Dr. Adeline Hurmaci - Herzenssprachen: Hi, ich bin Adeline und du hörst mehrsprachig glücklich, den Podcast für Eltern, die Mehrspachigkeit leben und ihren Kindern weitergeben. Hier findest du wertvolle Impulse für den mehrspachigen Alltag, ehrliche Tipps und Inspiration. Ich teile Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis und führe Interviews mit spannenden Menschen, damit aus der mehrsprachigen Reise eine wunderbare Reise werden kann. Schön, dass du da bist. Ja, heute freue ich mich, eine Gästin bei mir zu haben, die liebe Kathrin Lächelt, sie ist Gründerin des mehrsparigen Kinderbuchverlags Kleine Welt Verlag und wir wollen über die Bedeutung von Geschichten und Büchern in der frühen Kindheit sprechen, aber natürlich auch über Mehrsparigkeit. Und ich freue mich, dass du da bist, liebe Kathrin. Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst. Ich bin sicher, wir werden ein spannendes Gespräch haben, wo es auch viele wertvolle Impulse geben wird, auch für Eltern, aber auch für alle, die irgendwie Kinder begleiten oder Mitkindern Zeit verbringen. Zum Beginn würde ich gerne zeigen, schau mal, was ich da habe. Ich habe ein Buch aus eurem Verlag dabei, Bruno und dann kam Bruno, genau, das ist eine deutsch-französische Version. Wir haben ja Französisch zu Hause unter anderen Sprachen. Und ich muss sagen, das Buch kam bei meinem fast vierjährigen Sohn sehr, gut an. Das fordert er zurzeit öfter, dass wir das uns anschauen. ich finde gerade die Illustration so schön. Also wirklich so viele Details und so viel Liebe steckt da drin. Kann ich nur ans Herz legen. Genau. sehr gerne, sehr, gerne. Aber bevor wir da wirklich in das Thema einsteigen, wie entstehen überhaupt eure Bücher? Was ist euch wichtig in der Herstellung von Büchern und so weiter? Hätte ich gern, dass du uns da ein bisschen auf deine eigene Reise mitnimmst und dass du uns bisschen sagst, wer bist du und wie kam das eigentlich dazu, dass du diesen Verlag gegründet hast? Sehr gerne. Also erst mal nochmal vielen, vielen Dank für die Einladung. Freut mich total, dass ich hier heute als Verweigerin mit dir reden darf. Genau, ich bin Katrin, 31 Jahre alt, bin im wunderschönen Regensburg zu Hause und ich habe den Verlag seit 2023 und hatte aber schon ganz, ganz viel für diesen großen Traum eines mehrsprachigen Kinderbuchverlags. Genau, das hat sich so ein bisschen entwickelt schon während meines Studiums. Ich habe allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft studiert hier in Regensburg. und habe dort auch eine Zusatzausbildung gemacht zur Mehrsprachigkeitsberaterin. Und das ganze Thema Mehrsprachigkeit hat mich eigentlich immer schon fasziniert. Und genau wie das Thema Bilderbücher oder Bücher im Allgemeinen. Und von daher war das irgendwie ganz früh schon für mich so ein Traum, später mal was mit Büchern zu machen oder in der Buchbranche zu arbeiten. Und so ist irgendwie, ich kann es gar nicht mehr genau erklären, dieser Traum entstanden. dass ich sprachige Bilderfischer verlege. Genau, ist dann aber hier. Ja, nee, sag ruhig du erst mal. Das ist dann eine Zeit lang erst mal auf Eis gelegen. Bis dann, also ich hab dann nach dem Studium erst mal bei einer Redaktion angefangen zu arbeiten. Und dann sind aber mein Neffe und der Neffe meines Partners geboren und die wachsen beide zufällig zweisprachig auf. Und das war dann so der letzte den es dann gebraucht hat, das wirklich anzugeben, das Thema und das allererste Bilderbuch, das ich dann gemacht habe, auch von mir selbst geschrieben und illustriert und war dann quasi ein Weihnachtsgeschenk, ein sehr persönliches Weihnachtsgeschenk für die beiden Neffen bzw. die beiden Familien. Genau, und so ist das eigentlich gestartet alles. Was ganz, ganz besonderes, ein einzigartiges Weihnachtsgeschenk in dem Fall. Ganz toll. Welche Sprachen sind das bei deinen Neffen? Das sind Dari und Rumänisch. Okay, ja sehr schön. Und welche Rolle spielen Sprachen aber in deinem Leben? Also du hast ja jetzt gesagt, in deiner Familie gibt es ja mehrere Sprachen durch deine Neffen. Welche Rolle spielen Sprachen aber für dich schon vielleicht von Anfang an oder hatte das in der Kindheit schon eine gewisse Bedeutung? Ja, also eine sehr, große Rolle. Also allerstwertestens dann im Studium, aber ich würde auch sagen schon viel, viel früher. Also ich bin, kann man ja auch tatsächlich so bezeichnen, mit einer inneren Mehrsprachigkeit aufgewachsen, nämlich mit Beidrisch. Von daher war das auch schon ein Thema, dass ich einfach verschiedene Sprachformen benutze im Alltag. Man spricht vielleicht mit meiner Familie ganz, ganz anders als dann eben zum Beispiel durch den Umzug nach Regensburg, wo man wieder ganz anders, ganz anders spricht. Dann war ich ganz früh auch schon im Ausland, Frankreich tatsächlich, bei einem Schüleraustausch damals, zweimal in gleichen Familie. Ich habe immer noch sehr, sehr, sehr guten Kontakt. wirklich, sind ja so die besten Freundschaften, die daraus entstanden sind. Das heißt, Französisch hat für mich schon immer eine sehr, sehr wichtige Rolle gespielt. Und dann eben spätestens durch mein Studium der Linguistik, wo ich dann auch angefangen habe, Sprachen. erforschen, Sprachen zu vergleichen. Auch kleine, unbekannte Sprachen, mich auch immer schon sehr fasziniert hat. auch verschiedene Sprachen dann angefangen zu lernen, also unter anderem Finnisch, habe aber auch noch kleinere Sprachen oder noch exotische Sprachen von der Struktur gelernt zumindest. Von daher ist das ein Thema, das mich immer schon super fasziniert und begleitet eigentlich. Sehr spannend. Gerade wenn so Sprachen, also wenn ein Interesse da ist für Sprachen, nicht so weit verbreitet sind auf der Welt oder die nicht diese gesellschaftliche Anerkennung leider genießen, da finde ich das besonders, ja besonders schön und wertvoll und auch, wie sagt man, ehrenhaft. Also ich finde, jede Sprache ist ja wertvoll und verdient auch Anerkennung und dass man sich widmet. Sehr schön. Welche Rolle spielt, also wir haben jetzt über Sprachen gesprochen, welche Rolle sie bei dir schon in der Kindheit gespielt haben, welche Rolle haben Bücher gespielt in deiner Kindheit und gab es vielleicht ein, zwei besondere Bücher, die für dich besonders prägend waren, die dir besonders wichtig sind heute noch? Ja, das ist das zweite Lieblingsthema von mir, Liebesstrafen. Also das ist auch ein Thema, das mich schon immer begleitet hat. Also Bilderbücher. gab es eigentlich schon immer, seit ich denken kann. Also wird in meiner Familie auch sehr, sehr viel Wert draufgelegt. auch meine Mutter, die auch selbst im Kindergarten arbeitet, liebt Bilderbücher über alles, also wünscht sich auch heute noch zu Weihnachten Bilderbücher einfach. Von daher wurde mir das wirklich schon so in die Wiege gelegt eigentlich. ja, also fing an natürlich mit Bilderbüchern, wo es unzählige gibt, die auch bis heute noch existieren bei uns. Ich würde sagen, so wichtige Bücher waren dann aber für mich eher so tatsächlich Bilderbücher, Bücher von Cornelia Funke. Ganz viel, also Tinten, die Tintenwelt Bücher fangen wir da ein. Aber auch die Wilden Hühner zum Beispiel. diese zwei Welten haben ich sehr, sehr geträgt. Also ich hatte auch wirklich jahrelang von Wohnwagen im Garten und Hühnern geträumt zum Beispiel oder bei der Tintenwelt mir da ganze Welten gebastelt und also wirklich sehr kreativ auch. Da bin ich da gewesen und hab die Bücher einfach von vorn bis hinten geliebt und ja, immer wieder gelesen einfach. Wenn man merkt, das für eine Auswirkung das haben kann, auf die Kindheit, das Leben, auf das Kreativsein. Darüber werden wir noch bisschen sprechen. Das ist ja nicht nur sehr positiv für die Sprachentwicklung, sondern hat ja andere Aspekte. Der Umgang mit Büchern sorgt auch für die Empathieentwicklung von Kindern, für sozial-emotionale Kompetenzen. Es steckt so viel drin. Deswegen sollten Bücher natürlich immer Teil des Alltags sein mit Kindern. Genau. Sehr schön. jetzt zum Thema, wie die Bücher entstehen. Viele sehen ja am Ende das fertige Buch. Also haben wir ja hier. Aber selten den Weg dahin. Und da würde mich das interessieren, was passiert alles eigentlich, damit so ein Buch entsteht. Und gerade wenn jetzt, wie in eurem Fall, mehrere Sprachen drin sind, da ist ja auch noch ein großer Teil davon, die ist die Übersetzung. Genau, vielleicht die erste Frage. Wie wählt ihr überhaupt Geschichten aus? ist da, Kriterien, hast du da bestimmte Kriterien? Was ist dir da wichtig in der Hinsicht? Ja, also gute Frage auf jeden Fall. Also wichtig ist mir eigentlich, dass ich direkt von der Geschichte gefesselt bin. Also ich glaube, bei allen Bilderbüchern, die in meinem Verlag erschienen sind, habe ich mehr oder weniger direkt eine Zusage geschrieben, weil ich einfach wusste, dieses Buch will in meinen Verlag und das passt perfekt. Also von der Geschichte würde ich sagen, bin ich erstmal offen für vieles, also für viele Themen. Natürlich schaue ich auch manchmal, was hatte ich schon, dass es nicht zu ähnlich irgendwie wird bei einem neuen Buch. Aber bei den Büchern, die bisher erschienen sind, war das wirklich so ein Liebe auf den ersten Blick. Also tatsächlich wusste ich da direkt. das passt und da habe ich ein gutes Gefühl und die Geschichte ist einfach schon so rund, schon so perfekt. Das ist gar keine Voraussetzung, dass eine Geschichte schon perfekt sein muss, aber oftmals ist so dieses Gefühl beim ersten Lesen so, boah, das ist schon, also da entstehen schon Bilder, das ist schon, ja, passt einfach. Kannst mir das erklären. Genau. Kann das auch mal andersrum sein, Bilder zuerst da sind und dann die Geschichte dazu geschrieben wird? Gab es das auch schon mal? Gab es in meinem Verlag noch nicht tatsächlich. Da waren immer zuerst die Geschichten da. Aber was es gibt, eben zum Beispiel auch bei Und dann kam Bruno, was du in Hand hattest, dass Geschichten und Bilder gleichzeitig schon existieren, weil sie von einer Person kommen. Das hatte ich schon öfter. Genau. Also es gibt schon viele Illustratorinnen, die mir ihre Portfolios schicken, die ich dann auch abspeichere und so kann schon auch etwas entstehen, dass ich mit einer bestimmten Illustratorin zum Beispiel zusammenarbeiten möchte. Aber ich würde sagen, der klassische Fall ist eigentlich, dass die Geschichte zuerst entschieden wird sozusagen und man dann auch gemeinsam auf die Suche nach geeigneten Illustrationen Sehr spannend. Ja, die Illustrationen sind ja, du arbeitest ja mit verschiedenen Illustratoren zusammen, sind auch sehr vielfältig, konnte ich feststellen, was auch gut ist, ich, weil du kannst damit, ja verschiedene, also jeder Mensch hat, ich, ein anderes Gefühl bei verschiedenen Illustrationen, das heißt, du kannst mehr Menschen abholen oder vielleicht manche Kinder fühlen sich mehr von denen angezogen und mehr von den anderen angezogen. Also bei Kindern entsteht ja das Interesse für Bücher auch. Natürlich primär über das Coverbild ist so. Deswegen sage ich auch immer den Eltern zu Hause bitte habt eure Bücher nicht in einem Buchregal, eure Kinderbücher, die so nebeneinander, wo man nur den, wie sagt man, den Rücken, das hier, ne? Wo man nur den Rücken sieht, sondern habt eure Bücher immer so, dass sie immer so oder einfach sichtbar sind, weil das weckt das Interesse der Kinder. Das heißt, die Kinder wählen ein Buch primär aus anhand der Bilder erst mal. Und dann natürlich, wenn man sich das Buch mit dem Kind angeschaut hat und die Geschichte gefällt, dann ist es nochmal, da spielt das natürlich auch noch eine Rolle. Als primär sind das die Bilder. Und je vielfältig die Bilderwelten sind, desto mehr Kinder kann man auch, denke ich, da ins Boot holen. Finde ich ganz schön. Und wie entscheidet ihr? Also erstmal noch eine Frage zu den Geschichten an sich. Hast du da bestimmte Werte zum Beispiel, die dir wichtig sind, die über die Bücher transportiert werden sollen? Oder bist du da auch, bist wahrscheinlich natürlich immer erstmal offen, wie du gesagt hast und flexibel, aber bestimmt gibt es da gewisse Sachen, wo du sagst, das liegt mir besonders am Herzen. Ja, es ist... super allgemein, aber das Thema Vielfalt liegt mir sehr am Herzen. Also wenn ich merke, eine Geschichte legt darauf Wert, dann gibt es schon mal einen Pluspunkt auf jeden Fall. Und so ist es auch eigentlich bei den Geschichten, die bisher erschienen sind, dass Vielfalt eine wichtige Rolle spielt in verschiedensten Formen. Gewisse andere Werte natürlich auch, aber das ist so das Hauptthema, das eigentlich so mein Verlag auch ausmacht. Also Vielfalt nicht nur in Sprache, sondern auch in den Geschichten. den Illustrationen auch, wie du schon sagst, das zieht sich so durch die ganze Verlagswelt. Und du hast ja jetzt vom Thema Sprache gesprochen. Wie suchst du die Sprachen aus? Ihr habt ja immer Deutsch und eine andere Sprache. kannst uns da auch gerne erzählen, welche Sprachen bis jetzt bei euch so vertreten sind, also in welchen Sprachen gibt es Bücher. Und wie, was sind da die Kriterien oder wie sucht ihr eben aus, Sprachen bei welchem Buch erscheinen soll? Also meistens habe ich drei bis vier Sprachkombinationen pro Buch. Das heißt, ein Buch erscheint eigentlich fast nicht, gab es auch eine Ausnahme, aber eigentlich fast nicht nur in einer Sprachkombination, sondern in mehreren gleichzeitig. Das ist mir besonders wichtig, dass ich da schon mal mehrere Familien oder so viele Familien wie möglich. natürlich bin ich ein super kleiner Verlag und ich kann natürlich leider nicht die Sprachenvielfalt verlegen, die ich gerne auch als Sprachwissenschaftlerin hätte. Also ich muss natürlich auch am Ende des Tages schauen, dass sich die Bücher verkaufen, dass sie mir zum Beispiel Deutsch, Englisch immer mit vertreten, weil es einfach die Sprachkombination ist, die am meisten Familien erreicht und den meisten hilft und die meisten interessiert auch. Auch einsprachige Familien zum Beispiel. Und dann schaue ich tatsächlich meistens zuallererst mit den Autorinnen zusammen. wenn ich eine Geschichte veröffentliche, dann frage ich die Autorinnen und auch die Illustratorinnen, ob es irgendwelche Wünsche sozusagen gibt, irgendwelche persönlichen Hintergründe, Geschichten. Also meistens sind das auch oder oft sind das auch die Büh-Projekte, die meine kreativen Menschen da zusammen erstellen. Da finde ich es einfach auch wichtig, dass so die persönliche Geschichte mit beachtet wird. Und ja, so hatten wir schon verschiedene Sprachkombis, die einfach so aus persönlichen Hintergründen entstanden sind oder wir deswegen mit reingenommen haben. Und dann ist es mir auch wichtig, eben eine gewisse Vielfalt, so gut es eben geht, zu gewährleisten. Also ich schaue dann zum Beispiel, dass es nicht nur romanische Sprachen sind, sondern das noch mindestens eine Sprachkombi aus einer anderen Sprachkombi kommt. Genau. Und dann schaue ich auch, wie haben sich bisher Bücher verkauft und wo gehe ich davon aus, dass es viel Interesse gibt. In meiner Community zum Beispiel. Ich habe auch schon Umfragen gemacht. Auf Instagram zum Beispiel. Was sich die Leute wünschen. Und das habe ich auch immer im Hinterkopf. ist so ein Mix. Ja, spannend. Magst uns sagen, welche Sprachen bis jetzt vertreten sind? Ja, ich hoffe, ich krieg's hin. Also Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch, Italienisch, Russisch, Spanisch hab ich schon gesagt, Arabisch noch etwas. glaube, das war's. Jetzt hätte ich eine Frage auch zur Übersetzung an sich. Wie geht ihr da vor? Was ist dir auch wichtig? Also ich merke ja auch, es gibt verschiedene Verlage, auch die zweisprachige Bücher anbieten. Und da merke ich immer oder öfter bei der Übersetzung, dass da Feinheiten sind, die nicht so ganz gelungen sind, muss ich sagen. Also zumindest habe ich das so in meiner Sprache erlebt. Bei dem Buch jetzt, was ihr veröffentlicht habt, nicht, da fand ich die Übersetzung wirklich sehr schön und gelungen. Da würde mich deswegen interessieren, wie du da in der Hinsicht arbeitest. Was ist euch wichtig in der Zusammenarbeit mit den Übersetzern? Worauf achtet ihr? Ja, das ist ein super spannendes Thema und ja, eins, worauf ich auch bisschen stolz bin, weil ich es meiner Meinung nach ein bisschen anders mache. Ich habe auch schon verschiedenste Sachen ausprobiert. Ich habe schon mit Übersetzungsagenturen zusammengearbeitet, wo ich dann sehr unzufrieden war mit den Übersetzungen, wo ich dann teilweise auch keine Übersetze aufs Cover drucken konnte, weil mir die Namen einfach nicht genannt wurden, zum Beispiel Ausgründen, warum auch immer. Das habe ich dann aufgehört und habe dann angefangen mein ganz persönliches Netzwerk zu nutzen. Ich habe den Vorteil, ich mal, oder... Ich habe ganz viele internationale Menschen in meinem Umfeld, in meinem Freundeskreis. Ich habe mal eine mehrsprachige Initiative geleitet, mehrere Jahre lang. Habe dadurch einfach sehr viele Kontakte. Und mir ist da besonders wichtig, dass ich mit meinen Übersetzenden ganz eng zusammenarbeiten kann, weil ich gemerkt habe, dass es, wie du schon sagst, ⁓ so viele Feinheiten geht, auch wenn man den Originaltext mit Kommentaren spickt oder mit einem Zusatztext für die Übersetzenden irgendwie noch mitgibt oder so, dass es einfach am allerbesten funktioniert, wenn man wirklich zusammen an einem Bildschirm mehr oder weniger arbeitet oder auf jeden Fall in sehr, sehr engen Austausch ist, in sehr, engen Kontakt. Und deswegen ist es tatsächlich so, dass die meisten Übersetzenden in meinem Verlag aus meinem persönlichen Umfeld kommen. Und dann kam Bruno, ist es zum Beispiel eine ehemalige Arbeitskollegin, die aber witzigerweise tatsächlich Übersetzerin ist, was ich gar nicht wusste. Wir waren damals in einem anderen Bereich zusammen. Aber das hat sich dann so ergeben. wusste, sie kommt aus Frankreich. Ich frage sie einfach mal und dann sagt sie, sie ⁓ Übersetzerin. Freut sich total über Aufträge. Dann hat es zum Beispiel super perfekt gepasst und ich merke einfach den Unterschied. Ich merke bei meinen Übersetzenden, dass sie wirklich jedes Wort fünfmal umdrehen. sich Gedanken machen. Das ist eine Wahnsinnsarbeit, die dahinter steckt. Finde ich einfach toll, dass ich da eben auch den persönlichen Austausch habe. Auch dann in Zusammenarbeit mit Autor und Autorin, dass da auch ein Kontakt entstehen kann oder Rückfragen auch gestellt werden dürfen. Es gibt auch mehrere Korrekturrunden, bis da wirklich eine Runde Übersetzung, ein rundes Gesamtpaket entsteht. Das dauert auch meistens etwas. Genau, und dann kam Bruno, er zum Beispiel auch auf Arabisch erschienen. Da ist es zum Beispiel so, dass ich selbst kein Arabisch kann, auch nicht die Strift lesen kann. Das heißt, das war dann natürlich eine besondere Herausforderung, zumal ich auch den Buchsatz dann im Tabak selbst mache. Das heißt, das Layout, Bild und Text zusammenfügen. Und da war es mir auch einfach wichtig, dass ich Übersetzende habe, die mich da einfach... auch beim Buchsatz dann unterstützen können, es kein Problem ist, mal anzurufen oder ihnen zu schreiben, hey, ist das so richtig oder ergibt das so Sinn? Die haben so viele Feinheiten in der Sprache und wenn man selber die Sprache, ich nenne sie jetzt in dem Fall die Zielsprache, also die Sprache in die es übersetzt werden soll, wenn man diese Sprache selbst nicht beherrscht und wirklich die Feinheiten auch hat, dann braucht es ja diesen sehr engen Austausch mit der Person, die das übersetzt, damit man sicher ist, dass wirklich die Dimensionen und die Feinheiten so transportiert werden, wie sie sind. da hatten wir, glaube ich, Vorgespräch auch kurz darüber gesprochen. hatte, ich noch im Studium war, habe ich eine Zeit lang überlegt, ob ich in die Richtung Übersetzung gehen soll. Aber habe schnell gemerkt, mein Talent liegt da nicht. Also dass man schon auch sehr, ja, man braucht wirklich ein gutes Sprach. Also ein Sprachtalent, ⁓ Sachen so zu formulieren, dass sie schön klingen und gleichzeitig den Sinn genauso transportieren wie in der ersten Version. Da habe ich gemerkt, das ist nicht meins. bin mir dadurch wirklich bewusst, was dahinter steckt oder was da für eine Arbeit nötig ist. deswegen, wenn ich solche Bücher sehe, die so qualitativ sind, auch von der Übersetzung her, da muss sehr viel Arbeit dahinter stecken. Das spürt man. Und da spürt man auch bei euren Büchern, dass da viel Liebe drin ist. jetzt sind wir auch ein bisschen bei dem nächsten Punkt, den ich gerne ansprechen möchte mit dir. Und zwar, warum sind in deinen Augen Bücher so wichtig für die Kindheit, für die Entwicklung von Kindern, für die Bildung, Eltern-Kind-Bindung? Worin liegt die Macht oder die Kraft der Bücher? Schwierige Frage, aber vielleicht hast du da Ideen. Ich persönlich finde ja einfach, dass Bücher, auch Bilderbücher einfach dazugehören, dazugehören sollten auch. Also ich könnte mir persönlich kein Leben ohne Bücher vorstellen. Ich sehe es bei Kindern in meinem Umfeld, aber ich habe es ja auch selbst erlebt in meiner Kindheit, dass Bücher einfach einen sehr großen Einfluss haben auf darauf, wie wir die Welt sehen. Ich finde... jedem Buch, das man liest, erweitert man auch seinen Horizont, lernt neue Themen, auch bei Kindern neue Wörter kennen. Das finde ich auch immer ganz spannend, wenn es ⁓ den Text geht, dass man auch ruhig Wörter verwenden darf in Bilderbüchern, die vielleicht nicht so geläufig sind oder nicht zum Standard-Vokabular gehören, sondern dass Kinder da auch Neues entdecken können und Ganzen mit Neugierde begegnen. können. Und das gilt für Geschichten, für Bilder, für Texte, einfach allgemein. Ich finde gerade bei mir auch mit dem Thema Mehrsprachigkeit, mit den verschiedenen Sprachen wichtig, diese Vielfalt aufzuzeigen und den Kindern auch beizubringen, dass jeder Sprache gleich viel wert ist, dass es keine Sprache gibt, die wichtiger ist oder unwichtiger, sondern da so eine Gleichheit zu schaffen, so gut es geht. Das möchte ich auch durch meine Bilderbücher zeigen, dass Mehrspreisigkeit etwas Normales ist. Und genau, für Diversität einfach sorgen. Deswegen hatten wir es ja anfangs schon, es ist auch wichtig, oder mir persönlich auch wichtig, auch verschiedene Illustrationsstile ihren Platz finden in der Buchwelt. Genauso wie verschiedenste Geschichten, verschiedenste Themen. Also es erscheinen ja so viele Bücher, jährlich Bilderbücher, auch Bücher für Erwachsene, für Jugendliche allgemein. Da haben wir schon eine sehr große Vielfalt, wobei es gerade auch bei kleinen Verlagen und bei niedrigen Themen da auch ganz viel Arbeit geleistet wird für die Branche, für die Buchwelt. Ja, schön. Du hast verschiedene Aspekte erwähnt, die ich sehr wichtig finde. Also es gibt ja auch mehrere Dimensionen. Es gibt einmal, warum Bücher auch allgemein so wichtig sind, auch für die Sprachentwicklung. Für die Entwicklung kann ja wunderbar auch Aspekte wie die Empathie fördern, Empathiefähigkeit, sozioemotionale Fähigkeiten von Kindern und gerade auch, also wirklich auch in der Sprache sehr, sehr viel bewirken. Gerade wenn man die Bücher als Grundlage nutzt für Gespräche, für Interaktionen und ich finde, eure Bücher, die haben ja eher den Fokus auf Kinder im Alter von drei, vier bis so Grundschulbeginner ungefähr, oder? Ja. Und da finde ich so wichtig, in dem Alter auch Bücher dazu haben, die zum Philosophieren einladen. Also Philosophieren ist für mich, dass man mit dem Kind ins Gespräch kommt über ⁓ wichtige Themen, über die man sonst vielleicht ohne die Bücher nicht unbedingt gesprochen hätte oder man hätte vielleicht nicht die Worte gefunden oder den Zugang gefunden, auch als Eltern oder als philosophische Fachkraft. Und da bieten die Bücher eine wunderbare Grundlage dafür. Und gerade jetzt, ich das Beispiel nehme mit eurem Buch, und da kam Bruno, da geht es ja ums Teilen, ⁓ Freundschaft und da kann man wunderbar mit dem Kind darüber sprechen, welche Erfahrungen macht es denn in der Kita oder mit seinen Freunden und warum findet er das gut und das nicht gut, also wirklich auch lernen zu argumentieren. Und das ist ja auch Förderung der Sprachkompetenz. Und das kann man wunderbar eben mit den Büchern schaffen. Und dann gibt es noch diesen anderen Aspekt, du auch erwähnt hast, den mehrsprachigen Aspekt in eurem Fall. Die Tatsache, dass da zwei Sprachen in einem Buch drin vertreten sind, zeigt ja, beide Sprachen sind gleich wert, gleich wertvoll. Und beide haben eine Relevanz, beide sind wichtig. Und das kann man ja wunderbar auch im pädagogischen Kontext, in der Kita zum Beispiel oder auch in der Schule als Lehrkraft nutzen, ⁓ da Brücken zu bauen zwischen Sprachen und zu zeigen, ja schau mal, in der Sprache wird das so geschrieben oder das wird so gesagt oder das klingt dann anders und dass man einfach diese Aufmerksamkeit Also die Kinder darauf aufmerksam macht und dadurch auch Brücken schafft. Und da finde ich wirklich ist der Mehrwert auch bei euren Büchern mit der Mehrsprachigkeit. Und gerade dann zu Hause für die Eltern, das bietet ja auch die Möglichkeit, wenn zum Beispiel verschiedene Schriftsysteme in der Familie vorhanden sind, also du hast ja von Arabisch gesprochen, da kann man ja wunderbar diese Brücke vergleichen und zeigen. weil das alles auf einer Seite ist. Das bietet auch in der Hinsicht einen Mehrwert. Genau, philosophische Bilderbücher lebe ich auch absolut total gerne. Wir haben auch viele philosophische Geschichten bei uns im Verlag. Zum Beispiel das Buch Leuchtfenster von Katharina Bacher und Hilde Biedermann. Da geht es darum, dass nachts in der großen Stadt hinter jedem Fenster das so leuchtet. so eine eigene Geschichte passiert. Genau, dass so eine Großstadt mit ganz, ganz viel Leben gefüllt ist, auch wenn man sich vielleicht einsam oder alleine fühlt nachts. Also, es ist ein sehr philosophisches Bilderbuch für jedes Alter eigentlich, aber auch so ab vier Jahren geeignet. Und Katharina Bacher ist sehr, sehr engagiert, was Lesungen betrifft, was auch eine super Möglichkeit eben ist, ⁓ all diese Kompetenzen zu vermitteln. Die Begeisterung auch für Bücher zu wecken, gerade auch in Kitas oder auch Grundschulen ist sie viel unterwegs und gibt auch mehrsprachige Lesungen auf Deutsch oder Spanisch oder Englisch zum Beispiel. Genau, das ist eine ganz, ganz große Empfehlung auch von mir, dass man sich da als Einrichtung vielleicht mal jemanden holt, der eine Lesung anbietet. Kann man aber natürlich genauso gut mit den eigenen Kindern oder vielleicht mit dem eigenen Umfeld im Wohnzimmer umsetzen. Also da gibt es ganz, ganz viele Möglichkeiten, wie man Kinder auch fürs Lesen begeistern kann durch so mehrsprachige oder auch einsprachige Kinderbuchlesungen. sehr schön, Kathrin, vielen Dank. Das war ein sehr schönes Gespräch mit vielen, finde ich, wertvollen Impulsen drin. Und sag uns gerne zum Abschluss, wie man eure Bücher kaufen kann, wo ihr auch zu finden seid als Verlag. Dann können die Zuhörer da ein bisschen selbst schauen gehen, ob die da was finden, was ihnen gefällt. Sehr gerne. Also unsere Bücher gibt es eigentlich überall im Buchhandel in Deutschland und Österreich. Da kann man unsere Bücher in die Buchladen bestellen. Am einfachsten oder am direktesten geht das aber auch über unseren Verlagsshop unter www.kleine-welt-verlag.de. Da ist es so, dass jede Bestellung bei mir persönlich landet. packte dann von meinem Zuhause auch aus ein und bringe sie zur Post. Das macht mir immer ganz viel Spaß, wenn ich das persönlich machen kann. Aber wie gesagt, auch neben Buchladen kann man unsere Bücher bestellen. Auch in vielen Bibliotheken kann man sie ausleihen, wenn nicht einfach nachfragen. Genau, ansonsten findet man uns noch auf Instagram, at kleineweltverlag. Und genau, da auch gerne mal reinschauen und folgen. Wir teilen auch immer ganz, ganz viele Einblicke. Vielleicht auch ganz spannend. Ja. Und unterstützen, unbedingt unterstützen die Zuhörerinnen. Das ist ja wichtig. Vielen Dank, Katrin. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute auf deiner Reise, auf deinem Weg und noch viele, viele weitere Bücher. Danke dir. Vielen Dank für die Einladung. Sehr gerne. auch für das Gespräch. Hat sehr viel Freude gemacht. Sehr gerne.