerne am Ende nochmal dich ein bisschen aus der Reserve locken, Silvia. Wir haben jetzt so ganz allgemein über Projektionen und Projektionsarbeit gesprochen und mich interessiert nochmal Was ich an euch beiden, Alfred und Silvia, so authentisch und so spannend finde, ihr habt die Arbeit auch selber gemacht und ihr habt sie auch tiefgreifend selbst erfahren. Ihr seid nicht einfach so Lehrer, die das irgendwie beibringen, sondern ihr verkörpert das ein Stück weit für mich auch. Was war denn dein Moment, wo du einerseits mit den Projektionen in Berührung gekommen bist? Und was war eine Projektion, die du vielleicht hier mal teilen magst, wo du sagst, das war für mich gut, das sagen zu können, dass das sein darf? Magst du da was teilen mit den Zuhörern? Sylvia Brenzel: Ja, gern. Also meine allererste Projektionsarbeit war tatsächlich die Zerstörerin. Ich bin eine Zerstörerin und das darf sein. Und das habe ich für mich erschlossen, darüber, dass in meiner Familie hat es eine große Enttäuschung gegeben. Der Bruder von meiner ... Meine Mutter Onkel haben einiges an Geld verspielt. Das hat eine große Auswirkung auf unsere Beziehungen in der Familie gehabt. Damit hatte ich für mich bewusst unbewusst abgespeichert, Geld ist zerstörerisch. Zerstört Beziehungen, treibt Menschen auseinander, ist trennend, ist einfach unangenehm, ist grausig. Geld ist richtig grausig. Samuel Kümmel: Hm. Sylvia Brenzel: Und wie ich dann entdeckt habe, dass auch ich eine Zerstörerin bin und ich die die Geschichte von mir erzählt habe bis zu dem Zeitpunkt Everybody's Darling. Also ich bin ein Nesthäkchen, bin die Jüngste in der Familie, von allen gehätschelt und verwöhnt worden und ich habe es genossen und ich genieße es noch heute, wenn solche Momente sind. Das heißt, es war für mich absolut undenkbar. in so eine Zerstörerinnenqualität zu gehen. Und Samuel Kümmel: Hm. Sylvia Brenzel: gleichzeitig, was für meinen Dafürhalten zerstörerisch ist, jemandem meine Grenze aufzuzeigen oder ganz klar eine andere Meinung entgegenzuhalten, das habe ich für mein Gefühl schon als zerstörerisch empfunden. Und das ist aber in gewissen Gesprächen, wenn es auch ein Vertrauensverhältnis gibt und und und, total wichtig. total wichtig, dass ich da Kanten zeige und als Geschenk in die Mitte leg, ich sehe das anders, möchtest du das hören? Und das habe ich früher nie gemacht. Ich habe das immer zurückgehalten, weil ich ja nicht zerstören Samuel Kümmel: Vielen Dank. Sylvia Brenzel: wollte. Was war das für eine Leichtung, diese Qualität zu mir zu nehmen, Illusionen zu zerstören. Als Coach und Trainerin gibt es immer wieder Momente, wo ich in Begleitungen Illusionen zerstören. Ich glaube dir das nicht, was du mir da erzählst. Wunderbar, herrlich. Und mittlerweile Samuel Kümmel: Ja. Sylvia Brenzel: mache ich das mit einer so großen Liebe und Freude, dass die Menschen nur staunen und mitlachen können. Ich glaube es mir auch nicht. Aber dafür habe ich diese Arbeit gebraucht. Und auf der anderen Seite, ich bin eine Heilerin genauso, indem ich gut zuhöre, indem ich liebevoll begleite, indem ich an meiner Integrität arbeite und authentisch bin in meiner Arbeit, so wie ich bin und damit ein schönes Vorbild auch sein kann für andere junge Frauen zum Beispiel und damit Samuel Kümmel: Hm. Sylvia Brenzel: heile ich vielleicht auch mit und ohne Geld und in Coachings, Samuel Kümmel: Mhm. Sylvia Brenzel: wo es eine klare Vereinbarung Samuel Kümmel: Vielen Sylvia Brenzel: gibt, nehme ich auch Geld dafür, dass ich mir liebevoll auch eine Stunde Zeit nehme für Menschen und die Menschen geben mir gern Geld dafür. Aber dafür brauche ich dieses Bewusstsein, hey, ich darf das tun und auch Geld dafür verlangen, Geld dafür bekommen, Geld dafür annehmen. Samuel Kümmel: Ja, da schließt sich auch der Kreis wieder. auch die Projektionsarbeit selber darf Geld kosten und ist Geld wert vielleicht. Und du machst sie aber manchmal auch einfach mit dir selber ohne Geld und beides ist okay. Also das ist nicht eingeschränkt auf irgendeinen bestimmten Raum, wo dann Geld fließen muss, sondern es passiert im Leben und es passiert im Arbeiten, es passiert im Training, Coaching und es passiert auch mit einem selber. Und dadurch hat das so eine umfassende Wirkung. so nehme ich das von außen war. Sylvia Brenzel: Ich das Samuel Kümmel: Zum Anschluss nochmal, ich merke immer wieder auf den Seminaren oder wenn ich dir jetzt auch zuhöre, da ist immer so eine Freude, kleinen Spaß auch mit dabei bei Projektionen. Was würdest du sagen, was macht dir eigentlich an dieser Projektionsarbeit so sehr Freude und Spaß, so dass du die auch immer wieder gerne machst? Weil es sind ja auch teilweise schwere und harte oder, ich sag mal, tiefe Themen. Da geht es ja auch oftmals emotionale Ausbrüche, dass Leute wirklich traurig sind über Sachen oder eine Wut fühlen oder was auch immer. Trotzdem, also dir merke ich halt immer an, du nimmst das Gefühl mit Humor. Kannst du dazu noch mal bisschen was erzählen, wie es dir damit geht, wie du dazu zu dieser Haltung kommst, die damit einhergeht. Also Projektionsarbeit kann schwierige Themen haben und irgendwie macht es Spaß und Freude. Sylvia Brenzel: Das stimmt. Jetzt muss ich selber schmunzeln. Ja, ich liebe lebendige Menschen. Und wenn ich das bezeugen darf, wenn Menschen lebendig sind, strahlen, sich ein Stück weit neu kennenlernen, das ist immer ein großes Geschenk. ist das eine. Und das andere ist, ich gehe mit einer Haltung rein, ich weiß gar nichts über dich. Das heißt, wenn wir Projektionen erarbeiten im Sinne von erfragen und versuchen zu detektieren, was die Projektion ist, ich wirklich die Haltung, auch bei Menschen, die ich liebe, die ich seit vielen Jahren kenne, gehe ich mit der Haltung rein, ich weiß nicht wer du bist, lass uns da gemeinsam forschen. Und manchmal, es gibt natürlich Themen, die uns alle groß beschäftigen, also selber mal eine Belastung gewesen zu sein oder schuldig zu sein und so. Das kenne ich von mir auch gut, das habe ich auch mehrmals schon selber durchgearbeitet. Aber es gibt dann auch immer wieder mal Projektionen, Samuel Kümmel: Neff. Sylvia Brenzel: die total überraschend sind, die ich mir nie gedacht hätte, dass Menschen, so selbstbewusst auftreten, mit sich tragen. Und es ist dann so eine Berührtheit da, wo ich merke, wow, okay, so was kann es auch sein. Und ich erfahre ja ganz viel in diesen ganz kleinen Momenten der Projektionsarbeit, erfahre ich ja ganz viel von der Geschichte des Menschen, des jeweiligen Menschen. Und das ist sehr berührend, da so gemeinsam das eigene Lebensbuch, die Geschichte aufzuschlagen und darin zu lesen. Ich kann das jetzt nur als Metapher transportieren. Samuel Kümmel: Ja. Sylvia Brenzel: Es ist einfach so ein großes Vertrauen, wo ich dann oftmals mit den Menschen hineintauche, Vertrauensfeld. wo sie was ganz Wesentliches von sich erkennen. Und wir bei Plenum haben ja unsere ganz tiefe Mission, Menschen und Organisationen und Systeme auf dem Weg ins Wesentliche zu begleiten. Und diese Aufgabe machen wir immer wieder selber mit uns. Samuel Kümmel: Mh. Sylvia Brenzel: Also wir sind Teil davon. Und wenn uns dieser Auftrag gelingt mit Menschen, dann dann wird er etwas kongruent. Also das ist wie so, wenn plötzlich mein Samuel Kümmel: . Sylvia Brenzel: Herz im selben Rhythmus wie das Herz der Erde schlägt oder das gesamte Menschheitsherz. Da stimmt etwas. Samuel Kümmel: Ja. wunderbar. das bleibt jetzt bei mir noch mal so hängen. Projektionsarbeit ist eine Möglichkeit auf dem Weg ins Wesentliche. Sylvia Brenzel: Hmm. Samuel Kümmel: Also die sozusagen als Möglichkeit zu sehen, wenn ich Wesentliches an mir erkennen, verändern, erlernen möchte, dann ist die Projektionsarbeit dafür, glaube ich, eine gute Möglichkeit, dahin zu kommen, das zu erreichen. Und es hat nicht nur mit dem Kopf zu tun und mit dem Denken, sondern es ist auch ein tiefkörperlich somatisches Erreichen von Schichten, von Identitätsteilen, die ich aber vielleicht sonst gar nicht so erreichen könnte über andere Wege. Ist das korrekt, wenn ich das so wiedergebe? Sylvia Brenzel: Genau, ganz schön zusammengefasst Samuel. Und ich möchte noch ergänzen, es ist kein Selbstzweck. Ich mache nicht Projektionsarbeit nur deshalb, weil es so lustig ist, sondern es gelingt mir, neuen Beziehungen zu gehen, über Hürden drüber zu gehen, ein Unternehmen zu gründen, ein stimmiges Honorar für mich zu finden und und und. Also es hat einfach eine Auswirkung und uns. Das ist mir so wichtig, auch die Menschen in ihrer Wirksamkeit zu stärken. Samuel Kümmel: Wunderbar. Das ist einfach ein schöner Endpunkt für unser Interview. Menschen ins Wesentliche zu begleiten und in ihrer Wirksamkeit zu stärken. ich glaube, ist die Projektionsarbeit einfach ein wirklich, so wie ich es auch erlebe, wirklich toller und schöner Weg und auch intensiver Weg an manchen Stellen. Weil man sich tief mit sich auseinandersetzen darf. Und ja, dann würde ich an dieser Stelle mal Dir danken, Silvia, für deine ausführlichen Erläuterungen und auch für deinen Einblick in dein eigenes. Ich glaube, das war für alle Zuhörenden jetzt bereichernd und würde gerne den Alfred nochmal dazuholen zum Thema Projektionen und Projektionsarbeit. Alfred, hast Silvia jetzt zugehört in den letzten 45 Minuten und ich frage mich, was ist bei dir angekommen? Gibt es was, was dich berührt hat oder was du vielleicht noch ergänzen möchtest? Alfred Strigl: Ja, so schön euch zu lauschen, dir Sylvia, die ich ja auch als meine Lebenspartnerin genießen darf und Samuel, danke, dass du nicht nur kurze, knackige Fragen stellst, sondern auch immer wieder die, das gehörte zusammenfasst, einmal für die Zuhörerinnen, für den Zuhörer in deinen Worten wieder gibst. Also das Ganze war für mich sehr, sehr rund und ich möchte Ich habe ja das Glück, dass ich hier ein Notiz-Häftlein habe und ein, zwei Dinge ergänzen darf, weil sie so explizit vielleicht nicht gesagt wurden. Ich habe drei Stichworte. Das eine ist, wir gewinnen etwas, wenn wir die Projektionsarbeit machen. Reclaiming Projections haben wir von Peter König gelernt. Also das Rückgewinnen. von Anteilen, die mir nicht bewusst sind. Also ich nehme nicht nur Projektionen zu mir zurück, nach dem Motto Rücknahme, okay, dann nehme ich halt das Wort zurück, das ich gesprochen habe. Nein, nein, nein. Es ist ein Rückgewinnen. Also es ist ein Gewinn. Also das etwas zu integrieren ist eine Feier. Der verlorene Sohn ist wieder da. Und Papa rennt raus und sagt, hey, da bist du. Zerstörer, wow, was hast du unsere Familie zernudelt und zerstört? Schön, dass du wieder da bist. Hurra, hurra. Also die Projektionsarbeit ist widersinnig. Wir sagen willkommen Zerstörer, hurra, hurra. Der Geist sagt, ich verstehe es nicht. Und der ältere Sohn Samuel Kümmel: Vielen Alfred Strigl: im biblischen Zusammenhang, der ältere Sohn, der ja dann seinem Vater sagt, ich bin immer bei dir geblieben, habe immer gearbeitet. Und jetzt freust du dich, dass der verlorene Sohn heimkommt und der Vater sagt, ja, ich freue mich, denn ich gewinne hier etwas zurück, ein abgespaltenes, ein abgeschiedenes. Und ein nächstes, das ich ergänzen möchte, es ist bei der Projektionsarbeit sogar so weit, dass wir nicht nur die Zerstörerinnen und die Heilerinnen bewusst haben. sondern wir haben, wenn wir es tief verinnerlicht haben und auch veräußerlicht haben, die heilsame Zerstörerin. Die zerstörerische Heilerin. Ich weiß, wann ich heilsam zerstören kann. Wenn ich, so wie die Silve gesagt hat, ich bin Coach und ich muss jetzt eine Illusion zerstören, eine Lüge zerstören. Es gibt Menschen, die kommen zu uns und die von denen höre ich zum 70. Mal irgendeinen alten Schnarrsatz, einen Satz, sie sind stecken geblieben in einer Rille, in einer alten Schallplatte, die einen Knackser hat und in dieser Rille ist dieser Mensch stecken geblieben. Dem darf ich einen heilvollen, lustbaren Schubser geben und sagen, hey, raus aus der Rille, komm, ich glaub's dir nicht, da muss ich etwas zerstören. das eine ist das Zurückgewinnen und damit wird die Integration von Projektionen zu einer Ressourcenarbeit. Resource work. Und wir haben ja Quelle schon gehabt in einem Podcast, Quellenarbeit, Source work. Und jetzt sind wir bei der Resource work. Also weshalb machen wir das gemeinsam? Weshalb machen wir Quellenarbeit gemeinsam mit Projektionsarbeit? Warum hat das eine mit dem anderen zu tun? Weil hier in der Ressourcenarbeit, in der Projektionsarbeit stärke ich mich. in meinen Wesensanteilen auch Identität. Und überführend, ein drittes möchte ich auch noch sagen, die Projektionsarbeit ist für mich ein unglaublich elegantes Werkzeug im Aufspüren und Erkennen von Schatten. Und die Schatten, die dunklen Mächte, die mich umnachten, die mich negativ nach unten ziehen, die quasi die abgespaltenen, verdrängten, unbewussten Anteile, das Uneingestandene, das ich mir nicht eingestehe. Die Buddhisten sagen, die Dämonen, die können Samuel Kümmel: Hmm. Alfred Strigl: über Projektionsarbeit elegant ins Licht geholt werden und integriert werden. Es gibt auch andere Methoden, Schattenarbeit zu machen über über Imaginationsarbeiten, habe das dieses Dämonenfüttern von den Buddhisten ja schon kurz gesagt, oder Constellation Work, wo ich mir Schatten aufstelle und ich mir sie anschauen kann, Körperarbeit, Traumaarbeit und so weiter. Aber ich möchte da noch einmal sagen, Projektionsarbeit ist die leistbare Fähigkeit, etwas zu sehen, dann nicht tiefer hineinzuwagen in dunkle Gefilde, in die in den Gegenpol meiner Persona, in das falsche Selbst, in das ausgeschlossene und die dunkle Seite der Seele. Und das ist Schattenarbeit, die Silvia und Samuel Kümmel: . Alfred Strigl: ich auch machen. Und da noch einmal speziell hinzuschauen, das wäre mein Wunsch. Samuel Kümmel: Ja, schöne Überleitung Alfred. Danke für das Stichwort und dass du es schon erwähnt hast. Genau, wir bewegen uns jetzt nach dieser Folge ja eine Stufe tiefer nochmal, nämlich von der reinen Projektionsarbeit an sich nochmal in das, was du gerade genannt hast, nämlich in was sind denn die Anteile von mir und die Identitätsanteile, die ich gar nicht sehen kann, die ich gar nicht wahrnehmen kann, die mir höchst unangenehm sind, die ich vielleicht sogar komplett ablehne, die ich auch ganz vielleicht selbst gewaltvoll versuche von mir fernzuhalten und gleichzeitig sind sie irgendwie Teil von mir. Also das wird Teil unserer nächsten Folge und ja ich freue mich, dass du das jetzt schon angeteasert hast Alfred, da muss ich das nicht mehr machen, genau. Denn heute ging es die Projektion, die wir erkennen können, wenn wir hinschauen und dann gibt es halt noch die, die wir gar nicht sehen. Und in der nächsten Folge 5 geht es dann Schattenarbeit, wo ich dich interviewen darf und werde, Alfred. Und will aber an dieser Stelle erstmal Danke für die heutige Folge sagen. Ich glaube, wir haben heute ja viel gelernt, haben heute viel nochmal uns ausgetauscht. Was sind Projektionen und wieso haben die mit Geld zu tun? Und wie kommt man überhaupt in so eine Projektionsarbeit rein? Und ja, ich freue mich, dass wir heute dieses tolle Gespräch führen konnten. Und ja, würde euch beide nochmal zum Abschluss bitten, was ist so ein Satz, den ihr jetzt zum Thema Projektionsarbeit den Zuhörnern nochmal mitgeben wollt? als Abschluss von heute. Wir beginnen bei Alfred und Sylvia darf den Abschluss machen. Alfred Strigl: Ich auch ein Outing. Mein erster Projektionssatz, der so richtig tief gesickert ist in mich und an dem ich wirklich gehadert habe und gearbeitet habe, ist ich bin unglücklich. Und das ist wunderbar. Ich bin unglücklich und das darf sein. Und ich darf traurig sein und weinen und ich darf an mir verzweifeln und Unglück haben. Ich muss nicht immer der Strahlemann sein und der humorvolle Clown. Ich bin der Unglückliche und das ist okay. Danke, dass ich das habe sagen können und danke Silvia für dieses so liebevolle und schöne Gespräch vorhin mit Samuel. Vielen, Dank. Sylvia Brenzel: Danke Alfred. Ja, ich freue mich schon auf die nächste Podcast-Folge. Und ja, was möchte ich zum Abschluss heute noch sagen? Schon so etwas Ermutigendes im Sinne von, hey, lass dich überraschen vom Leben, denn es ist gut zu dir. Tottiv gut. Samuel Kümmel: Schön ein wunderschöner Satz. Lass dich überraschen vom Leben, denn es ist gut zu dir. Das ist doch ein Satz, der schließt diese Folge heute wunderbar ab. die geben wir euch Zuhörerinnen und Zuhörer gerne mit. Und ja, ich danke allen fürs Zuhören, die heute dabei waren. Ich danke dir, Silvia. Ich danke dir, Alfred, für dieses schöne Interview und Gespräch, was wir heute führen konnten. Und ja, lade ganz herzlich ein, wer tiefer einsteigen will und sich auch Folge mit den Schatten anhören möchte. Für den ist die Folge 5, glaube ich, die wir jetzt demnächst veröffentlichen, prädestiniert. Wir schauen hin, was wir nicht sehen, was uns ganz unangenehm ist. Und ja, ich führe ein intensives Gespräch mit Alfred, auf das ich mich schon sehr freue. Soweit bis heute. Erst mal vielen, Dank. Euch eine gute, schöne Woche, wo auch immer ihr diesen Podcast hört. Und dann ja, Alfred, danke, Sylvia, bis zum nächsten Mal. Sylvia Brenzel: Danke Samued. Alfred Strigl: Danke, danke, adieu.