Michael: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das Gelbe vom AI. Ich bin Michael Witzenleiter, Geschäftsführer von Rina Sky in Deutschland und Host unseres spannenden Podcasts, zu dem ich wie immer meinen Co-Host Schaulick herzlich willkommen heiße. Hallo und herzlich willkommen nach Hamburg. Jean-Luc: Ja, hallo Michael. Ich freue mich auch dabei zu sein. Ich bin Jolik Winkler, euer Co-Host und als Chief Product and Technology Officer bei Rina Sky, für Produkt und Technik verantwortlich. Und daher schaue ich auch immer mit dieser Brille auf die Themen. Und wir legen wie immer los bei unseren Newsfolgen mit der Zahl der Woche. Michael, bist du bereit? Michael: Absolut, ich habe ja in letzter Zeit mich durch viele Bilanzen gewühlt in den letzten zwei Wochen. Weil eben sehr, viel passiert ist, da gehen wir ja später noch drauf ein. Aber gib uns doch einfach schon mal eine Zahl zum Beginn, immer. Jean-Luc: Ja, sehr gerne. Die Zahl der Woche lautet diesmal nämlich 20 Prozent, denn so groß ist das Suchvolumen von Chatchipiti inzwischen im Vergleich zu Google. Das sagt OpenAI selbst in einem Interview. Unabhängig geprüft ist die Zahl allerdings nicht, aber ich würde mal sagen, die Richtung passt zu allem, was wir aktuell auch so sehen. Chatchipiti hat in zwei Monaten rund 200 Millionen Nutzer dazugewonnen und liegt jetzt bei 1,2 Milliarden wöchentlich aktiven Nutzern. Die Gegenseite hat es an der Börse gespürt. Die Alphabet-Aktie verlor an einem einzigen Tag 13%, also rund 500 Milliarden Dollar Börsenwert. Und zwei Gründe stehen dahinter. Der freie Cashflow lag im dritten Quartal bei minus 9 Milliarden Dollar, weil Google bis zu 205 Milliarden in Rechenzentren steckt. Und das Suchgeschäft wuchs zwar 12%, blieb aber unter den Erwartungen. Google verweist selbst darauf, dass sich der AI-Mode noch nicht so gut vermarkten lässt wie die klassische Suche bisher. Und für alle, die mit SEO und SEA arbeiten, ist das die eigentliche Nachricht, denn ein Fünftel der Suchanfragen landet an einem Ort ohne klassische Anzeigenplätze und ohne 10 Blue Links, so wie man das früher aus dem guten alten SEO kannte. Und die Sichtbarkeit entsteht dort über Erwähnungen in Antworten und dann nicht mehr über die Rankings. Was denkst du dazu, Michael? Michael: Ja, das macht die Börse natürlich nervös. Google verdient sein Geld mit Anzeigen eben neben den klassischen Suchergebnissen. hat man ja auch schon häufiger darüber gesprochen, dass es eben ein riesen Geschäftsmodell-Change für Google aktuell ist. Und wenn die Antwort dann eben komplett die Ergebnisliste ersetzt, haben alle eben noch keinen Weg gefunden, ihn nicht zu monetarisieren. Parallel will Google natürlich auch im KI-Markt vorn mitmischen. Und das bedeutet eben große Investitionen in Rechenzentren. Und da die Unsicherheit, was die Monetarisierung angeht, Allgemeinen gerade hoch ist, ist das eben eine Kombination, die auch an der Börse gerade nicht besonders gut ankam. Abschreiben würde ich allerdings Google trotzdem nicht. Suchgeschäft mit 12 Prozent Wachstum ist immer noch kein Sanierungsfall. Aber die Frage hat sich eben schon verschoben. Also nicht mehr, ob KI die Suche verändert, sondern wer in der neuen Suche das Geld verdient. weil man dazu sagen muss, dass OpenAI mit den Ads in ihren Ergebnissen aus bisherigen Erkenntnissen auch noch nicht so erfolgreich ist. die Karten könnten in dem Markt auf jeden Fall neu gemischt werden. Ähnliches Thema ist aber auch bei Anthropic, da wirst du sicherlich gleich darauf eingehen. Jean-Luc: Ja genau, lass uns mal ein bisschen in die Karten von Entropic reinschauen. Das ist nämlich tatsächlich mit dem Entropic Börsengang das Thema diese Woche. Und ich habe mich mal so bisschen gefragt, womit lässt sich der ganze Spaß eigentlich vergleichen bei Entropic? Und ich würde sagen, am ehesten wahrscheinlich mit einer Fluggesellschaft. Da gehe ich gleich noch mal bisschen näher drauf ein. Denn Entropic wirtschaftet eigentlich auch wie so eine Fluggesellschaft. Also die Flugzeuge sind sozusagen auf Jahre geleast. Das ist bisschen vergleichbar mit der Hardware. Die Tickets werden jeden Tag neu verkauft und wer letztendlich die Aktie kauft, also auf diese Unternehmen wettet, der wettet auch auf diese Auslastung. Was steckt eigentlich da so im Detail hinter zum Thema Entropic Börsengang? Also Entropic wächst jetzt rasant, verdient aber nur zeitweise tatsächlich wirklich Geld. Denn im ersten Halbjahr kamen 16,3 Milliarden Dollar Umsatz zusammen. Also ein Jahr zuvor waren es 1,2 Milliarden, das ist schon ordentlicher Anstieg. Und das dritte Quartal alleine brachte knapp 17 Milliarden. Operativ schwankt das Ergebnis die Nulllinie herum, denn im zweiten Quartal blieben 974 Millionen Gewinn, im dritten Quartal stand ein Verlust von rund 567 Millionen. Der Nettoverlust von 104 Milliarden ist überwiegend Buchhaltung, also Wandelanleihen werden mit steigender Bewertung neu bewertet und Geld fließt dafür tatsächlich dann gar nicht ab. Rund 80 Prozent der Erlöse sind nutzungsbasiert, also Kunden zahlen für verbrauchte Tokens, nicht für die festen Lizenzen. Das bedeutet tatsächlich dann, es ist etwas, was nicht unbedingt planbar ist, denn es hängt natürlich von Nutzungsverhalten ab anders als mit den festen Lizenzen, die natürlich dann monatlich wiederkehren sind. Michael: Welche Zahl sagt wirklich etwas über das Geschäft aus dahinter? Was meinst du? Jean-Luc: Ja, ich würde sagen vor allem das operative Ergebnis, also nicht der Nettoverlust, denn für ein Unternehmen, das seinen Umsatz in einem Jahr mehr als verzehnfacht hat, also wie gesagt von 16,3 Milliarden auf 1,2 Milliarden, ist eine schwarze Null natürlich dann bemerkenswert. Stabil profitabel ist es aber noch nicht. Michael: Ja und ist das Wachstum auch wirklich belastbar? Jean-Luc: teilweise. Also nutzungsbasierte Erlöse sind wie diese verkauften Tickets von den Flug Airlines. Jeder Kunde entscheidet jeden Monat neu, wie viel er tatsächlich fliegt. Man weiß nicht, ob das Flugzeug ausgelastet ist und die These kippt, wenn die Preise pro Token dann schneller fallen, als die Nutzung wächst und das sehen wir auch. Und da haben wir auch in den letzten Folgen viel besprochen, dass Modelle oder Preise für die Modelle immer wieder günstiger werden aktuell im Trend. Natürlich kommen hier Modelle dazu, die dann auch wieder teuer sind, aber die Modelle, die die meisten Nutzer dann nutzen, dazwischen Schicht, die werden dann günstiger. Wie gesagt, das ist nicht unbedingt planbar, dieser Verbrauch pro Token ohne Mindestumsatzgrenzen. Ja, wann wird es denn planbar? Wenn wir jetzt ein bisschen auf mehrere Jahre schauen tatsächlich. Also hinter die Umsatz steht eine Rechnung für viele Jahre, könnte man sagen. Das Prospekt nennt 895,4 Milliarden Dollar an Abnahmeverpflichtungen. Also damit dann noch etwas planbarer, fast ausschließlich für Rechenleistung mit Laufzeiten bis zu 20 Jahren. Rund 70 Milliarden werden schon in den nächsten zwölf Monaten fällig. Das entspricht ungefähr einem kompletten Jahresumsatz beim aktuellen Tempo von rund 68 Milliarden. Das haben wir mal so grob durchgerechnet. Und Entropic nennt selbst ungewöhnliche Risiken. Das Unternehmen könne bald seine interne Schwelle für sich selbst verbessern, eine KI tatsächlich auch erreichen. Michael: Ja, du hast ja den Vergleich schon mit den Fluggesellschaften gewählt. Kann man die Geschäftsmodelle wirklich so vergleichen? Was meinst du? Jean-Luc: Ich glaube anschaulich schon jetzt natürlich nicht irgendwie kann man sagen Entropic ist vergleichbar mit einer Fluggesellschaft, aber zumindest vom Prinzip her und den Mechaniken, die dahinter stecken. die Leasingraten für die Flugzeuge, sind quasi fix. Das vereinbart man im Voraus und das ist dann auch planbar. Die Tickets werden dann täglich neu verkauft. Das heißt, dass es weniger planbar. Und sind die Maschinen jetzt voll, dann verdienen sie auch prächtig. Sind sie jetzt aber halbleer, dann laufen die Raten natürlich weiter. Also die Fixkosten sind nun trotzdem da. Und vielleicht auch so bisschen die Grenzen des Bildes, also die Rechenleistung, die lässt sich zur Not dann auch weiter verbieten. Das heißt, man kann quasi aus Entropics Sicht sozusagen die Flugzeuge auch für was anderes im Zweifel nutzen, was jetzt so eine Airline nicht unbedingt kann. Michael: Ja und wann meinst du, die Wette dann auf? Jean-Luc: Solange der Umsatz schneller wächst, als die Verpflichtungen fällig werden. bedeutet, kritisch wird es, wenn fallende Tokenpreise und auch so ein kleiner DIP, so eine Delle in der Nachfrage dann zusammenkommen. Das heißt, wenn man jetzt quasi die Tokenpreise immer weiter vergünstigt in diesem ganzen kompetitiven Wettlauf mit den Wettbewerbern, aber dann die Nachfrage, warum auch immer vielleicht ein Wettbewerber auf einmal ein anderes Modell rausgebracht hat, was Social Media seitlich durch die Decke geht. Also wenn die Nachfrage dann sinkt. Damit ist halt schwierig. Also das nächste Signal ist die Marge dann im vierten Quartal, die wir uns mal anschauen sollen. Dann gab es vielleicht auch noch eine interessante Meldung von Entropic. Ich hoffe, ich greife jetzt hier nicht zu sehr deinen Big Player Updates vor, Michael, aber das ist natürlich auch für uns im Beratungsgeschäft relevant. Entropic verkauft künftig auch Berater. In London und Berlin sollen dafür Büros entstehen, so berichtet es die Financial Times und auch Entropic hat selber darüber berichtet. Partner ist der Finanzinvestor HG. Bestätigt ist das aber dann noch nicht so komplett. In den USA läuft das Modell bereits, das heißt mit der Beratung OAT. gegründet mit Blackstone und anderen Investoren. OpenAI baut mit Deployment Company letztendlich ein ähnliches Konstrukt auf. Und der Bedarf ist auch real. Wir sehen das ja auch bei Rina Sky. Da ist die Nachfrage aktuell sehr hoch. Und laut Gartner erwarten 77 Prozent der Aufsichtsrate Einsparungen durch KI und nur drei Prozent der Unternehmen übertreffen ihre Sparziele. Michael: Ja, sehr spannend. Warum will denn so ein klassisches, ich sag mal, KI-Labor-Beratungsgeschäft machen? Jean-Luc: Ja, das ist eine gute Frage. Also wenn wir jetzt so bisschen bei dieser Flugzeuganalogie bleiben, dann könnte man sagen, das Problem, was ich vorhin geschildert habe, dass die Flugzeuge eigentlich nur dann so richtig profitabel sind, wenn sie komplett besetzt sind, das versuchen sie damit so ein bisschen selber in die Hand zu nehmen. Also sie wollen die Flugzeuge selber füllen. Die Beratung ist das eigene Reisebüro für Firmenkunden und an der Buchung verdient es letztendlich wenig, an den Flügen aber viel. Das heißt, da wollen sie jetzt richtig Gas geben. und ein eingebauter Agent, verbraucht weiter Tokens, wenn letztendlich das Projektteam längst weg ist. Das bedeutet initialer Aufwand sozusagen durch Beratung und dann läuft der Agent, der dann gebaut oder umgesetzt wurde, bei den Unternehmen, die sie beraten haben, und damit sozusagen der feuchte Traum des passiven Einkommens, könnte man sagen. Michael: Ja und was bedeutet das für die Unternehmen, zum Beispiel hier in Deutschland? Jean-Luc: Ja, leichterer Zugang zur Umsetzung auf jeden Fall, aber mit Interessenkonflikt. Also ein Berater des Anbieters, der wird selten sagen, das günstigere Modell reicht aus oder was weiß ich, ein anderes Modell eines anderen Anbieters wäre hier eigentlich besser zu nehmen. Und darin liegt natürlich dann die Chance für unabhängige Umsetzungspartner. Also will damit keine eigene Berbung machen, aber wir bei RinaSky sind davon natürlich unabhängig. Wir haben unsere Partnerstatus bei Entropic, OpenAI und Co. Und wir schauen jedes Mal natürlich mit einer neutralen Beraterbrille drauf, welches Modell am besten passt und setzen dann entsprechend die Modelle ein. Das kann ein Anbieter selber so nicht leisten. Der wird natürlich immer seine eigene Modelle empfehlen. Ja, und wie immer, wenn wir so paar Börsengangthemen haben, dann weitet sich das sozusagen aus als Preisschild auf die gesamte Branche. Also Investoren diskutieren jetzt laut Bloomberg 1,4 bis 1,5 Billionen Dollar und das 21-Fache des hochgerechneten Jahresumsatzes, wenn man das auch grob überschlägt. Und im Oktober waren es noch die Rede von rund 2 Billionen. Also da geht Bloomberg jetzt ein bisschen runter. OPMAYI sammelt parallel Geld. bei 1,25 Billionen Bewertungen, also liegt damit dann knapp unter der von Bloomberg prognostizierten Bewertung von Entropic. Ein schwacher Börsenstart von Entropic könnte laut Analysten auch Ocmereis Börsengang dann noch weiter verzögern. Michael: Ist die Bewertung für dich plausibel? Jean-Luc: Das ist jetzt fair, dass du mich das fragst, sonst frage ich dich das immer. Ich würde sagen, das ist ein Wetter auf die Zukunft. die Börse bewertet sich andersrum. Die Börse bewertet nicht die vollen Flügel von heute, sondern letztendlich halt die Flotte, die Entropic aufbaut, bis 2030 beispielsweise. Und dass die Zahl seit Oktober gesunken ist, zeigt, Investoren rechnen jetzt genauer nach. Also wie gesagt, noch zwei Billionen, jetzt 1,4 bis 1,5 Billionen. Da wird jetzt noch mal deutlich genauer drauf geschaut, wie plausibel die Bewertung tatsächlich ist. Michael: Ja, und was bedeutet das jetzt für die Kunden von Entropic? Jean-Luc: Ja, als Passagier könnte man jetzt sagen, da zählt nicht nur der Ticketpreis, sondern ob die Airline in drei Jahren noch zu denselben Bedingungen fliegt. Das heißt, die Planbarkeit für die Unternehmen. Preise und Kontingente vertraglich absichern sollte man und den Anbieterwechsel technisch möglich halten. Wir sagen immer, man sollte sein Stack möglichst modular aufbauen, sodass man, bessere Modelle rauskommen, einfach die Modelle wechseln kann. Und ich denke, ist auch weiterhin sehr stark gegeben. nach so einem Börsengang, da hat man natürlich etwas andere Interessen vielleicht als davor. Und dementsprechend sollte man als Unternehmen darauf gefasst sein, dass sich da auch vielleicht auch etwas dann ändern wird bei Entropic in der Stoßrichtung, einfach die Anleger auch glücklich zu machen. Aber genug zum Thema Fliegen. Michael, wie sieht es bei dir denn reisemäßig aus? Was steht da an nächster Zeit an? Michael: Ja, wir werden in weniger als zwei Wochen auf dem KI-Summit des Handelsblattes sein, von 16.00 17.00 in München. Und falls ihr Lust habt, Art höherer Treff oder höheren Treff zu machen, dann gebt uns doch gerne Bescheid, wenn ihr auch dort vor Ort seid, auf der Handelsblatt-KI-Summit in München. Wir werden mit Rina Sky mit unserem Standort sein. Ihr könnt gerne vorbeikommen. Wir haben guten Kaffee da. und freuen uns natürlich auch, euch persönlich kennenzulernen. Das ist uns immer sehr schön, finde ich. mit erlebt. Da freuen sich nicht nur die Hörerinnen und Hörer, sondern wir uns auch. Da kamen bisher schon so viele gute Gespräche dabei zustande, die uns auch helfen, hier noch stärker auf eure Wünsche einzugehen im Podcast. Also nehmt's gern wahr, wenn ihr dort seid. Ihr seid herzlich eingeladen, vorbei zu schauen. Jean-Luc: Sehr cool, also 16. und 17. November, Montag, Dienstag, Hannes Blatt Michael: Ja. Jean-Luc: Kai Samet in München. Stark! Was gibt's denn sonst bei den Big Player Michael? Schieß los! Michael: Natürlich wieder gemischte News, muss man sagen, wie du es gerade beschrieben hast. Also im Endeffekt sind wir gerade in einer unsicheren Zeit, wo einerseits durch die Börsengänge natürlich immer das Thema werden die Tokenkosten in Zukunft explodieren und viele Unternehmen dann vor unerwarteten Kosten stehen, bis hin zu Lokalmodellen, die immer stärker werden. Soll ich darauf setzen? Gleichzeitig sind wir aber auch immer noch in der Zeit des Verträngungswettbewerbs, wovon Unternehmen eben auch profitieren können. Und so hat jetzt OpenAI beispielsweise ihre Preise drastisch gesenkt. Das neue Modell, das Sie jetzt rausgebracht haben, GPT-61 Terra, kostet über die API einen Dollar pro 1 Million Eingabe und 5 Dollar pro Millionen Ausgabetokens, also halb so viel nur noch wie soll das Modell davor. Bei der Computerarbeit soll es mit dem Spitzenmodell mithalten können. Laut OpenAI erreicht Terra im eigenen Benchmark das Niveau von GPT-6 Astra und kostet nur ein Zehntel des Preises pro Token. Außerdem gibt es dadurch für OpenAI mehr Spielraum bei den Abonnenten. Die Kontingente für Work und Codecs in den Pro-Tarifen wurden jetzt verdoppelt. Eine geplante Kürzung beim 200 Dollar Abo hat OpenAI nach Kritik nun zurückgenommen. Jean-Luc: Super interessant. Wir haben ja beim letzten Podcast über dieses Thema Preis pro Token und Preis pro erledigte Aufgabe diskutiert. Wird der Preis pro erledigte Aufgabe zum neuen Wettbewerbsfeld? Michael: Ja, ich denke schon, Opme wirbt eben nicht nur mit mehr Leistung, sondern eben auch damit, wie wenig Tukens eigentlich so eine Aufgabe wirklich braucht. Und das trifft Anthropic eben genau dort, wo das Geschäft momentan am stärksten ist, nämlich bei den Agenten, die viel und lange arbeiten. Und das ist eben eine sehr spannende Entwicklung dort. Wir hatten ja auch schon über die Sys-Sys-Modelle geschrieben, auch das geht in den gesprochen, das geht auch in den ... Bereich rein, also auch da. Wie gesagt, würde ich die Wette auf steigende Preise nicht unbedingt, zwangsläufig erst sicher. Kommen wir zum nächsten Thema. Wir haben ja schon viel über Entropic gesprochen. Da gibt es auch einige News. Und zwar Entropic hat einen neuen Assistenten rausgebracht. heißt Claude Duet. Und läuft auf einem eigenen Cloud-Computer. Er prüft verbundene Konten alle paar Stunden, fasst morgens die wichtigsten Vorgänge zusammen und meldet sich, wenn eine Entscheidung nötig ist. Und vor heiklen Schritten fragt er nach. Also E-Mails, Zahlungen, Löschungen legt Duet vorher zur Freigabe vor. Zugang gibt es dafür aktuell nur in den USA. Als Vorabversion verprohen Max-Opponenten über eine Warteliste. Der Vorteil ist eben der, dass der Assistent arbeitet, während der eigene Rechner schläft. Oder ihr selber auch. Also von dem her durchaus ein relevanter Use-Case, glaube ich. Jean-Luc: Ist das dann der digitale Assistent für kleinere Unternehmen? Michael: Für Selbstständige und kleine Betriebe könnte er schon Arbeit übernehmen, für die sich keine Einstellung lohnt. Restaurantbetreiber hat laut ein Topic damit die Rechnungsstellung mehrer Ferialen automatisiert. Entscheidend wird, wie gut die Freigaben funktionieren, ohne dass man ständig gefragt wird. In der Use case ist, dass das ganze nachts arbeiten soll. Ist natürlich schlecht, man alle zwei Stunden spätestens den Wecker stellen muss, neue Freigaben zu geben. Ja, schauen wir mal weiter mit Google. Das stärkste Modell, bleibt vorerst unter Verschluss. wir diese Woche gelernt. Das Modell heißt Gemini for Carbon und führt mehrere Ranglisten derzeit an. Im Index von Artificial Analysis steht es auf Platz 1 im KI Weekly Ranking knapp hinter Clotopos 5.5 auf Platz 2. In internen Einsätzen arbeitet es teils tagelang an einem Problem, vor allem bei der Suche nach schwer auffindbaren Fehlern in großen Softwareprojekten. Halluzinationen sollen nur noch etwa halb so oft vorkommen wie beim Vorgängern. Zugang haben zunächst nur ausgewählte Partner und Cyber-Verteidiger. Ein Termin für Entwickler und Unternehmen nennt Google nicht. Wir haben quasi jetzt auch ein Elite-Modell, das aktuell noch unterverschließt. Machen wir weiter mit Meta. 95 Milliarden Dollar frisches Geld für Rechenszentren gab es dort. Das Geld soll über neue Aktien kommen. Meta plant eine Kapitalerhöhung mit diesem Betrag, KI-Infrastrukturen die eigene Superintelligenzforschung zu finanzieren. Nvidia beteiligt sich mit 3 Milliarden Dollar. Im Gegenzug will Meta mehr Nvidia-Infrastruktur aufbauen. Beide prüfen zudem eine Zusammenarbeit bei der Überwachung von KI-Agen. Jean-Luc: Warum finanziert ein hochprofitabler Konzern KI über neue Aktien? Michael: Aber selbst Metas-Gewinne nicht mehr reichen, das Tempo beim Ausbau zu halten. Für bestehende Aktionäre bedeutet das natürlich Verwässerung. ist nie gut. NVIDIA finanziert dabei direkt seine eigenen Chipkäufer mit einem Muster, das man der Branche inzwischen öfter sieht. Wir haben ja schon darüber diskutiert. NVIDIA sitzt auf sehr viel Kapital aktuell und kann sich solche Investments, glaube ich, ganz gut leisten. Machen wir mal weiter mit Mistral, ein Billionenmodell zum Selbstbetreiben. Die Gewichte von Mistral Large 4 stehen jetzt auf Hacking Face. Das Modell hat rund eine Billion Parameter und lässt sich vollständig auf eigenen Servern betreiben. Ausgelegt ist es auf Cybersicherheit und Programmieragenten. Genau die Felder in denen Unternehmen sensible Daten ungern an den USA. Apple gibt es auch was Neues. Siri AI für alle Entwickler, nur nicht in Europa. Schauen wir wie immer in die Euro bei Apple aktuell. Mit der Beta von iOS 27.3 können Apps die neue Siri einbinden. Sie nutzen damit Sprachverständnis und den persönlichen Kontext der Nutzer. In der EU, wie gesagt, bleibt es weiterhin gesperrt, ebenso für Nutzer unter 13 Jahren. Dann last but not least XAI. Croc wird zu teuer für die eigenen Kunden. War dort die Nachricht der Woche. Elon Musk hat die Nutzungsgrenzen von Crocbot gesenkt. Die Betriebskosten seien im Verhältnis zum Umsatz nicht mehr tragbar gewesen. Crocbot greift dabei auch auf fremde Modelle zurück, unter anderem auf Clot, Opus 5.5, Mid Journey und Suno. Jede dieser Anfragen kostet XAI natürlich Geld. Ja, lass uns mal mit den Quick News weitermachen. Was gibt's da Neues? Jean-Luc: Sehr gerne. Ich würde mit GitHub einmal starten, denn auf GitHub schreiben jetzt die Agenten mit. Mehr als 40 % aller Pull Requests, also die Änderungsvorschläge am Code, entwerfen dort inzwischen KI-Agenten. Im März waren es noch 17%. Das meldet GitHub selbst, also ein Anstieg von rund 23 % Punkten. Für viele Enterprise-Kunden ist Co-Pilot jetzt direkt im GitHub-Paket enthalten und wird nach der Nutzung dann auch abgerechnet, also verbrauchsbasiert. Und für Entwicklerteams verschiebt das die Arbeit, Code schreiben wird zur Nebensache Code prüfen zur Hauptaufgabe, also eher das Orchestrieren tatsächlich. Und wer heute ein Team führt, der braucht vor allem gute Reviewer und belastbare automatische Tests. Ich würde auch immer noch sagen, er braucht vor allem einen richtig, richtig guten Vortrag-Owner. Und es passt zu unserem Hauptthema auch, denn jeder dieser Vorschläge, der verbraucht Tokens. Also genau diese Nutzung füllt dann die Flugzeuge der Karriereanbieter. Michael: Kommen wir nächsten Quick News. Chefs Vertrauen in der KI mehr als sich selbst. Das zeigt zumindest eine US-Befragung der Business Publications Charter unter gut 5.000 Beschäftigten, die beruflich KI nutzen. 32,8 Prozent der Führungskräfte vertrauen KI-Antworten bei beruflichen Entscheidungen mehr als dem eigenen Urteil. Bei Mitarbeitenden ohne Führungsrolle sind es nur 16,3 Prozent. Noch heikler finde ich allerdings eine andere Zahl. Jede fünfte Führungskraft nutzt regelmäßig KI-Ergebnisse, an denen sie selbst zweifelt. Bei den übrigen Beschäftigten sind es 6%. Was natürlich auch ein Führungsthema, eine KI-Empfehlung, wie er Chef übernimmt, wird schnell zur Vorgabe für das ganze Team. Fakten prüfen reicht deshalb nicht. Ziele und Schlussfolgerungen muss die Führung natürlich selbst verantworten und auch selbst ziehen. Und die Versuchung ist natürlich sehr groß. Informationsdichte und der Entscheidungsanzahl von so einer Führungskraft, das kann natürlich umso besser und umso mehr akzeptiert werden. Und da sehen wir eben ein ganz großes Paradox. Jean-Luc: Kommen wir last but not least zur dritten Quick News. Das häufig diskutierte Thema Agentic Commerce oder übernehmen jetzt Agenten für uns die Arbeit. da gibt es ein bisschen Infos von DoorDash. Agenten als Kunden lassen nämlich auf sich warten. DoorDash hat genau nachgezählt. Bei rund drei Millionen Lieferungen am Tag kamen bisher nur einige hundert Bestellungen. Einige hundert von drei Millionen wohlgemerkt von diesen KI-Agenten. Gleichzeitig ziehen US-Banken die Bremse. Morgen Stanley sperrt fremde Agenten aus Kundenkonten. Die meisten Banken erlauben nur noch Lesezugriff. Walmart geht den umgekehrten Weg. Ab nächsten Monat können Kunden ihre Agenten feste Ausgabenlimits geben, damit diese für sie einkaufen können. Was heißt das für Händler? Der Agentenkanal ist noch klein, aber die Spielregeln entstehen gerade jetzt. Wer früh klärt, wie Agenten sicher bezahlen und bestellen dürfen, hat einen Vorsprung, wenn dann auch das Volumen. tatsächlich steigt und kommt. Michael: Ja, das ist natürlich sehr erstaunlich, dass Agenten so niedrigen Pizzaverbrauch haben. Das kennt man eigentlich von Entwicklern Jean-Luc: Hahaha! Michael: viel. Spaßweise hat er, aber ich muss sagen, ich habe auch noch nicht über einen Agenten irgendwas geordert. Von dem her kann ich den Trend durchaus nachvollziehen aktuell. Würde mich allerdings reizen. Geht aber bei uns in Deutschland, glaube ich, noch nicht. Jean-Luc: Ich meine, du kannst ja theoretisch irgendwie deinen Cloth oder deinen Chat-GPT darauf ansetzen, irgendwas für dich erledigen zu lassen oder meinetwegen auch dein Google Gemini. Das wird schon funktionieren. Ich glaube, das Spannendste ist einfach aus Unternehmenssicht, mit diesen Daten zu arbeiten und entsprechend schnell darauf zu reagieren und Produkte vorzubereiten, mit denen dann so eine agentische Umsetzung, was auch immer man macht, ob man Sachen bestellt, ob man Sachen anpasst, dass man das alles in seine Produkte mit reinbringt. das quasi selber owned und nicht anderen überlässt. Also ich glaube, für Produktentwicklung sind da sehr spannende Insights, weil im Grunde genommen jedes Mal, ein Agent eine Aufgabe übernimmt, ist das ja mehr oder weniger ein Armutszeugnis für dein eigenes Produkt, weil das aufzeigt, dass es einfacher ist, einem Agenten zu sprechen, der dann diese Aufgabe übernimmt, statt irgendwie den Klick bei dir in der App zu machen oder ähnliches. Oder wie hieß noch diese Amazon? physischen Button, die man dann für die Bestellung von Waschmittel und Geschirrspül-Taps und Kaffee und so sich überall hin kleben konnte. Was ja auch irgendwie eine coole Idee war, aber im Grunde genommen dann auch nicht funktioniert hat. Aber grundsätzlich hat man erkannt, was eigentlich die Herausforderungen der Kunden sind und versucht da mit einer Antwort die Ecke zu kommen. Und ich glaube, das ist jetzt das Spannendste für die Unternehmen, einfach zu schauen, wie interagieren Agenten mit der Lösung, weil Menschen keine Lust mehr haben, das selber zu machen. Ich denke mal, so ein Anbieter wie Dartev oder so, werden da schon sehr viele Insights haben, wenn die Leute für 20 Euro im Monat mal schnell mit einem Claude-Abo oder einem Google Gemini-Abo oder so ihre Steuererklärung darüber machen lassen. Michael: Absolut. Warten wir mal ab, wie sich es weiterentwickelt. Falls ihr schon mal Essen über Agenten geordert und auch geliefert bekommen habt, dann gebt uns doch gerne Bescheid. Wird uns interessieren, wie es bei unseren Hörern ausschaut. Das waren die Quick News für heute. Vielen Dank, dass ihr wieder zugehört habt. Damit sind wir am Ende der Folge. Und ich freue mich eben, wenn wir uns eventuell in München sehen oder wenn nicht, hören wir uns wie immer in der nächsten Folge. Nächste Woche haben wir wieder einen spannenden Gast hier bei uns. Da dürft ihr euch darauf freuen, mehr dazu zu in der nächsten Folge. ja, dann viel Spaß beim Zuhören und bis bald. Jean-Luc: Macht's gut, vielen Dank und bis nächste Woche.