Burkhard: Herzlich willkommen. Wir müssen reden in dieser Woche natürlich über die Peking Motor Show, über die deutschen Autohersteller in China, über die Ambitionen der chinesischen OE. bei uns und auf dem Heimatmarkt und über den China Markt insgesamt. Ich selbst bin diese Woche Mr. Home Office, nicht in Peking. Projekte, die mich hier festhalten und auch bisschen Phantom schmerzen, nicht in Peking dabei zu sein. Aber wir haben drei Kollegen drüben von der Automobilwoche und mit Reporter Michael Gerster bin ich jetzt verbunden. Hallo Michael. Michael: Hallo aus Peking. Burkhard: Ich grüße dich. Du warst gerade auf der Messe und bist jetzt extra ins Hotel gekommen, damit wir den Podcast machen können. Ist richtig? Michael: Ja, genau, ganz frisch zurückgekommen, mit sehr vielen Eindrücken. Wie immer total spannend hier, vor allem was sich verändert, auch innerhalb von zwei Jahren. Ein Beispiel, sie haben einen komplett neuen Messeteil dran gehängt. Also es gibt die alte Messe, die ⁓ schon riesig war, wurde im Prinzip noch mal verdoppelt. Und das geht hier ruckzuck so was. Und dann steht da eine komplett neue Messehalle. Und die VW und also Volkswagen, Konzern mit Audi hatte jetzt das Privileg, auch in diesem neuen Teil ausstellen zu dürfen. Die anderen Mercedes, BMW, Porsche, die sind noch in den alten Hallen, wobei die natürlich auch schön sind. Also da gibt es dann. nicht so große Unterschiede. Ich glaube, man sollte jetzt zumindest nicht eine Wertung draus ziehen. Burkhard: Und es ist überall rappelvoll schätzig, Millionen von Influencern, die ihre Videos drehen. Junge Chinesen, wie muss ich mir das vorstellen? Michael: So ist es. So ist es. Die sind nach wie vor da. Es wird wie wild in die Smartphones reingesprochen. Teilweise zwei Smartphones gleichzeitig. Also das ist das eine was beeindruckt. Auf der anderen Seite muss ich sagen, ich fand es jetzt dieses Jahr extrem geordnet. Also du kannst quasi über die Jahre wirklich sehen, wie sich das hier in einem atemberaubenden Tempo entwickelt. man kommt hierher. Ich erinnere mich noch an 2014, da war ich das erste Mal hier. Chaos, Smog, irrsinniger Verkehr. Und jetzt kommst du hierher und die ganze Stadt ist wohl geordnet. Es ist eigentlich saubere Luft. Die Straßen sind geleckt. Man kann hier quasi überall vom Boden essen. Die ganzen Motorroller sind elektrisch, also das ist schon wirklich faszinierend, wie schnell die hier so eine riesige Metropole eigentlich auf absolut modern und top getrimmt haben, auch sauber wirklich und wohl geordnet. Burkhard: ⁓ Du bist heute über die Messe geschlendert. Michael: Genau. warten ja auf die große Konsolidierung bei den chinesischen Herstellern. Die ist so noch nicht zu beobachten. Ich habe mir auch von Experten sagen lassen, dass die wohl nicht so schnell kommen wird, weil die Wirtschaft in China ja eigentlich nicht so toll läuft. Und die Regierung befürchtet, dass also wenn sie jetzt wirklich einige Autohersteller fallen lässt, dann eine Armee von Arbeitslosen hier auf den Markt kommt. Und das will man im Moment noch verhindern, stützt also weiter die Hersteller. Und so haben wir eigentlich nach wie vor vor allem die großen Auto Gruppen, also BYD natürlich allen voran, aber auch Cherry. Chili mit den jeweiligen, teilweise unüberschaubar vielen Submarken, die die dann auch mitbringen. Und dieser Konkurrenz müssen sich eben die deutschen Hersteller nach wie vor stellen. auf der anderen Seite merkt man aber auch, deutscher Seite, gewachsenes Selbstbewusstsein. Also die Stände waren wieder ordentlich groß. Volkswagen genauso wie Mercedes hat einen riesigen Aufschlag gemacht. Man merkt, dass hier also wirklich ⁓ jeden Quadratzentimeter auf diesem Markt gekämpft wird. Burkhard: Stuttgart Reporter. Vielleicht kommen wir mal zu Mercedes. Du wirst dich sicherlich tief eingegraben haben. Wie fühlt sich Mercedes an in dieser Woche? Michael: Ja, also ich meine zumindest, dass man so eine gewisse Zuversicht wieder spürt. Das kam schon ein bisschen von Seoul. Sie hatten ja in Südkorea die elektrische C-Klasse hier ein paar Tage zuvor. Bereits präsentiert, da war ich auch, da haben sie die präsentiert. Das war sehr interessant und da habe ich doch Burkhard: Pass du auf! Michael: finde ich einen gelösten Ola Calenius wahrgenommen, dass die auch, so wie man ihn eigentlich locker schon länger nicht mehr gesehen hat, ich glaube, das speist sich so ein wenig aus den ersten Reaktionen auf die neuen Modelle. Sie haben ja schon in schneller Reihenfolge eigentlich den CLA vorgestellt, dann aber auch den GLB als SUV, den GLC. Ja, als sehr wichtiges Modell, Volumenmodell, eigentlich das meistverkaufte Modell bei Mercedes, das jetzt eben auch in einer rein elektrischen Version auf den Markt kommt, aufbasierend auf den neuen Architektur rein elektrisch Betriebssystem an Bord, tauglich für Level 2++, also für das automatisierte Fahren. Das habe ich hier übrigens ausprobiert in Peking. Und das war absolut beeindruckend. Also wir sind mit dem CLA. Du steigst ein in diesem irrsinnigen Verkehr, also rechts und links die Motorroller. Dann musst du hier links abbiegen über eine Kreuzung, der dir also ich weiß nicht, wie viele Autos und Roller entgegenkommen. Und dieses Dieses Auto navigiert wirklich von Punkt zu Punkt selbstständig. Alles, was du machen musst, ist ein bisschen die Hände noch am Lenkrad lassen. Also du bleibst in der Verantwortung. Aber dieses Auto schafft es in diesem Verkehr wirklich auch, ich sag mal, forscht, forscht über eine Kreuzung zu fahren und sich hier durchzukämpfen. Teilweise auch mit mit leichter Übertretung der Regeln, weil die dann sagen, anders geht es nicht, anders kommst du dir hier nicht voran. das war schon beeindruckend zu sehen. Und dieser Technologiesprung, der kommt gut an bei den Kunden und auch die neuen Modelle kommen gut an. Und so habe ich den Eindruck, hat so ein bisschen, man sieht, dass das langsam greift, dass die Kunden diese Autos eigentlich toll finden, annehmen. Und mit diesem Rückenwind ist man hier eigentlich auch nach China gekommen. Burkhard: Ja größte Modell offensive in der 140-jährigen Geschichte von Daimler schrägstrich Mercedes, die jetzt losgegangen ist. CLA, wie du richtig sagst, KFDA, etc. Da hat man große Hoffnung. GLC natürlich unglaublich wichtig. Ich frage mich, wann diese Modelloffensive wirklich wirksam sichtbar in den Zahlen ist. Denn das erste Quartal war es, glaube ich, noch nicht, wenn ich die Zahlen von China und USA mir anschaue, von Mercedes noch zu früh. Aber irgendwann muss der Knoten mal platzen. Aber du sagst dieses Jahr steht unter dem Motto Ola kriegt die Kurve. Michael: Na ja, zumindest steigt die Zuversicht, dass er die Kurve kriegt. So würde ich es mal ausdrücken. Sie haben ja eigentlich schon gesagt, dass 2026 noch mal ein Übergangsjahr wird, auch wegen den vielen Anläufen. Aber spätestens 2027 sollten dann wirklich die ersten Ergebnisse sichtbar sein. Und ich denke, das gilt ein bisschen zeitverzögert auch für den chinesischen Markt. Ich meine, hier Hier wird vor allem natürlich spannend, Mercedes endlich, das gilt aber auch eigentlich für die anderen deutschen Hersteller Audi, BMW, ob die endlich in diesen Elektromarkt eindringen können. Der Elektromarkt hier ist ja extrem preissensitiv, also der spielt sich eben im unteren Bereich ab und da ist es unheimlich schwer. mit diesen doch eher höherpreisigen Premium-Fahrzeugen dann gegen die Konkurrenz von Xiaomi oder von Huawei. hier gibt es eine Marke, nennt sich Avatar. Das ist der Avatar 12. Also wir fahren hier und es ist wirklich ein auffälliges Auto. Toll designt. ist vollgestopft mit Huawei-Technologie, LiDAR, also fürs automatisierte Fahren, hat aber auch noch einen luxuriösen Innenraum. Und dann guckst mal und googlest, wo dieses Auto anfängt, und dann fängt es bei 37.000 Dollar an. Und das ist eigentlich unfassbar, der Preis für so ein Auto. Und das ist so bisschen das Dilemma im Moment. Also die Technologie stimmt der Deutschen. Also ich würde auch sagen, die sind wieder auf Augenhöhe mindestens. Neue Klasse. Oliver Zipse hat hier auch den iX3 und den i3 vorgestellt. Und wenn man dann die anderen, die chinesischen Wettbewerber anguckt, also da ist schon das Gefühl, sie sind technologisch mindestens wieder auf Augenhöhe, gerade auch was das automatisierte Fahren angeht. Aber es gibt eben diese chinesischen Hersteller natürlich auch teilweise hoch subventioniert, die hier mit Preisen auf den Markt kommen, wo man dann doch die Zweifel hat, ob es gelingt, hier in diesen preisintensiven Segmenten Erfolg zu haben. Und wenn das nicht gelingen sollte, ich meine, dann hat man wahrscheinlich auf längere Sicht eigentlich schon ein Problem. Weil dann hast du halt die Verbrenner und da hat natürlich Mercedes und auch die anderen haben hier immer noch ein gutes Standing bei ihren Motoren. Da kommen sie her, das können sie. Aber dieses dieser Anteil, der schwindet halt über die nächsten Jahre, wird zurückgehen. Und wenn man es nicht schafft, in diesen Elektromarkt einzudringen, dann werden. alle eben wahrscheinlich nochmal bei den Stückzahlen runtergehen müssen. Burkhard: Wir sind gerade in einer Phase, der Preis den Unterschied macht, gerade wenn die Kaufkraft der Chinesen sinkt und es war ja die Strategie vor 5-6 Jahren, richtige Premium- bis Luxusfahrzeuge aus Deutschland für China, wegen den vielen reichen Chinesen, die dort alle Milliardäre wären und jetzt ist die Wirtschaft schon seit längerem am Boden und deswegen, tja, also... Versus Realität machst du natürlich Volumen jetzt gerade mit den Billigautos in China. Technologisch glaube ich auch gebe ich recht, sowohl die neue Plattform von Mercedes als auch die neue Plattform von BMW sind dort ebenbürtig mit allem was es sonst gibt. Du hast gesagt, die Konsolidierung findet nicht statt. Das haben wir auch öfter mal anders geschrieben. ich zumindest habe immer gesagt 26, 27 gibt es eine dramatische Konsolidierung. Die E-Förderung ist ja aber eingestellt ich dachte immer die chinesische Regierung macht das ⁓ den Markt zu säubern, zu konsolidieren, ⁓ ein Survival of the fittest am Ende zu erreichen von den 150. Michael: Ich denke, das ist ein Stück weit so. Man hört auch immer, ich meine, das sieht man auch in der Statistik, die Volatilität bei diesen Marken ist unheimlich groß. Also die haben dann teilweise zwei Monate lang riesige Verkäufe. Dann geht es aber schon wieder zurück. Und da will die chinesische Regierung wohl schon ein Stück weit Ruhe reinbringen. Also man hat ja auch die zum Beispiel die Sicherheitsaspekte in den Vordergrund gerückt. Eines ist das Verbot dieser ausfahrbaren Türgriffe. Ja, es gibt aber noch viele andere. Also man hat schon hier noch mal die Standards höher gesetzt auf der einen Seite, auf der anderen Seite, wie du richtig sagst, bei der Elektroförderung Geld rausgenommen. Also es heißt, da wird sich schon was tun, aber dieser große Knall, auf den eigentlich alle warten und wo man gesagt hat, na ja, da gibt es dann für die Deutschen vielleicht auch wieder mehr Luft zu atmen, wenn hier halt wirklich einige Marken verschwinden, das ist halt jetzt im Moment noch nicht ganz absehbar. Und auch Ola Kalenius, das haben wir ihn zum Beispiel gefragt, der rechnet nicht damit. Und gleichzeitig will aber natürlich auch, es geht gar nicht anders, müssen die deutschen Hersteller weiter kämpfen. Also ich finde, wer das zum Beispiel auch richtig gut macht, ist Volkswagen. Da war ich heute auch am Stand und da sieht man so ein bisschen, was die innerhalb von den letzten Jahren eigentlich für eine Kehrtwende hier hingelegt haben. Also da stehen dann einerseits noch diese Passats und Tiguan in der Langversion für China. Das kommt einem inzwischen aber vor wie aus einer alten Welt, wo man eigentlich nur gesagt hat, okay, China, da mache ich ein bisschen eine verlängerte Version, dass sie mehr Platz auf der Rücksitzbank haben. Das reicht natürlich heute längst nicht mehr. Aber VW hat ja gewissermaßen wirklich neue die Baureihen hier komplett in China entwickelt. Also eine ID-Serie, die hat auch mit den Modellen in Deutschland überhaupt gar nichts mehr zu tun. Also da stand jetzt ein Showcar, riesiges SUV, fand ich wirklich beeindruckend. mit einer Bedienoberfläche unterhalb der Türverkleidung. Das heißt, du streichst mit deinen Fingern über den Stoff an der Türe und man sieht dann darunter ein Display. Mit diesem Display kannst du dann zum Beispiel das Panoramadach öffnen. Diese Autos, also wirklich hoch innovativ mit schönen Materialien, muss man sagen, Innenhochwertig, mutet das an. Und diese Autos sind aber preislich dann wirklich jetzt so, dass die halt schon konkurrieren können und die also bin ich zumindest überzeugt, dass sie auch wirklich den Geschmack der chinesischen Kunden treffen, sind wirklich hier in China komplett teilweise von dem neuen Joint Venture in Anhui auch entwickelt worden. und die haben aber wirklich mit denen mit diesen wirklich noch europäisch anmutenden, ich sag mal in Anführungszeichen, alten Modellen. Die siehst du hier natürlich trotzdem noch auf der Straße, weil VW schon noch ein gewisses Ansehen hat, was Qualität angeht. Aber diese neuen Autos, die haben damit eigentlich wenig zu tun. Man versucht hier ja auch nochmal diese neue Marke einzuführen. Jetta. Der Jetta war ja früher so das Taxi-Auto hier in China und eigentlich recht beliebt, ist dann mehr oder weniger verschwunden. Und jetzt versucht man das als Submarke ja nochmal einzuführen. Auch da ein wirklich sehr ansehnliches SUV, muss man sagen und angehe, wie so habe ich gehört, das soll bei 12.000 Euro starten. Also wirklich extrem günstig. Burkhard: Ja. Ja, okay. Michael: für chinesische Verhältnisse ⁓ eben in diesem unteren Preissegment hier, wo man halt sich mal, mit Komponenten, die vielleicht dann aus Deutschland kommen, wo man sich schwer tun würde, aber hier komplett in China for China, das sagen ja alle immer. Und ich denke, da wird auch VW in den nächsten Monaten nochmal ein bisschen Momentum aufnehmen. Die haben ja auch eine riesige Modelloffensive, kann man gar nicht aufzählen, wie viele Modelle da neu kommen. ⁓ Und insofern, also man merkt schon, es gibt keiner von den deutschen Herstellern, gibt hier einen Quadratzentimeter Preis. Man kann sich das auch nicht leisten, dafür ist der Markt einfach zu groß. Aber es bleibt wirklich, wirklich tough, hier Erfolg zu haben. Burkhard: Volkswagen zumindest wieder Marktführer in China gerade, natürlich auch durch Verbrenner und Elektroautos, weil sie beides haben. Volkswagen too big to fail, könnte man sagen. Also das funktioniert bei allem, was sonst an Krisen herrscht. Übrigens hat Hildegard Müller letzte Woche, da warst du ja nicht, Automobilwochekonferenz in München, Hildegard Müller, die VDA-Präsidentin, gesagt, nicht die deutschen global agierenden Autohersteller sind in der Krise, sondern der Standort D. Das heißt, wenn du global agierst, bist du so groß und machst deinen Job so gut, dass du wirklich wettbewerbsfähig bist. Aber eine andere Story. Also du hast dir die Chinesen angeschaut, du warst bei Mercedes, da hast du mit Management gesprochen. Warst du sonst noch irgendwo und hast Management getroffen? Michael: Ich war zum Beispiel heute Morgen natürlich auch bei der Pressekonferenz von Porsche. Michael Leiters, der hier ersten Auftritt natürlich auch in China hatte. Auch mit dem Chinachef habe ich hier gesprochen. Auch die haben die Hoffnung hier noch nicht aufgegeben. Aber muss sagen, Porsche ist hier wirklich in einer ganz schwierigen Situation gerade. Ich meine, die stellen dann hier ein Cayenne Coupé hin in der Turboversion. Der kostet dann, was weiß ich, umgerechnet 130.000 Euro. Das sind natürlich Autos. Also da wird es in dem Segment schon richtig schwer. Ich meine, man versucht hier natürlich, die Marke dann aufzuladen, auch mit so 9, 11 nochmal Sondereditionen. Und man merkt schon, dass auch die Marke noch eine Strahlkraft hat in China. Aber da fehlen im Moment einfach die richtigen Angebote, denke ich, für die chinesischen Kunden. Und jetzt ist ja schon absehbar, dass es da noch mal runtergeht auf wahrscheinlich nur noch 30.000 Einheiten. Und ob das dann wirklich schon die Bodenbildung ist, das bleibt abzuwarten. Also ich denke, für Branche wird es schon hier richtig, richtig schief. während der nächsten Jahre. Ich meine, was man aber auch nicht vergessen darf, zumindest so der Eindruck, wenn man hier mal über die Messe läuft, es ist dann doch so, dass die deutschen Hersteller hier wirklich massiv eigentlich noch präsent sind, während viele andere Hersteller ja überhaupt gar nicht mehr da sind. Also die Franzosen sind hier weg. Dann klar, anderen, Hyundai noch und Toyota, die fällt ins Auge, die haben auch noch eine gewisse Präsenz. Aber ansonsten, dann hast du vielleicht noch bisschen Cadillac und Ford, aber das ist so minimal. Die spielen im Prinzip überhaupt keine Rolle mehr. Also man muss schon sagen, im Prinzip ist es eigentlich, finde ich, eine Zweiteilung. Klar, man hat auch Tesla und so, aber wenn man es jetzt mal so im internationalen Vergleich sieht, es ist kein, das ist hier nicht mehr so, dass alle Marken hier ihr Glück suchen, sondern da hat sich doch schon einiges hier bereinigt. dann muss man wiederum im positiven Sinne sagen, deutschen Hersteller sind hier schon noch stark vertreten, auch wenn natürlich nicht mehr mit diesen exorbitanten Stückzahlen, die man vielleicht noch vor Corona hatte. Burkhard: Die Chinesen haben inzwischen die Mehrheit übernommen. Ja, sind viele internationale Marken in China schon ausgeschieden. Also die japanischen Marken, viele amerikanische Marken haben es auch nie geschafft. Aus politischen Gründen auch China versus USA. Dann geht jetzt gerade Skoda raus, phased aus den Markt, weil die Wettbewerbsintensität in China einfach zu hoch ist und dann schauen die lieber auf ihre Rentabilität. Ich weiß nicht, ob Porsche sich diesen Skoda-Weg auch leisten könnte oder ob das sehr nach Niederlage ausschauen würde in der jetzigen Situation. Und man muss sagen, die Deutschen haben ja die chinesische Autoindustrie erst gegründet. Es gab keine chinesische Autoindustrie, bevor nicht Volkswagen. in das Land kam Anfang der 80er und gesagt hat, wir bauen jetzt für euch Autos. Im Grunde war das der Werdegang der chinesischen Autoindustrie. Michael: Ja, die waren Wegbereiter, was man oft auch ein bisschen vergisst, finde ich. Aber tatsächlich und natürlich haben die chinesischen Hersteller da auch in den Joint Ventures natürlich sehr, sehr viel gelernt und auch dann Ja, rausgezogen an Know-how und das natürlich aber in ihrer pragmatischen Art natürlich auch in manchen Feldern besser gemacht heute und sind auch in manchen Feldern davongezogen. Und da gilt es eben dagegen zu halten. Ich denke, Porsche wird das auch weiter versuchen. Also so hat es mir Alexander Pollig, der Chinaschef, auch gesagt, wir können hier nicht zurückziehen. Wir werden das weitermachen, aber wir werden es nicht. nicht ⁓ den Preis, also nur auf den Volumen zu gehen. Sie wollen natürlich auch ihre Restwerte schützen und nehmen dann lieber in Kauf, dass es dann weniger Stückzahlen sind. wie gesagt, insgesamt sehe ich die deutschen Hersteller hier vergleichsweise eigentlich schon noch gut aufgestellt. Ich meine, was halt auch eine große Unbekannte ist, wir haben hier so einen So ein bisschen auch eine Bewegung. China Pride nennt sich das so ein bisschen. Man ist schon stolz, dass man auch vielleicht chinesischen Marken eher den Vorzug gibt. So ein bisschen habe ich mir sagen lassen, gibt es eine Parallele wohl zur Kosmetikindustrie, die vorher ganz stark aus Südkorea beeinflusst war, wo das ja auch einen ganz hohen Stellenwert hat. Und jetzt ist es aber so, dass innerhalb von kürzester Zeit auch so eine chinesische Kosmetikindustrie entstanden ist und diese ausländischen Marken auch auf dem Rückzug sind. Und gegen so eine Bewegung, da wird es natürlich dann auch schwierig anzukämpfen zu sein. Aber ich denke, es wird natürlich schon auch eine Basis geben an westlich orientierten Kunden und Käufern. Also der Kuchen, der wird nicht mehr so groß sein wie in der Vergangenheit, aber er wird doch noch eine gewisse Größe behalten, denke ich. Aber jetzt vielleicht mal von China zurück, denn ich glaube bei euch ist ja heute auch was passiert, was mit Porsche zu tun hat, wenn ich das richtig verstanden habe. Burkhard: Apropos Porsche, genau heute Vormittag. Da du ja in Peking Weils, habe ich deinen Job gemacht, übernommen. Ich gerne gerne. Als wir kurz vor 10 Uhr erfahren haben, Porsche trennt sich von Bugatti Riemanns und der Riemanns Group. Michael: Das ist ja nett. Burkhard: Alle Anteile werden abgestoßen. Es übernimmt ein internationales Konsortium. Und das war ja das große Ziel des kroatischen Unternehmers Mate Rimac. Porsche ist ja mit Mate Rimac zusammengegangen und hat Bugatti dort eingebracht. Ich glaube, das erste Investment war 2018 und das nächste 2021. Ja, das klingt nach so Finance Market, aber dahinter steht ja auch die Marke Bugatti, die ja über 120 Jahre alt ist. Eine Legende, eine Tradition, unfassbar. Und der VW-Konzern hatte ja 1998 Bugatti übernommen. Ferdinand Pirch, der damalige VW Patriarch, war natürlich unglaublich stolz auf Bugatti und hat diese Marke geliebt, wie wir wissen. Und jetzt ist der VW-Konzern raus, wenn ich das alles richtig lese und richtig verstanden habe. Und dann waren das 28 Jahre, wo der VW-Konzern dort engagiert war und jetzt über Porsche weg. Michael: sehen, wie sich das jetzt entwickelt. Aber ganz überraschend kam es ja nicht. War ⁓ schon länger im Schwange. Man wusste nicht, dann letztlich die Käufer sind, die die Anteile übernehmen, oder? ⁓ Burkhard: Ja, das sind ja auch Namen, für die Autoindustrie quasi zweitrangig sind. Wie heißt der? Wie heißt der Fond? Wie heißt der Investment Fond? Wie heißt die Private Equity Firma? Klar haben die Namen Blue 5 und H-O-F, Capital, sind wohl da Haupteigner, aber das ist ja ein Konsortium, was Marte Riemanns natürlich auch gebündelt hat, zusammengeführt hat und beraten hat, weil die gemeinsam sozusagen Bugatti Riemanns und die Riemanns Group für sich haben möchten und du hast recht, war kein Geheimnis mehr. Marte Riemanns ist ja auch ein sehr offener Typ und du kannst dich erinnern, er war ja im November 2025 bei uns auf dem Automobilwoche-Kongress. Ich saß mit ihm auf der Bühne und ich habe ihn natürlich direkt gefragt, wie weit sind sie, wenn man jetzt das in fünf Phasen aufteilen würde. Phase eins ist erste Überlegung, eine Übernahme der Anteile und Phase fünf wäre Finish. Und er hat gesagt, wir sind in drei. Dann habe ich ihn noch gefragt, warum er überhaupt diese Anteile haben möchte. Er hat gesagt, Bugatti ist eine sehr kleine Firma, eine sehr edle Firma und so eine Firma muss schnell und flexibel sein. Das kannst du in einem Verbund mit einem großen Unternehmen, mit einem Joint Venture, wo erst Porsche dranhängt und dann vielleicht noch der ganze Wolfsburger Kladerer Dutch, der noch mitredet und Aufsichtsräte und Eigentümer der Strukturen. wie viele Gründe es haben kann, dass das natürlich auch Zeit kostet und Marte Riemanns will da sein eigenes Ding machen. Ein unglaublich, ja, noch immer unter 40 Jahre, ein Unternehmen aufgebaut, eigentlich ein Technologieunternehmen, baut erfolgreiche Bugattis. baut Elektro-Super-Sportwagen, die allerdings nicht so verkauft werden wie ein Verbrenner Bugatti. Und das sagt er auch offen auf der Bühne. ja, so macht er sein Ding. Ich weiß nicht, hast du schon gelesen, was wir machen? Michael: Ja, und was ich noch behalten habe, und da können wir vielleicht den Bogen sogar zu Peking spannen. Also ich finde ihn ja auch einen total faszinierenden Typ. Und ich weiß noch, wie er auf der Bühne stand und gesagt hat, ja, da erwartet doch jeder, dass ich jetzt einen elektrischen Bugatti mache. Und stattdessen hat er ja nochmal einen 16V da reingepackt. Und vor allem war, was ich auch faszinieren fand, ein durch und durch analoges Cockpit. Und wenn man jetzt hier guckt auf der Messe, wo alle sich ja jetzt in den letzten Jahren gebettelt haben ⁓ das größte Display. Also interessanterweise, wenn man hier in das eine oder andere Auto schaut, zum Beispiel den neuen Xiaomi. Dann sind da auch wieder Schalter und analoge Elemente zu sehen. vielleicht das so als Ausblick jetzt auch hier von der Messe weg. Also ich bin mal gespannt, ob wir in der Zukunft wieder so eine kleine Rückkehr vielleicht zu eher Analogen haben. elementen im auto sehen werden und dieser kampf ⁓ das größte display ob der vielleicht den höhepunkt jetzt erreicht hat und alles in zukunft auch wieder ein bisschen reduziert wird was ich persönlich durchaus begrüßen würde Burkhard: Zwei Sachen dazu. Einmal noch mal Marte Riematz auf der Bühne. hatte hier ein Video mitgebracht, wo das Amaturenbrett, das Cockpit abgefilmt war mit Tacho und Drehzahlmesser und hat einfach nur das Video zehn Sekunden und einfach nur den Sound. Es ging ⁓ den Sound des 16V. Es gab Applaus, es war kurz vor Standing Ovations. Wenn 300 Menschen im Saal das hören, fand ich bemerkenswert. Und zu den analogen Funktionen auf jeden Fall. Selbst BMW mit neuer Klasse hat gesagt, es geht nur bis zu einem gewissen Grad alles zu digitalisieren. Und da geht es um Sicherheit auch, weil manche Dinge einfach analog sicherer. sind und einige Dinge werden immer am Blinker bleiben. Michael: Hmm. Burkhard: oder die Scheibenwischer, das bleibt analog. Und das Display der neuen Klasse beim iX3 ist zum Beispiel sehr klein und schräg, weil es auch irgendwie haptisch besser ist, aber wirklich nicht sehr groß. Und wir hatten es vorhin mit der chinesischen Regierung, die ja neue Gesetze erlassen hat, dass nicht mehr alles durchdigitalisiert sein darf, auch wegen Sicherheitsbedenken, weil zu viele Unfälle passieren, wenn du alles in der Konsole, das schaffst du nicht während des Fahrens. in der Mittelkonsole digital zu arbeiten. Und deswegen sind dort auch wieder die Dreh-Drückknöpfe, die zurückgekommen sind. Und ich glaube, das begrüßen wir alle diesen, ich will gar nicht Retro-Trend sagen, sondern einen Trend der Vernunft, wie viel dann einfach analog besser ist als digital. Genau, aber Marte Riematz hat uns beschäftigt. Ich sollte ihn eigentlich wieder einladen zum Kongresse, aber ich weiß nicht, ob er jedes Jahr kommt, aber die Nummer ist natürlich sehr sehr groß einmal am Finanzmarkt. Wir kennen die Zahlen nicht. Man kann sagen Porsche braucht gerade Geld. Stößt vielleicht sogar noch mehr Tochterunternehmen ab. Da können wir irgendwann mal drüber sprechen. Das ist wahrscheinlich eine eigene Folge, wie sich Porsche jetzt aufstellt. Und ich glaube, dass der Deal jetzt mit dem neuen CEO Michael Leiter, das hat am 1.1. begonnen, dass der jetzt ganz schnell abgewickelt worden ist, weil er das, weil er will auch zurück zum Kerngeschäft. Er will einen neuen Elfer da stehen haben und eine Modellpalette, die wieder funktioniert. Das ist doch ganz klar. Und deswegen glaube ich schon, dass verwandte Tochterunternehmen Unternehmen abgestoßen werden und dass er das sehr stark forciert. Als CEO muss er das und er muss auf seinen Cashflow gucken und er muss auf seinen Umsatz gucken vor allem Rentabilität in dem Fall und das gilt jetzt für Bugatti Riemanns. Ich glaube sie haben sich auch schon getrennt von einer Batteriezellfirma letztes Jahr. Wir müssen gucken was aus MHP passiert, der Consultingfirma die auch riesig ist und so weiter und so fort. ich kann man sich dass Leiter groß rein macht. Michael: sehe ich genauso. geht es so ran, dass er wirklich auch das Kerngeschäft sich anschaut und hier vor allem den Fokus drauf legen will. Burkhard: Michael, wir sind schon über eine halbe Stunde hier an Bord, weil es wegen Peking auch so spannend war mit dir zu reden. Wie lange bist du noch in Peking? Bis Freitagabend, also bis heute Abend? Oder wann geht es nach Hause? Michael: Morgen früh werden wir zurückfliegen ⁓ 7 Uhr. Das heißt, wird noch mal eine sehr kurze Nacht, nachdem der Jetlag ohnehin hier wachhält des Öfteren. Und dann bin ich jetzt auch froh wieder, wenn es zurückgeht und wenn wir wieder gucken, was im europäischen Markt so passiert. Burkhard: Du warst aber gut im Redelfloß. denke genug Übernächtigung und Adrenalin sorgt dafür, dass man am Ball bleibt. Michael hat sehr viel Spaß gemacht. Ich bedanke mich und dann schauen wir mal, was wir nächsten Freitag alles zu bieten haben. Und ich wünsche Ihnen einen guten Heimflug und an die Zukunft. Ciao, ciao, bis bald. Michael: Vielen Dank, bis dann, tschüss.