speaker-1: Echt jetzt? speaker-0: Gendersensible Medizin in der Neurologie. speaker-1: Podcast der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Ein Schlaganfall ist eine klare Sache. Der ist eigentlich einfach zu erkennen, oder? Tatsächlich gibt es dann doch Unterschiede zwischen den Geschlechtern, beispielsweise durch atypische Symptome oder Differentialdiagnosen, die zunächst vermutet werden. Und genau auf diese Fallstrecke wollen wir in dieser Folge eingehen. Mein Name ist Christina Taube. Ich bin Teil des Teams Kommunikation in der Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Und ich freue mich sehr, dass ich heute zu diesem Gespräch Melanie Dept-Catajy begrüßen darf. Sie ist geschäftsführende Oberärztin und Leiterin des neurovasculären Zentrums an der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus Kiel. Schön, dass Sie heute dabei sind. speaker-0: Guten Morgen, vielen Dank für die Einladung. speaker-1: Steigen wir gleich ein. Frauen haben ja beim Schlaganfall häufig atypische Symptome. Welche Symptome könnten das sein und worauf muss geachtet werden? speaker-0: Die klassischen Schlaganfall-Symptome kennen viele aus der sogenannten Fasthregel, also Gesichtslähmung, Armschwäche oder auch Sprach- bzw. Sprechstörung. Bei Frauen sehen wir jedoch häufig auch zusätzliche oder atypische Symptome, man sagen. Dazu können beispielsweise Gehörn, Verwirrtheit, Desorientierung, starke Allgemeineschwäche, Schwindel, Übelkeit. Und diese unspezifischen neurologischen Beschwerden macht es natürlich manchmal schwierig, dass Symptome nicht häufig oder nicht sofort als Schlaganfall erkannt werden. Deswegen ist es immer wichtig, jede Subthomatik, neurologisch sein könnte und die plötzlich auftritt, immer auch als Schlaganfall verdächtig einzustufen. speaker-1: Wie führt denn so eine atypische Präsentation von Symptomen in der klinischen Praxis zu einer verzögerten Erkennung und dann auch zur Behandlung der zugrundedingenden Erkrankungen? speaker-0: Tatsächlich muss man das leider mit Ja beantworten. Die Schlaganfalltherapie ist extrem zeitkritisch. Time is brain. Das haben sicherlich viele schon gehört. Wir leben ja quasi in einer Ära der Schlaganfallakuttherapie. Vieles hat sich in den letzten Jahren verändert. Vieles können wir mittlerweile tun. Aber es ist wichtig für die Prognose des Patienten und der Patientin schnellstmöglich zu tun. Was können es sein für Verzögerungen? Patientenseitigsthontome werden nicht als Schlaganfall erkannt. Die medizinische Hilfe wird erst später aufgesucht. Auch beim Rettungsdienst kann es dazu kommen, dass der Schlaganfall als weniger eindeutig eingestuft wird. Und auch klinisch in der Klinik kann es sein, dass zunächst Deponzialdiagnosen wie Migräne, Infektion oder psychologische Ursachen vermutet werden. Und das führt dann natürlich dazu zu einer späteren Bildgebung und zu einer späteren oder gar auch verpassten Thrombolus oder Thrombektomie. Wichtig ist es daher, atemwische Symptome verlängern häufig die Zeit bis zur richtigen Diagnose. Und darauf sollte man eben achten, dass man jedes Symptom eben auch möglicherweise auch als Schlag an verdeutlicht. speaker-1: Inwieweit würden Sie denn sagen, dass hier auch ein Gender-Bias eine Rolle spielt? Also beispielsweise eine Frau mit Kopfschmerzen, mit bekannter Migräne, kommt in die Notaufnahme, eine Transperson zeigt Symptome und die werden vielleicht erstmal in einer Hormonersatztherapie zugeschrieben. Welche Gefahren bestehen da? speaker-0: Tatsächlich ist es so neben den biologischen unterschiedlichen Spielen auch soziale und kognitive Faktoren eine Rolle, völlig richtig. Bei Frauen mit Migräne beispielsweise können die neurologischen Ausfälle, die mit Kopfschmerzen einhergehen, häufig auch als komplizierte Migräne interpretiert werden und dass die Schlaganfalldiagnose schlichtweg gar nicht priorisiert wird. Bei jungen Frauen kann es vorkommen, dass die neurologischen Symptome eher als psychogenen möglicherweise eingeordnet werden. Und bei Transpersonen, wie Sie schon gesagt haben, kommt es häufig vor, dass die Symptome auf die Hormonersatztherapie zurückgeführt werden. Das heißt, kann eben sein, dass Bekannte vor Diagnosen die Interpretation der aktuellen Symptome beeinflussen und der Schlagmann verliert eben auch häufig noch bei den Leinen als Erkrankung älterer Männer. Deswegen ist es wichtig, Diagnosen sollten immer symptomorientiert gestellt werden, unabhängig von Geschlecht und Vorerkrankung. speaker-1: Wann haben Sie das letzte Mal vielleicht in Ihrem eigenen Klinikalltag auch so ein Gender Bias mitbekommen und wie sind Sie damit umgegangen? speaker-0: Einen Gender-Bias direkt haben wir in der Rehabilitation. Wir hatten eine Transperson, die wir behandelt haben, mit Schlaganfall. Und was ein großes Problem dargestellt hat, war die weitere Rehabilitation. Tatsächlich war es so, dass viele Lehr- Nationskliniken die Patientinnen nicht angenommen haben, weil sie nicht wussten, welches Zimmer sie gelegt werden kann. Es gab kein Einzelzimmer. Das war tatsächlich ein großes Problem, was uns alle auch sehr belastet hat, wo wir alle gemerkt haben, dass das ein Problem noch in unserer heutigen Gesellschaft ist. speaker-1: Haben Sie eine Lösung gefunden? speaker-0: Tatsächlich haben wir intensive, wie es ja auch ist, sind zwar eine Alkutklinik, aber wir haben natürlich weiter Physiotherapie, Logopädie durchgeführt und sind im engen Kontakt mit den Angehörigen gewesen, die Gott sei Dank sehr gut waren und in Absprache mit denen ist die Patientin dann irgendwann nach Hause mit einer ambulanten Physiotherapie und Logopädie getan. speaker-1: Transfrauen haben ja auch ein deutlich erhöhtes Risiko für Tromboembolien und Schlaganfälle. Woran liegt denn das und wie kann diesem Risiko begegnet werden? speaker-0: Die Hauptursache scheinen die östrogenbasierten Hormone-Ensatztherapien zu sein. Sie führen häufig zu einer gesteigerten Gerinnungsaktivität und somit zu einer tromboseraten. Das Risiko scheint besonders hoch zu sein der Oralöstrogen, die man oral zuführt. Dann wird noch zusätzliche Risikofaktoren, kardioraspele, Rauchen, höheres Lebensalter. Das führt dann am ehesten zu einer Risikosteigerung. Wie kann man das reduzieren? Transthermale Östrogene, also über Pflaster oder Gele. können das Risiko reduzieren und dann ist natürlich ganz wichtig, es ja auch sonst ist, die klassischen Risikofaktoren eben zu kontrollieren. Blut zu behandeln, Diabetes zu behandeln, auch zu untersuchen, ob man diese Risikofaktoren hat oder entsprechend zu therapieren. Mit der richtigen Hormontherapie denke ich, weil mit der guten Risikokontrolle lässt sich das Risiko aber gut reduzieren. speaker-1: Bei Frauen ist es ja so, dass sie häufiger betroffen sind von Schlaganfällen, aber auch deutlich später. Also sie sind deutlich älter bei einem ersten Schlaganfall. Wie ist denn das bei trans Frauen? Also habe ich da vielleicht, ist da das Schlaganfallrisiko schon höher mit Beginn der Hormone-Satztherapien oder ist das dann auch erst in einem, ja ich sage jetzt mal deutlich fortgeschritteneren Alter, dass da die Gefahr mehr steigt? speaker-0: Tatsächlich gibt es da ja ganz wenig Datenschutz. Also da gibt es ja, also wie verändert sich das Risikoprofil von Transpersonen? Das ist glaube ich schwierig aktuell zu beantworten, muss ich sagen. Dafür gibt es einfach zu wenig Daten. Es gibt zu wenig systematische Untersuchungen dahingehend, ⁓ da eine verlässliche Antwort zu geben, denke ich. speaker-1: Welche Personen haben generell ein höheres Risiko für ein schlechtes Outcome nach einem Schlaganfall? Und woran liegt das? speaker-0: Man muss sagen, es gibt bestimmte Risikogruppen, die ein höheres Risiko haben. sind uns als Erstes ältere Patientinnen, also Patientinnen und Patienten ganz allgemein. Frauen haben grundsätzlich ein höheres Risiko. Da ist aber multifaktoriell in dem Fall einmal die Biologie. Frauen sind bei dem ersten Schlaganfall im Schnitt älter und haben deswegen natürlich auch mehr Begleiterkrankungen und Vorerkrankungen wie Vorruchslömer etc. Aber auch soziokulturell. gibt es Frauen Unterschiede. Frauen leben im Alter häufiger allein als Männer, sodass es niemanden gibt, der dann Notarzt schnell rufen kann und haben deswegen auch häufiger späteren Zugang zur Therapie und haben oft auch schlechtere soziale Unterstützung in der Reha-Phase. Gleichzeitig ist aber auch so Menschen mit hohem Pflegebedarf, sozialer Isolation und auch verschiedenen Co-Mobilitäten, auch die Patientinnen und Patienten haben ein höheres Risiko, starken Fall zu erleiden. speaker-1: Gibt es auch besondere Geschlechterunterschiede beim juvulilen Schlaganfall? speaker-0: Ein Juwelinschlaganfall ist eine besondere Subgruppe von Schlaganfallpatienten, die unterscheiden sich ja auch von den älteren Patienten schon grundsätzlich durch ein anderes Ethologiespektrum beispielsweise. Wenn man jetzt auf die Geschlechterunterschiede beim Juwelinschlaganfall schaut, gibt es auch dahingehende Unterschiede. Frauen haben natürlich, jüngere Frauen haben da häufiger das Risiko von Schwangerschaft, Wochenbett, hormonelle Kontrazeptionen, Migreme mit Aura. Die haben ja auch häufiger Autoimmunerkrankungen. Bei Männern ist beispielsweise, die haben häufiger die klassischen Risikofaktoren auch schon im juveniligen Schlaganfallalter und klassisch natürlich höhere Risiken hinsichtlich beispielsweise Gefäßdissektion, die traumatisch durch Sport oder Unfälle auftreten kann. Gemeinsam haben die juveniligen Schlaganfälle eben häufiger Dissektion, genetische Ursachen, die sie eben von den älteren Schlaganfallpatienten unterschauen. speaker-1: Sie haben jetzt gerade schon Schwangerschaft und Wochenwett angesprochen. Wie sollte denn da das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei einem akuten Schlaganfall aussehen? bei Schwangeren gerade? speaker-0: Ganz wichtig, auch in der Schwangerschaft darf ein Schlaganfall nicht untertherapiert werden. Das ist, ich, ganz wichtig. Auch dahingehend immer die neurologische Diagnostik vollständig durchzuführen und jeden akuten neurologischen Ausfall eben auch schlaganfallverdächtig einzustufen. Das ist, glaube ich, in erster Linie wichtig. Die Bildgebung, da sind wir etwas eingeschränkter, weit verbreitet und häufig durchgeführt wird die Computertermografie. Das muss man sagen, die ist am leichtesten verfügbar in vielen Kliniken. Aber bei Schwangenden muss man klar auf das MRT zurückgreifen, wegen der vielen Strahlenbelastungen. Die Therapie, wir haben ja zwei verschiedene Akuttherapien, uns zur Verfügung stehen, die Trombectomie und die Trombolyse. Die Trombectomie muss man sagen, geht ganz relativ sicher, wenn man Schwangerschaft, das kann man schon durchführen. Die Trombolyse, das ist immer eine einzelne Entscheidung. Und ganz wichtig ist die interdisziplinäre Betreuung der Patientin, also neurologisch, gynaecologisch und radiologisch. speaker-1: Schlaganfall kommt ja relativ häufig vor, so kurz vor der Geburt, oder? Wie funktioniert denn das? Also ich stelle mir das gerade irgendwie kompliziert vor, wenn ich da kurz vor der Geburt bin, einen Schlaganfall habe und dann muss ja dieses Kind auch noch irgendwie auf die Welt kommen. speaker-0: Also tatsächlich ist es perikartal, nicht nur vor der Geburt, sondern auch kurz nach der Geburt ist eine hohe Physikophase. Dann kommt es doch darauf an, da haben die Patienten entsprechende Vorerkrankungen, Eklapsie, Präeklapsie. Das sind alles noch wichtige Punkte, die auch noch das Risiko beeinflussen, sage ich mal. Und ja, das ist schwierig. der Regel ist, was heißt in der Regel, man fang jetzt nicht von der Regel speckend, Gott sei Dank. Es kommt Gott sei Dank ja nicht so oft vor. Aber wenn es denn vorkommt, muss sicherlich schon danach gedacht werden, das Kind früher zu holen. damit die Patientin auch entsprechende Therapie bekommt. ist eine Möglichkeit. Und postpartal, also nach der Geburt, muss man eben in der Einzelfallentscheidung schauen, wie wir die Patientin behandeln. Denn man muss ja auch klar sagen, die Patientin muss natürlich ihr Kind auch versorgen können. Und deswegen ist es wichtig, auch diese Patienten klar, immer sogar ganz besonders zu schauen, wie wir die Patienten behandeln können. Also ich würde keine Beigang-U-Therapien den Patienten, Patientinnen verweigern. Man muss aber nur im Einzelfall schauen, wie die Risiken sind. speaker-1: Also auf jeden Fall immer wirklich auch das volle Potenzial ausschöpfen, was gegeben ist, ⁓ der Patientin zu helfen. speaker-0: Immer gerade bei denen. speaker-1: unterscheiden sich denn kaliovaskuläre Risiken durch den unterschiedlichen Hormonhalsholt bei Männern und Frauen auch nochmal, so wie wir also auch in den unterschiedlichen Lebensabschnitten, also Prä-, Peri-, Post-, Menopausal. speaker-0: Tatsächlich ja. Also das Östrogen wirkt ja protektiv auf die Gefäße. Soweit wir wissen, es verbessert so die Gefäßfunktion, hat einen günstigen Einfluss auf den Lipidstoffwechsel. Deshalb haben ja prämenopausale Frauen tatsächlich ein niedrigeres Kavapasphäures Risiko. Nach der Menopause ist es so, verlieren sie diesen Schutz tatsächlich, sodass das Risiko sich scheinbar dem der Männer annähert. Mit Blutdruckanstieg, veränderter Fettkarteilung etc. Und dann haben Frauen natürlich auch noch weitere hormonelle Faktoren insgesamt in der Schwangerschaft, was wir gerade schon besprochen haben, und hormonelle Kontrazeptionen. speaker-1: Es gibt eine repräsentative Kohortenstudie von 2025 und die zeigt auf, dass weibliche Betroffenen Deutschland ebenso häufig Trombektomien und Trombolysen erhalten wie männliche. Die überlebensreifende Nachschlaganfall in Europa hat sich kontinuierlich verbessert und Grund dafür ist die strukturell verbesserte Schlaganfallversorgung, spezialisierte Strokeunits. Es gibt neue Therapieoptionen. Deshalb so die Frage, haben wir jetzt also in der Schlaganfallversorgung bereits eine ideale gendersensible Versorgung erreiche. Sie haben ja vorhin auch gesagt, mit der Transfrau, die Sie behandelt haben, war ja auch die Schlaganfallversorgung an sich gar kein Problem, sondern die Reha-Klinik danach. speaker-0: Ganz genau. Also die Patientin hatte tatsächlich sofort die Lyse-Therapie und die Torpectomy erhalten. Das hatte gar keinen Einfluss darauf in jeglicher Form. Das war sehr positiv. Aber tatsächlich die Nachversorgung war ein großes Problem, wo wir tatsächlich einfach auch noch einen Versorgungsauftrag haben, wo wir uns kümmern müssen, wie wir zukünftig damit umgehen. Sie haben recht, ⁓ noch mal auf den ersten Teil Ihrer Frage zu kommen. Wir haben mit spätsanisiertes Stroke genutzt. Wir haben eine sehr gute Therapie-Verfügbarkeit mittlerweile flächendeckend. Die Minderheiten aber auch Frauenbänder, diverse, haben alle gleiche Zugänge zu Thrombodyse und Thrombektomie. Dass die harten Zahlen, also Thrombodyseraten und Thrombektomie-Zahlen sich angleichen, ist ein riesiger Erfolg in der Medizin, muss man sagen. Aber weiterhin sind wir mit Herausforderungen konfrontiert. Wie schon erwähnt, dieeklose Verzögerungen bei atypischen Symptomen und der Repräsentation von Frauen in randomisiert kontrollierten Studien, mangelnde Daten zu Transpersonen, soziale Determinanten, das sind alles. noch Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind. Gleichheit der Behandlung bedeutet noch keine Gerechtigkeit, muss man sagen. Solange Frauen später in die Klinik kommen, wegen akzeptierten Symptome, die Diagnostik bei Minderheit, bei Transpersonen oder auch die Nachversorgung eben verzögert wird, ist das Ziel einfach noch nicht erreicht. Wir brauchen mehr Forschung zu frauenspezifischen Risikofaktoren und auch eine viel bessere Sensibilisierung für dieses Thema, ⁓ ebendigenannten Probleme zu reduzieren. Also wir haben große Fortschritte gemacht, aber eine wirkliche gendersensivende Schlaganfallversorgung ist aus meiner Sicht doch nicht vollständig erreicht. speaker-1: Gibt es momentan irgendwelche aktuellen Studien, die sich vielleicht mit dieser Thematik beschäftigen, die sie kennen und wo sie sich vielleicht auch neue Erkenntnisse erhoffen? speaker-0: Tatsächlich kann ich jetzt nicht genau sagen von einer spezifischen Studie, aber ich finde viele Brands, viele, zum Beispiel das BMB TR, das ist etwas, was dieses Thema tatsächlich spezifisch angeht. Es gab einen Call für einen Drittviertel-Antrag im Dezember, was sich spezifisch auf dieses Thema konzentriert, was ich sehr positiv fand, wo wir uns selber auch beteiligt haben, zum Gender Gap. Und das finde ich extrem positiv. dass wirklich große Drittmittelgeber sich mit diesem Thema beschäftigen und somit auch den Forschenden die Möglichkeit geben, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Da hoffe ich natürlich, dass da viele positive Rückmeldungen kommen werden und dass viele Studien in dieser Richtung jetzt laufen werden und auch mit einem größeren, sage ich mal, Betrag und Volumen, sodass wir natürlich auch verlässliche und repräsentative Daten erheben können. speaker-1: Gibt es zum Abschluss noch so einen Punkt, den Sie vielleicht jeder Neurologin, jedem Neurologen, aber vielleicht auch Rettungskräften so mit ans Herz legen würden? Kurz und knapp gesagt, worauf Sie achten sollten, damit eben zukünftig eine noch bessere gendersensible medizinisch neurologische Versorgung gelingen kann im Schlaganfall. speaker-0: Alle medizinisch tätigen Personen würde ich ans Herz legen. Jede akute neurologische Auswahlserscheinung. Immer primär Schlaganfall-Verdächtig einzustufen und dementsprechend zu handeln. Absolut unabhängig von den Vodiagnosen, von dem Geschlecht, von Gender und Vorerkrankungen. Das ist extrem wichtig. Ob am Ende wirklich ein Schlaganfall besteht und sich der Schlaganfallverdacht erhärten lässt, das kann in der Klinik vom Facharzt für Neurologie entschieden werden. Aber unabhängig von der Situation, die ich gerade genannt habe, sollte jeder akute neurologische Auswahl schlaganfallverdächtig behandelt werden und genauso gleichfertig entsprechend versorgt werden. speaker-1: Vielen Dank, Frau Depp-Carderri, für diesen Einblick. speaker-0: Ganz herzlichen Dank für das Gespräch. speaker-1: Zusammenfassend lässt sich also sagen, die Therapieverfügbarkeit durch Stroke-Units, Trombektomie und Thrombolyse, die ist mittlerweile flächendeckend auf einem sehr hohen Niveau vorhanden und Versorgungslücken zwischen den Geschlechtern konnten auch größtenteils geschlossen werden. Gleichzeitig gibt es aber weitere Herausforderungen, zum Beispiel Diagnose-Versögerungen bei atypischen Symptomen, es fehlen Daten zu Transpersonen oder frauenspezifischen Risikofaktoren. Trotz allem die Entwicklungen, die gehen in eine positive Richtung. Und das zeigt sich beispielsweise auch daran, dass sich auch große Drittmittelgeber diesem Thema annehmen und entsprechende Forschungsprojekte fördern. Zum Beispiel jetzt gerade ganz aktuell das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt zum Thema Reduzierung Gender-Data-Gap in der klinischen Forschung gerade fördert. Ich hoffe, wir konnten Ihnen auch im vierten Teil der Serie Echt jetzt! Gender-sensible Medizin in der Neurologie einen kleinen Sensibilisierungs-Input für Ihre tägliche Arbeit geben. In einer Woche gibt es bereits die nächste Folge und darin wird es dann ⁓ Epilepsie gehen, den Zusammenhang von Sexualhormonen und Anfällen, die Auswirkung von Kontrazeptiva auf die Therapie, Kinderwunsch und Schwangerschaft sowie die geschlechtsspezifische Therapiewahl. Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, Dann hören Sie sich gerne auch die anderen Folgen an und abonnieren Sie den Podcast. Sollten Sie ein weiteres Thema oder eine Frage zu gendersensibler neurologischer Versorgung haben, schreiben Sie es in die Kommentare oder Sie schreiben eine E-Mail an redaktion.dgn.org und wir werden dann versuchen, Sie mit der passenden Expertise zu beantworten. Ich freue mich schon jetzt darauf, Sie auch in der nächsten Folge wieder begrüßen zu dürfen. Bis dahin, machen Sie es gut.