speaker-0: Tim! Tim! Tim! Das ist der Herr Andersen! Andersen! Ich wollte sagen, was ist los mit meinem Freund Tim und Get Friends With Tom. speaker-1: Und gute Freunde. Moin, Moin. Servus und herzlich willkommen zu GF The Talk. Name ist Tim. Heute Interviewausgabe. Interviewausgabe bedeutet, haben heute einen Mann, ich sag mal so, den beschreibt eines ganz gut. Ein Schnauzer, ein Schnurrbart. Der Must-Hedge ist a must-have. Hier ist Kevin Kydon, mein Lieber. speaker-0: Ja genau, hier ist er, der einzig wahre, der geile Schnauzer, die Härte aus Schwaben, Kevin Caden. Danke, dass ich da sein darf. speaker-1: Mein Lieber, schön, dass du da bist. Wir haben im Vorgespräch schon drüber gesprochen und dann hat sich eins aufgeklärt, dass du mich schon öfter gehört hast sprechen, als ich dich. Weil wir haben heute das erste Mal zusammen gesprochen. Du kanntest aber GFD Talk schon früher, hast du gesagt. speaker-0: Ja, also GF der Talk kenne ich eigentlich schon seitdem ich Euro-Wrestling-Fan bin, glaube ich. Ich habe das damals noch in meinem, sag ich mal, Kinderjugendzimmer gehört, als ich mir noch kein Fitnessstudio leisten konnte und da mit meinen Handeln trainiert habe. Ich hatte eine Bierbank im Kinderzimmer stehen und habe da dann mein Bankdrücken gemacht und parallel GF der Talk gehört. speaker-1: Du hast auf jeden Fall eine sinnvolle Sache gemacht. Ich dich fast gesagt. Aber vielen, vielen Dank, dass du dann heute hier bist. Ich stelle immer eine andere Frage, die nicht so ganz zu einem Anfang von einem Video passt. haben eben schon so bisschen gehört, der Schnurrbartmann, wie man in Norddeutschland zu dir sagen würde, dann auch dich gerne mal was fragen. Wir haben im Vorgespräch auch dank meines congenialen Producers schon ein bisschen darüber gesprochen, der Starke August bei Pippi Langstrumpf. Der Stramme, Max. Dein Gimmick so ein bisschen, war das von Anfang an so geplant oder wie du schon gesagt hast, hat sich da eher hin entwickelt? speaker-0: Es hat sich tatsächlich da eher hin entwickelt. Ich hole mal ein bisschen aus. Also generell als ich da begonnen habe, hatte ich jetzt noch nicht wirklich so auf dem Schirm, was mache ich denn? Ich wusste am Anfang so, ich will auf jeden Fall ein Heel sein. Würde ich jetzt auf jeden Fall verneinen, auf keinen Fall. Nur wenn es wirklich sein muss, wenn die Promoters alles machen will. speaker-1: Aber das ist bei vielen so, dass sie am Anfang der Hiel speaker-0: Wahrscheinlich der Klassiker, der hiel sein, der richtig böse ist, der so irgendwie der Zerstörer ist. Aber nee, so war es eben nicht. Ich habe damals ungefähr so debütiert. dann, das war während der Corona-Zeit bei einer meiner Shows. Das war dann schon, glaube ich, tatsächlich, ja, das war die zweite Show. Das war die zweite Show nach meinem Debüt. Da war eine lange Corona-Pause drin und da habe ich meinen Look verändert. Und zwar ... den ikonischen Look hin zum Schnauzer. Ich hatte zuvor einen Vollbart und ich hatte tatsächlich auch mal eine Glatze. Und während der Zeit habe ich mir dann halt gedacht, was mache ich? Und dann habe ich mir einfach mein Bart abrasiert und den Schnauzer stehen lassen, mir Haare wachsen lassen und bin dann so rausgekommen damals. Und im Publikum waren drei Fans, denen habe ich das tatsächlich eigentlich mehr oder weniger zu verdanken, weil die haben mir mein Gimmick gegeben. Ich bin vorbeigelaufen und einer davon hat wirklich lachen angefangen und meinte, geiler Schnauzer! Dann ist das so ins Rollen gekommen. Das hat seinen Lauf genommen und gefunden. Ich war damals noch hiel. Die Leute haben mich aber instant ohne Faceturn so offiziell eingeleitet. Einfach durch mein Auftreten, durch meinen Look zu einem Face geturnt. speaker-1: Und alles durch den Schnauzer eingeführt speaker-0: Indem sie einfach wirklich permanent geiler Schnauze gerufen haben. Und diese Rufe halten ja bis heute an. Ich bin inzwischen in nahezu allen Promotions als Face unterwegs. Und in der Regel, also in den Promotions hier in Süddeutschland, wird immer geiler Schnauze gerufen von der ganzen Halle. Es ist eine Mega-Atmosphäre. Ausnahme ist im Saarland, da wird das Schnorresmann bejubelt. Genau. Und dann hat sich das so entwickelt mit dem Auftreten nach außen. Ich wollte immer ... haben, dass das Oberkörper frei ist und dann dachte ich mir, das wäre irgendwie cool, das würde zu mir passen, wenn ich eben genau diese Hose, so wie ich sie jetzt trage, trage und dann hat sich das einfach dahingehend entwickelt. ich war jetzt nicht den starken Ausgust aus Pippi Langstrumpf als Vorbild genommen oder so, aber so würde ich mich beschreiben, sieht cool aus. speaker-1: Es ist ja auch völlig verrückend. Andere springen eine Shooting Star Press oder einen 450, ⁓ bei den Leuten im Kopf zu bleiben. Der Kevin Caton hat, ich sag mal, einen Schnorrbart, einen Schnauzer, einen Schnorres, wie du gesagt hast, und bleibt so bei den Leuten in Erinnerung. Es ist ja so, sicherlich hat der ein oder andere in Deutschland einen Schnorrbart, aber ich hab auch das Gefühl, da möchte ich so bisschen aus dem Nähkästchen von 16 Karat Gold plaudern. Ich war mit meiner Tochter da, und dann hat sie zwei Leute gesehen, die ein T-Shirt von dir anhatten und auch ein Schild von dir mit hatten, beim 16 Karat. Dann hat sie mich gefragt, was soll das? Der ist doch gar nicht hier. Und dann ist das anscheinend, hat er einiges richtig gemacht. Wirklich, das ist eins zu eins genau so passiert. das stimmt wirklich. Du könntest meine Tochter dazu holen, die würde das bestätigen. das ist halt verrückt, weil die hat dich noch nie wahrgenommen. speaker-0: Das ist ja mega cool. speaker-1: WXW Wrestling und Wrestling in Norddeutschland ist, was sie kennt. Sie hat mich darauf angesprochen und da habe ich geguckt und es war ein glücklicher. Und ich wusste zu dem Zeitpunkt schon, dass ich vielleicht gehen auf der Talk wieder machen wollte. Und im Endeffekt witzig, dass ich dich jetzt darauf ansprechen kann. Was macht das mit einem, wenn man auch so frenetische Fans hat? Ich habe ja auch bei Shows in Bayern gesehen, teilweise nicht wie Schilder und so für dich da sind. Das ist ja verrückt, mein Lieber. speaker-0: ⁓ ja, das ist wirklich, gerade auch das, du mir das erzählt hast, hatte ich Gänsehaut. Weil ja, wie du sagst, irgendwo habe ich ja was richtig gemacht, wenn Fans da hochfahren zum größten, zu mir hier in Deutschland, Europa, aber mein Merch anhaben, obwohl ich da gar nicht da bin. und Schilder dabei haben und irgendwas signalisieren wollen. Irgendjemanden ja bucht den, rückt den in den Mittelpunkt. Das ist ja richtig cool. Wie hat man mir immer gesagt, man soll eben auch dieses Gimmick annehmen und das Gimmick leben. Also ich habe mir nicht zwanghaft hier selber was rausgesucht, sondern ich hab's mir geben lassen von den Fans und bin da mitgeschwommen und halte das hoch, was die Fans eben sehen wollen. Und das ist wirklich ein Mega-Gefühl. Abseits davon auch fällt mir grad ein, irgendwann passiert es auch, dass man dich so erkennt irgendwo auf der Straße beispielsweise. Und das passiert auch recht häufig inzwischen. Und es ist auch jedes Mal ein Mega-Gefühl. Ja, wenn dich jemand erkennt und ich nehme mir auch immer die Zeit und rede mit demjenigen. Frag ihn auch immer, woher kennst du mich? Wo hast du mich gesehen? Und so weiter und so Übrigens kleiner Tipp hier eine Serie zu schauen und zwar die Young Rock Serie. Da gibt es auch mal eine Folge wo das vorkommt, wenn Fans eben einem begegnen und wie man sich gegenüber Fans dann verhält. speaker-1: Ein geheim Tipp übrigens, wer die Serie noch nicht gesehen hat und Wrestling-Fan, grad auch vielleicht die 90er Jahre und Anfang der 2000er mitgekriegt hat, der sollte auf jeden Fall diese Serie mal gesehen haben, ehrlich gesagt. speaker-0: Ja, so geil. Du hast ja anscheinend gesehen, dann weißt du, von welcher Folge ich spreche. Da sind sie mal im Restaurant und da werden sie immer angesprochen von Fans eben und wie man damit umgeht. Das ist schon geil. speaker-1: Die Rolle übrigens der Großmutter von The Rock und wie das auch gespielt wird und was da passiert, das ist unfassbar möglich. Diese Frau, allergrößter Respekt, die hat Wrestling hochgehalten bis zur letzten Sekunde, glaube ich. Also wirklich starke Serie. Wer die nicht kennt, einfach angucken. Ich glaube, die Garts bei Sky oder die gibt es immer noch bei Sky, sogar alle Folgen zu gucken. Also wer Sky hat wegen Bundesliga oder anderen Sachen, kann sich die Serie auf jeden Fall angucken. speaker-0: Genau. speaker-1: Erbung übrigens für die Veganics ging leider, Kevin. speaker-0: Ja, sorry. speaker-1: Ja, ich würde dich nämlich gerne mal fragen, Kevin. Wir haben so ein bisschen über den Schnauzer gesprochen. Kannst du uns noch mal ein bisschen mehr erklären und vielleicht die Zuhörer Zuhörerinnen auch mitnehmen, was dein Charakter noch ausmacht, was du zeigen möchtest, was für eine Art von Wrestling du machst, damit vielleicht der ein oder andere, der dich jetzt noch gar nicht kennt, so ein bisschen ein Gefühl davon bekommt, was du für ein Charakter bist. Okay. speaker-0: Wir starten einfach mit einer Beschreibung der Äußerlichkeit. Ich bin 1,75 Meter groß, hab 102 Kilo grob und bin recht stämmig. Ja, massiv. Und wenn man sich das jetzt eben bildlich vorstellen will, wir hatten vorhin aus den starken Ausruss aus Pippi Langstroth diesen Vergleich. Ich bin dieser Jahrmarkt-Strongman-Catcher. Genau. Und mein Wrestlingstil ist sehr auf Kraft ausgelegt und basiert. Also ich mache viele Suplex-Suplessenwürfe. alles was mit irgendwie Kraft und Ausheben zu tun hat, genau das ist mein Ding. speaker-1: bis in Bayern in der Szene auch groß geworden. Kannst du die Leute mal ein bisschen mitnehmen, wie das damals angefangen hat, dass die Idee in dir groß geworden ist, dass du Catcher werden möchtest und wie das dann zu den ersten Trainings kam? Kannst die Leute mal mitnehmen. speaker-0: Angefangen hat es 2008 mit dem Wrestling-Fan sein. hat mir ein Kumpel gesagt, schalt mal ein auf DSF, da kommt was Geiles. SmackDown heißt es. Schau dir das mal an. Dann habe ich mir das angeschaut und war eigentlich sofort gefangen damals. Und dachte mir, wow, das will ich machen. Wer war damals aktiv? 2008, 2009 hier. Da ich wirklich in Erinnerung den Undertaker, logischerweise. Jeff Hardy. MVP war damals groß gefeatured, Matt Hardy, Finlay fällt mir immer ein, den habe ich auch sehr gern gesehen. Dann dachte ich mir, das muss ich irgendwann machen. Aber, damaliges Problem natürlich, kannst du nirgendswo machen, gefühlt. Plus in der Zeit war ich auch zu jung dafür, das noch zu machen. Okay, aber ich bin drangeblieben und habe dann 2012 Euro-Wrestling entdeckt und war auf meiner ersten Live-Show zufällig, war ich da in einem Urlaub an der Ostsee und da war damals in Hamburg die erste WXW-Live-Veranstaltung. speaker-1: Da waren wir auf derselben Show auf jeden Fall schon mal, ja? speaker-0: Cool, also haben wir uns doch irgendwann mal gesehen. Genau, da war ich noch sehr jung, sag ich mal, und war damals aber da. Und ⁓ mein Gott, fällt mir gerade ein, da war eigentlich ja Finlay auch angekündigt, der kam da nicht, aber wir hatten im Main Event Walter gegen die Bierbank. Genau, die Bierbank, ja, die Bierbank ist gebrochen. Und wer da alles da war, noch, also das Sumerian Death Squad damals noch, also Tommy End und Prince David war ja auch, also Finlayler war da. speaker-1: Wir bangen uns weg selber. speaker-0: Genau, das war meine erste Show live und da damals auch was zu finden. Auf My Video gab es ja noch bisschen diese GSW Folgen. Das hat mich dann schon fasziniert. Euro Wrestling hier in Deutschland. Hier muss man anfangen, ⁓ groß rauszukommen. Da natürlich der Traum. Ja, WWE. Da muss man hin. Das wäre der Traum. Aber erstmal klein anfangen. Also habe ich mich da sozusagen eingefunden im deutschen Wrestling. Über die spärlichen Möglichkeiten. Mich informiert eben, was gibt es so in der und unter anderem eben da auch damals deinen Talk schon gehört. Zuerst bin ich drauf gestoßen eben auf Alex Wrights Schule, die eine W, aber die war für mich eigentlich keine Option, weil sie mir damals einfach schlichtweg zu teuer war. speaker-1: Jetzt wäre das von dir weg gewesen, Alex Wright. speaker-0: Also in Fahrtzeit, sage ich mal, zwei Stunden. speaker-1: Okay, das würde ja aber noch gehen. speaker-0: Das geht. Ich kann jetzt schon mal vorwegnehmen, für Wrestling muss man Opfer bringen. Und wenn man die nicht bringt, dann kommt man nicht weit. Und die WXW hat damals noch im Westside Dojo trainiert. hat damals, ich weiß nicht, ob du schon mal gehört hast, diese Sommercamps angeboten. Dann habe ich mich damals für so Sommercamp angemeldet. Das müsste 2013 gewesen sein. Und habe mich gefreut und gefreut und gefreut. Dann wurde es kurzfristig abgesagt. Damals hat es dann geheißen, wenn du in eine Sommercamp gehst, hast du danach ein Gespräch mit, ich glaube, Christian Michael Jakobi und Hasilo Jung und dann sagen die dir, ob du was taugst und ob du weitermachen kannst. Dann hat sich das erstmal erledigt mit diesem Nicht-Sommercamp und dann war ich bei den Shows von GWP in Schwabach. Träte ich ja inzwischen auch selber an bei denen. Also damals noch in Rot. und die hatten vor den Shows Seminare. Früher war es ja gang und gäbe eben über Seminare unter anderem auch zu lernen für alle, die neu einsteigen und da... speaker-1: Du hast so bisschen den alten Weg noch genommen am Anfang. speaker-0: Ja, jetzt nicht ganz. Ich hatte leider nur zwei Seminare und dann kam eine Verletzung. Aber theoretisch hätte ich diesen Weg versucht zu nehmen. Genau, also ich habe mich schon rein gesteigert und wollte es wirklich machen. Und mein erstes Training war dann bei der GWP 2013 mit Murat Bosporus. Murat Bosporus hatte damals noch einen Schüler, den Martin Brecher, und der hat ein Seminar eben angeboten bei GWP. Und da war ich eben da und habe es mit einem anderen Teilnehmer sozusagen einen Wrestlingunterricht bekommen. Und dann war ich natürlich so das erste Mal im Ring gestanden und dachte mir, okay, das muss ich wirklich machen, das will ich machen, ich zieh das durch. Dann hat GWP mein zweites Seminar war tatsächlich mit Petey Williams. Also schon verrückt. Wir haben damals keinen Canadian Destroyer gelernt, aber auch da war ich dabei und da habe ich dann Kontakte geknüpft zu... Society of Wrestling, die gibt es heute nicht mehr in Odelshausen, hier bei Dachau, bei mir in Bayern. Ich weiß nicht, die wird man in Norddeutschland nicht kennen, die Akteure, die damit verbunden waren. Johann Schuster ist glaube ich der prominenteste. Ja, der da auch bei der G- speaker-1: Ja, den kenn ich zum Beispiel. GWP zum Beispiel, gecatched auch. speaker-0: Genau, der war von denen eben und mit denen habe ich mich verständigt und habe gesagt, das wäre nämlich nur 40 Minuten von mir weg gewesen. Ich habe damals auch selber einen Motorradführerschein gehabt, da hätte ich hinfahren können. Und genau in dieser Woche, in der ich da zum Training das erste Mal gehen wollte, an einem Sonntag, die hatten auch einen eigenen Ring, habe ich mich tatsächlich im Judo verletzt. Also ich mache, seitdem ich sechs bin, jetzt nicht mehr, aber seitdem ich sechs Jahre alt war, habe ich Judo gemacht und hatte tatsächlich auch die idealen Voraussetzungen eben fürs Wrestling. Wer Judo oder Ringen macht, kann eigentlich schon Fall, der muss nur noch die Wrestlingpsychologie lernen. habe mich im Judo verletzt, einem im Wrestling sagt man dazu Cross-Arm Breaker. Im Judo ist es der Shushiga Dame und habe mir die linke Brust abgerissen. speaker-1: Das hört sich für einen Ringer und für einen Wrestler sehr scheiße an. speaker-0: War auch scheiße, weil das hat mir mein ganzes Leben damals auf den Kopf gestellt. speaker-1: Wie lange ist man bei sowas? Out of order? speaker-0: Ich spoilere jetzt mal schon vor, ich habe mir als aktiver Wrestler dann später die rechte Brust auch noch abgerissen. Da war ich ein halbes Jahr Out of Order. Bei der linken Brust war ich eigentlich lange Out of Order. Das erklärt eben diese lange Pause zwischendrin. Ich habe mir nämlich die damals abgerissen, wusste aber zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich sie mir abgerissen habe. Die Ärzte wussten das auch nicht. Also das war eben 2014 und da hat kein Arzt einen Plan gehabt, dass ich mir wirklich hier den Pekto Rales Major, die große Brustmuskulatur, irgendwie zerfetzt hab. Und dann ging's los und ich bin von Arzt zu Arzt gelaufen mit Schmerzen und einem Unvermögen halt dieser Bewegung in dieser ganzen Brust. Niemand wusste, was los ist. Es hat nichts gebracht, irgendwas zu röngten oder ich wurde sogar ... eigentlich mit einem Ultraschall behandelt, niemand hat was gesehen. Inzwischen weiß ich, dass man es eigentlich schon sehen kann, wenn man geschult ist. Da war eben mein Leidensweg tatsächlich bis 2020, also von 2014 bis 2020 hatte ich das Problem, dass da nie was operiert worden ist und auch die Krankengymnastik nicht wirklich was gebracht hat und ich permanent Schmerzen hatte. speaker-1: bist ja völlig verrückt über diese Zeitspanne, ehrlich gesagt. speaker-0: Das ist wirklich fällig verrückt. Ich war dann irgendwann in einem Fitnessstudio und da hat dann ein Fitnesstrainer mich mal abgetastet ordentlich und der hat dann gesagt, ja hey, der Muskelstrang ist doch komplett durch. Ja und da wusste ich dann, was habe ich denn eigentlich? Und dann habe ich mich damals selber informiert und habe herausgefunden, dass wir in Deutschland eigentlich mehr oder weniger nur einen Menschen haben, der sich damit wirklich auskennt und der das Ganze auch operiert und das ist der Dr. Rich aus Rosenheim. Der ist dafür auch bekannt, der operiert wirklich regelmäßig auch wirklich die großen Namen in der Bodybuilding-Szene und da war es mir aber eigentlich irgendwo schon zu spät. Da habe ich mir gedacht, scheiße, nee jetzt meine ganze Muskulatur hat sich anders ausgeprägt. Der fehlende Teil wird kompensiert durch meine Oberarmmuskulatur, durch Rückmuskulatur, durch was weiß ich alles, das lassen wir jetzt und Wrestling ist auch auf Eis gelegt. Damals Judo auch. Ich habe mein Leben vom Sport weggekrempelt. Es war erst mal Geschichte. Und dann 2020, also 2019 kam irgendwo der Punkt so. Ich bin im Fitnessstudio, wie immer, gehe mit meinen Schmerzen ⁓ die ich da immer hatte. Und auf einmal war der Schmerz weg. Ich hatte keine Schmerz mehr von einem auf den anderen Tag, ohne dass ich was anderes gemacht habe. Dann dachte ich mir, okay, interessant. Vielleicht geht da doch noch was. Und dann gab es einen Schlüsselmoment. Ich war bei einer Wrestling-Show bei der OWG. im Publikum, also die sind im Schwarzwald, Outlaw Wrestling Germany, da ketsch ich inzwischen auch. Und da waren Leute von der EWS, Erding Wrestling Show, wo ich auch gelernt hab, auf der Karte. Und dann dachte ich mir in diesem Moment, wow, die sind jetzt hier aus Bayern, die haben es hier raus geschafft in der Under-Promotion, komm, das musst du auch machen, jetzt bist alt genug, jetzt hast du einen Führerschein und so weiter und so fort, fahr doch einfach mal hin, du hast keine Schmerzen mehr, tu's. Und dann bin ich da Anfang 2020 hingefahren, hab mein erstes Training absolviert und wusste, Okay, ich war damals schon bei den Seminaren im Ring gestanden. Ich muss das einfach jetzt wieder durchziehen. Und dann hat sich so der Weg gebahnt. Dann kam ziemlich schnell mein Debüt, dann kam Corona und dann kam der erste Aufstieg des Rumkommen in den Promotions. Dann kam meine zweite Verletzung, meine rechte Brust war ab. Da habe ich mich dann, also da wusste ich, was es ist in der Zeit. Also da habe ich über Jahre hinweg eben sofort gewusst, yo, meine rechte Brust ist ab und ich weiß, was ich zu tun habe und habe Sofort, also es war am Samstag bei COW, da habe ich mir die Brust gerissen und am Montag habe ich bei Dr. Ritsch in Rosenheim angerufen und einen Tag später war ich bei dem auf dem OP-Tisch gelegen, habe mich operieren lassen, sechs Monate Ausfall, kam dann zurück bis heute. Genau, das ist mein Weg ins Wrestling. speaker-1: Ich stand jetzt mehr Verletzungen als Catchen gefühlt, aber wenn ich so auf die Cards gucke in Deutschland, dann sieht das schon anders aus. Wie zupriden bist du, wenn man dich jetzt fragen würde? Du bist in Bayern überall fast zu sehen, wenn ich es richtig weiß. Eberscatch, GWP, was gibt es noch? Wo bist du noch zu sehen? Im Süden, mein Lieber. Im Süden? Bei EWS? speaker-0: ist natürlich meine Heimatpromotion, Stammpromotion. habe im Süden, glaube ich, tatsächlich vor allem in Bayern alle Promotions abgedeckt. Da gibt es noch Gaw, dann Catch for Glory, seit jüngstem Southern Wrestling Zone. Ja, fällt mir noch was ein. Newe habe ich nicht. Aber insgesamt, ich habe jetzt gerade mal nachüberlegt oder geschaut, es sind 28 verschiedene Promotions, für die ich inzwischen gecatcht habe. 172 Matches. Ich glaube, das kann man sehen lassen in Deutschland. speaker-1: Das stark, ja? Ja. speaker-0: Ja, jedes Wochenende wird gerettselt. speaker-1: Aber du hast eben gesagt, du warst schon sehr erfreut, wie du auf einmal Leute aus deiner Gegend woanders Catchen sehen hast. Wenn ich dich jetzt fragen würde, aber guck mal, wie viele Promotionsgeballt im Umkreis für dich vielleicht von anderthalb Stunden Fahrt gibt, wo du hinfahren kannst und Catchen kannst. Das ist doch völlig verrückt. speaker-0: Das ist völlig verrückt. ich ja eben, wie ich vorhin gesagt habe, eingangs eben Anfang 2012, da wo VXW in Hamburg veranstaltet hat, da gab es ja wirklich wenig in Deutschland. Und jetzt gibt es überall Wrestling und du kannst jeden Samstag irgendwo zum Catchen gehen, wenn du Bock hast. Und das vielleicht, also in Anführungszeichen, vor deiner Haustür gefüllt. Also ich bin froh über diese, also die kurzen Fahrtwege inzwischen. Da bin ich schon sehr froh. speaker-1: Aber im Endeffekt ist der Tag ähnlich, als ob man weit wegfährt. Man kommt auch nicht so früh nach Hause, auch wenn man es denkt meistens. speaker-0: Nein, egal wie, ganze Tag ist immer kaputt. du ja wirklich, du musst dich in der Früh schon vorbereiten, dann fährst du hin, dann bist du da den ganzen Nachmittag, dann ketschst du am Abend, wenn es hochkommt, zehn Minuten und dann geht's wieder nach Hause. Ja, also der Tag ist kaputt. speaker-1: Wenn man dich fragen würde, was für Situationen im Ring lernst du am meisten? Was sind das für Sachen, wo du auch Sachen mitnehmen kannst aus Matches und Kämpfe? speaker-0: Tatsächlich, wenn man wirklich mit erfahrenen Rennwästlern catcht, da habe ich am meisten immer gelernt. speaker-1: Gibt's Namen, die du dann nennen kannst, die du auch schon vor dem Schnauzehade, hätt ich fast gesagt. speaker-0: Vor dem Schnauze, ganz oben natürlich Marc Coffey als ehemaliger WWE-Superstar bei Ebersketch. Das war wirklich ganz anderes Erlebnis. Wie man mit jemandem in den Ring steigt, der das wirklich professionell betreibt und da wirklich seinen Hauptlebensunterhalt verdient. ist was ganz anderes. Genau, dann jedes Mal mit Hector, wenn ich in Ring gestiegen bin oder mit Max Berg. Das ist einfach ein ganz anderer Umgang. speaker-1: Du hast ja auch Namen genannt, du bist ja dann auch meistens ein bisschen höher in den Cards. Ist sowas für dich eine Anerkennung, solche Gegner wie Mark Coffey jetzt bei Eberscatch zu bekommen? speaker-0: Ja, definitiv. Das ist natürlich eine Anerkennung, wenn man jemandem zutraut, dass er das eben meistern kann. Also da war ich sehr, sehr, sehr erfreut, muss ich schon sagen. Und tatsächlich auch, weil du sagst, höhere Positionierung in den Cards. Wenn du eben das Vertrauen bekommst, den Main Event zu machen, beispielsweise, wie geil ist denn das? So der Promoter setzt auf dich, es geht ⁓ Tickets verkaufen. Er stellt dich in den Main Event, er begürbt dich damit. Wenn es dann auch noch ⁓ den Titel geht, er gibt dir den Titel. Also ich habe inzwischen ja einige Titel auch bekommen und das nicht nur in einer Promotion, sondern in verschiedenen Promotions. Und das ist schon wirklich eine Würdigung von mir als Mensch, als Charakter, das ganze Gesamtpaket. speaker-1: Im Endeffekt gibt einer diesen Titel, aber schon er führt eine Promotion. hast es eben angesprochen. Das heißt auch, er legt bisschen durch den großen Titel auch so ein bisschen das, was seine Promotion darstellen soll, dann auch in die Hand der Main Event an. Das ist einfach so. du hast das eben angesprochen. Das kann auch eine Ehre sein, natürlich auch, aber eine Bürde. Gibt es für dich auch Momente, wo dir jemand mal sagt, ach du Scheiße, wo bin ich hier eigentlich gerade, was mache ich? Gab es sowas für... speaker-0: Ich bin tatsächlich grundsätzlich eigentlich nie aufgeregt, muss man sagen. Es gab einmal ein Match, wo ich aufgeregt war und zwar war es gegen Bad Bones. Da war ich aufgeregt im Vorfeld. Weil Bad Bones mir einfach, der hat mir einen ganz anderen Vibe gegeben. Es war schon krass. Da war ich aufgeregt. Aber ansonsten eben, wenn du dann im Match stehst, genau, habe ich noch Beispiel. Vor kurzem hatte Ivy ja hier ihr großes Festival und da war dann an Tag zwei dieses große Match Heinrich Zorn gegen mich ⁓ den Titel. wurde über ein Jahr lang aufgebaut und das Match war solide. Aber wir hatten tatsächlich einen riesen Abfuck gegen Ende drin und ich war schuld dran an dem Ganzen. Und das ist natürlich dann schon schade. Du gehst da raus und denkst dir, scheiße, dieses größte Match vom Wochenende hast du mitunter ein bisschen verkackt. Aber halb so wild. Meistens ist es so, dass er nicht aktiv, er das gar nicht sieht, was da passiert ist und dann kann man das auch wieder vergessen über die Zeit hinweg. Aber man gibt sich natürlich schon selber die Schuhe. speaker-1: Ich hab selten jehennah als Catcher so ehrlich über sowas reden hören, wenn man selbst auch was verkackt hat. Weil oft hab ich das Gefühl, dass der Podest, den man sich selber dann auch stellt, gerade so in Interviews-Datsionen, immer ein Hoher ist. Und ich glaub auch nicht, dass du dich mit sowas angreifbar machst. Weil ich find sowas sehr, sehr ehrlich. Aber ich glaube, du kennst auch Leute im Wrestling, die sagen würden, sowas darf man nicht erzählen, oder? speaker-0: Ja, jetzt könnte man ja eben diese Krummsatzdiskussion anfangen. K-Fape oder nicht K-Fape. Das könnte man schon anfangen, aber... speaker-1: Ja, aber das haben wir vor zehn Jahren schon gemacht und wir sind alle zu dem Ding gekommen, dass das schon davor gestorben war. Und irgendwann hat die Power Wrestling ja auch Insider-Infos nach Deutschland gebracht. Und das kann man ja auch nicht wegnehmen, das war die Power Wrestling, die den Deutschen gezeigt hat, wie Wrestling eigentlich richtig funktioniert. speaker-0: Inzwischen gibt es sogar noch KI, die dir das dann noch alles Detaillierte alles erklärt. speaker-1: Der vertraue ich nicht. Nein, nein, nein. Aber guck mir gerne WWE-Dokos an, insofern, ja, so läuft's halt. speaker-0: Ja genau, es gibt WW Unreal beispielsweise. Warum mich diese Einblicke geben? Ich werde inzwischen auch so oft gefragt, da fragen mich Leute halt von außerhalb, ja wie ist denn jetzt das und das? Und bevor ich da eine Geschichte zusammenlüge, bin ich doch ehrlich und erkläre das Ganze. Und vielleicht manchmal auch diesen Blick von Gewalt, also habe ich ja auch schon gehabt, Gewalt, Verherrlichung und so weiter wegzubekommen. speaker-1: Ich finde auch immer, wenn man mit Leuten spricht, die so gar nichts mit Wrestling zu tun haben, dass sie das immer so ein bisschen in so eine Schmuddelecke so bisschen verbucht haben, warum auch immer. Auch vielleicht durchs Boxen oder so, dass uns das mitversaut hat. Aber ich finde das schwierig, wie Leute, gar kein Wrestling kennen, trotzdem aber auf Wrestling gucken. Hast du Leute in deinem Umfeld gehabt oder hast du immer noch, die die Wrestling nicht ernst nehmen oder hast du alle überzeugt? speaker-0: Ich habe tatsächlich das Glück in meinem Umfeld nur Leute zu haben, die mich wirklich supporten. Das finde ich wirklich schlimm, wenn jemand ein Hobby hat, selbst wenn es jetzt eben so extravagant oder speziell wie Wrestling ist, dass man sich darüber dann lustig macht permanent. Das ist nicht cool. Aber da bin ich wirklich gesegnet, in meinem Umfeld habe ich wirklich nur Leute, die mich supporten und die das wirklich sehr feiern. die auch wirklich mir hinterherfahren auf Shows, gerne mich auf Shows auch sehen, auch wenn sie sonst mit Wrestling gar nichts am Hut haben. Das muss man schon sagen. Und an dieser Stelle natürlich auch großes Kompliment an meine Eltern, die wirklich in Sachen Wrestling immer hinter mir gestanden sind. Ohne meine Eltern wäre ich früher nie auf Shows gekommen, hätte mir die nie anstehen können. Danke dafür. speaker-1: Wie willst du deinen Weg beschreiben, auch an Bookings zu kommen? Weil du bist in Bayern, da kennt man sich Unterricht. Aber wenn du mal irgendwo anders catchen möchtest, Kevin, wie gehst du daraus an? speaker-0: Ich sehe das tatsächlich sehr, sehr professionell. Bei einer neuen Promotion zu arbeiten ist vergleichbar wie mit einem Bewerbungsprozess für einen neuen Arbeitgeber. Schreib eine Bewerbung. Tipp an jeden jungen Wrestler, schreib Bewerbungen und mach die genauso ernst und ordentlich, wie ihr das auch im Privatleben machen würdet. Ich hab das eigentlich früher immer so aufgebaut. Also aktuell schreibe ich nicht mehr so viele Bewerbungen. Die Zeit ist jetzt aktuell nicht mehr so. Brauche ich nicht mehr, weil ich kriege meine Anfragen auch so oder bin auch fest in irgendwelchen Promotions mit drin. Aber früher habe ich meine Bewerbungen geschrieben mit einem Anschreiben tatsächlich, was meine Motivation ist, warum ich dahin will. Habe sozusagen eine Art Lebenslauf mit reingepackt und auch Promo-Bilder. Und im Idealfall eben Videos von Matches, guten Matches, die man hat. Das ist natürlich verschieden, manche wollen Schnipsel haben, so Ausschnitte nur, manche wollen ganze Matches sehen, aber das hat mir auch verholfen zu dem ein oder anderen Booking. speaker-1: Was für ein Match hast du da ausgewählt, du jetzt mal dummer nachdenkst? Gibt's irgendwelche, die dir jetzt noch Kopf sind, die du bei solchen Sachen dann geschickt hast? Gegen wen war das? Kannst dich erinnern? speaker-0: Wenn ich jetzt mal spontan überlege, was ich ganz oft früher mit reingepackt habe. Also ich habe mich tatsächlich wirklich schon länger nicht mehr beworben. Ich habe immer ein Match reingepackt von mir gegen Fast Time Moodo bei Ivy Wrestling. Das ist mir in Erinnerung geblieben. Was habe ich denn noch rein? Da müsste ich jetzt wirklich schnell tief überlegen. Also dieses Fast Time Moodle Match habe ich immer mit rein. Den jüngsten Moment habe ich wahrscheinlich, wenn ich mal was verschickt habe, eins mit Boris Payne, gegen Boris Payne rein von irgendeiner EWS Show. Wir hatten einige Matches gegen Max. Tatsächlich stimmt, fällt mir ein. Das ist aber schon länger her. Ich hatte auch mal ein Match immer mit George Kukas von COW. Genau, das fällt mir jetzt wirklich spontan ein. speaker-1: Du hast ja einige Namen genannt. Wenn man dich jetzt ad hoc fragen würde, was denkst du? Mit wem hast du am meisten im Ring gestanden, wenn du ad hoc drei nennen würdest in den letzten Jahren? speaker-0: Mit wem ich am meisten im Ring gestanden habe? Die Realität oder das Gefühl? speaker-1: Ja, wie du möchtest, Heide. Wenn du erklärst, warum das Gefühl so ist, natürlich auch gerne das. speaker-0: Ja, also vom Gefühl her bin ich wirklich so oft schon mit Boris Payne im Ring gestanden oder auch mit Max. Also wir hatten zig Matches tatsächlich, aber in der Realität ist es, glaube ich, wenn man jetzt auf irgendwelche Statistiken schaut, die man über andere Internetseiten so auswerten lassen kann, sind es glaube ich wirklich meine Jungs so, die mich seit Anfang an begleiten wie Don Sheen, Alex Sixx oder sowas, weil wir uns halt ständig in irgendwelchen Tag Team Matches, in irgendwelchen Rumbles, Battle Royals oder so begegnet sind. Aber wirklich diese Singles Match, gefühlt wirklich gegen Max oder Boris Payne. speaker-1: Gibt es irgendwas in Deutschland, was du als Wrestler gerne machen willst? Gibt es irgendwas, wo du gerne hin möchtest? Vorab die Frage, international werden wir nachher noch, aber jetzt erst mal deutschlandweit. Gibt es irgendwas, wo du sagen würdest, da würde ich gerne mal catchen? speaker-0: Also generell war es immer mein Ziel tatsächlich, ich wollte so viele verschiedene Promotions wie möglich sammeln und im Idealfall das auch mit verschiedenen Ländern verknüpfen. Ich habe meine 28 Promotions inzwischen, da bin ich wirklich stolz drauf. Bei Ländern hat es leider irgendwann ausgesetzt, da war ich jetzt nur in Deutschland, Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Frankreich. speaker-1: Ja, aber immerhin. speaker-0: Immerhin. Und in Deutschland, ja, ich war schon mal bei WXW, hatte da ein Match in der Hauptshow. GWF wäre natürlich cool. Die Sache ist halt, dass sie sonntags veranstalten und Berlin hin und zurück mit einem Hauptjob, den ja viele Wrestler auch Montag bis Freitag haben, ist manchmal nicht so gut vereinbar. speaker-1: Das sind so Sachen, du hast erst drüber gesprochen. Privatleben und Wrestling ist nicht immer oft so einhergehbar, würde ich sagen. Entweder bleibt eins auf der Strecke oder das andere. Und meistens ist dann eher das Privatleben. speaker-0: Ja, also Privatleben, also die Sache ist die, dass ich tatsächlich wirklich, ich würde mich sagen oder bezeichnen, dafür, dass ich gut organisieren kann. Das heißt, ich bringe mein Berufsleben, mein sonstiges Privatleben und Wrestling sehr gut unter einen Hut. Aber es erfordert wirklich eine strikte, ordentliche Planung und Koordination dahinter. speaker-1: Wenn man dich fragt, Mutters 70. Geburtstag oder eine große Wrestling-Show, was willst du antworten, wenn du stand jetzt antworten müsstest? speaker-0: Gott, das ist eine schwierige Frage. speaker-1: Ich weiß nicht, ob das deine Mutter hier hört, sonst antworte einfach er. speaker-0: Also ich habe so ein konkretes Beispiel. Ich habe tatsächlich den 30. Geburtstag von meinem guten Kumpel verpasst. Und ich habe ihm eigentlich versprochen, dass ich wirklich nach meinem Match sofort komme. Die Show war gar nicht so weit weg. Will jetzt auch gar nicht drauf eingehen, welche Show das war und was für Umstände da dahinter waren. Weil es war eigentlich so ausgemacht, dass ich nach meinem Match gehen kann. Ist dann aber eben nicht passiert. Dann bin ich gekommen, als gerade alle gegangen sind. Und somit habe ich den 30. Geburtstag eines besten Freundes verpasst, das werde ich nie wieder nachholen können. speaker-1: Das ist bitter auch. speaker-0: Genau. Und der hat mir natürlich verziehen. Also das macht eine gute Freundschaft aus, aber da muss ich mich schon auch an der Nase packen, weil eben so was gefährdet dein Privatleben mitunter. Kannst du nicht ständig bringen, so was. Genau. Aber also die Frage jetzt, ob 70. Geburtstag von irgendjemand oder große Wrestling-Show-Angebot, kann ich so spontan nicht beantworten. Das müsste konkret das Beispiel dann irgendwann sein. speaker-1: Gute Antwort. Weil ich lieber auch vorher noch die Kurve gekriegt habe, ⁓ von der Frage auch abzulenken. Dann wieder noch, also wirklich sehr, sehr gut gemacht, muss ich ganz ehrlich sagen. Weil jede Antwort darauf wäre falsch gewesen. speaker-0: Entweder für den einen oder für den anderen. Das ist beides. speaker-1: Also glatt, als was ausgelegt wurde, hast du umschifft quasi gerade. Das Ding ist ja auch, wir haben über Reisen im Wrestling gesprochen. Ich habe es erst schon angedeutet, auch international. hast jetzt, sagen wir mal, in denen man Deutsch spricht, schon durch oder auch Frankreich. Was sind für dich so Goals, was du gerne machen würdest auch in Sachen Ausland? Weil die haben wo oft England, Japan, Mexiko und Amerika gehört. Ist da was für dich dabei? Oder UK natürlich? speaker-0: Tatsächlich der primäre Reiz war europäisches Ausland hier in der Nähe. Ich war mal in Spanien, hatte da auch das Glück, ich konnte ein Trainingsseminar mitmachen. Es ist wirklich absurd, mit Joey Legend. Und wir kannten uns aus Deutschland. Das war ziemlich witzig, weil ich plötzlich bei diesem Seminar aufgetagt bin, mitten in Barcelona, am Fuße der Sagrada Familia. Das war damals noch, wie hießen sie denn? Lucha Libre Barcelona, die gibt es leider nicht mehr. Und da war natürlich auch die Hoffnung oder die Möglichkeit da eben dort zu wrestlen. Problem war, die hatten schon einen geilen Schnauzer. Die hatten ein anderes Gimmick, das wirklich auch auf den Schnauzer ausgelegt war und da wäre ich völlig fehl am Platz gewesen. Drum habe ich damals dann nur trainiert. Ja, also wirklich, das nähere Ausland, reizt mich schon. Also wirklich auch so was wie Tschechien oder ... natürlich auch was drüber ist, über Frankreich, Niederlande, Belgien, Italien. Ostdeutschland. Ja, ich war schon einmal bei ARW in Osterkirchen. Hannover war ich auch schon mal. Ich war bei einer POW schon noch. ⁓ ja. Ja, da war ich damals noch in der Youngstars Show. speaker-1: Deutschland. Mhm. Du hast schon ein paar Ligen mitgemacht, auch in Norddeutschland. Eigentlich warst du überall schon. speaker-0: Ja, wirklich nach oben hin könnte es schon noch mehr sein. Ich habe irgendwie so das Gefühl, so Frankfurt ist die Grenze. Da wird es geteilt und dann ist es nur sporadisch irgendwo so, eben Hannover mal oder Dresden. Aber ansonsten, okay, wir kommen jetzt mit Ivy Wrestling, kommen wir nach Chemnitz. Das wäre dann... speaker-1: Das hatte ich vorher gar nicht wahrgenommen. Weißt du, wie das zustande gekommen ist und darfst darüber sprechen? Weil das finde ich spannend, dass die auf einmal Kenntnis aufdauen. speaker-0: Die Promoter von Ivory Wrestling, also Krishan, der Echo von Polyjustitia, die Tyra Gates und so weiter, die schauen speaker-1: Also der Griecher, sind wir doch mal ehrlich, der hat schon viele Rollen gemacht. war Ringrichter, Catcher, Kommentator jetzt, Ansager glaube ich auch schon. Der hat schon viel gemacht. Der der der Head, also der Chef von, von, allen. speaker-0: Wie? ⁓ jetzt kommen die Internas ans Licht. Also ich sag mal so, Krishan hat sehr, sehr, sehr viel bei einem zu sagen. Auch Vampir steht als Vorsitzender der Echo von Prosegect Justitia, ehemals Hans von Krupp und die Tyra Gates, sind die beiden Vorstände, aber Krishan ist wirklich so der Kopf. Ja und Krishan sucht sich eben die Hallen raus. Und wie das da genau zustande kam, weiß ich nicht. Es kann schon sein, dass wir da irgendwie einen Wrestlerkontakt hatten aus dem Osten, Cerritos, Emil Völler, ich weiß nicht, der irgendwie gesagt hat, ja hier. Erkennt jemand da in Chemnitz, das kann schon sein, aber ansonsten würde ich es auf Krischans Kappe buchen, der wirklich hier fleißig in Deutschland guckt, wo können wir hingehen, was rentiert sich, was ist auch bezahlbar, das muss man auch sagen. Manche Hallen kannst du nicht bezahlen. Ja und so ist es wahrscheinlich zustande gekommen. speaker-1: Ja, aber auch so spannend muss ich ganz ehrlich sagen, das ist ja so ein bisschen ein deutschlandweiter Ansatz und das hat bis auf, glaube ich, GWF und WXW sonst noch keiner, glaube ich, gewagt in der Form und Unlimited, ich, davon auch nicht vergessen. Aber dann ist man schon, dann hört's auf und das finde ich spannend, ehrlich gesagt. speaker-0: Ja, ist auch risikoreich natürlich. Vor allem wenn du ja ein kleinerer Name noch bist und nicht dieser große Name, der eben mit seinem Namen Tickets verkauft. speaker-1: Also da verkauft er Wrestling-Tickets, als das einer sagen würde, er kennt euch. Also das ist wirklich schon was. Ich finde das spannend, also muss ich ganz ehrlich sagen. Als ich das das erste Mal gesehen habe, habe ich wirklich gedacht, sehr, sehr interessant auch. Wärst du catchen bei der? speaker-0: Ja, genau. Ich ketsche, ja. Also ist schon offiziell bekannt. Ich kämpfe gegen Zeretrus. speaker-1: Auf jeden Fall ein sehr, sehr guter Gegner. Ich habe hier im Interview schon oft drüber gesprochen und ich weiß nicht, hast du schon mal gegen ihn gecatcht vorher? speaker-0: Ja, irgendwann bei Fightback in dem Tag Team Match. Aber natürlich noch das alte Gimmick. Ich glaube, ich catche jetzt gegen sein neues Gimmick. speaker-1: Gegen den Breezy Bruiser? Ja. Ja, also der Typ nimmt seine Gimmicks aber auch ernst. Und ich finde auch gerade das Cerritos-Ding, auch wie er das dann, wenn Merch verkauft wird und alles andere, immer richtig ernst genommen hat. Ich finde so was spannend, dass das Leute in der heutigen Zeit noch so machen, auch so einen Charakter so zu protekten. Wie stehst du dazu? Ist das manchmal sogar nötig, wenn man so einen Charakter vielleicht Cerritos hat? Oder glaubst du, das sollten viel mehr Leute machen, den Wrestling-Charakter zu protekten? Vielleicht auch dann, wenn Merch verkauft wird oder Fotos gemacht werden. speaker-0: finde ich eigentlich schon. Also im Rahmen der Show, die ja wirklich diese Illusion aufrechterhalten soll, auf jeden Fall. Und tatsächlich bin ich auch ein großer Fan von wirklich solchen übertriebenen Gimmicks, sage ich mal. Ich mag es gerade gar nicht so, eigentlich dieser 0815-Wrestler, der einfach da steht, irgendeinen Namen hat, aber wo kein Gimmick dahinter ist, wo nichts ausstrahlt, ich. Das finde ich immer schade. Es ist wirklich cool, wenn du irgendeine Geschichte dahinter hast, wenn du wirklich sofort weißt, wie bei mir eben, wenn mich die Leute ansprechen, ja, du bist doch dieser Jahrmarktscatcher, ja? Einfach sowas, Punkt. So wie bei WWE früher hier, 80er, 90er Jahre Gimmicks, so Anfang 90er Jahre, so diese klaren Gimmicks, auch wenn es der Müllmann oder so ist. speaker-1: Es kann heutzutage genauso der Ansatz sein, es ja aber nicht. Du sprichst ja so ein bisschen davon, dass man ja auch so bisschen was zeigt von sich. Und wenn du in dich reinschaust, deinen Charakter, den du spielst, wie viel von dir selber ist da drin? speaker-0: Ich glaube inzwischen tatsächlich doch sehr viel. Ich fühle meine Charakter im Privatleben auch. In meinem Privatleben ist Wrestling inzwischen ins Privatleben mit übergegangen und fließt ein. Jeder weiß, dass ich das mache. Geheimhalten geht bei mir überhaupt nicht. Wenn ich auf Arbeit bin, muss ich auch diesen Kevin Caden manchmal raushängen lassen. Kinder von Arbeitskolleginnen da und die lehnen, also die fühlen das. Die denken wirklich, ⁓ mein Gott, da steht dieser Mann jetzt wirklich vor mir. Ich habe den gestern bei YouTube gesehen. Und die bekommen dann ein Autogramm, habe ich denen schon gegeben. Und der eine, der hat mich auch mal gefragt, was ich für ein Auto fahre, weil der hat das wirklich so gedacht oder gefühlt, dass ich wie so ein wirklich Profifußballer so viel Geld verdiene. Und der hat das gar nicht verstanden, wieso ich jetzt hier nebenbei noch privat arbeite. speaker-1: Ich sag mal so, ist das Thema. Wenn wir uns deutsches Wrestling angucken, es gibt sehr, sehr viele Chancen, irgendwo zu catchen. Aber sind wir doch mal ehrlich, wenn man dich als Wrestler jetzt fragen würde, wie groß ist die Chance oder was müsste passieren überhaupt dazu, dass jemand wie du von deutschem Wrestling leben könnte, Kevin? Hast du eine Idee, was da passieren müsste, was sich ändern müsste? speaker-0: Das ist tatsächlich ein sehr, sehr schwieriges Thema. Generell müssen wir da einfach anfangen. Wrestling muss noch bekannter werden, als es schon ist. Man muss es ja auch sehen, die Entwicklung, wenn man die mitgemacht hat eben. Und die habe ich mitgemacht seit 2012 im Euro Wrestling. Als Fan und dann später eben als Wrestler. Zu sehen, was ist da. Und wir haben ja wirklich so viel Wrestling und so viele Catcher in Deutschland auch wie noch nie. Wir haben es inzwischen geschafft, dass deutschsprachige Wrestler, deutsche Wrestler, Österreicher in der WWE wirklich eine tragende Rolle spielen. gab es früher ja nicht. Aber selbst jetzt noch, auch wenn zum Beispiel solche Portale wie Bildzeitung da ständig irgendwie berichten, die wirklich eine große Reichweite haben, egal ob jetzt, also kann man diskutieren, was da für ein Inhalt drin ist, aber die Reichweite ist immer noch zu wenig. Wir brauchen noch mehr Reichweite und wir brauchen mehr Präsenz, sag ich mal, im Mainstream. Zum Beispiel als dieses Promi-Catchen war. Genau sowas. Aber noch mehr. Mehr davon, nicht nur einmal. speaker-1: Promi-Catchen ist ja auch so, das ist dann Fernsehen, wo dann andere Leute wiederum sagen, ja noch ein totes Medium. Das darfst ja auch nicht vergessen, aber ich glaube, diese Expose, also meine Eltern gucken noch Fernsehen, meine Schwester guckt Fernsehen. Ich kenne viele Leute, die noch Fernsehen gucken und auch die, das Promi-Catchen geguckt haben, obwohl sie das sonst vielleicht nicht gucken würden, so wie mein Vater zum Beispiel. Und das ist ein wichtiger Schritt, aber die neuen Medien sind ... halt auch so so wichtig und so traurig es ist und TikTok ist die größte Scheiß-Plattform, die jemals überhaupt erfunden wurde. Aber du musst eigentlich auf solchen Sachen leider präsent sein heutzutage, ⁓ das vielleicht in eine andere Bubble zu pushen. Weil im Moment habe ich das Gefühl, dass wir seit Jahren immer wieder auf der eigenen Bubble nur filtern. Aber irgendwann werden die Leute älter und dann kommen vielleicht Jüngere dazu, aber vielleicht nicht mehr so viel, als wir noch so einen Hype hatten. auch in deutschen Wrestling. Und ich spreche nicht den Leuten ab, die jetzt catchen, weil du bist auch mit sehr, sehr guten Leuten auf der Karte und weißt, was in Deutschland für eine Talentdichte auch herrscht an Wrestlern. Aber wir müssen schon sagen, dass man Leute halt wie Carsten, wie Andy, wie Bones verloren hat, dass du halt wirklich Top-Namen auch leider verloren hast durch den Ton von allen dreien. Ich glaube, da nagt deutsches Wrestling immer noch so ein bisschen dran, auch das wieder. auf eine Stufe zu heben, wo man wirklich sagen kann, das sind auf jeder Show wirkliche Superstars, wenn die irgendwo catchen. Und ich weiß nicht, ob du das verstehst, wie ich das meine. Und ich glaube, da ist der Ansatz, dass du sowas halt kreieren musst, dass du halt im Endeffekt auch nachlegen musst. Es wird dann halt schwierig. Und Kevin, da stelle ich dir jetzt eine Frage. Wird WWE jetzt kommen und sagen, sie wollen dich verpflichten, wirst du Job aufgeben und sagen, mach's. speaker-0: Das ist ja wieder so eine kritische Frage. speaker-1: Die ist ja mit was Schöne verbunden, wenn's so wäre. Genau. speaker-0: Die ist mit was Schönen verbunden, aber tatsächlich sind wir jetzt hier ja an dem Punkt eben, wie sehr tatsächlich lasse ich mich dann aus meinem Leben, das ich jetzt lebe reisen. Und das wäre einfach ein hundertprozentiger Rausriss. speaker-1: Also wie wichtig wäre Rassleiden auch in dem Kontext gegenübergestellt? Verstehe ich das richtig? speaker-0: Also Wrestling war immer schon mein Lebenstraum. Ich habe mir in einer gewissen Weise schon erfüllt. Ich wollte wirklich im Ring stehen und was erreichen und ich habe schon einiges erreicht hier. Aber man kann natürlich immer noch mehr erreichen. Zum Beispiel Vertrag bei einer großen Liga wie WWE. Also generell übrigens würde ich WWE immer bevorzugen gegenüber All Indeed Wrestling beispielsweise. Wenn das passieren würde. Naja, ich weiß ja nicht, was das für ein Angebot ist. Ich kann es ja hier mir schönreden, vielleicht ist es doch das WDB Europe Angebot. Wenn das mal kommen würde, dann würde ich wahrscheinlich eher Ja sagen, dass wenn ich jetzt auswandern müsste in die USA dafür. speaker-1: Das hat Walter auch mal gesagt. Da hoffentlich schließt sich da ein Kreis. Wir gucken mal so. Ich hab mir auch Videos von Sachen von dir angeguckt, auch Promos, Kämpfe. Und ich hab das Gefühl, du nimmst dein Gimmick und was du den Leuten auch mitgeben willst, mit deinem Gimmick schon sehr, ernst. Wir haben es im Interview jetzt auch schon oft gehört, wo du halt erst auch gesagt hast, ist vielleicht gar nicht so unschlau, das dann auch nach der Show zu verkaufen, das Gimmick. Was würdest du sagen? Wie viel Prozent bist du Gimmick-Wrestler und wie viel Prozent bist du der Catcher im Ring, wenn du das in Relation gegeneinander bringen würdest? speaker-0: Also der Prozentsatz vom Gimmick-Wrestler ist schon groß, ich sagen. Also ich bin, sage ich mal, wenn ich das jetzt, soll ich da jetzt eine konkrete Zahl nennen? speaker-1: Nee, aber so ein Bauchgefühl. Also, das ist schon mal weniger als, mehr als 50-50 Gimmick-Wrestler. Das hab ich ausgehört. speaker-0: Ja, das würde ich schon sagen. Ich bin mehr als 50%. Genau, ich bin schon der Gimmick-Wrestler. Es passiert alles auf diesem Gimmick. speaker-1: Gab's für dich schon Situationen, wo das Gimmick dann vielleicht nicht von Anfang an oder vielleicht gar nicht funktioniert hat? Hast du solche Kämpfe auch schon gehabt, wo du hart drum kämpfen musstest, dass das Publikum reagiert? Oder ist das Gott sei Dank auch organisch passiert, so wie bei vielen in deiner Karriere, muss man ja sagen? speaker-0: Ja, in den meisten Fällen ist es tatsächlich organisch und es passiert einfach. Ab und zu gibt es die Situationen schon und da ist man dann nämlich im ersten Moment sehr perplex, wenn es auf einmal nicht so läuft, wie es eigentlich laufen soll. Es ist essentiell wichtig, dass die Leute natürlich geiler Schnauze rufen für alles, was ich tue. Und tatsächlich jüngst hatte ich so eine Situation. Sogar bei Ivy Wrestling hatte ich ein Match gegen Don Crowley. Und Don Crowley sollte eigentlich als Heel agieren. Die Leute haben ihn aber aufgrund seiner Statur, der Kerl wiegt 150 Kilo, einfach auch bejubelt. Und es gab dann wirklich in dem Match Momente, in denen er mehr bejubelt wurde als ich. So und das ist natürlich entgegen sozusagen der Planung. Aber damit muss man dann umgehen und das ist... auch umgegangen worden und ich habe dann auch das Matchende zwar nicht verändert, sozusagen das Matchsegment danach, in dem ich ihm doch einen Handshake auf Augenhöhe angeboten habe und ihn nicht als den Besiegten rausgeworfen habe. speaker-1: Arbeit mit dem Publikum, du hast es eben angesprochen. Du hast gesagt, du bist schon mehr gimmick, das heißt, das ist ja dann auch für dich sehr, wichtig. Wie kann man oder wie sollte man sowas auch trainieren, dass man wirklich da sich auch verbessert, auch versucht, mit Emotionen und allem zu spielen, was man da dann halt auch als Spielzeug haben. speaker-0: Generell würde ich sagen, so einem Teil muss man es in sich haben. muss tatsächlich zu dieser Schauspieler ein bisschen von Natur aus sein. Ohne das klappt es gar nicht. Man muss wirklich Emotionen von Natur aus rüberbringen können. Was da wirklich essentiell wichtig ist, ist wirklich zu überlegen, diesem Moment, was würde man fühlen? Wie würde man genau diesen Schmerz fühlen? Oder diesen Triumph? Wie würde man jetzt, wenn man reingeht, real? realistisch sein, nicht aufgesetzt, nicht gespielt. Man muss eben in diesem Kampf, in diesem Gimmick muss man drin sein. Ich weiß nicht, ob ich das gerade zurückbringen kann, wie ich es im Kopf habe. speaker-1: Aber wann passiert das? Wann passiert das, dass du das erste Mal in dem oder vor dem Match genau in diesem Mood bist, dass du im Charakter drin bist? Was willst du sagen? speaker-0: Mir passiert, sobald die Musik losgeht. Musik geht los und ich bin's. Zuvor bin ich noch diese Mischung aus Wrestler und Privatmensch dahinter. Aber sobald die Musik losgeht und ich rausgehe, dann bin ich wirklich zu 100 % dieser Catcher. Der eben auch sofort instant diese Verbindung zum Publikum aufbaut und aufbauen muss. Das ist auch die Aufgabe von uns Wrestlern. müssen, das Publikum muss ... würde ich den jetzt bejubeln, will ich den ausbohnen. Wenn nichts ist, wenn gar nichts ist, ist schwierig. Das weißt du selber als Fan. Es muss Stimmung sein. Ohne Stimmung macht es als Wrestler auch keinen Spaß, wenn niemand beklatscht wird, niemand ausgebohrt wird. Was ich da auch wirklich ganz simpel gelernt habe und was ich eigentlich immer anwende, ist, wenn du beispielsweise leidisch als Faze am Boden bist, schau dir die Leute an, schau ans Publikum, such Blickkontakt. Oftmals Kinder, wenn Kinder erlaubt sind. In Bayern ist es oft schwierig, weil es ab zwölf ist. Aber schau die an, hol dir da die Kraft und power dich hoch. Und tatsächlich Bestätigung habe ich zu diesem ganzen System auch bekommen. Ich hatte mal ein Seminar bei Moos und der hat mir erzählt, dass Jeff Hardy dieses Prinzip immer anwendet und immer auch, wenn er Seminare gibt, immer weiter gibt. Und dann dachte ich mir, wow, alles richtig gemacht. So, Jeff Hardy macht genau das, was du ja ⁓ schon irgendwie machst. und auch weiter gibt an seine Schüler geil. speaker-1: Wie schwierig oder wie einfach ist es dann auch, auf Shows zu catchen, wo einen vielleicht gar keiner kennt? Weil die GWP hat ja auch diese Volksfest-Shows, Kerrwa, glaube ich. Jetzt hat Eberscatch auch so eine Volksfest-Show. Wie ist das für dich als Catcher, bei so was dann auch zu catchen und solche Sachen auch zu machen? Vielleicht vor einem Publikum, was jetzt vielleicht zu, wenn noch nicht mal zehn Prozent aus Wrestlingfans der Rest ist, einfach was völlig anderes. Wie ist das für so was? speaker-0: Ja, das ist schon auch immer sehr interessant und da kannst du eben testen, wirklich dieser Charakter, dieses Gimmick auch wirklich zu 100 Prozent funktioniert und wirklich sofort umgesetzt werden kann und überspringt auf beispielsweise nicht-Catch-Fans. Was oftmals schwierig ist, sind bei solchen Shows die ersten Matches, derjenige, das erste Match hat, weil der muss eben dieses System Wrestling präsentieren und wenn das von Anfang an dann nicht so übergesprungen ist auf die Fans, ist es schwierig. Aber also ich liebe Bierzeltcatch. Bierzeltcatch ist geil. Das passt natürlich auch zu meinem Charakter wieder. Ist schon immer ein geiles Feeling. speaker-1: Auch Atmosphäre ist ja dann auch ganz, ganz anders so ein bisschen. Das ist mit dem Schnauzer und dem Schnurrbart. Wenn der Spruch oberkommt bei so einer Show, dann hast du, glaube ich, schon wieder gewonnen. Fast. Hier wurde letztes Mal sehr, Spannendes gesagt. Nämlich, du, wenn du bei einer Wrestling-Show bist und da sind ungefähr 25 aktive, du musst von diesen 25 Leuten, musst du immer einer von den fünf sein, die den Leuten im im Kopf bleiben. Da haben wir dann darüber gesprochen, dass es oft ja nicht die richtig, richtig guten Matches, im Kopf bleiben, sondern eher die großen Momente, die was erzählen, die eine Geschichte erzählen, die mit einem Gimmick zu tun haben. Das ist wirklich stimmig. Das heißt, als Face ist das glaube ich manchmal sogar schwieriger als als Ziel zu arbeiten, wenn du mit einem Gimmick arbeitest. Würdest du mir dazu stimmen? speaker-0: schon in gewisser Weise, weil der Heel, der muss ja auch wieder dafür sorgen, dass eigentlich der Face bejubelt wird und dass der in den Mittelpunkt gestellt wird. Der Heel ist immer nur der Nebencharakter. So meine Blickweise. speaker-1: Ja, also, Nebencharakter würde ich nicht sagen, aber er kann schon einen Guten blöd aussehen lassen, wenn er auf einmal so gecatcht wird, als ob man selber der Gute sein will. Solche Sachen hat es ja auch schon gegeben im Wrestling. Ich glaube halt, das Zusammenspiel ist halt auch wichtig. Und da habe ich ein großes Thema, und ich finde, das habe ich viel zu wenig in Interviews gefragt. Das würde ich dich gerne aber jetzt fragen. Du legt dein Leben ... in jedem Wrestling-Kampf, entweder einem oder mehreren Leuten, vielleicht auch den Ringrichtern und Ringrichterinnen, dann im Endeffekt dein Leben in die Hand? Ist sowas immer im Hinterkopf und bewusst oder versucht man sowas dann eher zu verdrängen? Wie ist es? speaker-0: Es ist einfach eine Teamarbeit hier. Man arbeitet immer als Team zusammen. Im Hinterkopf sollte es einem immer bewusst sein, aber generell sollte man auf jeden Fall gucken, dass es das nicht überhand nimmt, dass man das immer präsent hat. Sonst kannst du ja auch nicht in Frieden catchen. Aber auch ja, du gesagt hast, Ringrichter ist natürlich massiv wichtig. Der gehört auch in dieses Gespann mit rein, definitiv. Und trotzdem passieren immer wieder Unfälle. Unfälle passieren, kleine Verletzungen hat man ständig. Davon ist man nicht verschont. speaker-1: Du hast gesagt, auch Ringrichter und Ringrichterin wichtig, aber im Endeffekt wie viele Leute auch drum herum ⁓ so eine Wrestling-Show auch arbeiten und sei es die Leute, die Merch verkaufen, vielleicht die Leute, die Essen und Trinken verkaufen, alles drum herum. Das ist im Endeffekt für dich sicherlich auch viele Leute, die man dann, sagen wir mal, mindestens an drei Wochenenden im Monat gefühlt dann auch immer trifft. Wie ist sowas für einen Wrestler, auch so eine Ersatzfamilie dann zu haben, so ein bisschen mit? mit Catchern, mit Leuten, die man kennt aus Staff und Team und vielleicht auch Promotern. Wie ist das für dich, Kevin? speaker-0: Es ist immer wieder schön, die Menschen zu treffen. Wie du sagst, sie sind eine Ersatzfamilie. Ohne die wäre es schon auch schwierig auf den Shows. Du bist ja gezwungenermaßen mit denen auch manchmal unterwegs. Ich feier es inzwischen schon, wenn ich wirklich in Verbund zu irgendeiner Show fahren kann und mehrere Leute im Auto sitzen und ich nicht allein unterwegs sein muss. Da vergeht die Zeit einfach auch viel schneller, wenn du halt reden kannst. speaker-1: was man hier im Talk sagen würde. Was ist das Top-1-Thema, über das man auf so einem Roadtrip redet, außerhalb von Catch und allen anderen Sachen? Gibt es da irgendwas, was du sagen würdest? speaker-0: Jetzt lasse ich mal überlegen außerhalb von speaker-1: Außerhalb von natürlich was man hier nicht nennen kann, das haben wir noch nicht vergessen. speaker-0: Tatsächlich. wirklich das meiste ist schon irgendwie wrestlingbelastet. Alles was Wrestling angeht. Die kommende Show, wie die Show danach, also danach wie sie war, dann die Ankündigung hier, das, dann das, auch die großen liegen, was passiert hier, was passiert da. Ab und zu privat, man redet schon auch privates, aber finde ich gar nicht mal so viel. Eher wenn es da halt was Großes gibt, so irgendeine große Sache, die man bewältigen muss und dann sind da jetzt Die Wrestler sind ja auch deine Freunde irgendwo und die geben dir dann Tipps beispielsweise. speaker-1: Wenn du jetzt gefragt werden würdest von mir, wer sind die Leute, die dich im Wrestling auch am weitesten gebracht haben? Wenn du ein bisschen Name-Dropping unter der Prämisse geben könntest, dass du, wenn du jetzt irgendeinen vergisst, dann ist es einfach meine Schuld und nicht deine, wenn du dir einen nicht genannt hast. Aber gibt es Leute, denen du auch mal Props geben möchtest oder wo du mal sagen möchtest, danke, dass du mich auf diesem Weg begleitet hast? Gibt es da irgendwelche Namen, keine? speaker-0: Das natürlich definitiv. Also Nummer eins, wir jetzt mal die Zeit vor 2020 absehen, ist es definitiv Don Shin. Don Shin ist sozusagen mein Haupttrainer. Der hat mir die Basics beigebracht. Der zweite Trainer, dem ich wirklich danken will, ist Boris Payne. Der hat mich dann irgendwann verfeinert. Zahlreiche Seminare. Aber die sind jetzt eben da nicht wichtig, sondern wirklich die Trainer im Rokus. Plus natürlich auch die Plattform, die erste Plattform, die mir gegeben wurde, ist tatsächlich die EWS, die Ehring Wrestling Show. Und die wurde mir gegeben von Harry Haas, Nobody. Da konnte ich anfangs den Ring steigen, da konnte ich mir den Namen machen und dann bin ich groß geworden. Und wem ich auf jeden Fall auch hier großes Vertrauen zusprechen will, ist Ivy Wrestling, weil, ja. Ich war zweimal deren World Champ und gehe mit denen auf Tour und bin, glaube ich, einer von den Wrestlern, der nahezu bei jeder Show bei denen mit dabei war. speaker-1: sind auf jeden Fall schon ein paar Namen gewesen. Mir ist gerade aufgefallen, du hast jetzt doch bei NEW trainiert, nämlich durch Boris Payne. Du hast ja quasi die NEW-Schule genossen, ohne zu viel zu bezahlen. Du bist ein Fuchs auf jeden Fall. speaker-0: Das stimmt, so gedacht auf jeden Fall, weil ich lerne natürlich auch von Boris Payne das, was er irgendwo bei Alex Wright und Steve Wright gelernt hat. Die indirekte Weitergabe ist vorhanden oder auch wenn er sagt, wir haben das und das mal beim Training mit Fabian Eichner gemacht beispielsweise. Auch so was kommt dir mal vor. speaker-1: Hab ich schon mal gehört, Namen. Zumindest ist er gerade erst zu TNA auch wieder gewechselt. Ich bin sehr, gespannt. Ich glaube auch, die Trainingsschule auch von Alex Wright. Du hast gesagt, du bist nicht dahingegangen. Aber auch so Leute wie Boris Payne und andere auch so wie Fast Time Mudo und solche Leute, die da halt herkommen. Es gibt so viele Wrestler, die so underrated sind. Zum Beispiel Fast Time Mudo, würde ich nennen, der hat noch viel, viel mehr Fame verdient, weil der eigentlich so, so gut im Ring ist. Gibt es Namen, die dir einfallen, die du in diese Reihe stellen würdest? speaker-0: Ja, muss ich kurz überlegen. Aber kurz was zu Fast Time Moodo. zwar, wenn ich in meinem Kopf immer meine eigene Fantasy Liga gegründet habe, dachte ich mir immer, Fast Time Moodo würde ich mir immer als den Top Heel aufbauen in dieser Promotion. So viel Daten. Das ist immer so mein Fantasy Booking Liga gewesen. Fast Time Moodo als der Top Heel. Und wer ist underrated? Tatsächlich, ich Boris Payne. Boris Payne ist einer der besten Catcher in gesamte Deutschland. Ist aber halt... Tatsächlich, er ist unterwegs, aber er könnte noch viel mehr unterwegs sein. Definitiv. speaker-1: Hier genannt, mein Lieber. Ich kann dir erstmal Danke sagen für dieses Interview, weil ich finde, du hast es geschafft und ich glaube, das spreche ich für viele, die bis jetzt gehört haben, sich sehr, sehr gut darzustellen, aber auch zu zeigen, dass jeder Mensch und auch Wrestler Schwächen hat und damit offen umzugehen. Das, wie gesagt, habe ich erst schon gesagt, das passiert selten. Insofern vielen, vielen Dank für dieses sehr offene und ich finde auch sehr starke Interview, mein Lieber. speaker-0: Danke für diese lobenden Worte. Dazu kann ich auch nur sagen, Kommunikation, Offenheit, Ehrlichkeit sind wirklich essentielle Werte und Kompetenzen, man wirklich haben muss. Und dadurch öffnen sich viele Türen. speaker-1: Wrestling auch. Ich sag dir danke. Möchtest den Leuten, die dich unterstützen, die den geilen Schnauzer, vielleicht kriegen wir auch nochmal raus, wer die Leute waren beim Karat. Vielleicht hören die das ja und können sich melden unter dieser Folge, wer das gewesen ist. dann haben wir den Kreis noch ein bisschen mehr geschlossen. Aber möchtest du den Leuten, die dich unterstützen, in deinen letzten Worten in diesem Interview gerne noch was sagen, manchen? Ja. speaker-0: Gerne doch. Ihr habt es jetzt wirklich geschafft, so über eine Stunde zuzuhören, so an meiner Lebensgeschichte im Wrestling mit teilzuhaben. Und auch diese Stunde, ihr habt eine Stunde eures Lebens, eurer kostbaren Zeit, kostbare Zeit geopfert, ⁓ mir zuzuhören, ⁓ hier Tim zuzuhören. Und danke dafür wirklich. Also danke, wenn ihr wirklich zuhört und danke auch dafür, dass ihr Fan seid. Ja, auch speziell natürlich die Fans am Karat, die noch namenlos sind. speaker-1: Hören wir mal rein. Vielleicht kam da auch Idee Kevin Kaden zu interviewen. weiß es nicht. Ich sag danke euch vielen, Dank fürs Zuhören. Das war'n Kevin, das war'n Tim, bis zum nächsten Mal. Ciao.