Micha: Hallo und herzlich willkommen zum Automobilwoche Podcast zur Sache. Heute nicht wie sonst mit unserem Chefredakteur Burkhard Riering, der weilt gerade im Pfingsturlaub, sondern mit mir, Micha Gebhardt, stellvertretender Chefredakteur. Aber ich bin natürlich nicht alleine da, sondern habe mir auch einen Gast eingeladen und zwar heute Hans Ewart, unser Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Berlin. Und ich glaube, es ist sogar deine Podcast-Premiere hier, Hans, oder? Hans Evert: Ja, das ist richtig und schön, dass das zum ersten Mal jetzt geklappt hat. Meine Stimme ist bisschen angeschlagen, also ich hoffe, ich schaff's bis zum Ende, aber ich geb mir Mühe. Micha: Das kriegen wir hin. Und hat natürlich auch einen Anlass, warum du da bist. Politik, Wirtschaft, ganz viele Themen, uns da gerade beschäftigen. Regulierung, Zölle, Handelsabkommen etc. Und da taucht immer wieder auch das Thema China natürlich auf in deiner Berichterstattung. Und es gibt eine neue Studie, die dieser Tage herauskam. Chinaschock 2.0. Jetzt wissen wir alle, dass... China der deutschen Automobilwirtschaft Probleme macht, die Studienersteller haben neue Erkenntnisse gefunden. Du hast mit einem gesprochen. Was ist denn so die Kernaussage? Was ist denn der Schock 2.0? Hans Evert: Man muss vielleicht erst mal einen Schritt zurückgehen. Die Studie, das sind zwei Ökonomen, Brad Setzer, sind Amerikaner und Sander Torgoy, der Chefökonom des Centers for European Reform. Sie haben die China Shock 2.0, du hast es schon gesagt, the Cost of Germany's Complacency. Also die Kosten der Deutschen Selbstzufriedenheit, was schon so bisschen den Ton vorgibt, hat auch durchaus Wellen geschlagen, diese Studie. Was meinen die mit China-Schock 2.0? Der erste China-Schock, das war im 90er-Jahren bis in die 2000er, das betraf relativ einfache Industriegüter, zum Beispiel Textilien, aber auch Fernseher zum Beispiel. hat China schon in der Zeit damals Dominanz aufgebaut. Jetzt der Schock 2.0. Das trifft nun wirklich das, wo Deutschland seit jeher sehr stark ist. Autos, Spezialmaschinenbau, Chemie und so weiter. Micha: Sie haben in dieser Studie, hatte ich gesehen, einem Hockyschlägerwachstum gesprochen, der chinesischen Industrie, aber auch speziell der Autoindustrie oder auch der Autoexporte. Kannst du das kurz erklären, was Sie damit meinen? Warum ist dieser Hockyschläger so gefährlich für uns? Hans Evert: Ja, vielleicht nochmal vorweg, die Studie beschäftigt sich insgesamt mit der Industrie, aber die Autoindustrie wird sehr, sehr prominenter erwähnt. Das Kammerbild der Studie zum Beispiel ist auch ein dramatisches Foto des Kraftwerks von Volkswagen, rot angestrahlt. Genau, der Hockeyschläger, das bezieht sich auf die Entwicklung der Autoexporte aus China. in die Welt. Und der Brad Setzer, mit dem ich gesprochen habe, der hat sich diese Daten angeguckt, das war quasi auch der Ausgangspunkt für dieses Paper, was er dann mit verfasst hat, hat sich die Exporte angeguckt. 2011 hat China so ungefähr knapp 900.000 Autos exportiert und im letzten Quartal 2025, das hat Setzer ausgerechnet, sind es annualisiert schon 10 Millionen anualisiert heißt also hochgerechnet auf ein Gesamtjahr. Also er hat einen Quartal sich angeguckt und machen Ökonomen so Modellierungen, sagen okay, wenn der Trend so verläuft, dann haben wir 10 Millionen exportierte Autos innerhalb von zwölf Monaten. Und er sagt, jetzt diese Vorhersage, 10 Millionen exportierte Autos, das hat man wohl erst für 2030 erwartet, das ist quasi jetzt schon eingetreten. Und das ist dieser Hockeystick, also dieses exponentielles Wachstum. geradezu eine Explosion der Fahrzeugexporte. Das ist das, was damit gemeint ist. Micha: Jetzt ist ja klar, Chinesen versuchen immer mehr neue Märkte zu erschließen. Hängt natürlich auch mit der Lage auf dem Heimatmarkt zusammen. Wir hatten vorhin schon kurz gesprochen, der NIO-Chef hat jetzt gesagt, der chinesische Markt sei gesättigt. Also das war ja erst mal zu erwarten, dass es weitergeht und dass sie sich neue Märkte suchen. Die Frage ist ja, wie soll man damit umgehen? Hat die Studie dazu irgendwas gesagt? Hans Evert: Ja, und die machen da Vorschläge und die laufen auf einen sehr, kurz gesagt auf ein sehr hartes Regime aus, was sie Europa empfehlen mit Zöllen und anderen Maßnahmen. Also Thordor und Setzer argumentieren und das hat Setzer auch im Interview mit mir dann noch bisschen ausgeführt, dass Europa und insbesondere Deutschland auch viel zu lange, viel zu geduldig gewesen sei. mit China. Sie sagen, hält zum einen den Wert der Währung des Renminis künstlich niedrig. Setzer sagt, 30 Prozent unterbewertet. Das macht natürlich Export aus. China sowieso billiger. Dann pumpen die unglaubliche Summen an Subventionen in ihre Industrie, auch in die Autoindustrie. Und dann haben sie Maßnahmen ergriffen, ⁓ eben Exporte nach China zu erschweren. Und das in der Gesamtheit hat dazu geführt, dass China jetzt eben in dieser Position ist. Micha: Aber was können wir denn jetzt für uns ableiten? Man soll harte Maßnahmen ergreifen. Sollen wir es jetzt genauso machen, wie China es früher gemacht hat? Sollen wir den Marktzutritt einfach verwehren? Oder kommen die Experten dazu? Zu welchem Schluss kommen die? Hans Evert: Sie empfehlen, das läuft ja immer so, Level Playing Field, sozusagen, dass sie gleiche Spielbedingungen herstellen, Waffengleichheit schaffen, wenn man so will. Sie empfehlen zum Beispiel, konkret, Europa sollte sich überlegen, nach Vorbild der Amerikaner, ein Zollinstrument, 301, das ist ein Zollinstrument, was die Amerikaner sich, glaube ich, gegeben haben. Da können Sie quasi, wenn Sie feststellen, dass ein anderer Handelspartner sich unfair verhält, kann man dann Zölle sehr schnell erheben. Und jetzt hat gesagt, also ja, das wäre ein besseres Instrument als das, was die EU jetzt schon hat. Weil ich meine, es gibt jetzt, wir kennen es von Elektroautos, wegen Unzipensionen, dann wird ewig geguckt und dann wird irgendwann Zoll erhoben. Und er sagt, das ist alles zu langsam. Das hat auch bei den Elektroautos ja nichts gebracht. Deswegen braucht Europa da schärfere Instrumente. Micha: Aber du kennst dich besser aus in Brüssel, in Berlin. Du vielleicht auch schon was gehört zu dieser Studie. Aber wenn ich mir auf Europa schaue, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir da mit dieser eventuell nötigen Härte reagieren. Ich meine, die Reaktion auf die ersten US-Zölle, also USA sagt oder Trump sagt, ich erhöhe den Zöll auf alle Autos und die EU sagt, ja, wir erhöhen ihn jetzt auf Whisky und Harley-Davidson. Das ist ja auch eine Reaktion, nicht vergleichbare Härte Siehst du, dass das Europa da in naher Zukunft entsprechend reagiert und da abweicht oder wird das bei uns wieder ein bürokratisches Monster und wir berechnen wieder ganz umständlich, welche Firma wie viel Zoll zahlen muss und am Ende haben wir wieder was, was nichts bringt. Merkst du da Bewegung bei deinen Kontakten und Gesprächen, die du hast oder ist das ... Hans Evert: Also Bewegung im Sinne von, dass das Thema wahrgenommen wird, dass das immer wichtiger wird. Ursula von der Leyen hat es auf die Agenda gesetzt. Jetzt müssen natürlich wie immer 27 Mitgliedstaaten in der EU sich irgendwie dazu verhalten. Und da geht natürlich so ein bisschen so ein Riss durch Deutschland mit seiner starken Exportindustrie, mit viel Geschäft immer noch in China. Auch die Autobranche ist traditionell eher etwas zurückhaltend. Es ist schwierig, zu prognostizieren. glaube, das ist langsam angekommen, wie bedrohlich das eigentlich wirklich ist. Ob dann jetzt schnell und entschlossen reagiert werden wird, da habe ich so meine Zweifel dran. Da muss man wieder das abgegriffene Bild der langsam malenden Mühlen bemühen. Aber das ist in dem Fall wirklich so, speziell in Europa. 27 Länder müssen sich irgendwie einigen. Ich glaube, eine schnelle, entschlossene Reaktion werden wir nicht erwarten. Micha: Haben denn die Studierersteller irgendwas gesagt? kam ja vor, dieses Wort Handelskrieg ist gefallen. Wir sind in einem Handelskrieg mit China definitiv schon. Gibt es da eine Perspektive, wie lange das noch gut geht oder wie schnell wir jetzt reagieren müssen? Hans Evert: Sie sagen also sozusagen die Exporte von uns nach China, Autoexporte konkret, das ist quasi schon zusammengeschrumpft und auch bei anderen waren. Das Setzer sagte auch, das haben wir auch in die Überschrift genommen, also China führt einen industriepolitischen Krieg gegen Europa. Das waren seine durchaus drastischen Micha: Mmh. Hans Evert: haben jetzt wirklich nicht viel Zeit darauf zu reagieren, weil er selbst argumentiert, dass jetzt, wir ändern uns an das Hockey-Stack-Bild, dass China ⁓ darauf abzielt, auch weil der heimische Automarkt so schwach läuft, die Exporte immer weiter in die in die Höhe zu treiben und deswegen ist der China-Schock 2-0. Da sind wir quasi mittendrin. Und was er auch noch gesagt hat, das fand ich sehr interessant, weil ich fragte ihn dann natürlich auch, naja, wir wissen von den deutschen Herstellern, die versuchen jetzt irgendwie wieder, die Marktanteile in China zu gewinnen, mit neuen Modellen etc., das China-Geschäft, das jahrzehntelang so gut lief, zu retten. Was er dann davon halte und dann sagt er, naja, das Problem ist, gerade mit VW in China, Ford China. die werden in China mit ihren Autos wenig Geld verdienen können, einfach weil der Konkurrenzkampf so hart ist, dann wird VW mit seinen in China produzierten Autos wiederum eher einen Anreiz verspüren, diese Autos in die Welt zu exportieren. er sagte, ist ein Schritt, das würde am Ende vielleicht VW helfen zu überleben oder den Unternehmen, die das machen, die diese Strategie verfolgen. Aber es wird überhaupt nicht dabei, hier in Deutschland die Industriearbeitsplätze zu halten. Micha: Ja, das ist ein Thema, das haben wir vergangene Woche schon diskutiert mit Stellantis, die ihr China-Geschäft jetzt für den lokalen weitgehend... erst mal unbeachtet gelassen haben in ihrer neuen Strategie, aber ganz klar sagen, sie wollen über 50 Märkte aus China beziehungsweise aus Asia Pacific, aber das ist vorwiegend China, beliefern mit Modellen. Das geht natürlich wiederum zu Lasten der Werke, vor allem in Europa, die momentan Autos nach Middle East zum Beispiel liefern, nach Afrika liefern. Das wird anderen Herstellern, wie du schon sagst, genauso gehen, dass man in China entwickelt. VW hat es so angesprochen, ein Riesenentwicklungszentrum in Hefei. größte außerhalb Deutschlands, können dort komplette Autos entwickeln. Und wenn die dann nach Südamerika oder nach Südafrika kommen, dann geht das natürlich wieder zulasten der Kapazitäten hier in Deutschland oder in Europa, wo man diese Autos dann eben nicht mehr entwickeln und bauen muss. Hans Evert: Das ist ja auch genau das, was Oliver Blume, glaube ich, unlängst, der hat das mehrfach gesagt, dass das Geschäftsmodell von Volkswagen nicht mehr funktioniert. Und das ist ja genau das, was er damit meint. Hier in Deutschland, entwickeln Autos, die sich überall in der Welt verkaufen. Das ist vorbei für Volkswagen. Und die Auswirkung spüren wir bereits mit dem Jobabbau, der hier in Europa gerade stattfindet, speziell in Deutschland, und der wird sich sogar in der nächsten Zeit noch, wer weiß, verstärken wird. Micha: Das heißt, können auf Zölle hoffen, sage ich mal, oder wir auf Zölle setzen, die verhindern, dass noch mehr fremde Fabriker oder im Ausland oder in Übersee gebaute Autos zu uns kommen, damit wir zumindest den europäischen Markt für die europäische Industrie behalten. Also eine Form der Lokalisierung. Nicht nur ich gehe woanders hin, aber ich schaue auch, dass ich hier meinen Markt erhalte für meine Autos, die ich hier baue. Hans Evert: Genau, weil Setzer sagt, also das ist jetzt nicht, also ich finde, die machen mit ihrer Studie und in seinem Interview hat er auch sehr starke Argumente dafür gemacht, die macht es mir jetzt nicht zu eigen. Aber ich sozusagen sage jetzt oder paraphrasee, was er sagt. Er sagte, wenn die Industrie, wenn die einmal weg ist hier in Europa, dann wird es sehr schwer, die wieder aufzubauen. Und deswegen sollte man sie wirklich schützen. Und er sagte, das hat jetzt auch nicht so viel mit Protektionismus zu tun, sondern wo man sie eben aktiv fernhalten will aus einem Markt, sondern es geht eben darum, gleiche Bedingungen zu schaffen und den Chinesen auf Augenhöhe zu begegnen. Und in diesem Kontext sieht er dann eben auch die Zölle, die er fordert. Micha: Sehr spannendes Thema, uns noch lange begleiten. Die Zeit rennt schon wieder davon. Wir haben noch ein Sachen, über die wir reden müssen. Eines davon betrifft auch die Autoproduktion in Europa. Und da gibt es ja ganz positive Nachrichten, nämlich von Tesla, ist jetzt erstmal kein originär europäischer Hersteller, aber natürlich in Grünheide bei dir, ums Ex sozusagen, mit einer großen Fabrik vertreten. Und du warst neulich vor Ort in Grünheide und hast auch den André Thierig. den Werksleiter. Hans Evert: Genau, hat mir das Werk gezeigt und danach haben wir noch zusammengesessen für ein Interview. Ja, war ganz beeindruckend, was die da gebaut haben, muss man sagen. Micha: Das ist beeindruckend und Sie haben sich ja auch, wenn man so die letzten Monate anschaut, hat sich so ein bisschen der Wind gedreht. Also wir hatten ja lange Wochen und Monate den Einbruch von Tesla und jetzt geht es dahin und die die Verkaufszahlen gehen nach unten und irgendwie Tiefststände immer wieder unterschritten. Das hat sich gewandelt. Mittlerweile die Verkaufszahlen gehen nach oben und du hast auch generell gemerkt, die die Stimmung bei Tesla hat sich so ein bisschen ein bisschen geändert, oder? Hans Evert: Ja, das kann man glaube ich wirklich sagen. Wir wissen das auch. Du hast ja schon über Tesla hier berichtet. Ich glaube, die öffnen sich jetzt ein bisschen mehr auch gegenüber der Presse. Die haben ja lange Zeit auch, wie du sagtest, eine schlechte Nachrichtenverkäufe gegen zurück in Europa. Dann gab es diesen Streit mit der EDG Metall. Dann gab es diese Geschichten, ⁓ das kranke schriebende Mitarbeiter aufgesucht worden etc. Das war ja alles so. ein Entstrudel schlechter Nachrichten und dem stellen sich jetzt bisschen aktiv entgegen und sie haben auch was zu verkünden. die Produktion wird ab Juli glaube ich, die Wochenproduktion steigt von 5000 auf 6000 Autos und sie werden im kommenden Jahr die Produktion von Batteriezellen dort in Grüne Heide aufnehmen. Die Halle dafür steht schon und diese Produktion wird auch umfassender und größer als bislang geplant. Ursprünglich hat Herr Sager gesagt, Batteriezellen 8 Gigawattstunden pro Jahr Kapazität. Das soll jetzt 18 Gigawattstunden Kapazität werden. Micha: Also mehr als doppelt so viel. Bevor wir über die Batterie reden, kurz so, dass die Produktion wird erhöht. Das liegt auch daran, dass sie jetzt für Kanada, meine ich, das Model Y in Berlin bauen, das früher aus Amerika kam oder aus den USA kam. Hans Evert: Ja, unter anderem, das ist glaube ich schon letztes Jahr, es umgestellt. Da hat André Thierich in dem Interview, da er den schönen ein bisschen provokanten, dass kein Industriebeamten tun. er sagt, Start-up, Charakter und so. haben gesagt, na ja, was meinen Sie denn damit? Wie kann man denn so eine komplexe Fabrik mit 11.000 Mitarbeitern mit Start-up, kriegt man nicht so zusammen? Er sagt, na ja, letztes Jahr zum Beispiel mussten wir relativ zügig die Produktion für eben Kanada, wie du sagst. hier in Berlin möglich machen. Und er sagt, der früher lange Jahre bei Ford gearbeitet hat, dass so was ginge halt in der Geschwindigkeit und mit dieser Entschlossenheit nur bei Tesla. Micha: Hat er gesagt warum das nur bei Tesla geht? Hans Evert: Ja, sagt, also das ist auch sein Begriff von Industriebeamtentum, Tesla hat natürlich einen Vorteil, also den jetzt zum Beispiel Ford in Köln oder Volkswagen nicht hat, das ist ein neues Werk, was auf die Wiese gesetzt wurde. Sie haben wirklich keine Altlasten, sowohl das Technikverbrennerproduktion betrifft, aber auch die Anlagen und die ganzen baulichen Umstände. ⁓ Es ist für sie da auch leichter, flexibler und schneller zu agieren. Dann ist es glaube ich auch wirklich so ein kulturelles, durchaus ein bisschen kulturelles Ding bei Tesla. Aber ja, das sind so die, sagen, dass er sagt, da haben wir keine Haltlasten, deswegen können wir schneller agieren. Und natürlich auch, muss man sagen, die IG Metall, die ja eine durchaus starke Machtposition über die Betriebsräte in den anderen. deutschen Autounternehmen hat, das ist in der Form nicht. Das heißt, die Mitarbeitervertretung ist natürlich nicht so selbstbewusst und von der Vanaghi in den Teil getrieben wie in anderen Unternehmen. Micha: Das ist auch, glaube ich, noch ein rotes Tuch für ihn, die IG Metall. Er hat ja schon mehrfach betont, dass er nicht mit der Gewerkschaft sprechen will und auch nicht mit ihr spricht. Daran hat sich nichts geändert, Hans Evert: Ja. Ja, das hat er auch noch mal betont. Es gab viele Berichte rund ⁓ die Betriebsratswahlen. Deswegen hatte ich jetzt auch gar nicht den Fokus darauf gelegt. Aber natürlich fragt man danach. Und dann hat er von sich aus aber auch sehr viel über das Hände gesagt. Ich fragte dann, jetzt sind die Betriebsratswahlen durch. Will er sich da nicht mal annähern? Auf beiden Seiten, das ist ja durchaus verhärtet. Dann sagte er, nein, er sieht überhaupt keinen Grund, keine Notwendigkeit mit der mit der E-Metall. Micha: Ja. Hans Evert: zu unterhalten. Er war früher bei Ford war auch IG Metall Mitglied und dann sei er aber ausgetreten und er meint, die IG Metall steht für ihn, so sagte er es im Interview, was man ab Monat lesen kann, aufwandslosen Wohlstand, weniger Leistung, Arbeitszeit verkürzen. Ja, ich will sagen, ich glaube, die Fronten bleiben da verhärtet. Da entspannt sich erstmal nichts an der Stelle. Micha: Das liest sie so. Ich durfte dein Interview ja schon lesen. Wahrscheinlich liegt auch da wie so oft die Wahrheit in der Mitte. ja, du sagst, die Fronten sind verhärtet. Lass uns ganz kurz über die Batteriezellfertigung sprechen. Das ist ja ein großes Thema in Europa. Ganz viele tun sich schwer damit. Grunde VW startet jetzt in Salzgitter und dann auch in Spanien. Ich möchte nicht sagen, durchaus mit Problemen, aber wenn man sich dann seit Skitter bei Powerco umhört, das ist schon alles nicht so einfach. Und auch VW setzt hier auf Kompetenz aus China, die ganzen Fertigungsanlagen, weil sie eins zu eins in China aufgebaut, sie eingestellt, justiert, hat erprobt und hat das dann nach Deutschland kopiert. Man hat da was gesagt, wie Tesla das rangeht. Wenn man sich mal anschaut, was Tesla so macht, jetzt vom autonomen Fahren abgesehen, wo sie irgendwie nicht so richtig vorankommen, passiert da immer alles relativ geschmeidig, was Tesla oder was Elon Musk will. Wird das bei den Zellen in Europa auch so sein? Hans Evert: ist noch zu früh zu sagen. Die fangen ja an mit dem Anlauf. Du hast gesagt Power-Kone, die machen jetzt den Hochlauf seit Ende letzten Jahres, glaube ich. Tesla beginnt dann damit 2027. Bleibt zu sehen, wie gut sie das hinkriegen, weil es ist ja bekannt, dass das eigentlich Anspruchsvolle ist ja dann wirklich die durchgehend gängige Qualität in großer Serie. Micha: Gute Nacht. Hans Evert: beim Fertigen von Batteriezellen. Ich habe auch gefragt, wo das Know-how herkommt. kommt natürlich auch aus den USA. Tesla hat eine Zellproduktion. Und er sagte, da jetzt näher darauf einzugehen, da hat er sich da bisschen bedeckt gehalten, aber auch man habe auch deutsches Equipment für die Produktion der Zellen. Micha: Okay, das ist durchaus ein spannender Fakt. VW, glaube ich, hat sich da mal drüber außer dass die den deutschen Maschinenbauern da nicht so richtig fündig geworden sind, vor allem im chinesischen Bereich eingekauft haben. Also spannend, wenn wir da mehr erfahren, auf wen sie da setzen. Hans Evert: Ja, das bleiben wir auf jeden Fall dran. Wie gesagt, er hat sich bedeckt gehalten. Ich glaube, aber jetzt bewegen wir uns hier im Bereich der Spekulation. das wird keine große deutsche Fertigungsstrecke sein. es gibt ja genug so viele Spezialmaschinenbauer und das ist durchaus denkbar, dass da natürlich welche zum Zuge gekommen sind. Micha: Ja. Und es ist ja erstmal eine gute Nachricht für den gesamten Standort Deutschland, dass man hier etwas aufbaut und dass ein Kapazitäten erweitert und nicht reduziert, was ja bei anderen das große Thema ist, was uns zum Schluss, die Zeit rennt, vielleicht noch kurz zu VW bringt. Wir haben auch schon viel über Kapazitätsabbau geredet, über potentielle Werkschließungen und ein Werk, das da immer wieder aufs Tapet kommt, ist ja Osnabrück. Es steht fest, dass die Fahrzeugfertigung enden soll, 27, wenn das T-Roc-Habrio ausläuft. Und da gab es gestern eine ganz spannende Personalie, die auf den ersten Blick erstmal nicht weiter für Aufregung sorgt. Die Werksleiterin von Osnabrück geht in Rente. Lange geplant, war mehrere Jahrzehnte in Wolfsburg im MVW-Konzern im Amt. Und jetzt kommt Stephanie Hegelz, die gerade das Werk, ein VW-Nutzfahrzeugwerk in Posten anleitet. sagt, okay, man schickt da jemand Neues hin, aber da steckt natürlich ein bisschen mehr dahinter, weil ich setze ja keine Top-Managerin und das ist Stephanie Hegelz zweifelsohne auf einen Posten, wo ich weiß, dieses Werk werde ich in wenigen Wochen, Monaten, Jahren, wann auch immer schließen oder abgeben. Also die kommt da glaube ich nicht zum Abwickeln hin. Wir haben ja auch schon viel diskutiert über Rüstung. Auch du hast dich da schon mit der Rüstung mal beschäftigt. Da gibt es ja Gespräche mit Rafael, dem israelischen Konzern, der den Iron Dome baut, fertigt und da gibt es nun mittlerweile Diskussionen, dass man Teile davon auch in Osnabrück bauen könnte. Aber für mich klingt ja diese Besetzung so, als ob VW da mitmachen will. Hans Evert: Ja total. wie du sagst, wenn sie sich quasi an einer wirklich so angesehene Top-Managerin aus einem Top-Werk posern, gilt glaube ich auch, da wären Nutzfahrzeuge gebaut als eins der besten Werke von Volkswagen. Das ist schon ein Signal. Deswegen, du hattest auch schon erwähnt, dass israelische Unternehmen, von denen man immer geredet hat, dass es da womöglich was produzieren wird mit VW. Das wird jetzt wohl wahrscheinlich mit dem VW-Logo vorne auf dem Werk drauf weiterhin geschehen. Micha: Diese Diskussion, dass es Raphael wird, ist immer noch nicht bestätigt. Es deutet momentan sehr viel darauf hin. hatten ja früher auch mal spekuliert. Rheinmetall war auch im Gespräch, hat sich da wohl nicht ergeben. Aber das Spannende ist ja jetzt die Ausgestaltung eines solchen Deals. geht ja von einem Konzern übernimmt dieses Werk komplett bis zu den VW macht das als Auftragsfertiger. Man macht einen Joint Venture. Aber wenn man sich so umhört in Wolfsburger Greisen, so die Aussage Naja, es wird schon so sein, dass weiterhin ein VW Logo auf dem Werksgebäude brank, ist ja auch für diesen Standort, glaube ich, schon erstmal eine Zukunftsperspektive. Ich glaube, in dieser Personalie steckt mehr drin, als man anfangs meinen konnte. Und ja, es bleibt spannend, was da passiert. Spannend. Und da schließt sich jetzt der Kreis zu Tesla, ist allerdings auch, was die IG Metall machen wird, ja sich zuletzt deutlich gegen oder nicht deutlich, aber Teile davon haben sich deutlich gegen die Rüstungsproduktion gestellt. Du bist näher dran bei den Gewerkschaften, das viel mit IG Metall anzutun. Ist das sowas, was du nachvollziehen kannst, dass man sich hinstellt als Gewerkschaft und sagt, nee, wollen wir nicht, wollen keine Rüstungsproduktion? Drift das wirklich den Nerv der Arbeitnehmer oder wollen die ihren Job einfach haben? Hans Evert: Ich lehne mich jetzt vielleicht weit aus dem Fels, aber ich glaube, das wird nicht der Dealbreaker werden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, die IG Metall über den Betriebsrat da Stimmung machen wird, wenn es darum geht, Arbeitsplätze zu halten. Wo man ja weiß, 2027 läuft die Cabrio-Produktion aus. Das wird mich wirklich überraschen. Es gibt Teile in der Gewerkschaft, die dann Micha: Mh. Vielen Hans Evert: Friedenspolitik und man darf keine Rüssel machen, die das quasi politisch vertreten, aber in der jetzigen Situation. Also das wäre quasi politischer oder gewerkschaftlicher Selbstmord, wenn die da drauf beharren. Micha: Ja, ja, es bleibt spannend. Ich bin gespannt, was wir da in den nächsten Wochen und Monaten hören werden. Ich denke mal, es wird nicht mehr allzu lang dauern, bis Volkswagen da auch mit einer Bestätigung ums Eck kommt und verkündet, wie es weitergeht. Und dann werden wir sehen, ob wir richtig lagen mit unseren Spekulationen, wie sich die IG Metall verhält und wie es mit Osnabrück weitergeht. Das werden wir beobachten. Hans Evert: Und vor allem kann man ja sagen, VW dann nicht in die Rüstungsproduktion, aber in das weitere Feld der Verteidigungswirtschaft einsteigt, solche Produktion wird wahrscheinlich nicht und niemals nach China verlagert werden. Micha: Das ist ein sehr schönes Schlusswort, was den Kreis zum ersten Thema schließt, denn wir sind schon wieder bei über 27 Minuten. Es war eine wunderbar kurzweilige Podcast-Premiere mit dir, Hans. Vielen Dank dafür. Hans Evert: Ja, das hat Spaß gemacht. wenn ich beim nächsten Mal mit meiner normalen Stimme bringe, das keinen Verbindung mit mir. Das ist auch gut. Micha: Na gut, dann gucken wir, wann das nächste Mal stattfindet. ja, allen viel Spaß beim Hören und vielen Dank. Tschüss. Hans Evert: Bis bald.