Andreas: Hm. Lisa: Hallo! Andreas: Hallo Lisa, guten Morgen. Bei uns im Morgen werden wir das hier aufnehmen. Ich hoffe, es geht dir fantastisch. Auf jeden Fall. Willkommen bei Sie So Sigg, dem Podcast, den Lisa und ich regelmäßig aufnehmen. Sie So Sigg steht für Should I Stay or Should I Go? Es ist der entscheidende Podcast für alle, die zu lange vorm Keksregal stehen. Denn wir befassen uns jede Episode mit Entscheidung jeglicher Art. Lisa: Jedenfalls. Andreas: Und wir fangen an mit, wie wir das gerne tun, mit einer kleinen Auflockerung. Und ich frage Lisa, was ist denn dein Song der Woche? Lisa: ...NOW! Mein Song der Woche ist, und das ist schon ein kleiner Hint für das Thema, Three Lions von den Lightning Seeds, eher bekannt unter Footballs Coming Home, weil es ist ja Fußball-WM. Und was hast du für einen Song der Woche? Andreas: Ja, wir haben es tatsächlich gehört im Stadion. habe das England-Spiel, eins der England-Spiele geguckt und musste mich an meine Zeit in England erinnern. Als das im Pub gesungen wurde, ist es nochmal ganz anders. Mein Song der Woche ist Bob Marley – Jamming, weil in Deutschland der Sommer ausgebrochen ist und wir eine Hitzewelle haben. Und da dachte ich irgendwie so Reggae und so. Das passt immer sehr gut. Und weißt du was, Lisa? Wir haben noch einen dritten Song der Woche. Ja, und zwar haben wir einen Gast, eine Gästin heute. Lisa: Ui ja. HAAH! Sag nicht! Andreas: Nathalie, hallo Nathalie, was ist denn dein Song der Woche? Nathalie: Hallo Lisa, hallo Andreas. Mein Song der Woche ist gar nicht mein Song der Woche, denn der Song, der meine Sohn ist, der kam letztens nach Hause nach dem Sportunterricht und sang immer, du bist gut genug von Blumenhagen. Ich finde das passt auch wunderbar zum Thema heute. Lisa: Ja cool, danke. Kommt auf jeden Fall auf unsere Liste. wenn ihr euch jetzt fragt, warum ist Natalie da und warum geht es ⁓ Fußball, das erkläre ich euch jetzt. Das ist unsere neue Rubrik Was sagt der Profi? Und wir befinden uns ja mitten in der Fußball-WM, die dieses Mal länger dauert als alle WMs zuvor. Und ich habe vorgestern einen Poster gesehen bei mir an der Bushaltestelle. Das ist die Kampagne von Google. und dem DFB und da ist ein großes Bild von Nick Voltemade und als dann ist da so ein Google-Suchfeld drüber geblendet und da steht drin was passiert im Gehirn beim Elfmeter und da habe ich gedacht ja mega spannend das ist ja genau unser Thema Entscheidung Was entscheidet man eigentlich, wenn man einen Elfmeter schießt? Und darüber sind mir noch ganz viele andere Fragen gekommen, was man beim Fußball eigentlich so entscheiden muss. Und dann ist mir sofort Natalie eingefallen. Natalie Seibel, eine Führungskräfteberaterin aus Hamburg und ihres Zeichens ehemalige Bundesligaspielerin. für den Schmalfelder SV damals in den 90ern. Und ich habe gedacht, wen kann man das besser fragen, was beim Elfmeter im Kopf passiert oder auch davor und danach als Natalie. Cool, dass du da bist. Nathalie: Danke für die Einladung und ich würde tatsächlich noch ergänzen, nicht nur was im Kopf passiert, sondern was im Körper passiert. Lisa: ⁓ ja, sehr spannend. Also du warst ja mal Fußball-Bundesliga-Profi. Welche Position hast du gespielt? Nathalie: Ich habe mehrere Positionen gespielt, aber in der Bundesliga haben sie mich im Sturm eingesetzt. Entweder in der Mitte oder rechts außen. Ich habe aber meiste Zeit davor und auch danach im mittleren Mittelfeld gespielt. Also die Nummer 10. Ich sage immer Lenker und Denker. Lisa: Ich bin ja sehr beeindruckt, weil Fußball bei mir persönlich ja das einzige Fach in der Schule war, wo ich mal eine Fünf hatte. Also so weit, dass ich irgendeine Position bekommen hätte, bin ich also nie gekommen. Und Elfmeter durfte ich eigentlich auch nie schießen. Wie war das bei dir? Musstest du oder durftest du auch Elfmeter schießen? Nathalie: Ich durfte und ich musste. Und manchmal war es sehr leicht und manchmal extrem schwer. Aber darüber sprechen wir ja gleich. Lisa: Wie funktioniert das eigentlich? Also wer darf eigentlich schießen, wenn ein Elfmeter jetzt mal so im normalen Spiel bei einem Faul irgendwie sagt dann der Trainer so, du schießt jetzt oder der, der zuerst ich schreit. Wie funktioniert das im Team? Nathalie: Ich glaube, das hängt ein bisschen davon ab, wie alt man ist. Bei den Jugendmannschaften gibt es da klar noch Direktion von außen. Das heißt, der Coach, der Trainer hat einen ganz guten Blick darauf. Wie performen meine Leute heute? Wem traue ich das zu? Wer ist generell ein sicherer Elbmeterschütze? Oder manchmal auch, wenn es ⁓ nichts geht, wem gönne ich diesen Erfolg, mal einen reinzuknallen? Wer braucht das irgendwie für sein Feedback oder für sein Selbstvertrauen? Je erwachsener man wird, desto mehr werden die Entscheidungen von den Spielern selbst gefällt. Und auch da kommt es immer darauf an, worum geht es hier eigentlich. Manchmal ist es ja derjenige, der auch gefault wurde, darf schießen, das gibt es. Das ist meistens im Breitensport so. Im Profisport hat man da seine Leute, die unter hohem Druck Leistung abliefern können. Da gibt es welche, die können... den Druck ausblenden. Die vom Skill-Set sowieso alle so, dass sie den Ball versenken können. Aber die haben eben auch die Möglichkeit, nicht nur den Druck auszublenden, sondern den ganzen Fokus nach außen zu richten. Beispiel ist zum Beispiel Kai Havertz. Der hat ja gegen Kürasau den Elfmeter verwandelt und der wird häufiger genommen, weil er, wie gesagt, den Ball kann er überall reinschließen. können sie alle. Der ist aber wirklich so, dass er das ganze außen drum herum ausblenden kann. Und in dem Moment, als der Torwart sich bewegt hat, er erst seine Entscheidung gefällt, wo er hinschießt. Das heißt, er konnte wirklich so cool sein, dass er auf den Fehler des Torwärts gewartet hat oder auch die Bewegung und die dann für sich genutzt hat. Und das ist natürlich schon Spitzenklasse. Und solche Leute werden gewählt. Klar, solche trauen sich das auch zu. Andreas: Also eher eine Spur. eher eine spontane Entscheidung. Das hatten wir auch schon im Podcast, dass wir so eine Mischung hatten zwischen spontanen Entscheidungen, machen wir ständig und pausen los. Und die gibt es eigentlich aber gar nicht. Also das scheint dann hier auch so zu sein, dass die endgültige Entscheidung wirklich direkt davor passiert. Ist das, was du gesagt hast? Habe ich das richtig verstanden? Nathalie: Das kommt auch die Spieler darauf an. Ich habe gestern in Vorbereitung auf den Podcast mit zwei Sportkameraden gesprochen. Die habe ich bei einem ganz anderen Sport kennengelernt. Waren auch beiden Fußballer und ich habe die gefragt. Die haben aber immer nur im breiten Sport gespielt. Und der eine sagte, ich würde den immer unten links schießen. Das ist das, was ich kann. Das heißt, der ruft nur sein Skillset ab und guckt irgendwie maximale Risikovermeidung. Ich mache das und ich achte gar nicht auf das Außen, weil der noch so sehr fokussiert ist, dass das Ding dann auch wirklich unten links reingeht. Aber das ist natürlich 50-50, weil wenn der Torwart das sieht und vielleicht auch noch schon im Blick sieht, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er hält, relativ groß. für mich, also ich habe immer entschieden, wie bin ich körperlich gerade drauf. Also traue ich mir das zu heute, bin ich gut in Form. Und wo ich dann hinschieße, habe ich auch relativ spontan entschieden. habe auch geguckt, also geguckt, dass der Fokus nach außen geht, geguckt, was der Torwart kann. Man hat im Laufe des Spiels schon Erfahrungswerte gesammelt. Ist der gut unten? Ist der gut oben? Kann der fliegen? Hat der sowieso schon viele Fehler gemacht? Man sammelt ganz, ganz viele Datenpunkte im Laufe des Spiels. Und wenn man eine gewisse Routine hat, kann man tatsächlich den Druck ausblenden, seinen Skill-Set abrufen und entscheidet kurz vorher. Aber viele rufen einfach nur ihr Skill-Set ab und hoffen auf die 50-50-Show. Lisa: Das ist ja auch für den Torwart eine ziemlich schwierige Entscheidung. Spring ich irgendwie nach oben, unten, rechts, links? Da würde ich jetzt oder hätte ich immer irgendwie gedacht, der Torwart guckt halt, wo der andere hinschießt, also der Spieler hinschießt und springt dann dahin. Das funktioniert offensichtlich nicht immer so gut. Und da gab es ja auch diesen berühmten Zettel bei der WM 2006, den der Torwart-Trainer Köpke unserem Tormann Lehmann zugesteckt hat, wo drauf stand, welcher Spieler, das wäre das Elfmeterschießen, Viertelfinale gegen Argentinien, welcher Argentinier wo am liebsten hinschießt. Ist das in so einem Fall dann überhaupt hilfreich, weil da ist man doch ⁓ voll auf Adrenalin und kann man sowas dann überhaupt noch aufnehmen? Oder müsste man das nicht sowieso wissen als Torwart, dass der eine immer nach oben links schießt? Hast du da irgendwie eine Meinung zu? Nathalie: Ich jetzt oder Andreas als... Lisa: Ich weiß, Andreas hat bestimmt eine Meinung, aber ich hätte gerne eine qualifizierte Meinung. Andreas: Ja. Nathalie: Ich glaube, dem Fall, man kriegt es nie hundertprozentig raus, was der Gegenüber macht. Aber man guckt sich, und das mache ich auch, das mache ich nicht nur im Sport, das mache ich auch im Business. Ich gucke mir die Körpersprache an. Ich gucke mir die Gesichtszüge an. Und man sieht manchmal schon, auf welche Seite sich jemand verlagert. Man sieht, ich sehe das auch, wenn ich ein Fußballspiel gucke. Kann ich nicht unter Garantie sagen, aber ich sehe manchmal schon, wenn jemand verschießen wird. Das sieht man an den Gesichtsmuskeln. Da ist ein Funkel ein bisschen Angst. Dieses, ich versuch das auszublenden, aber ich schaff's nicht richtig auszublenden. Ich glaub, diese Unsicherheiten kriegt ein Torwart auch mit. Bei Lehmann damals, denke ich, das war einfach noch mal von Köpke hier, ich geb dir noch ein bisschen mehr Sicherheit. Ich glaube, das war eine unterstützende Maßnahme. Lehmann wusste das, glaube ich, sowieso, aber der hat noch mal den Support von außen gespürt und egal was du machst, wir stehen hinter dir, sagt der Zettel im Grunde. Andreas: Das ist so wie der Spickzettel, den man dann nicht benutzt. Wenn man in der Schule einen Spickzettel hat und sagt, ich weiß, ich hab's, dass man sich da irgendwie ein bisschen dran festhalten kann. Lisa: Ich Nathalie: Genau, absolut. Genau. Und es verunsichert auch den Gegenspieler. Also es verunsichert auch den Schützen, weil man ja vermeintlich Innovationen hat und der sich eventuell damit beschäftigt, was hat denn der jetzt dafür ein Zettel bekommen und das bringt ihn eventuell aus dem Konzept. Lisa: Ich habe mir diesen Zettel... Ich habe mir den Zettel gestern tatsächlich angeguckt im Internet. Der steht nämlich als Ausstellungsstück im Haus der Geschichte in Bonn. Und es ist irgendwie so ein Zettel aus der Gastronomie von irgendeinem Hotel, wo mit Bleistift wirklich irgendwas drauf gekriegelt ist, ganz klein. Ich hätte das überhaupt nicht lesen können ohne Brille, aber wahrscheinlich hat Herr Lehmann sehr gute Augen, was man als Torwart wahrscheinlich auch braucht. Und ich habe auch dann gedacht, vielleicht hat er das auch gar nicht erkannt, sondern einfach nur da so drauf geguckt, damit der Gegner verunsichert ist. Aber finde ich auf jeden Fall toll, dass es diesen Zettel noch gibt und dass er auch historisch gewürdigt wird. Noch mal zu Entscheidungen, die man so als Spieler trifft auf dem Feld. Was gibt es denn da noch zu beachten? wenn du irgendwie einen Ball bekommst, wo spielst du den hin, muss ich jetzt das Tor machen oder gebe ich lieber ab? Kannst du da mal ein bisschen was zu erzählen? Nathalie: Ja, ich kann aus meiner Erfahrung sprechen, es gibt aber auch mal, ich unterteile immer breiten Sport und Profisport, weil es einen Unterschied macht, ob du dein Skillset zu 100 Prozent beherrschst oder ob du noch drüber nachdenken musst, wie stoppe ich jetzt den Ball, was mache ich jetzt damit. Wenn du sehr mit dir selber beschäftigt bist, und das ist nicht nur beim Sport, so ist es auch im Management oder im Beruf so, dann fehlt dir ganz, ganz viel, ⁓ eine optimale Leistung abzurufen, weil du das ganze außen nicht wahrnimmst. Wenn ich einen Ball bekommen habe, gerade so als mittleres Mittelfeld und du damit ein Spiel gestalten möchtest und ich möchte zum Beispiel nach rechts außen spielen über die Abwehr hinweg, idealer Pass, dann passieren da ganz ganz viele Entscheidungen in dem Moment. ich den Ball annehme, weiß ich eigentlich schon, wo steht wer, sowohl der Gegner als auch meine Spieler. Das heißt, du hast ein komplettes Bild. Eine komplette Landkarte des Platzes, der möglichen Laufwege. Du hast auch eine komplette Landkarte. Wer kann eigentlich was? Kann denn mein Mitspieler auf rechts außen erstens so schnell laufen? Ist der schneller oder ist sie schneller als der Gegenspieler? Ja, nein. Was ist die Chance, dass sie da vorbeikommt? Was ist die Chance, dass sie den Ball nicht annehmen kann, etc. Oder kann sie den annehmen? Das sind alles Dinge, die man vorher schon als Datenpunkte hat und die du dann abrufen kannst. Was aber doch viel wichtiger ist, wenn ich ein Risiko eingehe, meine Position verlasse oder einen Ball spiele, entsteht hinter mir ein Risiko und ich muss mich komplett darauf verlassen können, dass mein Team diese Lücken füllt oder entsprechend agiert. Und das sind Dinge, die viel mit Vertrauen zu tun haben. Wenn da kein Vertrauen ist, dann geht man weniger Risiken ein. Genauso wie wenn etwas schief geht, werde ich jetzt dafür belangt und klein gemacht oder sagen wir als Mannschaft, das gehört dazu und wir ermutigen diese Risiken denn nur wenn jemand ins eins zu eins geht oder mal ein Risiko eingeht passieren ja eigentlich die spannenden Dinge. Aber das sind Dinge, die lernst du alle vorher und die entscheidest du im Bruchteil einer Sekunde. Das heißt, je besser das Vertrauen, je mehr Du kannst Skillzett automatisch abrufen und kennst deine Mitspieler, desto eher kommen diese schönen Spielzüge zustande. Und dann macht Fußball tatsächlich richtig Spaß. Andreas: Kannst du noch mal was zu der Lücke sagen? Du sagst, wenn du jetzt einen Pass spielst, entsteht hinter dir eine Lücke. Das habe ich noch nicht verstanden. Nathalie: Genau, ich spiele einen Pass und renne zum Beispiel, ich spiele nach rechts außen. Manchmal haben wir so Sachen gemacht, wir sind dann zur Grundlinie gelaufen, wieder zurückgelaufen, aber ich verlasse meine Position. Also ich spiele nicht den Pass und bleibe da stehen, sondern ich mache was. Wir haben zum Beispiel früher so im Schachbrettmuster agiert. Das heißt, wenn ich mein Feld auf dem Schachbrettmuster verlasse, muss jemand anderes diese Lücke einnehmen. Es kann ja auch sein, dass der Ball abgefangen wird, er geht in die gegengesetzte Richtung und ich bin jetzt aber vorne, da muss jemand meine Position einnehmen. Andreas: Okay, also alle haben so ihre festen Positionen. Du merkst, ich kenne mich total super aus dem Fußball. Also alle haben so... Nathalie: Genau! Lisa: Nöööö Nathalie: Nein, du brauchst ein Rollenverständnis. brauchst einen Raum und ein Rollenverständnis und jeder muss eigentlich wissen, und es sind ja zig mögliche Spielzüge, da gemacht werden können, aber jeder muss wissen, was habe ich denn zu tun, wenn das passiert. Andreas: Mhm. Okay, also dann schiebt man manchmal die Figuren. Also alle Figuren haben mehr oder weniger einen festen Platz, sag ich jetzt mal. Das ist natürlich dynamisch und hängt davon ab, wo der Gegner ist. Aber jede dieser Positionen muss dann auch belegt sein oder jemand muss die im Blick haben. Und wenn jemand seine Position verlässt, jemand anders dahin oder wird das mit im Blick haben und dann verschiebt sich das Ganze so ein bisschen. Nathalie: Mh. Und das ist bezeichnender, wenn zum Beispiel, das haben wir ja oft, ein rechter Verteidiger, so nennen wir sie ja nicht mehr, aber ein rechter Verteidiger, sind manchmal auch blitzschnell, müssen sie ja sein, damit sie ihre Gegenspieler einfangen können, aber die gehen ja manchmal den ganzen Weg nach außen. Das heißt, sie sind dann plötzlich rechts sturm und wenn die abziehen, kann ja die ganze rechte Seite nicht leer bleiben. Das ist ja ein Problem, wenn dann plötzlich über das Mittelfeld links außen einen freien Durchmarsch hat. Das heißt, du musst dann diese Lücken schließen. Und spannend wird es vor allen Dingen, wenn du nicht nur deine eigene Strategie fährst, sondern auch noch auf die Strategie des Gegners eingehen kannst, weil die verschieben sich auch. Und da wird es dann spannend und das hat alles was mit Vertrauen zu tun. Andreas: kann ich noch mal auf eine andere Folge von uns verweisen, weil ich finde das spannend. Wir haben darüber gesprochen, ob man alleine Entscheidungen trifft oder gemeinsam und in welchen Zusammenhängen. Und hier muss ja ein Gebilde sein. Also so eine Fußballmannschaft muss ja dann, deswegen sprechen sie wahrscheinlich im deutschen Fernsehen zumindest dann auch immer von dem Team, das muss halt funktionieren, weil du natürlich alleine Entscheidungen treffen musst und ja auch sollst, du sollst ja auch Gelegenheiten sehen. Und gleichzeitig, was du gerade sagst, macht für mich total Sinn. Du musst das Vertrauen haben, dass da nicht gewertet wird oder so, sondern dass alle dasselbe Prinzip im Kopf haben und das Ganze so so hin und her wabern kann, dass das als Gesamteinheit funktioniert. Nathalie: Und was ich tatsächlich spannend finde, es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Frauenfußball und dem Männerfußball. Ich spiele ab und zu nochmal mit meinem Sohn irgendwie hier im Park mit anderen Jungs dann Fußball, die immer denken, was ist das für eine Mutti irgendwie und dann sehen sie das übrigens kann. Und dann wollen sie mich plötzlich alle in der Mannschaft haben. Und es ist ein großer Unterschied, die Jungs von heute, haben, ich will jetzt nicht sagen, haben Ego-Problemen, aber die sind unheimlich gut im 1 zu 1. Und jeder will immer am liebsten irgendwie eins zu eins an das Tor machen. Das gab es bei den Mädchen damals nicht und auch bei den Frauen damals nicht. Da gibt es tatsächlich und dann meckern die rum und kommunizieren nicht miteinander. Bei den Frauen war es tatsächlich eher so, dass es da ganz viel Kommunikation gab, die auch nonverbal war und wenn dann eher unterstützend. Und da musste man die Damen und Mädchen eher animieren, dass sie immer ins eins zu eins gehen. Und das sehe ich tatsächlich auch im Berufsleben, dass es viele Frauen gibt, die sehr kooperativ miteinander arbeiten. Aber wenn es darum geht, mal irgendwie Stimme zu zeigen, mal ein eins zu eins zu machen, da sagen viele so, ne, das möchte ich lieber nicht. Das finde ich ganz spannend, das zu sehen, dass es sich im Fußball tatsächlich auch so darstellt. Andreas: Bis bald! Siehst du einen Unterschied? sehe das bei meinen Kindern auch, spielen Basketball, was ja noch mal eine andere Geschichte ist. Aber da fand ich es sehr spannend zu sehen, wie die sich entwickeln, je älter sie werden. Also so ähnlich wie beim Fußball, wo wenn die klein sind, alle ⁓ einen Ball und dann war aber so ein Ameisenhaufen übers Feld, weil die alle ständig beim Ball sein wollen und dann irgendwann bricht das auf. Und beim Basketball stelle ich das auf fest, je älter die werden. Also erstens, desto körperlicher werden die auch. Das geht schon ziemlich zur Sache. Aber die haben das auch im Blick. Die versuchen auch, diese gute Mischung zu finden. Man sieht dann auch schon, bestimmten Typen hast du auch. Manche Typen sind eher dafür gemacht oder meinen, sie müssen viel dribbeln und das selber zu versuchen. merken dann, das funktioniert nicht. Sie müssen schon im Team arbeiten. Würdest du das, wenn du jetzt mit ... Wenn du Coach bist und ins Unternehmen gehst Ist das deutlich, dass Leute vielleicht Teamsport gemacht haben? Vielleicht weißt du es auch nicht. Aber würdest du sagen, man merkt das schon, die Leute, die Teamsport gemacht haben, agieren dann doch ganz anders und sind inklusiver vielleicht. Nathalie: Die haben vor allem eine andere Fehlerkultur. Da ist ganz entscheidend, kann ich ein Risiko einschätzen? Ich habe es früher mit meinem Team ausgemacht. habe geguckt, dass ich sie immer aus der Komfortzone rausgeschubst habe, aber erst einmal nur ein begrenztes Risiko. Und das dann diesen Rahmen dann stetig erweitert und auch untereinander. ⁓ Das hilft dann tatsächlich auch, Fehler zu machen und aus den Fehlern zu lernen. Wenn man keine Fehler eingeht, dann würden wir heute alle nicht laufen. Die muss man eingehen. Und Mannschaftssportler haben das ganz gut gelernt und die können das ganz gut ins Business übertragen. Aber auch zum Beispiel Profi-Musiker, die im Orchester spielen. Ich würde es gar nicht unbedingt nur auf Sport sehen, sondern immer, wenn viele Leute zusammenkommen, zusammen machen müssen, wo Kommunikation nicht nur verbale, sondern auch nonverbale wichtig ist, das merkst du miteinander. Die gehen anders mit der Fehlerkultur und unterstützen sich eher. Ich würde aber noch was anderes sagen, es ist nicht nur Vertrauen und die Kommunikation, sondern es ist auch die Vision und der Purpose. Und ich gebe ganz oft das Beispiel, wenn ich Organisationen vorfinde, wo nur so ein halbherziger Purpose oder so eine Wir schreiben mal, was an die Wand Vision ist. Ich verweise dann immer auf Ericsson, den den, der bei der, ich glaube, das war eine WM oder ⁓ weiß ich nicht genau, aber der hatte ja diese Herzattacke oder diesen Herzstillstand auf dem Platz. Und die Mannschaft ist sofort ⁓ Ericsson herum gestanden und haben ihn abgestürmt und geschützt, damit er eben neben den Medien nicht so ausgesetzt ist, aber auch ⁓ die Familie nicht weiter zu verunsichern. So was übt man ja nicht. Da hat sich ganz doll gezeigt, ist schon Vertrauen in dieser Mannschaft und die haben sich, wie gesagt, alle gegenseitig beschützt. Und was hat es gemacht? Die haben hinterher einen übergeordneten Purpose gehabt, übergeordnete Vision, weil sie nämlich für Ericsson gespielt haben und haben das Turnier ihres Lebens gespielt. Und da wurde einfach deutlich, was es manchmal braucht. Das manchmal nur Kleinigkeiten, die es braucht, weshalb alle sich hinter einem Ziel vereinen. und dann auch versuchen dieses Ziel zu erreichen als Mannschaft und nicht eben diese ganzen Ego-Shooter, die gucken irgendwie, habe ich jetzt den nächsten Transfer vor mir, jetzt muss ich möglichst viele Tore machen, ich spiele lieber nicht ab oder ich gebe jetzt das Interview, nicht der andere, lassen den anderen nicht gut aussehen. Das sind so die Gegenbewegungen und idealerweise läuft es so wie bei Ericsson. Lisa: Ja, schönes Beispiel. Also natürlich auch eine schreckliche Situation gewesen, aber was das transportiert hat, finde ich auch sehr schön. Ich habe jetzt so ein gelernt, dass eigentlich man eine gute Entscheidung treffen kann, wenn man Skills hat, auf die man sich verlassen kann, wenn man Vertrauen in sein Team hat. Nathalie: Ja. Lisa: Und auch wenn man irgendwie etwas wie eine gemeinsame Vision und ein gemeinsames Ziel mit seinem Team hat. Bis bald! Nathalie: Und den Fokus nach außen. Wenn das alles internalisiert ist, kann tagesformmäßig sagen, kann ich, kann ich nicht, macht lieber jemand anderes. Und dann, wenn man sagt, ich kann es, den Fokus komplett nach außen richtet. ⁓ nämlich Energien wahrzunehmen, Körpersprache wahrzunehmen, Mikroexpression im Gesicht wahrzunehmen, einen Pitch in der Stimme wahrzunehmen. Wenn man diese ganzen Dinge wirklich voll wahrnimmt. hat man eigentlich die beste Grundlage für eine gute Entscheidung. Und man muss sie ja manchmal auch gar nicht alleine treffen. Manchmal reicht auch eine gute Frage. Lisa: Ja, muss gerade daran denken, bei dem Aspekt, wie fit bin ich eigentlich gerade. Ich habe mal mit jemandem gesprochen, der für Mercedes-Benz das Service Team trainiert hat, beziehungsweise die Prozesse da optimiert hat. Und die haben beim Login in den Kundenservice, also in ihr Tool neu eingeführt, dass immer am Anfang eine Frage gestellt wird, wie fit fühlst du dich heute, ⁓ auch schwierige Anfragen zu bearbeiten, also wie sicher bist du dir heute? Und dann konnten die da halt so einen Punktwert angeben. Und man hat festgestellt, dass allein die Tatsache, dass sie sozusagen sagen konnten, heute bin ich nicht so fit, bitte nicht die ganz tricky Fälle zu mir, dass dadurch die Performance schon gestiegen ist, aber das natürlich auch die Gesamtperformance im Team gestiegen ist, weil man eben genau gucken konnte, wir weisen jetzt irgendwie so die 0815 Sachen wie, wann kommt mein Auto oder wo ist die nächste Werkstatt, die weisen wir dann den Leuten zu, die heute sich nicht so top fühlen und die tricky Fragen, wo es irgendwie große Beschwerden gibt und man vielleicht was größeres entscheiden muss, gehen dann eher an die Service-Team-Mitarbeiter, die sich an dem Tag eben als besonders leistungsfähig und fit eingeschätzt haben. Das fand ich irgendwie einen tollen Move und jetzt verstehe ich glaube ich auch noch viel besser, warum das so gut funktioniert, weil das eben auch ein Aspekt ist, wie man an einem Tag eben bestimmte Aufgaben erfüllen kann, sei es jetzt im Sport oder eben im Business-Kontext. Nathalie: Absolut. Es gibt ja dieses Ampelsystem, das auch viele verwenden, ⁓ es abzufragen. was ich denen wahrscheinlich fragen würde, wird das denn aufgezeichnet, wie oft du in einer bestimmten Phase bist? Weil dann wird es auch irgendwann vielleicht gegen dich verwendet. Das hat wieder was mit Vertrauen zu tun. Wie offen und ehrlich beantworte ich denn diese Fragen? Lisa: Das Nathalie: Darf ich die denn offen und ehrlich beantworten und auch über einen längeren Zeitraum beantworten und kriege ich dann vielleicht Unterstützung oder kriege ich eine Abmahnung? Lisa: Punkt, dass ich mich gerade noch... Achso, Andreas, möchtest du. Andreas: Bis zum Ja, Entschuldigung. Die Frage, die sich mir da in diesem Zusammenhang stellt, ist natürlich im Fußball. Also ich stelle mir das echt schwer vor. Also da ist eine Mannschaft und das mag Frauen oder Männer sein. Die sind jetzt in der WM. Ich stelle mir das sehr schwer vor, da auf dem Feld sagen zu können, Entschuldigung, Jungs, aber heute, ne, weiß ich nicht. Aber die Frage, die sich anschließt, ist, ich habe gestern das Argentinien-Spiel gesehen und Messi hat einen Elfmeter verschossen. Also der Messi, der hat natürlich einen Vertrauensvorsprung. was ja oft passiert, und das muss ja so sein, ist, dass du eine Mannschaft hast, die ist Favorit oder die fühlt sich richtig gut und die startet auch recht gut los. Und dann schießt das gegnerische Team, und das ist vermeintlich ein kleineres Team, dem man nicht so viel zugetraut hat, die schießen recht schnell ein Tor. Da muss man ja auf all diese Sachen, die du gerade gesagt hast, also da muss man ja komplettes Vertrauen haben, ⁓ sich da zu schütteln und zu sagen, Wir können das trotzdem noch rocken hier. Also was passiert denn, wenn ein Miniteam die B-Mannschaft von Ahrensfeld gegen die deutsche Nationalmannschaft spielt und in den ersten 15 Minuten zwei Tore schießt? Gibt es da Tricks oder meinst du, diese Basis muss gelegt sein, wenn du die nicht hast, dann kriegst du die auch nicht wieder? Lisa: Okay. Nathalie: Das sind die Erfahrungswerte. haben in der Vorbereitung schon kurz darüber gesprochen, dass ich keine einfache, also in der Bundesliga war ich relativ einfach, aber ich war auf dem Weg dahin nicht unbedingt die einfachste Spielerin, weil ich immer gesagt habe, was ich denke, was ich hatte und auch den Trainer herausgefordert habe. Aber was ich wirklich konnte, ist, ich konnte eine Mannschaft hinter mir vereinen. Ich war in der Lage tatsächlich, wenn wir, und das hast du ganz oft, dass du 2-0 zurückliegst, auch gegen vermeintlich wirklich schwächere Gegner, weil man sie vielleicht am Anfang unterschätzt hat oder irgendwas in der Kommunikation nicht stimmte, das geht ja relativ schnell, dass du dann in der Lage bist durch deine Präsenz, durch deine Energie, manchmal auch durch den einen oder anderen Satz, durch eine Motivation, das ist aber in der Regel Körpersprache zu sagen, hallo, reißen wir rum, komm, los geht's. Und manchmal reicht nicht einer, sondern du brauchst drei, vier Spieler, die das können. Und wenn die das können, ist das auch kein Thema. Das haben wir ja auch schon oft erlebt, dass aus einer 0-2 plötzlich ein 4-2 wurde. Das geht und je mehr Erfahrung man da hat und je mehr Spieler dieser Art hat, die das rumreißen können, desto einfacher ist es eigentlich. Andreas: Das heißt, da Entscheidungen, von diesen Kernspielern getroffen werden, und dann sind es, sagen wir mal, zwei von elf. Ja, alle sind so bisschen down und wissen gerade nicht, dürfen wir... Also, und das hat ja einen Einfluss, was du gerade sagst, dein Selbstvertrauen hat Einfluss darauf, wie du Entscheidungen triffst. Und dann brauchst du vielleicht einfach von dem, was du siehst, was du wahrnimmst, brauchst du so ein paar Leute, die weiterhin Vollgas geben und nach vorne preschen, dass du dich da so ein bisschen dranhängen kannst. Nathalie: Genau, und die sind aber auch Profis. Die haben alle einen Mentaltrainer, Psychologen und so weiter und so fort. Die geben nicht bei einem 0-2 auf. Aber es gibt tatsächlich einen Punkt, an dem du merkst, egal was du jetzt machst, du kriegst die Mannschaft nicht mehr. Und das spürst du. Das ist nicht so, du sprichst ja nicht mit jedem Einzelnen, aber du liest die Körpersprache, du siehst, wie sie in Zweikämpfe geht. Du weißt einfach, jetzt ist der Drops gelutscht. Jetzt brauch ich auch nicht mehr, meine Energie hochzufahren. Das machst du dann eher, weil du vielleicht noch einen Trainer beeindrucken willst oder bestimmte Zuschauer oder wie auch immer. ⁓ selber nicht schlecht dazustehen, versuchst du es dann nochmal, aber du weißt, das reichst du nicht mehr rum. Diesen Punkt gibt es auch. Andreas: Das finde ich, Lisa, ich bin da so gerade bisschen reingegreetscht. Vielleicht noch eine Frage dazu. Wie machst du das denn? Das finde ich auch spannend. Wenn ich mir die großen Spiele angucke, die wissen auch alle, dass jetzt Millionen von Leuten zu gucken, das ist wahrscheinlich dann Motivation genug. Aber wenn ein 7-1, die hören ja nicht auf. Die spielen ja trotzdem weiter, vielleicht nicht mit 130%, sondern nur mit 98 oder so. Aber ... Und da meinst du ... Lisa: Alles gut. Andreas: Das würde ich auch nachvollziehbar finden, dass du dann doch wieder Einzelleute hast und auch ein Team, das Stolz hat und sagt, wir lassen hier alles auf dem Rasen, wir ziehen uns jetzt nicht zurück. Nathalie: Ich glaube, Curaçao zum Beispiel, die ja nur ein 1 zu 7 verloren haben, die sind nicht mit der Haltung, also ich glaube, Ziel, das sie gewinnen, trägst du natürlich schon in dir, aber die wussten alle, die Wahrscheinlichkeit ist nicht so hoch. Aber du setzt das Ziel da auch nicht. haben sich wahrscheinlich gesagt, erstmal schon mal geil, dass wir überhaupt teilnehmen, geil, dass wir gegen Deutschland spielen. Wir wollen Spaß haben und wenn wir ein Tor schießen, das kann ich mir vorstellen, wenn wir ein Tor schießen, haben wir eigentlich schon für uns gewonnen. Und so kam sie auch rüber, finde ich. Also die setzen ihr Ziel einfach anders. Und ich finde, guter Trainer sollte das auch machen. Er realistische Ziele setzen und auch schon im Jugendbereich realistische Ziele setzen. Und da sind es manchmal, dass wir keine Ahnung, und so viel Ballgewinn haben, so und so viele Pässe oder mal bestimmte Standards gut erledigt haben. Man muss nicht immer gleich das große Ziel haben. wir gewinnen hier 2 zu 0. Das ist manchmal total unrealistisch und demotiviert auch. Und das macht dann einen guten von einem schlechten Trainer aus, diese Ziele realistisch zu setzen. Weil sonst kriegst du ja nur Schlappen die ganze Zeit. Und dann ist die Motivation auch irgendwann komplett im Keller. Andreas: Ja, da fällt mir nur ein und da höre ich dann aber auch auf. Die kleiner Hinweis zu Simon Sinek, der ja diese Infinite Game und Finite Game Geschichte erzählt hat, ich weiß nicht, ob er sie erfunden hat, der halt sagt, im Sport ist es eigentlich ein Finite Game oder Finite, je nachdem, wo man lebt. Man sagt, es gibt bestimmte Regeln und irgendwann ist die Zeit vorbei und dann hat einer gewonnen. Das ist also eine Geschichte, man ganz klar auf ein Ziel hin spielen kann. Und die Infinite Games wie Karriere oder Mein Leben, da sind so viele Unbekannte, da geht es gar nicht darum, irgendwas zu gewinnen, sondern geht es darum, am Spielzeit zu nehmen. Und ich habe das Gefühl, was du gerade sagst, da dreht sich das so bisschen. Ja, Fußball ist Finite, das ist irgendwann vorbei und einer hat gewonnen. Aber wenn man sagt, ich habe mein Ziel, dass ich ein Tor gegen Deutschland spiele, schieße zum Beispiel, ich habe dieses Ziel schon erreicht, kann ich vielleicht als Mannschaft das im Kopf drehen und kann sagen. Jetzt will ich Spaß haben, will ich Sachen ausprobieren, jetzt will ich guten Fußball spielen, jetzt will ich auf dem Feld rumlaufen und mal einen guten Tackle machen oder einen guten Pass oder so. Und auf einmal ist es gar nicht mehr dieses Endziel, was die Fans nachher auch haben wollen, sondern dann wollen alle Spaß haben. Nathalie: Ja, und ich glaube, dass viele das auch gar nicht als Finite-Game sehen, sondern in Finite, weil bei mir ist es ja auch so, ich spiele jetzt überhaupt keinen, also ich spiele manchmal mit den Kindern Fußball, aber ich spiele eigentlich überhaupt keinen Fußball mehr. Nichtsdestotrotz hat die Karriere beim Fußball mir so viel für meine spätere Karriere gebracht. Das heißt, alle Erfahrungswerte, die ich da sammle, gut wie schlecht, haben sich auf mein späteres Leben eingezahlt. Und du siehst es zum Beispiel an Undarf, den hatten wir auch in der Vorbereitung schon mal erwähnt. Der ist deshalb so erfrischend, weil der das Ganze auch nicht zu ernst nimmt. Der sagt, ist ein Fußballspiel, nicht mehr und nicht weniger. Und ich rufe einfach ab und habe Spaß und Freude daran. Und der begeistert nicht nur seine Mannschaft, sondern Millionen von Zuschauern, weil er tatsächlich die Leidenschaft drüber bringt. und entsprechend auch dadurch durch diese Leichtigkeit Sachen abrufen kann, die nicht möglich sind, wenn du dir zu viel Kopf machst. Also das ist eigentlich der Traum, glaube ich, Arbeitnehmer und jedes Fußballspieler ist, dass du diese Leichtigkeit hast und Spaß an dem hast und dann optimale Leistung abrufen kannst. Lisa: Und da kann ich jetzt einen wunderschönen Bogen schlagen und wir können zum Ende unseres Interviews kommen, weil tatsächlich nagelt man ja in dem Interview nach dem Spiel gegen die Elfenbeinküste den Undaf als Decider bezeichnet hat, also als Entscheider. Und das, finde ich, passt ja auch so wunderbar zu unserem Überthema. Ja, Entscheidung. Should I stay or should I go? Insofern mit dem Nagelsmanns Zitat, mehr Decider bei einer WM als er kann man gar nicht sein, war es wortwörtlich. Und jetzt bleibt ja eigentlich nur noch eine Frage offen. Und weil Natalie hier so als Super Experte uns gezeigt hat, worum es beim Fußball geht und wie das alles funktioniert mit den Entscheidungen beim Fußball. Beantwortest du uns jetzt sicher auch noch gerne die Frage, wer wird dein Weltmeister? Nathalie: Gab es nicht immer noch Orakel, irgendwas, was durch die Gegend schwamm und wenn sie dann aus dem Loch kamen, dann hat der und der gewonnen? Ganz ehrlich, ich so gar nicht sagen. Ich fand tatsächlich das Spiel England gegen Kroatien sehr, sehr, sehr spannend und ich könnte mir vorstellen, dass England eine sehr gute Chance hat, Weltmeister. Andreas: Wir heben uns immer die einfachen Fragen zum Schluss auf. Lisa: Wow! Ja, cool! Ganz, ganz vielen Dank, Nathalie! Das hat wahnsinnig Spaß gemacht. habe unglaublich viel gelernt und bin auf neue Gedanken gekommen. Und vielen, Dank, dass du da warst! Andreas: Natalie. Bis bald. Mach's gut. Tschüss. Nathalie: Herzlichen Dank für die Einladung. Lisa: Gangert, tschüss! Nathalie: Tschüss!