Micha: Herzlich willkommen zum Automobil Woche Podcast zur Sache. Heute die dritte Folge und gleich mit einer kleinen Neuerung oder Änderung. Unser Chefredakteur und Herausgeber Burkhard Rieren ist gerade im Urlaub. Deswegen habe ich die Ehre, Michael Gebhardt, hier heute den Host zu geben. Aber ich bin natürlich nicht alleine da. Ich habe auch einen Gast eingeladen und zwar Michael Gerster bei uns in der Redaktion der Reporter für Stuttgart Baden-Württemberg für die tollen Automarken Mercedes und Porsche und die spannenden Zulieferer Bosch und ZF und was alles noch in dieser Region ist. Herzlich willkommen Michael. Michael: Vielen Dank, dass ich dabei sein darf. Freut mich. Micha: Und genau, ich habe es gerade schon erwähnt. Porsche ist eines deiner Themen, da werden wir später dazu kommen. Da hast du glaube ich viel zu berichten, ist gerade einiges passiert. Michael: Ja, da ist immer was los, genau wie im Volkswagen-Konzern. Das verbindet uns auch ein bisschen, unsere Arbeit, dass wir, du sozusagen den großen Konzern betreust, ich zumindest die Tochter, die Sportwagen-Tochter, die kleine, feine. Und ich sage mal, Volkswagen-Konzern ist ja so ein bisschen der FC Bayern der Autoindustrie. Und da ist eigentlich immer was los. Mich verwundert immer, trotz der Größe des Konzerns und wahnsinnig viele Mitarbeiter, vielleicht auch von außen so draufguckt, manchmal auch bisschen verkrustete Strukturen, aber es kommen immer wieder tolle Autos dabei raus und du warst ja kürzlich bei einem schönen Termin und durftest schon mal so ein bisschen in die Zukunft blicken. Ich kann es natürlich nicht allzu viel verraten, da sind ja immer strenge Sperrfristen drauf, aber vielleicht nimmst du uns mal mit, was so die Zukunft bei Volkswagen bringt, was die Produkte angeht. Micha: Ich versuche mal ein bisschen Lust auf diese Produkte zu machen, ohne zu viel zu verraten. hast es schon gesagt. Volkswagen hat einen Ausblick gegeben auf Modelle, kommen werden. Das ist als man noch kein Geheimnis. Man weiß, was so in der Pipeline steckt. auch wer sich diese Modelle, die man ja schon auf der IAA getarnt gesehen hat, damals in München genauer angeschaut hat, der hat schon gemerkt, Volkswagen ist da auf einem ziemlich guten Weg. du hast es schon gesagt, es ist ein großer Konzern. Er wirkt sehr vergrößt, er hat sehr komplexe Strukturen, wie man von außen meint. Ich glaube, das meint man auch von innen, wenn man da arbeitet. Und trotzdem haben sie es jetzt geschafft, nicht in China Speed, aber wirklich in relativ kurzer Zeit, in wenigen Jahren ihre Elektrostrategie ja nicht umzukrempeln, aber so auf Vordermann zu bringen, dass jetzt wirklich tolle Autos in den Startlöchern stehen. Ja, 22 war das mit Andy Mint, der das Design übernommen hat. Das war ja ein Punkt, der immer kritisiert wurde. Gerade mit dem i3 kam da viel Kritik auf. Es gab das Thema Qualität, sei es die Haptik im Auto, die verwendeten Materialien, aber auch die Softwarequalität, die ein großer Pferdefuß war bei diesen Autos. Das hat man über die Jahre jetzt schon weitgehend in den Griff bekommen. Und jetzt mit der nächsten Generation merkt man einfach bei diesen Autos, allen voran dem ID Polo, also dem elektrischen Polo, der jetzt bald kommen wird in diesem Jahr, dass sie ganz viel gelernt haben aus den Kritiken der Journalisten, der Kunden, der Händler auch und dass sie das auch ernst genommen haben und dass sie da jetzt wirklich richtig gute Autos auf die Beine gestellt haben, ohne zu viel zu verraten. Wir werden sehen, wie der Markt sie annimmt, aber ich glaube, Wir werden schon erleben, dass es wieder so oft wie so oft ist bei VW. Man kommt nicht unbedingt als Erster mit einem Modell, einem günstigen Kleinwagen im 25.000 Euro Bereich, relativ günstigen Kleinwagen. Aber wenn sie dann kommen, dann fahren sie damit relativ schnell an die Spitze. Ich glaube, das ist der und ich kenne mich nicht aus mit Fußball, aber das ist der Unterschied zum FC Bayern. Die fahren ja eigentlich immer an der Spitze, glaube ich. VW kommt dann immer später und holt auf. Michael: Also ich denke, wie du es sagst, sie haben wirklich auch in den vergangenen Jahren noch mal gelernt. bisschen kursieren ja auch schon Einzelheiten. Was mir ja total gut gefällt, ist dieses Cockpit beim ID.Polo mit diesem Retro-Design. Man kann es ja umstellen auf den Golf 2, meine ich. das finde ich zum Beispiel total witzig. Micha: Vielen Dank. Michael: Ich glaube, Thomas Schäfer, der sagte auch immer, wir wollen so einen Augenzwinkern in die Autos bringen. Und ich glaube, da ist Volkswagen wirklich auf der richtigen Spur eigentlich wieder dieses Gefühl, was man mit der Marke verbindet, dass es einfach so irgendwie eine Marke ist, die man gern, die man so bisschen im Herzen trägt. ich glaube, da sind sie eigentlich auch einen ganz guten Weg wieder. Micha: Auf jeden Fall. hat ja, dass das Thema spielt jetzt VW schon länger. hat, glaube ich, Thomas Schäfer als neuer Chef seit ein paar Jahren auch einen großen Anteil dran. Wir hatten letztes Jahr beim Automobilwochekonkurs Christine Wollburg, die Chief Brand Officer ja auch auf der Bühne, die das damals auch schon aufgeführt hat. Die nennen das jetzt Love Brand. Kann man sich darunter vorstellen, was man mag. es geht schon darum, dass man auf diese Marke ja wieder stolz sein kann, dass man, dass man gerne einen VW fährt und dass man dieses VW-Gefühl, das man eben früher hatte und was ganz viele Menschen ja von früher kennen, sei es ein Käfer gewesen, sei es ein Golf gewesen, ein Passat, dass man das den Leuten wieder mitgeben will und auch diesen Mehrwert mitgeben will und eben nicht an den Materialien sparen will und auch ein Design mitgeben will, was eben über viele Jahre gefällig ist und modern bleibt. Gerade beim ID.3 hat man es ja tatsächlich geschafft. Der war ja nicht mal, als er auf den Markt kam. ... gern gelitten und ... ist über die Jahre nicht besser geworden. Gut mit einigen Facelifts dann schon, aber ... ... da hat man einfach einen komplett neuen Weg eingeschlagen ... und das war eine Meisterleistung, kann man schon fast sagen, von allen Abteilungen, ... ich. hat das Design ganz viel mitgemacht, ... ... da haben die Ingenieure ganz viel Arbeit reingesteckt, um wirklich richtig gute Autos wiederzubauen. Aber auch strategisch, ... es gibt ja ... ist jetzt auch kein Geheimnis mehr, dass man in der Brand Group Core ... ein bisschen was umgebaut hat, dass die Marken VW, PKW, Skoda, Seat, Cupra enger zusammenarbeiten und auch gerade bei dieser Entwicklung der kleinen Fahrzeuge ja sehr eng miteinander sich vernetzt haben, was auf der anderen Seite die Kosten deutlich senkt, aber eben auch es geschafft haben, vier unterschiedliche Autos auf die Beine zu stellen. Wie die heißen, ist kein Geheimnis. Das ist der ID. Polo, der Cupra Raval, der als erstes der kommenden übernächsten Woche vorgestellt werden wird. ID.Cross, also etwas SUViger und dann eben auch den Skoda Epic als Ableger. Das sind wirklich vier Autos mit eigenem Charakter, aber mit bester Konzernmanier, mit bester Baukastenmanier. Das hat ja diesen Konzernen immer ausgezeichnet, dass sie so Meister des Baukastens sind. da kommen sie wieder hin. Und ich würde darauf wetten, dass diese Autos erfolgreich werden. Michael: Das sehe ich auch so, zumindest für den europäischen Markt. Darauf sind sie ja auch stark zugeschnitten, muss man sagen. Ich meine, VW hat ja schon auch immer zu kämpfen im nordamerikanischen Markt. Versucht sich jetzt da mit einer neuen Marke Scout. Wie schätzt du da die Chancen ein, wenn man sich anguckt, dass alle im Moment ihre Programme zurückdrehen? Jetzt kommt VW mit einem elektrischen Pickup SUV und klar, sie haben noch einen Range Extender, aber wird es reichen, diesem doch jetzt im Moment wieder auf Öl getreten Markt erfolgreich zu sein? Micha: Alleine reichen wird das nicht, aber das wird, glaube ich, großen Schub geben. Ja, in Amerika sind es immer noch keine großen Trucks, da ist es noch midsize, glaube ich. Aber wir müssen sich diese Scout-Modelle, muss man sich ja deutlich größer noch als einen Touareg vorstellen. Das sind ja riesige Fahrzeuge, riesiges SUV und ein Pick-up. Das trifft erstmal den Nerv der Kundschaft von der Fahrzeugklasse besser als viele andere Angebote des Konzerns, glaube ich. Und sie haben ja umgesteuert. Es war ja geplant, mal das reine Elektroauto zu bringen und danach den Range Extender. Da sieht man ganz klar an den Vorbestellungen. Ich glaube, 80 Prozent haben sich für den Range Extender entschieden, worauf man den jetzt auch vorgezogen hat. Das führt auch dazu, dass der Anlauf ein bisschen sich verzögert. Es wird immer noch irgendwie um Ende 2028 passieren. Man baut gerade für mehrere Milliarden ja ein neues Werk auch in den USA, wo dieses Auto gebaut wird. Und da sieht man schon, da steckt ganz viel Hoffnung drin und ich glaube auch, dass sie mit diesen Autos erfolgreich sein können. Sie wären nicht VW, wenn sie es sich nicht wieder zusätzlich komplex machen würden. Das hatte Scott Keo, der Scoutchef, jüngst erzählt in Detroit bei einem Termin, dass sie bei dem Range Extender den Verbrenner quasi im Heck im Fahrzeug verbauen wollen. Weil sie wollen eben sowohl beim BEV als auch beim Range Extender Modell vorne diesen Frunk bieten. Und da keine Einschränkungen. Und wenn man sich überlegt, dass andere Wettbewerber schon bei ihren SUVs dieser Größe oder Pickups die Reserveräder auslagern, weil sie die nicht mehr in das Auto bringen und dann irgendwo an die Heckklappe oder auf der Ladefläche montieren, kann man sich glaube ich vorstellen, wie komplex es ist, da dann einen Verbrennermotor reinzubauen. Aber Scout hat sich die Herausforderung, hat sich der gestellt oder nimmt sich der an und es ist guter Dinge, das zu schaffen. Und ich glaube schon, dass sie mit dem Auto großen Erfolg haben. was sicherlich nicht aufwiegen kann, was alles gerade problematisch läuft. Wenn man sich den amerikanischen Markt anschaut, der besteht für Volkswagen de facto momentan aus dem VW Atlas. Den bauen sie in Chattanooga, den können sie zu vernünftigen Preisen verkaufen, der läuft auch sehr gut. Aber schon der Tiguan kommt ja aus Mexiko, ist mit hohen Zöllen belegt, was in der Preisklasse noch irgendwie vertretbar ist. Aber gerade die kleineren Fahrzeuge, das ist dann Chatter und Taurus. Die sind aus Mexiko mit 27,5 % Zoll, respektive wegen USMCA ist es ein bisschen weniger, sind es vielleicht 22 % belegt. Das lohnt sich im Grunde nicht mehr, diese Autos zu verkaufen. Und was sie noch in USA produzieren, in Chattanooga ist der ID.4 Elektroauto ist jetzt auch nicht das, was ihnen aus den Händen gerissen wird. Michael: Also da muss es an der Modellpolitik nochmal Nachbesserungen geben und Scout ist sicher eine Lösung. Micha: EsCout ist auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil dieser Lösung. Aber VW ist ja nicht die einzige Marke des Konzerns, in den USA gerade Probleme hat. Womit wir auch zu deiner Marke, glaube ich, gut überleiten können. Für Porsche läuft es da auch nicht so richtig gut. Die hatten hohe Abschreibungen auch auf die Elektromobilität vorgenommen, die den VW-Konzern insgesamt belastet haben. Und jetzt haben sie einen neuen Chef seit Januar. ich habe jetzt mal salopp den Karren aus dem Dreck ziehen muss, soll. Du hast ihn neulich getroffen, den Michael Leiters. Michael: Ja, das war eigentlich ein sehr netter Termin. Kurz vor der Bilanzpressekonferenz hat Porsche in das schöne Christophorus-Restaurant eingeladen. so im Museum, also im Herz wirklich. Das Werk ist ja dann drum herum und oben im Museum gibt es dieses Restaurant und da hatte er Journalisten eingeladen, das erste Mal, dass er sich so bisschen eigentlich uns Journalisten dann auch gezeigt und vorgestellt hat. Und ich muss sagen, ich war sehr positiv angetan von dem Abend, von der Art und Weise. Er ist sicher ein bisschen hemmsärmlicher, sage ich mal, als als Vorgänger Oliver Blume. Aber sehr offen, sehr direkt. Also ich glaube, man weiß auch, woran man ist mit ihm als Mitarbeiter und was man so aus dem Unternehmen hört. Also er versteht es, die richtigen Fragen zu stellen, die wohl nicht immer angenehm sind. Aber er geht da wirklich in die Tiefe, bohrt nach und wenn dann, sagen wir mal, keine passenden Antworten oder gar keine Antworten, Micha: ... Michael: kommen, dann, so hört man, kann er auch ein bisschen ungemütlicher werden. Aber ich denke, das ist so in der jetzigen Situation ja tatsächlich auch das, was Porsche schon braucht. Also Porsche ist ja in den vergangenen Jahren eigentlich unheimlich gewachsen, war auch erfolgsverwöhnt. Da hat sich mancher auch bequem eingerichtet in dem Unternehmen. Und ich denke, da sind so Impulse von außen. Wir haben das heute auch bei der Micha: Vielen Michael: Porsche SE bei der Dachgesellschaft von Hans-Titer Pötzsch, der hat es auch so ähnlich formuliert, dass da in dieser Situation Impulse von außen tatsächlich auch wichtig sind. Und ich glaube, die bringt er mit und er stellt eben auch vieles in Frage, was als selbstverständlich angenommen wird. Und er hat natürlich große Aufgaben vor sich. Modellpolitik schwenkt zu mehr Verbrennern. schmiert total ab. Und dann muss er noch mit den Arbeitnehmern ein neues Sparpaket verhandeln. Und er hat wirklich auch schon angekündigt, dass er einen weiteren Stellenabbau für unabdingbar hält, hat aber auch Interessanterweise gesagt, dass es vor allem hier ⁓ Managementstrukturen geht. Also er will wirklich im Management aufräumen, die Position reduzieren und das Unternehmen insgesamt schlanker und schneller machen. Micha: Er ist ja auch nicht alleine bei diesem Neustart, sage ich mal. Porsche hat ja auch einen neuen Designer seit Anfang des Jahres, glaube ich, mit Tobias Sylmann. Ist das jetzt aus deiner Sicht so neues Duo auch? Hier, ist ein neuer Chef, ist ein neuer Designer. Ist das wirklich so ein Aufbruch bei Porsche? Michael: Das kann sicher ein Aufbruch sein. Man muss schauen, inwieweit da noch Jetzt für die nächsten Modelle, sage ich mal, der Einfluss reicht. Da wird sicher schon einiges fortgeschritten sein. Aber ich denke spätestens ja mit dem geplanten Nachfolger des Makarns. Im Moment ist da ja eine Lücke, weil nur der elektrische Makan auf dem Markt ist. Jetzt hat man schnell in diesem Segment eigentlich einen Nachfolger beschlossen mit Verbrenner. Und ich denke, spätestens da werden wir so eine eigene Handschrift erkennen im Design. Ich vermag aber noch nicht zu sagen in welche Richtung das geht. meine, er kommt von McLaren-Leiters, betont immer wieder die Sportlichkeit. Also ich könnte mir schon vorstellen, dass es da noch mal eine Schärfung des Profils gibt, dass die Autos vielleicht in Zukunft auch die SUVs eben noch einen Ticken sportlicher werden. Micha: Das ist ja was, was man auch immer wieder mal so ein bisschen als Vorwurf hört, dass die Autos ich sag mal zu dick geworden sind und zu groß und zu schwerfällig sind sie nicht. Wer einmal damit gefahren ist, weiß, dass auch so ein Cayenne ziemlich agil ist. Aber vielleicht brauchen sie auch optisch wieder so bisschen mehr Dynamik nochmal. Michael: Ja, also das kann sicher nicht schaden und... Da müssen wir gucken, wo sich das hin entwickelt. Aber tatsächlich könnte ich auch vorstellen, dass er da eine neue Positionierung vornimmt. Er spricht immer gern von einem kleinen, feinen Sportwagenbauer. So will er Porsche eigentlich positionieren, eigentlich zwischen diesen ganz exklusiven Ferraris und Co. auf der einen Seite und drunter dann die Sportwagentöchter vielleicht von Mercedes und und BMW, aber da irgendwo dazwischen, da soll eben Porsche positioniert werden, vielleicht noch mit mehr Individualisierungsmöglichkeiten auf der einen Seite für die Kunden, auf der anderen Seite will er aber auch Komplexität rausnehmen, was ich persönlich gut finde, weil Porsche macht ja derart viele Derivate von einem Modell, da kennt sich kein Mensch mehr aus, ob der jetzt ein Glasdach hat oder noch irgendwie eine Zierleiste hinten oder vorne, das ist dann bei Porsche immer gleich ein neues Modell und im Prinzip sorgt das wirklich auch für Unübersichtlichkeit und ich glaube da will er auch ran und hier ein bisschen aussortieren und wieder mehr Ordnung schaffen, so kommt es mir vor. Micha: ist, glaube ich, nicht der falsche Weg. Wer sich in die Porsche Historie erinnert, weiß ja, das letzte Auto, das gebaut werden wird, wird ein Sportwagen sein dieses Mal. Das heißt, glaube ich, immer noch, ja. Also sind wir mit mehr Sportwagen auf dem richtigen Weg. Du hast gerade den Markan angesprochen, den Verbrennermarkan, den man jetzt beschlossen hat. Michael: Das heißt, glaube ich, immer noch. Micha: Man weiß noch nichts drüber über die Technik, aber ich sag mal, wenn wir mal spekulieren, dann baut Porsche den ja nicht allein von Grund auf. Da wird Audi ins Spiel kommen, nehme ich mal an. Man hat den vorherigen Markan ja auch zusammen mit dem Audi Q5 entwickelt. Und auch Michael Leiter steht ja nicht allein da mit seinen Problemen. Auch Audi, auch eine ehemalige Cash-Coin-Volkswagenkonzern hat zu kämpfen. sage ich mal, auch wenn die Zahlen noch nicht ganz so schlimm sind, wie sie bei Porsche zuletzt ausgefallen sind. Du hast dich neulich mit dem oder diese Woche mit unserem Kollegen Frank Volk auch das Thema angenommen und so ein bisschen auf diese Schicksalsgemeinschaft von Michael Leiter und Audi CEO Gernot Döllner geblickt. Was habt ihr denn da herausgefunden? Wie arbeiten die beiden zusammen und wollen die das überhaupt? Michael: Ja, das war im Prinzip schon ganz spannend, weil Leiter es auch an diesem Abend, aber auch bei der Bilanz-Pressekonferenz explizit eigentlich von Audi gesprochen hat. Seine erste Dienstreise, die ging nicht etwa nach Wolfsburg zum Konzern, wie man hätte vermuten können, sondern wohl tatsächlich nach Ingolstadt zu Gernot Döllner. Man muss auch wissen, die beiden kennen sich aus früheren Porsche Zeiten, waren beide Leiter von Baureihen. und haben sie natürlich dort in vielen Führungsrunden auch getroffen und schätzen sich offenbar auch. Also man hört von beiden Seiten, dass sie viel voneinander halten. Sind auch, denke ich, ähnliche Managertypen. meine, sie ecken so ein bisschen an. Döllner ist ja auch nicht gerade bekannt dafür, dass er ganz einfach ist. Aber... Niemand wird bestreiten, dass er jetzt doch auch bei Audi schon einiges erreicht hat. Und ich könnte mir gut vorstellen oder sagen wir mal, vieles deutet wirklich darauf hin, dass die beiden in Zukunft hier noch enger zusammenarbeiten werden. Ich meine, du hast es schon erwähnt, viele, es war schon immer so, dass das Audi und Porsche sich Plattformen geteilt haben, sich ja auch aus dem Konzernregal bedienen von den ganzen Baukästen, sie aber auch vor allem bei den Elektromodellen zusammen Plattformen entwickelt haben. Und hier wird es in Zukunft sicher noch mal eine verstärkte Zusammenarbeit geben. Vor allem jetzt bei den kommenden Modellen für Porsche, die ja ganz schnell auch entwickelt und nachgeschoben werden müssen. Da wird es gar nicht anders gehen, dass Porsche sich weitgehend bei Audi bedient. Denken wir an einen Q9, der in diesem Jahr ja schon auf den Markt kommen soll. Porsche hat ein ähnliches Modell oberhalb des Cayenne, also auch ein Siebensitzer bereits angekündigt. Und das kann eigentlich gar nicht anders sein, als dass dieser eben auf der gleichen Plattform stehen wird wie ein Q9 und die Autos werden ja auch in Bratislava produziert. Das wird dann auch bei diesem Porsche der Fall sein. Micha: Wir hatten es ja gerade schon im Konzern bei der Brand Group Core mit der Zusammenarbeit. Volkswagen als Meister des Baukastens. Das ist ja im Grunde nur konsequent, dass man da wieder mehr drauf setzt. zwischen Audi und Porsche gab es früher enge Zusammenarbeit. Dann gab es eine Zeit lang, man so ein bisschen, ja nicht Rivalität, aber wo man so jeder so ein bisschen sein Ding gemacht hat. Also ich glaube, die sind auf dem richtigen Weg. Und ich glaube auch, das war es oft ein bisschen. falsch dargestellt wird, oder meiner Meinung nach falsch dargestellt wird, ist ja auch so diese, ja, nicht Missstimmung, aber so, jetzt ist Leiter da und Blume ist abgeschrieben. Ich hab da mich neulich in Wolfsburg mal mit ein paar Leuten unterhalten, auch Olli Blume und Michael Leiter verbindet ja einiges und Olli Blume hat, so sagt man, Michael Leiter auch vorgeschlagen für diesen Posten. Also es ist jetzt nicht so, dass da die Familie, die ja viel zu entscheiden hat, noch im Konzern irgendwie jemand anderes hingesetzt hat. oder vor die Nase, nicht vor die Nase, aber vor den Posten gesetzt hat. Und ich glaube, das ist schon ganz wichtig für den Erfolg des gesamten Konzerns, dass da auch wirklich die Führungskräfte nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander arbeiten. dieses auch, Gernot Döner ist ein langjähriger Vertrauter von Oliver Blume. Das könnte eine gute Voraussetzung sein, ⁓ da in Zukunft erfolgreich zu arbeiten. Michael: Ich denke auch, ich meine, das war ja auch ein bisschen das Prinzip von Oliver Blume. Er hat ja tatsächlich im ganzen Konzern, muss man sagen, Vertraute installiert an Schlüsselposten. ja, alle drei kennen sich aus diesen Zeiten ⁓ 2015 rum, wo alle bei Porsche waren. und eigentlich da schon in der Karriere recht fortgeschritten. Also man kennt sich auf jeden Fall. Ich interessant, ich denke auch, sie können gut miteinander. Interessant war heute so ein kleiner... Hinweis von Hans-Dieter Pötsch bei der Bilanzpressekonferenz der Porsche SE, wo er meinte, also sie, auch die Eigentümerfamilien, natürlich Porsche, Pirech, stehen hinter Leiters und stehen auch voll hinter den sicher nicht ganz einfachen Entscheidungen, die da jetzt kommen werden in den nächsten Monaten. Er hat ja angekündigt, im Herbst dann wirklich seine Strategie vorzustellen. Und Pötzsch meinte dann aber, ja, man erhoffe sich hier Unterstützung aus Wolfsburg. Das war irgendwie so ein interessanter Sidekick-Hintergrund. Wir haben dann gerätselt, wir Journalisten, es kam dann auch eine Frage, was das wohl bedeutet. Aber letztlich, er hat es dann auf die Konstellation bezogen, dass natürlich Porsche nach wie vor eine Tochter ... von Volkswagen ist und natürlich darauf angewiesen, dass der Kurs dann natürlich auch abgesichert wird. Aber ich denke im Zusammenspiel mit Leiters und Blume dürfte das eigentlich kein Problem sein. Micha: Ein bisschen kann ja auch Pötzsch zukünftig wieder in Wolfsburg Einfluss drauf nehmen. Er hat ja gerade noch mal als Aufsichtsrat kandidiert und wird, wenn alles nach Plan läuft, dann auch bei der Hauptversammlung gewählt werden. Für, ich glaube, noch mal fünf Jahre. Wie alt ist er jetzt? Du weißt es genauer. Michael: Ich habe geguckt, wird in zwei Tagen 75 und hat ja wohl die Altersgrenze eigentlich erreicht bzw. überschritten und hat halt aber auch ganz in seiner sehr trockenen österreichischen Art, ja, man hat mich gefragt und dann habe ich das auch akzeptiert, die Anfrage. Also da gibt es wohl auch natürlich keine Probleme mit der Altersgrenze, die wird man dann für ihn auch verschieben. ja, ich glaube, manchmal wird sein Einfluss auch so ein bisschen unterschätzt, aber wenn man denkt, er, ich weiß nicht, wie viele Jahre lang Finanzchef war, dann bei der Porsche SE, ist ein bisschen auch so der verlängerte Arm natürlich der Eigentümerfamilien. Also der hat schon noch einen riesen Einfluss und ich glaube, das Wort hat auch Gewicht. Also er hat heute eigentlich beiden, sowohl dem Volkswagen Konzern als auch Porsche, noch mal so ein bisschen die Erwartungen formuliert der Familien. Also dass man eigentlich schon erwartet, dass hier jetzt die Reformen auch umgesetzt werden. Das ist ja immer so ein bisschen das Die Angst auch von Wolfgang Porsche, ja man redet, man redet, aber eigentlich vor allem in Wolfsburg passiert dann wirklich nichts. Und so ist es ja auch oft, es werden dann Reformen angekündigt, hier Werkschließungen und dann hört man aber lange nichts mehr darüber, was jetzt eigentlich los ist. Und da hat er noch mal klar die Erwartungen formuliert. Und ich denke, Wort, dürfte sowohl in Wolfsburg als auch in Stuttgart durchaus noch Gewicht haben. Micha: Das Wort zum Wort war auch, glaube ich, schönes Schlusswort. Wir haben jetzt viel geredet, viel über den Volkswagen Konzern diese Woche geredet, da ist aber auch viel passiert. Nächste Woche geht es hier wieder weiter, dann wieder mit Burkhard Riring. Ich bedanke mich bei dir, Michael, war sehr spannend, hat mir sehr viel Spaß gemacht und natürlich auch bei Ihnen, unseren Hörern. Und vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Michael: Ebenfalls und gerne wieder. Tschüss.