Dr. Adeline Hurmaci - Herzenssprachen: Hi, ich bin Adeline und du hörst mehrsprachig glücklich, den Podcast für Eltern, die Mehrspachigkeit leben und ihren Kindern weitergeben. Hier findest du wertvolle Impulse für den mehrspachigen Alltag, ehrliche Tipps und Inspiration. Ich teile Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis und führe Interviews mit spannenden Menschen, damit aus der mehrsprachigen Reise eine wunderbare Reise werden kann. Schön, dass du da bist. Ich bin selbst Mama von zwei, drei sprachig aufwachsenen Kindern, 10 und 4 Jahre alt und ich kann dir sagen, ich war genau dort, wo du heute vielleicht stehst. Als mein Mann und ich uns vor der Geburt unseres ersten Kindes auf das Abenteuer Mehrsprachigkeit vorbereitet haben, haben wir Ratgeber gelesen und ich habe mich auch auf das verlassen, was ich aus meinem Studium mitgenommen hatte. Die Botschaft war überall dieselbe. Seid konsequent, sprecht viel, lest viel vor, singt viel, dann klappt das schon. Doch irgendwann haben wir gemerkt, so einfach ist es nicht. Mittlerweile weiß ich, dass es nicht ⁓ das Wie viel, sondern ⁓ das Wie geht. Außerdem berücksichtigen solche Ratschläge oft nicht die Realität von Familien. Vielleicht singt dein Partner nicht so gerne und vielleicht bist du vom Typ her nicht so kommunikativ. Heißt das, dass euer Kind eurer Sprachen deshalb nicht lernen kann? Nein, natürlich nicht. Entscheidend ist nicht, viel zu machen, sondern Wege zu finden, die zu euch, eurem Familienalltag und euren Persönlichkeiten passen und die Interaktionen, die ihr mit euren Kindern habt, ganz bewusst zu gestalten. In dieser Folge gehe ich auf vier Aspekte ein, auf die es wirklich ankommt. Bereit? Lassen starten! Der erste Punkt ist, viel sprechen ist nicht der Schlüssel. Und hier unter diesem ersten Punkt möchte ich auf drei Aspekte eingehen. Der erste ist Weniger ist manchmal mehr. Viele Eltern glauben, sie müssten möglichst viel mit ihren Kindern sprechen, jede Handlung sprachlich begleiten und ihr Kind ständig mit Sprache umgeben. Doch ein zu viel an Sprachinput ist nicht unbedingt hilfreich, manchmal ist weniger tatsächlich mehr. Weniger, aber bewusster. Ja, Kinder lernen Sprechen durch Hören, aber auch und vor allem durch Sprechen. Und zum Sprechen kommen sie nur, wenn wir ihnen auch den Raum dafür geben. wenn wir mit ihnen richtige Gespräche führen, ihnen neugierige Fragen stellen, ihnen geduldig zuhören usw. Der zweite Aspekt ist, Sprache braucht eine echte Funktion. Kinder, die einsprachig aufwachsen, holen sich den Input in ihrer Sprache von überall. Viele Menschen und Situationen in ihrem Alter gebieten ihnen die Möglichkeit, ihre Sprachkompetenz aufzubauen und die Kinder kommen nicht drum rum, die Sprache aktiv zu benutzen, also sie zu sprechen. Bei unseren Kindern, die mehrsprachig aufwachsen, ist es anders. Oft kommt der Input in der Herkunftssprache von einer einzigen Person und das Kind hat die Möglichkeit, sich zu verständigen, ohne dass es diese Sprache aktivieren muss. Dabei ist eben diese fehlende Funktion der Sprache ein ganz wesentlicher Punkt. Wenn dein Kind für sich den Sinn darin nicht erkennt, deine Sprache aktiv zu sprechen, dann wird es das auch nicht tun. Denn in den meisten Fällen kostet es Kindern mehr Überwindung, mehr Anstrengung und mehr Energie sich in der Herkunftssprache auszudrücken. Zum Glück gibt es aber Wege, die Funktionalität einer Sprache zu erhöhen, zum Beispiel, indem diese Sprache ganz klar mit gewissen Dingen im Alltag assoziiert ist. Und der dritte Aspekt unter diesem ersten Punkt ist, Authentizität und Freude sind extrem wichtig. Was bedeutet aber Authentizität? Authentisch sein bedeutet, sich dabei wirklich wohlzufühlen und dass du mit deinem Kind so sprechen kannst, wie es zu deiner Persönlichkeit passt. Das hat nichts mit dem perfekten Beherrschen einer Sprache zu tun. Du musst eine Sprache nicht perfekt beherrschen, ⁓ mit dieser Sprache authentisch zu sein. Das wird oft verwechselt. Authentisch sein bedeutet, du kannst du selbst sein in dieser Sprache. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Dein Kind muss außerdem spüren, dass du Freude daran hast, diese Sprache zu sprechen. Sprachen lernen soll Spaß machen. Deshalb musst du Dinge finden, die zu dir und deiner Familie passen. Bevor wir weitermachen, eine kleine Erinnerung. Abos und Likes sind wichtig, damit YouTube meine Videos an mehr Menschen ausspielt. Damit unterstützt du also nicht nur meine Arbeit, sondern auch andere Eltern, die meine Impulse gebrauchen könnten. Und wenn du gerade die Folge als Podcast hörst, dann gib mir gerne eine 5-Sterne-Bewertung oder kommentiere unter der Folge, wenn dir gefällt, was du da hörst. Weiter geht's mit dem Punkt 2. Vorlesen ist extrem wertvoll, wenn man es richtig nutzt. Es gibt Vorlesen und Vorlesen. Wenn ich ein Buch aufschlage und einfach das lese, was da steht, werde ich mein Kind sprachlich nicht so sehr fördern, wie wenn ich eine richtige Interaktion entstehen lasse. Fragen stellen, über die Bilder sprechen, das Buch als Sprungbrett für eigene Erzählungen nutzen, das schuldt das Sprachverständnis und die Erzählkompetenz weiter besser als das reine laute Vorlesen des Textes. Singen unterstützt Sprache. Ja, aber... Wir alle wissen, dass Lieder wertvoll für die Sprachentwicklung sind. Sie helfen unseren Kindern dabei, Aussprache, Sprachmelodie und Rhythmus zu erwerben. Doch ich weiß, dass Singen nicht jedem liegt. Manche singen sehr viel und sehr gerne, andere fühlen sich damit nicht so wohl. Mein Tipp an der Stelle, erstens schau, ob du vielleicht doch ein, zwei Lieder findest, die gut zu dir passen. Mehr brauchst du auch nicht. Und wenn nicht, dann hast du andere Möglichkeiten. Aussprache und Rhythmus zu unterstützen. Durch Reime oder Gedichte zum Beispiel. Vielleicht wäre so etwas eher für dich. siehst also, das Wichtige ist nicht noch mehr zu tun, sondern die Dinge zu finden, die zu dir und zu deinem Kind passen und dass ihr Freude dabei habt. War etwas Neues für dich dabei? Schreib mir gern in die Kommentare. Und wenn dir meine Videos oder meine Podcast-Folgen weiterhelfen, dann freue ich mich sehr über ein Like oder eine positive Bewertung. Und wenn du lernen möchtest, wie du mit deinem Kind so interagierst, dass es Freude an deiner Sprache entwickelt, eure Bindung stärkt, Bücher und andere Medien sprachförderlich einsetzt und wenn du viele praktische Ideen und Impulse bekommen möchtest, die du so nirgendswo sonst findest, dann bist du bei mir genau richtig. Genau dabei begleite ich die Eltern, mit denen ich zusammen arbeite. Schau gerne auf herzensprachen.de vorbei und lass uns schauen, welcher Weg genau der richtige für dich und deine Familie ist. Ich freue mich auf