E113 Beteiligungsgesellschaft mbH: Mit KI beginnt ein neues Zeitalter. Mann, das habe ich schon wirklich oft gehört. Dieser Satz klingt einerseits wie ein Versprechen, aber gleichzeitig auch ein bisschen wie eine Warnung. Spannend wird es vor allem in dem Moment, wo Menschen diesen Satz das erste Mal wirklich begreifen, wo sie zum ersten Mal begreifen, das hier ist größer als einfach nur ein neues Tool. Die Reaktionen auf diesen Aha-Moment sind sehr unterschiedlich. Mein heutiger Gast erlebt genau diese Momente und zwar immer und immer wieder. Christian arbeitet mit Menschen, die zum ersten Mal merken, dass KI in Zukunft oft bessere Antworten hat als sie selbst. Mich interessiert, was dieser Moment mit Ihnen macht. Christian, schön, dass du da bist. Danke für die Einladung. Christian, mit wie vielen Menschen hast du schon in Workshops und Vorträgen gearbeitet und ihnen KI beigebracht? Ach, die kann ich nicht mehr zählen, aber es waren Tausende, das ziemlich sicher. Tausende. Und in welchem Kontext kommen die zu dir? Teilweise auch Veranstaltungen, wo sie sich Impulse abholen, den ein oder anderen Insight, Tipp und Trick. Überwiegend aber wirklich in gebuchten Seminaren-Workshops, die variieren zwischen einigen Stunden bis hin zu mehrere Wochen, wo ich dann wirklich Unternehmen oder auch über Akademien teilnehmende begleite von ich habe da mal ein bisschen rumgespielt bis hin zu ich weiß genau, wofür ich was im AI-Bereich für meinen Job oder für mich benutzen kann. Das heißt, zum Teil kommen die Leute von alleine zu dir oder suchen sich diese Schulungen aus. ⁓ Unternehmen auch geschickt oder Unternehmen holen dich. Was ist typischerweise der Anlass, warum Unternehmen dich zu diesem Thema überhaupt holen? Fear of missing out, ganz kurz. irgendwie alle wissen, ja KI kann man ja keinen Bogen mehr drum machen. Ganz oft, durchaus auch von der Unternehmensspitze, dass sie sagen, naja, wir haben, merken auf einmal, kriegen beim Golfspielen mit, dass der eine Kollege sagt, du AI Act, wir müssen da schulen, habt ihr das schon? Also so die klassischen informellen Netzwerke, etwas, was bisher so als, wir gucken mal, wie wir damit umgehen, auf einmal so viel Aufmerksamkeit bekommt, dass auch Unternehmen Spitzen entscheiden. Wir sollten das mal professioneller angehen als einfach nur auf uns zukommen lassen. Ist es aus deiner Sicht die richtige Motivation von Unternehmen dich zu holen? Also ich finde es gut, wenn Unternehmen sich dem Thema professionell nähern. Also ich finde es schlecht, man, was mir oft begegnet, die Unternehmensspitze keinen Nutzen sieht und sagt, naja, ihr könnt aber mal machen. Das finde ich nicht den richtigen Weg. Ich finde es gut, wenn es überhaupt platziert wird, Thema, also das Top-Down oder Bottom-Up, entschieden wird, wir sollten KI einsatzprofessionell betrachten für unser Geschäftsmodell, aber auch für jeden Einzelnen. ⁓ So und dann sitzt du also in den Schulungen, die gehen wie lange? Sehr unterschiedlich. sind teilweise Blöcke von anderthalb Stunden über mehrere Wochen verteilt, dann eher so themenspezifisch, prompten lernen, Bilder machen lernen, etc. pp. Bis hin zu manchmal aber auch ganze Tage in Folge. ⁓ Und die Leute, die zu dir kommen in diesen Schulungen, die kommen mit sehr unterschiedlichen Leveln an Erfahrung wahrscheinlich schon. Sehr heterogen, ja. Von prompt noch nie gehört bis hin zu ich baue mir N8N Workflows und die sitzen aber zusammen in einer Runde. Das ist im Augenblick so ziemlich Standard. Okay, und was erlebst du dann in diesen Workshops, wenn du also dann wahrscheinlich erstmal die Grundlagen von AI zeigst? Was passiert da mit den Menschen? Also mir ist eine Sache im Sinn, die konnte ich gar nicht verstehen, aber ich erzähl sie mal, wie sie passieren kann, weil ich zutiefst schon in AI drin bin. war ein Teilnehmer, der hat Prompttechniken gelernt und so zwei, drei ganz einfache, wie baue ich einen Prompt auf, was kommt da so rein, gut und schlecht. Und dann sollten alle eine Übung durchführen. Der sagte sehr offen im Raum, ich habe überhaupt keine Ahnung, was ich die KI fragen soll. Also der hatte überhaupt keinen Ansatz und wusste überhaupt nicht. irgendein Hebel, wo er beginnen konnte. Und das finde ich ein ganz schönes Beispiel, dass also noch nicht mal dafür vorherrscht. ⁓ Also die Fantasie fehlt komplett, wie man das nutzen kann, bis hin zu Menschen, die übersprudeln mit Gedanken und schon sich im Prinzip den virtuellen Assistenten wünschen per Fingerschnipp, der alles über einen weiß und ab morgen irgendwie alle arbeiten, ohne sie ihm einzubreifen für einen übernimmt. Also die Schere ist sehr, unterschiedlich von, ja, keine Ahnung, wie ich anfange, bis hin zu auch Vorstellungen, die ein bisschen zu hoch geschossen sind oder zu weit gezielt sind. die Geschichte weiter mit demjenigen, der nicht wusste, was er schreiben sollte. Im Prinzip haben die Kollegen berichtet, was sie jetzt so eingeben, schreibt mir mal ein Newslettertext oder unser Meeting dauert immer zu lange, wir kriegen was pünktlich hin. Und das hat für ihn im Prinzip überhaupt mal den Kopf aufgemacht, nachzudenken, ach, ich kann das wirklich etwas fragen. Also der war irritiert und hat es für so eine Art komplexere Art von Google gehalten und sagt, ja, ich muss jetzt aber nichts kaufen und hat verstanden, dass man also auch wirklich ganz persönliche Fragen gar nicht mal nach der Lösung sucht, muss, sondern dass er über Probleme sprechen kann. Und das war eigentlich so der Klick, wo er sagte, ach, ich kann also so und so das Ding benutzen. Das heißt, der Klick war, dass seine Kollegen ihm geholfen haben und ihm gezeigt haben, was sie ... Genau. Dass er gesehen hat, was Herr Mayer und Frau Müller so eingeben und hat dann gesagt, ach, ihr gebt da ein, das ist ein Problem, hilf mir. So hat er es halt gar nicht verstanden. Er dachte, ich muss jetzt eine schlaue Google-Suche eingeben, in der Richtung, halt irgendein Produkt suchen. Und wie hat er auf die Antwort reagiert von der KI? Er war überrascht und hat gesagt, jetzt verstehe ich, warum das alle so toll finden. Okay, das heißt, Begeisterung war das erste Gefühl, was dort ausgelöst wurde. Ist das das bestimmende Gefühl, was du siehst in der Reaktion auf deine KI-Einführung? Begeisterung, ja. Ich würde noch ein anderes Wort, Respekt, volle Bewunderung. Also ein bisschen Respekt, ⁓ auch zu sagen, wow. Also dann dämmert schon so bisschen vor, was bedeutet das denn, dass das so viel so schnell so einfach auf einmal geht. Und das sind so die beiden Schwingungen. Warum Respekt? Wovor? Vor der unglaublichen Geschwindigkeit, mit der AI einige Sachen auch in einer sehr hohen Qualität tun kann. Davor Respekt und dann dem Weiterdenken, was bedeutet das für die Zukunft, für Jobs, für mich. Und denken die Leute in deinen Schulungen da schon ein bisschen weiter, was das für sie bedeutet? Der Großteil ja nicht. Der Großteil sagt, joho, tolles Werkzeug, lass uns spielen, ich will es ausprobieren. Es gibt durchaus die, die von vornherein schon sagen, ich traue dem nicht. Und im Augenblick zu vielen Fällen ja auch noch nicht ganz unberechtigt, dass viele Use-Cases, die dann hochgelobt werden, wenn man mal wirklich lange unter die Motorhaube guckt, ja doch auch so ganz ohne Menschen dann nicht funktionieren. ja, durchaus. Also es gibt auch die kritischen, aber das ist definitiv eher der kleinste Teil oder der kleinere Teil. Der größte Teil ist begeistert meistens. Absolut. ⁓ sich das, je nachdem, ob du das Führungskräften zeigst oder Mitarbeitenden in der Linie? Ja, ich würde schon sagen, also den Mitarbeitenden in der Linie, die sagen eher, also Beispielbuchhaltung ist so ein Ding, wo ich jetzt schon mehrfach von Leuten gehört habe, ja, das macht ja eigentlich genau das, was ich so tagtäglich tue. Durchaus da noch mit, dann hätte ich ein bisschen mehr Zeit und dann könnte ich mich auf Dinge konzentrieren, die wichtig sind, Prognosen machen und Sachen, die das vielleicht noch nicht so mit dem Fingerschnipp kann. Aber da ist, glaube ich, dieses Sorgehaben im Augenblick schneller greifbar als bei Führungspersonen. eher hinsichtlich zwar toll, aber jetzt muss ich auch noch Führung mit KI machen und versuchen dann so das Cherrypicking zu machen, sagen, super Konfliktgespräch, kann es mir vorbereiten, da habe ich ⁓ nie Bock drauf. Aber dass sowas dann vielleicht auch mal Führungsaufgaben ergänzen kann, wird dann nicht so schnell gesehen wie der Buchhalter, sagt, ja meine Excel-Tabelle, ich von A nach B böse gesagt, vereinfacht gesagt kopiere. Das kann bald die KI per Knopfdruck machen. Also sprich, long story short, Unterschied ist, von den Arbeiten auf der Linie wird eher schneller eine Sorge, schwingt auch eine Sorge mit, als bei den also gehen wir nochmal ganz kurz zurück zu der Person, die also jetzt der Buchhalter, jetzt das kann ⁓ unter Umständen sehr, viel von meiner Arbeit übernehmen. Siehst du solche Leute, die tatsächlich auch besorgt sind in deiner Schule? Kannst dich an ein Beispiel erinnern, wo du so jemanden gesehen hast, der wirklich besorgt war auch und weniger begeistert? Bisher, also wirklich in den Seminaren tatsächlich nicht. Ich erinnere mich auch an eine ältere Dame. Ich kam dort an einem Unternehmen an, oder ging zum Empfang. Da stand die Dame, die dann nachher in meinem Workshop war, mit einer Kollegin, sagte, gleich dieser scheiß KI-Workshop. Da habe ich ja gar keinen Bock drauf. Und ich nur, hallo, ich bin der, der den scheiß KI-Workshop hält. Und wir mussten lachen. Und ja, sie hat das dann auch in der Begrüßungsrunde erklärt. ⁓ Sie einen komischen Film gesehen, wo sich ein Mensch hat digitalisieren lassen, der sehr schwer krank war. Und das hat sie halt persönlich sehr mitgenommen und hat gesagt, wie grausam ist denn bitte das? Ich weiß, mein Ehepartner stirbt und der hat sich irgendwie, ja, synthetisieren lassen, sein Brain, seine Antworten in Large-Language-Modell eintrainiert, damit die Hinterblieben später noch ihn Sachen fragen könnten, ⁓ zu gucken, wie wird er reagieren, wenn er noch da war. Das war so bisschen ihre Story. Persönlich kam dann noch hinzu, dass sie sagt, Mensch, ich hab noch vier Berufsjahre also wäre ich... ⁓ wäre ich jetzt 20, hätte ich Angst, aber ich habe keine Angst und ich sehe das alles als Quatsch. Also eher so eine Reaktanz oder eher so ein, das ist dummes Zeug, für mir bringt es ⁓ nichts mehr. Das ist etwas, was ich durchaus oft erlebe bei Leuten, in ihrem Job, in ihrer Karrierephase dann doch eher so im letzten Drittel oder Viertel sind. Die sagen, ich gucke mir das mal an, aber Die haben kein inneres Feuer, zu benutzen. Im privaten Umfeld habe ich einfach einige Menschen, die Sachen machen, wo KI jetzt schon massiv hilft. Lektorat, Korrektorat und ähnliches. Die haben schon Sorgen, muss ich sagen. Das sind also weniger Teilnehmende. Da hatte ich vielleicht einfach auch Glück, dass die Auftraggeber immer in Bereichen waren, wo die Arbeits-Workload zu hoch war und KI erstmal Freiräume schafft. Aber Thema Contentproduktion und eben auch meine Alltagentur hat sowas ja auch gemacht. Du hast über die Dame gesprochen, die dich angesprochen hat, im letzten Karriere-Drittel Was verlieren Unternehmen dadurch, dass diese Leute mit dieser Haltung in deine Schulung gehen? Ich möchte vielleicht mit dem Ergebnis anfangen. Diese Dame hat mir eine Woche später geschrieben, dass sie sich einen kleinen Assistenten Custom GPT gebaut hat und der hat jetzt gar nicht mal was für einen Job gemacht, sondern ihr Privatkochrezept irgendwas für Wochenenden vorgeschlagen und die war voll aufbegeistert und sagte, hey noch mal sorry, dass unser erster Aufschlag so doof war, sie haben mich echt angesteckt. Ich will also sagen, dass diese Dame auch mit all ihren Kompetenzen und Firmen wissen, was sie natürlich hat. Wenn sie weiß, wie sie ihren Wert einer Firma zusammen mit KI für die Firma auch in die Zukunft bringen das ist, glaube ich, das, was verloren geht. Also sprich, wenn von zehn Leuten zwei mit einer totalen interessierten, muss mich gar nicht mehr interessieren, Haltung reingehen, dann sehen die ja auch nicht die Potenziale sowohl für sich selbst, indem sie privat mit KI was machen, als auch ⁓ Vielleicht auch Herzblutzprojekte, sie hat vielleicht eine Wissensdatenbank aufgebaut und sagt, naja, wenn ich mal weg bin, dann keine Ahnung, dann veraltet die oder dann pflegt sie keiner mehr. Also auch so bisschen diese Spuren hinterlassen können. Das glaube ich, ist ein Thema. Wie können Unternehmen so eine Haltung knacken? Du hast das ja bei dieser alten Dame dann geschafft, tatsächlich die Haltung irgendwie zu knacken und sie zu interessieren. Wie können Unternehmen das strategisch mit diesen Mitarbeitenden tun, die mit dieser Haltung in diese Workshops gehen? Einladen auszuprobieren. Also meine Erfahrung ist wirklich, dass das selber machen ein Riesenunterschied ist, als nur davon hören. Also wenn ich selber auf einmal merke, das ist ja Wahnsinn, das kann ich auch. Das finde ich sehr wichtig, also die theoretische Ebene und das darüber reden, verlassen und zu sagen, dem Raum geben jedem nach eigenem Interesse auch mal Möglichkeiten, wenn es dann halt erstmal das private Spielen ist. ⁓ einen Werkraum zu geben, ⁓ das Werkzeug auszuprobieren. Also ich glaube nur theoretisch reden, ihr müsst keine Angst haben, das ist relativ witzlos. Ihr müsst keine Angst haben, was, wovor haben die Leute Angst, oder sagen wir auch nochmal anders formuliert, was hält denn die Leute im letzten Karriere-Drittel eigentlich davon ab, sich mit dem Thema detailliert auseinanderzusetzen? Vielleicht ein bisschen Bequemlichkeit auch. Haben wir schon immer so gemacht. jetzt die letzten x Jahre, drei, vier, fünf, sechs Jahre muss ich mich nicht mehr aufs Neue beweisen, muss nicht mehr jedem Hype mitgehen. Also so wie das Internet gehypt wurde und so wie es Menschen auch an Autobahnen gab, die Mautgeld entgegengenommen haben. So geht das heute über Funkchips. Ich glaube, die sagen, naja, die Welle trägt mich jetzt noch die zwei, drei Jahre und ich sperre mich zwar davor, auch was da reinzugucken, aber so dieser innere Antrieb, wirklich jetzt selber aus Surfboard zu steigen und der Welle zu reiten, der ist vielleicht auch einfach aus der Lebenserfahrung schon genug Hypes mitgemacht, gegebenenfalls. Begegnet die diese Haltung in allen Unternehmen gleichermaßen? Sehr unterschiedlich, nee, kann ich nicht so erkennen. gut, meine Auftraggeber sind super unterschiedlich von kleinen agilen Einheiten mit zweistelligen kleineren Mitarbeitendenzahlen bis hin zu wirklich Großkonzernen, die da natürlich mit Betriebsrat und auch Regulierungen und ganz, andere Rahmenbedingungen haben, ⁓ sich dem Thema zu nähern. Was unterscheidet die Unternehmen, in denen du mehr Begeisterung und mehr Energien im Thema erlebst, denen in denen du weniger erlebst. Ist das die Größe? Nicht unbedingt. glaube, Größe ist schon auch ein Faktor, der einfach vorsichtiger sein lässt und eben dieses Ausprobieren weniger fördern lässt. Einfach auf Sorge, dass dann was ausprobiert wird, wofür das Unternehmen haftbar gemacht wird. Das ist etwas, was ich erlebe. Und dennoch aber auch Kultur und Mindset, also wie die Firma lebt und atmet. Und da sind natürlich Firmen, die, ich nenne es mal so, ein bisschen angestaubte Patina noch mit sich schleppen, einfach weniger schnell ein Positives Feuer, Begeisterung zu entfachen, als jetzt Firmen, die sowieso schon zukunftsgerichtet mit modernen Methoden mehr als immer nur 9 to 5 Job fordern. du hast gerade gesagt, was Unternehmen fordern, ist das was, ein Unternehmen fordern muss? Oder was macht dieses, ich formuliere es mal anders, was macht dieses Angestaubtsein aus in Unternehmen? Was ist das? Das kann sein, also alles wo es in Richtung Behörden geht, erlebe ich als sehr, sehr, sehr anstrengend. Aber jetzt habe ich auch vorher abseits vom KI-Kontext, auch im Digitalisierungskontext oder in überhaupt, ja, Beweglichkeit, Anpassungsfragen immer anstrengend empfunden, sagen wir so. Ja, hast recht. Fordern ist das richtige Wort. Ein Unternehmen macht den Acker. Ein Unternehmen bereitet den Acker und sorgt für einen guten Nährboden. Und wenn der Acker nur mal platt getrampelt ist, dann ist es sicherlich Ayeraufgabe des Unternehmens. Aber eben es gibt einfach auch behördliche, staatliche, rechtliche Konstruktionen, die so diesen den Acker zu beflügen, es einfach schwieriger machen. ⁓ ganz pragmatisch. ich habe das jetzt in unterschiedlichen Kontexten gehört. Da ist ein Betriebsrat, da gibt es Rechte, die bei technischen Dingen eine Mitwirkung verlangen. eben jetzt kommt da ein Vibecoder, der sagt, du, in einer Woche ziehe ich dir mal eben ganz agil irgendwas total Krasses in einem IT Projekt durch, was sonst ein Jahr gedauert hätte. Dann ist da aber formell mal der Betriebsrat, der sagt, ja nächste Sitzung ist in zwei Monaten und zwei Monate später ist dann eine Entscheidungsvorlage, die schon wieder nicht mehr up to date ist. jetzt mal ein bisschen pikant formuliert. So wird das dann von Monat zu Monat verschleppt und damit ist natürlich auch direkt, ich sag mal, der Zunder, damit ein Feuer anfängt zu brennen, eigentlich der fehlt. Da ist vielleicht der initiale Funke und dann liegen aber die dicken Baumstämme, die kriegen wir ⁓ nicht zum Brennen. Die sind so dick, das dauert alles viel zu lange, können wir das gleich lassen. Und das sind glaube ich so die Rahmenbedingungen, wo man auch sagt, abseits von einem Mindset, wobei gefühlt geht das schon oft mit einher. Also hart reguliert oder mit vielen Regulatorien. umsehene, gerade sehr große Unternehmen sich da bisschen schwerer tun oder? Ich höre dieses Mindset-Thema höre ich super oft. Wir glauben, ich glaube als Unternehmer, ich bin ja selber Unternehmer auch, wir haben ein ganz tolles Mindset bei uns und wir sind total innovativ und die Leute dürfen mutig sein bei uns. versuche aber trotzdem noch mal zu verstehen für viele da draußen, die vielleicht dieses Mindset nicht in ihrem Unternehmen zu 100 Prozent sehen, was ist der Schlüssel dazu zu ändern? Du hast gerade ganz oft das Thema Regulatorik angesprochen, sollten Unternehmen auf Regulatorik verzichten bei der Einführung von AI? Ich glaube Verständnis machen ist das Ding und zu sagen die Regeln, für die Vergangenheit gehalten, die müssen angepasst werden. Also das muss flexibler, schneller, dynamischer werden. Dass man also sagt, ich muss jetzt nicht mehr zwei Monate warten und das ist nicht immer mit dem Fingerschnipp getan, aber eben dann muss halt erstmal einmal der Acker richtig durchgewühlt werden. Dann arbeitet man ein halbes Jahr oder ein Jahr, ⁓ Rahmenbedingungen zu verändern. Und ich glaube, das funktioniert nur mit Verständnis, dass man alle mitnimmt. Und auch jemand, sagt, ein Betriebsrat, der auf Rechte porren könnte, der kann ja genauso sagen, wir gehen den Weg mit. Also der Spielraum ist ja auch da und also gemeinsam diesen Weg gehen und ja auch eben diese Regulatorien. nicht nur darauf zu beharren zu sagen, ist jetzt so, wir können nichts tun, sondern einfach auch mal den Kopf aufmachen zu sagen, naja, also das sind ja Regeln, die sind eigentlich dazu da, wenn man sich nicht mehr versteht, dass man sich dann darauf berufen kann und sagt, lass uns doch mal unsere Spielwiese ein bisschen offener gestalten, gemeinsam. Also Risiken eingehen vielleicht auch. Mutiger sein, genau. Mutiger sein. Ja, mehr Mut erlauben und auch mehr Mut zulassen auf allen Ebenen. Was verhindert Mut aus deiner Sicht momentan in den Unternehmen? Weil vielen fällt es schwer, diesen Schritt, den ja alle Berater da draußen immer predigen, zu gehen. Was verhindert diesen Mut? Einfach zum Betriebsrat zu gehen und zu sagen, komm lass uns mal zum ISO-verantwortlichen CISO zu gehen und zu sagen, lass uns mal kurz ein bisschen auf diese Vorgaben verzichten und wir führen mal dieses US-amerikanische Tool eben ein und probieren das mal aus. zum Teil glaube ich auch einfach nicht tief genug drin, warum sich dieser Mehraufwand lohnen sollte. noch immer so bisschen dieses Mitschwingen, naja, das ist ja doch ein neues Spielzeug und weniger als das ist ein mächtiges Werkzeug. vielleicht noch das Abtun als Spielerei, die vielleicht nicht mehr weggehen wird, aber die eben noch nicht ein mächtiges Tool ist, die ja auch zwischen Unternehmenszukunft massiv oder auf die Unternehmenszukunft massiven Einfluss nehmen kann. Also ich glaube, die das noch nicht erkennen an jetzt sollten wir handeln. Also das Tool ist schon da. So dieses, es gibt KI, das sollte jetzt eigentlich überall angekommen sein. Ist es gefühlt, noch nicht. gerade so die Führungskräfte sagen, na ja, privat habe ich das mal probiert oder meine Kinder oder meine Enkel oder sonstige spielen damit rum. Aber das habe ich auch schon oft gehört, dass gerade so die Silberrücken da noch gar nicht tief genug drin sind. Die hören vielleicht meine Inspirin, Keynote oder sehen irgendwo was. und sagen wow, abgefahren, was die im Silicon Valley machen oder was. Telekom und IBM da so hin zaubern, erkennen, aber das ist eine andere Flughöhe für die und bringen das noch nicht so mit der eigenen Unternehmensrealität zusammen. So ist mein persönlicher Eindruck schon hier und da mal entstanden. Hast du solche Silberrücken schon gesehen in der Entschulung? Silberrücken, in diesem Fall waren es einige, ja, tatsächlich. Okay, ähnderst du dich an einen konkret? Ja. Was war das für ein Unternehmen? Also du brauchst nicht den Namen zu nennen, sondern was ist das für eine Größenordnung, in der wir uns hier bewegen? ist das für eine Branche? Mindestens zwischen 1500 bis 2000 Mitarbeitenden. Okay, solche großen Unternehmen. Und du wirst dir versucht haben, diese Silberrückhinnen zu überzeugen. Ja. Wie hast du das gemacht und ist es dir gelungen? Ich durfte auch viel lernen. Bekannte Thematiken kommen nicht von ungefähr, dass ich lernen musste, wie viel Recht und Vorgaben und Compliance-Richtlinien da auch sind, die für ein Unternehmen so einer Größe einfach das Spielfeld weniger flexibel gestalten wie für eine 10-Mann-Agentur, die Creatives baut. ist klar. Ich muss sagen, ich habe auch unterschätzt, eng oder wie kurz diese Leinen zum Teil sind und ich muss sagen, konnten mich zum Teil von ihrer ⁓ von ihrer Sorge. Sie konnten Verständnis für ihre Sorgen bei mir erzeugen. konnte im Gegenzug aber auch Verständnis für das Feuer, was ich bei diesem Thema nur mal intrinsisch habe, weil mich hat es angesteckt. Ich bin hochauf begeistert von dem, was möglich ist und auch in Zukunft möglich sein wird. Also wir haben beide voneinander gelernt, will ich mal sagen. Also ein Konsens hat sich ergeben. Mir war klar, dass so dieses, kleine Einheiten machen mit dem Fingerschnitten und morgen kann alle was total Freakiges mal anwenden und das Unternehmen bringt es jetzt auf gleich nach vorne, dass das in gewissen Kontexten so einfach nun nicht ist. Und andersrum, große Schiff, so will ich mal sagen, hat gelernt, naja, aber ganz versperren können wir uns dem Ding nicht. Wenn wir das komplett tun, nagt es dann doch am Fundament irgendwann mal. Jetzt hast mit dieser konkreten Person, mit der du gesprochen hast, hast du gesagt, du hast Verständnis, weil sie dir erklärt hat, wie kurz ihre Leine eigentlich ist, hast du gerade gesagt. Was müsste denn jetzt im Unternehmen passieren, damit diese Person das tut, was im Bezug auf KI vermutlich das Unternehmen erstmal nach vorne bringen würde. auf keinen Fall eine operative Schulung wie promptig besser, sondern wirklich eine visionäre eher Change-Management mit Kontext zu AI. auch mal auf einer Metaebene erklären, nicht nur, dass man mit einem prompten E-Mail toll beantworten kann, sondern dass Firmen, langfristig ihr Wissen in Siloes halten oder in Köpfen halten oder in internen Netzwerken halten, dass die es einfach auf einer sehr einfachen Ebene verglichen mit denjenigen, die sagen, wir haben vielleicht ein Echtzeit-Tool, was einem Lieferanten sagen kann, wo fehlt gerade was oder wo ist der Mitarbeiter, dem du was lieferst. Also wirklich ein Rug und ein Wissen, dynamisches Wissen, was eine KI verwaltet und Kontext basiert. nach seiner Aufgabe die wichtigen Informationen Echtzeit aktuell zuspielt. glaube jemandem, der mir das mal einfach erklärt, der wird sagen, welches Unternehmen überlebt zehn Jahre oder überlebt das andere. Alle werden einsehen, ... Dass Informationen teilen und Kontexte miteinander teilen, das ist nicht zu umschiffen, glaube ich. auf dieser Ebene gibt es nicht so viel. Also Anfragen oder ⁓ eben auch auf dem Markt und auch zugegeben ich selber tue, dann, guck mal, hier sind drei tolle Trips, denen du deine Prombs besser machst, und dann sagen alle super für die Reiseplanung, super für den Job, man es nicht benutzen, dann kommt der Betriebsrat oder dürfen wir nicht. Und dann ist das Thema damit abgehakt und wird gesagt, bringt uns noch nichts. Also das ist so bisschen die Schere zwischen AI nicht nur auf einer operativen Anpack-Ebene zu sehen, sondern auch mal wirklich auf einer, ja wie wir es nennen, visionären Informationstechnik, technologischen Ebene. Okay, aber hilft das bei der Leine, über die wir gerade gesprochen haben, der diese, ja, offensichtlich eine Führungsperson, von der du sprichst, in der Organisation, die ja vermutlich auch eine gewisse Macht haben wird in der Organisation, die aber trotzdem sagt, trotz meiner Macht, hänge ich an einer kurzen Leine. Jetzt macht man dieser Person klar, wie visionär bedeutend also dieser Wandel des KI-Zeitalters ist. Wozu führt das bei dieser Person? Ändert das was? Also in der idealen Welt überträgt diese Person, die nun mal ja auch Kapitän oder Kapitänin von einem großen Schiff ist, überführt das in was heißt das für meine Firma. Das heißt mit Führungsebene anfangen diese, mit Vision meine ich nicht irgendwie abgedrehten AI-Hype, sondern wirklich ganz solide zu sagen, wie kann ich Informationen in Echtzeit überhaupt sammeln. Also das ist auch viel Digitalisierung, die da immer noch hinterher hängt und also wirklich einen guten Plan mit den Führungskräften zu machen und auch ein Betriebsrat. alle Mitarbeitenden mitzunehmen auf diese Reise. Ich bleibe mal in deinem Bild. Du hast gerade von dieser Leine gesprochen. Ich möchte noch mal auf diese Leine zu sprechen kommen, weil es gibt ja nur zwei Möglichkeiten. Mit dieser Leine. Sauber AI einzuführen und jetzt visionär nach vorne zu gehen, siehst du ja, so habe ich dich verstanden, erstmal das Schwierige an. Das heißt, es gibt nur zwei Möglichkeiten. Diese Leine muss irgendwie weg oder länger. So, entweder diese Person befreit sich von der Leine oder jemand anders macht sie länger oder befreit die Frau von dieser Leine. Was ist der richtige Weg? Ja gut, also rein praktisch abkratten ist nicht immer möglich. Also zu sagen, da ist nun mal rechtlich was vorgeschrieben in Deutschland. Okay, die Leine sind rechtliche Rahmenbedingungen. Nicht nur Rahmenbedingungen in der Organisation, sondern auch rechtliche Rahmenbedingungen. Auch, genau. Und einfach auch Gesetze, sagen, bei gewissen Entscheidungen muss zum Beispiel ein Betriebsrat mit involviert werden. Also gewachsene Prozesse, die aber auch eine rechtliche Grundlage haben. Und ich glaube ... Man kann oder eine Führungskraft kann mit einem Verständnis die Leine selber langer machen oder sich mehr Raum verschaffen bei dem Thema. Das glaube ich. Also das einfach nur reinhacken. Das geht bei einer kleinen Unit vielleicht, aber bei so großen Tankern oder großen schweren Hunden, wenn wir jetzt mal bei der Leine bleiben, schwierig. Also die zu cutten. Okay, aber du plädierst dafür zu gucken, wie lang ist die Leine wirklich? Ja. Und kann ich es nicht länger machen? Kann ich nicht eben meiner Organisation, die jetzt mal Halter der Leine ist, sagen, du ein bisschen mehr Luft wär schon gut. Sonst kann ich die Firma nicht in eine erfolgreiche Zukunft führen. Und was ist mit den Schmerzen, die das verursacht, wenn man an der Leine zieht? Dann zieht es am Hals? Dann zieht es am Hals, genau. Das ist anstrengend. Das sind viele neue Aufgaben, wo man sagt, ach, tu ich mir das an. Lege aufmachen. Und was ist richtige Weg, damit umzugehen? Ja, ihr fragt es einen, natürlich AI-Feuer im Blut hat. Also angehen, Ärmel hochkrempeln, machen und sagen wow, die Chancen darin sehen. Ja, ich kann verstehen, je nach Lebensphase, einem das Feuer, wenn man jetzt sagt, ich hab nur ein Jahr bis zur Rente, dass man da sagt, gut, Schuh, den kleinen Schuh ziehe ich nicht mehr an oder den großen. Okay. ⁓ Du hast gerade von deinem vorher gesprochen, was du hast in Bezug auf AI. Gibt es auch andere Gefühle, die du in Bezug auf AI für die Zukunft hast? Auf jeden Fall Respekt und Feuer positiv. Respekt trägt auf jeden Fall auch Unsicherheit mit sich. Also ich habe Respekt, weil ich nicht einschätzen kann und mir auch nicht Zutraue einzuschätzen, ob ich den Leuten glauben soll, die sagen, in 20 Jahren werden wir von Computern dominiert oder meinem Kumpel, der mir sagt, sei mal entspannt. Also so sicher ist das nicht. Also auch da schwingt definitiv Respekt mit. Respekt vor etwas, Eine Entwicklung, die ich in aller Tiefe mir nicht anmaße, wirklich in die Zukunft prognostizieren zu können. Wie es ja auch wirklich Fachleute sich aktuell damit schwer tun zu sagen, kommt morgen die AGI ums Eck oder fehlt bis ans Ende der Menschheit der Supercomputer, der die überhaupt bedienen kann. Wie gehst du selber mit diesem Respekt oder dieser Unsicherheit, die du in Bezug auf die Zukunft hast, ⁓ Ich frage mich, was heißt es für meine Zukunft? Wo kann ich diese Unsicherheit, die ich jetzt mal mit Blick in die nächsten 10 oder 5 Jahre mir nicht anmaße, irgendwie bewerten zu können? Also ich versuche, kurze Etappenziele für mich zu definieren, auch mein eigenes Leben, sowohl im privaten Convenience-Bereich, wie aber auch im Jobleben zu hinterfragen, muss ich jetzt vielleicht schon Weichen stellen, damit Änderungen, die gegebenenfalls in der Zukunft durch eher eintreten, mich positiv, also als es eine Welle ist, die ich reiten kann und eben nicht Welle, die mich von hinten erwischt und umhaut. Okay, das ist deine Zukunftsplanung bezogen auf diese Unsicherheit. Jetzt bist du aber Jan Eiberater und die Firmen, die laden dich ein zu einer Keynote. Ist diese Unsicherheit, die du selber hast, was du auf der Bühne zeigen würdest? Also erstmal kommt meine Begeisterung, die ist lauter. Also das Feuer ist natürlich da. Also ich es liegt auch in meiner Persönlichkeit bedingt. Aber auch hier rede ich ja darüber, dass ich Respekt und auch Unsicherheit empfinde. Ich würde es nicht verneinen, wenn ich danach gefragt werde. Aber wenn man jetzt natürlich eine Keynote hält und auch jemand sagt, hey, zeig mal, was alles geht, dann fokussiere ich mich in der Regel in vielen, vielen Fällen natürlich auf das, was geht und nicht auf das, was vielleicht aus meiner nicht AI ⁓ Weltmathematik durchdringenden Erfahrungswelt prognostizierbar ist. Also das ist ja wirklich höchstes Mutmaßen. Aber long story short, also im Zweifel ist der Vortrag natürlich eher Jesa und Chaka und guck mal, was man alles machen kann als Hilfe. Irgendwann kann das ganz viele Jobs kosten. Teilen deine Zuhörer, sowohl in den Workshops als auch in den Keynotes? auch diese Unsicherheit, du, obwohl du es anders zeigst, ohne Frage und obwohl du deine Begeisterung nach vorne zeigst, teilen die das, den Teilen? Ist dir da schon mal jemand begegnet, der dich nach dem Vortrag angesprochen hat und diese Unsicherheit auch zum Ausdruck gebracht hat? Definitiv. Also überwiegende Zahl ist auch euphorisiert und wow, das ist ja unglaublich und chancenorientiert. Aber geringerer teil also es gibt genau diese teilnehmer die dann danach noch irgendwie beim kaffee oder in der pause stehen sagen das ist ja irre das bedeutet ja das ist ein ganz großer teil von dem was ich gerade tue irgendwann mal von k.i. übernommen werden kann gar nicht jetzt negativ im sinne von hilfe das wird schon meinen job kosten sondern eher ich habe sowieso viel zu tun das wäre gar nicht schlecht Aber man hört dann schon den einen oder anderen Klick, dass das eine Säge ist, mit der man an seinem eigenen Ast sägt. Ist es aus deiner Sicht richtig von Unternehmen das nicht zu adressieren tatsächlich und über die Begeisterung zu argumentieren? Vielleicht ist das der richtige Weg. Also ich bin nun mal als Charakter jemand, schon immer neugierig war und ich glaube, ist wichtig. Neugier wecken, nicht nach hinten lehnen. Also noch viel mehr mit Dynamik, die sich nochmal mehr beschleunigen wird, umgehen können, aber auch umgehen wollen. Das ist natürlich für die Menschen, die sagen, ich hab's sehr gerne so, wie wir es schon immer gemacht haben. Die haben einfach so gesehen, haben es schwerer als jemand, sagt, boah, ich bin sowieso flexibel und stell mich offen ein. Also ich glaube, die Neugier zu adressieren ist ist ein guter Weg und kein unfairer Weg. Das aber nur nach vorne zu schieben und das andere zu verneinen und zu sagen, das ist alles Quatsch, halte ich auch nicht für richtig. Also Menschen anlügen ist nicht gut. Meine persönliche Meinung ist, und das ist das, ich in Gesprächen auch mit unseren Mitarbeitenden erlebe oder auch mit anderen Leuten, diese grundlegende Unsicherheit. Du hast das eben dargestellt im Vorgespräch mit Wir surfen also auf diese AI-Welle, aber wir alle sind uns nicht sicher, ob da vorne nicht ein Riff ist. So könnte ja sein. Manche ignorieren das einfach und sagen wird schon nicht so schlimm werden, die Welle ist groß genug, ⁓ uns über das Riff zu tragen oder was auch immer. Aber wir alle haben diese latente Angst in uns, dass da vorne ein Riff ist. Was vielleicht auch schmerzen wird, wenn wir da drauf knallen. Ich frage mich persönlich, was ist in meiner Rolle als Führungskraft der richtige Umgang mit diesem Gefühl? Einmal für mich selbst natürlich, aber auch in meiner Kommunikation mit den Mitarbeitenden. Und du bist häufig die verlängerte Hand der Führung. Du wirst ja von Führung beauftragt, diesen Kommunikationsauftrag zu übernehmen. Und da frage ich mich, wie würde ich dich briefen? Sollte ich dir erlauben, über deine Sorgen zu sprechen? Wäre das gut? Ich glaube, das vergrößert den Wirk- den Verständnisraum. Nur immer Licht, ohne Dunkelheit kein Licht und andersrum. Ich bin schon oft im Leben Ying und Yang Erfahrungen gemacht, in jedem Guten ist was Schlechtes und andersrum. Ich glaube, man muss schon auch die Gegenseite aufzeigen und sagen, wir reden über viel Gutes und über Chancen und über Vereinfachungen, über alles, was damit einhergehen kann. Aber die andere Seite ist eben auch, es gibt Tätigkeiten, nicht mehr überflüssig werden kurzum. Ich hatte eben glaube ich mal das Beispiel angerissen Mautautomaten im Süden Europas. saßen früher hinter jedem Ding, als ich klein mit meinen Eltern war, saßen da Menschen. Heute geht es irgendwie per Bip and Go über irgendeinen RFID-Chip. Also das ist jetzt ja per se nicht komplett neu für die Menschheit. Und ich glaube, man muss ein Unternehmer oder eine Führungskraft, die Rolle ist das Unternehmen in eine gute Zukunft zu führen. Da gehört eine Chancenbetrachtung, aber auch eine Risikobetrachtung zu. Und solange das wirklich Mutmaßen ist auf reinen Annahmen und Glaube, finde ich die Risikobetrachtung, jetzt einfach zu sagen KI wird alles kaputt machen und ist ganz böse, das halte ich genauso falsch, dass es die Menschheit in den Himmel führen wird. Also in beiden liegt was wahres. Von daher, ich würde mich freuen, auch in Vorträgen mehr Raum zu bekommen, zu sagen, was kann das denn auch andersrum heißen? einfach auch jedem die Gelegenheit zu geben, sich darauf einzustellen, dass in der Zukunft Dinge vielleicht völlig anders laufen werden als die letzten 20 Jahre. Ich glaube auch diese Offenheit von Führung ist total wichtig, die du gerade ansprichst, zu sagen, genau es gibt Wir wissen es nicht. Wir wissen nicht, was kommt, weil niemand weiß, dass du kannst Experten zuhören, so viel du weißt. Ich glaube im Ergebnis wissen wir einfach nicht, was kommen wird. Und ich glaube es ist richtig, das transparent zu machen, dass wir es nicht wissen als Führungskraft, aber dass wir trotzdem die Verantwortung übernehmen und das Unternehmen in eine gute Zukunft führen werden. Ich glaube, das ist das Wichtige. Sorge, dass Menschen ansonsten mit ihrer Angst allein gelassen werden, tatsächlich. Die sie ja trotzdem spüren. Und die kann ich ja nicht weg argumentieren, nur weil ich noch mehr Begeisterung auslöse. Richtig. Die Angst bleibt. Korrekt. Ja. Und die ist vielfach auch gar nicht mal laut ausgesprochen. Also die schwingt vielleicht so leise mit. Ich glaube, die schwingt ganz viel leise mit tatsächlich. Was glaubst du, was das mit Unternehmen oder mit Teams macht, wenn diese Angst leise mitschwingt in den Teams? Ich finde, hört sich jetzt voll pathetisch an, aber Angst ist guter Ratgeber. Die muss man angucken, die darf man zulassen, die darf da sein. Ich muss wissen, dass er da ist und ich darf aber keine Angst vor der Angst bekommen. Also ich glaube, man sollte Menschen, das ist dann eher so ein Persönlichkeitsentwicklungsthema, mit an die Hand nehmen und zu sagen, wie gehst du denn selber für dich oder wie kann man damit umgehen, Methoden an die Hand geben, ⁓ sich halt vielleicht auch nochmal selber zu hinterfragen, zu sagen, vielleicht ist jetzt der Job, vielleicht in drei, vier, fünf Jahren der KI für mich macht, auch eine Chance zu sagen, so meine letzten Jahre mache ich nochmal was, wofür das Herz eigentlich viel mehr singt und tanzt. Also das macht ja auch neue Türen auf. Das finde ich eine faire Betrachtungsweise. Also nicht Angst vor der Angst zu bekommen. Jetzt ändern sich in Unternehmen ganz viele Rollen. Hast du gerade schon gesagt, der Buchhalter, auf einmal, ja, dessen Arbeit vielleicht übernommen wird. Vielleicht aber auch Aufgaben von Führungskräften, wo KI vielleicht in Zukunft einfach bessere Antworten hat als die Führungskraft. Ohne Frage, Stellen, die Position gibt es genauso. Also jemand, der OKI.ars überwacht und irgendwie bei Konflikten vermittelt oder auch, sagen wir mal so, Ideen für die Karrieregestaltung von Menschen aus Teams. Das ist natürlich Futter ohne KI. Alle. alles Wissen dieser Welt verinnerlicht hat und wo eine Führungskraft, dann vielleicht doch auch noch irgendwie Branchenwissen, Firmenwissen in sich trägt und per se nicht der H.R. God mit all den Kompetenzen und Frameworks ist, die nötig sind, ⁓ gut zu führen. Also ich glaube, da kann KI punkten. Und das sehe ich auch als Chance für eine Führungskraft zu sagen, hey, ich selber habe bisher Konflikte eher intuitiv oder basierend auf einem Workshop, den wir vor x Jahren mal gemacht haben, versuche ich Konflikte beizubringen. zu legen oder eine gute Stimmung im Team zu schaffen oder Perspektiven zu eröffnen. ich glaube auch da oder da erlebe ich, kann er ja unglaublich beschleunigen und auch im Augenblick Führungskräfte noch wertvoller machen, weil die auf einmal zaubern und Dinge viel besser hinbekommen als früher. Perspektive weitergeblickt. Es wird sicherlich auch die Führungskräfte geben, wo dann irgendwann ein AI Agent diese Rolle von dieser einen Person übernehmen kann. Das sehe ich jetzt nicht im nächsten Jahr oder in zwei Jahren, aber ja, who knows, fünf Jahre. Gibt sicherlich Positionen oder vielleicht sogar schon früher, wo solche Dinge von Intelligenzen, die dann wiederum nur noch von einem Supervisor bewacht werden, übernommen werden. Inwiefern muss ich mich jetzt als Führungskraft anpassen auf diese KI-Zukunft? Inwiefern verändert KI die Führung? Ich glaube, kann mir mehr Führungswerkzeug einfach und schnell und flexibel beschaffen. Also sei es jetzt mal Frameworks zu motivieren oder Wege aufzuzeigen, das Team mitzunehmen. noch mehr Enabler sein. Also so dieses klassische, du machst das jetzt so, weil ich es möchte. entmündigt, das schafft keine Neugier. Also ich glaube, das ist kontraproduktiv. Also die, die Mut haben, Menschen in die Lage zu bringen, eigenständig zu agieren und nicht top down runterzudelegieren. weniger. weniger hart vorgeben, mehr Raum zur eigenen Lösung geben. Ich glaube, das passiert jetzt noch intensiver und schneller als ohnehin schon. Okay. Wenn du deine ganzen Gespräche, die du in Unternehmen siehst, du guckst viel in die Unternehmen rein. Was denkst du, was wird an KI momentan, du hast es eben schon so angedeutet, aber was wird noch unterschätzt an KI tatsächlich momentan? wie viele vermeintliche Mikroprozesse damit auch beschleunigbar sind. der einen Seite ist so dieses große Ganze, das sind so diese Riesenprojekte, wo man sagt, ja, ein eigenes Modell aufsetzen und trainieren. Das ist dann ein Strategieprojekt und das wird erst mal evaluiert. Und das ist so die eine Ebene, aber wirklich klein, klein. Also ob das jetzt ein Custom GPT, ein Cloud Skill oder ein Google Jam ist, egal, aber wirklich so diese Mikro-Dinge, wo man sagt, hey, der eine, der muss jeden Tag immer mal wieder eine lustige Headline ausdenken. der nächste. Also das ist ja auch sehr individuell bezogen. Die Dinge, die so subjektive zeitglauer sind. Wie wahnsinnig dort KI, also so Kleinvieh macht auch, unter dem Schlagwort würde ich es mal nennen, wie viel damit auch an Zeit einspar ist. Also wenn ich zehnmal am Tag mir fünf Minuten spare, habe ich auch fast schon wieder eine Stunde gewonnen. Das finde ich schade, dass da Unternehmen noch nicht viel mehr fördern und sagen, macht mal, Leute, und guckt mal, was man machen kann, weil sich ein kleiner Custom GPT oder wie man es auch immer nennt, sein individuellen Mini-Assistenten, bei dem einen ist es ein Korrektorat, beim nächsten ist es ein mach was, was ich beschrieben habe, einfacher verständlich, beim dritten ist es mach aus dem PDF noch ein Bildchen. Also so dieses ganz Kleinklein auch zuzulassen, das glaube ich, haben viele noch nicht verstanden. wieder regelwerken und sorgen und wo man sagt naja also es gibt sicherlich so diese Nalen im Heuhaufen und eine ganze Menge wo man sagt das hat jetzt gar nichts groß mit AI Act und Riesenregulierung zu tun sondern sind ganz kleine Mini Tools und die kann der Chef nicht sehen sondern die sieht derjenige der in seinem Daily Business eben dreimal am Tag denkt ⁓ man jetzt schon wieder das machen und genau das macht mir auch Freude diese kleinen Nadeln zu finden. Okay ein schönes Bild. Was denkst du, wenn wir in einem Jahr auf dieses Gespräch zurückblicken, was wir heute geführt Wie werden wir das bewerten? Hätten wir das damals schon würde ich sagen oder werden wir vielleicht beide sagen. also ich durfte letzte Woche auf einer Konferenz sein, wurde mir nochmal so dieses ganze, das Exponenzielle am Exponenziellen auch wirklich bildhaft vor Augen geführt. Mit dem Beispiel, wenn man ein Reinskorn auf ein Schachbrett legt und aufs nächste zwei, also quasi die Anzahl der Reißkaner bei 64 Schachfeldern verdoppelt. kommt man auf eine unglaublich hohe Zahl. Ich habe gelernt in dem Vortrag, wir Menschen können uns dieses Wachstum nicht vorstellen. Wir denken, okay, jetzt geht das mit KI und jetzt geht das mit KI. letztes Jahr habe ich den Kasten GPT schon voll gefunden. Jetzt bastelt man sich Agenten, die noch viel mehr können. Also ich glaube, das wird uns vielfältig noch ganz viele Wows ab. abverlangen oder für ganz viele Wows sorgen, die wir jetzt auch einfach gar nicht absehen können. Es liegt ja auch an uns zu sagen, wo setzen wir das wie ein zu gewissen Teilen. Also es ist ja nicht einfach das Fremde, sondern es ist ja eine Technologie, mit der jetzt Menschen was machen und somit kann ja auch jeder mitwirken. Wie, wofür, wie schnell oder wie langsam etabliert sich das Ganze. Aber im Zweifel viel schneller, als wir es uns vorstellen können. Ich glaube, war ein schönes Abschlussstatement von dir. Danke, Christian, für das Gespräch. Danke, das war AI &Y. Danke an alle fürs Mitdenken. lasst euch das Denken nicht abnehmen, gerade im KI-Zeitalter. Danke, Simon, hat mir Spaß gemacht.