Burkhard: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Zur Sache. Bei mir heute wieder Michael Gepardsch, der Vertretender, Chefredakteur der Automobilwoche. Hallo Michael. Die Osterausgabe machen wir heute und wir haben uns ein paar Themen überlegt. Ich möchte gerne über den Preiskrieg in China sprechen, der sich immer mehr verschärft. Micha: Hallo Burkhardt. Burkhard: Du hast dir die Woche die Chinesen in Deutschland und wir müssen über die USA und die massiven Investments sprechen, die dort gerade passieren. Warum Preisschlacht in China? haben da schon, also 2024 haben wir darüber berichtet, 2025 haben wir darüber berichtet, aber es hat sich abermals verschärft. Ich habe mit Vertriebsprofis diese Woche gesprochen und die haben sich das angeschaut und es ist ja bekannt, dass Anfang Januar die Elektroautosubvention in China gestrichen worden sind. Das hat den Preiskrieg noch mal verschärft und was die sagen ist, dass die chinesische Regierung das auch so gewollt hat, damit die Konsolidierung endlich einsetzt. 26, 27 läuft die große Konsolidierung, ⁓ dann von den vielen, vielen Autoherstellern, es gibt Vielleicht einige loszuwerden. Also wir haben von allem zu viel Mechanen und haben zu viele Werke über Kapazitäten, Hersteller, Modelle. Ich glaube der Kollege Frank Volk hat auch geschrieben die Tage wie viele Modelle 2025. Micha: 1.278 Modelle sind im Jahr 2025 in China auf den Markt gekommen. Das sind Facelifts dabei, aber das macht die Sache natürlich nicht besser. Gerade weil auch die chinesische Hersteller oft jedes Jahr alle anderthalb Jahre ein Facelift bringen. Du immer wieder neue Modelle und mit der bewährten Entwicklungsstruktur, wie wir sie oder wie sie die etablierten Hersteller noch haben, kommst du einfach nicht hinterher. Und man muss glaube ich kein Wirtschaftsprofi sein oder Professor sein, ⁓ zu merken, da läuft einiges aus dem Ruder in China gerade. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. dieses Tempo und diese Flut an Modellen. Burkhard: Das klingt nach Verzweiflung. Alle versuchen jetzt mit Preissenkungen irgendwie durchzukommen. Die Preise für E-Autos sind im freien Fall gerade, wie mir erzählt worden ist, die Woche. Und das Problem ist, die zerfleischen sich nicht nur selber, sondern das trifft alle internationalen Autohersteller natürlich. Beispiel BMW, hatte ich mit einem Vertriebsprofi darüber gesprochen. Bei BMW passiert ja alles immer sehr geräuschlos und in Europa wissen wir, also glorreiche solide Performance, aber in China gewähren die gerade mega rabatte. Das gilt auch für Verbrenner übrigens. Also ein Fünfer wird dort sehr rabattiert angeboten. Micha: Ja. Auch der Siemer hat ja Rabatte von mehreren Zehntausend Euro, das ich neulich gehört. ist unvorstellbar eigentlich. Burkhard: Ja, also von Tesla wissen wir, seit 1,5 Jahren, glaube ich, die Preise immer mehr reduzieren. BMW trifft es auch, einen deutschen Premium-Hersteller, die eigentlich vorsichtiger sind, was Rabatte angeht. Da frage ich mich, wie Mercedes darauf reagiert. Darüber hatte ich dann auch gesprochen, was unter Türkei macht. Zu Mercedes passen Preisnachlässe überhaupt nicht, das Beste oder Nichts. Und wie die darauf reagieren und ob das dann auch, wenn man die sinkende Marge in Kauf nimmt, ⁓ den Absatz zu gewährleisten, wird sehr sehr spannend. Aber es wird auf die Margen drücken. Micha: absolut. Mercedes hat ja gerade mit dem CLA ihren Hoffnungsträger gelounge, der natürlich ein Erfolg werden muss, genauso wie BMW jetzt die neue Klasse in China durchschlagen muss. Ich glaube, sind schon die richtigen Schritte. Aber du kannst dich natürlich mit zwei Modellen oder jeder mit einem Modell diesen Preiskampf noch nicht komplett entziehen. Also wenn alle Autos in diesem Segment die Hälfte kosten, glaube ich, kann eine neue Klasse oder ein CLA noch so gut sein. Du wirst ihn einfach nicht loswerden. Burkhard: wo das Pricing ins Spiel kommt, denn ich glaube an den Autos liegt es auch nicht. Also beide Modelle haben wirklich alles gegeben. Sie schlagen damit zurück. Das ist völlig überzeugend, was sie gemacht haben. Auch wenn man jetzt an China Speed denkt, sie sind auch progressiv genug, ⁓ in diesen Zeiten mithalten zu können. Und jetzt geht es ums Pricing. ich den Absatz halten, gehe dadurch deswegen mit den Preisen runter oder versuche ich die Marge zu verbessern. Das wird ein sehr spannendes Jahr für beide mit diesen beiden Top Modellen, die technologisch, einfach energieeffizient auch angeht, was Benutzererlebnis im Auto angeht. Das ist ja alles top. Die Frage ist nur, wenn alle mit den Preisen runtergehen. Der Markt kaputt gefördert worden ist erst und jetzt wird er ist es derart überhitzt, wie will man da durchkommen und Oliver Zipse sagt, ja, schwieriges Marktumfeld, BMW-Chef, aber mit den 600.000 Einheiten haben sie sich eigentlich ganz gut gefühlt. Wir müssen sehen, ob das so bleibt, denn im vierten Quartal, also im zweiten Halbjahr 25, ist es bei BMW schon bisschen stärker runtergegangen als im ersten Halbjahr und im vierten Quartal war es glaube ich fast 20 Prozent gegenüber vorher. Und da muss man natürlich schauen, wie man durchkommt. Micha: Man darf natürlich bei diesen beiden Modellen auch nicht vergessen, sind, davon ist auszugehen, mit sehr hohem Aufwand auch entwickelt worden. du kannst mit dem Preis ja nicht so weit runtergehen. Wenn man jetzt guckt, was VW zum Beispiel macht oder Audi mit den Kooperationen mit FW, mit Saig, mit Chaupang. wo man jetzt auch modelle von chinesischen herstellern salopp gesagt umbaut auf vw oder auf audi in großbuchstaben optik kommst du glaube ich schon in eine andere preis klasse rein als wenn du dir deine neue klasse oder deine cla architektur ihr selbst aufbaust da kannst du mit dem preis gar nicht so weit runter kommen dass du mithalten kannst also da muss sich von beiden seiten was bewegen Burkhard: Ja, ja und Micha: Diese Flut an Modellen und an Herstellern wird sich über kurz oder lang sicherlich reduzieren. Aber davon reden wir auch schon seit ein, zwei, drei Jahren. Bis jetzt ist es nicht passiert. Burkhard: Ja, ich habe aber immer geschrieben, dass 26, 27 die beiden Konsolidierungsjahre werden, weil das William Lee, der Gründer von NIO, den hatten wir vor zwei oder drei Jahren im Interview und ich durfte ihn in East Manning treffen, dort im NIO Center und er hat gesagt 26, 27 geht es richtig zur Sache, also 27 sei es beendet, er auch gesagt, vielleicht dauert es dann doch ein bisschen länger, weil alle so verzweifelt kämpfen und er hat gesagt, es bleiben 30 ernst zu Micha: Mhm. Burkhard: übrig. Das hat er 2023 sogar gesagt. Micha: Das ist Das klingt realistisch, dann hast du glaube ich auch wieder einen fairen Wettbewerb. Olli Blume hatte das neulich auf den Punkt gebracht, weil ganz viele sagen, ja diese chinesischen Marken verkaufen aber ja auch nicht viel. Das heißt auch, wenn ich 100 Wettbewerber habe, 0,5 % Marktanteil jeweil haben, dann ich auch 50 % des Markts schon mal weg. Und das muss sich einfach bereinigen, damit da wieder faire Marktgesetze auch gelten können. Burkhard: Mhm. Ja. Apropos BYD, es kamen gerade die Monatszahlen für März gegenüber, vorher minus 20,5 Prozent. Da siehst du, was die Preisschlacht sogar beim Marktführer bei BYD bewirkt, natürlich einen guten Job machen und auch da reicht es vorne und hinten nicht. Und aber weil du Oliver Blume gesagt hast, VW kommt zurück in China. Ja. Micha: Also bitte. In China. VW kommt zurück, auch das sagen wir schon seit einiger Zeit. Aber so wie es aussieht, geht es jetzt tatsächlich los. jetzt ist ja in zwei Wochen, drei Wochen ist die Messe in Peking, wo es auch nochmal neue Autos zu sehen geben wird. Und was ich mitbekommen habe, ich konnte ja im vergangenen Herbst schon mal eines dieser Autos auch in China selbst eine kurze Runde fahren oder mitfahren was. sind die, wie du auch bei Neuer Klasse und CIA sagtest, technisch absolut für den Markt zugeschnitten. Das Nutzererlebnis ist ein anderes als bei uns. Die autonomen Fahrfunktionen sind beeindruckend. Sie sind auch mit diesem Auto durch ein Parkhaus, ein enges Parkhaus gezirkelt bis zum Parkplatz, ohne dass irgendjemand das Lenkrad anfassen musste. Das ist schon beeindruckend. Und das wird der Marke sicherlich wieder in Aufschub geben in China. Interessanterweise war VW in den ersten beiden Monaten wieder Marktführer in China, was aber nicht an den E-Autos lag, sondern an der Nachfrage nach Verbrennern, bei denen sie seit jeher führend sind. Das hat sich auch nicht geändert. Und ich glaube schon, jetzt, wenn diese Konsolidierung einsetzt, wenn die Marken oder viele Marken wieder verschwinden, wenn diese Modellflut etwas abnimmt, Burkhard: Ja. Micha: kommen auch wieder die klassischen Stärken eines Herstellers raus. Zum Beispiel das Händlernetz, zum Beispiel das Service-Netz. Weil auch der chinesische Kunde wird irgendwann merken, wenn er sich einen Weltmeister oder wie auch immer die Marken heißen, die es mal gab und teilweise schon nicht mehr gab, kauft und eine Panne hat, dass eben nicht an jeder Ecke ein Händler ist, so wie er es von seinem VW-Netz gewohnt ist, wo er früher mit seinem Santana oder so schon hingefahren ist. Und ich glaube, auf diese starke Position setzt VW ganz stark und ich glaube, die wird auch zum Vorteil gereichen wieder in Zukunft. Da wird viel passieren, ja. Burkhard: Ja, sehr spannend. in China mit Verbrennern in der Hinterhand gut dabei. Marktführer in Europa, Marktführer in der Elektromobilität hätten wir vor zwei, drei Jahren vielleicht noch nicht so abgesehen oder die ... Micha: Nicht erwartet, ja. Aber auch weil du Verbrenner gerade nochmal sagst, das wird ja immer unterschätzt. Alle reden von dem New Energy Vehicle in China und die Prognosen sind ja groß 80 Prozent NIV in, ich glaube, 2030. Aber der Großteil dieser NIVs sind hybride. Plug-in-Hybride, Vollhybride, Range Extender-Fahrzeuge. Auch in China werden in absehbarer Zeit, in 10, 15 Jahren, die meisten Autos noch einen Verbrenner an Bord haben. da eine starke Position zu haben, ist nicht das schlechteste. Burkhard: Das Ani wie ein Euphemismus, der auch nicht oft genug erklärt werden sollte. ist richtig. Und die Chinesen in Deutschland, Micha. Auch mehr Plug-Ins und Range Extender. Micha: Ja. Black-Ins und Range Extenders sind da nicht so stark, aber Black-In ist da und überhaupt Vollhybrid ist da schon auch im Fokus, auch wegen der Zölle natürlich. Aber generell rückt das Ausland für die Chinesen ja immer mehr in den Mittelpunkt, weil du, wie auch bei BYD schon sagtest, weil sie auch selbst im Heimatmarkt Probleme haben. Also BYD ist... Schlechte Zahlen rühren ja auch vor allem von den Problemen in China. Deswegen suchen sie auch Auswege. Erst vor ein paar Wochen ist ja das große BYD-Schiff mit bis zu 7000 Autos in Argentinien, glaube ich, angelandet. Also mal eben 7000 Autos nach Südamerika gebracht. Burkhard: Ja. Micha: Ich glaube in Bremerhaven war auch schon mal eins von BYD, die sich ja ihre eigenen Transporter gebaut haben und wir sehen das bei uns auf dem Markt schon, diese, das nimmt noch mal Fahrt auf. Gili stellt sich gerade neu auf, die haben wir anfangs versucht nur mit Great War Motors und Aura zu punkten. Jetzt kommt Gili wirklich als Konzern nach Deutschland und wird hier mit bis zu acht Marken vertreten sein. Sie bringen Sieger mit, Premium Marke, die einen ganz komischen Weg geht. Man möchte mit Audi, BMW, Mercedes konkurrieren, verkauft die Autos aber über eine freie Werkstattkette im hinterhof. Wenn man sich auf dieses Konzept aufgeht, ist mehr als fraglich. Polestar ist schon ein bisschen bei uns, stellt gerade ⁓ von Agenturvertrieb auf klassisches Händlernetz. MG tut das auch. Und zwar nicht, weil die Agentur nicht erfolgreich war. So hatten ja manche etablierte Hersteller ihre Probleme mit der Agentur im Handel, sondern weil es so erfolgreich war. Und MG mittlerweile so gut läuft, dass sie sagen, Burkhard: Aha. Micha: Sie wollten anfangs den Händlern die Angst nehmen mit dem Agenturmodell, dass der Händler sich nicht zig MG auf den Hof stellen muss, die vielleicht nicht los wird. Mittlerweile läuft das Geschäft so gut, dass sie auch sagen, wir können das mit einem klassischen Handelssystem betreiben. Da passiert ganz viel. Es gab auch jüngst eine Studie von Rhodium, einem der bedeutendsten Thinktanks, die wir derzeit haben, die auch klar sagen, Made in Europe Strategien und Zölle, ist alles schön und gut, aber das wird den Erfolg der Chinesen hier erstmal nicht weiter aufhalten, weil dann kommen sie mit ihren Plug-in-Hybriden, sind die Zölle schon mal wieder kein Thema. Man denkt über Produktion in Europa nach. Dieser Protektionismus, ob der funktioniert, stellt diese Studie sehr in Frage, was ich durchaus nachvollziehen kann. Genau, die Frage ist eben, wie kontern die deutschen Hersteller? Burkhard: Ja. Micha: Ich hatte es in der vergangenen Woche ja gesagt, ich durfte einen Blick auf die neuen VW Modelle werfen, ID.Polo und Co. Und da muss ich ganz klar sagen, wenn ich mir diese Autos anschaue, mache ich mir eigentlich wenig Sorgen ⁓ die deutsche Autoindustrie. Das sind beste Volkswagen im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich glaube, ja, am besten kontert man den Chinesen auch mit einem guten Produkt zu einem guten Preis. Burkhard: Mhm. Ja. Ich dass die Wachstumsopportunität insgesamt auch begrenzt ist der Chinesen. Ich glaube, dass die Tradition, deutsche Marken BMW, Mercedes-Audi, VW zu kaufen, so immanent ist bei uns, dass das weiter so funktionieren wird und es geht bis zu einem gewissen Grad. Es geht auch bei der nach kommenden Generation, die vielleicht mit Auto-Abo und Mietauto und so dann nimmt, was gerade da steht. Und da gibt es Marktanteile für die Chinesen, aber das werden keine 50 Prozent. Das kann nicht. Micha: Absolut, ja. Zeit. Burkhard: Das kann ich mir nicht vorstellen oder ich bin noch zu blauäugig, was das angeht. Micha: Nein, ich kann mir das auch nicht vorstellen. Es gab ja immer schon auch günstigere Alternativen zu den deutschen Herstellern. Und auch nie sind ja, wenn man sich anschaut, von den Japanern, Toyota, Mazda, Nissan, auch Franzosen, Renault zum Beispiel. Die haben alle ihren Platz gefunden, mehr oder weniger erfolgreich. Aber trotzdem ... Die Mehrheit bei uns eben den VW oder den Audi BMW Mercedes. Das wird durch die Kindys. Burkhard: Es gab auch immer Alternativen zu Premium-Autos. Also wenn ich an Lexus von Toyota und Genesis von Hyundai Kia denke, auch die haben einen sehr, sehr geringen Marktanteil. Während die in anderen Ländern sehr, sehr stabil sind und sehr angesehen. Micha: Ja. Genau. Genau, der chinesische Hersteller wird den deutschen Herstellern nicht in Deutschland unbedingt zum Problem werden, sondern eher in anderen Teilen der Welt. Burkhard: Ja. Du hattest gerade Gili angesprochen. Ich finde das unglaublich spannend, weil das so ein schlafender Wiese. ist oder er ist schon ein Riese, aber bei uns könntest du eine Umfrage machen und niemand wisst, ob es Gili, Gili oder wie auch immer wir es aussprechen wollen übrigens hier im Podcast. Aber mit acht Marken nach Deutschland zu kommen, also Sika auch das ist schon fast ein Zungenbrecher. Du sagst, die Autos werden dann auf dem Hinterhof feil geboten, sind aber Premium. Sehr spannend. Lotus hat Gili auch, hat glaube ich nie gezündet. Micha: Mhm. Burkhard: in Deutschland? Micha: Bei Liebhabern, ja, waren immer was für Freaks und Sportwagenporisten. Tolle Autos, machen wahnsinnig viel Spaß, aber das ist natürlich jetzt keine Volumenmarke. Burkhard: Ja. Volvo und Polestar sind bekannt. Polestar gibt weiter Gas, wollen es unbedingt schaffen. Volvo keine guten Zahlen geliefert, aber gute Autos und mit dem XC60, das muss dann dieses Jahr funktionieren, wird es auch. denke ich. Also wirklich ein spannendes Unternehmen und ich bin gespannt, wo die noch Werke kaufen werden von internationalen Autoherstellern, wo sie überall noch reingehen. Sie besitzen schon fast 10 Prozent an Mercedes-Benz. Das ist ein riesen Konzern, den man nicht... Micha: haben ja auch das Joint Venture mit Mercedes, mit Smart. Das darf man auch nicht vergessen. Burkhard: Sie haben das Joint Venture mit Smart und sie wollen eine Entwicklungs-Joint Venture, glaube ich noch, eine Kooperation gründen für die nächste Generation der Mercedes-Elektroautos, hatte Bloomberg berichtet. Micha: Mhm. Richtig, ja. ist im Gespräch. Aber auch generell ihre eigenen Entwicklungsaktivitäten in Europa bündeln sie jetzt neu in einem europäischen Tech-Center. Also es wird auch wirklich Kompetenz aus China hierher verlagert zu uns. Ich glaube, große Problem bei diesen Marken, das hat auch der Kollege Christoph Beuchle, der sich ja bei uns mit dem Handel bestens auskennt, gesagt, ist die Markenbekanntheit. Burkhard: Mhm. Micha: Du kannst noch so gute Autos bauen und sogar der Preis kann noch so gut sein. Wenn dich jemand einfach gar nicht kennt, hast du keine Chance da irgendwie ranzukommen und beim Kunden erst mal auf der Shoppinglist zu landen. Und da werden eben Milliarden investiert, ⁓ wirklich bekannt zu werden, ⁓ Aufmerksamkeit zu erreden. BYD hat das Fußballsponsoring für sich entdeckt und hat sich da versucht zu etablieren. Burkhard: Ja. Micha: Vielleicht ein Tick zu früh, weil damals gab es noch kaum Händler. Selbst wer die Marke dann kannte, konnte es nicht kaufen. Aber das ist neben den Produkten und der Produktion, ob man die hier oder in China macht, das, glaube ich, die entscheidende Frage. Wer schafft es, seinen Namen nicht nur emotional aufzuladen, das ist, glaube ich, der zweite Schritt, aber erstmal bekannt zu machen. Burkhard: Ja. Ja. Fußball Weltmeisterschaft USA. Also im Grunde ist diese Europa Offensive ja so groß, sie in den USA nicht, also es gibt drei große Weltmärkte, du so willst. Die USA sind einfach tabu. Für die Chinesen, deswegen sind sie in Europa und Donald Trump hat zugemacht und veranlasst ja auch alle anderen stark zu investieren und das hat jetzt funktioniert in letzter Zeit. Micha: Das hat funktioniert, wenn man sich anschaut, was verkündet wurde. Hyundai gerade mit einer Riesensumme 26 Milliarden Dollar, die sie in den USA investieren wollen. Toyota 10 Milliarden Dollar und Mercedes 7 Milliarden gerade eben verkündet in Tosca Lusa im Werk. Im Rahmen der GLE und GLS Facelift Premiere übrigens, kann man sagen, sind zwei eher... Burkhard: So, ist es. Ja. Micha: uns unwichtige Autos. GLE spielt hier schon eine Rolle, aber GLS spielt es bei uns zu groß schon. Aber wenn man sieht, dass der gesamte Vorstand von Mercedes nach Tuscaloosa gereist ist für diese Premiere dieser Autos, ⁓ zu verkünden, dass man dieses Investment macht, das unterstreicht ja schon die Bedeutung, die das für die Hersteller hat oder in dem Fall für Mercedes konkret hat. Und alle haben sie ja noch einen klaren Wachstumskurs. Also Nordamerika ist ja nach wie vor ein Wachstumsmarkt für die Hersteller. Das funktioniert eben nur, wenn ich auch vor Ort baue. Und da kann man sagen, der Plan von Trump erstmal auf. Also Mercedes konkret wird ja die GLC nach Tuscaloosa bringen. Das ist der Bestseller in den USA, wird momentan importiert, wird dann zukünftig dort vom Band laufen. Burkhard: Ja. Und auch exportiert. Also es ist auch ein Exportwerk letztlich wie bei BMW in Spartanburg. Ja. Micha: Im Grunde wird auch aus Amerika exportiert. BMW ist ja der größte Exporteur der USA, vergisst man auch gerne. Kein anderer Autohersteller bringt mehr Autos aus den USA raus als BMW. Aber klar, also Mercedes wird den GLC jetzt vor allem für den heimischen Markt bauen, weil er wird ja noch in Bremen und China gefertigt. Aber GLE, GLS sind glanzklar für den Export vorgesehen. Das wird sich zeigen, wie sich das weiterhin verschiebt. Burkhard: Ja. Ja. Micha: Wenn die Zölle so bleiben, von Experten ausgehen, also Tariffs are here to stay, hört man in der Zollbranche immer wieder, kommt vielleicht schon der eine oder andere auf die Idee, in Amerika zu produzieren, anderswo, und dann eben von dort zu verschiffen. In welche Richtung das Schiff fährt, glaube ich, ist bei den Kosten erstmal egal, wenn man dadurch die Zolllast reduziert. Das Problem ist halt, dass man so ein Werk nicht mal eben hochzieht. Burkhard: Ja? Okay. Ja. Micha: Da gehen ja Jahre und Milliarden drauf. Das muss schon gut überlegt sein. ja, also grundsätzlich. Burkhard: Das Porsche Audi Problem. Micha: Bei Porsche kommen natürlich die Stückzahlen dazu. Für die Menge lohnt sich ein Werk sicher nicht. Bei Audi wäre das anders. Da gibt es ja immer wieder Spekulationen, auch über das Scoutwerk, das VW gerade hochzieht, ob man da mal Audis produzieren könnte oder aber in Schattanooga. Wo die Zukunft auch offen ist, muss man ehrlicherweise sagen. Burkhard: Ja. Mhm. Micha: VW baut in Chattanooga den Atlas, gerade die zweite Generation vorgestellt. Das große SUV, größer als ein Touareg und günstiger, den es nicht mehr gibt. ist deren große Hoffnungsträger für die USA. Bestseller ist noch der Tiguan, der aus Mexiko kommt. Aber auch aus Mexiko zahlt man sehr hohe Zölle. Aktuell gelten 27,5 Prozent. Es gibt ein paar USMC-A-Ausnahmen, dann sind es noch. 22, 23 Prozent, aber das ist immer noch sehr hoch, was sie da zahlen. Deswegen sich auch der Import der günstigen Modelle nicht mehr rechnet. Also Jetta und Taos aus Mexiko in die USA zu bringen, lohnt sich momentan nicht, wird kein Geschäftsmodell mehr sein. Deswegen ruht da ganz viel Hoffnung auf dem Atlas, in Amerika gebaut, für den amerikanischen Markt, jetzt die zweite Generation. Ich unterstelle jetzt mal relativ günstig weiterentwickelt. Das wird immer noch eine sehr hohe Summe sein, aber bestehende Technik, Hybridisierung kommt in ein paar Jahren erst rein. Das könnte so ein bisschen der Pferdefuß sein, weil auch wenn E-Mobilität in Amerika gerade nicht im Fokus steht, Hybrid und Range Extender sind sehr beliebt. da im Grunde ruht die gesamte Hoffnung auf diesem einen Modell. Und was sie noch bauen in Schotternoga ist der ID.4. Und dessen Zukunft, behaupte ich jetzt hier mal, ist in Amerika relativ ungewiss. Die Nachfrage nach E-Autos geht stark zurück. Beim ID.4 steht eine Produktaufwertung an im Laufe des Jahres. Da passiert was. Man muss sowieso umrüsten die Bänder. Ob man den weiterhin dort baut, würde ich jetzt hier mal zur Diskussion stellen. Und dann wäre Platz in Schotternouga für andere Modelle. Weil die paar ID.4s Burkhard: Mhm. Ja. Micha: ohne dass das despektierlich sein soll, man in den Kalifornien noch verkauft und an der Ostküste. Die kann man auch importieren, ist dann der Zoll auch egal. Also bleibt spannend. Ja, so ein Küstending. Burkhard: Vollkommen richtig, Also in Küstennähe. Also 30 Kilometer weg vom Strand ist es dann vorbei mit dem Absatz. Micha: Ja, deswegen setzt ja auch VW, wenn ich da noch kurz drauf eingehen darf, so hohe Hoffnung auch in die neue Marke Scout, die sie wiederbeleben oder dieses Modell wiederbeleben von International Harvester. Da hat der Scout-CEO Scott Keough neulich auch explizit gesagt, wir wollen ein 50-Staaten-Auto bauen. Eben kein Auto für die fancy-Küstenregionen. was dazu geführt hat, dass man die Range Extender Version vorgezogen hat. Plan war ursprünglich mit dem reinen BEV zu starten. Jetzt hat man gemerkt, 80 % der Vorbestellungen gehen auf den Range Extender. BEV spielt nicht mehr diese Rolle, man wird es trotzdem bringen, aber man hat es nach hinten geschoben. Erst mal kommt der eRef, was eine große Herausforderung gerade ist, weil da kommt natürlich wieder das Ingenieurstum von VW durch. Man macht sich selber noch schwer und möchte den Motor für den Range Extender im Heck verstecken unter der Ladefläche. Man kann die Gründe verstehen, soll vorne ein Frank sein bei beiden Versionen, nicht nur beim BEV. Man möchte grundsätzlich schauen, dass man diese Plattform ähnlich aufbaut. Wenn man sich aber diese großen Autos anschaut, so viel Platz sie haben, ganz viele Hersteller schaffen es nicht mal das Reserve-Rad im Heck zu verstauen. Dass man da noch einen Verbrenner reinbringt, das wird eine Herausforderung. Gut, aber VW wäre nicht VW, wenn sie sich solchen Herausforderungen nicht annehmen würden. Burkhard: Ja. Micha: da basteln, muss man gucken, wie es ausgeht. Anfang 2027 soll es losgehen. Burkhard: Ja, spannend, aber... Okay, sicherlich die vernünftige Entscheidung mit dem Rage Extender zu starten statt mit dem BEV und eine sympathische Marke, eine tolle Idee diese Chance zu ergreifen. Das wurde ja entschieden zu besseren Zeiten als es den VW Konzernen deutlich besser ging. war so ein Gefühl, was jetzt 2018, 2019 als die Welt noch mehr in Ordnung war als sie jetzt ist. Micha: Richtig. Burkhard: Aber dass sie es durchziehen, dass sie das Werk hochziehen, das ist schon wirklich spannend. Und du musst natürlich ein Auto fürs Volk machen und nicht für Küstenregionen für Bessergestellte. Das ist vollkommen richtig. Ja, Scout bleibt spannend. Scott Q. Genau. Ich kommt auch zum Kongress in Detroit von Automotive News. Micha: Nein. Burkhard: wir sehen. Micha, wir haben schon wieder fast eine halbe Stunde geredet. Wir könnten noch so gern, aber wir wollen ja nächste Woche weitermachen. Dann würde ich sagen, vielen Dank an alle und schöne, frohe Ostern! Micha: Ja. Frohe Ostern, danke für den Bullcut. Burkhard: Danke Micha, ciao. Micha: Tschüss!