MarcoMeets: ich hatte mal einen Schüler, der war ordentlich zickig und den habe ich dann wirklich in der Fahrstunde dann einfach ausgesetzt. Ich habe gesagt, fahr mal rechts ran, halt mal an. Ja und jetzt? Da ich gesagt, jetzt steigst du aus. Da hinten sind, da ist die U-Bahn, da gehst du jetzt hin und kannst nach Hause fahren. Ja und jetzt? Ja, wir sind fertig. Tschüss. Hallo und herzlich willkommen zu Marco Miets, heute mit dem Fahrlehrer Bernd Böhm. Bernd, schön dass du da bist, ich freue mich. Danke für die Einladung Marco, bin sehr gerne hier. Ich erinnere mich noch sehr sehr lebendig an unsere Fahrschulausbildung, wo ich mir den Kopf gesetzt habe im Winter 2023 den Motorradführerschein zu machen. Du mich dann schön verfolgt hast in einem warmen Fahrschulwagen. Während ich dann vorne auf dieser Honda Roadster saß, völlig frei im Fahrtwind, furchtbar gefroren habe. Das war eine kalte, trockene Winternacht und du mir dann in den Sprechfunk gesäuselt hast, ich muss jetzt erstmal die Sitzheizung runter drehen. Mein Arsch der ist so warm, dass es kaum noch auszuhalten. Danke dafür, Bernd. lieben, gern geschehen. Ja gut, war jetzt nicht wirklich Nacht, es war halt dunkel, sagen wir es mal so. Aber dennoch war es kalt und ja, mir war warm. Du wolltest das so, du hast es so bekommen. Danke dafür. Gerne. Bernd, machst den Job jetzt schon seit über 30 Jahren, du bist seit über 30 Jahren Fahrschullehrer und seit knapp der Hälfte der Zeit selbstständig oder gut der Hälfte der Zeit selbstständig mit eigener Fahrschule. Was hat dich all die Jahre in diesem Job gehalten? Macht dir so viel Freude? Was ist das Besondere am Lehren und Unterrichten? Also grundsätzlich hat mir der Beruf, den ich durch die Bundeswehr eigentlich erlangt grundsätzlich wirklich sehr, sehr viel Spaß gemacht. Mit jungen Leuten zusammen zu arbeiten und denen das zu vermitteln und das Ganze mit Humor und Spaß. Das war einfach so meine Welt, muss man so sagen. Definitiv. Und nachher kam dann auch die Selbstständigkeit und dann kommen natürlich ganz andere Kriterien zum Vorschein als Selbstständiger. Ich muss jetzt zum Betrieb führen und dann hat das auch schon so bisschen was mit Überleben zu tun. Das heißt, man muss hier arbeiten. Man muss den Betrieb am Laufen halten, weil man Verantwortung trägt für die Mitarbeiter, fürs Material. Und so ist es dann letztendlich dann. auf eine Zeit von über 30 Jahren gekommen. Das heißt, angefangen quasi aus Passion mit Menschen zu arbeiten und einfach Menschen dann auf diesem Weg zu begleiten und durch diesen Prozess zu führen bis zum Bestehen des Führerscheins und später dann halt auch diese Verpflichtungen, einen dann begleiten, wenn man Verantwortung übernimmt und in der Selbstständigkeit unterwegs ist. Richtig. Als angestellter Fahrlehrer habe ich erst gearbeitet und da habe ich keinen Zwang, Das heißt, ich kriege alles gestellt, das Arbeitsmittel, sprich in dem Falle das Auto natürlich. Und ja, mein Bestreben war es immer auch, vernünftig mit den Autos umzugehen. Aber wenn dann irgendwelche, ich sage jetzt mal, Mängel am Fahrzeug aufgetreten sind, dann war das nicht mein Problem. Dann war das das Problem desen, der mich eingestellt hat. Und irgendwann habe ich dann gewechselt, dann war ich genau auf der Seite. Ich war derjenige, der dann sich das Ganze kümmern musste. Und dann sieht man das mit völlig anderen Augen. Dann war es dein Problem. was mein Problem genau. Was hat sich in diesen Jahren verändert, wenn du jetzt mal auf deine Fahrschülerinnen und Fahrschüler schaust und auch wenn du auf das regulatorische Umfeld schaust, Lernstoff, Prüfung und so weiter. Also wie war es früher, wie ist es heute? Ja, also früher ist mein Eindruck einfach gewesen, dass die Aufnahmefähigkeit und die Umsetzung der jungen Menschen, also Schülerinnen und Schüler, Es ist ihnen deutlich leichter gefallen als eben heute. Das ist so mein Erkenntnis, weil mittlerweile ist es so, dass die jungen Leute, ja, ich sage jetzt mal eine deutliche Betreuung durch die Eltern erfahren. Sie sollen wenig Fahrschuhen absolvieren, weil das Ganze ja Geld kostet. Dann haben sie viele Hobbys, denen sie auch gerecht werden müssen. Und letztendlich ist das eine Belastung für die mittlerweile jungen Leute. das alles unter einem Hut zu bekommen und da sehe ich natürlich auch ein Stück weit die Schuld bei den Eltern, die ihre Kinder so viel auflasten, dass sie einfach irgendwann sagen können, ich kann das nicht mehr alles aufnehmen, ich kann das nicht verarbeiten und das spüren wir Fahrlehrer natürlich dann im Auto und das macht uns das ganze, diesen Beruf nicht leichter. Kannst du sagen oder kann man generell sagen, dass der Führerschein früher im Vergleich zu heute einen anderen Stellenwert hat? Tatsächlich, ja, ist so. ich nehme jetzt mal mich als Vergleich. Ich habe meine Ausbildung gemacht zum Kfz-Mechaniker und dort war es schon in der Lehre war es so, dass es elementar wichtig war, den Führerschein zu haben. Hintergrund war der, weil die Monteure im Winter nicht raus wollten, die Autos reinzufahren in die Halle. Da hat man gesagt, das ist die Aufgabe der Lehrlinge. Also war das schon früher halt so, zumindest in dem Beruf, dass man den Führerschein schnell haben wollte. Mittlerweile ist es so, dass man durch die öffentlichen Verkehrsmittel natürlich ganz schnell von A B kommt, sofern man sich in den Ballungsgebieten, in den Großstädten befindet. Und da ist wirklich der Druck mittlerweile nicht mehr so hoch für die Schüler, dass sie sagen, ich brauche unbedingt einen Führerschein, sondern die sagen, ich habe ja Zeit, ich komme mit den Öffis, wie sie ja genannt werden. ganz schnell von A nach B. Das heißt, wenn ich jetzt im städtischen Umfeld unterwegs bin, entsteht dieser Druck eher von Seiten der Eltern, dass man dann sagt, hey, jetzt macht einen Führerschein und machen bitte schnell, weil die Fahrstunden so teuer sind? Zum Teil, zum Teil schon. Wenn jetzt die Schülerinnen und Schüler beispielsweise jetzt zum Ende der Schulzeit angelangt sind und dann schon eine Ausbildung, die schon geplant ist oder schon sogar Verträge haben, wann die Ausbildung anfängt, Dann wollen die Eltern natürlich, dass nach der Schule sofort der Übergang in das Berufsleben, in die Ausbildung dann am besten schon mit dem Führerschein natürlich startet, damit die Eltern nicht weite Wege in Kauf nehmen müssen, ihre Kinder dann zum Ausbildungsplatz zu bringen. Also insofern kommt da schon der Druck dann natürlich auch von den Eltern. Wie hat sich dieser, sagen wir mal, bürokratische oder der administrative Teil drum herum verändert? Wir hatten im Vorgespräch darüber gesprochen, dass die Anzahl der Fragen sich auch deutlich verändert hat. Gibt es andere Dinge, sich im Gegensatz früher heute deutlich verändert haben? Also der Teil der Theorie, die ich lernen muss, der ist schon immer hoch gewesen. Über 1000 Fragen, 1300 oder mehr, mal weniger. Es werden immer wieder Fragen rausgenommen, wieder dazu gepackt. Umhalter. immer auf dem aktuellen zu bleiben, was aktuell ist. Beispielsweise in den letzten Jahren hat natürlich ein starker Anteil Fragen, was mit Alkohol zu tun hat, mit Drogen natürlich. Und die haben natürlich einen hohen Stellenwert bekommen. Und deshalb ändern sie dich auch immer wieder logischerweise. Die Verkehrsdichte hat in den Jahren natürlich auch enorm zugenommen. Wie wirkt sich das im Zuge der Ausbildung aus? Ja, wir als Fahrschulen merken es jetzt nicht unbedingt. Wir fahren mit den Schülern das, was gefahren werden muss. Wenn wir irgendwo mal bisschen länger für Brauchkühe für einen Streckenabschnitt dann nehmen wir das so hin. Aber ich würde jetzt nicht sagen können, dass es im Verhältnis zu früher ganz gravierend zugenommen hat. Das würde ich jetzt nicht sagen. Wie ist es dann für den Fahrschüler, wenn es dann losgeht, erste Stunde? Ist die Überwindung heute größer als sie vielleicht vor 20 Jahren gewesen ist durch eine andere Verkehrssituation, durch sehr volle Städte, durch eine Rush Hour, wie auch immer? Ja gut, wenn ich jetzt als Beispiel die erste Fahrstunde nehme, wir müssen jetzt natürlich klar reden, ist die erste Fahrstunde jetzt auf einem Schaltfahrzeug oder auf einem Automatikfahrzeug? Weil mittlerweile gibt es ja jetzt schon eine ganze Zeit die sogenannte Schlüsselzahl B197 und da ist die Ausbildung so gestaltet. dass ein Teil der Ausbildung auf einem Schaltfahrzeug stattfindet und die Masse der restlichen Ausbildung auf einem Automatikfahrzeug. So, wenn ich jetzt mit dem Automatikfahrzeug meine erste Fahrstunde bestreite, ist es natürlich für jeden Schüler viel einfacher, als wenn ich ihn jetzt schon belasten würde und sage, da sind drei Pedale, jetzt fahr mal los und das würde nicht funktionieren. Also ist das schon viel einfacher mittlerweile. Du hast an der Zeit als Kraftzeitmechaniker angefangen. Was hat dich damals schon am Auto fasziniert? Warum ausgerechnet Kfz-Mechaniker? Das hat sich eigentlich so ergeben. Ich hatte genau dasselbe Problem wie viele junge Leute heute auch. Die sind mittlerweile fast am Ende ihrer Schulzeit angelangt und viele wissen gar nicht, was mache ich jetzt eigentlich. Ja, so ging es mir mehr oder weniger eigentlich auch. Ich habe dann ein Praktikum gemacht in einem Betrieb in Dortmund. Ich dadurch aber auch den Vorteil, dass ich dann einen leichteren Einstieg hatte, einen Ausflugspart zu bekommen. Dann hatte ich die Zusage auch von demselben Betrieb für meine Lehre habe dann die Kfz-Lehre absolviert. Die Faszination für das Auto hat sich dann bis heute erhalten? Ja, tatsächlich. Autofahren war schon immer meine Leidenschaft. Ich fahre unheimlich gerne Auto. tatsächlich. Ich kann auch lange lange fahren und ja, das lässt einfach nicht nach. Ich fahre unheimlich gerne auch viele verschiedene Autos, schnelle Autos. Das ist meins. Okay, Benzin im Blut. 1990 bist du dann zur Bundeswehr gekommen, warst dann zwölf Jahre Zeitsoldat. Wie der Weg dann quasi vom Kfz-Mechaniker zur Bundeswehr zum Fahrlehrer? Wie hat sich das vollzogen? Das war eigentlich auch nicht geplant. manchmal denkt man so, das Schicksal hat für mich schon einen Weg. Ich glaube, das war bei mir so ähnlich. Ich habe meine Lehre beendet als Mechaniker, hatte dann ein halbes Jahr als Geselle gearbeitet und früher war es halt noch so, man musste erst einmal, eine Festanstellung zu bekommen, den Grund für den Dienst leisten. Das habe ich gemacht und habe dann In diesem Grundpferddienst, in meiner Grundausbildung, habe ich ein schweres Fahrzeug gesehen, ein Panzer. So, und jetzt kommt etwas ganz Lustiges. Wir haben in dieser Grundausbildung im Winter in Wuppertal eine Übung gehabt im tiefen Schnee. Es war richtig, richtig kalt. Und dann fuhr neben uns auf einmal so ein Panzer aus dem Wald heraus, blieb neben uns stehen, wo wir in diesem kalten Schnee gelegen haben und der Kommandant sagte zu seinem anderen Soldaten, drehen wir bitte die Standheizung runter. Mir ist richtig warm. Von mir irgendwie bekannt vor dieser Geschichte. Verstehe ich gerade nicht. Okay, auf jeden Fall, ja, da war ich dann so angetan tatsächlich davon und habe dann überlegt, was machst du eigentlich weiter, wenn du deinen Grundwehrdienst geleistet hast. Ich hätte wieder als Mechaniker arbeiten müssen. Man hat dann festgestellt, richtig Geld verdienen ist schwierig in dem Beruf. Man hat permanent die Hände kaputt, die Arme voller Öl und immer diese Haltung, die ist nicht gut für den Rücken. Und ich habe guck mal, wie sieht es aus mit der Verpflichtung bei der Bundeswehr. Genau so ist es gekommen. Man hat mich genommen. Ich bin ausgebildet worden zum Kommandanten für den Kampfpanzer LJP II. Und hat auch wirklich sehr, sehr viel Spaß gemacht und dann ja vier Jahre eigentlich dann erstmal bei der Bundeswehr geblieben. Habte auch verschiedene Ausbildungen genossen. Zu der Zeit warst du aber noch kein Fahrlehrer, sondern erstmal jetzt Panzerkommandant bzw. hast dann verschiedene andere Dinge gemacht. Genau richtig. Das heißt also neben dem Panzerkommandant, das war auch nicht lange, tatsächlich so bin ich dann im Stabsdienst gelandet. bei der Bundeswehr als VUS4, wie man das so nennt. Versorgungsbereich, Ja, genau, richtig. Dann war ich auch noch im Aufklärungsverbindungszug. Da war man also sehr viel draußen, sehr viel auf Übungen. Es war gar nicht mal eine Welt und ... bestimmt zu kalt? Auch, auch. Und dann, nach vier Jahren, wäre ich eigentlich wieder von der Bundeswehr weggegangen. Und dann bekam ich halt das Angebot, weil ich noch in den letzten Zügen den LKW-Führerschein bekommen habe. das Angebot doch Fahrlehrer bei der Bundeswehr werden zu können. Und ich habe darüber nachgedacht. Es war gekoppelt mit einer Weiterverpflichtung auf zwölf Jahre. Und da habe ich gesagt, weißt du was, das machst du. Ja, und dann habe ich meinen Dienstposten gehabt, damals noch in HEMA. dann die Ausbildung zum Fahrlehrer gemacht und bin dann seit 29.09.95 Fahrlehrer geworden. Und ja, das bin ich ja immer noch. Wie kann man sich die Ausbildung dann bei der Bundeswehr vorstellen? Und inwiefern ist die Ausbildung im militärischen Bereich anders als im zivilen Bereich, wenn man das jetzt am Pkw oder von mir aus auch am Lkw-Führerschein festmacht? Also die Ausbildung bei der Bundeswehr ist deutlich intensiver als oder gar nicht vergleichbar mit der freien Wirtschaft, so will ich das mal sagen. Der Punkt ist eben, dass ich als Fahrlehrer-Anwärter, wie ich genannt wurde eben, intensive Ausbildungen bekommen, von morgens an zum Dienstbeginn bis zum Dienstschluss. Sei es jetzt theoretische Ausbildung, was halt wirklich alle Bereiche umfasst, die für den Pfarrlehrer halt wichtig sind. Strafgesetze, Buchstrasse, Verkehrsordnung, Zulassungsordnung, etliche viele Themen einfach. Und parallel läuft dann dazu logischerweise auch die praktische Ausbildung. Und das ist mein Lehrgang daute, also neun Monate. Das war noch das alte Modell. was die Bundeswehr damals hatte. das war neun Monate wirklich vollgepackt mit Theorie und Praxis. Und dann war eben nach neun Monaten eine Prüfung, die dauerte dann 14 Tage. Man hatte pro Tag ein bis zwei Prüfungen. Man wusste aber nicht, wo man vielleicht gepatzt hat. Das heißt, war wirklich allerhöchste Anstrengung letztendlich gefordert und das war sehr intensiv. Und das ist die Bundeswehr halt. Und ich weiß, dass es in der freien Wirtschaft anders läuft. Das sind natürlich auch die Kosten, die die Menschen, die in der freien Wirtschaft Verlierer werden wollen, die müssen die Unterhaltskosten irgendwie absichern durch Kredite oder durch die Familie, wie auch immer. Es ist deutlich schwerer und nicht ganz so intensiv. Wenn man jetzt von der Seite des Fahrlehrers auf die Seite der Fahrschüler wechselt, wie unterscheidet sich da die Ausbildung, wenn man jetzt einen militärischen Kraftfahrer nimmt im Vergleich zu einer Privatperson, die in der freien Wirtschaft ihren Führerschein machen will als Fahrschüler? Ja, bei der Bundeswehr ist es ja so, der Schüler kommt oder wurde befohlen von seiner Einheit, als Beispiel jetzt einen LKW-Führerschein zu machen, sprich also Zugfahrzeug plus Anhänger und ist befohlen worden. Das heißt also, der Schüler kommt dann in die Fahrschule der Bundeswehr und du läufst im Weg. Es gibt einen ganz strammen Zeitplan, wann der Lehrgang beginnt und wenn der Lehrgang beendet ist. Und genau in diesem Zeitfenster wird er vollgestopft mit Theorie, mit praktischem Anteil, muss also auch schon durch Zwischenprüfungen oder Überprüfung muss man besser sagen, wird sein Lernstand, was die Theorie angeht, überprüft. So, und wenn ich das vergleiche, gibt es in der Freien Wirtschaft nicht. Da machten die Schülerinnen und so viel, wie sie eigentlich selber glauben, machen zu müssen oder wie viel es letztendlich reicht, der Prüfung zu bestehen. Bundeswehr ist da wirklich, das ist auch so mein Ding, einfach strenger und ich mag das eigentlich. Und das ist auch wesentlich zielführender, wenn ich jetzt mal sehe, wie viele Schüler, ich sage in einem Lehrgang beispielsweise, Ausbildungsdauer fünf Wochen beispielsweise, gehen da schon mal so 32 Schüler, die gehen da durch. Mit einem Führerschein nachher, mit Anhänger gehen die dann weg. Das ist schon eine stramme Leistung. Du hast in dieser Zeit parallel dazu noch die Fachhochschulreife im Armgymnasium gemacht. Was hat dich dazu getrieben, das noch oben drauf zu packen? Der Ansporn war tatsächlich schon damals zu sagen, also Fahrlehrer, okay, das hat mir wirklich riesig Spaß gemacht zu dem Zeitpunkt. Aber ich hatte den Gedanken auch im Kopf gehabt, eventuell mal Prüfer werden zu wollen, Verlaubnisprüfer. Und dann habe ich mich halt auch eingeschrieben an der FH. Und ich habe da schon ein fortgeschrittenes Alter gehabt, ich jetzt mal, im Vergleich zu den Studierenden, die gerade mal dann von der Schule kamen. Und ja, dann habe ich dann halt ein Erlebnis gehabt, das hat mich sehr geprägt. Da hatten wir halt einen Professor, der hatte uns erklärt, wie Software funktioniert, so ähnlich wie Kindererziehung. Und dann kam dann halt die Frage von ihm, wer schon Kinder hatte. an gesamten Hörsaal. Es war nur einer, der sich gemeldet hat. das war ich und die anderen gefühlt 100 oder 1000 anderen Studierenden haben nur mich angeschaut. Ich habe eine Hitze innerlich gespürt und da ich gedacht, das war schon recht spannend. Ja, aber dann habe ich mich so ein bisschen ja so so alleingelassen gefühlt in diesem Studium. habe ich gesagt, okay, das war es dann doch nicht. Ich habe es dann abgebrochen. Und dann bin ich dann halt bei der Fahrlehrerei geblieben. Mit dem späteren Ziel natürlich, was dann auch funktioniert hat, der Selbstständigkeit. Die Bundeswehrzeit war dann irgendwann zu Ende und du bist dann erst mal als angestellter Fahrlehrer angefangen. Richtig. Wie war diese Zeit für dich? Ohne diese unternehmerische Verantwortung dabei? In der Fahrschule, wo ich dann als Angestellter Fahrlehrer gearbeitet habe, hatte ich auch vorher schon nebentätig gearbeitet. Das heißt, kannte das Klima, die Kollegen und so weiter. Das war also für mich kein Neuland. Letztendlich war es so, ich habe wirklich viel intensiv gearbeitet und das hat mir auch nachher geholfen beim Aufbau der Selbstständigkeit, weil ich, ja, ich war bekannt, ich sage jetzt beim Dortmunder Süden, jeder kannte mich eben und Irgendwann hat ein Prüfer, ist mit mir Prüfung gefahren und hat dann wirklich zu mir gesagt, Mensch, du machst so eine gute Arbeit, möchtest du dein Leben lang Knecht bleiben? Das hat er so eins zu eins zu dir gesagt? Das hat er so eins zu eins zu mir gesagt und der hat mich in dem Moment eigentlich damit so mehr oder weniger getroffen, dass ich diesen Satz nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe. Der hat mich dann eine lange, lange Zeit immer wieder verfolgt, wo ich immer drüber nachgedacht habe und irgendwann gesagt habe, eigentlich hatte er recht. Wie ging es dann weiter? Ja, dann ging es. Als diese Saat dann aufging quasi. Ja, das war so auch nicht ganz einfach, weil es geht ja immer damit los, wenn ich mich selbstständig mache, muss ich eine Idee haben, ich muss einen Plan haben. Das heißt also, ich brauchte, wenn man so will, Businessplan und Da habe ich glücklicherweise noch einen Kontakt gehabt von einer Pfarrlehrer Fachschule in Düsseldorf und ich habe diesen Kontakt einfach mal angerufen, habe ihm von meinem Plan erzählt. Er hat dann auch gesagt, ich begleite Sie sehr gerne, wir stellen zusammen diesen Businessplan und das hat dann auch getan und somit konnte dann alles in die richtige Richtung geschoben werden, die Selbstständigkeit dann aufzubringen. Hast du diesen Schritt jemals bereut? Gab es schwierige Phasen in dieser Zeit der Selbstständigkeit? Und vielleicht noch einen Schritt zurück. Wie hat das Ganze dann angefangen? Also du hast gesagt, ich mache mich jetzt selbstständig. Du hast Hilfe gehabt beim Businessplan. Wie gingen dann die ersten Schritte? Es fing ja damit an, dass wir dann erst mal ein Lokal brauchten, wo wir eine Fahrschule reinsetzen konnten. Ich habe es also nicht so gemacht, dass ich eine alteingesistene Fahrschule übernommen habe. Ich habe einfach gesagt, Nein, möchte eine von vorne einfach gründen. War auch nicht ungefährlich logischerweise, weil man weiß nie läuft das, läuft das nicht. Meine Frau hat immer gesagt, es wird laufen. Ich war immer so der Skeptiker. Und dann haben wir dann die Eröffnung gehabt und man glaubt das gar nicht. ich habe am 7. April habe ich die Fahrschule eröffnet und wir hatten vom 7. April 2007 bis Ende April 43 Anmeldungen. Es hat sich also rumgesprungen wie ein Lauffeuer. Bernd hat es sich selbstständig gemacht und dann sind die Leute auf einmal zu uns geströmt. Also meine Bedenken, dass es nicht läuft, waren von vornherein auf einmal weg. Wie fühlt sich das an, wenn du dann auf diese Art und Weise so positiv bestärkt wirst? Was ging dir da durch den Kopf? Also man hat das oder ich hatte auch das Gefühl, mein Gott. Es ist unbeschreiblich einfach, dass so viele Leute auf einmal aufgrund meiner Person sich angemeldet haben und dass ich so viel positives Feedback von der Arbeit, die ich ja davor geleistet habe, viele viele Jahre und sehr intensiv, dass ich das auf einmal wieder bekommen habe. Und ich muss mir wirklich auf in dem Moment keinen Kopf mehr machen, dass es läuft, dass ich alles bezahlt bekomme. Es lief von Anfang an einfach richtig gut. Gab es Zeiten, schwierig waren, wenn man jetzt zum Beispiel Corona mal sieht? Ja, tatsächlich. Also Corona war sehr schlimm. Es ging natürlich damit los, dass man Kontakte sowieso zu schütteln erstmal gar nicht hatte. Wir haben, glaube ich, insgesamt in der Corona-Zeit drei Monate letztendlich eigentlich nicht arbeiten dürfen. Zum Teil nur mit extrem hohen Auflagen. die laufenden Kosten, man hatte, Klar, laufen ja weiter. Richtig. Das heißt, das konnten wir gar nicht auffangen. Klar hat es dann auch Geld vom Staat gegeben. Leihweise muss ich jetzt im Nachhinein sagen, was ich wirklich extrem traurig finde. Es ist aber auch von Bundesland zu Bundesland anders gehandhabt worden. Nur NRW wiederum hat jetzt dann irgendwann gesagt, wir hätten das Geld ganz gerne wieder zurück. Das heißt, wir sind mit einem fetten Minus auch da rausgegangen. Und da fing es eigentlich an, seit Corona, dass man gesagt hat, jetzt geht das Rudern los. Nur noch mal zum Verständnis. Ich bin gerade so bisschen geschockt. Die Politik hat ja seinerzeit gesagt, wir lassen niemanden zurück, wir helfen allen. Und ihr habt dann erst mal Hilfe bekommen und die musstet ihr dann irgendwann zurückzahlen. Genau, richtig. Das heißt also, es wurde dann immer hoch oder gegen gerechnet. Man musste also wirklich ganz genau aufzeigen, wofür man das Geld genutzt. Was ich extrem bitter fand, ist, dass ich als Selbstständiger habe, ich private Ausgaben, ich muss mein privates Leben auch weiterführen können. So und diese privaten Ausgaben, die durften einfach nicht von dem Geld bezahlt werden, was man vom Staat bekommen hat. Das heißt also ein unternehmerischer Lohn, mit dem du jetzt beispielsweise eine Miete, deine Essen oder sonst irgendwas bezahlst, das darfst du alles gar nicht in Ansatz bringen? Ganz genau, richtig. Und das ist... Also wir wurden wirklich vom Staat im Stich gelassen. Dass dann das Land in Nordrhein-Westfalen hergeht und das von den Leuten zurückfordert, finde ich, das war eine bodenlose Frichheit. Und da sind doch Existenzen kaputtgegangen. Wir haben wirklich gekämpft wie nur irgendetwas. Währenddessen in anderen Bundesländern hieß es dann, nein, das Geld möchten wir nicht wieder zurück. Also dass da nicht wirklich die, dass die Politik in Berlin gesagt hat, pass auf, wir machen das einheitlich, wir möchten es nicht zurück. weil letztendlich die Selbstständigen zahlen unheimlich viel Geld in diesen Staat ein mit den ganzen Steuern, die man letztendlich aufbringen muss. Und dann wäre es nur fair gewesen, dass man da in dem Moment sagt, wir haben das Problem alle gemeinsam, wir lösen es zusammen und wir fordern das Geld nicht zurück. Aber es war leider nicht so. Ja, ist traurig, das zu hören und schade, das zu hören. Wie hat die Schulung überhaupt funktioniert in dieser Zeit? Ja, das war ja so eine Vischi-Washi-Regelung, man so will. Erst hieß es, ja, man darf mit einem mit Maske, was ich zu dem Zeitpunkt klar auch verstanden habe. Dann hieß es wieder, es dürften nur die gefahren werden, die kurz vor der Prüfung sind. was überhaupt gar keinen Sinn ergeben hat. Ich die sind ja auch Bin-Maske gefahren, wie jeder andere letztendlich auch. Also es war Katastrophe, diese Regelung. Es wusste ja keiner so wirklich, wie man da richtig mit umgeht. dann gab es ja Möglichkeiten der Theorie, das Ganze online zu machen, was auch unheimlich viele Fahrer schon natürlich gemacht haben, weil der Präsenzunterricht klassisch, der durfte ja nicht gemacht werden. Und ja. Das war eine sehr, schwere Zeitung. Du hast all diese Jahre an einem Ort gearbeitet, den es sonst nie irgendwo gibt. Auf dem Beifaller-Sitz. Wie ist das mit Menschen in so einem kleinen Raum oder auf so kleinem Raum zusammen zu sein? Also grundsätzlich ist das gar kein Problem. Und ich sage mal, aufgrund meiner jahrelangen Erfahrungen, ich sage das jetzt mal so einfach, kriege ich mit, was der Schüler macht, bevor er es macht. Das sind einfach so aus dem Augenwinkel heraus. schon was er so vorhat und ich erfasse das viel schneller. Auch das was natürlich nach vorne passiert und von daher ist es für mich auf der rechten Seite entspannter geworden je älter ich geworden bin umso mehr Erfahrung ich gesammelt habe. Wie schnell weißt du was das für ein Mensch ist der vor dir sitzt? Inwiefern frage ich mal. Erster Kontakt. Du hast jetzt die erste Fahrstunde zusammen mit einem Fahrschüler, mit einer Fahrschülerin. Wie schnell weißt du, was das für eine Person ist? Ob dir jetzt gerade Todesangst aussteht oder ob da jemand sich selber vielleicht völlig überschätzt? Meistens ist es ja so, ich kenne die Leute ja schon aus der Theorie. Sie geben sich ja auch in der Theorie schon ein bisschen der eine ist halt, ich sage jetzt mal aufgeweckter, dabei von vornherein, wenn ihr ins Auto steigt, der ist tiefenentspannt. Dann gibt es natürlich auch wieder Schüler, die kommen nicht aus sich heraus, die trauen sich, dir etwas zu sagen. Dann ist es auch meistens so, dass sie sich wenn sie im Auto sitzen, auch so ähnlich verhalten. Und wo ich dann weiß, ok, ich muss ein bisschen anders rangehen als bei dem, der total locker ist. Woher weißt du dann oder woran erkennst du genau, wer was braucht und was hast du für Instrumente zur Verfügung, dann entsprechend auch auf jeden individuell einzugehen? Gut, also ich sag mal, was sie brauchen, das ist ja eigentlich festgelegt. Das hat ja die Fahrschulausbildung zur Ordnung. So, das heißt, die müssen wir Fahrlehrer abarbeiten. Wir müssen denen ja alles vermitteln, damit die nachher sich ihre Kraftfahrer werden. So, und wenn die ersten Bewegungen der Schüler oder Schülerinnen jetzt ausgebildet werden müssen, dann kriegen wir relativ schnell mit, wie schnell er es auffasst und es auch umsetzt. So, dann wiederholt man das natürlich immer wieder und dann bleibt es bei dem einen oder anderen schneller hängen. Die haben die Abläufe auf einmal verstanden, haben sie drin. Und andere wiederum, das dauert und dauert und dauert. Dann weiß ich schon in dem Moment, das wird nicht ganz so einfach. Und dann geht es auch darum, hat der Schüler das verstanden, was ich eigentlich von ihm will. Wenn ich dann rausbekommen habe, weil das immer noch falsch macht, ich jetzt mal, dann muss ich einen anderen Weg finden, ihm das klar zu machen und zu vermitteln, was er da tun soll. Und das sind einfach die ersten Handlungen, die der Schüler halt letztendlich durchführt, wo ich dann erkenne, ob es leicht oder schwer wird. Wie gehst du als Mensch damit Meditierst du oder hast du sonst irgendein Geheimnis, was du mit mir teilen möchtest? Ruhig zu bleiben dabei. Jeder kennt ja sicherlich auch diese Clips, wo dann ein Fahrlehrer völlig eskaliert, weil die Fahrschülerin zum siebten Mal oder der Fahrschüler zum siebten Mal an der gleichen Stelle das Auto absaufen lässt. Ja, also wie soll ich das sagen? Wenn du jung bist, ein junger Fahrlehrer bist, nimmst das alles mit Humor. Humor. Ich habe mir auch immer früher, als ich noch jünger war, die Frage gestellt, warum sind denn so die älteren Fahrlehrer so grimmig? Wirken so aggressiv? Ich weiß jetzt, warum das so ist, weil die Zeit, die du als Fahrlehrer verbringst, geprägt ist von mittlerweile immer mehr Schülern, die sich schwerer tun bei der Ausbildung, als im Verhältnis zu früher, wo die es leichter aufgenommen haben. wenn du dann mal als Beispiel dem Schüler immer wieder gesagt hast, mach bitte den Schulterblick. und du redest so oft davon, du machst es, ich weiß nicht, 50, 100 Mal und der tut es einfach nicht, dann denkst du als Fahrlehrer, warum sitze ich jetzt hier rechts, warum erkläre ich dir das denn, warum tust du es nicht? Und das über einen langen Zeitraum, viele Jahre verändert den Fahrlehrer. Irgendwann sagt er auch, meine Zündschnur, ich sage es jetzt mal so, salopp meine Zündschnur wird immer kürzer. So, und dann irgendwann wird man, ob man will oder nicht, Man wird ungeduldiger einfach. Hat sich das verändert bzw. warum hat sich das verändert über die Zeitachse? du eine Idee dazu, die diese Umsetzung von beispielsweise dem Schulterblick, warum das dann für manche Menschen so schwierig ist? Ja, gerade Schulterblick. Ich meine, das ist ja Klassiker. Wir Pfeilig haben es schwer, das dem Schüler zu vermitteln. Es ist halt eine Bewegung, die wurde vorher noch nie gemacht. Vielleicht vom Fahrradfahren so ein bisschen mal, aber jetzt muss es ja deutlich intensiver passieren. und ich sage mal, warum tun Sie es nicht? Die Automobilindustrie tut ja sehr viel dafür, dass ich den nicht mehr machen muss. Ja, Totwinkelassistent, wie auch immer. Dann habe ich dann meine kleinen Symbole im Außenspiegel, die dann orange oder rot leuchten, wenn ein Fahrzeug sich im toten Winkel befindet. Warum tut man das? Damit trage ich doch dazu bei, dass das Schulterblick einfach nicht mehr durchgeführt wird, weil ich muss nur in den Spiegel gucken, die Lampe leuchte, leuchte nicht, alles klar, dann kann ich fahren. So, der nächste Punkt ist, man hat es irgendwie versucht einzutrichtern bis zur Prüfung, sie tun es vielleicht auch, was heißt vielleicht sie tun es, und dann haben sie die Prüfung bestanden und ein Großteil sagt dann, boah, jetzt brauche ich das ja nicht mehr machen. Anderes Beispiel, es gibt Schüler, die sagen, am Tag der Prüfung mache ich den Schulterblick. Ich habe so einen Schüler gehabt, ein armer Kerl eigentlich. Ich habe denen so intensiv wirklich das Versuch beizubringen. er hat es einfach nicht gemacht. Immer wieder kam von ihm die Aussage, Bernd, glaub mir, vertraue mir, am Tag der Prüfung werde ich es tun. Wir sind Prüfung gefahren. Man sollte rechts abbiegen. Kein Schulterblick. Nicht gemacht, einfach rumgefahren. Der Prüfer hat ihn nochmal ermahnt, hat ihn nochmal darauf hingewiesen, bitte fahren Sie so, der Fahrlehrer es beigebracht hat. Ich habe schon rechts gesessen, ich wusste ja was passiert. Wieder abgebogen, wieder kein Schulterblick. Dann hat er tatsächlich noch ein drittes Mal, aber energisch von dem Prüfer den Hinweis bekommen. Ist wieder abgebogen, hat den Kopf wieder nicht gedreht, musste leider Gottes rechts ranfahren. Er hat ihm erklärt, dass es so nicht funktioniert mit der Verkehrsbeobachtung. Er ist aufgrund dessen durchgefallen. Er war ein guter Fahrer tatsächlich, aber er hat es einfach nicht gemacht und hat bis heute den Führerschein nicht. Traurig, wirklich traurig. ganz, guter Junge. Schade vor allen Dingen auch, wenn man nicht einsieht, dass der Schulterblick ja ein aktiver Beitrag zur Verkehrssicherheit ist, weil ich ja im Grunde genommen manchmal gar nicht wahrnehmen kann, was da jetzt gerade passiert. ich glaube, wenn man jetzt eine Radfahrer anfährt oder jemand anderen verletzt im Straßenverkehr, das wird man sich ja nie verzeihen. Den Schulterblick machst du ja nicht, weil der Prüfer das von dir verlangt, sondern weil es halt der Verkehrssicherheit dient und weil es wichtig ist. Ja natürlich, eben darum geht es ja auch. Insgesamt der Verkehrsverkehr, heißt den Spiegel und den Schulterblick. Und ich kann ja nicht hergehen und sagen als Fahrlehrer, ja dann muss er eben lernen, wenn was passiert. Nee, das geht nicht. Dann habe ich meinen Beruf als Fahrlehrer völlig verfehlt, wenn ich so denken würde, Gottes Willen. Und das ist schwierig letztendlich den Schülern das zu vermitteln, wenn die sich so bisschen dagegen stemmen und sagen, boah, das nervt, ich will es nicht oder sie machen es einfach nicht. Menschen unter Druck zeigen ja ihren wahren Charakter. Was hast du in diesen über 30 Jahren über Menschen unter Druck gelernt? Es sind Unterschiede natürlich. Es gibt Menschen, die brauchen Druck, damit sie funktionieren. Es gibt aber auch Menschen, die unter Druck einfach zusammenbrechen. Ich habe das im Laufe der Zeit immer festgestellt, wenn es so Richtung Prüfung geht. Ich habe es immer wieder ganz gerne gemacht, dass man so eine simulierte Prüfung einfach mal fährt. Man ist der ganze Zeit in der Ausbildung so recht locker mit dem Schüler gewesen. Hat so seine Späße gehabt, aber trotzdem die Ausbildung gemacht. dann war ich einfach mal für eine Fahrstunde einfach mal still. Das kannte der Schüler nicht. So, Bernd ist ruhig. Was ist denn da jetzt los? Wo wir klar abgesprochen haben, es ist eine simulierte Prüfungsfahrt. Es hat nicht funktioniert. Also er hat Fehler gemacht auf einmal und dann waren wir nach 45 Minuten Dann wir angehalten und das Ganze besprochen. Er hat selber gesagt, das war nichts für mich. Du hast nicht mehr gesprochen. Es war Totenstille im Auto. Da bin ich nicht drauf gekommen. Ich musste ihm erklären, in der Prüfung werden wir nicht viel reden. Der Einzige, der vielleicht spricht, ist der Prüfer. Ich werde es nicht mehr tun. kann es ja auch nicht. Da kam er nicht klar. Andere wiederum, die sind in der Prüfung. Die fangen an, die sind einfach ruhig. Vorher vielleicht ein bisschen hibbelig. Prüfung fängt an, hat wirklich wie ausgewechselt. Dann haben die wirklich exakt das gemacht, was der Prüfer wollte und dann haben die Prüfung bestanden. Ich hatte eine Schülerin, die werde ich niemals vergessen. Und die ist mit mir Prüfung gefahren. Wirklich. Ich kriege auch immer die Frage, wer fährt besser Mann oder Frau? So und das ist immer das Beispiel, ich gerne nenne, wenn mich jemand fragt. Eine Schülerin ist gefahren, Prüfung, damals noch 45 Minuten. Und nach der Prüfungsfahrt hat der Prüfer die Schülerin gefragt, sagen Sie mir, das jetzt hier versteckte Kamera? Und sie haben schon ihren Führerschein. Und sagt sie, nein, ich habe keinen Führerschein. Dann sagte der Prüfer, sie sind perfekt gefahren. Das habe ich wirklich nur ein einziges Mal in meiner Karriere gehört, dass ein Prüfer sowas sagt. Und da muss ich sagen, also ich war wirklich... Richtig, richtig stolz drauf. Das hat sie wirklich toll gemacht. Hast du Menschen erlebt, die hysterisch geworden sind oder die mit Situation im Auto so gar nicht zurechtgekommen sind oder im Straßenverkehr? Ja, natürlich. Leider Gottes. Wir haben Schüler, sind unbelehrbar. Die nehmen sich einfach gar nichts davon an. Die wissen alles besser. Ich mag solche Menschen nicht. Ich kriege das relativ oder sehr schnell eigentlich raus. Und dann sage ich auch einfach, ne, pass auf zwischen uns, das passt einfach nicht. Und wenn man dann halt auch noch Fahrlehrer hat, dass man dann auch mal sagt, okay, wir wechseln jetzt mal den Fahrlehrer, dann ist das natürlich eine sehr gute Sache, auch im Sinne des Schülers. Aber selbst wenn er dann bei einem anderen Fahrlehrer einfach nicht klarkommt, dann muss man einfach sagen, pass auf, bezieh dir mal die Reißleine, du hast einen Ausbruchsnachweis, du musst eine andere Fahrschule suchen. Das ziehen wir dann einfach nicht durch, das geht nicht. Wer versucht zu schummeln? Wer beißt sich durch? Was erlebst du, was das anbelangt? Also Schummeln ist für mich noch nie ein Thema gewesen. Noch nie. Ich habe es auch meinen Fahrlehrern immer, wenn wir Besprechungen hatten, immer wieder gesagt, wir schummeln hier definitiv nicht. Weil der Punkt ist der, wir müssen mit den Prüfern vom TÜV Nord viele Jahre zusammenarbeiten. Und wenn wir jetzt hergehen und fangen da an mit irgendwelchen versteckten Spielchen da den Schüler zu helfen, was ja auch verständlich wäre, und das Ganze fliegt dann auf, dann stehen wir in einem völlig schlechten Licht für die nächsten Jahre. Und da sage ich lieber, pass auf, dann kriegen sie ein, zwei, drei oder wie viel auch immer Fahrstunden mehr, die sie halt benötigen. Aber sie gehen bei uns in die Prüfung, wenn sie wirklich fahren können. Sonst einfach nicht. War nie ein Thema bei mir. Hast du erlebt, dass Fahrschüler in der Prüfung geschummelt haben? Also in der Theorieprüfung geschummelt haben? Kriegst du dann eher indirekt mit, ne? Also meine Schüler definitiv nicht. Also es war auch nie einer von meinen Schülern tatsächlich mal in einer Prüfung hat geschummelt. Ich weiß, dass beim TÜV Nord dieser Versuch immer wieder vorkommt. Sogar teilweise professionell, muss man tatsächlich sagen. Schüler eine Kamera als Knopf getarnt oder wo auch immer am Körper haben, haben einen kleinen Knopf im Ohr, über den sie ihren Fahrlehrer, es ist kein Witz was ich dir erzähle, wo der Fahrlehrer draußen im Auto mit der Funkverbindung mit dem Monitor sitzt und die Fragen sieht und dem Schüler quasi über das Mikrofon, das er im Ohr hat, in der Prüfung die Antwort vorgibt. Das ist wirklich kein Witz. könnte man nachfragen beim TÜV Nord, diese Fälle gibt es haufenweise. Und das Schlimme, das absolut Schlimme ist, dass dieser Täuschungsversuch, es ist ja keine Straftat. Das heißt im Extremfall ist eine Woche, zwei Wochen später oder ein bisschen längerer Zeitraum ist genau exakt derselbe Schüler wieder in der Theorieprüfung. So und das ist eigentlich ein Schlag ins Gesicht gegenüber allen anderen Fahrschulen, die ehrliche Arbeit leisten. leisten. Und da muss man eigentlich auch vom Gesetzgeber her sagen, Da muss ein Riegel vorgeschoben werden. Bisher nicht passiert. Also wenn man diese Energie, die man in dieses Setup steckt, wenn man das ins Lernen investieren würde, könnte man die Prüfung sicherlich so bestehen, ohne dass man jetzt dieses Risiko eingehen müsste. Ja, aber das wollen die Leute ja nicht. Die wollen ja gar nicht so viel Energie und Zeit investieren, weil die ja ganz andere Dinge zu tun, die ja offensichtlich viel, viel wichtiger sind als das sichere Fahren im Straßenverkehr. Sie glauben ja auch, mit einem Halbwissen sind das dann die Hergötter, die im Straßenverkehr unterwegs sind, die aber letztendlich auch für alle anderen eigentlich eine Gefahr darstellen. Auf der anderen Seite wiederum sind es ja nicht nur deutsche Mitbürger, es sind ja auch andere Nationalitäten dabei, die genau solche Delikte letztendlich auch dann einfach mal durchziehen. Obwohl wir wiederum auch sagen müssen, es ist schon seit langem so, dass ich auch die theoretische Prüfung beispielsweise in Fremdsprachen absolvieren kann. Aber selbst da zeigt sich auch, dass die Leute einfach nicht die Zeit aufbringen wollen und auch nicht die Energie. Also versuchen sie über einen anderen Weg, wo Fahrschulen tatsächlich sich richtig, richtig viel Geld für zahlen lassen, dass man dann die Leute verkabelt mit Kamera, mit Mikrofon und ja, versucht den TÜV zu energieren. Unvorstellbar. Ja, es ist Katastrophe. dass das nicht wirklich, ja, dass man da nicht strenger hinterher ist. Und diese Leute von mir aus auch sperrt für Jahre eigentlich. Und letztendlich die Fahrschule, die sowas noch durchführt, muss man eigentlich, meines Erachtens, muss geschlossen werden. Ist einfach so. Hast du Zuge deiner Ausbildung Menschen dabei gehabt, wo du gesagt hast, du solltest nicht am Straßenverkehr teilnehmen? Definitiv, ja. Definitiv. Auch gerade im Zweiradbereich, was ja so mein Steckenpferd hatte ich Schüler mit ihm gefahren. Wirklich hochgradig gefährlich. Also das war gar nicht seine Welt. Und dann ich auch gerne die Reißleine und telefoniere dann ganz gerne auch mit den Eltern, sofern sie noch minderjährig sind und sagt den Eltern dann auch, passen sie auf, wenn sie ihren Sohn oder Tochter noch länger behalten möchten, sollten sie den Führerschein nicht ermöglichen. Weil das, was ich bisher gesehen habe, das ist kein Gerät, das ihrem Kind dient überhaupt nicht. Und dann ziehe ich auch die Bremse tatsächlich, auch beim Autofahren auch. Dann ist es genauso. Wenn ich sehe, da ist jemand total überfordert, wirklich total überfordert und es ist nicht dessen Welt, dann sage ich das auch ganz ehrlich. Und da muss man auch einfach mal die Kritik vertragen. Aber es ist ja auch nicht jedermanns Sache davon abgesehen. Du sagtest gerade, wenn man sieht, dass jemand im Straßenverkehr gefährlich ist, welche Ausprägung von Gefahr gibt es dann? Also die Person, die überfordert ist, die ist natürlich dann mit ihren Kapazitäten völlig erschöpft und ist einfach unvorsichtig bzw. hat halt nicht mehr die Kapazität, sich jetzt wirklich auf den Straßenverkehr zu kümmern oder zu konzentrieren, weil man jetzt von allen anderen Dingen gestresst ist. Was kann das dann zum Beispiel bei einem Zweiradfahrer sein, was du gerade sagtest? Ja, Zweiradfahrer ist natürlich hochgradig gefährlich. Wenn ich hergehe, beim Zweiradfahrer, ja es ist ja so, wenn er nicht exakt das tut, was ich mal als Fahrlehrer sage, ich weiß ja als Fahrlehrer, was für eine Konsequenz das haben kann. Sei es, er versteht nur ein Wort falsch, was ich ihm über Funk durchgebe. So, ein ganz banales Beispiel. Er soll an einer Kreuzung nach links abbiegen. Kann ja mal passieren, dass man es nicht versteht oder falsch verstanden hat. So, jetzt biegt er aber nach rechts ab. Rechts kommt aber jetzt ein ganz großer Lkw hochgradig gefährlich für den Schüler. Dann ist das ein Riesenproblem, was ganz blöd enden kann. Und das ist ein ganz banales Beispiel jetzt nur gewesen. Es geht aber auch viel, viel gefährlicher. Und deshalb ist das natürlich elementar so wichtig. dass ich das im Vorfeld mit den Zweiradfahrern klären muss, was sie zu tun haben. Das war auch ganz gerne so eine Verbindung, wo beide reden und hören können. gute Kommunikation. Genau, richtig. Gab es Fahrschüler, die sich schwer getan haben, die sich einfach das wirklich erarbeitet haben durch Willenstärke, durch Disziplin? Ja, definitiv. Also da muss ich auch mal so eine Lanze brechen für einen Fahrlehrer von mir. Ich hatte meine Schülerin schon älter, muss man sagen. Hat also im etwas höheren Alter gesagt, ich brauche den Führerschein, den PKW-Führerschein. Ich bin dann derjenige gewesen, der mit ihr die erste Fachstunde hatte. Und ich wusste nach gefühlt 80 Metern aufgrund einer Lenkbewegung, wo ich selbst mit meiner jahrelangen Erfahrung nie mitgerechnet hätte. dass das eine ganz ganz teure Nummer wird. Aber da wusste ich auch, das ist nicht mehr meins. war mir, das zu betreuen, zu begleiten, das war mir einfach dann zu heftig geworden. Ich habe sie dann einem Fahrlehrer von mir abgegeben und ich muss sagen, wirklich ein fettes Lob an diesen Fahrlehrer. Er hat sie mit über 300 Fahrstunden soweit gebracht, dass sie eine Prüfung bestanden hat. Also, Hut ab vor dem Pfarrlehrer! Wie viele Fahrstunden sind das Minimum? Das Minimum ist ja festgelegt durch die Sonderfahrten. Sonderfahrten sprich also die Überlandautomaten, die Nachtfahrten. Das sind ja die, die vom Gesetzgeber gefordert sind. Das sind auch immer die, die in den Fahrstunden gefragt werden. Was sind denn die Pflichtstunden? Wie viel müssen wir denn machen? Das sind ja die, die wirklich vorgeschrieben sind. Wie viele sind das? Das sind ja zwölf. unterschiedlich, es kommt immer auf die jeweilige Verlaubnisklasse an, die ich erwerben will. Bei den größeren Fahrzeugen sind es dann eben mehr. Und diese 12. Was natürlich hinzukommt, was man niemals sagen kann, wie hoch die Zahl sein wird, sind die Übungsstunden. Das heißt, wie viel braucht denn jemand als Beispiel einen Schaltwagen mit dem Schalten umgehen zu können. Das kann ich im Vorfeld nie sagen. Das ist aber immer wieder eine ganz beliebte Frage. Ja, wie viel brauche ich denn? man so einen Schnitt nennen? So einen Durchschnitt über die Jahre hinweg? Es gibt einen Durchschnitt, der im Mittel voran ist tatsächlich. Und der lag bis vor ein paar Jahren noch bei 38 Fahrstunden. Das heißt, die Dame mit ihren 300 war deutlich darüber? Geringfügig. Hat sich in all den Jahren dein Menschenbild verändert? Also nicht gewollt, möchte ich mal so sagen. Aufgrund der Umstände, denen man ausgesetzt ist, wird man mehr oder weniger verändert, so will ich das mal sagen. war früher immer so, da hat wirklich immer gut gelaunt, das hat mir einfach richtig Spaß gemacht, der Beruf. Aber im Laufe der Jahre erfährt man halt Kritik an der eigenen Person oder an den Betrieb und der aber Null begründet ist, wo ich dann denke, warum. Was ich als Beispiel ganz gerne nenne, ist Google Bewertung. Ich finde Google Bewertung eine absolute Frechheit. Jeder, selbstständig ist, der weiß das, okay, wenn ich jetzt als jemand, jetzt einen Führerschein machen möchte, was mache ich? Ich ins Internet, ich google. Ich gucke mir an, okay, fünf Sterne, wie auch immer. Das ist für mich ja so ein Maß. Aber wer kann denn alles bewerten? Jeder kann bewerten. Das heißt also, haben oder ich habe erleben müssen, dass wir eine Google-Bewertung bekommen haben von Personen, die nie bei uns in der Fahrschule gewesen sind, die nie was mit unserer Fahrschule zu tun gehabt haben, die einfach, ich sage jetzt mal, zum Beispiel von der Konkurrenz einfach angestiftet von sind, hier schreibt er mal eine negative Bewertung, weil die sind zu hoch. Und das finde ich einfach an Google voll Katastrophe. Wenn beispielsweise Leute bewerten dürfen, die auch registriert sind, die Sachen über einen Account, die es wirklich gibt, den man noch zuordnen kann, wo ich auch eine Gegendarstellung schreiben kann, weil ich genau weiß, der war auch in unserer Fahrschule, dann wäre das fair. Aber das, oder so wie das System jetzt ist, ist absolut für mich in meinen Augen einfach nur falsch. Hast du persönlich als Mensch auch Kritik an deiner Person erfahren in den Jahren? Ja, definitiv. Ich meine, es kann ja nicht immer sein, dass die Chemie zwischen dem Schüler und dem Pfarrlehrer passt. Ist einfach so. Manchmal passt es eben nicht. Und klar, dann dann schon mal eine Kritik geübt. Ganz klar. Ich habe mich der auch ganz gerne angenommen. Oder was heißt das? Ich habe mich der angenommen, habe mich natürlich auch hinterfragt. Okay, hast du es vielleicht bisschen falsch erklärt oder hast du bisschen falsch reagiert? Und Es war auch notwendig, vielleicht mal zu sagen, pass auf, Entschuldigung, ich hab einfach das falsch erklärt oder es war vielleicht nicht mein Tag. Und dann war die Kritik natürlich und dann dementsprechend vielleicht auch richtig. Weil nicht jeder kann sagen, ich gebe 100 Prozent, ich bin immer gut gelaunt. Dafür sind zu viele Einflüsse da, die den Menschen einfach auch mal anders zeigen, als er gerne wäre. Aus dem Ausbildungsalltag. Du bist mit deinem Fahrstuhl das erste Mal auf der Autobahn unterwegs. 130, Richtgeschwindigkeit. Und der Fahrstuhler ist klitschnass geschwitzt. Nahtoderfahrung. Was machst du? Wie gehst du mit der Situation Klitschnass geschwitzt. Wie soll ich das sagen? Ich meine, ich spüre ja schon, ich mit dem Autobahn fahre, wie er sich so langsam Ich sage jetzt mal, nicht falsch rüberkommen, wie er sich so entwickelt im Laufe der Fahrstunde. War am Anfang vielleicht noch rätselig. Jetzt nimmt er es immer mehr ab. Er wird ruhiger. Reaktionen Hände. Er putzt die Hand an den Oberschenkel ab, weil die Kletsch nass ist oder die Schweißperlen laufen ihm von der Stirn. Dann sehe ich schon, okay, da ist was nicht ganz in Ordnung. Ich muss den Gang zurückschalten. Wir fahren einfach mal langsamer oder wir fahren einfach mal raus auf den Parkplatz. Pass auf, steig mal aus. Ich glaube, du brauchst es gerade. Dann ist es dann klar, der ein oder andere dabei sagt, das war jetzt schon für mich echt anstrengend, vor allem so schnell zu fahren. Dann nimmt man bisschen das Tempo einfach raus, bis er dann wieder sich wohlfühlt und dann kann es auch weitergehen. Einziger Nachteil ist halt, er kann sich trocknen vielleicht so bisschen, wenn er aus dem Auto ausgestiegen ist, aber der Sitz, der ist dann meistens noch eine längere Zeit, ja, der bleibt nass. Hast auch das Gegenteil erlebt, dass Der Fahrschüler bei seiner ersten Stunde auf der Autobahn gleich 200 plus fahren wollte oder dass du ihn bremsen musstest? Ja definitiv. Es wird ja manchmal auch von den Eltern. Das hat vorgelebt, da wird gezeigt, Papa ist jetzt jemand, der hat ein sportliches Auto. So ein Sitzen aneben, macht Papa natürlich kaum. zeig dir, wie schnell so Auto mal fahren kann und vielleicht fährt auch generell zügig der Papa. Und das spiegelt sich dann tatsächlich auch in dem Sohnemann. dann irgendwo wieder wo die dann sagen so, schafft denn der hier? Dann sag ich ja schon ne Menge aber wir werden das nicht veran das was er kann weil ich sag dir ganz offen und ehrlich wenn wir schneller fahren als 130, wir gehen mal Richtung 200. Ich kann dir nicht mehr helfen. Wenn du einen Fehler machst, ich kann dir nicht mehr eingreifen dann passiert etwas und das kann ich nicht verantworten und deshalb also geht nicht. Hast du eine andere Extremsituation erlebt in den Jahren deiner Ausbildung, wo Fahrschüler, Fahrschülerinnen geweint, geschrien haben, erstaat sind oder andere Schockmomente es gegeben hat? Ja, da gibt es verschiedene Situationen. Also ich sag mal, es gibt Schülerinnen, aber auch Schüler tatsächlich, die einfach weinen, weil der Druck, den sie sich selber machen, ist ganz wichtig, der Druck, den sie selber machen. so groß ist, dass dadurch dann die Aufnahmefähigkeit so minimal ist und dann sind sie von sich selber enttäuscht, weil sie es nicht in der Kürze schaffen, wie sie es sich selber eigentlich vorstellen oder vorgestellt haben. Und dann brechen die wirklich tatsächlich dann in Tränen aus, wo ich dann denke, was denn jetzt passiert? Dann redet man halt mit den Schülern oder Schülerinnen Sie dann wieder runter zu sagen, pass auf, Schaltbankgang zurück. Das ist viel effektiver. Manchmal einfach einen Schritt zurückgehen, damit ich wieder vorwärts komme. Dieser Druck, der muss einfach raus. Schlimmer ist es noch, wenn der Druck von den Eltern kommt. Das ist ganz schwierig. Und dann kriegt man das im Laufe des Gesprächs raus. Mein Papa sagt, ich soll nicht mehr so viel Fahrstunden machen und so. Ich habe da noch kein Problem. Ja, klar, es dann die finanziellen Mittel, die vielleicht dann nicht unbedingt gegeben sind. Aber ich bin dann auch der Typ, hergeht und sagt, pass auf, Papa soll mich bitte mal anrufen. Oder ich rufe die Eltern an. Da muss man einfach die Reißleine ziehen und sagen, pass auf, wenn es nicht passt, muss man jetzt hier einen Cut machen. Oder man sagt einfach, lassen sich Kinder auch einfach mal in Ruhe die Ausbildung beenden. Dann ist es viel, besser. Hast du Situationen erlebt, die völlig eskaliert sind? Bist du mal angeschrien worden am Auto? Boah, jetzt muss ich mal tatsächlich überlegen, ob ich angeschrien worden... Nee, War es denn mal jemand, der start vor Angst, dass einfach gar nichts mehr funktioniert hat? Nee, tatsächlich nicht. ich hatte mal einen Schüler, der war ordentlich zickig und den habe ich dann wirklich in der Fahrstunde dann einfach ausgesetzt. Ich habe gesagt, fahr mal rechts ran, halt mal an. Ja und jetzt? Da ich gesagt, jetzt steigst du aus. Da hinten sind, da ist die U-Bahn, da gehst du jetzt hin und kannst nach Hause fahren. Ja und jetzt? Ja, wir sind fertig. Tschüss. Das hat nicht lange gedauert. glaube, 20 Minuten hat er mit die Mama angerufen. Und das, was die Mama mir sagte, war ich so bisschen auch erschrocken. Ich habe gedacht, sie beschwert sich jetzt bei mir. Und dann sagt sie allen Ernstes, Herr Böhm, dass sie das gemacht haben. Sagt sie, also muss ich sagen, Respekt, weil wir werden mittlerweile auch nicht beherr der Lage über unseren Sohn. Ich habe gesagt, passen Sie auf, wir können es noch mal probieren. Ich gebe ihm einen anderen Pfarrlehrer. Vielleicht funktioniert es dann. tatsächlich nachher den Führerschein bekommen. Okay, wow. Ja, genau. Gab es Situationen, wo du selber Angst hattest im Auto? Angst? Nein, eigentlich nicht. Weil ich relativ früh erkenne, was der Schüler macht. Und ich habe immer noch den Arm, wo ich ins Lenkrad fassen kann. Ich kann an die Pedale unten gehen. Also wirklich richtig Angst hatte ich noch nie. Musstest du dann oft reingreifen oder reintreten in die Pedale? Ja gut, ist das Standardgeschäft des Fahrlehrers. Gerade in den ersten Fahrstunden ist man schon relativ viel im Lenkrad mit dem Arm oder an den Pedalen. Das ist völlig normal. Für viele Jugendliche ist der Führerschein ja vom Prinzip so diese erste richtige Erwachsenenprüfung in ihrem Leben. Sie haben eine Aufgabe oder eine Mission, müssen sich dann an Prüfung stellen und du begleitest sie auf diesem Weg. Was macht diese Verantwortung mit dir? Ja gut, Verantwortung ist man sich natürlich mit der Anmeldung schon bewusst. Und natürlich auch die Erwartungshaltung der Eltern logischerweise, dass man die jungen Leute dann dahin begleitet. wir können nur unseren Teil dazu beitragen, dass es bestmöglich funktioniert. Und wir sind uns der Situation natürlich bewusst. Und das Ziel, was wir haben, ist natürlich jeden einzelnen Mempöhrerstein wieder gehen zu lassen. Und Aber man kann es leider Gottes nicht jedem recht machen. Neben der emotionalen Verantwortung gibt es dann auch noch die unternehmerische Verantwortung. Du bist Unternehmer, Familienvater, Ausbilder, Fahrlehrer, Marketingchef. Du bist irgendwie alles in einer Person. Wie kriegt man das unter einen Hut? Ja gut, Familie, Familienvater, ja. Also man muss schon die Familie hinter sich haben. Und das habe ich und da bin ich auch furchtbar stolz drauf. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, eigentlich der Wichtigste, man so will. Schön, dass du das sagen kannst. Ja und meine Frau hat auch lange, lange Zeit im Betrieb mitgearbeitet. Das war für mich natürlich auch mal eine zusätzliche Motivation und ja, wir haben es zusammengerockt, so will ich es mal sagen. Sie war so die Fee in der Fahrschule. Anmeldung, Betreuung der Schüler, das hat sie immer mit Herzblut gemacht und da bin ich echt stolz drauf. Das hat auch wirklich sehr, sehr viel ausgemacht, weil man ja auch von den Schülern das Feedback bekommt, so wie Anmeldung gelaufen ist, wie die Betreuung ist und das ist halt, ja, das ist meine Frau. Auf der anderen Seite wiederum, ja, man muss ja funktionieren. Man tut es auf der einen Seite natürlich, weil man weiß, Man tut es für sich selber und auch für die Familie. Und auf der anderen Seite muss es ja tun, damit natürlich die Leute, die man angestellt hat, sprich also die Fahrlehrer, auch, ich sage jetzt mal, Arbeit haben, damit sie Geld verdienen können, ihre Familie nähern können. Das ist dann so eine Kennreaktion. Also ich muss funktionieren, damit alle anderen auch funktionieren. Und so ist das Prinzip einfach. haben wir dann halt auch lange gelebt, damit das Prinzip auch so erst mal lange fort bestehen kann. Als Fahrlehrer arbeitet man ja auch zu Zeiten, wo andere Menschen dann eher Freizeit haben, sprich abends die Überlandfahrten und Nachtfahrten fallen mir ein und am Wochenende. Wie funktioniert das mit dem Familienleben? Wie kriegt man das alles hintereinander? ist es schwierig. Also wenn ich nicht eine Familie dahinter habe, die hinter meinem Beruf steht, ist das eine sehr, sehr schwere Geschichte. Man muss auch dazu sagen, es ist auch mir nicht immer leicht gefallen, beispielsweise jetzt spät nachmittag zu sagen, ok ich mache noch Fahrstunden. Weil ich bin eigentlich von den Terminen her voll, aber ich konnte nie Nein sagen. sind immer so viele liebe Fahrschüler und Fahrschülerinnen gewesen, wo ich gesagt habe, okay, komm, für dich, ich, da fahre mir nochmal. Und ich konnte nie aufhören. Dann habe ich dann noch einen Termin vergeben. Und wo ich dann, ob ich schon längst hätte die Zeit mit meiner Familie zusammen verbringen können, zu Hause, im Garten oder spazieren gehen oder was auch immer, was man halt so tut als Familie. Da hat die Familie immer zurückgesteckt. Mit Masse einfach. Und das sind so Sachen, haben mich im Laufe der Zeit dann auch immer mehr belastet. Und dass ich jetzt mittlerweile dann auch sage, ich schalte einen Rückwärtsgang ein. Jetzt ist meine Familie dran. Und ich möchte alles dafür tun, damit ich viel Zeit mit meiner Familie verbringen kann und sie auch noch viel Zeit mit mir verbringe und noch viel noch von mir hat. Die ganze Situation rund das Thema Fahrschule hat sich in den letzten Jahren auch sehr, verändert. Die Kosten sind extrem gewachsen für dich als Unternehmer, aber auch letztendlich dann für die Fahrschüler. Die Bürokratie ist sicherlich gewachsen in den letzten Jahren. Die Prüfungspraxis hat sich verändert. Was ist deiner Wahrnehmung nach die einschneidendste Veränderung gewesen in den letzten Jahren oder Jahrzehnten? Die einschneidendste. ganz so einfach zu antworten. Also was einschneidend vielleicht wird, ist die neue Führerscheinreform, wenn sie denn kommt. Die wird mich aber nicht mehr betreffen, weil ich dann für mich schon beschlossen habe, dass ich dann quasi diesen Beruf dann beenden möchte. Das wird vermutlich so aussehen, es ist aber noch nicht alles in Stein gemeißelt. dass Präsenzunterricht in verschiedenen Klassen, sprich A oder B, nicht mehr gegeben sein wird. Ich kann das online anbieten. Es wird eine verringerte Anzahl von Sonderfahrten geben. Es wird also viel passieren tatsächlich in dieser Richtung. Grundgedanke war natürlich von dem Herrn Schnieder, der mittlerweile auch nicht mehr Verkehrsminister ist. Er macht den Führerschein billiger. In meinen Augen ist das Augenwischerei. Weil letztendlich die Kosten, Fahrschulen haben, bleiben nach wie vor bestehen. Und das einzige, wegfallen könnte für Fahrschulen, die nur A und B anbieten, dass man vielleicht einen Fahrschulraum nicht mehr anbieten muss. Aber ansonsten ist das auch nicht mehr viel, was ich dort einsparen kann. Also es wird nicht billiger werden. Also du sagst, Prinzip damit die Qualität der Ausbildung leidet? Hundertprozentig. Man hat ja Gedankengänge, dass es eine Leinausbildung geben soll, wo also der Schüler mit Mama, Papa, Bruder, Schwester, Oma, Opa, wer auch immer ausgebildet werden darf nach einer vorherigen Ausbildung, einer kurzen Ausbildung in der Fahrschule. Also das Prinzip eigentlich, ich sag jetzt mal, wie in USA. Überleitet das Fahren. Genau. Und... Das finde ich hochgradig gefährlich. Wenn ich überlege, was für eine Ausbildung ein Fahrlehrer durchlaufen muss, welche Prüfungen, wie viele Prüfungen er hat, was er wirklich alles lernen muss, was nicht alles. Es ist ja ein riesen Umfang, was von ihm abverlangt wird. Und jetzt geht man her und sagt, Leihenausbildung, okay, die können das alles machen. Die fahren dann diesem Kind wohlgemerkt mit einem normalen PKW, wo rechts keine Pedale sind, wo derjenige, in das Leih ausbilden darf, keine Möglichkeit des Eingriffs hat, finde ich hochgradig gefährlich. Die Personen, auch gar nicht geübt sind, drin jemanden ins Lenkrad zu greifen beispielsweise und ich habe ja heute auch keine Handbremse mehr, ich ziehen kann. Überhaupt nicht. Und ich sage mal, wenn ich hergehe und sage, ja, in Amerika funktioniert das, Schweiz, Österreich, vielleicht auch. muss auch... doch eine ganz andere Verkehrsdichte, oder? Richtig, ganz genau. Das muss man einfach mal berücksichtigen. Das ist ja was völlig anderes. Also wenn ich in einer Großstadt, Hamburg, Berlin, Dordelber, gut Dordelber, genau, aber das sind ja völlig andere Umstände. Also das ist, was die Politik sich dabei gedacht hat. Also gut, es ist alles noch nicht safe. Erst im Januar nächsten Jahres soll das dann alles kommen. Wir lassen uns überraschen, aber der Kirch geht an mir vorbei. Das ist ja schon mal fun. Das heißt ja auch immer weniger junge Menschen machen ihren Führerschein und diejenigen, die den Führerschein machen, machen den immer später. Hast du das auch so wahrgenommen oder ist das ... Siehst du das persönlich anders? Das hängt immer von dem jeweiligen selber tatsächlich ab. Also wie ist er aufgestellt? Berufsbedingt natürlich. Andere wiederum, wo wir schon zu Beginn mal darüber gesprochen haben, wenn er Familie hat, die ihn von A B fährt oder sie, sieht auch nicht den Zwang, jetzt den Führerschein machen zu wollen. Aber was natürlich immer wieder klar ist, der Führerschein ist und wird immer ein wichtiger Bestandteil in unserer Gesellschaft. Also ich bin selber auf dem Dorf aufgewachsen und da war der Führerschein damals das Tor zur Welt. Also vorher hat dich das Fahrrad begrenzt und wenn du dann einen Führerschein hattest oder wenn irgendjemand im Freundeskreis einen Führerschein hatte und Zugriff auf ein Auto, dann konntest du plötzlich in die Diskothek fahren. Dann konntest du ins Kino fahren. Das ist ja, wie gesagt, wenn du ländlich wohnst, wo der letzte Bus dann, ich glaube, 18 Uhr gefahren ist, da wurde es ja gerade erst interessant. Also ohne Führerschein warst du ja verloren. Ja, das ist so tatsächlich. Also wir wollten ihn früher unbedingt haben und das Ganze natürlich sehr schnell. Wir hatten es ja schon in unserem Gespräch, dass die jungen Leute es nicht zwangsläufig mittlerweile mehr so sehen. Ich muss allerdings sagen, meine Tochter hat jetzt einen Führerschein gemacht. Sie hat jetzt zum 18. Geburtstag ein Auto bekommen, was sie auch zum großen Teil zusammengespart hat, auch durch Oma und Opa und einen Teil daneben noch. von mir bekommen hat und mit dem 18. Geburtstag kann ich dir sagen, ist sie fast nicht mehr zu Hause. Sie ist nur noch unterwegs. Wirklich, ist nur noch unterwegs, spät, abends bis nachts nach Hause und das ist mal jetzt ein anderes Beispiel, wo sie gesagt hat, ich will das machen. gut, meine Kinder haben den Führerschein eben bei mir gemacht. Das ist für mich auch ganz, ganz wichtig gewesen, weil ich bringe meinen Kindern das sicherlich mit einer anderen... andere in Art und Weise bei, es ein fremder Verlierer tut. Lass uns zum Ende nochmal über das große Ganze sprechen. Kannst du schätzen, hast du eine vage Idee, wie viele Fahrschüler du im Laufe deines Fahrlehrerlebens begleitet hast? Tatsächlich nicht. Nein, kann ich nicht. Das sind ja noch nicht mal ansatzweise. Also wenn ich überlege, wie viel zusammen jetzt rein militärisch als auch zivil, ich kann es auch nicht mal schätzen tatsächlich. Also ich habe mal versucht, übers Knie zu brechen. Wie viel Kilometer ich selber als Fahrer mit Fahrzeugen aller Art, die ich halt fahren darf, sind weiß Gott wirklich alle. Wie viel Kilometer ich im Laufe meiner Zeit gefahren bin, dann habe ich, glaube ich, irgendwo mal aufgehört, bei über drei Millionen zu zählen. Drei Millionen Kilometer? Unfassbar. Also ich weiß jetzt nicht, wie viele Schüler es war. Man kann es auf eine Zahl vielleicht hochbrechen, aber Da ich erstmal drüber nachdenken, aber das ich noch nie getan. Also bei 3 Millionen Kilometern auf dem Beifahrersitz musst du auf jeden Fall ein gut trainiertes Gesäß haben. Nicht nur als Fahrlehrerrecht, sondern generell als Fahrer. Sowohl als auch. Trotzdem ein gut trainiertes Gesäß. Tatsächlich. Was ist für dich so das größte Glücksgefühl gewesen? Was ist das, was diese Tätigkeit mit dir oder was sie dir an Zufriedenheit über die Jahre geschenkt hat? Meine Frau. Definitiv. Ich habe eine Frau, die hat einen Führerschein gemacht oder machen müssen. Das war eigentlich auch ganz amüsant, muss man dazu sagen. Sie hat sich angemeldet an der Fahrschule, in der ich Vollzeitangestellt war. Da war ich noch nicht selbstständig. Hatte einen Pfarrlehrer zugeteilt bekommen, der nicht ich war. Unfassbar. Ja, eigentlich eine Frechheit. Aber ich fand sie halt schon echt sympathisch, muss man sagen. Definitiv. ich musste ein paar Hebel in Bewegung setzen, dass sie dann den Fahrlehrer wechseln musste. Hat aber vorher noch keine Fahrstunde, muss ich dazu sagen. Und dann hat sie einen neuen Fahrlehrer zu Gedeit bekommen. war dann halt ich. Ja, dann hat sie die Ausbildung genossen, hat die Prüfung dann absolviert. alles beim ersten Mal. Hat dem Führerschein bestanden und ja, darauf ist dann mein Leben noch aufgebaut worden, dass ich jetzt führe. Da bin ich sehr stolz drauf. Sehr schön. Das war mir riesig. Was hast du an normalen Reaktionen von Fahrschülern erfahren, ohne dass daraus jetzt gleich das gemeinsame Leben geworden ist? Was ich immer sehr schön finde, ich musste nicht, weil ich in den Augen des Schülers oder der Schülerin ein sehr guter Fahrlehrer war, immer mit Präsenten überhäuft werden. Das muss ich nicht haben, Gottes willen. Ich finde es für mich immer einfach schön, wenn die Schüler einfach zufrieden waren, sie sind glücklich gewesen, sie mit einem Führerschein von uns gegangen und irgendwann, man trifft sich immer zweimal im Leben. Und wenn dann die Schüler auf mich zukommen und begrüßen einen herzlich und man erzählt noch mal über die Zeit, man zusammen verbracht hat, das ist für mich viel, viel wertvoller, so etwas zu erleben als Geschenke einfach. Und ich habe es oft gehabt, es dass Leute, Schülerinnen und Schüler einem gegenkommen. Ich muss auch dazu sagen, man kennt sie nicht alle oder erkennt sie nicht wieder, weil es im Laufe der Zeit so viele waren. hatte mal Schülerinnen, die habe ich mit meiner Frau zusammen getroffen im Oberhaus, im Zentrum. Und da war diese Schülerin, Ehemalige, noch mit zwei Mädels dann auch im Zentrum shoppen, vermute ich mal. Dann kam sie auf mich zu und rief wie es mir Meine Frau guckte nur, warum sie mich so im Arm gedrückt hatte. Ich spielte dass mir alles Dann war das Gespräch irgendwann beendet. Meine Frau fragte mich, wer das Ich es war eine Schülerin von mir. diese positiven Effekte, ich da auch einfach mag, weil es schöne Erinnerungen sind, dass man da irgendwo was richtig gemacht hat. ist natürlich dann ein tolles Feedback, was man erfährt, diese Wertschätzung und wenn sich dann jemand nach so vielen Jahren erinnern kann, ist natürlich auch ein Stück weit unfair. Du hast hunderte oder tausende Fahrschüler gehabt im Laufe deines Lebens und umgekehrt muss sich diese Person quasi nur einen Fahrlehrer merken, weil es ja nur diese eine gewesen ist. Ja, das ist tatsächlich so und Der Name fällt einem auch nicht immer wieder sofort ein. Das Gesicht weiß man noch, aber wie heißt sie oder wie heißt er denn? Wenn man im Laufe des Gesprächs dann doch den Namen dann noch mal irgendwie so rauskriegt, dann ist das immer wieder toll. Aber ich glaube auch, dass die Masse von Schülern das einfach nicht übernehmen, weil es, wie du schon gesagt hast, eine unheimliche Anzahl von Schülerinnen und Schülern war. Gibt es einen Fahrschüler oder eine Fahrschülerin, die du nie vergessen wirst, aus einem guten oder weniger guten Grund? Sowohl hat es auch, definitiv. Jetzt möchte ich zum Beispiel haben. Bitte? Also eine, jetzt... Ja, also ich möchte niemand jetzt irgendwie... Gut, ich spreche keinen Namen aus. Keine Namen, okay. Das war eine Schwindel, war schwierig, würde ich nicht sagen. Hat nur einen Automatikführerschein gemacht. Und hat auch bestanden, alles gut. Das ging aber so weit, dass sie nachher dann mit ihrem Auto mir hinterhergefahren ist. Das heißt also mir hinterhergefahren im Sinne von, ich hatte jetzt einen Schüler oder eine Schülerin im Auto und diese besagte Schülerin ist uns immer hinterhergefahren. Also mir hinterhergefahren. War sie dich besonders nett fand? Ich weiß es nicht. Das interessierte mich auch überhaupt nicht, aber das war wie eine Verfolgung quasi. Ich habe es irgendwann mal gemerkt, ist so, was macht sie denn jetzt hinter mir? Das war ein paar Mal, ich habe sie irgendwann noch zur Rede gestellt. Ich habe gesagt, das geht so einfach nicht. Die Ausbildung ist abgeschlossen und sie möchte es bitte sein lassen. Da war wirklich Ruhe tatsächlich. Und dann hat sie sich in einer anderen Fahrschule angemeldet mit dem Vorwand, dass sie noch ein paar Auffrischungsstunden haben wollen würde. und hat dann tatsächlich dem Inhaber der anderen Fahrschule genau das gleiche angetan. Sie haben hinterhergefahren. Ich habe bis heute nicht begriffen, warum. Also interessiert mich jetzt im Nachhinein auch nicht. Das ist aber schon spooky. Ja, das war definitiv wirklich so. das war nicht so toll. Gut und positiv. Da könnte ich einige Beispiele nennen. Gerne, was damit? Meine Frau. So. Die hatten wir heute schon. Okay. Boah, da muss mir Bedenkzeit geben. Ich stelle mir lieber eine andere Frage, ich komme gleich darauf zurück. Was hat dieser Beruf dir über dich selbst beigebracht? Über mich selber habe ich festgestellt, wann ich wo an meine Grenzen stoße. Tatsächlich. Ich habe immer gedacht, so, das steckst du alles ganz locker weg. Die jungen Leute, man sagt ja auch, jungen Leute halten den Pfarrlehrer selber an sich immer jung. Man ist immer so mit den jungen Menschen unterwegs. Man behält diesen Slang, den die so haben, wenn die reden, behält man bei. Das hält einen tatsächlich jung. Aber wenn die Jahre einfach so kommen, wie sie kommen, verändert dich das einfach. Und du steckst das nicht mehr alles so einfach weg. Und da habe ich für mich dann eben festgestellt, ja Bernd. Früher war das für dich viel einfacher, aber jetzt mittlerweile ist es nicht mehr der Fall. Du musst ein Stück weit ruhiger werden, mehr runterfahren und das hat mir die Zeit einfach gezeigt. Wie reagierst du dann heute oder wie gehst du dann damit wenn du jetzt eine extrem stressige Situation mit einem Fahrschüler hast? Also man muss tatsächlich schon mal vielleicht so während der Fahrstunde einfach mal so schlucken und sagen so, das ist jetzt wirklich gerade mal so, wo ich denke, das gezahlt mit dieser Person aus der Reserve. Und dann ist es wirklich schon fast körperbeherrschung, dass man einfach sagt, du darfst jetzt tief atmen und es ist ja gleich vorbei, diese Fahrstunde. Ja, man muss es so sagen, das gibt es ja leider Gottes auch. Und dann stelle ich fest, nein, ich kann es nicht mehr. Aufgrund der Länge der Zeit, die ich den Beruf ausgeübt habe, muss man dann einfach sagen, Kollege, der Bereich, ich sage jetzt mal zum Beispiel die Ausbildung Klasse B, ist jetzt für dich der Zenit erreicht. Andere Dinge, Motorradausbildung, Lkw-Ausbildung, das ist so meins. Da sollte ich mich jetzt mehr drauf beschränken. Weil die Klientel dann auch eine andere ist? Ja, definitiv. Und irgendwann ist man auch, ich sag mal, verbrannt. Wo man sagt, es geht einfach nicht mehr. Man hat quasi sein Lebensguthaben an Geduld dann aufgebraucht. Das ist so, wirklich. Also ich habe allerhöchsten Respekt vor den Fahrlehrern, die den Beruf erlernt haben und die haben den gemacht wirklich bis zum Umfallen, so will ich es mal sagen. Und haben ihre Schiene auch so fahren können. waren konstant immer der Mensch, der in jungen Jahren war, auch im hohen Alter, waren. Wirklich allen Respekt, wenn die das geschafft haben. Aber ich muss einfach sagen, ich kann das nicht. Ich war noch nie der Typ Mensch, der eine Sache gelernt hat und hat das gemacht, bis es nicht mehr geht. Beispiel Ausbildung Mechaniker. Ich wusste, das mache ich nicht ewig. Dann kam die Bundeswehr. Ich wusste, ich mache es nicht ewig. was neues her. Das ist mein Werdegang. Ich habe immer wieder neue Herausforderungen gesucht. Apropos Herausforderung, wenn heute ein junger Mensch zu dir kommt und sagt, hey Bernd, du bist doch Fahrlehrer, ich überlege auch Fahrlehrer zu werden, was gibst du ihm mit? Ich werde ihn ganz klar mit den Tatsachen konfrontieren. In erster Linie muss er, wenn er Gedanken gegen hat, Familie zu gründen, muss er ganz klar mit der Familie klären oder im Vorfeld klären, ob er Familie möchte, wenn er diesen Beruf hat. Denn das ist ein Beruf, das ist ein Fulltime-Job. Kein Job, wo ich hergehe. Ich sage mal, ich fange 8 Uhr an und habe 17 Uhr Feierabend. Das kann man voll vergessen, weil die Arbeitszeiten sind eine Vollkatastrophe. Wir arbeiten quasi immer dann, wenn der Schüler kann. Das heißt also, in den Freistunden, wenn es Schüler sind oder bei den Berufstätigen im Nachdienst. Und das sind keine angenehmen Arbeitszeiten. Man muss sich damit einfach auseinandersetzen als Verlierer. Und das muss ich alles einplanen in meiner Zukunft. Wenn du an Menschen denkst, die keinen Führerschein haben, vielleicht auch ein bisschen älter sind schon, was ist deine Botschaft an sie? Was heißt älter? Wenn jemand vielleicht mit 30 plus noch keinen Führerschein hat. Gut, 30 plus ist jetzt nicht so dramatisch. wenn der Führerschein dann irgendwann berufsbedingt notwendig wird, ist das ja kein Alter, wo ich sagen würde, jetzt Gottes Willen, lassen Sie es sein. Das ist nichts mehr für Sie. Nein, nein, nein, das hat schon Beispiele gegeben, die deutlich älter waren, die einen Führerschein gemacht haben und das Ganze auch wirklich sehr gut gelaufen ist. Gibt es noch irgendwelche Dinge, die wir vergessen haben? Gibt es noch irgendwas, was du berichten möchtest? überlege gerade ich überlege ob ich dir noch irgendwas antun kann für mich. Es gibt Berufe, in denen Menschen, anderen Menschen etwas ganz Essenzielles geben, wie zum Beispiel die Freiheit durch den Führerschein, die mich damals quasi auf dem Dorf befreit hat. Bernd, danke für dieses spannende Gespräch, für deine Offenheit, für die Einblicke in deine Berufs- und Lebenserfahrung. Danke, dass du heute da gewesen bist. Marco, ich danke dir. Hat wirklich riesen Spaß gemacht. Weiterhin viel Erfolg. Dankeschön. Das war Marco Meats. Danke, dass du dabei warst. Wenn dich diese Folge gepackt hat, abonnieren, liken und teilen hilft sehr. Wir hören uns nächste Woche.