speaker-0: Da hat einfach ein Schüler, das mussten fünf oder sechs Klassler gewesen sein, eine WhatsApp-Gruppe gegründet und dann ist die natürlich total außer Rand und Band gewesen. Da sind rechtsradikale Inhalte reingepostet worden, sind Nacktbilder reingepostet worden. speaker-1: Jeder Link in einer Gruppe kann etwas wie ein trojanisches Pferd beinhalten, was du nicht haben willst. speaker-0: Das Ergebnis seiner Studie war, dass jeder zweite tatfertig inzwischen Kind oder Jugendlicher ist. speaker-1: Willkommen bei Stark für Kinder. Heute bei uns zu Gast Susanna Djalek. Susanna ist Journalistin, Autorin und Reporterin im WDR Newsroom. Sie berichtet unter anderem für Formate wie Tagesschau, Tagesthemen, ARD Brennpunkt, das ARD Morgen- und Mittagsmagazin und die Aktuelle Stunde. Für die WDR DOKU INSIGHT Klassenchats hat sie sich als Autorin gemeinsam mit einem Team auf den Weg gemacht und recherchiert, was Klassenchats für Kinder heute wirklich bedeuten. Denn Klassenchats sind kein Randthema mehr. Sie sind für viele Kinder der erste digitale Gruppenraum, in dem sie dazugehören wollen und gleichzeitig eine Blackbox für Erwachsene. Im Zuge der Recherche hat Susanna unter anderem mit Kindern, Eltern, Lehrkräften und einem Cyberkriminologen gesprochen und sich angeschaut, welche Inhalte und Dynamiken in diesen Klassenchats entstehen. Denn Klassenchats sind zu einem Raum geworden, in dem Hausaufgaben geteilt werden können, aber eben auch Nacktbilder. Gewaltvideos, Beleidigungen, Mobbing, rechte Inhalte und Nachrichtenfluten. Was die Kinder ihr erzählt haben und was ihre Recherchen oder ihre Recherche ergab, darüber sprechen wir heute. Schön, dass du da bist, Susanna Dżalek. speaker-0: Ich freue mich sehr. speaker-2: Ich freue mich auch sehr und ich darf dich auch nochmal begrüßen und darf auch nochmal einsteigen mit Liebe Susanna. Eure Recherche ist so wertvoll, weil in der öffentlichen Diskussion auch immer wieder über Bildschirme Zeit gesprochen wird und weniger über das, was Kinder auf diesem Bildschirm sehen. Das Thema KI, Klassenchats und Medienkompetenz sind zwar in aller Munde und jeder weiß, dass da potenzielle Gefahren für unsere Kinder lauern, aber niemand hat scheinbar so richtig Ahnung davon, was da wirklich vor sich geht und welche Begleitung das eigentlich braucht. Danke, dass du heute mit uns darüber redest, was in Klassenchats passiert und welche Lösungsvorschläge ihr ausgearbeitet habt. Ich freue mich sehr. Schön, dass du da bist. speaker-0: Ich freue mich auch hier zu sein, weil oft ist das ja so, man macht so einen Film und dann verpufft das so ein bisschen. Und ja, dass wir jetzt einfach nochmal hier sitzen und nochmal tief einsteigen, nochmal über Recherche sprechen, finde ich total schön. speaker-1: Es ist ein super wichtiges Thema, über das wir reden. Uns begleitet das ja sowieso gefühlt täglich. Natürlich auch immer mehr. Es wird größer. Es kriegt auch mehr Öffentlichkeit. Also auch danke dafür. Dein Bericht hat große Wellen geschlagen. Das kann man sagen. Von allen Ecken und Enden haben wir ihn natürlich auch geschickt bekommen. Hey, guck mal, das kriegt gerade Aufmerksamkeit, das Thema. Ich bin super gespannt, wo wir heute hinkommen in diesem Gespräch, was wir rausarbeiten werden. Ich würde mit, und da gehen wir der Grüße raus an Christine Duppert, die mir gegenüber sitzt. Ihr könnt sie nicht sehen, aber hier ist sie wieder neben mir eingeblendet. Die Signature Hook. Susanna, du hast selbst gesagt, als du in der Mittelschule warst, war das Internet noch Neuland. Smartphones gab es noch gar nicht. So geht es ja auch vielen Eltern. Wir wissen irgendwie schon ⁓ die Gefahren, aber ... Was sich wirklich abspielt, das können wir häufig aus eigener Erfahrung gar nicht beantworten. Wie habt ihr als Redaktion das Thema Klassenschätz identifiziert und gab es einen konkreten Auslöser? Ja und was waren dann so eure ersten Schritte? speaker-0: Da muss ich sagen, die Idee kommt gar nicht von mir, diesen Film zu machen, sondern ich bin quasi angesprochen worden von der Redaktion, ob ich mir das vorstellen könnte. Es ist so, dass mein Redakteur Steffen Rubjonik, der das sehr eng betreut hat, also mit ihm zusammen war ich im superengen Austausch, der ist quasi eigentlich in die Eingangsrecherche gegangen. Der hat selber Kinder, der hat viele Leute im Umfeld, die Kinder haben. Und immer wieder ist einfach dieses Thema aufgeploppt. Da gibt's diesen Klassenchat. Und da passieren irgendwie problematische Dinge. Also irgendwie wird da ein Kind ausgeschlossen oder der wird gespammt und... Dann hat die Redaktion quasi dieses Thema identifiziert und hat erst mal angefangen zu gucken, mit Gewerkschaften zu sprechen, also mit Bildungsgewerkschaften, mit befreundeten Lehrerinnen, Lehrern. Und egal mit wem die gesprochen haben, hat sich immer rauskristallisiert, boah, ja, das ist voll das große Problem, das ist voll das Riesenthema für die Schulen, für die Eltern. Und es hat aber einfach noch nie jemand so wirklich darüber berichtet und sich das mal angeguckt. Und genau, dann bin ich halt mit eingestiegen. Und dann haben wir wirklich angefangen, also Grundlagenrecherche zu machen. ganz banal Schulen zu suchen. haben Aufrufe gemacht bei Social Media Kanälen vom WDR, wo man ja auch Schülerinnen und Schüler erreicht. Wir haben über Fragebögen, die wir an Schulen rausgeschickt haben, Eltern erreicht, Lehrkräfte erreicht, die sich dann bei uns zurückmelden konnten. Und wir haben halt gemerkt, egal mit wem wir sprechen, der Kinder hat oder mit Kindern arbeitet, alle sagen, ja, diese Klassenchats sind eine Riesenherausforderung. speaker-2: Und ihr habt auch eine Infratest-Deam-Up-Befragung gemacht. Das ist ein Meinungsforschungsinstitut und habt mehr als 1000 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren bundesweit in Auftrag gegeben. Wie sah diese Befragung aus und was für Ergebnisse habt ihr da erzielt? speaker-0: Also es gab bisher nur so eine Studie, heißt Gymstudie, die gezeigt hatte, dass so 84%, ich weiß es auch nicht mehr genau in welchem Alter, ich glaube auch so 10 bis 16 in Klassenchats sind. Aber es gab keinerlei, sag ich mal so statistische Grundlagen, wie viele Kinder Nutzen das wofür, was erleben die da, also im positiven oder negativen Sinne? Und deshalb haben wir halt diese Befragung gestartet. Die ist nicht repräsentativ, aber es sind halt über 1210 bis 16-Jährige, erreicht wurden. Genau, und dann haben wir erst mal gefragt, nutzt ihr überhaupt Klassenchats? Und ich hab hier einen kleinen Spickzettel. Vier von fünf nutzen einen Klassenchat, also größtenteils bei WhatsApp. Und dann haben wir halt gefragt, wofür nutzt ihr das denn? Und das ist halt schon so, jetzt geh ich jetzt hier einmal mal rüber, dass ... 60 Prozent auch sagen, das hilft ihnen schon, ein Problem in der Klasse zu lösen oder hat ihnen schon geholfen, Problem in der Klasse zu lösen. Aber mehr als ein Drittel hat eben auch in dieser Befragung angegeben, dass sie dort schon Erfahrungen mit unangenehmen oder belastenden Inhalten gemacht haben. Also mehr als jeder Vierte hat gesagt, er hat Bilder gesehen, die Gewalterstellungen zeigen, Darstellung von Verletzungen. Etwa jeder Sechste hat gesagt, er hat Bilder oder Videos gesehen, die zu Hass, Gewalt oder Ausgrenzung aufrufen gegen bestimmte Gruppen. Etwa jeder Achte hat Bilder gesehen. die nackte Körper zeigen. Jeder Vierte hat sich schon Sorgen gemacht darüber, weil etwas im Klassenchat gepostet wurde. Oder auch ganz spannend, jeder Sechste ist dort auch schon mal beleidigt oder gemobbt worden. Jeder Sechste, das ist ja schon eine Zahl und da haben wir einfach gemerkt, ist echt Musik drin in dem Thema. speaker-1: Dieses Mobbing-Thema und alle, die du gerade aufgezählt hast, es gibt ja auch verschiedene andere Studien, ob wir die Bertelsmann-Studien nehmen zum Thema Mobbing, wo gesagt wird, jedes dritte Kind leidet unter Mobbing. In meiner Welt wird häufig behauptet, jedes Kind wird gemobbt, also jedes dritte Kind. Das habe ich so dann nicht rausgelesen, eher, dass jedes dritte Kind, also da drin sind für mich Menschen, die gemobbt werden. die mal gemobbt wurden, aber jetzt nicht mehr gemobbt werden, die aber Sorge haben, es könnte sie wieder treffen, die einfach noch nie gemobbt wurden, aber Angst haben, dass es sie treffen könnte. Und wenn wir dann das mal weiterspinnen, hier hatten wir gerade ein Drittel die Erfahrung mit Beleidigungen gemacht haben. die Zahlen sind ja irgendwo überall so bisschen identisch. Man kann sie übereinander legen und man erkennt eine Tendenz. Und du hast gerade gesagt, das war jetzt so der erste größere Bericht darüber. Wie kannst du dir das erklären? speaker-0: Ich meine, ist so, es gab ja viele Berichterstattungen über beispielsweise Mechanismen in Computerspielen. Ich hab selber schon mal eine halbe Stunde darüber gemacht über Computerspiele für Kinder und Jugendlichen. Deshalb dockte das für mich auch so ein bisschen da dran. Das Ding ist, genau, oder Social Media, das ist ja auch in aller Munde wegen Diskussion ⁓ Social Media-Verbot und so. Ich weiß es ehrlicherweise nicht so genau, warum das so ist. Also ihr hattet ja die Silke Müller hier auch, die Schulleiterin, die ja auch sehr vocal ist, was auch beispielsweise eben Klassenschätz angeht. Ich weiß, dass der NDR mal bei ihr an der Schule war, der hat sich aber auch nur einen Teil des Themas angeguckt. Und unser Ziel war es ja wirklich, das aus so einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive mal darzustellen, eben inklusive Eltern, Schulen, Kinder, aber dann eben auch einen Bildungsexperten, Cyber-Kriminologen damit reinzunehmen, eine EU-Abgeordnete, die sich mit diesen Plattformen beschäftigt, ⁓ auch mal zu gucken, was kann man denn da überhaupt machen. Also ⁓ nicht nur eine Problembeschreibung zu liefern, sondern sich auch mal Lösungen anzugucken. Also die Frage stellt sich ja immer, warum hat es noch keiner gemacht? Ich bin froh, dass wir es gemacht haben, weil wir ja auch merken, also ich bin jetzt hier bei euch im Podcast, aber wir hören ja auch Schulleiter schicken das jetzt raus an Eltern, sagen, guckt euch das mal an. Weil das ist ja auch eine Erfahrung aus der Recherche. Es gibt Eltern, die da echt ein Auge drauf haben und die Klassenchats ihrer jungen Kinder auch kontrollieren. Also ich hab mit einer Mutter gesprochen, die hat einen elfjährigen Sohn und der ist in diesem Klassenchat und sie guckt dann aber auch da rein, regelmäßig ⁓ zu verstehen, über was passiert denn da. Und das Ding ist, das ist ja einfach dieser Raum, wo die Kinder unter sich sind. Da sind keine Erwachsenen mit drin. So haben wir Klassenchat auch definiert. Das ist ein Chat, da sind die Kinder unter sich. Da sind keine Lehrkräfte drin, keine Eltern. Und auch eine Erfahrung aus meiner Recherche ist, oft kommt das halt auch erst durch Zufall raus, dass es da Stress gibt. Weil Kinder vertrauen sich auch nicht immer am Erwachsenen an damit. Machen das vielleicht mit sich selbst aus. Ich hab mit einer Mutter gesprochen, die hat mir erzählt, ihre Tochter hat nachmittags immer geweint. und die ist dann irgendwann dahinter gekommen, ja das liegt daran, weil so Horrorkettenbriefe in den Klassenchat gestellt wurden und die Tochter hatte halt Angst. Oder ihr Sohn hat sein Handy versteckt vor ihr und dann kam raus, ja weil Nacktbilder im Klassenchat geteilt wurden. Kinder teilen sich auch nicht immer mit. Deshalb war es auch für unseren Film sehr viel Vertrauensarbeit, mit Kindern auch darüber ins Gespräch zu kommen, weil welches Kind sagt auch gerne, ich hab da irgendwie Nacktbilder gesehen. speaker-2: Was war das zu unserer Zeit, habe ich gerade gedacht. Ich habe mich gerade auf dem ehemaligen Rauchergelände atapp gefühlt. Da waren keine Erwachsenen, da waren keine Lehrer, da stand man. Da hat man vielleicht das erste Mal an der Zigarette gezogen heute rauchen. Weniger Jugendliche und weniger finden den Zugang zu dieser Droge. Aber dafür passiert etwas anderes. Und trotzdem sind wir ja auch nicht sofort zu einem Erwachsenen gegangen und haben dann erzählt, was wir alles gemacht haben. ja auch ein Raum. Wie du es eben so schön gesagt hast, das steht den Jugendlichen auch zu, ihren Raum zu haben. Und wenn es in der echten Welt nur noch so wenig Räume gibt, die Jugendzentren werden immer kleiner, es gibt also eine Jutze, gab es bei mir noch zu der Zeit noch eine Jutze und das war so, ich war so stolz, als ich den ersten Schritt in die Jutze gehen durfte. Und jetzt geht man den Schritt Richtung Klassenchat und macht da seine Erfahrung. Da gehören auch alle Erfahrungen rein. Darf ich dir eine Frage stellen, Susanna? Wie lange hast du keine Schule mehr von innen gesehen? speaker-0: ⁓ gar nicht so lange, weil durch meinen Job bin ich immer wieder in Schulen. Was ich irgendwie auch ganz schön finde. Also wir haben während der Corona-Pandemie auch viel über in Schulen und über Schulen berichtet, wie die Unterricht gestalten. Jetzt tatsächlich eine ganze Weile nicht mehr so ein paar Jahre. Aber es ist natürlich so, wenn man so eine Schule betritt, man reflektiert sich ja direkt selber, wie war meine Schulzeit? Ich hab... an einer Schule in Hattingen gedreht, wo ja so eine WhatsApp-Gruppe total eskaliert ist. Also das war kein Klassenchat, sondern da hat einfach ein Schüler, das muss ein Fünft- oder Sechsklässler gewesen sein, eine WhatsApp-Gruppe gegründet mit dem Ziel, dass es eine riesen WhatsApp-Gruppe wird. Der wollte, dass alle Schülerinnen, Schüler, alle Sechsklässler aus ganz Hattingen da reingehen. Das war einfach wie so eine Challenge. Also der ... Du kannst irgendwie, weiß nicht, 1020 noch was Leute in so eine Gruppe hinzufügen und das war sein Ziel. Und dann ist die natürlich total außer Rand und Band gewesen. Da sind rechtsradikale Inhalte reingepostet worden, sind Nacktbilder reingepostet worden. Und das war halt schön, dass der Schulleiter auch eines Gymnasiums, wo halt auch Kinder dann in dieser Gruppe waren, die wurden einfach hinzugefügt. Die hatten diese Voreinstellungen nicht. Es gibt auch Voreinstellungen, haben wir dann erfahren, die man machen kann, damit Kinder nicht hinzugefügt werden. Die wurden einfach hinzugefügt und dann auch mit denen da zu sitzen und sich das von denen erzählen zu lassen. Ich dachte dann schon, krass, womit werden die konfrontiert, womit wir damals nicht konfrontiert wurden, weil ich bin Jahrgang 89, wir hatten keine Smartphones in der Schule. speaker-1: Wir im Vorgespräch schon ein bisschen drüber sinniert. Was hatten wir für Handys damals? Irgendwann ging es bei uns auch los. Aber sie waren anders. Die Zeit hat sich gewandelt. Die Raucherecken-Analogie finde ich sehr stimmig. Tatsächlich brauchen Jugendliche und Kinder einen Ort, wo sie sich aufhalten können. Jugendzentren werden weniger. Im öffentlichen Raum sind sie nicht immer gerne gesehen. Das muss man fairerweise dazu sagen. Jetzt ist nur das, was wir erleben in diesen sozialen Räumen, und das würde so ein bisschen auch auf das eingehen, was du gerade gesagt hast. Wir haben dann rausgefunden, dass es da Einstellungen gibt. In der gesamten Recherche zu diesem Beitrag, hattest du das Gefühl, dass die Erwachsenen wirklich Kompetenzen haben, ⁓ die Kinder dabei zu begleiten, oder fehlt es uns da noch als Erwachsenen Gesellschaft? speaker-0: dass es eigentlich mit einem Fazit ist, dass es massiv an Kompetenzen fehlt bei den Erwachsenen. Obwohl die, also wir benutzen ja alle Smartphones, aber dass es diese Voreinstellungen gibt bei WhatsApp, dass man das einstellen kann, dass man nicht einfach so in eine Gruppe hinzugefügt werden kann, das wusste ich auch nicht. Das habe ich an dieser Schule erfahren. Der Schulleiter hat dann übrigens eine Mail an alle Eltern rausgeschickt mit einer genauen Anleitung, wie man das bei den Kindern macht. Und ich habe erlebt, also ich habe eine Mutter interviewt aus dem Ruhrgebiet, die mir auch erzählt hat, was das ein Kampf war mit ihrem Kind. Der Sohn wollte in der Grundschule schon ein Handy, dann hat sie irgendwie mit ihm ausgehandelt. dass das erst ab der weiterführenden Schule kommt, dann hatte er dieses Handy und sie hatte das Gefühl, sie hat eigentlich alles voreingestellt, Seiten gesperrt. Ja, und dann kam der nach Hause und dann hatte der die Sachen trotzdem gesehen. Weil, erstens, er das vielleicht bei Klassenkameraden gesehen hat, deren Eltern diese Voreinstellungen nicht gemacht haben. Oder auch dieses Ding, was überhaupt in so einem Klassenchat passieren kann. Oder dass die Schüler überhaupt den einstellen, das kriegen Eltern auch oft nicht mit. Oder dann gehen die da nicht rein und gucken nicht. Diese Mutter hat mir auch gesagt, sie hatte gar keine Vorstellung davon, was die sich da teilen. Gibt's, also das sind Fünfklässler, gibt's wo sich ein Junge... eine Waffe zusammenbaut an den Kopf hält, irgendwelche verstörenden Videos, ja, bis hin dann wirklich zu diesen Nacktbildern, irgendwelche Umfragen, welches Kind wird jetzt aus dem Klassenchat rausgeschmissen werden. Und nicht, weil die böse sind, sondern einfach, weil die natürlich Grenzen austesten, es geht darum, cool zu sein, dann sinken vielleicht auch Hemmschwellen. Also Erwachsene haben, glaube ich, den fehlsten Teil diese Vorstellungskraft, auch was da einfach passieren kann. speaker-1: Du hast einen Satz gesagt, den ich so wichtig finde, nicht weil die es böse meinen oder nicht, die böse sind. Das möchte ich auch noch mal rausstellen, weil das ist ja auch wieder Kern unserer Arbeit. Wir wollen Kinder schützen. Wir wollen sie stärken. Und wir erleben schon manchmal, dass so dieses Bild dann vorherrscht in den Köpfen von Erwachsenen. Diese verrohten Kinder und diese, die sind, die wollen was Böses. Ich glaube da nicht dran. Ich glaube daran, dass ihnen Alternativen fehlen, dass ihnen Handlungsmöglichkeiten fehlen und dass sie ein Stück weit allein gelassen wurden und ich glaube das hat auch der Cyberkriminellogge, wenn ich das noch im O-Ton richtig im Kopf habe, dem Beitrag gesagt, dass er das Gefühl hat, dass die Kinder dort einfach komplett alleine gelassen wurden und das ist ein komplett, ja, nicht rechtsfreier Raum, man versteht was ich sagen möchte, dieser Raum ist, hat dich hat dich das ein Stück weit schockiert, als du das so wahrgenommen hast, was da passiert oder hat sich eine Vornahme, die du hattest, mit dem Beitrag bestätigt? speaker-0: Eigentlich hat sich eine Vorannahme bestätigt, überlegt mal, man hätte uns damals so einen Raum gegeben und man ist in der fünften oder sechsten Klasse, man ist noch nicht impulsgestört. Ich meine, es ist ja unter Erwachsenen schon manchmal schwierig zu kommunizieren und man schreibt mal aneinander vorbei oder es kommt zu Missverständnissen, obwohl man denkt, man hat doch so gut kommuniziert. Wie ist das denn erst bei fünf, sechs Klasslern? Wie sollen die das denn hinbekommen? Und ich glaube tatsächlich, dass Auch die Erwachsenengeneration einfach wahnsinnig viel auf dem Teller hat. Also Job. Beide Eltern arbeiten zum Beispiel. Dann hat man echt viele Herausforderungen. Das Kind gut zu begleiten. Computerspiele, dann irgendwie anstehen. Fernseher, Social Media und dann auch noch dieser WhatsApp-Chat. Also Eltern haben auch einfach echt viel dazu bekommen, ist so mein Eindruck. Was sie so managen müssen, begleiten müssen. Und wo sie auch permanent mit ihrem Kind im Austausch zu sein müssen. Und das Kind hat ja auch nicht immer Bock, mit dem Elternteil darüber zu sprechen. Und ich glaube einfach auch, dass es für Eltern wahnsinnig herausfordernd ist und sehr viel Arbeit benötigt, dran zu bleiben, mit dem Kind im Kontakt zu bleiben. Irgendwie nicht nur Verbote, aber gut begleiten, dem Kind erklären, warum man Dinge problematisch findet. Das ist ja einfach so viel Arbeit für die Eltern. Und für die Schulen ist es auch Arbeit. Ich habe auch mit den Schulen gesprochen, mit den Lehrkräften, mit den Lehrern. Die Eltern stehen ja auch oft da und sagen, Kind A hat sich mit Kind B im Klassenchat gestritten, klärt das doch mal bitte. Also auch die Schulen stellt das ja vor Herausforderung. speaker-2: Und an der Stelle darf man auch erwähnen, dass wir vielleicht nicht nur über die Jugendlichen und über den Klassenchat sprechen, sondern auch über den Chat im Allgemeinen, WhatsApp-Gruppen. Denn ich bin auch in einer WhatsApp-Gruppe von meinen Kindern oder mehreren und auch da passieren Dinge, wo man sich genau die gleiche Frage stellt, was ist hier eigentlich gerade los? Wie reden wir miteinander? Warum? Was haben wir jetzt davon, wenn wir auf diese eine Person uns fokussieren und die ganze Zeit sagen, wie schlimm das alles ist und was nicht alles, man passiert ja auch Mobbing nur in der Erwachsenenwelt und wenn ich mir dann überlege, dass wir da auch die Vorbilder sind, dann ist ja auch die Frage, wie leicht fällt es einem Jugendlichen? einem jüngeren Menschen, wenn er sich an dem Erwachsenen orientiert und sieht, ich muss ja erstmal Dampf ablassen, WhatsApp, alles, so kommt da alles raus und dann wird das, es wird ja so kanalisiert auch so viel. Man muss niemandem in die Augen schauen, man muss nicht den Telefonhörer in die Hand nehmen und da ist ja auch, da gehen ja ganz viele Kompetenzen verloren und die Hemmschwelle wird ja immer geringer. Also dieses Ich kann mal schnell meinen Dampf ablassen und über alle herziehen, ist leichter, als ich müsste zu jemandem hingehen und mit jemandem ein offenes Gespräch führen und in der Kommunikationsebene ansetzen und einen Lösungsweg finden. Das ist ja auch genau das, was du gerade so schön formuliert hast. Es wird immer mehr. Man hat immer mehr zu tun. ⁓ das ist ein guter Kanal. Kann ich jetzt Dampf ablassen? Und ich glaube, das geht Kindern auch so jugendlich, dass man sich überlegt, wo kann ich mal so, wo habe ich den Raum einfach mal zu gucken? Was passiert eigentlich, wenn ich da mal so was reinschreibe oder ich bin mal mutig und hole mir jetzt einen GIF und dann schicke ich das da rein und dann kommt der nächste und schickt auch eins und dann wird es immer lustiger und das ist ja auch alles, es ist noch so menschlich. Ich finde, dass, also vieles davon finde ich so menschlich, die folgen können die Kinder ja gar nicht absehen. Also die wissen ja gar nicht, welche Konsequenz damit einhergeht und das fand ich in der Reportage so schön, weil der Jugendliche da saß und gesagt hat, ich bin dankbar, dass ich diesen Fehler gemacht habe. speaker-0: Genau, also du meinst ja den, wir haben ihn ja Alex genannt im Film, das ist ja ein Jugendlicher, der ist heute schon 19 inzwischen, aber der hat als 14-jähriger so Rechtsradikalistiker in einen Klassenchat gepostet, weil er ja auch irgendwie dazugehören wollte, weil das so bisschen die Dynamik in dem Chat war und er hat sich darüber halt gar keine Gedanken gemacht, bis ja die Polizei dann morgens bei ihm und seinen Eltern vor der Tür stand. Und das hat zum Beispiel auch der Cyber-Krindologe gesagt, den wir für den Film interviewt haben. Das kann ja rechtliche Konsequenzen haben, was auch viele Kinder nicht wissen, aber auch Eltern nicht wissen. Das ist dann irgendwie Aufruf zu... Also Volksverhetzung kann dann gegeben sein, klar, die Polizisten kommen dann, das hat dann eher so eine abschreckende Wirkung, aber trotzdem, die klingeln dann an der Tür morgens. Man rechnet ja nicht damit. Oder auch bei den Nacktbildern. Manche fotografieren die Kinder sich auch einfach gegenseitig, aber das kann den Tatbestand von Kindern pornografischem Material erfüllen und das ist ja auch strafbar. Und sobald sich das irgendwie aufs Handy herunterlädt, besitzt man das. Auch wenn man das nur zugeschickt bekommt. Und alleine diese Sensibilisierung und ich meine, wir haben jetzt diesen Film gemacht, es gab so einen Film noch nicht. Aber was wir natürlich auch gesehen haben, die Schulen haben das Thema ja schon lange auf dem Zettel und machen ja auch schon was, viele Schulen. Präventionsangebote, Seminare, Kurse. Aber die können das ja auch nicht jede Woche machen. Die machen das dann mal einmalig und dann halt in der Hoffnung, dass es irgendwie läuft. speaker-1: Das ist ein großes Thema, glaube ich, wenn wir an die Lösung, wo wir sicherlich ja zum Ende oder weiter im Verlauf des Gesprächs auch nochmal hinkommen werden, wie kann man es lösen? glaube, und das ist die gute und schlechte Nachricht gleichzeitig, das wird nur funktionieren, wenn alle zusammenarbeiten. Und da brauchen wir, wie du es gesagt hast, brauchen Präventionsangebote, wir brauchen externe Unterstützung, wir brauchen geschultes Personal in den Schulen oder in den Einrichtungen, wir brauchen die Bereitschaft auch dann ⁓ letztendlich nicht nur im Bildungssystem sondern auch in der Gesellschaft, also bei Eltern. Du hast es gerade auch schon angesprochen und mir fällt die, ich habe ihren Namen leider nicht im Kopf, Michael. Michaelsen. Michaelsen. Janine Michaelsen. Die das ja auch erzählt hat. Wenn ich als Schauspielerin in meine Timeline bei Insta gucke und sehe, was da kommentiert wird und da sind Hasskommentare dabei und ich klicke aufs Profil und dann sehe ich da einen Familienvater, dann ist das erschreckend und im Vorfeld zu diesem Gespräch bin ich durch unsere Beiträge mal gegangen. haben ja auch, wir schalten Anzeigen etc. Und da ist es dann teilweise sogar so, dass wir und unser Thema ist ja Mobbingprävention. Und dann sind unter unseren Beiträgen, die sich explizit mit dem Thema Mobbing beschäftigen, selbst aus der Bildungsbranche, und das schockiert mich dann immer, Leute, die zum Beispiel Kindertagesstätte, Jugendzentrum, also die sich explizit mit ihrem offenen Account zeigen. die uns verunglimpfen, die falsche Tatsachen über uns behaupten, wo ich sage, das ist kein Kavaliersdelikt eigentlich. Aber das wird so ganz normal im Internet weggewunken. Ja, das ist halt so. Und da finde ich, ein ganz großer Punkt. Wie glaubst du, nachdem du diesen Beitrag gemacht hast und dich jetzt ja auch intensiv mit dem Thema beschäftigt hast, was glaubst du, müssten wir wirklich auf Elternseite für uns noch mitnehmen in der Vorbildfunktion? speaker-0: Also ich meine das Thema Kommunikation ist natürlich ein großes in unserer Gesellschaft. Wir erleben das ja, ist so eine Verruhung, zum Teil so eine Lagerbildung, dass Menschen gar nicht mehr miteinander ins Gespräch kommen. Das erlebe ich ja auch nicht nur jetzt bei dem Thema, sondern bei vielen Themen, mit denen ich mich beschäftige in meinem Job als Journalistin. Und ich rede auch öfters mal mit Leuten auf der Straße. Witzig auch, wenn Leute auf mich zukommen, die sich dann beschweren, man dürfte ja nichts mehr sagen. Und ich sag, doch, sie können ja mit mir reden. ist die Kamera. Ich red' sie mit mir. Und dann aber sagen, sie wollen nicht das ausgestreiben. Und ich so denke, hä, was ist denn jetzt das Problem? Du kannst doch mit mir reden. Wir haben doch Meinungsfreiheit in Deutschland. Kann ja auch nicht weiterhelfen. Genau, ja, das ist natürlich ein Riesenthema. Und was ich aber so schön fand, jetzt bei dem Film, also, Ich, die Idee auch mit diesem Job oder auch diesen Film zu machen, ja auch so ein bisschen, da soll es ja kein Gegeneinander geben, irgendwie die blöden Eltern oder die doofen Lehrer oder, sondern es soll ja so ein bisschen ein Zusammenkommen verbinden. Wie können wir es zusammen schaffen? ich glaube nur dann geht es ja. Wir müssen irgendwie zusammenhalten, zusammenrücken und ich glaube wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt. Klar, Eltern, ich meine... die am Handy hängen den ganzen Tag, ihr Kind beim Reden nicht angucken, da fängt es ja schon an, würde ich sagen. Die Art der Sprache, wie man miteinander kommuniziert. Ihr habt ja eben gesagt, wenn man in so einem Chat ist, man sieht das gegenüber nicht. Also ich war bei einem Handytraining dabei auch an dieser Schule in Hattingen, wo diese WhatsApp-Gruppe da in der Stadt eskaliert ist und ... Da ging es echt ⁓ diese basic Sachen in der Arbeit, die die Lehrerin dann mit ihrer Klasse gemacht hat. waren Fünfklässler. Wie ist das, so was in den Chat zu schreiben oder das jemandem ins Gesicht zu sagen? Wie würde sich das anfühlen? Ja, klar haben Eltern eine Vorbildfunktion. Andererseits, Kinder beeinflussen sich auch gegenseitig. Das kriege ich jetzt auch mit bei ... An meiner einen Freundin, deren Tochter geht in den Kindergarten, die kriegt da halt auch Sachen mit, wo die dann denkt, wo hast du das denn her? Das kommt dann nicht aus dem Elternhaus, von anderen Kindern aus der Kita. Da sind natürlich viele Einflüsse. Klar, Eltern haben eine Vorbildfunktion, aber Eltern, glaube ich, dürfen das einfach auch nicht so laufen lassen. beim 16-jährigen Kind, da ist dann auch Privatsphäre und so. Aber ich glaube, bei einem 10-jährigen ist es dann auch schon okay, dem zu erklären, du ... Also ist ja noch die Frage, muss das zielige Kind schon WhatsApp haben? WhatsApp ist eigentlich laut den eigenen Richtlinien erst ab 13. Aber dann auch zu sagen, wenn du es hast, dann gucke ich aber auch rein. Nicht weil ich dir nicht vertraue, sondern weil ich dich schützen will. speaker-2: Ich finde es auch manchmal mit der Altersbegrenzung, es gibt Elfjährige, die sind aufgeklärt, die haben den Zugang für sich kennengelernt, haben, die können damit umgehen. Manchmal gibt es 13-Jährige, die können damit dann noch nicht umgehen. Also wie will man das alles so fest zurinnen, dass man sagt, das ist richtig und das ist falsch? Und du hattest die Frage gestellt, Daniel, ⁓ das noch mal zusammenzufassen. jetzt kriegt das Thema Aufmerksamkeit, wieso nehmen wir nicht noch mehr Verantwortung auch auf uns in der Politik und all das, was dazuzählt, dass wir dieses Thema lösen oder zumindest genau beleuchten. Und ich denke auch, wir können das gar nicht so genau beleuchten, weil die Antwort dahinter hochkomplex ist. Es ist nicht plakativ. Man kann nicht sagen Ja, Nein. Also Handys Ja oder Nein. Weil was wollen wir dazwischen alles besprechen und was gehört dazu? Dieses Gefühl der Zugehörigkeit mit dem, was du eben gesagt hast, dass wir von Anfang an da drauf schauen. Wenn ich mir vorstelle, wie Kinder heutzutage groß werden, immer ist ein Handy dabei. Von Anfang an gibt es ein Foto oder irgendetwas. Die Kinder sind immer in diesem Gerät. Ich habe ein Foto gemacht, habe ich Oma und Opa in der WhatsApp-Gruppe geschickt. Also die Kinder wachsen in diesem digitalen Raum auf. Natürlich fühlen sie sich dahin gezogen. Und wenn sie denn endlich da drin sind, dann haben sie ja den Raum. Und dann mal eben schnell zu sagen, kann es aus einem Klassenchat auch einfach wieder rausgehen. Das ist ja zu einfach. Wie will man das von ganz früh bis wirklich, wie ist der Weg mit dem digitalen Raum zu gestalten? Ich finde das hoch schwierig und wir selber haben ja auch zwei größere Kinder bei uns und wenn man manchmal mit ihnen abends im Bett liegt, das ist 23 Uhr und dann geht es erst richtig los. Und dann ist aber WUT, WUT, WUT, WUT, WUT und denkst du, was ist denn da los? Aber das Handy ausmachen wollen sie nicht. weil das, ich muss das mitkriegen, ich muss noch mal drauf gucken. Und irgendwann haben wir einen Teil dazu beigetragen und da möchte ich noch mal auch an alle, die zuhören, die Verantwortung schon auch noch mal in unser eigenes Handeln auch projizieren oder übertragen, weil ich habe lange nicht darüber nachgedacht, was ich da mache, wenn ich mein Kind an Dauer fotografiere. Und ich habe sehr viel gemacht, aber dass mein Kind jetzt sich dazu hingezogen fühlt, dass diese Verantwortung darf man jetzt annehmen und auch tragen. speaker-0: Also wir hatten ja auch im Film Kinder, die uns erzählt haben, dass sie ja in der Grundschule schon Klassenchats hatten und schon da Ausgrenzungen erlebt haben zum Beispiel und schlimme Dinge. Was ich ja zum Beispiel auch spannend fand, ich hab das so erlebt, alle Kinder mit denen ich gesprochen hab, waren wahnsinnig reflektiert. Mir hat ein Mädchen gesagt, auch in Hattingen in dem Gymnasium, die war zehn oder elf, ihr wart damals noch kreativ, ihr habt noch im Wald gespielt. Das hat die zu mir gesagt. mein gut, die verklären auch unsere Kindheit ein bisschen, wir hatten dann halt irgendwie Cartoons oder keine Ahnung. Wir hingen ja auch schon mal auf dem Fernseher. Da gab es dann, du darfst es irgendwie so lange und dann waren die Eltern weg, hatten wir trotzdem heimlich geguckt. Also Kinder sind dann ja auch kreativ und versuchen das irgendwie zu umgehen. Deshalb auch, ich habe das ja auch erlebt, auch bei den Eltern, wirklich da sehr hinterher sind, trotzdem versuchen die Kinder da noch irgendwelche Wege zu finden, weil Kinder halt dazugehören wollen. Und das ist schon krass, wenn ein Kind auch von sich aus sagt, In meiner Klasse sind 25 im Klassenchat und ich bin freiwillig nicht da drin. Ja, das muss man auch erstmal schaffen als Kind. Und wir wissen ja selber, wie wichtig Freundschaften gerade in dem Alter sind und Zugehörigkeit. Und ich glaube, das ist halt so ein treibender Faktor, weil um ehrlich zu sein, oft werden halt von dem, ich gesehen habe, jetzt nicht so gehaltvolle Sachen in diesen Klassenchats geteilt. Und auch nichts, wo man jetzt sagt, man wird was verpassen, wenn man da nicht drin ist, weil man sieht die eh den ganzen Tag in der Schule. Ja, deshalb ist es halt für die Eltern echt wahnsinnig viel auch so Reflektion mit dem Kind. Also diese Mutter, ich fand die echt cool, die ich da getroffen habe. Die hat sich echt mit ihrem Sohn hingesetzt, weil da ging auch übers Wochenende einfach 2000 Nachrichten ein im Klassenchat. Gruppenanrufe noch und Nöcher. Ich mein, der hatte auch so Voreinstellungen, das dann irgendwann ⁓ 20 Uhr muss er erst auch abgeben, dann lag's im Arbeitszimmer der Mutter und so. Aber die ist dann echt mit ihm mal die Nachrichten durchgegangen und meinte, mal, verpasst du wirklich was? Lies dir bitte mal diese Nachrichten durch. Hast du irgendwas verpasst, wenn du die nicht gelesen hast? speaker-1: Das ist etwas, was man wirklich immer wiederholen muss. Also wenn du hast gerade von den beiden Großen aus unserer Familie gesprochen. Was ich immer mehr merke, ist Erwachsene neigen natürlich dann irgendwann so dazu zu sagen, ja, dann geh doch aus dem Chat raus. Und du hast es gerade schon auch dargestellt. Das klingt so rationalogisch. Du hast da ja nichts von und geh da raus. Ich würde das übrigens genauso sehen. bin ein großer, ist meine persönliche Meinung, Gegner von... Chats, weil ich finde, die belasten mich. Da passiert immer irgendwas, was ich nicht wissen will und mein Kopf ist ⁓ schon viel zu voll. Aber jetzt kann ich von mir nicht auf meine Tochter zum Beispiel schließen. Und die fühlen sich ja wirklich, wie du gesagt hast, ausgeschlossen. Und ich glaube daher, dass eine große und wichtige Kompetenz der Zukunft sein wird, die Fähigkeit zu haben, zu akzeptieren, dass ich nicht alles mitbekommen muss und kann. Das ist eine Entwicklung, die ich wahrnehme bei Kindern und Jugendlichen. Dieses Wenn ich irgendetwas verpasse, dann macht das etwas auf meiner Gefühlsebene. Das ist vielleicht für uns irrational, weil wir denken, das ist doch nicht schlimm. Wir Erwachsene, aber für die fühlt sich das wirklich an wie nicht dazugehören, ausgeschlossen sein. Die sind faktisch nicht ausgeschlossen. Du hast es so schön gesagt, die haben trotzdem ihre Freunde. vielleicht werde ich gleich einmal noch so eine Anekdote erzählen, die nicht unbedingt zu Klassenchats passt, weil es ⁓ eine andere App geht, aber die sinnbildlich für das ist, was wir glaube ich häufig erleben. Diese Medien, die nehmen so viel Raum im Leben der Kinder ein, dass wir die Frage zwischen, die ja auch oft geführt wird, Verbot oder Medienkompetenz glaube ich schon verloren haben. Diese Frage ist nicht mehr zu stellen. Die Frage ist eher zu stellen, wo können wir noch bisschen eingrenzen? Aber es ist schon so gesetzt in so vielen Gehirn der Kinder, dass dieses Gefühl da ist, ich gehöre nicht dazu, dass wir da auf einer anderen Ebene Lebenskompetenzen schulen müssen, ⁓ einen Ausgleich zu bieten. Und der Ausgleich hat eigentlich faktisch wieder gar nichts mit den Medien zu tun, sondern der muss in der echten Welt passieren. Dafür braucht es Angebote dafür braucht es Menschen, die bereit sind, zu tun und es braucht Zeit, weil Kinder müssen sich teilweise wirklich wieder umorientieren. So doof das klingt. Die haben gelernt, dass die Welt in diesem Gerät stattfindet. speaker-2: würde trotzdem hinzufügen, dass Sie dadurch auch ganz neue Kompetenzen entwickeln, so wie du es gesagt hast. Die Kinder sind so resilient auf eine ganz gesunde Art und Weise, sind reflektiert. hast mit ihnen gesprochen, die nehmen das wahr. ⁓ Die wissen, was da gerade los ist und die wollen an die Hand genommen werden und wollen auch die Erwachsenen haben, die Verantwortung übernehmen und so nehmen ich Kinder auch wahr. Wenn man dann sagt, hey, ich bin hier und ich kann dir helfen, ich kann dir Unterstützung geben, aber du musst am Ende selber den Weg gehen und lernen, damit umzugehen und dann auch die eigene Handlungskompetenz haben, dann sind die sehr interessiert, weil sie sagen, gib mir Strategien und gib mir Methoden und Manchmal bin ich auch so weit, dass ich denke, wenn ich ganz, ganz, ganz tief bei mir hinhöre, was haben wir früher alles geschaut im Fernsehen? Was haben wir gesehen? Was würde heutzutage pädagogisch schon gar nicht mehr zugelassen werden? Weil es ganz andere Bücher, Inhalte, Comics, Serien auch gab. Was haben wir uns denn da reingepfiffen? Und trotzdem lernen wir ja immer im Zuge unserer Zeit, in diesem Abschnitt, in dem wir groß werden, auch uns selber so kennenzulernen, dass wir irgendwann wahrnehmen, was tut uns gut und was tut uns nicht gut. Und ich glaube, auch Kinder entwickeln ganz moderne Kompetenzen, an die Erwachsene gar nicht rankommen. Also wenn man immer so generationsübergreifend so weitergehen würde. Ich weiß nicht, was passiert bei den Kindern, ob die vielleicht auch mittlerweile schon so eine schnelle Dynamik auch haben, die Dinge zu übersetzen, für sich. Also die sind so viel, vielleicht auch viel schneller schon auch als wir in ganz vielen Dingen. speaker-0: Also die wissen über sehr viele Dinge Bescheid. Also die sind ja total technikaffin meistens, die wachsen ja damit auf. Was ich so ein bisschen, ja, es liefen auch damals Sachen im Fernseher. Was so ein bisschen das Problem ist dann schon bei diesen Klassenchats, ist, dass die da zum Teil Dinge sehen, die sie eigentlich nicht sehen wollen. Also das ist so bisschen das Beispiel dieser riesen WhatsApp-Gruppe, wo dann ein 10-Jähriger mir erzählt, er hat das erste Mal Nacktbilder gesehen und er konnte dann nachts nicht schlafen. Deswegen, und das ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Und das hat er gesehen, obwohl er es nicht sehen wollte, weil er irgendwie da hinzugefügt wurde, weil er irgendwie einmal drauf geguckt hat. Und das hat mich natürlich dann schon nachdenklich auch gemacht, ja auch, ja zum Teil echt krass gewaltsame Sachen da geteilt werden. Ein Mädchen hat uns auch erzählt, abgehackte Körperteile und so und sie wollte dann auch wirklich selber aus dem Chat raus, weil sie das ganz schlimm fand. Und da ist dann schon so bisschen dieses Ding, wo sind Kinder auch ausgeliefert? Und dann vielleicht auch in so einer Starre und teilen die sich dann jemanden mit, ja oder nein. Das ist dann natürlich schon so ein Ding, wo ich glaube, da weiß ich nicht, ob 10-, 11-, 12-Jährige sowas sehen sollten. Und es ist einfach so im Internet sind schlimme Sachen, im Umlauf schlimme Videos und so. Da sind wir ja noch mal gar nicht mehr mit reingegangen, wo kommt das eigentlich her? Wo haben die das eigentlich her? Wo ist eigentlich der Ursprung dessen? Weil das hätte den Rahmen gesprengt. Aber das war schon so bisschen was, wo ich sage, Ja, auch dieses, wie kommunizieren wir miteinander, das muss man Schulen lernen, aber wie schütze ich denn mein Kind vor sowas? Aber da gibt es halt einfach Abstufungen, speaker-1: Ich glaube, es ist so ein bisschen ein Brandbeschleuniger, den wir eigentlich erleben. Denn während du erzählst das und während du erzählst das, ist mir eine Sache durch den Kopf gegangen. Ich stimme euch in allem zu. Und gleichzeitig hatten wir früher, ich will die Webseite nicht sagen, weil ich nicht weiß, ob sie noch online ist und dann irgendwann da drauf geht. Aber gab Webseiten, früher, da hat man auch sehr... schlimme Dinge sich angucken können. dann gab es auch wieder Leute, da von Fotos gemacht haben. die haben mit der die waren im Internet auf dieser Seite haben sie abfotografiert und dann mitgebracht bei uns in die Schule, wo man sich auch gesagt hat, ich zum Beispiel kann das gar nicht. Ich muss mich davon wissen. kann keine Filme gucken, die in Horror Richtung gehen. Ich habe dann ganz sensiblen Kopf. Es ist eine Katastrophe. Also wir alle drei an diesem Tisch können da offensichtlich ein Lied von singen. Und das wurde mir auch ungefragt untergejubelt. Teilweise. Dann war man auf einer Party. speaker-0: Ich bisschen speaker-1: so 14 Jahre, 13 Jahre, hat dann Übernachtungs gemacht und plötzlich ging der Horrorfilm an. Genau, richtig. Und das einzige war dann sich auf dem Klo verstecken. dann sind wir eigentlich wieder das Klo verstecken, ist eigentlich das Geh aus der WhatsApp-Gruppe raus. Und deswegen glaube ich, ein Stück weit, was wir sehen dürfen als Gesellschaft ist, das gab es schon oft. die Tendenzen sind halt speaker-0: Und du kamst nicht. speaker-1: immer leichter zugänglich geworden. Und ich glaube, da haben wir irgendwann nicht hingeguckt als Gesellschaft. Jetzt müssen wir hingucken. Und deswegen ist ja die Frage Verbot oder Medienkompetenz auch nochmal ein Punkt, auf den ich kurz zu sprechen kommen möchte, weil mich interessieren würde, was hast du da so erlebt in den Gesprächen? Ich war da ja auch in einer Fernsehsendung eingeladen, darüber zu debattieren. Silke Müller stand zu dem Zeitpunkt auf der anderen Seite, für das Verbot. Ich war eher für Medienkompetenz. Wir haben uns dann aber am Ende getroffen und sozusagen gesagt, wir wollen eigentlich dasselbe. Und wir haben auch eine Umfrage gemacht. Christine, kannst du mal mit Händen zeigen? Weißt du, wie viele Tausende Leute daran mitgemacht haben? krieg's nicht mehr hin. 3000 Leute haben die ausgefüllt, haben die selbst gemacht und da war die Frage an Eltern, Schulen und so, wollt ihr ein Handyverbot? Weil ich wollte in die Sendung gehen mit ein bisschen Futter. Und es war wirklich 50-50. Es hat sich komplett, bisschen vielleicht unsere Gesellschaft, aufgespalten. Die einen sagen, es muss ein Verbot geben, sonst kommen wir nicht mehr weiter und die andere hat gesagt, Verbot ist das Schlimmste, was es gibt. Wie hast du das erlebt? speaker-0: Genau so 50-50 eigentlich. von den Experten, die wir jetzt im Film hatten, hat sich jetzt keiner explizit für ein Handyverbot ausgesprochen. Ich glaube der Cyberkriminologe, Professor Rüdiger, war da noch so am explizitsten, weil er, also dass er sagt, schon bis zu einem gewissen Alter würde er eigentlich sagen, bitte gar kein Handy. Er war da schon sehr dezidiert, aber auch einfach, weil er glaube ich schon sehr viele schlimme Sachen auch gesehen hat. Das glaube ich. Und sich halt auch sehr über diese Risiken bewusst ist, der macht halt auch viel zu so der pornografischen Material und so. Aber sonst auch, wir hatten ja Bob Blumer auch drin, der ist ja Bildungsexperte, da auch sehr, firm und der meinte, irgendwann müssen die sich ja ⁓ damit auseinandersetzen. Also dann besser dieses ranführen, begleiten. Und auch bei den Eltern, es gibt natürlich Eltern, die sagen, ich geb meinem Kind erst ab 13 Handy. Die sind aber schon echt strong, man sagen, weil das muss man auch erst mal durchkriegen bei seinem Kind und die Kinder sind meistens nicht so glücklich darüber. Und zum Beispiel die Mutter, die ich jetzt mit im Film hatte, die sagt, sie bewundert Eltern, die ein Handyverbot bei ihrem Kind durchdrücken bis zu einem gewissen Alter. Also ihr Kind hat dann ja zu fünften Klasse eins bekommen. Sie ist aber der Meinung, dass ein Verbot das auch nur aufschiebt und eher ... geholfen ist, wenn man wirklich mit seinem Kind im intensiven Austausch darüber ist. Weil Verbote, hat sie gesagt, machen ja Sachen auch wieder interessant. Und ich bin da auch sehr hin und her gerissen. Also ich bin da ja total erwartungsoffen daran gegangen. Ja, daher kann ich nur sagen, ist meine Erfahrung auch, dass es diese zwei Lager gibt. Und selbst wenn eine Schule auch zum Beispiel sagt, haben Handyverbot, ja, dann machen die Kinder das halt in der Freizeit. speaker-2: In der Umfrage haben wir die Jugendlichen in Berlin getroffen und da hat uns ein Jugendlicher erzählt, meine Eltern haben das mit mir so gelöst, die haben mir die Frage gestellt, Handy oder Hund? Ich durfte dann entscheiden und ich habe mich für den Hund entschieden und dann habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen und irgendwann war ich dann 14 und dann habe ich auch ein Handy bekommen und mir geht es gut. Das fand ich total super, das Handy oder Hund, weiß nicht, ich mich das, wollen wir uns das trauen? speaker-1: Ja, uns ist es ja tatsächlich bei der Großen, meine Große zum Beispiel, ⁓ vielleicht auch den Kontext einmal reinzubringen, die hat recht früh ein Handy bekommen. Wir haben im Vorgespräch, hast du unsere Geschichte gehört, Trennungskontext, mittlerweile Patchwork-Konstrukt. Und natürlich wollte meine Große, die wollte Kontakt zu mir halten können oder zur Mama, immer in der Woche, wo sie nicht bei uns ist. Und sie wollte das nicht nur können, wenn sie von jemandem etwas bekommen. sondern das kann ich auch verstehen. Also ich muss erst wieder jemand ansprechen, ⁓ Kontakt zu meinem Papa oder zu meiner Mama haben zu können. Und dann haben wir mit so schweren Herzens- oder so geteilten Gefühlen gesagt, naja gut, dann ist das jetzt der Weg und dann mussten wir das auch alles so eng einstellen und so streng einstellen, dass das funktionierte und deswegen... Und das hast du, glaube ich, vorhin irgendwann gesagt, Jana, man kann nicht komplett pauschalisieren. Es gibt nicht so, es ist immer falsch. Es gibt aber auch nicht, es gibt immer richtig. Aber gerade in dem Bereich, und da würde ich auch gerne noch mal rein, von dem Professor Rüdiger, weil das ist ja ein Bereich, ja, Mobbing, das ist nicht gut. Punkt. Da müssen wir reagieren. Wenn ich mich ausgeschlossen fühle, das ist nicht gut. Wenn wir aber über den Bereich kinderpornografische Inhalte reden, dann reden wir schon noch mal über etwas anderes. Das muss man ganz klar sagen. Was ist da für dich wirklich... Also gab es etwas, wo du gesagt hast, boah, das hätte ich so nicht erwartet, dass das in der Menge vorkommt. Also kannst du uns so ein bisschen in die Erkenntnisse von diesem Prof. Rüdiger mit reinnehmen. speaker-0: Ja, genau. Also er ist ja Cyberkriminologe und beschäftigt sich oder hat auch Studien schon gemacht zu eben diesem sogenannten kinderpornografischen Material. Man nennt das ja jetzt eher sexuelle Gewalt an Kindern. Ich glaube, das ist der korrekte Begriff. Aber egal, genau. Er hat es selber auch sogenannt, sogenanntes kinderpornografisches Material. Und das Ergebnis seiner Studie war, dass jeder zweite tatfertig inzwischen Kind oder Jugendlicher ist. weil Delikten, die irgendwie aufkommen, weil die halt sich gegenseitig fotografieren oder von der, weiß ich nicht, die 14-jährige postet dann ein Foto von ihrem 13-jährigen Ex-Freund, keine Ahnung, was es da für Konstellationen gibt oder man fotografiert sich in der Umkleidekabine gegenseitig. Ja, und das ist ja schon echt viel. Und auch in unserer Recherche ist es uns ja aufgekommen. Ich habe ja auch mit einer Mutter von drei Kindern gesprochen, wo der Sohn dann auch so etwas irgendwann auf dem Handy hatte und bei denen stand auch die Polizei vor der Tür, einfach nur weil er es zugeschickt bekommen hatte. Und ihm war das auch unangenehm, das seiner Mutter zu sagen, weil das ist ja auch schon so ein Kontext wieder. Du, da hab ich ein Foto von einer nackten Mitschülerin auf dem Handy. will man ja vielleicht nicht mit seiner Mutter besprechen. Und da ist man halt wirklich in einem Bereich, wo es ja schon strafrechtlich wird. Will man das als Familie, dass die ganze Nachbarschaft mitbekommt, aber übrigens die Polizei. Und oft denken sich die Kinder nix dabei, aber das ist dann auch wieder mangelnde Aufklärung, mangelndes Wissen, fehlendes Wissen. Und das fand ich schon krass, dass eigentlich die Hälfte der tatverdächtigen Kinder und Jugendliche sind in dem Bereich. speaker-1: Und dann hat sich auch juristisch ein bisschen was verschoben von damals, wo ich gesagt habe, da hat jemand mal ein Bild mitgenommen, das hat er abfotografiert, ausgedruckt, nicht gedruckt, sondern entwickeln lassen, hieß es früher noch. Versus ich kriege es geschickt. Also ich bin einfach nur in diesem Chat, ich kriege es geschickt, aber ich habe es dann ja auf meinem Datenspeicher. Und auf einmal verändert sich etwas. Und das muss man ja auch verstehen. Das eine ist, ich habe es gesehen, was ja schon sehr unangenehm ist. Und das andere ist, aber ich habe es in meinem System. Und im schlimmsten Fall komme ich in eine strafrechtliche Konsequenz. Einfach nur, weil ich in diesem Chat war. Und das lässt ja wieder diese große Frage offen. Verstehen wir alle? Würde ich jeden mit einem ziehen? Vom Pädagogen über Eltern, über die Kinder? Verstehen wir wirklich die Konsequenzen dessen, was da passiert? Und können wir das überblicken und wie können wir her darüber werden? Das ist immer wieder diese große Frage. speaker-2: Und wie können wir auch die richtigen Lösungsansätze definieren? Weil das habt ihr in der Recherche ja auch beleuchten wollen. Ihr habt gesagt, wenn wir nicht nur die negativen Seiten so aufführen, sondern wir wollen auch darüber sprechen, welche Lösungsansätze gibt es? Was kann man machen? Wie kann man sich von Plattformen wegentwickeln hin zu anderen Plattformen, wo vielleicht der Inhalt auch nochmal anders bewertet wird? Was dürfen jugendliche Kinder heutzutage alles sehen? Was dürfen sie nicht sehen? Wo muss man klare Grenzen setzen? Wo muss man keine Grenzen setzen? Welche Lösungsansätze habt ihr im Zuge der Recherche für euch gefunden? speaker-0: Also ich fand ganz spannend, wir haben ja uns angeguckt, gibt ja diese Präventionsprogramme an Schulen, also das muss halt jede Schule für sich alleine gestalten. Das kann man jetzt auch diskutieren, ob das gut ist oder nicht, ob es da irgendwie so ein externes Curriculum bräuchte, aber auf jeden Fall waren wir jetzt an zwei Schulen, die da das Thema auf dem Schirm haben und irgendwie eine Vertrauenslehrerin, die man noch ansprechen kann dazu, wo jeder weiß, wenn da was ist, kann ich zu der hingehen, wo es halt dieses so Handy-Trainings gibt. An der einen Schule macht das eine Lehrkraft, an der anderen Schule machen das ältere Mitschüler, die sind dann so Medienscouts, wo einfach über all diese Risiken auch aufgeklärt wird, inklusive auch eben Nacktbilder und mögliche strafrechtliche Konsequenzen. Und was ich auch ganz cool fand und wo ich wirklich glaube, dass das auch einen Effekt hat, diese Schule in Hattingen arbeitet jetzt mit Also im Staatsanwalt und im Richter zusammen, die werden jetzt eingeladen. Einfach weil das nochmal mehr Eindruck macht. Wenn ein Richter den Kindern erzählt, hört mal, wenn ihr das und das postet, dann steht vielleicht die Polizei bei euch vor der Tür, wollt ihr das? Weil wir haben ja gemerkt bei diesem Jungen, der selber diese rechtsradikalen Sticker gepostet hat, bei ihm hat das ja zu einem 180 Grad Umdenken geführt, nachdem die Polizei bei ihm vor der Tür stand und er gemerkt hat, ⁓ Das ist ja nicht witzig, was ich da gemacht hab, sondern das könnte theoretisch strafrechtliche Konsequenzen haben. Es hat ihn reifen lassen. Und er sagt auch in seinem gesamten Umfeld ist das nie wieder passiert, weil er allen davon erzählt hat und alle abgeschreckt waren. Also scheinbar ist so ein Ding wie Polizei kommt an die Schule, es gibt auch eine Juristin, macht so Seminare, Online-Seminare für Schulen. Ich glaube, das nennt sich Law for School. Ich glaube schon, diese Komponente damit mit reinzubringen, dieser ... Abschreckung hilft auch, weil die dann wach werden, merken, das ist ja keine Petitesse. speaker-1: Die Welt muss in die Schule, das ist so bisschen wieder was da für mich mit einhergeht. Das hatte Silke Müller hier in dem Podcast gesagt. Wir sagen das letztendlich auch schon seit Jahren, denn ich glaube, ... Es ist gut, wenn wir sagen, die Schulen müssen geschult werden. Das ist super, nur die haben ja nun schon auch echt eine Menge zu tun. Und die haben ja auch noch so ein eigenes Curriculum, sie durchbringen müssen und die sollen ja auch lehren. Und deswegen glaube ich, wirklich der Zusammenschluss aus Leuten draußen, der Wirtschaft, sei es die Juristin oder der Jurist, der sagt, ich bin bereit, einfach mal in so eine Schule zu gehen. Die sind allerdings dann wieder häufig nicht geschult didaktisch Kinder zu begleiten und wirklich Inhalte zu vermitteln. Weswegen, und das ist ja so bisschen auch unser Bereich, deswegen glaube ich macht es Sinn, dass sich die Gewerke treffen. Die Schulen brauchen Weiterbildung, ganz klar, damit intern Vertrauenslehrer etc. besser geschult sind. Es brauchen Leute, die extrem gut darin sind, Kindern... Inhalte wie Lebenskompetenzen zu vermitteln, die dann aber auch noch mit Polizei, mit Juristen, mit Menschen draußen aus der Wirtschaft zusammenkommen und dann kommt das Leben in die Schule. Ich glaube nur so kann es funktionieren, weil dann ist einmal das System entlastet, weil wenn wir dem System, also den Leuten im System, den Lehrkräften immer nur sagen, ja das müsst ihr auch noch, ach so, Klassen, Rassismus haben wir ja auch noch, okay, müsst ihr auch lösen. ⁓ Armut, ja das macht er auch noch. Mobbing, das kriegt ihr auch noch hin. Und dann irgendwann geben wir denen alle Probleme der Gesellschaft und sagen, so, Leistungsniveau und Bildungsstand sollte auch noch halten. Das wird nicht funktionieren. Deswegen glaube ich, muss interdisziplinär zusammengearbeitet werden. Und das ist etwas, wo ich glaube, dass wir dann wieder von politischer Seite einfach unbürokratischeren Zugang zu Geldern brauchen. Weil die externen Leute, die können ja nicht einfach so kommen. Und das heißt, ich finde, da ist auch wieder die Politik ein Stück weit gefragt. vielleicht gar nicht mehr Gelder freizumachen, sondern die Gelder, die da sind, und da haben wir ja genügend Fördergelder, zu entbürokratisieren. speaker-0: Ich sag mal so, am Schluss, also ich hab ja mit einigen Experten gesprochen, ich selber, ich versuche immer, ich sag, ich hör mir das an, wir sind ja auch öffentlich-rechtliches Fernsehen, aber ich fand halt spannend, dass wirklich alle unsere Experten gesagt haben, es braucht mehr. Und es braucht dieses Interdisziplinäre, also das hat ein Bob Blume gesagt, das hat mir eine Schulgewerkschafterin gesagt von der Gewerkschaft... Erziehung und Wissenschaft, die auch sagte, wir brauchen eigentlich mehr Schulsozialarbeiter, wir brauchen Psychologen. Das hat mir eben dieser Schulleiter aus Hattingen gesagt, der jetzt sich wirklich externe mit reinholt, weil er merkt, einmal Handytraining und zwei Wochen später haben die alles wieder vergessen. Man braucht ein bisschen mehr was, Eindruck schindelt. Und wir haben ja auch am Schluss die Bundesbildungsministerin mit unserer Recherche konfrontiert, die im Endeffekt nur gesagt hat, ja, reicht vielleicht nicht über ein Social Media Verbot zu debattieren. Man muss vielleicht jetzt auch mal auf solche Messenger-Dienste gucken. Wobei, ist uns daran gelegen, dass du irgendeine KI-Mitgliedst, weiß ich jetzt auch nicht. Am Schluss ist Bildung, Bildung ist ja auch Ländersache, das ist ja auch komplex in Deutschland. Aber ich glaube nicht, dass irgendeine Schule sich beschweren würde, wenn sie da zu Input bekommen würde, weil unser Fazit ist, jede Schule hat dieses Problem. Und es sind immer Eltern dabei, die überfordert sind davon und auch nicht vielleicht die Fähigkeiten haben sich da zu bilden, wo dann doch wieder die Schule auffangen muss. Und ich glaube, es gäbe keine Schule, sagt, finde ich jetzt doof, dass es hier Präventionsprogramme gibt. speaker-1: Da bin ich mir auch hundertprozentig sicher. speaker-2: Die Oma hat das Internet ausgemacht. Wir brauchen jemanden, den Stecker einmal kürzt. speaker-0: Das hat Janine Michaelsen ja gesagt im Interview. Die Schauspielerin und Moderatorin, meinte eigentlich müssten wir das Internet noch mal einmal ausschalten, noch mal anschalten und noch mal von vorne besser machen. Weil es ist halt uns ein bisschen davon galoppiert. speaker-2: Und jetzt möchte ich an dieser Stelle eine Geschichte teilen. Mein Sohn ist sieben Jahre alt und hatte einen Abend bei uns. Wir leben im Patchwork-Konstrukt. Die Kinder sind eine Woche bei den anderen Eltern. Er durfte alleine rüberkommen, weil er hat sich viel Mama-Zeit gesucht. Heutzutage geht man mehr in die Videothek und holt sich eine Videokassette, sondern man sucht sich einen Film aus. Er wollte unbedingt einen 15-minütigen Kurzfilm gucken. Das waren so Tierchen, die haben getanzt zu Michael Jackson's Thriller. Und den fand er total beeindruckend. Also die Elefanten haben da getanzt und haben Thriller gedancen und jetzt will ich mal losgucken. Und habe ich gesagt, okay, ich nehme dich jetzt an die Hand, wie sowas aussieht, wenn man jetzt anfängt zu suchen. Interessiert dich Michael Jackson? Ja. Guck mal, heutzutage schaut man hier rein, dann sucht man sich da so durch. Und dann sind wir irgendwann auf einer Plattform gelandet, wo man auch Videos gucken kann. Jeder kennt sie. Und da hat er Michael Jackson ein Thriller eingegeben. ich habe ihm gesagt, bist du dir sicher, dass du das gucken möchtest? Weil das ist ein erster Film als Videofilm. Und der war für mich damals schon wirklich. Er sagt, ich will das gucken unbedingt. Der hat das geguckt. Ich glaube, nach 35 Sekunden war das Nervensystem wirklich Schock, Starre, wo du richtig gemerkt hast, ⁓ Gott, dann hing er drin. Dann habe ich gesagt, Du musst jetzt ausmachen. Wenn dir das nicht gefällt, mach es jetzt aus. Mach das weg, mach das weg, mach das weg. Und das war ein Wagnis, als Mama auch, das auszuprobieren, aber auch eine Form von Sensibilisierung, weil ich jetzt mit ihm damit arbeiten kann. Ich kann jedes Mal, wenn dieser Song jetzt läuft, ist es für ihn so, ist ein Video dabei, mach das weg, ich will das nicht sehen. Also er läuft wirklich weg von diesen Bildern, weil er für sich etwas da gesehen hat, was er noch nicht sehen wollte. Es ist jetzt erst mal Bestand da, mit ihm darüber zu sprechen, weil ich jetzt sagen kann, das ist das Internet. Spatzi, das passiert da. Und das geht so schnell. Du hast es erlebt mit mir zusammen. Ich habe dich gefragt, möchtest du? Du hast drauf geklickt. Und wenn man das irgendwann nicht mehr steuern kann, weil das die ganze Zeit kommt, dann ist das meine Verantwortung, dich zu schützen und ob er da jemals drüber hinwegkommt. speaker-0: Also ich hab ja ein Jumanji Trauma auf meiner Kälte. speaker-1: Ich glaube, wir alle haben. Mein Trauma ist tatsächlich entweder Poltergeist, ich glaube, es ist Poltergeist. Da war ich auch viel zu früh. war bei meinem Freund, ich weiß es noch, die Eltern waren weg, sind essen gegangen. Er kam auf die Idee, er war da ein bisschen anders konstituiert als ich von seinem Charakter. Er war der Meinung, man könnte diese Videokassette jetzt mal anmachen. Und ich saß da, wie eigentlich das Kind, was in dem Film auch vorm Fernseher ist. dachte, was gucke ich hier? Dann wir meine Mama angerufen, die kamen dann vorbei. Die Eltern haben gefragt, was machen Sie denn, Frau Dudek? Also, wilde Nummer. ja, das gab es irgendwie auch da dann schon immer. Und das Spannende ist ja aber, was ich auch rausarbeiten möchte noch mal, was du gemacht hast, und man muss jetzt nicht der gleichen Meinung sein, dass man das auf diese Weise macht. ist ja streitbar. Aber was nicht streitbar ist, ist, dass man Kinder da ranführen muss. Man muss sie dafür sensibilisieren, mit einem Klick, da steht vielleicht manchmal, verpasse dieses Video nicht und du denkst, boah das ist was voll tolles und in der ersten Sekunde siehst du was, was du nicht mehr aus dem Kopf kriegst. Jeder Link in einer Gruppe kann etwas wie ein trojanisches Pferd beinhalten, was du nicht haben willst. speaker-2: Eine ganz spannende Sache, die ich jetzt gerade im Zuge des Gesprächs nämlich für mich auch feststelle, ist, es gibt ja auch heute noch, es gibt ja viele Menschen in meinem Umfeld, können sich alles angucken. Das stört die überhaupt nicht. Meine Tochter ist auch so, die kann alles gucken, das stört die nicht. Andere stört es total, aber gibt es auch da zwischen eine gewisse Resilienzfähigkeit von, ich habe zehn Sachen gesehen, die haben mich nicht gestört, oder ich habe das eine Nacktbild gesehen und das war für mich viel zu viel. Und wenn das dann aber eintrifft, so wie bei Daniel mit dem Päutergeist oder bei dir mit Jumanji, dass man für sich weiß, das habe ich einmal gesehen, das will ich nicht nochmal gucken, dann ist das ja auch gesund. Dann ist ja nur die Frage, wie kann ich Abstand dazu gewinnen und wie kann ich wirklich da auch dann erkennen, ich kann jetzt aus dieser aus dem Klassenchat rausgehen, weil da kann es mir immer wieder passieren und wer differenziert mit mir, was ist wichtig und was ist nicht wichtig, weil ich ja trotzdem noch die Hausaufgaben mitkriegen muss oder weil ich ja trotzdem noch dabei bleiben möchte, wenn es irgendwie ⁓ die nächste Geburtstagsfeier geht. Und das finde ich ist so paradox und schwierig für die Kinder dazwischen eine Entscheidung treffen zu können. Und das braucht so viel Begleitungszeit. braucht so viel so, ich kann dir die Hilfe anbieten. Ich möchte auch nicht alles sehen als Elternteil, weil es ja auch euer Raum. wenn, wer fängt es auf? Es ist wirklich ja. speaker-0: Aber da schließt sich der Kreis wieder ein bisschen, finde ich, weil ich denke jetzt auch gerade wieder an die Kinder in Hattingen, die dann unfreiwillig in dieser Riesengruppe gelandet sind, weil sie einfach hinzugefügt wurden. Und ich saß mit denen einfach zusammen, wir saßen auch auf Sitzsäcken und wir haben darüber gesprochen und die haben mir wirklich erzählt, also die hatten solche Augen, als sie mir das erzählt haben, meinten halt auch, das war im Sekundentakt, sind da die Nachrichten reingeprasselt, das Handy ist heiß geworden, das hat nur noch gebrummt, dann diese schlimmen Inhalte und ... Alle und die waren 10, 11 haben mir gesagt, wir wollten nur raus. Also der Impuls war, ich will da raus, das ist komisch. Dann hat sich ja auch ein Schüler der Vertrauenslehrerin der Schule anvertraut, so kam das ja raus. Einige haben, glaube ich, aber auch mit ihren Eltern gesprochen, auch der Junge, mir sagte, er hat zum ersten Mal ein Nacktbild gesehen, wo ich auch meinte, hast du dann, du hast bestimmt mit deinen Eltern gesprochen. Ja, ja, genau, wir haben dann die Einstellung geändert. Das fand ich dann wieder gut irgendwie, also das... Ja, dass die Kinder dann auch so bisschen auf sich selber aufpassen und keiner von denen saß dann und meinte, cool ein Nacktbild. Alle sagten, das war total eklig, das war total schlimm, ich wollte da nur noch raus. Alle haben das gesagt und da zeigt sich ja mir, die Kinder hatten ja offenbar auch ein Gespür, da ist eine Grenze überschritten worden. Das ist nicht gut für mich. speaker-2: Ist da denn auch die Frage im Raum, welche Form von Nacktbild das war? Weil ich habe jetzt gerade an mein erstes Nacktbild gedacht, das war aus der Bravo. speaker-1: sagen. speaker-0: Vielen speaker-2: Ich wollte auch weg, ich wollte es auch hinzumachen. Für mich war es auch so, will es... Aber es musste doch immer wieder nochmal aufgeklappt werden. Man hat immer wieder nochmal geguckt, wo ist eigentlich was und was gehört eigentlich da. Und das waren ja auch... Da habe ich mich immer gefragt, wie kommt man dazu, sich mit diesem Selbstauslöser in diese Bravo zu stellen? Ich stelle mich zur Verfügung, dass mich andere so angucken können. Und irgendwann kommt man ja in Berührung mit dem ersten... Nacktbild und da ist ja auch wieder die Bilder, die man sieht, da steckt ja auch nochmal ein ganz großer Raum dazwischen von was ist das für eine Form von Bild und was ist vielleicht auch dazwischen noch sogar auch eine gewisse gesunde Orientierung zu, ja, du hast einen nackten gesehen und jetzt können wir mal darüber sprechen, weil es ja auch genau diese Altersklasse von fünfte, sechste Klasse, wo es losgeht, was hatte der, wie sah der aus? Würdest du das noch mal sehen wollen? Geht es dir vielleicht deswegen nicht aus dem Kopf, weil man doch suchen will, wo war was, wo gehörte welches Körperteil hin? Und das ist ja auch nochmal, wie, damit will ich nur sagen, wie oft haben wir schon diesen Skandal im Kopf, dass ist was Verstörendes passiert, obwohl dazwischen auch noch eine ganz normale Phase von Sexualisierung und auch das stattfindet, was wir früher mit der Bravo gemacht haben. Und ich habe mich übrigens auch mal fotografiert mit meiner Freundin und dann mussten wir das Foto entwickeln und dann war dieses Wer hat das Foto in der Hand? Und wer gibt es wem weiter? Genau so eine Gefahr, zu denen Zeit, also nicht so, dass es so viel wird, aber es war auch so dieses, ich schenke dir das Vertrauen, dass du dieses Foto bekommst und das ist jetzt bei dir und wenn du das weiter gibst, dann sind wir keine Freunde mehr so. Und da hatte man ja noch ganz viel, ich guck dir in die Augen, ich gebe dir ein Material in die Hand und wenn man es wieder haben wollte, dann hat man es auch wieder zurückbekommen und das gibt es ja alles gar nicht mehr. speaker-0: Also in dem Fall, was jetzt diese Gruppe angeht, kann ich dir nicht sagen, was das für ein Nacktbild war, also was man da gesehen hat. Weil die halt natürlich alles, also die haben die Gruppen alle gelöscht. Und die Polizei hat das, also hat sich ja wirklich Polizei und Staatsschutz eingeschaltet. Wegen der rechtsradikalen Inhalte auch Staatsschutz. Und ja, ⁓ dann auch nochmal zurückzuführen, wer quasi da was gepostet hat. waren ja irgendwie tausend Kinder in der Gruppe oder man weiß nicht, ob es nur Kinder waren. Deshalb weiß ich nicht, was das war. Was ich nur weiß ist, wir haben uns ja auch Originalchats schicken lassen. sehr sensibel, wir haben auch mit unserem Justiziariat das ganz genau besprochen. Wir haben auch gesagt, schickt uns aber bitte keine Szenen sexualisierter Gewalt, Material, was als kinderpornografisch gelten kann, weil dann würden wir uns ja... Wir dürfen das ja auch nicht besitzen. Deshalb sowas haben wir alles nicht bekommen. Aber wir haben zum auch so einen Sticker, also man kann sich ja so Sticker rumschicken, auch bekommen irgendwie von... Das war schon ein nackter Mann, wo man sagt, war schon... Ja, irgendwas eher... Eklige Szene sag ich mal, nicht einfach nur ein Körper, wie man den vielleicht in der Sauna rumlaufen sieht oder so, was wo man schon denkt, ja das ist jetzt irgendwie weird. Also wir haben das dann auch im Film gezeigt, aber verpixelt und so, dann man so bisschen so ein Gefühl dafür bekommen, was wir jetzt unter verstörende Bilder meinen. Da waren natürlich auch rassistische Sachen dabei und so. oft dann fertigen die Sticker an von Klassenkameraden, passiert ja auch. Oder jetzt gibt's ja auch KI. kann man ja auch Sachen erstellen, wir wissen. Deepfakes etc. Ja, deshalb da ist ja auch der Raum sehr breit, wovon man da sprechen kann. speaker-1: Ich würde gerne einmal, bevor wir so in die Abschlussrunde kommen, so ein bisschen probieren einmal zu ordnen, was wir gehört haben. Also wir haben einmal gehört, ja, es gab früher schon so Dinge und die sind heute nochmal anders. Und sie sind häufig unkontrollierbarer. Ich finde, das ist so bisschen das Fazit. Ja, man konnte auch davon dann nochmal einen Abzug machen von dem Bild. Auch ich erinnere mich daran, dass es mir auch passiert. Ich war mal auf einer Klassenfahrt, da war ich schon älter, 18, 19 war in der Ausbildung. Wir haben ein bisschen zu viel gefeiert, sprich, nüchtern waren wir nicht mehr. Ich bin eingeschlafen, wurde die Hose runtergezogen, ich wurde fotografiert und das Bild ging dann durch die Jugendherberge. Das gab es auch früher ein Stück weit, das ist nicht cool. Das ist genauso Verletzung des Persönlichkeitsrechts wie heute. Nur irgendwie wusste ich, wenn ich nach Hause fahre dann macht das vielleicht ein bisschen die Runde dieses Bild. Aber das wird wahrscheinlich verschwinden. Und das wird mich wahrscheinlich nicht mehr treffen über irgendeinen WhatsApp Chat, dem ich bin. Unkontrolliert. Unkontrolliert, das ist es. Wir müssen verstehen. speaker-0: Heute werden diese Bilder weitergeleitet. speaker-1: Und da wissen wir immer nicht, was für Neigung haben die dann noch. Und das heißt, haben, finde ich, recht, immer wenn wir sagen, es war früher auch schon da, aber der Brandbeschleuniger, der ist einfach anders geworden und die Intensität, weswegen es so wichtig ist, dass sich da auch juristisch mit beschäftigt wird. Ich habe mir die ganze Zeit die Frage gestellt und die passt zu der Geschichte, die ich noch erzählen möchte, weil sie wirklich... noch mal eine Ebene aufmacht, nämlich die Sicht der Kinder. Und dann würde ich das auch gerne noch mal nachfragen, was du für dich als Fazit von den Kindern mitnimmst. Was ich einmal für die Eltern, die hier zuhören, rausarbeiten möchte, was glaube ich sehr wichtig ist, wenn wir unsere Kinder stärken wollen, auch mit solchen Situationen umzugehen, ist, dass sie Vertrauen zu uns haben. Und das entsteht eben nicht erst, wenn mein Kind im Chat etwas hat. sondern das entsteht vorher. Wie gehe ich mit den Gefühlen meines Kindes ⁓ Das ist mir einmal wichtig zu sagen, weil häufig neigen wir manchmal als Eltern dazu, so Gefühle abzusprechen, gerade von unseren jugendlichen Kindern. Dann kommen dann so Labels darüber wie Art das Puppertier und wie auch immer. Und die Kinder fühlen sich null ernst genommen in dieser Phase. Warum sollte ein Kind, was sich nicht ernst genommen fühlt, äußern in einer beschämenderen Situation? Deswegen möchte ich einmal noch rausstellen, Dass die Prävention hiervon was wir besprechen, beginnt eigentlich in den entspannten Momenten des Zuhauses, wo unsere Kinder einfach sie selbst sein dürfen, Individuen sein dürfen, sich zeigen dürfen, ihre Gefühle haben dürfen, ihre Macken haben dürfen und einfach wissen, ich kann zu Mama und Papa kommen und ich krieg nicht sofort einen Stempel und ich nicht... Es wird nicht bagatellisiert. Ich werde nicht verurteilt. Ich finde, das ist mir nochmal ganz wichtig, dass das rauskommt. Weil außerhalb des Systems Schule können wir zu Hause vor allem den sicheren Hafen bilden. Und den erleben Kinder häufig nicht. Und dann kommt die Geschichte. Es geht ⁓ eine andere App. Es geht ⁓ Snapchat. Hat nichts mit dem Klassenchat zu tun. Aber wir haben, ich hatte so eine krasse Erkenntnis, ich glaube du auch, mit unseren beiden Großen. Meine Tochter wollte Snapchat, das habe ich an anderer Stelle schon mal erzählt. Das hat sie aus gewissen Gründen dann nicht bekommen. So weil die Einstellungen, die wir machen wollten, wie du es auch gesagt hast bei WhatsApp, die haben nicht gegriffen. Es war in meiner Welt, nachdem wir die Kindersicherung eingestellt haben, nicht kindersicher. Dann habe ich irgendwann aber gemerkt, die wollen immer noch. diese App haben und dann irgendwann haben wir gefragt, warum und dann war immer dasselbe. Ja, können wir uns so tolle Filter drüber legen und ich sag Leute, das ist nicht das Thema. Das könnt ihr auch mit anderen Apps. Dafür braucht ihr nicht Snapchat. Was ist das Thema? Bis wir dahin kamen und jetzt kommt, was sie uns gesagt haben. Ihr Erwachsene, ihr versteht es einfach nicht. Und ich so und Jana denken so, aber wir sind schon so die Erwachsenen, die euch ja nicht verstehen. sind cool. Ihr versteht uns einfach nicht. Ich sag ja, dann müsst ihr es besser erklären. Und die Erklärung war, wenn wir jetzt Leute treffen in der echten Welt, dann fragt man heute nicht mehr, kann ich deine Nummer haben? Man fragt, kann ich deinen Snap haben? Was ist dein Snap? Und dann hab ich gesagt, also mir fiel das so wie Schuppen vor den Augen. Die haben eine andere Kultur. Wir haben die Kultur, was ist deine Nummer? So, hey, ich mag dich, kann ich deine Nummer haben? Das ist nicht mehr die Frage. Die Frage ist, kann ich deinen Snap haben? Hast du keinen Snap, hast du keinen Kontakt zu den Menschen, die du vielleicht auch in der echten Welt cool findest? Die Lösung für uns war dann, dass wir mit unseren beiden großen Mädels klar geredet haben, wie man das kommunikativ lösen kann und wie man damit umgehen kann und dass man das auch umdrehen könnte. Also mit einem lockeren Spruch, wenn es jetzt ⁓ Jungen zum Beispiel geht, habe ich gesagt, also meiner Tochter gesagt, pass auf, dann sag doch einfach so was wie ... Sag mal, kannst du dir keine sieben Ziffern in Folge merken? Mach es locker, zeig ihm, dass du dich davon nicht beeindrucken lässt, du keinen Snap hast. Du kannst trotzdem in der Rolle bleiben, dass du die Coole bist. Aber das ist Kommunikation. Nur daran merkt man, was in den Köpfen der Kinder manchmal abgeht, was wir als Erwachsenen nicht sofort verstehen. Und was hast du, als du mit den Kindern geredet hast, wie hast du die wahrgenommen? Was sind so wirklich so Also wenn wir mal so ein Plädoyer für die Kinder noch mal reinbauen könnten, das fände ich ganz toll in diesem Podcast, weil ich finde, die sind so Superhelden und Superheldinnen da draußen und werden manchmal ganz falsch verstanden. Wie hast du die erlebt? speaker-0: war ganz begeistert von denen. Ich fand die ganz toll. Ich hab gemerkt, da passiert so viel in diesen Köpfen. Die machen sich schon Gedanken. Klar sind die irgendwie noch wild und ... auch manchmal ein bisschen out of control vielleicht. Gerade wenn man die halt ... Ich mein, auch diese Klasse, da ist auch nicht immer alles mit schönem Klassenchat. Wo die halt untereinander sind, ist das halt. Aber die sind sich schon darüber im Klaren. Ich glaube, Kinder wollen ernst genommen werden. Und die wollen, dass man die versteht. Und ich glaube, was bei Kindern echt gut ankommt, ist erst mal eine echte Neugierde. ein, erklär mir das mal bitte. Was genau ist daran faszinierend für dich? Warum willst du da drin sein? So war es eigentlich schon für mich. Ich hab ja mal einen Film gemacht, hab ich eben schon erwähnt, über Computerspielsucht bei Kindern und Jugendlichen. Und da war ich auch bei einer Familie, die hatten auch einen Sohn, der war so zwölf, glaube ich, und der war süchtig. Der musste dann wirklich in Therapie und der war süchtig nach so Handyspiel, Brawl Stars hieß das. Und der sagte eben auch, was das Problem für ihn war, seine Eltern haben nicht verstanden, was für ihn das Faszinierende daran ist. Und allein auch vielleicht dann mal wirklich bei einem Computerspiel mit dem Kind zusammenzuspielen. Also klar, er sucht es noch mal eine andere Geschichte, da gibt es ja aber noch Zwischentöne und so. Was genau ist das Tolle daran, sich darauf einzulassen, nicht zu verurteilen, sondern erstmal wirklich Fragen zu stellen? Und Kinder haben auch, glaube ich, Ängste und auch Sachen, wo sie eigentlich gerne vielleicht mit ihrer Mama oder ihrem Papa drüber sprechen würden. Wenn dieser Raum aber auch da ist, ist das auch klar, du bist hier sicher und ich beurteile dich eben nicht. Vielleicht finde ich auch nicht alles so toll, aber du kannst mir das erzählen, ich bin ein Safe Space für dich. Weil die Kinder waren wirklich alle sehr, toll und ich fand das wahnsinnig bereichert mit ihnen zu sprechen. Fand die ganz stark auch, dass sie das erzählt haben. Das muss man sich auch erst mal trauen, das zu erzählen. Vor laufender Kamera. speaker-1: voll auf Neue. speaker-2: Die Lösungsstrategien an der Hand zu haben, weil wenn wir die Kinder draußen trainieren, dann üben wir mit den Kindern auch, wie können sie mit Beleidigungen umgehen in der echten Welt? Wie können sie das für sich verstehen, nicht an ihr Herz heranzulassen, dass der Glaube an sich selbst der wichtigste ist, dass ich gut bin, so wie ich bin? Und ich glaube, das kann man auf den digitalen Raum übertragen, weil wenn du etwas liest wie, du bist eine doofe Kuh und du weißt für dich selber, ich muss einmal kurz innehalten, nachdenken, bin ich eine blöde Kuh? Nein, gut, hat halt wieder irgendjemand was geschrieben, wer das jetzt denken will, soll das denken. Aber der Raum von echten Menschen bleibt, glaube ich, immer der gleiche. Also du hast immer die gleiche Anzahl an echten, menschlichen Beziehungen. Und ich finde, mit dem, was du gerade noch gesagt hast, Daniel, mit den zwei großen Mädels, die wir da durchbegleitet haben, dieses üben und trainieren Nein zu sagen, ist eine unglaublich wichtige Kompetenz für die Kinder. Weil in dem Moment sich selber zu erlauben, zu sagen Nein, ich habe das nicht. und dann das zurückzugeben, aber hast du eine Nummer oder hast du einen Stift? Und derjenige sagt nein. Und dann ist man plötzlich wieder gleichgestellt in diesem Gespräch. Du fällst nicht ab, sondern hast du Snap? Nein. Und dann fühlen sie sich schlecht. Das haben sie uns so offen und ehrlich mitgeteilt. Wenn wir dann sagen, wir haben das nicht, dann fühlen wir uns nicht dazugehörig, dann fühlen wir uns ausgegrenzt. Und dann wie spiegelt du jetzt die Frage zurück und das braucht. Übung, Training, das ist wirklich ein richtiges Feld, wo man für sich sagen kann, das dürfen Kinder lernen zu trainieren. Sie dürfen lernen, Nein zu sagen zu diesen Endgeräten, zu diesem Medium, weil sie wissen, es tut mir nicht gut. Aber die Stärke, erst mal zu entwickeln, ist durchzuhalten und es auch zu schaffen und sich dann auch hinterher gut zu fühlen damit, dass sie sich selber geschützt haben. Das finde ich ist super wichtig. Und deswegen gibt es Trainerinnen und Trainer da draußen, die das Ganze auch mit stärken. speaker-1: Du hast viele Chats gesehen, das würde mich noch interessieren, die Abschlussfrage kommt. Ihr habt wahrscheinlich aber nur negative Chats geschickt bekommen, oder gab es da auch Chats, ihr gedacht habt, da passiert ja auch Positives? speaker-0: Wir haben tatsächlich keine positive, weil wir explizit nach den Negativen gefragt haben. Deshalb haben wir halt die geschickt bekommen. Unsere Umfrage hat ja gezeigt, 60 Prozent, die in Klassenchat sind, sagen, der Klassenchat hat ihnen schon mal geholfen, Problem zu lösen. Also scheinen da ja auch ab und zu mal sinnvolle Dinge zu passieren. Ja, kann nur sagen, auch von dem, mir jetzt die Mutter erzählt hat aus dem Ruhrgebiet, deren Sohn dann ja auch irgendwann, der hat übrigens an Freiwillig den Chat verlassen, irgendwann nach vielen Gesprächen. Ich weiß nicht, ob das jetzt immer noch so ist oder ob er inzwischen wieder zurückgekehrt ist. Genau. Die meinte, das war wirklich, also sie hat sich das angeguckt, die meinte, das war wirklich jetzt nur Nonsens, was da reingeteilt wurde. Aber es waren auch Fünf- und Sechsklässler. speaker-1: Das ist, glaube ich, eine große Aufgabe ist es auch weiterhin für uns als Eltern und alle, jetzt hier zuhören oder das Ganze sehen, zu erkennen, es gibt ganz viel Negatives da draußen, das ist so. Und gleichzeitig können diese Chats auch helfen, weil sie manchmal unterstützen. Und da diese Gradwanderung hinzubekommen, ist, glaube ich, unglaublich schwierig, was für mich wieder zu der Abschlussproante führt. Wir müssen eben austauschen mit der jungen Generation bleiben. Das ist das, was zählt. Wir müssen ihnen zuhören und sie müssen das Vertrauen haben, uns alles sagen zu können, nicht dafür bewertet zu werden, sondern dass man gemeinsam an Lösungen mit ihnen arbeitet. Ich finde es herausragend, dass diese Doku so rausgekommen ist, da mich das Thema ja beschäftigt und ich ja auch in dieser Branche unterwegs bin. Ich habe so viele sozusagen Nachrichten mit dieser Doku bekommen, so hey guck mal hier Daniel und wurde da teilweise drunter markiert. Das zeigt, dass es auch einfach nochmal einen Fokus auf ein Thema gelegt habe, wo es nötig ist, dass Fokus drauf gelegt wurde. vielen Dank, dass du heute hier bist, dass wir nochmal darüber gesprochen haben. Gibt es irgendetwas? Und dann machen wir die Abschlussfrage, wo du sagst, das wurde heute noch nicht adressiert in diesem Gespräch. Das wäre dir aber wichtig, dass es nochmal adressiert werden würde. speaker-0: Ich glaube, es gibt schon viele Leute, die echt das Thema auf dem Schirm haben und irgendwie ihr Bestes geben, damit man nicht alles nur auch schlecht darstellt. Und ich glaube, es ist einfach wichtig, dass wir als Gesellschaft einfach auch nicht die Augen davor verschließen. Das ist, ich, der wichtige erste Schritt. speaker-1: Willst du die Abschlussfrage oder ich? speaker-2: Heute machst du mal. speaker-1: Okay, bitte beende aus deiner Sicht als Autorin nach deiner Recherche bitte folgenden Satz Erwachsene müssten verstehen das speaker-0: Kinder per se gute Absichten haben, gute Menschen sind und einfach weil das man ihnen auf Augenhöhe begegnet und zusammen glaube ich kann man am Schluss noch was Gutes draus machen. speaker-1: Vielen Dank für das Gespräch. speaker-0: Ich danke euch. Es sehr viel Spaß gemacht. speaker-2: Vielen, Dank. speaker-1: Dir hat das Video gefallen und du merkst, dass Kinderstärken etwas wertvolles ist? Dann schau doch mal auf starkfuerkinder.de vorbei. Dort findest du Anbieterinnen und Anbieter, die Kinder stärken. Im Bereich Konfliktlösung, Bereich Mobbingprävention, im Bereich Selbstbeobachtung, im Bereich soziale Kompetenzen, im Bereich Lebenskompetenzen. Bereit für alles, was das Leben deinem Kind bietet. 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