Urmel: Hey Sis, ich hab da ein Problem. Angela: Na dann lass mal hören, was du heute für ein Thema mitgebracht hast. Urmel: Also ich habe das Thema mitgebracht. Umgang mit Schuld. Also wenn man halt irgendwie was verbockt hat. Ich habe da vielleicht auch wieder mal so einen Vertrag mit. Wenn ich irgendwas verbockt habe, dann werfe ich mir das immer so ganz schlimm vor. Weißt du, dann belastet mich das auch so richtig. Ich bin ja schon besser geworden auf jeden Fall, aber das ist immer noch so eine Baustelle von mir und ich dachte wir könnten einfach mal drüber reden. Angela: Okay. Okay. Ja super, also finde ich ein gutes Thema. Dann können wir damit mal anfangen. Aber bevor wir da reinstarten, was ist das hier überhaupt? Urmel: Das ist der Podcast zwischen Eigentlich und Wirklich. Und hier unterhalten sich zwei Schwestern, Angela und Ursula, über Themen des Alltags, die sie eigentlich längst angegangen haben wollten und dann doch wieder auf die Tutoliste gestellt haben. Angela: Meine liebe Schwester, das ist die Ursula. Die ist Biologin, Philosophin, Achtsamkeitstrainerin, Meditationslehrerin, Kundalin-Yoga-Lehrerin. Die macht ganz viel zum Stressmanagement und auch Gesundheitstraining und ist meine beste Cheerleaderin für mich. Das kann sie wirklich richtig gut und gibt mir auch mal den nötigen Tritt in den Hintern, wenn ich nicht in die Puschen komme. Urmel: Hehehehehe ⁓ wie nackt! Meine wunderbare Schwester, das ist die Angela. Die ist Psychologin, Psychotherapeutin, Traumatherapeutin, Schematherapeutin, Atemtrainerin, Kundalini-Yoga-Lehrerin. Ich könnte jetzt auch ganz viel über deine eigene Methode erzählen, aber ich glaube, das stellt du alles in die Show Notes, gell? Ich glaube, da kann man meine Schwester sowieso finden bei Insta und so weiter. Also guckt da mal rein, die macht noch tausend andere Sachen. Ist natürlich auch Kundalini-Yoga-Lehrerin. Und vor allen Dingen bist du meine weltbeste Coaching-Schwester, die mich immer bei allen Lebenslagen unterstützt. Vielen Dank dafür! Lass uns mal ganz kurz gucken, wie ging es dir mit deinem Thema von letzter Woche? Angela: Und das mache ich sehr gerne. Schönheitsideal und so weiter. Das haut mir momentan immer wieder ⁓ die Ohren. Es kommt gerade über alle Ecken. haben alle meine Klientinnen auch ein Thema damit, wie sie aussehen. Da kann ich ganz viel dran arbeiten. Vor allem, wenn ich dann wieder ins Vergleichen gehe und sage, meine Klientinnen sind meistens jünger. Die sind natürlich alle noch voll im Saft. Bei mir bröckelt es ja schon so ein bisschen. Nein, Quatsch. daran zu arbeiten, einfach auch anzunehmen, wie es ist, in Würde und wunderbarer Schönheit zu altern. Ja, nee, ich bin dran und mache mir da ganz schön viele Gedanken zu. Aber wird immer besser. Urmel: Ich hab' noch nicht gequatscht. Auf jeden Fall. Ich fand es jetzt auch nochmal spannend, weil das natürlich noch so einen Nachhall natürlich das Thema bei mir hat. Ich war jetzt tatsächlich in so einem Urlaub und mit so einem Sporturlaub und da waren wunderschöne Frauen und zum Teil dann eben auch noch mal bisschen deutlich älter als ich und natürlich super trainiert, da es eben so eine Sportreise war und so. Und habe ich ja manchmal schon so gedacht, hm, okay Mädel, du musst dir was machen. Aber auf der anderen Seite... habe ich dann auch noch mal gedacht, für mich aber einfach voll Wohl in mir, warum soll ich das jetzt als neues Thema für mich aufmachen? klar, wenn man dann so Beine vergleicht und dann haben die so wunderschöne Beine und so sehr was Besenreißer und so. Aber ja, mein Gott, ist halt so. Ist wie es ist und ich werde da auch nicht irgendwie jetzt... Also unter das Messer legen ist für mich Null Option. Ist wie es ist. Angela: Ja, Ende des Tages. Und ich glaube, da kommen wir gleich auch zu dem Thema, was du mitgebracht hast. Hat alles mit einem guten Selbstbild und einem guten Selbstvertrauen zu tun. Auch dieses Thema Schuld- und Verantwortungsübernahme, also Schuldgefühle und Verantwortungsübernahme. Das hängt so sehr zusammen. Aber bevor wir da jetzt so richtig reinstarten, hast du denn eine Situation, wo dass das noch mal richtig dran gemerkt hast, es sich dran entbrannt hat, wenn du die teilen magst. Urmel: Ja, es ist tatsächlich eine alte Geschichte, also es ist wirklich schon ganz lange her. Da habe ich also eigentlich ein gutes Verhältnis zu einer Person gehabt. Ich will das jetzt auch nicht so vertiefen. Also ich hatte ein echt gutes Verhältnis zu dieser Person und dann ist da was vorgefallen. Also auch diesen Vorfall, den will ich nicht erklären, aber diese Person hätte sich wohl von mir erhofft, dass ich sie dabei unterstütze. Angela: Mhm. Urmel: Aber das war für mich so gar nicht auf meinem Schirm. Ich war einfach so neutral wie die Schweiz. Und ich habe nichts gemacht. Ich habe diese Personen bei diesem Vorfall, der da passiert ist, nicht unterstützt, weil ich das nicht auf dem Schirm hatte. Und irgendwann habe ich mit dieser Person da nochmal geredet und dann habe ich gemerkt, sie ist total sauer auf mich. Und ich habe das einfach nicht erkannt, dass ich da unterstützend Angela: Ja. Mhm. Urmel: hätte tätig sollen, also das Wunsch dieser Person und habe da halt so was versäumt und gemerkt, diese Person ist jetzt echt gerade total sauer auf mich, die will mit mir eigentlich nichts mehr zu tun haben. Und das war für mich so, wow, okay, Scheiße, ich habe da irgendwas echt verkackt. ja, ich habe mich dann auch versucht zu entschuldigen, aber ich habe also irgendwie war es so ein Zwischending, Angela: Okay. Urmel: Habe ich da jetzt wirklich was versäumt? Habe ich da wirklich Mist gebaut? Hätte ich da wirklich irgendwie Einsatz zeigen müssen? Aber es hat die Person mir gegenüber auch nicht verbalisiert. Also da war keine Kommunikation zwischen uns. Also es war halt letzten Endes Unterstützung erhofft und ich habe sie nicht gegeben. es war mir nicht bewusst und es tat mir total leid hinterher. konnte aber nicht mehr viel machen, die Situation war total verfahren. der Karren war nicht nur an die Wand gefahren, sondern explodiert. Und da habe ich echt lange gebraucht, um das selber zu vergeben. Angela: Okay. Ja. Urmel: Also mich nicht zu schämen oder mir das vorzuwerfen oder so. Ich hab da halt irgendwie gefehlt und das tat mir sehr, leid. Aber das war vorbei. Also da war nichts mehr zu machen. Angela: Ja, okay, das hört sich ja für mich so an, wie du es so erzählt hast. Du warst dir dessen gar nicht bewusst. Du hast eben gesagt, ich war neutral wie die Schweiz. Und so ein bisschen hört sich das für mich so an, du bist dann aus allen Wolken gefallen, als das dann von der anderen Person so aufgenommen wurde und bei ihr so ankam oder bei ihr so schmerzhaft war. Und wir können ja ... Immer noch, das möchte ich auch allen Hörerinnen und Hörern noch mal sagen, wir können den Leuten nicht in den Kopf gucken. Und das gilt halt in beide Richtungen. Das heißt, wenn wir von jemandem nicht das bekommen, was wir uns wünschen, dann müssten wir das kommunizieren. Ja, weil auch wenn das für uns selbst in unserer Welt offensichtlich ist, was jetzt hier zu tun wäre, kann das sein, dass die andere Person einfach gar nicht bösartig in einem anderen Film unterwegs ist und das gar nicht so sieht, weil sie eben nicht in der anderen Person drinsteckt, die das gerade sich wünscht. Das ist ja so wie hier mein ewiges Aufräumthema mit meinen Jungs, wo ich immer denke, ich habe das schon tausendmal gesagt, die wissen doch, dass mich das nervt und die haben das trotzdem nicht auf dem Schirm. Urmel: Ja, das stimmt. Wieso sehen die das nicht? Ja, für mich war das halt wirklich so ein echt schwieriger Prozess. Mir tat das wirklich so unendlich leid, aber ich konnte nichts mehr machen. Und es war verfahren und da waren auch keine Gespräche mehr. Also da war wirklich so, wie die Jalousien waren runter bei der anderen Person. Die wollte wirklich auch nichts mehr mit mir zu tun haben. Und ja, ich konnte es nicht ändern. Und das hat echt gedauert. Also ich habe da wirklich drunter gelitten. Angela: Mhm. Urmel: Das tat mir so leid und dass ich mir das selber verzeihen musste. an der Stelle, einerseits und andererseits, sich selber verzeihen ist ein echt wichtiger Prozess und auf der anderen Seite, ich finde es aber auch wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Also ich habe da Kacke gebaut oder, ja, ich wusste es halt nicht, aber ich habe dann schon die Verantwortung übernommen für mich so und musste dann halt selber mir das verzeihen. Aber vielleicht hast du da nochmal irgendwie Tipps, wie du das deinem auch irgendwie näherbringst, wie man sich selber besser verzeihen kann, oder? wenn man so Schuldding hat. Angela: Ja, Ja, es geht ja immer darum, was in einem selber wirkt. was ist für mich jetzt das Problem, das entstanden ist? Was tut mir da jetzt vielleicht auch weh? Was verletzt mich da gerade? Weil du warst ja dann plötzlich wie so ins kalte Wasser geschmissen und dacht, und wusstest gar nicht mehr, wo hinten und vorne und oben und unten ist. Weil das für dich so nicht nachvollziehbar war. Also sie konnte es vielleicht hinterher nachvollziehen, wie es ihr ging. Aber das wusstest du ja alles nicht. Und ich finde, dieses Thema Schuld, das ist ja immer so Thema, was in die Vergangenheit gerichtet ist. Man guckt, wer war schuld, wer hat was verbockt, wer... Und ich mag dieses Thema Schuld nur bedingt. Also wenn man bestimmte Dinge wirklich fahrlässig getan hat, okay, dann kann man über Schuld sprechen. Also wenn sich jemand besoffen ins Auto setzt. Nur hat er das noch gemerkt. Also konnte der in seinem Suffkopf... Urmel: Ja. Angela: noch kapieren, dass er da jetzt irgendwas fahrlässig tut, ist immer die Frage. Aber trotzdem wissen wir, wir sollten unseren Autoschlüssel abgeben oder wenn wir auf eine Party fahren, wir wissen, wir trinken, sollten wir gar nicht das Auto mitnehmen am besten, damit uns da so was nicht passieren kann. Das sind für mich so Themen, es klar darum geht, Schuld zu haben, wenn man dann einen Unfall gebaut hat oder so was. Aber wir sollten natürlich nicht immer in die Vergangenheit gucken und Verantwortung ist ein Thema für jetzt. Verantwortung findet immer auch jetzt statt, dass ich dafür Verantwortung übernehme, dass ich das vielleicht nicht gesehen habe. Dass ich in einem anderen Film unterwegs war und das kann ich sagen, du, ich habe das nicht gesehen. Und dann natürlich nicht den Ball zurückzugeben, du hättest aber auch mal was sagen sollen, dann schiebe ich die Schuld quasi wieder zu der anderen Person rüber. Das glaube ich auch nicht, dass du das getan hast. Urmel: Ja, ne, ne, eben. Ne, ne, ne, ne, ne. Und das hab ich auch nicht getan. Also ich hab nicht irgendwie den Spieß umgedreht oder so was. Das find ich auch mal total weird, wenn Leute dann so den Spieß umdrehen und sie so, hä? Jetzt plötzlich los. Nein, und du hast vollkommen recht, ich arbeite, wenn meine Schüler irgendwie aufeinander rumhacken und wer hat angefangen und so weiter, dann arbeite ich auch nicht so, dass ich dann gucke, was ist in der Vergangenheit. Asit, hast du vollkommen recht. Dann mach ich auch so, so Leute jetzt hier, Schnitt. Was müssen wir denn tun, damit die Situation jetzt besser wird? Dass wir nach vorne gucken und Lösungen finden und nicht jetzt so Probleme wälzen und wer hat da angefangen, wer hat, ja aber, ich nicht, mit dem Finger auf mich gezeigt und dann hat der mich geschubst und was auch immer. Klar, wenn da irgendwas ganz Schlimmes passiert ist, dann muss man natürlich wirklich klären, da bin ich komplett bei dir, also wenn jemand wirklich verletzt wurde oder sowas, da muss man natürlich gucken, wie war der Prozess. Aber ansonsten geht für mich auch immer darum, die Zukunft zu gucken und zu gucken, okay, wie wird das jetzt besser? Angela: Genau. Und wir sollten natürlich immer Verantwortung übernehmen zu jeder Zeit des Tages für unser Leben. Ich sage mal so, das Leben ist so eine Straße und da wohnen viele Menschen dran an der Straße und jeder hat seine Straßenseite. Und was wir immer gerne machen ist, auf die Straßenseite des anderen zeigen, sagen, geh du doch mal dran direkt weg. Das machen die meisten, mit diesem Schuldrüberschieben. Aber die Verantwortungsübernahme ist, ich habe auch was auf meiner Straßenseite. Und da mal hinzugucken und dann zu sagen, es tut mir wahnsinnig leid, dass ich da in einem anderen Film unterwegs war und ich habe es nicht gesehen. Das macht es jetzt nicht besser. Nur das ist das, wo ich Verantwortung übernehmen kann. Ich kann mich bemühen, beim nächsten Mal mehr nachzufragen, aufmerksamer zu sein. Und ich würde mir wünschen, dass wir in einer Kommunikation sind, wo wir uns diese Dinge aber auch sagen. Weil ich kann nach wie vor nicht Gedanken lesen. Urmel: Mhm, ja. Ja. Ja, das stimmt. Angela: Und ich glaube, ist so wichtig, dass wir das alle Menschen, alle immer wieder verstehen. Auch wenn es in meiner Welt offensichtlich ist, heißt das nicht, dass es in deiner Welt offensichtlich ist. Auch wenn es in meiner Welt sich so anfühlt, heißt das nicht, dass es sich in deiner Welt so anfühlt. Und das ist das, wo wir immer wieder diese Brücke schlagen müssen. Und Scham, sich dann hinter Schämen, Urmel: Ja. Angela: Das ist so was, was wirklich auch mit Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen am Ende des Tages zu tun hat. Wir sollten uns nicht so viel schämen. Weil Scham sagt, ich bin falsch. Schuld sagt er, mein Verhalten war falsch. Urmel: ⁓ das ist gut. Damit kann ich was anfangen. Angela: Und deshalb ist das so dieses Schamgefühl, dieses Peinlich, das hat immer was mit dem eigenen Selbstwert zu tun. Ich bin nicht gut genug. Ich kann das nicht gut genug. Und das ist so ein wichtiges Konzept. meine, es ist psychologisches Konzept, muss man auch erstmal entwickeln. Aber das finde ich, damit kann man immer ganz gut... Urmel: Mmh. Angela: selber auch arbeiten. Wo greife ich mich da gerade selber in meinem Kern an? Das wollte ich mal schön lassen, wollte ich mir schön selbst verzeihen und sagen, ich habe es einfach nicht gesehen. Was soll ich jetzt daran machen? Ich kann nicht in die Zeit zurückreisen und sagen, jetzt guck da mal hin. Ich kann es jetzt vielleicht nachvollziehen. Urmel: Ja. Ja, da gibt es eine sehr schöne Geschichte von Karin Kuschik in ihrem Buch 50 Sätze, die das Leben leichter machen. Ja, ich auch. Aber ich hatte tatsächlich mit dieser Geschichte, die ich jetzt kurz zusammenfasse, auch Probleme. Bei dieser Geschichte geht es halt genau ⁓ das, ⁓ diesen Satz, den du auch gerade schon gesagt hast. Dann verzeih ich mir das einfach gerade mal selber. Und diesen Satz finde ich ja auch super. Nur in dieser Geschichte geht es halt darum, Angela: Ich liebe dieses Buch. Okay. Urmel: Also Karin Kuschek ist bei einer Therapeutin und macht da so, also sie selber ist in einer Ausbildung und sie macht da, ⁓ das zu lernen, so ein Selbstversuch, sag ich mal, lässt sich selber da an einer Stelle an die Hand nehmen und durch ein Problem führen. Und die Therapeutin vercheckt es aber und behandelt eigentlich ein anderes Problem, also was abgesprochen war. Und dann merkt die Therapeutin das am Ende, dass sie eigentlich was Angela: Okay. Urmel: komplett anderes behandelt hat, was ihre Klientin eben eigentlich behandelt haben wollte und sagt halt, na dann verzeih ich mir das grad mal eben selber. Und das ist für mich halt so, okay krass, also Frau Kuschek sagt dann für sich so, ja wie gehe ich jetzt damit ⁓ und sagt dann so, nee eigentlich ist sie zu sehr fasziniert davon, ⁓ da jetzt irgendwie sauer zu sein und entscheidet sich halt wirklich in der Situation diesen Satz für sich und ihre Klienten auch mitzunehmen, dann verzeih ich mir das grad mal eben selber. Das wird dann sozusagen auch so ein Mantra bei ihr in Kursen und so. Das finde ich wirklich super. Und gleichzeitig hatte ich so Problem so, ja, und wo ist jetzt die Verantwortung dieser Therapeutin? Also natürlich übernimmt sie die Verantwortung und merkt, da war was kacke. Deswegen, aber sie muss es sich selber verzeihen und so. Aber es ist halt kein Wort der Entschuldigung oder der verflixt. So, dann verzeih mir das gerade mal selber und es ist erledigt. Ich meine, das ist natürlich super für sie. Aber mir als Klientin hätte das so... Also ja, Also Frau Kuschik hat sich entschieden, wie sie damit umgehen möchte. ne, sicherlich war da auch so eine Diss Balance. trotzdem, also ich mir dann schon wünschen, dass die Menschen auch Verantwortung für ihren Scheiß übernehmen. Also für ihre Situation übernehmen. Und natürlich ist das genau das, was du eben auch gesagt hast. Man kann immer gut mit dem Finger auf die andere Straßenseite zeigen, jetzt nimm du doch mal Verantwortung. Angela: Nein. Hehehehehe Urmel: Ich hab nur das Gefühl, ich übernehme manchmal zu viel Verantwortung. Ich bin immer schuld oder Quatsch. Manchmal würde ich mir das von anderen Menschen auch wünschen und nicht so, die verzeihen sich das alle so schnell selber und ich muss das immer noch üben. Mir selber zu verzeihen. Wie gehst denn du da? Wie ist es denn für dich, wenn jemand dann gar keine Verantwortung übernimmt? Angela: Ja gut, glaube, das ist ganz wichtig zu verstehen. Wir können oft nicht mit so einem Vakuum umgehen. Also quasi, wenn die Verantwortung so über der Straße schwebt und keiner hat sie auf seiner Seite oder man hat das Gefühl, wenn ich jetzt anfange Verantwortung zu übernehmen, dann ziehe ich die auf meine Straßenseite und auf der anderen Straßenseite ist plötzlich gar keine Verantwortung mehr. Da dürfen wir natürlich immer wieder schauen, welche Muster habe ich. Und passt das vielleicht so wunderbar wie so Schlüsselschlossprinzip zu dem Muster, die andere Person hat. Weil wir gehen gerne in so Konstellationen rein, wo der eine die Verantwortung übernimmt und der andere dann sagt, na wunderbar, du hast sie, ich brauch sie nicht mehr nehmen. Und das ist natürlich immer wieder Arbeit. Die gute alte Kommunikation. Wir kommen nicht ⁓ die Kommunikation herum. Und da sind wir Menschen oft immer in diesem Feld von, ja das ist doch klar. Nein, es ist nicht klar für die andere Person. Wir müssen es halt wieder klären. Urmel: Ja, da haben wir so wieder. Es ist wichtig. ⁓ Angela: Die Arbeit beginnt immer bei uns selber, dass wir sehen, ⁓ ich bin ein Mensch, der sehr schnell Verantwortung übernimmt. Da darf man sich selber auch immer wieder aufs Zahnfleisch fühlen. Warum mache ich das denn? Weil wenn ich immer Verantwortung übernehme, bedeutet das ganz oft, entweder dann ist es gemacht, dann habe ich Urmel: Ja, das stimmt. Das ist erledigt. Angela: Dann habe ich auch so Stück von eigenem Sicherheits- und Kontrollgefühl, weil wenn ich die Verantwortung übernehme, dann weiß ich ja, die ist in guten Händen. Und vielleicht traue ich meinem Gegenüber eben nicht zu, diese Verantwortung zu übernehmen. Urmel: Das ist noch mal ein guter Switch für mich. Ja, danke. Angela: Und vielleicht habe ich auch keinen Bock darauf, dafür immer wieder Worte zu finden, diese Verständigung in Gang zu bringen. Urmel: Ja, ich hab auch Dinge echt gern erledigt. Da hast du mich jetzt grad auch voll erwischt. hab Dinge echt gern einfach mal erledigt und Strich hinter und dann übernehme ich wahrscheinlich einmal die Verantwortung zu viel oder nehme die Schuld einmal zu viel auf mich, als dass jetzt irgendwie das immer noch ungeklärt ist. Ja, stimmt. Hast du mich echt erwischt. Angela: Ja, und das sind halt diese Prozesse dieses Bewusstwerdens von dem, was da eigentlich gerade abgeht. Und wir machen das natürlich auch immer gerne, dass wir sagen, warum übernimmt der andere denn jetzt nicht mehr Verantwortung? Ja, wenn ich sie alle auf meiner Seite habe, wieso sollte der andere? Und wir müssen das halten können. Urmel: Ja, ich sag manchmal, Angela: dass diese Verantwortung nicht gut verteilt ist und dass wir sie dann aber nicht immer direkt als Lösung zu uns ziehen, sondern an der Stelle sagen, das ist jetzt auch nicht meine Aufgabe oder ich möchte die nicht als meine Aufgabe sehen. Urmel: Das darf ich noch bisschen lernen. Angela: Weil das ist unbequem. Das ist unbequem, dass das dann nicht erledigt ist oder dass das immer noch im Raum steht. das... Ja, hatte ich ja auch schon so mit diesen Aufgaben, dann im Raum sind, wo ich dann immer sage, ach, ich mach's gerade, Ja, und... Und das ist eben aber dieses... Unbequemlichkeit halten zu können, sagen, ja, dann ist das halt jetzt nicht gemacht. Oder dann steht das einfach noch im Raum. Urmel: Mhm, ja, So rumwabert, ja genau. Ja, ja stimmt. ja, bevor es... Ja, ja. Das einfach mal aushalten. Ja, So ein toller Lernprozess hier immer wieder mit dir. Vielen, vielen Dank. Nee, es ist wirklich so. Ich sag das auch immer. Boah, ich bin echt gut darin, mich zu entschuldigen. Ja, dann ist er erledigt. Muss ich vielleicht echt noch dran arbeiten, einfach so stehen zu lassen. Angela: Ja, genau. Ja, ich glaube an der Stelle haben wir wieder mal einiges gesagt. Urmel: kommen wir nicht überein. Ja, haben wir doch, und ich was gelernt, auch über mich selber, finde ich immer super spannend. Vielen Dank. Und dann war es das mal wieder mit dem Podcast zwischen Eigentlich und Wirklich. Angela: Und wir hoffen, ihr setzt was ⁓ Urmel: Denn wenn wir das können, dann könnt ihr das auch. Angela: Habts ganz fein! Urmel: Alles Liebe! Tüdelüüüü Angela: Ciao!