Burkhard: Okay, das größte Thema und der größte für Wachstumsstrategien ist natürlich Wachstum &A, Mergers and Acquisitions, vor allem Übernahme, Zukäufe. Die Großen kaufen die Kleinen auf. Aber Armin, ich glaube, das ist Trend, der schon seit Jahren geht und das geht nicht wieder weg. Armin Wutzer: Genau, also die Konsolidierung, die hält weiter an, die gibt es auch schon länger, aber wenn man sich Deutschland mal anschaut im internationalen Vergleich, beispielsweise das mit Großbritannien, dann ist der deutsche Markt nach wie vor relativ fragmentiert. Das heißt, da gibt es noch ordentlich Potenzial für eine weitere Konsolidierung und die findet auch statt. Wir haben vor ein paar Tagen die Zahlen vom IFA-Institut bekommen zu den 100 größten Autohändlern und da zeigt sich, während der Gesamtmarkt letztes Jahr geschrumpft ist, im Kfz-Gewerbe der Umsatz ist gesunken. sind die 100 größten gewachsen und vor allem die 20 größten sind noch mal deutlich stärker gewachsen als der Rest. Das heißt, die ziehen davon, die kaufen kräftig zu und ich glaube, das erwartet auch das IFA, das wird weiter so anhalten. Burkhard: Dann nimmt die absolute Zahl an Autohäusern in Deutschland ab, Christoph. Christoph Baeuchle: Die ein bisschen ab die Standortzahl, nicht so viel, weil die werden halt geschluckt und gehen in größeren Gruppen unter, will ich mal sagen, oder auf, je nachdem wie man es sieht. Aber die Standorte selber werden in der Regel beibehalten. Die erzielen durch Größe quasi Vorteile eher dann im Einkauf und in der Finanzierung, das sagten die Kollegen auch auf dem Panner. dass sie da durchaus Chancen drin sehen. ist einfach ein Unterschied, ob du fünf oder sechs Autos zukaufst oder fünf oder sechshundert. Das sagte der Kollege Enghardt von Dat Auto Hus. Und das ist es einfach. Du hast ganz andere Potenziale und ganz andere Hebel, die du spielen kannst. Und das sehen wir auch bei den Zukäufen kommen ja zunehmend internationale Gruppen nach Deutschland. Also von Mosel, das war ja Wahnsinn, die in den letzten zwei, drei Jahren zugekauft haben mit Hugo Pfoe, Nord-Ostsee-Automobile und zuletzt Lürrgruppe. Und es schwirren schon wieder die nächsten Gerüchte im Raum rum, dass weitere Gespräche laufen und weitere Zukäufe geplant seien. Armin Wutzer: Es gibt auch gewisse Basis, auf die sich selbst verstärkende Dynamik, je größer man ist, desto mehr Skaleneffekte hat man, desto mehr Ertragskraft hat man, desto mehr Kapital hat man wieder weiter zu zu kaufen. Burkhard: Ja, das ist die positive Story, die wir auch auf der Bühne beim Neo Mobility Festival gehört haben. Ich wollte die ja roasten, indem ich gesagt habe, immer zu kaufen, immer größer, ist sehr risikobehaftet, hohes Zintensniveau, die Refinanzierung des Ganzen. Du kaufst mit jedem Standort natürlich auch ein Risiko zu, weil wenn ich weiß, ob dieser Standort funktioniert, wenn ich jetzt einen Händler mit fünf, sechs Standorten kaufe. Und das wäre dann schon die nächste These. Das Netz im Netz. baue, also Netzabdeckung Mercedes und du kaufst dann ein kleineres Mercedes-Netz bis ein großer Mercedes-Händler und musst ja dann in sich wiederum effizienter werden und baust doch dann auch Standorte ab und verteilst die Gründen dieses Standortes auf deine anderen Bestehenden. das muss ja, nur so kannst du doch die Synergie nutzen. ⁓ ist meine Meinung, aber wollte auch keiner so richtig drauf hinaus auf dem Panel, habe ich gemerkt. Armin Wutzer: Das ist natürlich schon die große Herausforderung. Wenn man einen Betrieb übernimmt, dann muss man auch die Effizienzen heben oder die Synergieeffekte. Das ist eine Herausforderung, aber gerade die großen Gruppen, die ja wirklich M &A Teams haben, die sich um nichts anderes kümmern, als neue Betriebe einzugliedern, ich glaube vor allem die Großen sind da recht professionell aufgestellt und die sehen sich natürlich schon sehr genauer an, wen sie sich da ins Haus holen und die spannendste Dynamik Bei Mercedes-Benz ist ja auch der Verkauf der Niederlassungen. Da passiert gerade sehr viel und da ist es spannend, wegen dem Agenturmodell werden da Marktgebiete verteilt. Das ist jetzt gerade die große Gelegenheit, ich, für alle nochmal richtig zu wachsen, bevor dann für die nächsten Jahre, wenn der Verkauf abgeschlossen ist, wahrscheinlich das Übernahmepotenzial deutlich kleiner ist. Christoph Baeuchle: bin da skeptisch, weil wenn ich zukauf muss ich ja auch zusammen wachsen und wir kennen aus vielen übernahmen dass das nicht wirklich klappt. mal ein Beispiel aus einem anderen Bereich zu bringen, ⁓ der hat in Europa massiv zugekauft und hat sich quasi immer weiterentwickelt mit vielen kleinen oder kleineren Unternehmen. Stahlgruppe würde ich jetzt nicht kleiner bezeichnen als Herzstück in Deutschland, aber da sind noch etliche dazugekommen. Die Gruppe scheint einfach nicht zusammenge... wachsend zu sein. Und jetzt stehen sie wieder zum Verkauf. Es ist nicht so ⁓ denken, ich kaufe ein anderes Unternehmen und das läuft dann von selber. Nein, Übernahmen sind aus meiner Sicht kein Selbstläufer. Burkhard: Ja, da gibt es natürlich auch ein Clash of Cultures. Van Mosel zum Beispiel kauft sehr stark zu. Holländer, auch Auslandsexpansionen, kaufen dann zwölf Standorte in Polen, wollen es aus den Niederlanden fahren. weiß jetzt nicht, ⁓ sowas hinführt und wir werden in zwei, drei Jahren da sicherlich noch eine Menge spannender Storys schreiben können, wie sich denn diese... ⁓ angebliche dann letztlich äußert. Aber ein eigenes Thema, berichten ja auch viel zu diesen Themen. Dann auf der Bühne habe ich ja gefragt, es gab ja diesen Trend bei Autoherstellern, dass sie alle Mobilitätsdienstleister werden wollten, was sich ja auch in Luft aufgelöst hat, weil es recht gaga war. ⁓ Den gleichen Trend gab es im Autohandel, dass manche gesagt haben, sie müssen Mobilitätshändler werden. Sie müssen alles vorhalten. Langzeitmiete, Kurzzeitmiete, Abo-Modelle, e-Scooter, Vertreiben etc. Ich glaube, Thema, habt ihr das mitbekommen auf die Bücher? Ich glaube, das war schnell abgefrühstückt. Also es geht Verkauf Autos und Punkt. Wie du sagtest, Christoph, auch kein Kaffee verkaufen, sonst nicht. Sie wollen Autos kaufen. Christoph Baeuchle: habe die Zeit genutzt für meinen Powernap, von dem her habe ich da auch gar nicht alles mitbekommen. Aber unterm Strich. Ich meine, die Händler sind schon relativ breit aufgestellt und wir haben in der Vergangenheit gesehen, ist auch nicht immer so leicht zu denken, okay, ich nehme das dazu, ich nehme jenes dazu. Nach Corona dachten die, ich mache Camper und dann sind viele in die Richtung gelaufen. Das lief einfach nicht. haben viele richtig Lehrgeld bezahlt und das haben wir auch bei anderen Sachen. Abo-Modelle laufen bei vielen zum Beispiel nicht wirklich richtig. Burkhard: Ja, bei uns. Apropos Abo-Modell, das muss ich nur kurz sagen. Wir haben nämlich ein neues Angebot. Das All Access-Angebot von uns für die Print-Ausgabe, für die App, für Datencenter. Alles, was wir haben. All Access 199 Euro, das Jahresabo statt 699 Euro. ⁓ du, Christoph, da würdest du kein Powernap machen während meines Panels. sondern da würdest du sagen, da muss ich zuschlagen. Aber das machen wir dann mal bei einem Medienkongress und nicht bei einem Autohahnertskongress. Also All Access, ich glaube es geht noch sechs Wochen bis zum 31. Juli. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, Armin Christoph, ihr habt schon ein Abo, ein freier Abo sogar, ihr braucht es nicht. Aber für die Zuhörer, All Access könnt ihr bei uns bekommen. ja, es ist alles dabei. Vor allem 10 % Rabatt für die Kongresse finde ich ganz cool, weil wir wollen ja viele Leute da Und wir werden das euch in den Show Notes zeigen, wo ihr das genau bekommen oder direkt unter www.automobilwoche.de slash zur Sache ein Wort minus Abo. So viel zum Thema Abo-Modelle, die noch funktionieren. Genau, glaube damit haben wir das Thema, wie jeder sich breit aufstellen will oder nicht. Armin, ich glaube du wolltest auch noch das Thema reinbringen, weil wir Luke dabei hatten und ich fand das wirklich spannend und habe gemerkt, dass die Zuschauer das auch für neu empfunden haben. Luke baut Fahrzeuge. Luke ist ein Autohersteller am Ende des Tages. Armin Wutzer: Sie heißen ja nicht umsonst Fahrzeugwerke LUK AG. Ich fand das ein extrem cleverer Move, den die da gemacht haben. 2021 haben die einen Hersteller oder Umbauer von Ambulanz- und Rettungsfahrzeugen übernommen. Die haben sich ganz speziell diese Branche ausgesucht, weil es wenig Volatilität gibt man sich da ein bisschen klassischen Autohausgeschäft unabhängig machen kann. Die sind da nicht der einzige. Es gibt viele Händler, die Fahrzeuge umbauen, gerade verflotten Handwerkerfahrzeuge. Aber ich glaube, soweit wie Luke, es gehen nur wenige, die jetzt da wirklich Weltmarktführer für Ambulanz- und Rettungsfahrzeuge sind und die mittlerweile 300 Millionen Euro damit im Jahr umsetzen. Das finde schon eine ganz gute Wachstumstory. Burkhard: Auch im Defensbereich, die kommen über Mercedes, hatten sie da einen Fuß in der Tür? Armin Wutzer: die Basis der Fahrzeuge sind, ich glaube die sind da gar nicht so sehr auf Mercedes festgelegt, aber spielt natürlich auch eine Rolle. Burkhard: Ja, glaube am Anfang war es Mercedes mit den Krankenwagen und im Verteidigungsbereich und jetzt sind sie aber breiter aufgestellt. Da wird Mut mal belohnt, ne? Unternehmerischer Mut. Also das finde ich auch eine starke… hast du gesagt 300 Millionen Euro Umsatz? Wow. Armin Wutzer: Ja genau und die machen damit auch, das sagte mir der Martin Storm Weile mal im Interview, die erzielen damit Renditen auch wie Autohersteller im Bereich von 6 bis 10 Prozent. Wenn man es dagegen hält, die Durchschnittsrendite im Autohandel 2025 waren 1,1 Prozent. Das heißt da ist auch gutes Geld damit verdient. Burkhard: Christian Lindner haben wir natürlich auch gefragt, wie Wachsungsstrategie, aber er hat sie erklärt. Sie nicht Autohändler auf und integrieren die, sondern kaufen im Grunde die Immobilien. So habe ich das dann jedenfalls verstanden. Aber Geschäft bei denen brummt, funktioniert, sie wachsen, mehr Digitalisierung und autopunkt.de war auch spannend. Also es gibt eine dritte große Plattform. in Deutschland, die aber nicht zu vergleichen ist mit mobile.de oder autoscout24, weil sie nehmen keine Vergütung dafür, wenn andere dort Autos hinstellen wollen. Und das machen sie, weil ihr ganzer Bestand ist da drin. Übrigens auch bei autoscout jetzt selbst, hat er auch erzählt, also dass sie bei autoscout ihren Bestand, aber auto.de ist eine weitere Plattform. die einem Marketing-Vehikel ist, habt ihr das auch so verstanden? Armin Wutzer: Ich fand es eigentlich ein smarten Move, dass man die Plattform kostenlos für andere Händler öffnet, weil je größer das Angebot, desto besser auch die Nachfrage. fand ich einen guten Ansatz, dass man so herangeht. Christoph Baeuchle: Also bis die Plattform groß ist, da sollten wir noch bisschen Wartung oder Geduld mitbringen, würde ich zumindest sagen. Du hast von drei Großen gesprochen. Da haben wir natürlich noch andere wie Santander, die Autobörse, da mit drin ist. Und wir kennen es aus Erfahrung, dass die Händler durchaus nicht immer bereit sind, andere Händler zu unterstützen. Wir denken an alles Auto von der AWAC. Burkhard: Hab ich groß gesagt? Aha, okay. Ja. Danke. Christoph Baeuchle: die dann auch versucht hatte, aufzuziehen, was nicht geklappt hat. der Weg der gescheiterten Plattform ist einfach lang. Burkhard: Und die Liste angeschalteterten Plattformen ist auch nicht kurz. Christoph Baeuchle: Ja, das hätte ich wahrscheinlich besser so ausgedrückt. Burkhard: fand ich spannend. Also Digitalisierung und KI wäre dann letztlich auch eine Wachstumsstrategie. Den Mobilitätshändler haben wir ja wieder ausgeklammert. Dann wären wir bei diesen fünf Wachstumsstrategien, über die wir gesprochen haben. Gebrauchtwagen, neue Marken, meistens von Chinesen, Größe durch Übernahmen. Fahrzeugbau ist schon sehr individuell. Ich weiß nicht, wie viele es dann wirklich machen. und Digitalisierung und Deswegen fand ich recht kurzweilig, auch unser Panel. Ich hatte Christian Lindner übrigens noch gefragt, wie er denn zu Autoland gekommen ist, dass er es noch einmal genau erzählt. Er hat gesagt, er hat sich als ehemaliger Finanzminister eher vorgestellt, dass bei Goldman Sachs oder JP Morgan irgendwie im Finanzmarkt vielleicht tätig ist. Er wollte auf keinen Fall wie gerne Politiker auch so NGOs oder sich in irgendwelchen Behörden parken oder irgendwelche Stiftungen leiten, sondern er wollte ja eine ehrliche Arbeit machen, was er jetzt tut und hatte diesen Cold-Call von Herrn Anklam bekommen, der ihn einfach angerufen hat und gesagt, lass uns uns treffen auf einen guten Kaffee dann damit haben wir das dann auch recherchiert. und erledigt und er ist nicht zu irgendwelchen NGOs whatever, sondern in den Autohandel und das fand ich ganz lustig, als er noch sagte, ja viele Leute gesagt haben, ach sie ärmster, sie müssen jetzt in den Autohandel gehen und how deep can you fall und diese ganzen Toys hat er gesagt, also es prasselte ja in seinem Büro sozusagen Beileidsbekundungen ein. wo dann Christian Lindner und seine Sekretärin sich den Scherz draus gemacht haben, ab und zu zurückzuschreiben. Vielen Dank für Ihre Beileidsbekundung. Wir sammeln die und Herr Lindner liest sie dann später im Firm Fand ganz gut. Und so viel zum Thema, wie Leute draußen Autohändler gebraucht waren, Händler schauen das... Es ist fast traurig, aber Social Media ist da natürlich auch immer eine tolle Plattform, Sport und Hämel zu verbreiten. Fand ich zum Schluss auch ganz, ganz lustig. Sind wir durch oder haben wir eine große Wachstumsstrategie vergessen, wenn wir die fünf erarbeitet haben? Armin Wutzer: Mir fällt keine mehr ein. Burkhard: Gut, und ich glaube Christoph, was man schlussendlich sagen kann, ist das, was wir jetzt gerade besprochen haben, eher für die größeren gilt und nicht für den one pony auf dem Christoph Baeuchle: Absolut, glaube der kleine Familienbetrieb auf dem Land hat seine Berechtigung und die wird er auch in Zukunft haben und das ist gut so. Burkhard: Ja, das ist ein Schlusswort. Christoph Aminus hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sollten öfter das Thema Handel in den Podcast mit reinnehmen. Da spielt die Musik oder wie Christian Lindner sagte, das letzte große Abenteuer in dieser Wirtschaftswelt ist der Autohandel. damit danke und ciao.