speaker-0: Wir haben die Fachnote über die Gesundheit und die Entwicklung des Kindesgesetzes. What? Das sind Kinderrechte und die sind unverhandelbar. speaker-1: Ende zählt halt die Leistung. speaker-0: Ja, kann auch eine Haltung sein. Ob die jetzt glücklich macht? speaker-2: Ich verstehe nicht, warum die Leute so schlecht über Lehrer denken. Willkommen bei Stark für Kinder. Heute bei uns zu Gast Zvantje Dietrich. Viele kennen sie auf Instagram als Schulleiterin Dietrich. Sie ist Schulleiterin einer integrierten Gesamtschule und spricht über Schule als Ort, an dem es nicht nur ⁓ Notenunterricht und Abschlüsse gehen sollte, sondern ⁓ Beziehung, psychische Gesundheit, Zugehörigkeit und echte Chancen. Zvantje sagt nicht, Schule muss alles retten. Aber sie stellt die Frage, was passiert, wenn Schule die Lebensrealität von Kindern ignoriert? Was muss und sollte Schule leisten, wenn Kinder psychische Not haben, Armutserfahrung, früher aus dem Unterricht müssen, weil sie für ihre Eltern bei Behörden und Arztterminen übersetzen müssen, mit Sorgen im Kopf, im Matheunterricht sitzen und wir trotzdem nur fragen, warum passt du nicht ins System? Darüber sprechen wir heute. Schön, dass du da bist, Fantia. speaker-0: Vielen Dank für die Einladung, ich freue mich. speaker-1: Und ich darf dich auch nochmal begrüßen, liebe Svanche, denn wir sprechen heute auch darüber, warum Beziehung in der Schule keine nette Zusatzaufgabe ist, sondern die Grundlage dafür, dass Erziehung, Lernen und Bildung überhaupt funktionieren. Viele Kinder kommen morgens nicht lernbereit in den Unterricht. Sie kommen mit Sorgen, Druck, Scham, Überforderung, Mobbingerfahrung, Sprachbarrieren oder Verantwortung die eigentlich Erwachsene tragen müssten. Das ist die Zwandtje und das sprichst du auch sehr offen an und deshalb freuen wir uns sehr, dass wir heute mit dir darüber sprechen dürfen. Herzlich willkommen auch nochmal von meiner Seite aus. speaker-0: Hallo Jana! speaker-2: Wir sind super froh, dass es geklappt hat, denn es ist so, dass wir in diesem Podcast ja mit ganz verschiedenen Menschen sprechen. Wir haben im Vorgespräch gerade, während wir hier noch alles an Technikchecks gemacht haben, schon ein paar Dinge angesprochen, über die wir vielleicht auch im Gespräch sprechen werden. Zu Beginn möchte ich aber mit, und da gehen wieder Grüße raus an Christine Dobart, die wahrscheinlich hier wieder neben meiner Schulter eingeblendet wird, mit unserer Startfrage. Svante, du nennst dich selbst Bildungsoptimistin. Stell dir vor, du wirst als genau diese von einem Alien kontaktiert. Jaja, dieses Alien hat die Aufgabe, unser Schulsystem neu zu denken. Welche drei Vorteile, also Dinge, die wir unbedingt übernehmen sollten und welche drei Nachteile, also Dinge, die wir unbedingt weglassen sollten, würdest du ihm aus deiner Erfahrung heraus nennen? speaker-0: Also ich würde dem Alien sagen, Alienkreatur, wir haben großartige wissenschaftliche Erkenntnisse und wir haben die Schwierigkeit, die Brücke zu bauen in unsere Praxis und in unsere Realität. Und wir haben großartige, also das wäre Punkt eins. Punkt zwei ist, wir haben großartige Jugendliche, großartige Kinder mit unheimlich tollen Potenzialen und die gilt es zu entfalten und zu sehen. Und drittens, wir haben ganz viel Potenzial bei unseren Lehrkräften, die in der Regel allemal den Beruf gewählt haben, ⁓ Kinder groß zu machen und ⁓ ihre Entwicklung zu begleiten. Das sind die drei Sachen, auf die wir absolut stolz sein können. Was wir weglassen sollten, ist den Rotstift. Wir haben mittlerweile tolle Möglichkeiten, Diagnostikverfahren umzusetzen. Darauf sollten wir bauen und ausgehend davon Lernentwicklungen gestalten. Zweitens, ich bin kein Freund von Noten, ich glaube, das sieht man auch immer wieder, eher von Beschreibungen und drittens Drittens wäre ich dafür, dass Bildungspolitik von Experten gemacht wird und es dort eine Crew gibt aus Neurowissenschaftlern, aus Psychologen, aus Erziehungswissenschaftlern, aus Lehrkräften, die gemeinsam langfristig Bildung gestalten. speaker-2: hat das Alien jetzt ja direkt dann einiges zu tun und darf und das finde ich ganz schön, dass du auch als positives gesagt hast ja und das ist etwas was ich finde was man auch ein bisschen rausstellen darf an dieser Stelle häufig wäre oder hören wir auch wir gerne von den Lehrern, ja nicht wollen und den Lehrern, ja angeblich XY sind. Und wir sind ja selber in ganz vielen Schulen und wir haben ja auch ganz viele Lehrkräfte bei uns in der Community, die sich weiterbilden in unserem Institut etc. Und da erleben wir ganz viele ganz tolle Menschen, überhaupt nicht, also so empfinde ich das manchmal, die überhaupt nicht in dem gesehen werden, was sie eigentlich, was sie eigentlich leisten und was sie machen. Und wenn du eine Wenn das Alien nachfragen würde, so ich verstehe nicht warum dann die Leute so schlecht über Lehrer denken. Was wäre deine Antwort? Was glaubst du warum es gibt es dieses Bild von Teilweise, es sind ja nicht alle die so denken, aber du weißt glaube ich welches Bild ich einmal kurz zeichnen möchte. Warum gibt es dieses Bild? Weil ich empfinde das auch anders. speaker-0: Gut, ich glaube, grundsätzlich der Lehrberuf vielleicht in unserer Gesellschaft auch nicht mehr so ein ganz zentrales Ansehen hat. Also da könnten wir schon deutlich mehr Ansehen genießen. Was ich immer wieder feststelle, ist, dass wir sehr fachlich orientiert aufgestellt sind in Schulen und das beschneidet wiederum Beziehungsarbeit zwischen Lehrkräften und der Schülerschaft. Und dadurch sind Lehrer gezwungen, sagen wir 200, 300 Schülerinnen und Schüler zu bewerten, die Persönlichkeiten dahinter zu sehen und werden dem aber oder können dem so überhaupt gar nicht gerecht werden. speaker-1: Mhm. speaker-2: ist denn dann, wenn ich das jetzt mal so in meiner einfachen Sprache zusammenfasse, Lehrkräfte kommen in den Beruf mit dem Wunsch nach Beziehung und mit dem Wunsch nach Entwicklung und Potenzialentfaltung, werden dann aber durch einen Prozess begleitet, an dessen Ende eine Benotung steht und Ist es so, dass auch teilweise die Lehrkräfte, mit denen du redest, weil das erlebe ich zumindest in unserer Community, die sagen, eigentlich würde ich das gerne ganz anders machen, aber auch ich kämpfe noch innerhalb des, wir es jetzt mal Systemen gegen Windmühlen. speaker-0: Also bei uns an der Schule, machen es anders. Wir setzen Schulentwicklung auf unser Platz Nummer 1 in Bezug auf unsere Prioritäten und da entwickeln wir die Schule sehr partizipativ, sodass unsere Kolleginnen und Kollegen Schule auch mitgestalten können. Daher das Meckern, das gibt es in dem Sinne und in dem Umfang überhaupt nicht, sondern wir sind alle in der Position, wo wir was bewegen können, sowohl im Kleinen als auch im Großen. Was ich als ein sehr, sehr großes Problem ansehe, ist, dass wenn man aus der Uni rauskommt, ist man fertiger Fachidiot. Also ich habe auswendig gelernt, wie die Mittelhandknochen heißen und ich weiß, dass der Ball sich im dialogischen Prinzip zur Umwelt verhält. Aber ich habe Menschen nicht studiert und wir haben es aber mit Menschen zu tun. Und wenn ich Kinder habe, die aus verschiedenen Schichten kommen, mit verschiedenen Geschichten, dann muss ich in der Lage sein, diesem Menschen umzugehen und den nicht zu verurteilen. Aber das Handwerkszeug bringen viele Menschen nicht mit. So und wenn Sie dann fertig sind aus der Uni und später dann das Referendariat machen, was auch sehr fachdidaktisch aufgebaut ist, gelangen Sie in Schule und haben im vollen Umfang das erste Mal die Erfahrung mit Menschen und auch mit Grenzen, wo Sie in dem Moment nicht weiterkommen. Und wenn dann noch Familienplanung und so dazwischenkommt, dann fehlt auch ein bisschen die Zeit, das aufzuholen, was wir vorher uns nicht drauf geschafft haben. Als Lehrer hat man nicht die Möglichkeit oder die Zeit, große Fachbücher über Psychologie, Neuro- wissenschaft, Erziehungswissenschaften und so weiter durchzulesen. Und das ist eine ganz, ganz große Lücke. speaker-2: Bevor wir da weiter einsteigen, vielleicht für die Zuhörerinnen und Zuhörer, die... Wir haben das Wort Startchance und ich weiß nicht, ob wir es hier überhaupt schon genannt haben oder ob das im Vorgespräch war, aber du bist an einer integrierten Gesamtschule und diese Schule ist... gleichzeitig Startchancenschule. So und ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht nicht jeder so wie wir oder du sofort zuordnen kann, was ist denn überhaupt eine Startchancenschule. Max und wir, weil ich glaube in diese Richtung werden wir im Gespräch doch auch einige Male gehen. Magst du einmal den Podcast-Zuehrerinnen Zuehrern erläutern, an was für einer Schule oder was ist eine Startchancenschule prinzipiell erstmal? speaker-0: Also erstmal haben wir in Deutschland sehr ungerechte Bildungschancen und die sind abhängig von der Familie, in die ein Kind geboren wurde. Und Startchancenschulen sind Schulen, wo Kinder geballt sind, die aus sozial herausfordernden Lagen kommen und per se schon mal schlechtere Bildungschancen haben als andere Kinder. Und die bekommen noch mal zusätzliche Mittel, ⁓ eine Schulentwicklung zu betreiben und da aber auch Programme oder Coachings, auch noch mal ein bisschen mehr Stunden, ⁓ das letztlich umzusetzen. Bevor wir in der Startchancenschule waren, waren wir aber in einer Programm, das hieß Schule macht stark. Das heißt da haben wir uns vor fünf Jahren auf den Weg mitgemacht und das war noch mal deutlich näher angedockt an das Dipf in Frankfurt. Also wir hatten da die ganze Zeit eine wissenschaftliche Begleitung, ⁓ letztlich Schulentwicklung zu betreiben. speaker-1: Wenn wir jetzt nochmal da einsteigen, was du gesagt hast, dass wir Lehrkräfte haben, die als, hast du es so toll gesagt, fachlicher Fachidiot, also wirklich gut ausgebildet, kann man ja sagen, im Fach, in der Lehre. All das Wissen ist ja da. Die Beziehung dann aber als Arbeit gar nicht mit einbezogen ist. Da würde mich einmal die Frage interessieren, wo man da grundsätzlich aus deiner Erfahrung einsteigen muss, ⁓ auch zu erkennen, wann ist ein Kind überhaupt Lernbereit im Sinne, wann kann ich überhaupt anfangen, einem Kind zu arbeiten aus Sicht dieser Perspektive. Also ich stehe mir jetzt vor, ich bin fachlich, total gut aufgestellt und dann komme ich in diese Klasse und denke, wo fange ich an? Wie erkenne ich, dass Kinder lernbereit sind? speaker-0: Erstmal ist es gut, wenn man ein multiprofessionelles Team hat oder mehrere Menschen, die gemeinsam auf das Kind blicken. ⁓ dort auch noch mal den Blick zu schärfen. Jetzt möchte ich erst mal an der Stelle anfangen, was ich denke, was ganz wichtig ist, ⁓ das überhaupt zu ermöglichen. Und zwar muss man den Rahmen dafür setzen, dass man das Kind überhaupt gut sehen kann. So, und wenn ich als Fachlehrerin meine Fächer sind Sport und Englisch, wenn ich in zwölf verschiedenen Klassen eingesetzt bin mit meinen Fächern, dann kann ich Kinder so genau überhaupt nicht sehen. Da bin ich schon mal damit beschäftigt, die ganzen Namen auswendig zu lernen. So und wenn ich aber Lehrkräfte so einsetze, dass sie möglichst viele Stunden in ihren eigenen Klassen sind und die haben dann sagen wir 75 Schülerinnen und Schüler, die sie letztlich unterrichten, dann ist Beziehung möglich. Und manche Kinder brauchen weniger und manche Kinder brauchen wiederum mehr davon. Das ist jetzt erstmal so ein ganz wichtiger Rahmen, wir das stecken, weil grundsätzlich möchten Lehrkräfte in die Beziehung gehen, sie haben aber manchmal nicht die Möglichkeiten dazu, weil der Tag viel zu viel im 45-Minuten-Takt durchstrukturiert ist. Genau. Und was war die zweite Frage? speaker-1: wo grundsätzlich der Start ist, also wann erkenne ich, dass ein Kind dann auch lernbereit ist? Weil das, was du gerade beschreibst, bedeutet ja auch eine unglaubliche Anpassungsfähigkeit von Lehrkräften im Sinne des täglichen So-to-do's. Ich komme immer wieder in eine neue Klasse oder ich bin halt trotzdem auch die Anzahl an Schülern, die du genannt hast, ist ja auch keine geringe Anzahl an Menschen, die man begleitet in der gesamten Reise. diese Lernbereitschaft im Sinne des Erkennens von wann erkenne ich, dass ein Kind überhaupt lernbereit ist? Also gibt es da gibt es da wirklich Anzeichen, im Sinne von ich komme in die Klasse und ich kann dann erkennen, hier ist die Beziehung gut, hier sind die Kinderaugen groß, jetzt kann ich einsteigen. Also was muss da stattfinden, dass man überhaupt weiß, jetzt sind wir auch, jetzt können wir auch transportieren. speaker-0: Ja, wir starten im nächsten Jahr auch mit einer Schülerinventur. Also genauer, wir können die Dinge manchmal gar nicht so richtig greifen und wir gehen mit den Schülerinnen, also wir gehen untereinander ins Gespräch. Was ist denn da jetzt eigentlich los bei dem Kind? So und wenn wir... Aber immer nur auf die Noten und auch die Ergebnisse im Fach schauen, dann kriegen wir eigentlich nicht die Ergebnisse, wo es hakt, ⁓ das Kind gut begleiten zu können, ⁓ sich weiterzuentwickeln. Und das sind so Fragen wie ist das Kind selbst wirksam? Das ist schon die Königsdisziplin. Hat es ein stabiles Elternhaus? Ist es konfliktfähig? Ist es in der Lage zuzuhören? Ist es konstruktiv? solche Sachen, ⁓ dann halt nochmal einen genaueren Blick drauf zu werfen. Und wenn wir das uns dann vor Augen führen, dann wissen wir auch, mit Mathe Deutsch Englisch kommen wir vielleicht jetzt gerade im Moment nicht ans Ziel, sondern müssen die Priorität woanders setzen. speaker-1: Also bisschen wie so eine Vororientierung zu gucken, wo steht das Kind gerade, was ist aktuell gerade machbar überhaupt und dann, wenn die Beziehung aufgebaut ist, dann kann ich auch transportieren und kann dann auch in die Fachlehre übergehen langsam. Wenn wir aber da das anders rumgestalten, was sind da so deine Erfahrungswerte im Sinne von, was passiert dann bei den Kindern? Also ist es dann wirklich... Im Sinne von ich höre jetzt zu und ich stelle mir vor, Schule funktioniert 45 Minuten, Lehrkraft kommt rein, 45 Minuten wird Unterricht gemacht, Lehrkraft geht in die nächste Klasse. Also was erwartet man da von Kindern? Also dass man das mal einmal so greifen kann, was da auch passiert und wie würde sich das für uns anfühlen? Also kannst du uns das einmal so bisschen verbildlichen? speaker-0: Wir erwarten eigentlich an dem Punkt etwas, wie unser Bildungssystem auch aufgebaut ist. Wir sind eine IGS, das heißt bei uns startet das ab der fünften Klasse. Wenn das Kind bei uns ankommt, erwarten wir, dass es sich selbst regulieren kann, dass es eine Impulskontrolle hat. Wir erwarten, dass es gut zuhören kann, so dass es lernbereit ist. Das setzt aber auch voraus, dass es eine Stabilität in der Familie erfahren hat, dass es eine positive Bildungspigografie aus der Grundschule mitbringt. Und diese Faktoren sind häufig nicht gegeben. Auch Kindergarten. Also wir haben ganz viele Kinder, haben in der Vorschulklasse das erste Mal Deutsch gelernt, obwohl sie in Deutschland geboren sind. Das heißt, sie sind sprachlich schon so weit hinten dran. Und trotzdem haben wir für diese Kinder dieselben Lernvoraussetzungen, die wir erwarten, die sie aber einfach nicht erfüllen können. speaker-2: Wenn wir jetzt mal so reinzoomen in genau so ein Leben. Ich hatte das Eingangs in dem Intro gesagt. Es gibt Kinder, sind Übersetzer in der eigenen Familie. Die müssen in Behörden bei Arztterminen letztendlich eine übersetzende Tätigkeit übernehmen und somit ja auch eine Verantwortung übernehmen, die, wo man eigentlich sagen würde, das sollte im besten Fall kein Kind übernehmen müssen. Aber das passiert ja, das ist ja eine Realität, die wir haben. Und die Startchancenschulen, vielleicht jetzt auch noch mal so rausgearbeitet, ihr habt noch mal, wenn ich das so paraphrasiere, andere Möglichkeiten diese Kinder zu fördern, als wenn der Startchancen oder Schule macht stark, ich nenne sie jetzt mal Plum-Stempel drauf ist. Also ihr habt mehr Möglichkeiten zu fördern, weil auch andere Gelder zur Verfügung stehen. Ist das so für den Zuhörer, der gar keine Ahnung hat, korrekt? speaker-0: Ja. Also wir haben die Möglichkeit Fördermaterialien zu kaufen, das heißt sowas wie Deutschhefte oder sowas, bezahlen wir, das müssen Eltern nicht kaufen. Wir haben noch mal die Möglichkeit externe Partner mit heran zu ziehen, ⁓ Förderunterricht zu machen. Wir haben dadurch eine weitere U-Bus-Stelle bekommen. Das sind noch mal Ergänzen zur Schulsozialarbeit, die wir haben, die Kinder auch noch mal begleitet. Und derjenige hat bei uns zum Beispiel auch die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler mit Absentismus zu begleiten oder Kinder aufzufangen, die aus der Klinik kommen oder die psychische Beeinträchtigungen haben. Das sind alles Möglichkeiten, wo wir aber als Schule selbst unsere Schwerpunkte setzen und wo wir als Schule selbst überlegen, in welche Richtung soll es gehen. Und wir haben bei unserer Startchancenschule den Schwerpunkt darauf gesetzt, dass wir im sozial-emotionalen Bereich fördern. Das heißt, das übernimmt teilweise Schulsoziale. UBUS-Lehrkräfte. Wir haben einen extra Raum für Schülerinnen und Schüler angelegt, wo diese Möglichkeit besteht, auch noch mal fein motorisch zu arbeiten und sie ins Lernen mit reinzubekommen. Aber gleichzeitig haben wir auch die Möglichkeit der Förderung, gerade in Deutsch und Mathematik, aber auch der Forderung, und das ist uns ganz wichtig. Also unser Ziel ist es auch, die Kinder mit großen Potenzialen später auch den gymnasialen Bildungsgang zu ermöglichen, wenn sie die nötige Unterstützung bekommen. die sie aber zu Hause nicht haben. speaker-2: Du sagtest auch externe Menschen kommen rein und da muss ich an ein Interview denken, was ich auch hier vor, weiß nicht, gut zwei, drei Monaten geführt habe mit Silke Müller. Ich glaube, ihr kennt euch da auch. Zumindest sehe ich manchmal Herzen unter den Beiträgen von euch gegenseitig. Der Insta-Check. Und sie hatte hier gesessen und natürlich bin ich 100 Prozent auch der Meinung von ihr. Ich würde es trotzdem auch mal aus... sich ja auch einer ehemaligen Schulleitung mit reinbringen. Sie sagte, was sie sieht ist, dass in Schule unbedingt Externe rein müssen. Das Leben muss Einzug in die Schule finden. Wir machen das seit 2008. Ich bilde darin Menschen aus und ich glaube auch, dass es da den Querschnitt der Gesellschaft braucht, der in Schule kommt, der natürlich trotzdem eine Ausbildung hat im Trainings, Coachings oder Beratungsbereich. Würdest du die These, die Silke hier aufgestellt hat, mitgehen, wenn ja, warum oder ablehnen und auch da, wenn ja, warum? speaker-0: Absolut. Es muss Menschen geben, die in Schule reinkommen und es müssen aber auch Schülerinnen und Schüler geben, die in Schule rausgehen. Mein Herr hat es schlägt fürs Handwerk. Und wenn wir gerade im Moment sehen, wie groß unser Fachkräftemangel ist, da müssen wir viel mehr Priorität darauf setzen, Handwerker in Schule erst mal zu holen, ⁓ die Kinder an die Hand zu nehmen, ⁓ auch ins Handwerk zu gehen. Weil kaum ein Fach macht so glücklich wie das Handwerk. Nur als kleines Beispiel, wir haben jetzt auch unser hier der Ortsversteher von BIPRIG, der kommt demnächst vorbei. Dann sind die in einer Debatte mit der SV zusammen. Also wir haben großartige Unterstützer und wir holen Einmal im Jahr haben wir ein Neujahrsempfang, wo wir alle Partner zu uns in der Schule einladen. Wir haben die Hauptschulprüfung in Hessen. heißt, das sind Projekte, die dadurch entstehen und die Schülerinnen und Schüler organisieren diesen ganzen Abend. Man macht sich dann schick und so pflegen wir halt auch ständig unsere Kontakte, die wir haben. speaker-2: Jetzt sind diese Kinder, wir gerade beschrieben haben, mit ihren Rucksäcken, also mentalen Rucksäcken teilweise, einfach gefordert, privat. Und wenn du einfach mal so für dich auch mal darüber erzählst, was passiert denn teils auch in diesem Land einfach, wenn man das aus der Basis heraus betrachtet. Unsere Kinder sind auch in einer Schule mit Sozialindex 90. Genau, aber auch eine Startchancen ... Eine Startchancen-Schule? Eine Startchancen-Schule, ja. Ja, wie immer, gut, dass ich alles weiß. Auf jeden Fall, auch da sehen wir ganz viele Dinge. Und ich frag die Frage aus einem ganz einfachen Grund, weil häufig bemerken wir beide in unserem Gespräch, dass wir irgendwie anders bewerten, als es manchmal der Fall ist. Ich mach nur ein Beispiel, damit du merkst, welcher Richtung die Frage kommt. Am Eingang, das ist eine Grundschule in dem Fall, sind die Kinder aufgereiht? Die sollen nicht ins Gebäude reinrennen, weil es gibt halt Regeln. Punkt. Jetzt wollen aber manche ins Gebäude reinrennen. So und andere Kinder ziehen an den Turnistern diese Kinder nach hinten. Wir kriegen mit so teilweise drum herum, dass Erwachsene, die reden, murmeln und es geht ⁓ so dieses gewaltvolle Verhalten. Und Jan und ich stand da und waren so bisschen perplex, weil wir haben nichts Gewaltvolles gesehen. Wir haben nur Kinder gesehen, die sich untereinander sprachlich nicht verständigen konnten. Aufgrund von, ich glaube, 27 Sprachen, die es da in der Schule gibt. Gleichzeitig aber wissen, wir sind eine Mannschaft, wir sind ein Team und renn bitte nicht rein. Weiß ich nicht, Malek oder Flori oder wie auch immer das Kind heißt. Renn nicht rein, weil du kriegst wieder Ärger. Also packe ich dich am Rucksack und wir sehen, boah, soziales Miteinander. Vielleicht nicht, wie wir es uns immer vorstellen. Und andere sehen Gewalt. Und du bist ja auch an der Basis und siehst so Dinge. Und du siehst Menschen mit Rucksäcken. ja, so bisschen, was siehst du, wenn du da bist und diese Kinder beobachtest? speaker-0: Ich sehe erstmal Kinder, ... allesamt Strategien entwickelt haben, ⁓ das zu kompensieren, was ihnen vielleicht noch fehlt. Und jetzt muss man auch sich immer die Frage stellen, welche Absicht steckt denn jetzt dahinter. Wenn jetzt ein Kind aggressiv am Rucksack zieht, kann man fragen, was wolltest du denn jetzt damit? War das Kind jetzt wirklich wütend auf das andere Kind? Oder war es nur ein, ich mache einen Spaß und ich ziehe dich zurück und dann müssen wir klären, wo hört denn jetzt der Spaß auf? Aber grundsätzlich ist das Verhalten, was du beschreibst, unter Kindern auch mal gar nicht so schlecht, weil ich bin der Meinung, wir Erwachsenen, wir greifen viel, viel zu früh ein. Und wenn wir uns an unsere Kindheit erinnern, dann haben wir ganz viele Dinge auch immer selbst geregelt. waren keine Eltern da, die irgendwie gesagt haben, wie du wurdest gerade beleidigt, du Arme. Und sondern Kinder haben untereinander gestritten und angefangen zu diskutieren. Und da können wir uns schon ganz gerne auch mal so bisschen an unsere Nase fassen, ⁓ zu gucken, ja, so ein Streit ist eigentlich gar nicht so schlecht, weil letztlich ist es auch eine Demokratieerfahrung, die die Kinder machen. Und das Handwerkszeug müssen wir den Kindern aber an die Hand geben. Nämlich zu gucken, wo überschreitest du jetzt gerade eine Grenze oder wo setzt du jetzt auch gerade deine Grenze, dass es nicht zu einer Grenzüberschreitung von anderen Personen wird. speaker-2: Wenn wir auch wieder beim, ach sorry, ja. Du warst, ja auch, dann sind wir wieder beim sozial-emotionalen Lernen, was ja dazugehört und vielleicht auch nochmal Kontext. Ich habe absichtlich gesagt, Erwachsene drum herum haben gemurmelt, weil ich wollte die Porte hinterher setzen, denn jeder, der jetzt zugehört, kann sich ja mal fragen, wer waren denn die Erwachsenen? Manche werden vielleicht gedacht, das müssen die Lehrer gewesen sein. Nee, es waren die Eltern. Es waren die Eltern in der Willkommenssituation, also morgens bei der Bringensituation und daran sieht man auch schon, dass speaker-0: Ne, speaker-2: Ich und es gehört dazu. Und die Frage ist auch immer, wir interpretieren Situationen ja immer auch durch unsere Filterbrille. Wir alle haben ja gewisse Wahrnehmungsfilter, die laufen. Und wenn ich in alles eine Gewalt hinein interpretiere oder in alles unter den Kindern Gefahr hinein interpretiere und Verrohung und die schlimmen Kinder oder mein armes Kind, das wird hier vielleicht an dem Rucksack gezogen. Bevor es mit dem Podcast weitergeht, eine kurze Information in eigener Sache. Denn ich freue mich gerade riesig auf das, was wir zurückbringen. Das ist etwas, was wir Jahren schon mal gemacht haben und worauf uns heute immer noch viele Menschen ansprechen. Am 3. Oktober veranstalten wir in der Westpress Arena in Hamm wieder unser Eltern-Kind-Event. Ein Tag für Familien, ein Tag für starke Kinder und ein Tag voller gemeinsamer Erlebnisse. Gemeinsam mit Jana werde ich auf der Bühne stehen. und mit den Kindern an verschiedensten Themen arbeiten. Beispielsweise, wie gehe ich mit Beleidigung ⁓ Wie setze ich Grenzen? Wie gehe ich mit meinen Gefühlen ⁓ Und wie schaffe ich es auch in schwierigen Situationen, handlungsfähig zu bleiben? Also, wie kann ich das bewältigen? Gleichzeitig bekommen Eltern jede Menge Impulse, wie sie ihre Kinder auf diesem Weg begleiten können. Und dazu gibt es noch Musik, Bewegung, Show, Mitmachaktion und ganz viel besondere Momente. Begleitet werden wir beispielsweise von Carlys Glücksfunk und Music Mule. Und zum Abschluss feiern wir gemeinsam ein großes Konzert mit ZENTA. Wenn du deinem Kind also einen Tag schenken möchtest, der stärken Mut macht und euch als Familie verbindet, dann schau unbedingt vorbei. Alle Informationen und Tickets findest du auf unserer Webseite. Vielleicht sehen wir uns also am 3. Oktober in Harmen. Jana und ich würden uns riesig freuen. Alle Infos findest du auf event.starkfuerkinder mit... Starkfuerkinder mit D.E. Starkfuerkinder.de mit U.E. geschrieben. So, und jetzt geht's weiter im Podcast. Mein armes Kind. Das wird hier vielleicht an den Rucksack gezogen. Dann nehm ich den Kindern natürlich auch ein Stück weit die Chance, selbst zu entscheiden, was fühlt sich für mich richtig und falsch an. Denn in diesem Moment war ... Natürlich auch wir sind subjektiv unterwegs, war aber unter den Kindern kein Problem vorhanden. Es war einfach alles gut. Und jetzt täten wir mal so, dass es an der Stelle nicht passiert, dann würden Erwachsene plötzlich wieder eingreifen. Sozial-Emotionales Lernen heißt ja nicht, dass ich dir vorgebe, zu jeder Zeit richtig ist, sondern dass du Chancen bekommst, in einem demokratischen Prozess herauszufinden, wo ist zu viel, zu viel. Aber wenn ich bei der kleinsten Kleinigkeit schon als Erwachsener sage, vielleicht auch aus Sorge, dass es wieder von der Elternschaft Stress gibt oder Ähnliches, dann nehme ich meiner Ich-Kindern die Chance zur Demokratie wirklich leben zu können. speaker-0: Und das ist leider Gottes eine gesellschaftliche Entwicklung, die wir gerade im Moment haben. ich habe die Erfahrung oder die Beobachtung gemacht, dass sich seit Corona es sich extrem verändert hat. Also wir haben eine Gesellschaft gehabt, die einmal sich in ihrer Freiheit beraubt fühlten und die anderen, sich in ihrer Sicherheit gefährdet fühlten. So und man ist dann aber nicht mehr miteinander ins Gespräch gegangen. Und mittlerweile haben wir so eine Kultur von einer Überempfindlichkeit und einer Überreaktion. und das haben wir unter den Erwachsenen und Jugendlichen haben das längst adaptiert, weil so funktioniert Social Media, ja, so funktioniert auch mittlerweile Politik. Das heißt, was wir eigentlich an Schule brauchen, ist eine Förderung der radikalen Konstruktivität, damit Kinder miteinander ins Gespräch kommen, sich gemeinsam zuhören, streiten und auch eine eigene Meinung entwickeln können. speaker-1: Und den Raum dafür zu halten, das ist auch ganz wichtig. Also haben wir die Erwachsenen, die diesen Raum auch aushalten im Sinne, wenn die Emotionen denn da sind und Kinder diese Erfahrung machen, dann ist eben auch Platz für die emotionale Erfahrung da. Wie hat sich die angefühlt? Wie geht es dir jetzt? Und du sagst ja auch so schön, wir unterrichten Menschen, bevor wir das Fach unterrichten. Da haben wir uns ja jetzt auch hinentwickelt in dem Gespräch und den Mensch wirklich zu sehen und den Mensch begleiten zu wollen. Da fängt ja Haltung an. Wenn wir jetzt aber mal mit Startchancen-Programmen und Startchancen-Schulen. Wenn man ganz genau die Taschenlampe da drauf leuchtet, dann... Also, Kinder sind auf einer Startchancen-Schule. Der Schlüssel ist teilweise höher als an anderen Schulen. Also, sind wirklich... Es sind mehr Erwachsene in einer Klasse als an vielen anderen Schulen. Und dann kippt es ja auf der anderen Seite auch schon wieder. Also, da auch diese Differenz herzustellen von, ja, die Startchancen-Schule hat jetzt einen Förder... Programm oder Startchance-Gelder und die andere Schule hat aber wieder nur eine Lehrkraft in der Klasse und muss auch die gleichen Aufgaben bewältigen. Wo ist denn da die Bildungschance-Gleichheit gegeben für dich? Also wenn man jetzt den Fokus auf Startchance-Schulen setzt, man zwar Entwicklungspotenzial und in der anderen Schule sind aber dann Kinder wieder nur mit einer Lehrkraft, weil ja da jetzt nicht genügend Kinder wohnen, die aus dem, ich sag mal sozial-emotionell schwierig im Raum kommen. Ist das denn für dich noch Chance-Gleichheit? speaker-0: Erst mal haben wir eine gravierende, ungerechte Chancenverteilung in der Bildung. Du kannst fünf Lehrkräfte in eine Klasse stecken, wenn dort die Haltung nicht da ist, dann gibt es da einfach ein Problem. Wir haben jetzt aber auch nicht die Möglichkeit, mit Überstartschancen unsere Schule so zu versorgen, dass wir in jedem Unterrichtsfach zwei Lehrkräfte haben. Das ist illusorisch. Letztlich haben wir zwölf weitere Stunden jetzt zugewiesen bekommen. in Hessen ein Sozialindex, das heißt, da gibt es auch noch mal ein paar Stunden für. Das hat aber jetzt erstmal mit dem Startchancenprogramm nichts zu tun und wir haben die eine UBUS-Lehrkraft, aber wir haben 800 Schülerinnen und Schüler. mit einem Zirkusprojekt und mit zwölf weiteren Stunden und einer UBUS-Lehrkraft kannst du jetzt auch nicht gerechtere Bildungschancen schaffen. Da musst du dich als Schule schon auf den Weg machen und überlegen, wo setzen wir unsere Schwerpunkte und wo entwickeln wir uns gemeinsam hin, damit wir gerechtere Bildungschancen schaffen. speaker-1: Hm. speaker-2: Wenn Bildungspolitik oder Bildungsgerechtigkeit nicht nur ein politisches Wort sein soll, woran müsste man sie im Schulalltag konkret erkennen können? Wann ist Bildung für dich gerecht? speaker-0: Gute Frage. Wenn wir über ungerechte Bildungschancen sprechen und das so stark abhängig ist von dem Elternhaus, müssen wir uns doch vielleicht auch die Frage stellen, warum sind die Elternhäuser die besseren Bildungsinstitutionen im Vergleich zur Schule. Und Mathe, Deutsch, Englisch wird da wahrscheinlich nicht die Antwort sein, sondern es sind elementare Sachen wie es gibt eine enge Bindung zu dem Kind, es gibt Erfahrungen, die dem Kindern ermöglicht wurden, es gibt eine Begleitung, gibt Vorbilder. Das sind alles Aspekte, die enorm darauf einzahlen, dass das Kind später sich gut entwickeln kann. Und nun müssen wir uns die Frage stellen, wie können wir etwas Ähnliches schaffen? Und da braucht es mehrere Bausteine. Das können wir auch nicht ohne einen Kindergarten diskutieren und die frühkindliche Bildung. Also aus meiner Sicht brauchen wir dringend eine Kindergartenpflicht. Wenn das Kind erst mit sechs Jahren mit anderen Kindern in Kontakt kommt mit Regeln oder mit der deutschen Sprache, da ist der Zug für das Kind schon mal abgefahren. Da braucht es erst mal so viel, ⁓ das irgendwo aufzuholen. Und es braucht eine Idee, wie man Eltern auch mehr in die Pflicht nimmt oder sie entlastet, damit sie im Erziehungsauftrag nachkommen können. Und ich erlebe immer wieder, dass die Integrationspolitik häufig an Kinder übertragen wird. Also wir haben Kinder, die übersetzen für ihre Eltern, die regulieren ihre Eltern, also Eltern, die ... die im sozialen Gefüge total unsicher sind, weil sie jeder Sprache nicht mächtig sind. Die sind total verunsichert. Und letztlich werden Kinder immer wieder in die Verantwortung gesetzt, das auszugleichen. speaker-1: Kannst du für dich erahnen, was in so einem Kind vorgeht, wenn das Kind in so einer Situation kommt, dass es auf einmal da sitzt und eben die Verantwortung trägt, übersetzen muss, beim Amt sitzt und plötzlich in einem Elterngespräch in der Verantwortung halten muss? Was passiert in so einem Menschen? speaker-0: Das muss da durch. das ist das, was für die Kinder ist, das ist Normalität. Und das Verhalten von den Kindern ist auch Normalität und deren Strategien auch. Die Kinder hinterfragen es ja selbst nicht. Sie merken nur irgendwo eckig an und denken dann vielleicht bin ich falsch und dass es vielleicht aber auch etwas anderes gibt. Das merken sie dann über Social Media oder über Vergleiche und ja. Da merkt man schon, dass Kinder sich schnell auch von unserer Gesellschaft her abgewertet fühlen. speaker-1: Mmh. speaker-2: Ja, auch so ein bisschen, was ich erlebe, und das ist jetzt auch größer als das Thema, was wir jetzt gerade hatten, nämlich das Übersetzungsthema. glaube, Kinder spüren ganz subtil an ganz vielen Stellen, irgendwas stimmt nicht. Und die können das vielleicht auch gar nicht so richtig in Worte fassen. Ich mach mal ein Beispiel. Wir reden von Partizipation, aber dann fragen wir sie nicht. Wir reden von Vielfalt und von Chancengleichheit. Und da hatten wir jetzt ja auch schon so bisschen darüber geredet. Aber eine Chancengleichheit, das wäre jetzt nochmal eine philosophische Frage. Ja doch, ich würde sie einfach mal stellen. Glaubst du daran, dass es überhaupt in einem Konstrukt wie einem Land, unabhängig davon welches Land, Jemals eine wirkliche Chancengleichheit geben kann oder werden Chancen immer ungerecht verteilt sein? speaker-0: Ich denke da schon was wahres dran, dass es grundsätzlich so ist, dass Schrossen ungerechter sind, aber wir können sie ja gerechter gestalten. Und das sollte unser Ziel sein. speaker-2: Das sehe ich auch so. speaker-1: Nur wir bauen die Brücke ein bisschen noch mal zu dem Alien, weil da ist ja die... speaker-2: Wer redet mal über Aliens? speaker-1: Tolle Sachen, du da gesagt hast. Also ein Alien hat den Auftrag, die Brücke zu bauen. Und da geht es ja ⁓ die Haltung, also auch das, was du ausgesprochen hast, ob man jetzt sagt, man geht nochmal den frühkindlichen Bereich, man bezieht den mit ein. Aber wenn wir Erwachsene in unserem System mittragen, die teilweise überfordert sind mit dem Verhalten der Kinder oder auch mit den Situationen, auch den gesamten Situationen, die man eben ja auch gerade in dem Kontext Schule, Startchance Schule auch sieht. ich habe unsere Kinder sind ja wie gesagt auf der Schule und wir haben sehr viel Kontakt gesucht. Also wir haben Kinder mitgenommen zu ausflügen und haben so diese Tür und Angel Rolle und ich sag mal Aufgabe angenommen, sagen hey komm doch mal mit. Wir laden dich mal ein ins Beni Max, weil das ist ja auch Chancengleichheit, wo man für sich erkennt. Ich sehe mich da als Elternteil mit zu in der Verantwortung zu berufen. dass mich das auch berührt. Und all das, was man dann da ja auch sieht und wahrnehmen darf, ist aber für viele schon eine emotionale Überforderung. Weil dann ist es so, wo ist die Haltung der Menschen dazwischen, die überhaupt mit der gesamten Aufgabe, die wir momentan in der Gesellschaft haben, dass wir das auch tragen können. Und das ist ja, wenn wir da mal ansetzen würden, dann müssten wir ja tatsächlich grundsätzlich in der Ausbildung vom Fachidioten hin zum Also ich sag jetzt mal das Wort Menschenbegleiter oder wirklich Wegbegleiter von Menschen von Null bis ... Weil dann geht's ja weiter. Wo sind die ... Da müssten wir grundsätzlich über einen kompletten Ansatz im Ausbildungsspektrum auch nachdenken. Dass man überhaupt da ansetzen kann. Beziehungsarbeit, Menschen, Verständnis, die Grundlage von Konfliktkultur, Streiten, all das. Das würde ja ganz anders aussehen. Wie würdest du das für dich beschreiben? Was müssen wir da umdrehen? Wo würde man da ansetzen? speaker-0: Absolut. Und das lernt man auch nicht in der Theorie, sondern das lernt man in der Praxis und am besten auch, indem man danach in den Austausch miteinander geht, ⁓ sich selbst zu reflektieren oder ⁓ sich auch mal beobachten zu lassen und sich ein Feedback einzuholen. Ich bin der Meinung, dass ganz dringend die Lehrerausbildung dual sein sollte. Mit Hessen haben wir jetzt das Quizprogramm, das heißt, wenn du einen Bachelorabschluss hast und kriegst eine Gleichstellung, zu dem Fach, sagen wir jetzt Ethik, dann kannst du in das Quizprogramm reingehen und hast drei Jahre, wo du noch ein weiteres Fach dazunimmst und bist aber in der Schule mit. In etwa der Hälfte der Stunden und das wird dann halt sukzessive mehr und du verdienst auch deutlich mehr als jetzt jemand im Referendariat. Da stelle ich mir die Frage, warum machen wir das nicht grundsätzlich? Weil die und man könnte auch, man könnte so viel mehr Leute in Schule mit reinholen. Die Leute werden besser ausgebildet. Kinder hätten von Anfang an eine größere Unterstützung und man hätte so die Möglichkeiten, die Menschen besser zu begleiten. speaker-1: Ich kann noch mal was teilen, auch was wir viel beobachten, weil ich selber auch ein Schulprojekt an der Schule habe und wir ganz viel mit den Kindern in der Turnhalle sind, wo sie eben genau in dieses Erleben kommen dürfen, wo sie einfach sich in der Körpererfahrung auch ganz viel verarbeiten dürfen im Sinne von, es passiert mal was, ich habe den einen zu doll angerempelt oder sonst was, und es ist nicht jedes Mal ein, das war zu doll, du hast jetzt das und das gemacht, jemanden geschlagen, du kriegst jetzt eine Bestrafung, sondern da passiert so... Vieles in dem gemeinsamen Sport treiben und erleben, wo ich merke, die Kinder wachsen da ganz doll in ihren Sozialfähigkeiten, weil sie Spiele zusammenspielen, weil sie Regeln kennenlernen und das ergänzt ja auch ganz viel. Und ich sehe da manchmal so ein Bild von Schule für mich, wo ich denke, man könnte auch das Lehrpersonal so schön entlasten, indem man eben auch Helfer in der Schule hat. Helfer, die wirklich bereit sind. mal Fußball zu spielen in der Pause, dass Kinder sich orientieren können an Erwachsenen, dass sie gemeinsam in dieses Erleben kommen. Weil wir stehen noch an dem Punkt, der Lederball wird lieber weggesperrt, weil da könnte was passieren und Kinder könnten sich streiten. Und dann haben wir ja den Konflikt, also machen wir den lieber ganz weg und dann hoffen wir, dass die Kinder alle zusammen auf dem Schulhof was anderes machen. Hinzu, wo sind die Menschen, die so Lust haben, dieses Beziehungsfeld zu festigen, in die ergänzende Funktion zu kommen, in diese Helferrolle? Weil ich glaube, wir dürfen ganz viel an dieser Kompetenz arbeiten. Wir helfen einander. Also wir helfen einander über die Brücke von Elternhaus zu anderen Kindern. Wir helfen einander, indem wir jemand anderen mal zum Armbrut einladen. Wir helfen einander, indem wir Chancengleichheit kreieren durch, also das ist so schön, was du auch sagst, bevor ich anfange zu unterrichte, unterrichte ich immer erst mal den Menschen im Sinne von du bist mir wichtig. Ich zeige dir, du bist was wert. Und wenn wir da was schaffen könnten, wo man sagt, ist egal, unabhängig von welcher Schule, wir brauchen Helfer. Wie würde sich das auf Schule für dich auswirken, wenn man wüsste, da sind diese ergänzenden Brücken, die einfach auch Raum aufmachen für Kinder. Wie viele bräuchten wir da? speaker-0: Also ich kann von meiner Schule sprechen und da sind sie da. Also bei uns wird Fußball gespielt und ich lege mich auch regelmäßig mit Nachbarn oder mit der Bibliothek ⁓ die Ecke an, damit Fußballspielen möglich ist, weil genau da findet so viel Lernen und Entwicklung statt. Und wenn wir mal genau Blick drauf werfen und analysieren, wie Kindheit und Jugend, also die Jugendrealität sich verändert hat, dann ist das gravierend. wir haben so, Freizeit ist grundsätzlich auf dem Konsumverhalten ausgelegt, egal ob man jetzt in eine Trampolinhalle geht oder auf Social Media unterwegs ist oder sich einen Film reinzieht. Dieses Gestalten, wir nehmen jetzt die Kreide und schmalen uns ein paar Tore oder setzen wir einfach mal hier einen Stein hin, ⁓ Fußball zu spielen. Und miteinander in den Austausch zu gehen, das haben wir viel zu wenig. heißt Schule muss eigentlich hier jetzt eine Gegenbewegung sein und das wiederum darstellen. Jetzt sind wir eine Ganztagsschule. Das heißt, unser Tag, der dauert schon mal lang und wir versuchen auch so Bewegungsbewegungszeiten, die wir vorher irgendwie an dem Nachmittag hatten, die versuchen wir jetzt gerade im Moment bewusst in den Vormittag zu schieben, damit einfach das stattfindet, weil das oft mehr Lernerfolg hat. als das Absitzen im Klassenraum. speaker-1: Mmh. speaker-2: Warum bist du Lehrerin geworden? speaker-0: weil ich Kinder groß machen will. speaker-2: Und hast du auf dem Weg irgendwann mal Zweifel daran gehabt, dass das möglich ist? speaker-0: Ja, als ich im gymnasialen Bildungsgang unterwegs war. Ich war im dreikliedrigen Schulsystem. Ich war in einer kooperativen Gesamtschule und war bei meiner alten Schule zuständig für die Schülerinnen und Schüler, die die die psychische Beeinträchtigung hatten, die inklusiv beschult wurden. Nach Corona haben dann einzelne Fächer darüber entschieden, ob ein Kind in nächsthöhere Klassenstufe versetzt wird oder nicht. Das heißt, wir haben die Fachnote über die Gesundheit und die Entwicklung des Kindes gesetzt. Da war für mich klar, hier bin ich falsch. Ich hab damals auch, irgendwann gab es eine Hauptschulklasse, die wollte keiner unterrichten und da hab ich gesagt, hier, das mach ich. Und ich habe von, also in meinem Studium, in meiner Ausbildung, ich habe von niemanden so viel gelernt wie von diesen Kids. Und das zeigt uns wieder, dass die Kinder uns eigentlich deutlich mehr beibringen als umgekehrt. Man muss aber offen für sein. speaker-2: Du sagst es, die Noten wurden dann über das, sagen wir mal, die mentale Gesundheit gestellt, so paraphrasiere ich es wieder so bisschen. Und irgendwie will ich daran glauben, dass ja eigentlich jeder so denken müsste und auch kann. Und trotzdem komme ich, weil ich habe vorhin eine Lanze für Lehrkräfte gebrochen und gleichzeitig erlebe ich aber, das muss man ja auch fairerweise immer, so wie es in unserer Branche der Trainings- und Coachingswelt Menschen gibt, wo man sagt, besser nicht, empfinde ich das aber auch in der Welt der Bildung an manchen Stellen so, dass Menschen, die wahrscheinlich im Kern an das Gleiche glauben wie wir, in ihrem Verhalten schlussendlich aber die Bewertung und die Note über das Wohl der mentalen Gesundheit stellen. Und ich frage mich, warum? Und jetzt bist du ja jemand, der es geschafft hat, sich da... Also ich interpretiere Folgendes. Auch du hattest die Wahl. Und ich hatte heute ein anderes Interview, da waren wir aber Gäste. Und da habe ich irgendwann den Satz gesagt, in meiner Welt ist immer alles eine Entscheidung. Und ich verstehe, dass jeder Mensch unterschiedliche Voraussetzungen hat. Und ich verstehe, jeder Mensch hat einen unterschiedlichen Charakter. Das verstehe ich alles. Aber ich bin nicht damit einverstanden, die Entscheidungsfähigkeit abzusprechen. Und ich glaube, wir haben immer die Entscheidung, reagieren wir. Und du hast es geschafft, das zu machen, was du gemacht hast. Und wie könnten Menschen auch in dieser Branche, von der wir gerade reden, den Mut entwickeln, dieses Mindset zu haben und ihm zu folgen? speaker-0: Ich glaube, dass viele das Mindset haben, aber selbst in einem System drin stecken, wo es bestimmte Vorgaben gibt und das macht es schwierig. es gibt ja auch eine Schule umzukrempeln und komplett neu zu gestalten. ist gar nicht so einfach. Es braucht alle, die gemeinsam an einem Strang ziehen oder ein Großteil, der letztlich andere überzeugt und diese mühlen, die malen sehr langsam. Wir müssen halt Schule aber möglich finden dort viel anpassungsfähiger und schneller zu sein, weil unsere Welt, die funktioniert so schnell und wir sind irgendwo im Mittelalter stehen geblieben bei manchen Dingen. Und wenn wir uns nun auch wissenschaftliche Erkenntnisse angucken, dann... Gibt es auch Aussagen, dass Noten überhaupt gar nicht zielführend sind? Vielleicht für manche Kinder, die gute Noten haben und die sich im oberen Bereich vergleichen, aber für viele andere wiederum nicht. Also warum macht man es noch? Dann gibt es Erkenntnisse für Klassenarbeiten. Warum müssen so viele überhaupt geschrieben werden? Warum macht man nicht eine Diagnostik und vielleicht irgendwann mal irgendwann eine Arbeit? Oder wann hast du in deinem Beruf das letzte Mal 45 Minuten lang irgendwas hier runter? schreiben müssen. Also es ist doch überhaupt gar nicht mehr lebensrealistisch. Aber trotzdem halten wir dran fest und wir brauchen viel mehr Freiraume, wirklich innovativ zu denken. Das sind die Anforderungen unserer Wirtschaft, unserer Zukunft. So, wie kommen wir jetzt dahin? speaker-2: Und ich bin auch wieder da, total grundsätzlich dabei, dass das Mindset viele haben. Allerdings, wie gesagt, in jeder Branche meiner Meinung nach, also soll jetzt kein, bitte wieder richtig verstehen für alle, die das hören, mir geht es nicht darum, die Bildungsbranche hier aufs Korn zu nehmen, überhaupt nicht. Ich rede über meine eigene Community, wenn es nötig ist genauso, weil es überall Menschen gibt, die das richtige Mindset haben, aber auf ihrer Verhaltensebene dann trotzdem gegenteiliges tun. Also letztendlich so eine gewisse kognitive Dissonanz, man da wahrnimmt. ich glaube oder ich wünschte, wir würden den Schlüssel finden. Also das ist wirklich so Traum von mir, weil der muss doch irgendwo sein. Ich such den wirklich seit 20 Jahren. Und ich hab mich auch mit so vielen Leuten in Fortbildung, die ich gegeben habe, auch anlegen müssen. Also auch da mal aus dem Nähkästchen. Ich hab so viele Fortbildungen gegeben in so vielen Schulen. Zum Thema Mobbingprävention, da komme ich ja her. Das ist ja eigentlich meine Arbeit. Und wie oft ich gegen Wände gerannt bin, wo ich mich gefragt habe, nein, ich habe mich selbst in Frage gestellt, mache ich was falsch? Dann kam ich irgendwann auf den Punkt, nein, die Rangehensweise ist schon korrekt, weil sie ist faktisch fundiert. Sie ist auch nicht überstülpt und sie ist nicht angreifend. Okay, wovor ist denn die Angst vorhanden? Warum wird das denn nicht angenommen? dann... Und dann bin ich hier so bisschen verzweifelt zwischendurch auch und hab dann tatsächlich nicht an den Kindern gezweifelt und dass Kinder das Potenzial entfallen können, sondern ich war irgendwann an einem anderen Punkt in meiner Karriere. Ich hab an Erwachsenen gezweifelt. Massivst an Erwachsenen gezweifelt, weil ich mir gedacht hab, wir reden doch über Kinder. Aber streiten uns über Themen, die faktisch nichts damit zu tun haben, dass es für die Kinder besser wird. Ja, deswegen, ich hab gar keine Frage, sondern ich wollte es einfach nur mal teilen, ich vielleicht auch, oder vielleicht möchte ich einfach nur den Mut machen. Ich glaube da draußen sind so viele, die so denken wie wir. Vielleicht müssen wir manchmal den Mund aufmachen und uns zusammentun als Allianz und gemeinsam dafür sorgen, dass es besser wird. speaker-0: Absolut, aber das, du da beschreibst, ist unheimlich komplex. Und jetzt muss man mal davon ausgehen, dass wir als Schule, wir haben 800 Schülerinnen und Schüler bei mir, in etwa 90 Kolleginnen und Kollegen, noch mal mehrere Schulsozialarbeiter. Also eigentlich ist es ein mittelständiges Unternehmen, was wir haben. Wir haben kein Personal, was dieses mittelständige Unternehmen auch noch gut möglich juristisch, wirtschaftlich und so weiter verwaltet. Das heißt, wir haben unheimlich viele Aufgaben gleichzeitig und im Moment... Das, was uns ganz, ganz viel Energie frisst, ist, dass wir an unserer Schule, also wir haben ja nicht nur eine ungerechte Bildungschancen, sondern ungerechte Chancen in der Integrationspolitik, in der Gesundheitsversorgung und wir haben noch gar nicht darüber gesprochen, wie viel Einfluss Social Media auf die Jugendlichen im Moment hat und dass es deutlich mehr als wir als Schule Einfluss auf die Kinder haben oder die Familie. Das heißt, wir fangen aber tagtäglich das auf und nicht, weil das unsere mehrere Aufgabe ist, sondern weil die Notwendigkeit besteht. So und jetzt kann man überlegen, wo kann man an das Schräubchen drehen, damit Schule das nicht auffangen muss. Aber darauf wurden noch keine Antworten gefunden. Und worüber wir hier sprechen, das sind Kinderrechte und die sind unverhandelbar. Und trotzdem haben wir auf dem, also das ist der eine große Ball, den wir irgendwie oder Fels, wir tragen müssen. Und gleichzeitig müssen wir schauen, ja was machen wir denn jetzt? Neben dem, ⁓ da noch irgendwie Schule weiterzuentwickeln. Und da ist oft auch keine Energie da. Was wir aber brauchen, sind verlässliche Strukturen, die genau dieses Arbeiten möglich machen. Ja, und ich bin der Meinung, dass man jetzt erst mal die ganzen Klassenarbeiten abschafft, damit Freiräume entstehen, damit Schulentwicklung betrieben werden kann und Geginde aufgefangen werden können. Ich bin der Meinung, dass man Wir haben viermal im Jahr eine Schulentwicklungssitzung, unsere gesamten Gesamtkonferenzen, das sind so richtige pädagogische Tage. Da wird partizipativ gearbeitet und da sitzen alle gemeinsam an einem Tisch in verschiedenen Arbeitsgruppen und dann wird Schule weiterentwickelt. speaker-1: Ja. speaker-2: Ich muss eine Sache ganz kurz, sorry. Tätten wir jetzt mal so und das ist so, genau so, wie du sagst es. Und wäre es dann aber nicht wichtig, dass Schule auch vor Eltern schafft, also wenn wir die Schulmannschaft und die Elternmannschaft nehmen, wäre es dann nicht wichtig, dass man aber auch genau darüber jetzt anfängt, offen zu reden vor der Elternschaft und sagt, ich muss das gerade noch machen mit diesen Klassenarbeiten, aber ich halte sie für falsch. Ich muss allerdings auch fairerweise dazu sagen, ich erlebe schon auch in der heutigen Zeit noch eine Argumentation teilweise, wo gesagt wird, aber das ist ja wichtig, weil wir müssen den Leistungsstand bemessen. Und da find ich, da clasht es dann so ein bisschen zwischen, was wir vielleicht in einer gewissen Bubble empfinden und was dann aber die Lebenswirklichkeit von vielen Eltern ist. Weil denen wird, ich mach mal ein Beispiel, vielleicht fiktiv vielleicht auch wahrtätten, wenn man so, kommt so ein blauer Brief in so ein Elternhaus, wo man sagt, ja, das ist eine Vorgabe. Und dann sitzt man mit dem Kind vor der Lehrkraft und die Lehrkraft sagt dann wortwörtlich zu dem Kind, dass man einen blauen Brief bekommt, ist etwas sehr Schlimmes. Und damit sind wir vielleicht gar nicht in einer tiefen Vergangenheit, sondern so ungefähr in einem Zeitraum von 14 Tagen, wo ich mir denke, ja, ich verstehe das alles und ich bin auch 100 Prozent deiner Meinung und gleichzeitig erlebe ich aber an der Basis manchmal noch das Gegenteil in der Kommunikation gegenüber Eltern und ich glaube deswegen... verlieren manchmal Eltern das Vertrauen, weil sie im Kern spüren, du meinst das doch nicht, aber wieso gibst du es nicht einfach zu, dass es keinen Sinn ergibt, jetzt eine Klassenarbeit zu schreiben? Sag es doch einfach! Und da habe ich dann manchmal das Gefühl, und dann schließe ich diesen Monolog, aber der war mir einmal wichtig, da ich manchmal das Gefühl, ich bin gespannt auf deine Antwort, dass da probiert wird, auch manchmal den eigenen Berufsstand sozusagen Zu sichern. Ich kann das gar nicht genau sagen. Wie gesagt, ich kenne das der Coachingwelt auf einer anderen Ebene genauso. Da gibt es genau dasselbe, nur anders. Irgendwie zu argumentieren, anstatt einfach mal zuzugeben. Beispiel bei mir, ich hab einen Qualitätssiegel eingeführt oder führe es gerade ein, weil ich gesagt habe, der Coachingmarkt ist faktisch ein unreguliertes Feld. Das sag ich als einer der größten Anbieter in diesem Markt. Aber man kann doch nicht so tun, als ob alles gut ist, wenn einfach nicht alles gut ist. Weißt du, verstehst du, wo ich mich befinde und mich zerreißt innerlich? speaker-0: Aber das ist eine zentrale Frage, die du da stellst. Wie wirksam ist das letztlich? Wie sehr zahlt das auf die Entwicklung des Kindes gerade im Moment ein? Wenn ich mir überlege, ich habe neulich ein Buch gelesen über die Entwicklung der Kinder, danach beobachte ich die Kinder und dann reflektiere ich wiederum und dann mache ich ein Poster darüber und schreibe. So und dann kommt mir eine neue Erkenntnis. Also das ist ja auch Lernen, wie es bei mir stattfindet. So und wenn ich jetzt das mal mit dem Satz des Pythagoras vergleiche, dann hast du einen Satz des Pythagoras und danach kommt die Bruchrechnung. Ja, und hast das andere aber eigentlich gar nicht richtig umsetzen können. So, und daher ist das weniger wirksam im Bezug auf das Lernen. Daher müssen wir uns die Frage stellen, wie können wir denn Lernstandserhebungen gezielt gut setzen, ⁓ den Lernstand wirklich festzustellen? Und ist das nun wirklich die klassische Klassenarbeit, die da irgendwie kommt? Und wenn ich dann abgeprüft habe, Kommersetzung, aber danach spielt es keine Rolle mehr. Oder sind es Dinge, die ich gerade im Moment erhebe und gebe dem Kind danach die Möglichkeit, da dran zu arbeiten? Dann entsteht nämlich Lernen. speaker-1: und welche Kompetenzen werden mit einbezogen. Also dass man da auch nochmal sagt, das auch ein Stück weit, also kann man da auch sich hin denken, dass man sagt, die soziale Fähigkeit gehört da mit rein, die Empathiefähigkeit, das, also man hat ja Mathe Deutsch und das sind sehr wichtige Fächer und wenn die nicht stattfinden oder nicht dementsprechend in der Note so abgebildet sind, dann kann es zu Schwierigkeiten kommen für das Kind. Aber wenn du es geschafft hast, dich davon zu lösen, Wie kann man andere dahin bestärken? Weil für mich kommt das Wort, was du gesagt hast, Mut. der Stelle, wird immer größer. Es braucht Mut zur Veränderung und es braucht Mut, die Dinge neu zu denken und zu reflektieren. Es braucht Menschen, die bereit sind, für eine Bewegung, Umbewegungen zu kreieren, auch für Kinder neue Wege zu schaffen. Und vielleicht dürfen wir da auch anfangen, weil du hast das Wort Kinderrecht in den Mund genommen, so dieses Kinderrecht. Es sind auch Rechts. junger Menschen, die wir haben. sind alle Menschen. Also wir haben ein Recht für uns. Ein junger Mensch hat genauso sein Recht, mit einbezogen zu werden. Und das ist für mich ein bisschen... Wie kannst du das mit uns teilen oder da draußen auch teilen, dass man diesen Mut aufbringen kann, dass sich denn etwas verändert? Weil du hast ja den Schritt gewagt, gemacht und es verändert sich etwas. speaker-0: Also diesen Schritt haben schon ganz viele gemacht und auch vor mir gemacht. Ich hatte das große Glück, dass ich in eine Schule eingestiegen bin, die schon Schulentwicklung betrieben hat und es funktioniert. Und wir sind bei weitem noch nicht so gut, wie wir in fünf Jahren sein werden. Und wir werden in zehn Jahren besser sein. Also davon davon bin ich überzeugt. Es braucht aber definitiv den Mut, mal den nächsten Schritt zu gehen und Dinge zu wagen und auszubilden und zu gucken. hat es was gebracht und wenn wir das Ganze noch begleiten mit Diagnostikverfahren, dann sehen wir ja, wie Jugendliche und Kinder sich entwickeln. Und gleichzeitig müssen wir aber auch den Mut haben, ehrlich zu sein und auf unsere gesellschaftliche Entwicklung zu blicken. Und dann ist das Familienleben nicht mehr das Gleiche, wie das vor 20 Jahren war. Dann hat sich das Familienleben verändert, dann hat sich die Kindheit verändert, Jugendliche haben sich verändert und unsere Gesellschaft auch. Und die größte Priorität, die wir im Moment setzen müssen, ist, unsere Kinder und Jugendliche demokratiefähig zu machen. Und das schaffen wir nicht mit Mathe Deutsch-Englisch. Und wenn das Schulbarometer uns zeigt, dass Jugendliche sich nicht mehr gehört fühlen, dann ist das politische Vertrauen der Jugendlichen auf dem absoluten Tiefpunkt. Und dann müssen wir doch wach werden. Und dann müssen wir überlegen, wie können wir den Kindern eine Stimme geben und nicht nur in irgendwie kurzen Projekten, sondern täglich in unserem Zusammensein und im Unterricht. speaker-2: Der Schulbarometer zeigt ja jedes vierte Kind psychische Auffälligkeiten. Das heißt, du hast es gerade angesprochen, wir wissen ja auch, dass da irgendwas nicht rund läuft. es weiß ja auch, man könnte davon ausgehen, dass es die Politik weiß. Was wären denn deine Forderungen an die Politik? Wenn du sie, also täten wir mal so, ich wäre jetzt Politiker und ich würde Ihnen sagen, ja Frau Liedrich, das klingt ja jetzt alles gut, aber was müssen wir jetzt konkret machen? Heute bin ich mal gut drauf, heute setze ich mal ⁓ Wie Gerald Schröder sagt, hol mir noch eine Flasche Bier, sonst schreike speaker-1: Das ist noch gut geschmeckt. speaker-2: Aber was will er denn? speaker-0: ist ja eine große Liste. Ich bin erstmal der Meinung, dass man bei den Familien ansetzen muss und gucken muss, wie man klare Erwartungen an die Familien formuliert und diese aber auch unterstützt. Dass Schulen besser unterstützt werden, das klar ist. Es gibt ein kostenloses Frühstück, kostenloses Mittagessen und da müssen nicht erst noch 20.000 Bildung- Teilhabeanträge ausgefüllt werden, die zum Schluss dann doch wieder die Schule ausfüllt und den Unterschriften hinterherrennen, sondern es muss klar geregelt sein. Schulmaterialien müssen an Schulen einfach vorhanden sein, so dass da keine Zeit mit ins Land geht. Eltern müssen verpflichtend Deutsch lernen und wir brauchen in unserer Gesellschaft auch gemeinsame Werte, die unsere Gesellschaft trägt. Und genauso wie wir Kinder integrieren, müssen auch Eltern integriert werden, weil anders kann für die Eltern keine Sicherheit gewährleistet sein und Kinder können diese fehlende Sicherheit für ihre Eltern nicht langfristig tragen. Und das wäre schon mal ein ganz, ganz wichtiger Schritt. Es braucht aus meiner Sicht eine Kindergartenpflicht. Kinder müssen mit gleichaltrigen Spielen, die brauchen Erfahrungen, ⁓ Entwicklungen überhaupt möglich zu machen. Und da auch ganz zeitnah an Sprache, an Spiel, an soziales Miteinander und an bestimmte Rahmenregeln, Werte auch herangeführt werden. So, und dann braucht es in der Schule verschiedene Professionen. Und es braucht die Möglichkeit, dass Kinder eine Leidenschaft entwickeln. Und Depressionen zum Beispiel kriegt man nur in den Griff, wenn Sport stattfindet. Das heißt, es muss viel mehr Sport an Schulen stattfinden. Es muss die Möglichkeit geben, sich künstlerisch, gestalterisch auszutoben. So, und wenn das Kind dann halt nicht so viel in Chemie geht, dann ist das auch fein. Weil dieses Kind wird später mit Chemie dann nichts mehr großartig machen. Aber es muss halt wissen, dass es kein Wasser auf kochendes Fett irgendwo draufgießt. Aber das Kind, das voll Bock hat auf Chemie, das müssen wir frühzeitig fördern. Und ich glaube, wenn wir Leidenschaften viel früher ermöglichen, die Kinder darin die Potenziale entfalten und darin fördern, dann ist das die beste Zukunft auch für unser Land. speaker-1: Fühlt das Alien erst mal Alu in die Mikrowelle. speaker-2: Jetzt würde ich als Politiker, ich stelle mir ja immer so Politiker vor, wie die dann so denken. Und jetzt würde ich ja vielleicht die Frage stellen so, ja, aber ... Dafür brauchen wir ja nicht mehr Geld, dafür müssten wir ja die Bürokratie vielleicht erstmal ein bisschen vereinfachen. Aber wissen Sie, Frau Dietrich, da arbeite ich schon seit Jahren bei mir hier im Land dran, dass das passiert, aber da laufe ich auch gegen Windmühlen. Ist es Geld oder ist es Bürokratie, die uns einfach im Weg steht? speaker-0: Also wenn wir auf unserer Ebene Mut brauchen, dann braucht die Politik aber auch deutlich Mut. Dinge mal einfach groß umzusetzen, mal in andere Länder zu gucken oder halt auch mal auf die Wissenschaft zu hören. Und dann schafft man an der einen oder anderen Stelle Bürokratie ab und setzt deutlich mehr Freiheiten und Vertrauen in die Schulen rein. speaker-2: Weil was wir natürlich auch erleben, gerade in der Zusammenarbeit auch mit so Programm wie den Startchancenprogramm etc., weil unsere Trainerinnen und Trainer, also unsere Anbieter, die wir ausbilden, natürlich, die werden ja häufig dann auch von Fördergeldern bezahlt. Nicht immer, aber häufig. Und da erleben wir auch tatsächlich einfach, dass wir es auch kennen, es gehen ja teilweise Fördergelder ungenutzt wieder zurück. Das heißt also, wir haben Töpfe, die werden nicht ausgeschöpft. Es gibt verschiedene Gründe für, die brauchen wir hier nicht erörtern. Aber was wir immer wieder hören auch von Schulleitungen, die dann sehr ehrlich zu uns sind, sagen, wissen Sie, Dudek, da ist schon Geld, aber ich habe wirklich keine Kraft und keine Zeit, Antragsdschungel gerade durchzuziehen. Ich würde es ja machen, aber ich schaffe es gerade nicht. Und das finde ich ist immer so traurig, weil dann, dann, also ich verstehe es total, empathisch kann ich das total nachvollziehen. Auf der anderen Seite denke ich mir, komm schon, wir müssen irgendwie, da muss die Bürokratie vielleicht ein Stück weit zurückgebaut werden. Und wenn die Bürokratie zurückgebaut wird, dann haben wir ja aber auch folgendes Problem, sage ich mal, weniger Bürokratie heißt mehr als Stellenabbau. Wenn ich weniger Bürokratie habe, was mache ich denn mit den ganzen Leuten, die die Bürokratie gerade am Laufen halten? Da reden wir ja von Stellenkürzungen auch in der Behördenwelt. Und das musst du ja dann auch erstmal als Politiker durchwinken und dann höre ich auch da schon wieder, wie so oft, wenn in der freien Wirtschaft Leute entlassen werden, dann, ja, das finden wir dann manchmal okay, manchmal nicht okay, aber gerade wenn es dann auch in den Behörden zu stellen, bin ich gespannt, was da los ist und wie viel Steine da dann plötzlich wieder da sind. Ja, schwieriges Feld irgendwie auch, speaker-0: Also ich denke, man kann die Anträge deutlich reduzieren. Es kostet aber auch Zeit zu gucken, was ist denn gerade im Moment alles auf dem Markt und was kann ich da jetzt beantragen und dann kriege ich bitte doch schnellstmöglich eine Rückmeldung und habe mein Personal schon dafür, die das letztlich umsetzen. Und da sind wir wieder am mittelständigen Unternehmen. Weil ein Unternehmen hätte das, die haben die Personen dazu. speaker-2: Ja, nicht immer. Das ist auch zu kurz für den Mittelstand gedacht, glaube ich. Aber ich weiß schon, was du ein Bild zeichnest. Ja, das kann ich verstehen. speaker-0: Aber trotzdem, wenn ich jetzt eine Lehrkraft habe, die mit 25,5 Stunden komplett im Unterricht eingesetzt ist und soll on top jetzt noch ein größeres Projekt stemmen, dann muss ich die an irgendeiner anderen Stelle entlasten, damit das überhaupt möglich ist. So diese Flexibilität braucht es und die haben wir halt oft nicht. speaker-2: Oder es braucht Projekte, und das ist ja auch so ein bisschen unser Rangehen, die einfach so anschlussfähig sind, dass sie eher das System entlasten und nicht noch mehr Arbeit schaffen. Weil das ist ja etwas, wo ich auch seit Jahren mit zu kämpfen habe. Also wir sind jetzt ein bisschen auch in so einem Talk jetzt einfach drin, aber ich finde das ganz schön, denn was ich erlebe jetzt mal aus Anbieterseite ist, dass häufig die Die Sorge besteht, wenn man euch bucht, dann haben wir mehr Arbeit. ich denke mir, das Gegenteil ist ja der Fall. Wir kümmern uns ja darum, dass ihr eine Entlastung habt, dass wir Konflikte reduzieren. Und da ist die Vergangenheit der letzten 20 Jahre, es ist viel, besser geworden. Wieder ganz wichtig zur Einordnung, dass wir es wahrscheinlich auch so sehen, ist viel, viel mehr Offenheit für externe Angebote da. Wenn ich überlege, 2008 habe ich mich selbstständig gemacht. Das waren Zeiten, wirklich, das war ganz anders. Da wir sind so einen Quantensprung nach vorne gekommen, wirklich massivs besser geworden. Und gleichzeitig gibt es aber auch da immer noch manchmal die verschobene Wahrnehmung, manchmal nicht bei Leuten wie dir, aber es ist nicht jeder so wie du und wie wir vielleicht, dass das mehr Arbeit machen wird, wenn Externe kommen. Und eigentlich ist ja der Anspruch von einem Extern, ich will euch entlasten, damit ihr mehr Fokus auf euren Job legen könnt, weil es gibt gegebenenfalls Fördergelder, Bürokratieabbau und so weiter und so fort. Alles gut, vielleicht bräuchte es auch noch mehr Geld vom Staat, das wäre das Optimale. Und gleichzeitig scheitert es aber auch manchmal an dem Glauben daran, was passiert, wenn Externe kommen. Das hatten wir auch mit Silke mal off camera besprochen. Es gibt so viele Menschen, einen Schulterschluss schließen könnten und da bin ich wieder bei dem Mensch an sich. So wie die Lehrkraft, wie hattest du das vorhin irgendwann so schön gesagt, manche Lehrkräfte oder alle oder viele Lehrkräfte glauben daran, dass es gut werden kann und sind manchmal aber auch dann so gefangen im System und in den ganzen Vorgaben, die sie haben. Ein Wort, was für mich zählt, ist, wir müssten eigentlich alle mehr zusammenrücken. Und was, und dann gehen wir mal zu den Eltern, bräuchte es aus deiner Sicht, weil wir reden jetzt gerade von Anbietern und Schule und so, aber wir haben ja noch die Elternschaft. Was glaubst du, bräuchte es, damit Eltern und Schule wieder ein Stück weit mehr zusammenrücken können? Weil auch da erlebe ich eine Kluft. speaker-0: Wir haben jetzt nicht die Elternschaft, die sich unheimlich viel beschwert, eher die Elternschaft, die wir gerne in die Schule bringen möchten. Und denn etwa 30 Prozent der Eltern an meiner Schule sprechen kein Deutsch. Das heißt, viele haben erst mal ein sehr, sehr großes Schamgefühl überhaupt in die Schule zu kommen. Und wenn wir dann Elternabende haben, hast du manchmal da vier Eltern sitzen und dann haben wir gemerkt, wir müssen hier was anderes tun. Das heißt, wir haben die Kinder mit in die Verantwortung genommen und haben Klassenfeste gemacht. und haben einen Elternabend ersetzt durch ein Klassenfest. So dass wir, die konnten dann ihre Kinder mitbringen. auch Kinderbetreuung wäre ein Elternabend ist auch immer ein wichtiger Faktor. So dass man einen netten Rahmen, nettes Setting hatte, einfach miteinander ins Gespräch zu gehen. Und wir erleben Eltern, die unglaublich dankbar sind, weil wir, weil die Kinder von uns erzählen, weil die sehen einfach, wie sehr wir auch die Kinder unterstützen. und in keinster Weise verurteilen, so wie wir die Eltern auch nicht verurteilen. Und das braucht es immer wieder, Möglichkeiten, in die Schule zu holen, auch wo sie einen Beitrag zu leisten können. Die bringen alle was zum Essen mit. Wir haben jetzt gerade die Aula saniert, möchten demnächst so eine Tanzveranstaltung machen, wo wir unterschiedliche Tänze von unterschiedlichen Kulturen haben, wo Eltern auch wiederum einen Beitrag zu leisten können. speaker-1: June. speaker-2: Du hast vorhin gesagt, eine Forderung an den Politiker, in dem Fall war ich das ja, war, dass wir, wir brauchen gemeinsame Werte. Und wir brauchen auch eine gemeinsame Sprache, die wir sprechen können, mit der wir uns verständigen können. Und gleichzeitig, und das ist etwas, was ich gerade so schön finde, ist, weil ich finde, du hast gerade gesagt, es gibt diese Tänze. Ganz viele Kulturen kommen zusammen. Und da ist Vielfalt. Und in dieser Vielfalt braucht es ja aber trotzdem einen Rahmen, in dem wir uns bewegen können, eine gewisse Bildungsgerechtigkeit entstehen kann. Und in der Schule unserer Kinder sind, wie du gesagt hast, 25 Sprachen untereinander. Und wir merken ja diese Barriere, die da ist. Wenn wir all das überwinden würden, was wir an Problemen haben. Also, wir tun jetzt mal so. Wir haben eine Sprache, die wir gemeinsam sprechen. Wir haben gleiche Werte, die gelebt werden. Wir haben gleichzeitig aber auch diese Vielfalt, diese wunderbare Vielfalt, die wir ja auch haben. Wir haben ein buntes Treiben an Kulturen und die Kinder kriegen identische Zugangsvoraussetzungen und all das, was du gefordert hast, die Politik passiert. Und wir springen jetzt mal mit dem Alien, weil das kann sich beamen, 20 Jahre in die Zukunft. Wie sehe unsere Gesellschaft dann aus? speaker-0: Also auf der Gesellschaftsebene wären wir eine gemeinsame Gesellschaft, die miteinander redet, mit Händen und Wissen auf ein Name dazu gibt und einander zuhört, die die verschiedenen Meinungen aushält, aber auch versucht, die verschiedenen Meinungen und die Menschen zu verstehen. Das wäre auch ein Bild, wie Integration funktionieren könnte und sollte. Ich merke aber gerade im Moment immer mehr oder das merken wir allesamt, dass unsere Gesellschaft sich immer mehr spaltet und dass wir ja eigentlich auch soziale, soziale Felder ausweisen. Das merken wir auch in der Schule. Wir haben in der Schule nicht den Abbild einer Gesellschaft, sondern viele Kinder aus bildungsnahen Familien, wohl behütet, sitzen eher im gymnasialen Bildungsgang in einem Gymnasium. Deshalb finde ich das auch toll, was ihr erzählt. Ihr seid absolute Vorbilder zu sagen, wir schicken unsere Kinder gerade nicht dahin, sondern wir möchten gerne, dass sie die Vielfalt erleben und das als etwas total Positives wahrnehmen. den Mut dazu, zu tun, weil ich erlebe immer mehr, dass viele Eltern auch die Gesamtschule oder Sekundarschule oder das heißt ja in den anderen Bundesländern auch nochmal anders, nicht wählen, weil sie Sorge davor haben, dass ihre Kinder mit einem bestimmten Klientel dann zusammen sind, was wiederum die Entwicklung ihrer eigenen Kinder beeinträchtigt oder sie ihr Kind nicht richtig geschützt fühlen. Und das trägt nicht dazu bei, dass wir eine gemeinsame Gesellschaft werden. speaker-2: Ganz spannender Punkt und kurz Nähkästchen. Vielleicht haben wir es schon mal in irgendeinem Podcast erzählt. Als wir uns dazu entschieden haben, unsere Kinder dort anzumelden, gab es nicht nur positive Stimmen aus dem Umfeld. Und wir waren ein Stück weit schockiert, weil Menschen, die sich durchaus sehr öffentlich wirksam als tolerant bezeichnen, plötzlich hinter verschlossenen Türen ein Stück weit schockierende Züge annahmen, wo wir dachten, What? Wir sind super froh, dass unsere Kinder das erleben, weil genau wie du es gesagt hast, wenn sich die Gesellschaft schon wieder aufsplittet und wenn ich genügend Geld habe und die Möglichkeit habe, darüber, ich Fahrtwege in Kauf nehmen kann, wie wir Unternehmer sind, dann trifft sich, ich sag's dir mal ein bisschen plump, die Elite an einer Stelle und der Rest ist uns egal, aber dann propagieren wir an anderer Stelle wieder, wie wichtig uns Vielfalt ist. Da muss ich sagen, Das finde ich beschämend. Weil das ist keine gelebte Vielfalt, das ist Vielfalt auf Plakaten. Aber ich glaube, was dieses Land braucht, ist keine Vielfalt auf Plakaten, gelebt. Im Schulraum, im Gesellschaftsraum. von da an vielen Dank, dass du das Wort Vorbild benutzt hast. Das wurde so in der Deutlichkeit noch nie gesagt. Und das tut ganz gut, weil wir haben doch einiges an Gegenwind bekommen zu dieser Entscheidung. Wir würden gerne einmal das Ganze oder ich würde es bisschen zusammenfassen und dann gehen wir in die finale Runde. Wir haben gehört heute, dass wir ganz viel und das nehme ich für mich wieder mit, ganz viel bei uns selbst anfangen dürfen. Ja, es gibt ein System und dieses System ist vielleicht noch aktuell sehr sperrig. Es gibt viele Worte wie wir sind teilweise im Mittelalter und wir haben das Wort gehört, dass das Studium vielleicht ein bisschen zu sehr auf die Fachlichkeit geht. Und gleichzeitig kann aber der einzelne Mensch den Unterschied machen. Es ging viel ⁓ Mut, dass Lehrkräfte oder auch Trainer und Eltern den Mut haben dürfen, zusammenzuwachsen. Wir haben Forderungen an die Politik gehört und gesehen, dass vielleicht auch manchmal die kleinen Dinge einen Unterschied machen, wie beispielsweise die Handwerksbetriebe, die man in die Schulen lässt. Natürlich freuen wir uns auch immer, wenn wir in die Schulen kommen von Stark für Kinder. Aber ich muss an dieser Stelle ganz klar sagen, wenn ein Handwerksbetrieb reinkommt und wir mal nicht, dann kann ich auch da nur den Daumen hoch machen, weil ich das richtig finde, dass auch das Handwerk geschult wird. Wir haben gesehen, dass wir, wenn wir gemeinsam anpacken in 20 Jahren möglicherweise wirklich eine tolle Veränderung sehen würden und dass wir aber jetzt im Hier und Jetzt an jeder Stelle zusammenrücken dürfen. und es nie ⁓ ein Gegeneinander gehen sollte und ⁓ wer hat jetzt die perfekte, das perfekte Konzept, die perfekte Schule, die Leuchtturmschule versus die Leuchtturmschule, sondern dass es überhaupt erst mal darum geht zu erkennen, Kinderrechte und Kindeswohl, würde ich nochmal mit reinbringen, darf nicht verhandelbar sein und wenn das System es noch nicht perfekt zulässt, aber ich im System arbeite, dann ist es meine Pflicht, denn ich kann mich entscheiden, alles dafür zu tun ist so. auszulegen, dass es für das Kind und die psychische Gesundheit der Kinder positiv läuft. Ja, ich glaube, so würde ich das Gespräch bis hier zusammenfassen. speaker-1: Ja, dem ist nichts hinzuzufügen. Zieh meinen Hut auch mit, setz die Kappe auf und zieh nochmal. Chapeau. Ich würde aber ⁓ einen Punkt ergänzen und das ist der Punkt 20, den du so schön mit einbezogen hast, den sozialen Medienraum. Also dass wir für uns nochmal wirklich auch mit dem Blickwinkel da drauf schauen. speaker-0: Ja, mein Hurs! speaker-1: Social Media einzugrenzen im positiven Sinne und in den echten sozialen menschlichen Kontakt zu treten. In das echte, gesellige Miteinander zu treten und sich in die Augen zu schauen und Beziehungen aufzubauen, sich zu sehen, zu hören, miteinander zu spielen und miteinander in Kontakt zu treten. Und ich glaube, da steckt eine ganz große Verantwortung drin, dass wir weg von sozialen Medien, Konsum und all das, was du erwähnt hast, hin zu den echten Momenten auf dem Schulhof, den echten Konflikten, echten Herausforderungen, echten Leben in die Augen schauen, die echten Menschen in die Schule holen. speaker-2: Der Übergang ist jetzt ein bisschen sperrig, denn ich werde dich jetzt fragen wo... sehr gerne. speaker-0: ist ja ein Satz. Wenn ich in die Perspektive schlüpfe eines Kindes oder eines Jugendlichen Heranwachsenden, dann hat derjenige am Tag 100, 200, 300 verschiedene digitale Verbindungen. Und ich glaube, unsere größte Rarität im Moment ist es, echte Verbindungen zu haben. Und diese auch zu üben, zu erlernen und auszuhalten. speaker-2: 100 % und das macht meinen Übergang noch sperriger. die Frage ist nämlich, sag mal, wo können die Leute dir denn folgen, wenn sie Interesse daran haben? Wenn sie Interesse daran haben, denn ich könnte mir vorstellen, dass die ein oder andere Hörerin oder Hörer sagt, boah, das fand ich toll, worüber gesprochen wurde, aber wie kann ich denn jetzt mehr erfahren? Wo kann man dir folgen? Wie kann man mit dir in Kontakt treten? Gerne so ein Werbeblock zu dir. speaker-0: Also ich heiße Schulleiterin Dietrich auf Instagram und da findet ihr mich. speaker-2: dann einmal ein Like dalassen, beziehungsweise ein Follow dalassen, dann bleibt ihr auch da connected. Liana, lass uns in die Abschlussfragen gehen. Ja. Ich übergebe dir das Wort. speaker-1: Ja, Liebes Warnthier, wir lesen dir drei Sätze vor und du sagst uns ganz spontan, was wäre deine erste kurze, spontane Reaktion, wenn du das als Argument in einer Diskussion mit anderen hörst. Grüße an Christine. Erster Satz, den ich dir vorlesen darf. Soll ich nochmal wiederholen? speaker-0: Nein, nein. Ich bin aufgeregt. speaker-1: Okay, Beziehungsarbeit in der Schule ist ja schön und gut, aber am Ende zählt halt die Leistung. speaker-0: Ja, kann auch eine Haltung sein. ob die jetzt glücklich macht und wirksam ist, das stelle ich jetzt mal in Frage. speaker-2: Das Gesicht war super. Der nächste Satz. Lenny, vielleicht können wir noch mal so eine Zeitlupe reinschneiden, wie du geguckt hast. Das wäre super. Der zweite Satz, und du kannst dir wieder eine spontane Reaktion dann einfach darauf abgeben, falls du das in einer Diskussion hören würdest. Wenn die Eltern sich... speaker-0: Die Kreativität ist ja immer das, was einem dann eine Stunde später einfällt. speaker-2: Voll, ich kenne das. Manchmal nehmen wir Podcasts auf und denken uns dann auch irgendwie am nächsten Tag, Mensch, hätte ich da mal gesagt. Wenn die Eltern sich nicht kümmern, kann Schule auch nichts machen. speaker-0: Falsch! Dann muss Schule sich kümmern. speaker-1: Kinder aus schwierigen Verhältnissen brauchen vor allem Disziplin. speaker-0: brauchen vor allem Beziehung und daraus entsteht Sicherheit und daraus entsteht Entwicklung und Selbstwirksamkeit und Selbstdisziplin, die aber dann die Kinder erlernen und anwenden. speaker-2: Wir kommen gleich zur letzten Frage, bzw. zum Abschluss davon noch einmal ganz kurz hier der Hinweis, wenn dir diese Folge gefallen hat, dann lass ein Abo da, wenn du sie auf YouTube gehört hast oder bei Spotify oder bei iTunes oder wo auch immer. Teil die Folge mit Freundinnen oder Freunden, wo du sagst, Mensch, das könnte spannend für die sein, da mal reinzuhören. Hinterlass einen Kommentar, poste es weiter und unterstütz damit die Botschaft, dass wir stark für Kinder sein können. Wenn du auf starkfueckinder.de gehst, gibt es zwei Möglichkeiten. Du findest einen Elternratgeber, also wenn du Elternteil bist und du sagst, Mensch, so bisschen tiefer einlesen in manche Punkte, würde ich gerne. Du findest einen großen Elternratgeber auf starkfueckinder.de und dort findest du auch Anbieterinnen und Anbieter, die Kinder stärken. Ob das in offenen Kursen ist, in Coachings, in Beratungen, schau einfach mal vorbei. Svanthje, wenn ein Kind deine Schule verlässt, was ist das Wichtigste für dich? Was soll es über sich selbst verstanden haben? speaker-0: Der höchste Bildungsabschluss aus meiner Sicht ist nicht das Abitur, sondern dann, wenn ein Kind selbstwirksam sein Leben gestalten kann, wenn das Kind weiß, wer es ist und was es kann und zurückblickt und sagt, die Schulzeit war eine schöne Zeit. speaker-2: Damit machen wir den Deckel drauf. Danke Jana. Danke, war ein Tier. speaker-1: Danke euch, Daniel. speaker-0: 20 speaker-2: Und ja, ich würde sagen, an dich als Hörerinnen und Hörer, bis zur nächsten Folge. Ciao, Swantje. Dir hat das Video gefallen und du merkst, dass Kinderstärken etwas wertvolles ist? Dann schau doch mal auf starkfuerkinder.de vorbei. Dort findest du Anbieterinnen und Anbieter, die Kinder stärken. Im Bereich Konfliktlösung, Bereich Mobbingprävention, im Bereich Selbstbeauftragung, im Bereich soziale Kompetenzen, im Bereich Lebenskompetenzen. für alles was das Leben Deinem Kind bietet. starkfuehkinder.de. Einfach Postleitzahl eingeben und die passende Anbieterin oder den passenden Anbieter in Deiner Gegend finden. Ja, wenn Dir das Video gefallen hat, gilt natürlich, abonnier den Kanal und aktivier die Glocke. Hier werden Dir auch noch weitere Videos angezeigt. Stöber einfach mal. Apropos stöbern, auf starkfuehkinder.de gibt es außerdem einen Elternratgeber. Auch da kannst Du Dir wunderbare Artikel durchlesen, die dafür sorgen, dass Dein Kind gestärkt ist. Viel Spaß!