Laya: Du weißt, was in dir steckt. Du kennst dein Potenzial und bleibst trotzdem schmerzhaft hinter deinen Möglichkeiten zurück. denn ein Leben, das wirklich deins ist. lässt sich nicht fehlerfrei leben. Dafür musst du Entscheidungen treffen, deren Ausgang du nicht kennst. Du musst Risiken eingehen. Du musst lernen, Menschen zu Nein zu sagen, sichtbar zu werden, etwas auszuprobieren, vielleicht grandios zu scheitern und trotzdem weiterzumachen. Wenn wir das Wort Trauma hören, woran denken wir dann? Vermutlich zuerst an Symptome wie Flashbacks, Panikattacken, Albträume oder daran, dass es für traumatisierte Menschen oft sehr schwierig Alltag zu bewältigen oder gesunde und innige Beziehungen einzugehen. Aber das ist nur ein Teil des Bildes. Denn Trauma-Folgen können auch mitten in einem Leben verborgen sein, das von außen betrachtet richtig gut funktioniert. Und du kannst erfolgreich sein, Verantwortung tragen, Kinder erfolgreich groß zu deinem Team führen und für andere als genau die Frau erscheinen, die immer alles im Griff hat, aber in dir sieht es ganz anders aus und es fühlt sich anders an. Erschöpfend, getrieben, nie wirklich sicher, nie wirklich entspannt, nie wirklich mit dem Gefühl, ich darf die Kontrolle abgeben und es passiert trotzdem nichts Schlimmes. Und vor allem mit dem Gefühl, Ja, nach außen sieht alles schon ganz gut aus, aber tief in mir weiß ich, ich bleibe weit hinter meinen Möglichkeiten zurück. Traumafolgen sehen nicht immer nach Zusammenbruch aus oder nach Panikattacken und ich möchte dir in dieser Folge die für drei versteckte Traumafolgen öffnen, die intelligente und reflektierte Frauen besonders oft übersehen. Und falls wir uns noch nicht kennen, ich bin Laya Komendadane, Rewrite-Architektin. Mein Blick auf Trauma ist kein therapeutischer, ich arbeite mit positiver Psychologie, mit wissenschaftlich fundierten Schreibmethoden und mit narrativer Und durch meine langjährige Arbeit mit Yoga und Embodyment immer auch mit dem Körper und dem Nervensystem im Und die Methode, die ich entwickelt habe im Zusammenhang mit Trauma, basiert auf der Forschung zu posttraumatischem Wachstum und das ist auch ihr Ziel. Diese Methode ersetzt keine Traumatherapie. Aber sie kann sich sinnvoll ergänzen oder dort ansetzen, wo Therapie aufhört. Bei der Frage, wie du dein Selbstbild, dein Narrativ und deine Zukunft neu schreibst. Dort, wo es nicht mehr Regulation und Integration geht, sondern die Frage, wer kann ich werden? Nicht trotzdem, was passiert ist, sondern gerade weil mir das passiert Und das ist das Wesen von posttraumatischem Wachstum. Die erste versteckte Traumafolge. Du funktionierst. Vielleicht sogar fast perfekt. Also die erste Traumafolge, die sehr oft übersieht, ist eine, bei der die meisten niemals auf die Idee kommen würden, dass sie etwas mit früheren Traumeelebnissen zu tun Sie sieht nach außen sogar oft wie etwas sehr wünschenswertes und erfolgreiches aus, nämlich ein außergewöhnlich gutes Funktionieren. Das sind dann genau die Frauen und Menschen, die zuverlässig, leistungsbereit und hervorragend organisiert sind, die sofort spüren, was andere brauchen, die sofort Verantwortung übernehmen und die dafür sorgen, dass die Dinge richtig gut funktionieren. Und vielleicht kennst du dich darin wieder. Und natürlich nicht jedes Organisationstalent und nicht jede Leistungsfähigkeit sind eine Trauma-Folge. Entscheidend ist das Gefühl der Treibstoff hinter dieser Leistungsfähigkeit. Und vielleicht kennst du auch dieses Gefühl. Solange du alles unter Kontrolle hast und alles funktioniert und du funktionierst, fühlst du dich relativ sicher. Eine Studie zum Beispiel hat gezeigt, dass bei Menschen, ein traumatisches Ereignis erlebt hatten, die Form von Perfektionismus besonders ausgeprägt war, bei der sie das Gefühl hatten, andere würden von ihnen erwarten, perfekt zu sein. Und eine andere Studie zeigte, dass vor allem die starke Fixierung auf Fehler und das ständige Grübeln mit posttraumatischer Belastung zusammenhängen. Es geht also weniger die Frage, ob du hohe Ansprüche an dich selbst und deine Arbeit hast. Entscheidend ist, was innerlich passiert, wenn du diesen Ansprüchen nicht genügst. Wird aus einem, ich möchte das richtig gut machen, ein, ich darf auf keinen Fall einen Fehler machen. Fühlst du dich nur so lange sicher, solange du alles unter Kontrolle hast. Fällt es dir schwer, Verantwortung abzugeben, dich auf andere zu verlassen oder wirklich einfach mal Pause zu machen und total abzuschalten. Dann kann diese hohe Leistungsbereitschaft und dieses gute Funktionieren eine Strategie sein, mit der dein System versucht, Unsicherheit, Kritik oder Kontrollverlust möglichst zu verhindern. Und das ist das Trickreiche daran. Diese Strategie kann dich sehr erfolgreich machen und dich gleichzeitig sehr viel kosten. Wahrscheinlich kostet es dich vor allem Energie, denn wenn du nicht nur hohe Ansprüche hast, sondern ständig verhindern musst. dass du Fehler dass du verhindern willst, dass du Erwartungen enttäuscht oder die Kontrolle verlierst, dann läuft im Hintergrund permanent ein zweiter Job ab. Und genau diese Form von Perfektionismus hängt mit Erschöpfung und Burnout zusammen. Das zeigt die Forschung ebenfalls Und wenn wir das noch einen Schritt weiter denken, dann sehen wir, das kostet dich auch dein eigenes Leben, denn ein Leben, das wirklich deins ist. lässt sich nicht fehlerfrei leben. Dafür musst du Entscheidungen treffen, deren Ausgang du nicht kennst. Du musst Risiken eingehen. Du musst lernen, Menschen zu Nein zu sagen, sichtbar zu werden, etwas auszuprobieren, vielleicht grandios zu scheitern und trotzdem weiterzumachen. Und wenn dein ganzes innere Sicherheitssystem Alarm schlägt und sagt, bloß keinen Fehler, fall nicht auf, enttäusch niemanden, behalte die Kontrolle. Dann kannst du äußerlich sehr erfolgreich werden und trotzdem nie dein eigenes Leben leben. Dann funktioniert dein Leben vielleicht sogar hervorragend, aber es ist eben nicht Die zweite versteckte Trauma-Folge. In deinen Beziehungen wiederholt sich dieselbe Dynamik, obwohl du längst weißt, woher sie kommt. Vielleicht hast du das in deinen Beziehungen schon manchmal gedacht. Es gibt es doch nicht, dass ich wieder an diesem Punkt gelandet bin, obwohl ich längst alles verstanden habe. Obwohl es vielleicht sogar ein anderer Partner war, eine andere Freundin, eine neue Chefin, ein anderer Job, aber die Dynamik bleibt immer dieselbe. Und das bringt uns zum Thema Reinszenierung. Ein Thema, das in der Traumaarbeit schon lange diskutiert wird. Noch besser untersucht ist ein Verwandtesphänomen, nämlich die Reviktimisierung. Menschen, in der Kindheit Misshandlungen oder Gewalt erlebt haben, haben später ein erhöhtes Risiko, erneut zum Opfer von Gewalt zu werden. Das ist ein über viele Studien hinweg gut dokumentierter Zusammenhang. Und was mir hier ganz wichtig ist zu sagen, diese Erklärung, dass diese Menschen das reinszenieren, heilen zu können, die ist wirklich gefährlich und unzulässig und eine total simplifizierte Aussage, wie man hört das zum Beispiel manchmal Das Nervensystem sucht sich das vertraute Trauma wieder. Die haben oft einen wahren Kern, denn genau das, was uns so sehr schadet, kann sich fast wie eine Heimat anfühlen. Aber die Mechanismen dahinter, sind unglaublich komplex und da spielen Bindungsmuster eine Rolle und Emotionsregulation und die Art und Weise, wie wir Risiken wahrnehmen und einschätzen und vieles mehr. Aber was man sagen kann, die früheren Erfahrungen prägen unser Selbstbild. unsere Idee und Wahrnehmung von Beziehungen. da gibt es eben sehr oft diese unbewussten inneren Scripts wie Liebe ist unsicher, Intimität ist gefährlich oder ich muss sehr viel geben, damit jemand bei mir bleibt oder ich bin es nicht wert, dass jemand für mich sorgt. Meine Bedürfnisse sind zu viel. Konflikt bedeutet Gefahr. Meine Grenzen werden sowieso nicht respektiert. Ich bin hilflos oder am Ende bin ich ohnehin allein. Dann beeinflusst dieses Skript nicht nur, was du bewusst denkst. Es kann auch beeinflussen, was dir vertraut vorkommt, welche Warnsignale du ernst nimmst und welche nicht, was du tolerierst und wie du das Verhalten anderer Menschen interpretierst. Zum Beispiel denkst du vielleicht, jetzt ist gerade nicht der richtige Moment, so etwas anzusprechen. Oder ich will keinen unnötigen Konflikt riskieren. So wichtig ist mir das eigentlich dann auch wieder nicht. Das klingt für dich vielleicht ganz normal oder sogar vernünftig und rational, aber dahinter kann ein Skript stecken, das dir keine andere Wahl lässt. Und so landest du eben immer wieder am selben Punkt in Beziehungen. Denn wirklich sicher und intim werden Beziehungen erst dann, wenn wir erlebt haben, wir können Konflikte austragen, ohne die Sicherheit und das Vertrauen zu verlieren. Wir können beide unsere Bedürfnisse ausdrücken und für uns einstehen, ohne Beziehung zu gefährden. Wir können beide Grenzen setzen, ohne die Nähe aufs Spiel zu setzen. Und deshalb brauchen solche Scripts ein ganz präzises Rewrite und ich muss es noch einmal erleben, damit meine Seele das heilen Und hier kommt die dritte versteckte Traumfolge. Du weißt, was in dir steckt. Du kennst dein Potenzial und bleibst trotzdem schmerzhaft hinter deinen Möglichkeiten zurück. Und viele intelligente, hochqualifizierte Frauen kennen genau diesen Schmerz und diese enorme Frustration. Sie wissen, was sie können. Sie leisten viel und sehen trotzdem andere an sich vorbeiziehen, die oft weniger Erfahrung oder Kompetenz mitbringen, aber offensichtlich auch weniger innere Handbremse haben. Und das ist so ein Punkt, der so wichtig ist zu verstehen. Intelligenz ist nicht das, was dir fehlt, aber der Zugriff darauf, denn wenn dein Nervensystem ständig mit Gefahr rechnet, dann bindet das total viele mentale Ressourcen. Unter starkem Stress funktionieren genau die Aufgaben des präventalen Cortex nicht, die du für Planung und Konzentration und Arbeitsgedächtnis und flexible Entscheidungen brauchst und auch natürlich für Impulskontrolle. Und das ist gut erforscht, dass genau das eine Trauma-Folge sein kann. Das heißt, du kannst hochintelligent sein und trotzdem vor einer löstbaren Aufgabe sitzen und keinen klaren nächsten Schritt sehen. Du kannst wissen, was du tun wäre und trotzdem prograstinierst du. Oder im entscheidenden Moment wirst du eben nicht sichtbar. Und hier kommen zwei Dinge zusammen. Ein Nervensystem, das vor allem auf wie bringe ich mich in Sicherheit programmiert ist und dir deshalb nicht erlaubt, deine Intelligenz voll einzusetzen. Und ein Selbstbild. dass dir nicht erlaubt, Glück und Erfolg zuzugestehen und deine Energie und Zeit für dich einzusetzen. Und diesen Satz höre ich so oft von Frauen, die von Trauma und genau von diesen versteckten Folgen betroffen sind. Sie sagen dann so etwas wie, ich könnte schon ganz woanders sein, ohne dieses Thema. Und oft schießen sie dann noch einen zweiten Pfeil auf sich und sie sind eben selbst schuld dran, dass sie sich so sehr blockieren. obwohl sie doch smart und elegant sind und kompetent sind und so viel an sich gearbeitet und reflektiert haben. Reflektieren ist eben noch kein Rewrite und ohne Rewiring auf neuronaler Ebene bleiben wir im Repeat. Und vielleicht hast du dich in einer dieser oft unbemerkten folgen wiedererkannt. Und deshalb ist mir besonders wichtig zu betonen, dass alles sind keine Schwächen und keine Defizite, sondern es waren einmal höchst kluge Anpassungsleistungen. Zum Beispiel die Anpassungsleistung eines Kindes, das die Stimmung im Raum blitzschnell lesen musste, psychologischen Sicherheit zu bleiben. Zum Beispiel von einem jungen Mädchen, das gelernt niemanden zu brauchen und dadurch eine Form von Autonomie entwickelt die es der Frau heute schwer macht, sich wirklich tief auf andere Menschen einzulassen. Oder die Anpassungsleistung einer Frau, die gelernt hat, das möglichst perfekt zu sein. das Risiko verletzt, kritisiert oder beschämt zu werden, verringert. Aber genau diese inneren Scripts, die können wir umschreiben. Und zwar ohne, dass wir nochmal in diesen alten Schmerz eintauchen müssen oder die alte Geschichte noch einmal durchleben Und mit dem Schreibdicht aus dem entsteht Wahlfreiheit, wo früher das alte Script und das alte Narrativ dich und dein Leben regiert haben. Und mehr zu diesem Schreibdicht aus dem Trauma-Prozess erfährst du bei der kostenlosen Masterclass am 20. September. Der Link ist in den Show Notes. Und in dieser Masterclass zeige ich dir, wie posttraumatisches Wachstum aussehen kann, welche Bedingungen es dafür braucht und wie du die Schreibdicht aus dem Trauma-Methode dafür nutzen kannst, die auf positiver Psychologie, narrativer Theorie und der Forschung zu posttraumatischem Wachstum beruht. Denn es ist Zeit über Regulation und Integration hinauszugehen und es ist Zeit nicht mehr nur in die Vergangenheit zu schauen, zu verstehen und vielleicht auch ein Stück weit zu heilen und zu integrieren, sondern uns wirklich bewusst in die Zukunft zu schreiben. Und das bedeutet, wie glücklich und dramafrei dürfen meine Liebesbeziehungen sein? Wie viel beruflicher Erfolg ist für mich möglich? Wie viel finanzielle Fülle und Freiheit? Wie viel Gesundheit und Harmonie körperlich, mental und emotional? Für mich persönlich war das wohl eine der allergrößten Triebfedern und das, was mir am meisten geholfen hat, meine eigenen Traumerfahrungen nicht nur zu verarbeiten und zu integrieren, sondern den Weg des posttraumatischen Wachstums zu gehen, obwohl es oft wirklich hart und schwierig Nämlich, dass ich dachte, ich lasse das nicht zu. Ich lasse nicht zu, dass etwas, das in meiner Kindheit passiert ist, vor mittlerweile 50 Jahren, jetzt mein Leben so sehr schrumpft. Oder dass etwas, transgenerational ist und während des Krieges passiert ist, also vor 80 Jahren oder das ist schlimm genug, dass es damals meinen Eltern so viel Leid zugefügt hat und sie dieses Leid ein Stück weit an mich weiter vererbt haben. Aber mit meiner Generation ist jetzt Schluss und ich will meine Möglichkeiten nutzen und so groß und weit und tief und frei leben, wie es nur möglich ist, statt mich von diesen alten Belastungen und Gespenstern daran hindern zu lassen. Dieser Krieg, in diesem Fall der Zweite Weltkrieg, den meine Eltern erlebt haben, der hat schon genug Unheil angerichtet und jetzt darf Schluss damit sein. Und deshalb war ich auch so glücklich, als ich das erste Mal vom posttraumatischen Wachstum gehört habe und davon, wie viel Einfluss wir selbst darauf haben, wo wir wachsen und eine ganz neue Lebensqualität und viel mehr Lebenssinn finden, trotz oder gerade wegen unserer Traumata, oder wo wir daran zerbrechen oder verzweifeln und den Ereignissen der Vergangenheit erlauben. uns die Lebendigkeit zu rauben und unser Leben eng und klein zu machen. Und in der nächsten Folge von Becoming zeige ich dir, wie du aus, ich bin die, die verlassen wird, ein heute wähle ich, wer Zugang zu mir bekommt, machst, aus ich kann nichts tun, ein heute habe ich Wahlmöglichkeiten und warum genau solche Rewrites verändern können, wie du liebst, welche Grenzen du setzt, wie du entscheidest und dein Leben gestalten. Ich bin Laia Kommender, deine Re-Write Architektin und ich freue mich, wenn du meinen Kanal abonnierst, diese Folge likest oder einen Kommentar hinterlässt. Auf dich und auf die Frau, die du werden kannst, trotz braumer Erfahrungen oder sogar wegen ihnen.