Dr. Adeline Hurmaci - Herzenssprachen: Hi, ich bin Adeline und du hörst Mehrsparrecht glücklich, den Podcast für Eltern, die Mehrsparigkeit leben und ihren Kindern weitergeben. Hier findest du wertvolle Impulse für den mehrsparigen Alltag, ehrliche Tipps und Inspiration. Ich teile Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis und führe Interviews mit spannenden Menschen, damit aus der mehrsparigen Reise eine wunderbare Reise werden kann. Schön, dass du da bist. Kann Mehrsparigkeit für Kinder zu einer Belastung werden? Und wie sieht es eigentlich mit den Eltern aus? Kann es für sie zur Belastung werden oder für die Familie? Darüber spreche ich heute. Falls du dieses Video gerade auf YouTube anschaust und mir schon länger folgst, dann für dich die Info. Ab jetzt findest du meine Inhalte auch als Podcast auf Spotify und überall wo es Podcasts gibt. Mehrere Sprachen von Anfang an Geschenk oder Belastung. Es ist wirklich sehr spannend, wenn man sich mit Menschen über Mehrsparigkeit bei kleinen Kindern unterhält, begegnet man meist zwei völlig unterschiedlichen Sichtweisen. Entweder hört man, ach, das ist ja wunderbar, Kindersaugen in dem Alter, alles auf, nach dem Motto, ganz easy, Kinderspiel. Oder man hört genau das Gegenteil, so was wie, ach, am Ende kann das Kind doch keine Sprache richtig oder das verwirrt das Kind doch nur. Und dazu habe ich bereits einige Videos auf YouTube hochgeladen. Wenn du mir schon länger auf YouTube folgst, hast du sie vielleicht schon gesehen. Trotzdem lohnt es sich, Folge hier anzuhören oder anzuschauen. Denn ich werde neue Perspektiven teilen. Fangen wir mit der Frage an, ob und inwieweit Mehrspareigkeit zur Belastung werden kann. Zunächst aus der Perspektive des Kindes. Kann Mehrspareigkeit dein Kind überfordern? Und wenn ja, unter welchen Umständen? Viele Eltern haben die Sorge, ihr Kind mit den verschiedenen Sprachen zu überfordern oder zu verwirren. Dabei ist das kindliche Gehirn ... wunderbar darauf ausgelegt, mehrere Sprachen gleichzeitig zu lernen. Es funktioniert nicht wie ein Speicherplatz, der irgendwann voll ist, sondern kann eher mit einem Muskel verglichen werden. Je mehr es gefordert wird, desto stärker entwickelt es sich. Mehrsparerregigkeit wird nur als Problem und Belastung betrachtet, wo sie nicht der Norm entspricht, d.h. in monolingualen Gesellschaften wie Deutschland z.B. Aber an sehr vielen anderen Orten auf der Welt gehört Mehrsparerregigkeit dazu und den Kindern dort geht es gut. Oft wird Mehrspachigkeit als Auslöser für Probleme betrachtet, zum Beispiel in der Sprachentwicklung. Dabei ist die Mehrspachigkeit an sich niemals der Auslöser für Sprachschwierigkeiten. Was passieren kann, ist aber, dass eine Sprache oder mehrere Sprachen sich nicht gut genug entwickeln oder und das liegt an den Rahmenbedingungen, unter denen die Mehrspachigkeit gelebt wird. Wie gesagt, nicht an der Mehrspachigkeit an sich. Darüber werden wir auf jeden Fall noch sprechen. Trotzdem können durchaus verschiedene Formen der Belastung entstehen. Welche das sind, sehen wir jetzt. Ganz kurz, wenn du das Video gerade auf YouTube anschaust, hinterlass gern einen Daumen nach oben. So zeigst du YouTube, dass dieses Video mehr Menschen erreichen sollte. Eine große Angst vieler Eltern ist, dass ihr Kind sich aufgrund seiner anderen Sprachen bzw. seines kulturellen Hintergrunds in der Kita oder in der Schule anders wahrgenommen wird und dadurch Probleme bekommt oder sich schlechter integriert. Oder es ist oft auch die Sorge da natürlich, dass das Kind sich in der Schulsprache nicht gut genug entwickelt und somit in der Schule Schwierigkeiten bekommt. Und ja, leider kann so etwas passieren. Doch nur, wenn wir nicht von Anfang an die richtigen Bedingungen schaffen. Wenn wir als Eltern unseren Kindern eine positive Mehrsprechigkeit vorleben, sie in ihrer Sprachentwicklung ganz bewusst unterstützen und fördern und sie so stärken, dass sie auch über negative Erfahrungen hinwegkommen, dann kann Mehrsparrechigkeit für sie nicht zur Belastung werden. Die nächste Frage, die sie stellt, ist, kann die Mehrsparrechigkeit zur Belastung für die Eltern oder für die Familie werden? Es kann viele Gründe geben, warum die Mehrsparrechigkeit für die Eltern oder für den Familienalltag zu Belastung werden kann. Wenn ein Kind zum Beispiel die Herkunftssprache nur versteht, aber nicht aktiv spricht oder sie sogar verweigert, kann das für die Eltern emotional sehr belastend sein. Und viele Eltern fühlen sich dann schnell als Versager. Vielleicht erkennst du dich darin wieder. Du möchtest deinem Kind deine Muttersprache weitergeben und damit auch deine Kultur, deine Identität und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Dein Kind selbst hat aber seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse und es möchte nur noch die andere Sprache sprechen, also die Sprache, in seiner Umgebung dominiert. Gleichzeitig wünscht du dir, dass die Beziehung zu deinem Kind harmonisch bleibt und dass es die Sprache nicht nur versteht, sondern auch aktiv spricht. Und dieser Spagat kann zu einer Warenbelastung werden. Auch der Spagat zwischen eigenen Bedürfnissen und Erwartungen von außen oder vielleicht sogar von deiner Partner oder deiner Partnerin. Du willst dich integrieren, du willst niemanden mit deiner Sprache ausschließen, dein Kind soll die Landes- und Schulsprache perfekt beherrschen und gleichzeitig ist dir natürlich deine Sprache unglaublich wichtig. Keine einfache Sache. Was hier hilft, ist unter anderem Klarheit. Klarheit über das eigene Ziel, also warum du das Ganze überhaupt machst, also warum ist dir das Weitergeben deiner Sprache so wichtig und Klarheit darüber, welcher Weg für euch der richtige ist, denn es gibt immer den für euch idealen Weg und glaub mir, es lohnt sich. Und so kommen wir auch zum nächsten Punkt, Mehrsprechkeit als Geschenk. Was Kinder primär brauchen, ⁓ sich gut zu entwickeln, sind Eltern, die ihnen eine emotionale Nähe geben können und diese emotionale Nähe können Eltern in der Regel am besten durch eine Sprache geben, in der sie sich sehr wohl und sicher fühlen und in der sie sich auf einer sehr tiefen Ebene ausdrücken können. Achtung, das sei es aber nicht, dass Eltern immer nur diese Sprache mit ihrem Kind sprechen dürfen. Darüber wird es noch eine extra Podcast Folge geben. Und wenn dir eine Sprache sehr wichtig ist, die du sehr gerne deinem Kind weitergeben möchtest, in der du dich aber nicht zu 100 Prozent sicher fühlst, auch da gibt es Wege. Sprache prägt Bindung, Identität, Nähe zur Familie und kulturelle Zugehörigkeit. Sie ist der Schlüssel zu Großeltern, zu Verwandten, zu eigenen Kulturen, auch zu einem wichtigen Teil von uns selbst. Sie ermöglicht eine positive emotionale Entwicklung unserer Kinder. Allein deshalb ist sie ein großes Geschenk. Dass Mehrsprachigkeit auch kognitive und soziale Vorteile bringen kann, ist ihr wahrscheinlich schon bewusst. Ein Vorteil unter vielen ist, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder später auf leichter weitere Fremdsprachen lernen und damit eröffnest du deinem Kind von Anfang an einen deutlich breiteren Horizont. Ein weiterer spannender Aspekt ist die Empathiefähigkeit. Mehrsprachig aufwachsende Kinder entwickeln oft stärker die Fähigkeit, sich in die Lage, andere Menschen hinein zu versetzen und unterschiedliche Sichtweisen nachzuvollziehen. Das sind nur zwei Aspekte natürlich unter vielen anderen. Ich will die gesamte Liste jetzt nicht durchgehen, weil ich denke, dass diese Vorteile meistens nicht der Grund sind, warum Eltern ihren Kindern mehrere Sprachen von Anfang an weitergeben wollen, sondern weil sie selbst eine starke Bindung zu diesen Sprachen haben. Fazit. Mehrsprechigkeit ist ein Geschenk, aber auch ein Prozess. Sie verläuft selten, gradlinig, bringt Herausforderungen mit sich und verlangt Geduld. Sie bringt Verantwortung, Entscheidungen und manchmal auch Zweifel mit sich. Umso wichtiger ist es, dass die Freude an der Mehrsprechigkeit im Mittelpunkt bleibt für die Eltern, für die Kinder und für die ganze Familie. Und damit Mehrsparigkeit ihr volles Potenzial entfalten kann, brauchen Kinder die richtigen Rahmenbedingungen. Sie brauchen Eltern, die sie ermutigen, stärken und ihnen vorleben, dass mehrere Sprachen und Kulturen eine Bereicherung sind. Für mich ist Mehrsparigkeit nicht nur eine Bereicherung für meine Kinder und unsere Familie, sondern auch für unsere Gesellschaft. Kinder, die mit mehreren Sprachen aufwachsen und erleben, Dass unterschiedliche Kulturen respektvoll nebeneinander und miteinander gelebt werden können, entwickeln oft die Fähigkeit, auch Brücken zwischen Menschen, Perspektiven und Lebenswelten zu bauen. Und genau das ist eine Stärke, die unsere Welt heute mehr denn je braucht. Wenn du dir für dein Kind eine mehrspareige Zukunft wünschst, diesen Weg aber nicht alleine gehen möchtest, dann begleite ich dich sehr gerne dabei. Gemeinsam finden wir einen Weg Mehrspareigkeit in eurem Familienalltag lebendig. entspannt und nachhaltig zu gestalten. Hast du dich in einem der angesprochenen Punkte wiedererkannt? Dann teile deine Gedanken gerne bei YouTube in den Kommentaren. Und wenn du den Podcast hörst, freue ich mich über eine 5-Sterne-Bewertung und ein Abo. 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