Lisa: Okay. Hallo Andreas! Andreas: Hallo Lisa! Na? Lisa: Na? Was machst du? Andreas: Wir sind schon Ich sitze im SISUZIK Studio. Kennst du Das ist der Podcast, den wir machen. SISUZIK steht für Should I Stay or Should I Go? Soll ich stehen oder soll ich gehen? Holper holper. Und das ist der entscheidende Podcast für alle, die zu lange vor dem Keksregal stehen. Und wir behandeln jede Woche Jeden Donnerstag kommt unsere Episode raus, eine neue Episode, in der wir behandeln, wie man dann so mit Entscheidungen umgeht. Und das machen wir heute auch. Lisa: Cool, guckst du gerade wirklich nur hier auf dein Computer und redest mit mir und machst diesen Podcast oder machst du vielleicht auch noch irgendwas parallel? Andreas: Ja, ich wollte eigentlich noch bügeln, aber das Lisa: Haha! Andreas: habe ich dann doch gelassen. Nein, jetzt habe ich mich aktiv dafür entschieden, allerdings, weil das ist ja manchmal nicht so. Also ich erinnere mich an ganz viele andere Situationen, wo ich das nicht so mache. Aber hier hast du jetzt meine volle Aufmerksamkeit. Lisa: Und liegt nicht vielleicht irgendwo dein Handy? Andreas: Hm? Lisa: Ja. Und möchtest du da nicht gleich Andreas: Ja, das ist guter Punkt. Lisa: mal drauf gucken, ob da eine Nachricht gekommen ist? Andreas: Hier, guck mal, ich hab's jetzt gerade weggelegt. Also ich hab sowieso Flugmodus an und Notifications aus, wenn ich einen Podcast aufnehme. Aber Lisa: ...von der Frau Böckle. Andreas: ich muss sagen, das ist beim Podcast vielleicht auch noch mal was Wenn ich in Meetings bin oder wollte gerade sagen, meiner Familie, obwohl mit meiner Familie bin ich auch recht gut dabei, das Handy wegzulegen. Aber im Büro nicht, da hab ich immer das Handy dabei. Und das piept auch manchmal. Lisa: Siehste, siehste. man lässt sich ja so schnell ablenken, und dann denkt man ja, ach... Guck mal, da hat es doch gerade gepiept irgendwie, da kann ich doch kurz eben lesen, wer da eine WhatsApp... Ach und dann antworte ich auch kurz und eigentlich nehme ich aber gerade einen Podcast auf. Okay, das ist bei dir nicht der Fall, du bist voll konzentriert, aber man kennt es vielleicht. Man sitzt in einem Zoom-Call oder in einem Live-Meeting mit Kollegen oder beim Elternabend und dann Andreas: Mhm. Lisa: will man doch mal ganz kurz eben gucken, wer hat da geschrieben, wie steht es eigentlich bei Sankt Pauli gegen Wolfsburg. Obwohl das wäre traurig, das war ja Samstagabend, wenn man da beim Elternabend sitzen müsste. Oder man bucht noch mal schnell eben den Urlaub, den man eigentlich geplant hat, während man eigentlich zuhören sollte. Oder sich am besten auch noch am Gespräch beteiligen sollte. Andreas: Also ich finde ja gerade bei so Zoom Calls ist das sehr verloggend, muss ich ganz ehrlich sagen, dass man sagt, so ich bin jetzt in diesem Meeting und gerade wenn ich das Meeting nicht leite und ich bin vielleicht auch mit 20 anderen Leuten dabei, dann kann man sich ja so ein bisschen in der Masse verstecken, dann zu sagen, ich bin vorm Computer und es merkt auch eigentlich keiner hoffentlich, ne? Also es guckt ja keiner auf alle 20 Gesichter Da muss ich gestehen, da habe ich das auch. diverse Male Lisa: Nein. Andreas: gemacht, dass ich sage, wenn es jetzt gerade irgendwie das Gespräch in die Richtung geht, von der ich vermute, da muss ich jetzt vielleicht nicht 100 Prozent dabei sein, dann kann ich ja mal eben schnell diese eine E-Mail schicken. Oder fünf. Lisa: Und da sind wir nämlich beim Thema Multitasking. Hört sich ja auch irgendwie geil an, so ein Computer. Computer können das Andreas: Mhm. Lisa: übrigens auch richtig gut, je nachdem, ob sie dann auch mehrere Prozessorkerne haben, die wirklich auch Aufgaben parallel fehlerfrei durchführen können. Aber das ist beim Menschen halt leider gar nicht so Andreas: Aber was du denn bei deinem Multitasking warst du in der Situation dann auch total stolz und effektiv oder nur hinterher? Lisa: Äh, nee, auch währenddessen. Also, und das ist nämlich so verrückt. beim Thema Multitasking. hat ja immer, glaube ich, viele haben schon gehört, dass das eigentlich gar nicht so gut ist und gar nicht so gut funktioniert. Aber trotzdem machen das ja viele Leute. Und ist es so, dass es einem tatsächlich ein gutes Gefühl erstmal gibt und zwar aus zwei verschiedenen Gründen, und da sind wir mal wieder bei unserem Gehirn und die sich das so entwickelt hat, dazu auch gerne nochmal die Folge hören zum Thema warum man eigentlich vor Gericht einen Vorteil hat, wenn einem mal eine Eisenstange durch den Kopf gefallen ist. Es ist so, dass im Gehirn, wenn du eine Information aufnimmst, also irgendwas piept oder leuchtet oder du siehst irgendwas, also jede Art von Reiz, Mach dich neugierig. Und dann ist es erstmal schon ein ganz starker Wunsch, diesem Reiz auch nachzugehen. Wo kommt der her? Und das ist tatsächlich so. Früher, als die Menschen noch nicht so viele Handys hatten, also sagen wir mal noch in Höhlen gelebt haben, da war das total sinnvoll, für diese Reize aufmerksam zu sein. Also was hat den Menschen wirklich motiviert, irgendwie weiterzumachen und irgendwas zu tun? Klar, das war einmal Fortpflanzung, deswegen haben die meisten Menschen auch mal Lust auf Sex, das hat sich nicht so geändert. Dann das Thema Essen, also Essen macht Spaß und da hat man Bock drauf und das ist ganz gut, weil wenn man nicht isst, dann wäre man ja auch irgendwann nicht mehr da. Und das dritte ist eben das Thema Information, das ist halt wichtig, wenn du durch den Wald läufst, dass du irgendwie siehst, guck mal, da blühen jetzt schon die Beeren, da oder da wachsen schon die Beeren, die kann ich jetzt schon ernten oder Du hörst in der Entfernung ein unbekanntes Geräusch und weißt, jetzt muss ich vorsichtig sein und vielleicht meinen Weg ändern. Das ist tatsächlich ein ganz altes Muster im Gehirn, dass man auf Reize reagieren soll und muss. Allein die Aussicht darauf, eine neue Information zu macht dich schon glücklich schüttet, also dann Dopamin aus im Gehirn. Andreas: Und Lisa: heißt, jetzt ganz praktisch Du sitzt im Meeting und dein Handy piept oder vibriert oder leuchtet auch nur leise und allein so, das könnte jetzt was wichtiges, interessantes sein, das schüttet schon Dopamin aus. Und wenn du dann das Handy nimmst und vielleicht irgendwie deinem Bruder noch schnell antwortest, ja, ich hab heute Abend Zeit, dann kommt nochmal eine positive Ausschüttung im Gehirn so, ha, jetzt hab ich was erledigt. Also du hast quasi zwei Stellen, wenn du einem Reiz nachgibst und kurz ins, ich sag mal in Anführungsstück Multitasking verfälzt, hast du quasi zwei Gründe, warum dich das auch glücklich macht. Andreas: Und ich muss an den Zyganic-Effekt denken. Den habe ich irgendwann mal gelernt, als ich anderen Leuten irgendwas beibringen wollte. Und das ist diese Cliffhanger-Geschichte. Also, dass ich das Lisa: Mhm. Andreas: Gehirn Sachen sehr gut merken kann und auch nicht abschalten kann, wenn sie nicht fertig sind. Also, wir kennen das alle. Er läuft auf die Klippe zu und er springt und unter ihm sind 25 Meter Tiefe. Und wenn er unten aufschlagen würde, dann wäre er tot. dann... So, und dann willst du eigentlich wissen, wie es weitergeht. Also, daran muss ich denken. Also, das heißt... vorneweg das erste den ersten Gedanken den ich hatte war dieses Signal dann zu unterdrücken also mein Handy piept oder blinkt oder irgendwas mein Urinstinkt sagt ich will daran und ich also meine Chemie im Körper sagt schon da muss ich jetzt eigentlich reagieren also ich muss mich ganz bewusst ich muss meinen Kopf einschalten ganz bewusst mich dagegen zu wehren das ist ja schon mal anstrengend so und dann kommt Lisa: Genau. Andreas: der zweite Teil jetzt habe ich diese Nachricht gesehen ich gucke nur mal eben schnell ist ja auch eine Sache die die oft bereue, wenn ich mich auf was anderes konzentrieren will und dann mal eben schnell gucke, weil dann geht natürlich sofort der zweite Film los. Weil jetzt weiß ich, worum es geht. Jetzt weiß ich, mein Bruder wartet noch auf die Antwort, ob ich heute Abend kann oder... Ich habe Lisa: Mhm. Andreas: eine E-Mail gesehen, dass irgendwas nicht kommt und ich muss irgendwie reagieren und irgendwo einen Code eingeben und irgendwelche anderen Sachen machen. Also das zieht dann immer ganz viele Sachen hinter sich. Und das ist dann auch wieder so eine Sache. Also ich habe zweimal die Situation, dass meine gesamte Körperchemie sagt, du musst dich dem jetzt zuwenden. Das dann aktiv zu unterdrücken ist auch echt schwer. Und das würde ja dann dafür Lisa: Genau. Andreas: sprechen zu sagen, ja gut, dann mach ich es halt eben schnell, weil dann ist es ja auch so eine, na mach ich eben schnell. Alles, weniger als zwei Minuten ist, Lisa: Ja, Andreas: sollte man schnell machen. Dann ist es auch weg. Und dann bin ich da beruhigter. Lisa: Du bist aber tatsächlich jetzt gedanklich schon einen Schritt weiter, weil dir ja bei diesem Beispiel, wie du das erklärt hast, schon bewusst ist, das ist jetzt eine Ablenkung und dann antworte ich kurz meinem Bruder und mache dann das andere weiter. Das Fatale ist aber, dass ganz viele Leute eben dem Mythos aufsitzen, dass sie das ja parallel machen können. Ich höre ja weiter zu, ich schreibe nur eben gleichzeitig die E-Mails. oder die WhatsApp an meinen Bruder. Und das ist wirklich ein Fehlschluss, ich habe das mal so schön erklärt bekommen, wenn du Aufgaben hast, die wirklich deine Aufmerksamkeit und deinen Gehirn beanspruchen, also etwas kognitiv Anspruchsvolles und dazu gehört selbst eine WhatsApp an deinen dann Du hast aber im Gehirn nur die Möglichkeit, eine Sache gleichzeitig zu fokussieren. Und da gibt es ein ganz schönes Beispiel. Es gibt quasi ein Areal im Gehirn, das diese Aufmerksamkeit steuert und beschreibt und du kannst dir das vorstellen wie eine Bühne. Du stehst auf einer Theaterbühne Andreas: Mhm. Lisa: und du hast irgendwie einen Dialog da oder irgendeine Action. Du hast aber nur einen Scheinwerfer. jetzt fällt mir auch ein, welches Lied der Woche ich haben wollte. Andreas: die der Woche. Ja klar. Lisa: Natürlich Super Trooper von ABBA, weil Super Trooper ist ja ein ganz bekanntes Modell gewesen für einen Spot für die Bühnenbeleuchtung, also so sogenannten Andreas: Nein! Lisa: Verfolger, wo du bei einer Show dann einen bestimmten Personen in Szene setzt. Also Super Trooper von ABBA. Jetzt darfst du natürlich... Ja? Andreas: Warte, warte, stopp, stopp. Entschuldigung. SuperTrupa ist der Name für ein Spotlight. Lisa: Ja, das ist, glaube ich, sogar ein Firmenname gewesen oder ein Modellname. Andreas: Crazy! Ja, guck mal, wir können eigentlich aufhören. Also wir haben unseren Bildungsauftrag hier, für mich zumindest, aber das weiß ich noch gar nicht. Super, super, okay. Ach so, Lisa: Nee, da hab ich dir wieder was beigebracht. Aber du darfst jetzt auch noch kurz ein Litter Woche sagen. Andreas: ich hab auch mal ein Lied der Woche und zwar hab Wind U Up von Bernhofft genannt. Bernhofft ist ein norwegischer Künstler und der groß geworden. weil er dieses Loopstation-Dings da sehr gut macht. Also der stellt sich auf die Bühne alleine und hat irgendwie Lisa: Na? Andreas: drei Gitarren und fängt dann an, eine Spur nach der anderen selber aufzunehmen und sie übereinander zu legen. Und dieses Wind You Up, wenn ihr da mal reinhört, da kriegt man das so bisschen mit, weil sich der Song auch so aufbaut mit so Harmonien und mit so, er klopft dann irgendwann auf die Gitarre und spielt, ne, hört mal rein. Und da muss ich dann denken, also der macht auch nicht Multitasking. wenn man ehrlich ist, sondern der Lisa: Hallo? Andreas: macht halt ein Ding nach dem anderen und legt das dann übereinander und dann wird ein Song groß. Anyway, Wind You Up, Bernhofft, meine Wahl. Lisa: Wir haben zwei skandinavische Künstlerinnen oder Gruppen. Das war jetzt auch eine Art Cliffhanger. Wo war ich stehen geblieben? Du hast im Gehirn eine Bühne, Andreas: Ja. Lisa: wo was passiert, aber du kannst deine Aufmerksamkeit, also deinen Super Trooper-Verfolgerscheinwerfer immer nur auf eine Sache lenken. Das ist tatsächlich einfach hirnphysiologisch so. Das kann man auch nicht anders. auf einmal meine volle Aufmerksamkeit schenken, die tun das in Wirklichkeit gar nicht. Andreas: Also wenn mir das unterkommt, diese Argumentation, das ist oft ein Mann-Frau-Ding. Und das natürlich auf ganz andere, unterschiedliche Weisen vielleicht problematisch. Aber das ist mir tatsächlich öfter vorgekommen. Ja, Männer können ja nicht mal die Tasken, aber Frauen können das ja ganz viel. Und ich werde mich jetzt nicht bemühen, Beispiele zu finden, was mir entgegengebracht wird, weil ich tatsächlich auch der Meinung bin, das geht nicht. Aber ich bin ja auch ein Mann. Also für alle, die... der Meinung sind, dass das was mit Geschlecht zu tun hat, würden meine Argumentation wahrscheinlich sowieso nicht verstehen. Aber du sagst, es ist wissenschaftlich bewiesen, vermute ich, oder dass das Gehirn halt wirklich sich auf eine Sache konzentrieren muss. Und es gibt einen Bereich, der sich fokussiert. Und dieser Bereich ist dann halt quasi im Spotlight oder belegt mit der Aufgabe, die er gerade machen muss und kann keine andere Sache machen, es sei denn du switchst. So habe ich das jetzt verstanden. Lisa: Genau und es gibt tatsächlich Untersuchungen dazu, ob das bei Männern und Frauen verschieden In Experimenten hat man herausgefunden, dass es tatsächlich nicht verschieden ist. Also Männer können das genauso wenig wie Frauen, Frauen genauso wenig wie Männer. Es ist aber so, dass die Fähigkeit zwischen zwei Aufgaben hin und her zu switchen die ist tatsächlich unterschiedlich bei Menschen. Also manche können das schneller, Andreas: Mhm. Lisa: manche können das weniger schnell, aber auch das scheint keinen Geschlechterzusammenhang zu haben. Andreas: macht das Alter einen Unterschied? Lisa: Ja, macht es auch. Was aber daran vor allem interessant ist, ist, dass wir genau dieses schnelle Hin- und Herswitchen eben mit Multitasking verwechseln. Also es ist ja nicht so, dass wenn wir zwischen zwei Aufgaben hin- herswitchen, dass das irgendwie anderthalb Minuten dauert und man muss dreimal tief durchatmen und der Scheinwerfer im Gehirn geht dann ganz langsam vom Zoom-Meeting zu deinem Handy und deinem Bruder und wieder zurück. Das passiert natürlich wahnsinnig schnell, da feuern die Neuronen. Aber trotzdem kostet das Kraft und Energie, das Gehirn. deswegen spricht man da auch von Task-Switching-Cost. Task-Switching eben deshalb, weil das eigentlich der richtige Begriff ist für Multitasking, weil du wirklich die Aufgaben eben switcht hin und her. Und das ist eben mit Kosten, will sagen mit Energieverbrauch verbunden. dein also kostet einfach mehr Kraft und führt dazu, dass du die Aufgaben im Prinzip langsamer erledigen weil du ja auch dieses hin und her switchen hast, als wenn du sie hintereinander machst. Plus es ist für dich auch stressiger, also es wird Cortisol ausgeschüttet, wenn du an mehrere Sachen vermeintlich gleichzeitig denkst. Es passieren mehr Fehler, weil du halt nicht den vollen, also du hast den vollen Fokus, aber dieses Hin und Her springen, dadurch entsteht immer eine Lücke. Stell dir vor, zwei Leute singen ein Duett und die Frau hat gerade irgendwie die super High Note und da ist der Scheinwerfer voll drauf und fällt der Mann mit ein. Dann musst du ihr rüberschwenken, den Super Trooper und du hast wirst nie beide gleichzeitig im Spotlight haben. Du wirst immer eine kleine Lücke haben, wo du keinen von beiden richtig fokussierst. Und deswegen ist dieses Hin und Her-Switchen, das kommt einem vor wie Multitasking, ist aber tatsächlich nicht so und führt tatsächlich dazu, dass du mehr Fehler machst und eben langsamer bist, als wenn du die Aufgaben hintereinander machst. Andreas: Also zwei Beispiele fallen mir dazu ein. Das eine ist, du sitzt im Auto und unterhältst dich und gerne auch angeregt und intensiv. Also nicht nur so, wie war dein Wochenende, sondern nehmen wir mal an, du hast was Wichtiges oder sehr Interessantes zu besprechen Lisa: Was denn? Andreas: und fährst dabei Auto. Dann ist ja erstmal Autobahn, sagen wir mal. Dann musst du Lisa: Ja. Andreas: ja vermeintlich relativ wenig machen. Du musst zwar in den Rückspiegel gucken, aber das geht so mehr automatisch. Und das wirst du, Lisa: Mh. Andreas: glaube ich, ganz schnell hin und her. Und das stört dich auch nicht weiter. Also wenn ich jemandem zuhöre und gleichzeitig mal eben in Rückspiegel gucke, das merke ich ja kaum. Lisa: Mhm. Andreas: dann muss ich schneller werden oder langsam, ich muss mal eben schalten. Dann switche ich natürlich relativ schnell zu einer überwiegend automatischen Handlung. Lisa: Ja? Andreas: Ja, ich muss nicht viel nachdenken beim Aber sicherlich werde ich mal eben den Fokus ändern auf, dass ich den Gang treffe oder was meine Füße machen oder wie auch immer. Und dann bin ich aber so schnell sofort wieder in dem Gespräch. Also das merke ich gar nicht. Dieser Lisa: Hm. Mhm. Ja. Andreas: Super-Truper ist dann sehr schnell. Und der eigentliche Fokus bleibt auch auf dem Hauptthema. So das wäre das eine Beispiel. Das zweite Beispiel. Ja klar. Lisa: Ich mich da kurz eintragen. Tatsächlich ist das Autofahren ein gutes Beispiel und das könnte man schon fast zu einer Aufgabe zählen, die gar nicht unbedingt auf der Hauptbühne abläuft, weil du das so automatisiert hast und so in dir drin hast, da muss gar nicht unbedingt der Scheinwerfer hin. Es kann also gut sein, dass das etwas ist, das einfach backstage abläuft, kümmert sich irgendein netter Bühnenmitarbeiter drum in deinem Gehirn. fürs Schalten oder mal gucken, wo die nächste richtige Ausfahrt ist. Da muss man vielleicht mal kurz auf die Bühne leuchten, aber so automatisierte Sachen, die können tatsächlich parallel ablaufen. Fun Fact, du hast jetzt wahrscheinlich in den letzten 20 Minuten, die wir schon quatschen, auch geatmet. Kann das sein? Andreas: Jetzt gerade sehr deutlich, weil ich sehr hart ausgeatmet bin. Ich meine mich zu erinnern, ich habe wahrscheinlich geatmet. Lisa: Ja, ich habe auch... könnte mir vorstellen, dass du dir vielleicht zwischendurch auch mal die Brille zurecht gerückt hast oder die Haare aus dem Gesicht gewischt und so. Also Dinge, die wirklich keine Aufmerksamkeit erfordern und die womöglich auch einfach vom ganz alten Stammhirn gelenkt werden, wie Gehen oder Atmen oder so Automatismen, die können parallel ablaufen. Das ist dann auch kein Task Switching in dem Sinne, weil das einfach nicht den Aufmerksamkeitsscheinwerfer benötigt. Andreas: Und das heißt, wenn jemand bin, der ganz, ganz viel Auto fährt, dann gibt es bestimmte Sachen, die beim Autofahren auch eher in den Bereich fallen, sagst du. Lisa: Genau. Oder wenn du vielleicht auch mal dich anders fortbewegst und mit jemandem spazieren gehst und dabei ein anstrengendes Gespräch führst, dann musst du trotzdem nicht bei jedem Satz stehen bleiben, weil du auch laufen kannst, während du nachdenkst und sprichst. Das hat natürlich auch wieder so fließende Übergänge, wenn du dann vielleicht nicht die Alzer spazieren gehst, sondern im Gebirge unterwegs bist und auf deine Schritte aufpassen musst und irgendwie aufpasst, dass du nicht abbruchst. oder auf den Stein tritts oder stolperst, dann kann es sein, dass du auch den Faden verlierst im Gespräch und dann eben doch mal kurz auch die Schrittfolge auf die Bühne musst, damit du dich da nicht Andreas: Mhm. Lisa: verherrderst, weil du dann wieder deine Aufmerksamkeit tatsächlich brauchst. Also Andreas: Also wenn du stolp hast oder wenn du dich beim Autofahren verschaltest oder so, dann switch dein Gehirn ganz schnell dahin und sag, warte mal, hier müssen wir mal eben aufpassen. Lisa: Ja, es muss gar nicht unbedingt ein Fehler passieren. Es kann einfach sein, du fährst plötzlich eine unbekannte Strecke oder du bist mal irgendwie Andreas: Mhm. Lisa: in den Serpentinen in einer Toskana unterwegs und nicht mehr auf A7 Richtung, weiß ich nicht, dass du dann einfach doch deine volle Konzentration fürs Autofahren brauchst und wenn du dich währenddessen dann einem schwierigen Gespräch widmest, landest du vielleicht irgendwo, wo du gar nicht hin wolltest. Andreas: Okay, und jetzt nehmen wir das mal. Das macht total Das ist sehr einleuchtend. Jetzt nehmen wir mal das. Ich bin im Zoom Meeting. Meeting mit, wir sitzen mit 20 Leuten im Konferenzraum. Das ist nochmal eine andere Geschichte. Da würde ich gleich gerne auch nochmal rein. Aber vorher vielleicht die Zoom Meeting, wo also ich zumindest den Anschein erwecken kann, nicht gesehen zu werden. Also wo ich vielleicht die Hürde noch was anderes zu machen, vielleicht nicht ganz so hoch ist, weil ich nicht das Gefühl habe, ich werde erwischt oder oder bewertet. Ich würde behaupten, wenn wir gerade sagen, so bestimmte Sachen sind mehr oder weniger automatisch, ich würde behaupten, eine E-Mail schreiben und beantworten, kann man nicht so richtig automatisieren. selber, KI kann das leider, aber man selber nicht. Und auch im Meeting richtig zuhören kann man auch nicht automatisieren. Also das heißt, wenn ich im Meeting bin und sage, ich möchte eigentlich gerne dem folgen, was da quasi auf der Bühne passiert im Sinne von, was in diesem Meeting besprochen wird. und ich gleichzeitig eine E-Mail mache, das ist dann nicht automatisch, sondern da muss ich wirklich switchen und mein Fokus geht auch ziemlich überwiegend zu einer der beiden Aufgaben. Lisa: Richtig und das führt eben dazu, dass du beide Aufgaben nicht richtig gut machen kannst. wirst für beides länger brauchen bzw. Fehler und einfach dieses Gefühl von, ich bin ja total effizient, weil ich habe zwei Sachen auf einmal ist dann am Ende eigentlich ein Fehlschluss, du womöglich die Sachen eben schlecht mit längerer Dauer gemacht hast. Andreas: Naja, oder anstrengend. Also wenn ich mich versuche zu erinnern, ich versuche das zu vermeiden, aber habe ich auch gemacht und habe dann so das Gefühl, also am schlimmsten ist es ja, also wenn das Meeting langweilig ist und auch mich eigentlich nichts angeht, dann fine. Wenn ich so das Gefühl habe, ich muss ja eigentlich nur präsent sein, komme ich vielleicht für mich selber damit durch. Also wenn ich jetzt nur auf mich selber nicht die äußere Bewertung von anderen, sondern nur mich selber betrachte. Und dann ist aber, weiß ich auch, es gibt die Situation, wo du eigentlich zuhören musst und dann kommt aber was ganz Dringendes. Du musst jetzt innerhalb Lisa: Hm. Andreas: von fünf Minuten das Logo abschicken, weil sonst die Drucker-Deadline, keine Ahnung, solche Dinge. Also nehmen wir mal an, das ist wirklich, du musst jetzt eigentlich diese E-Mail machen. Aber dann passiert ja oft auch Folgendes. Ich sehe diese, diese, diese Blinken. Nö, und was du sagst, ich möchte da gerne hingucken. Und dann gucke ich da eben schnell hin und dann bin ich aber wieder mit dem Kopf im Gespräch, weil ich weiß, dieses Meeting ist auch wichtig, aber ich weiß im Hinterkopf, ich muss jetzt aber schnell dieses Logo schicken und dann versuche ich die Lücke zu finden in dem Meeting. Und dann mache ich mal schnell diese E-Mail und jetzt nehmen wir mal an, ich schreibe diese E-Mail und ich versuche die richtige Datei zu finden. Also ich muss mich wirklich jetzt auf diese E-Mail konzentrieren und in dem Moment wird im Meeting mein Name gesagt. Lisa: Mh. Andreas: Da muss ich ja schnell wieder zurückswitchen und mich hoffentlich daran erinnern, was ich eben so halb unterbewusst nur mitgekriegt habe, weil ich eigentlich mein Fokus war woanders. Und jetzt habe ich zwei Sachen, die nicht fertig sind. Jetzt muss ich in diesem Meeting improvisieren und ich weiß aber gleichzeitig im Hinterkopf steckt immer noch, verdammt ich muss aber diese E-Mail auch noch. Also jetzt switch ich. hin und zurück und hin und zurück und hin und zurück und mach beides nicht richtig und mit vollem Fokus, weil ich immer wieder rausgerissen werde und das ist natürlich super anstrengend. Also da wäre es natürlich besser und das glaube ich ist mir noch nie in einem Meeting passiert, wenn ich ehrlich bin, zu sagen, ich antworte gleich auf deine Frage, ich muss wirklich mal eben diese E-Mail schreiben. Ja Lisa: Ja. Andreas: also, gerade wenn 20 Leute im Raum sind, ist das glaube ich auch Lisa: Ja. Andreas: keine gute Option. Aber das meinst du, dass du halt sagst, jetzt habe ich zwei Sachen, die mein Gehirn belasten und das ist sehr anstrengend, besten Fall immer hin und her zu switchen. Lisa: Und da ist es eigentlich ganz schön, weil das ja auch unangenehm ist für dich und du wirkst dann unkonzentriert und irgendwie als ob dich das nicht interessieren würde, was in dem Meeting passiert, dass man sowas schon vorher abspricht. Also das vielleicht schon als erste kleine Idee, bevor man ein Meeting anfängt. gerade persönlich, also wenn das Meeting online ist, ist das finde ich immer so bisschen awkward, aber vielleicht haben wir da ja auch noch eine dass man sagt so, hey, dieses Meeting dauert jetzt 55 Minuten und wir brauchen eure volle Aufmerksamkeit, bitte alle Laptops zuklappen. Oder was wir auch in der Firma früher manchmal gemacht Laptops waren dann schon sozusagen, das war klar, dass es keine Laptops gibt, aber das Handy, auf dem Tisch liegt. Und wir haben tatsächlich kleine Schlafsäcke genäht für die Handys, das so bisschen spielerisch zu machen. Also es waren im Prinzip Handytaschen aus Filz mit Logo drauf und alles irgendwie ganz ganz hübsch. Und dann durfte wenn man wollte, am Anfang des Meetings oder des Workshops sein Handy in einen Schlafsack tun und vorne in eine kleine Babyholzwiege legen, damit das Handy einfach mal während der Besprechung schlafen kann. Und man durfte dann als Belohnung, weil man so tapfer war und sein Handy abgegeben durfte man den Schlafsack dann auch behalten, also das Andreas: Nein. Lisa: Handyschutz-Täschchen. da war es dann aber auch egal ob Handy oder völlig in Ordnung und das haben wir dann auch gefragt, so, hey und wenn jemand weiß, heute kommt noch eine wichtige Mail oder man muss auf eine Sache antworten oder man muss vielleicht auch mal zwischendurch kurz raus, dann sagt das einfach jetzt, Andreas: Mhm. Lisa: Und das war dann auch irgendwie völlig okay, dass dann einer sagt, auch zwei, irgendwie, ja, ich muss 12 nochmal kurz telefonieren oder ich muss leider mein Handy im Blick behalten, weil ich noch auf eine wichtige Antwort warte und dann ist ja auch keiner, keiner böse. Aber es halt schon ein Unterschied, ob einer in einer Zehnergruppe mal so bisschen aufs Handy guckt, als wenn das zehn Leute machen. Plus auch eine interessante Studie, die ich noch gefunden habe, selbst wenn das Handy nur in Reichweite liegt. und zwar auf dem Bauch quasi und du siehst nicht, ob es blinkt und es kann nicht vibrieren und es liegt da einfach so, dann lenkt es ab. Also da gibt es Experimente zu, dass wenn das Handy, auch nur wenn es da liegt und man es nicht anfasst, die Möglichkeit, dass ein Reiz kommen könnte, also wieder unser altes Gehirn sozusagen, die Menschen schon ablenkt und dazu führt, dass man es dann doch in die Hand nimmt und dann ist ja vielleicht auch eine Benalt. Nachrichtigung da, also höchstwahrscheinlich auch noch Und tatsächlich macht es einen Unterschied, ob du das auch aus deinem Sichtfeld rausräumst. Und das ist so ein kleiner Trick, dann in Meetings vielleicht solche Situationen zu verhindern. Andreas: Ja, meine, dieses Phantrumbrummen kennst wahrscheinlich auch, oder? Also du hast dein Handy in der Tasche und du bist sicher, es hat gerade vibriert. du hast es gemerkt, dann guckst du und tatsächlich in den letzten 30 Sekunden seit du das letzte Mal geguckt hast, kam nichts Neues. Also du musst dich quasi selber entscheiden, wem du jetzt mehr glaubst, deiner komischen Intuition. Das kennen wir. Also ich erinnere mich auch an Situationen, wo von sich aus gesagt haben, nicht missverstehen. Ich muss mein Handy im Blick haben, weil meine Frau kriegt gerade ein Kind oder so. Also so, wo man dann sagt, ich habe einen echt guten Grund, warum ich das gerne hier sichtbar haben möchte. Und ich habe das Gefühl, während ich dir gerade zugehört habe, auch, glaube ich, dass alle anderen dann auch, vielleicht fällt es anderen dann leichter, tatsächlich nicht ihr Gerät da zu haben und nicht drauf zu gucken, weil sie selber keinen guten Grund haben. Also wenn alle einfach ihr Handy da liegen haben, dann kann ich mein, es ist auch ein Liegen. Und dann scheint das ja akzeptiert zu sein, dass sich das alle machen. Aber Lisa: Kanal! Andreas: wenn nur die Leute, die einen guten Grund haben, machen, vielleicht hält es mich dann eher davon ab, sagen, ich darf jetzt auch mal eben gucken, weil eigentlich darf ich nicht mal eben gucken, weil meine Frau ist gerade nicht im Krankenhaus. Lisa: Genau. Jetzt habe ich gerade ein ganz schlechtes Gewissen, weil ein Kind zu bekommen ist tatsächlich, finde ich, sehr guter Grund, dass das Handy in Reichweite sein muss. Und ich habe diesen Grund mal total schamlos ausgenutzt, obwohl gar kein Kind gekommen Ich hatte früher sehr große Probleme mit Yoga. Ich habe immer Andreas: Hmm. Lisa: mal wieder versucht mit Yoga anzufangen, weil ich dachte, jeder macht das und da muss doch irgendwas dran sein. Da hat mich ein guter Freund mit ins Yoga-Studio genommen und gesagt, komm, wir probieren das mal und das war total cool. Tatsächlich hatte ich die mein Handy zu achten, weil eine Freundin mir schwanger war und ich gesagt habe, wenn es losgeht, passe ich auf das andere Kind auf. Deswegen musste mein Handy in Reichweite bleiben. auch mit der Yogalehrerin vorher abgesprochen, Andreas: Mhm. Lisa: dass ich mein Handy auf die Matte liege und dann es geht vielleicht jeden Moment los, das war dann auch in Ordnung und ungefähr 6 minutes into the Yoga-Lessen war ich so im Arsch und fand alles so bescheuert und diese komischen Wörter und diese Rumge-Strecke und ich war überhaupt sowieso die Ungelenkigste und Also alles scheiße und dann habe ich dieses Handy gesehen und gedacht, stehst da so ein herabschauenden Hund, glotzt auf das Handy, denkst irgendwie so, warum kann das Kind jetzt nicht kommen? Ja. Andreas: Das ist mein Ticket Lisa: Moment, das Kind muss gar nicht kommen. kann auch einfach so tun, als würde es kommen. Und ich habe dann die Matte und das Handy geschrabt und gesagt, Entschuldigung, geht los. Also insofern, ja, es ist ein guter Grund, aber das muss ja am Ende auch jeder selber entscheiden, wenn für dich ein guter Andreas: Ja, finde ich auch. Lisa: Grund ist. Du musst ein Logo freigeben. Wissen wir alle. jetzt im Vergleich zu anderen Jobs nicht so wahnsinnig wichtig. Habe ich nämlich auch was interessantes zu gelesen. Zum Beispiel, wenn du als Fluglotser oder Fluglotsin arbeitest, dann ist Andreas: Mhm. Lisa: Ablenkung halt echt tödlich im wahrsten Sinne des Wortes. Und da gibt es eben ganz krasse eben jegliche Ablenkung zu vermeiden, wie da die Räume gestaltet sind, was mit Andreas: Erklär nochmal was ein... Warum ist das so wichtig? Lisa: Als Fluglotse bist du ja für einen bestimmten Bereich im Himmel, in der Luft zuständig, wo gerade welches Flugzeug unterwegs ist und da brauchst du die volle Konzentration und wenn du dann halt nur eine Sekunde mal auf dein Handy guckst, zu gucken, wie das Wetter morgen wird oder ob dein Mann schon wieder zu Hause ist von seiner Urlaubsreise oder whatever, Dann können im Zweifel halt einfach zwei Flugzeuge kollidieren. Andreas: Ach so, weil dein Job ist, die Punkte vor dir auf den Blick zu haben. Jedes Flugzeug ist ein Punkt und wenn die zu dicht aneinander kommen, dann müsstest du reagieren. Ja, Lisa: Kanal. Andreas: okay. Lisa: Und ein Beispiel am Boden war ja zum Beispiel 2016 gab es einen ganz schrecklichen Bahnunfall in Bad Aibling, wo Züge kollidiert sind, weil der Fahrdienstleister, das hat man dann nachher rekonstruieren können, hat eben parallel auf seinem Handy ein Spiel gespielt und deswegen die Signale nicht richtig gesetzt oder was auch immer der da macht. Und da gab es, ich glaube sogar elf Tote. Insofern, wir reden jetzt hier so bisschen witzig von haha und dann habe ich das Logo und dann war das ein bisschen peinlich, aber es gibt durchaus eben auch wo eine Ablenkung und ein vermeintliches ach das kann ich ja eben parallel machen, Multitasking eben wirklich fatal sein können. Andreas: Also ja, ich den Aspekt, den wir eben hatten von, selber sagen kann, ich habe einen guten Grund, warum ich aufs Handy gucken muss, also das mag eine Deadline sein oder ein kommendes Kind oder wie auch immer, das finde ich gut. Aber den zweiten Punkt, den ich noch erwähnen wollte, was ich auch gut fand, ist, man kann das ja auch anmoderieren. Also wenn das mein Meeting ist, dann kann ich ja auch sagen, So, hätten gerne eure volle Aufmerksamkeit. Gibt es jemanden im Raum, auf etwas Dringendes wartet oder so? Dann bitte ich jetzt mal eben sagen. Also, man das quasi auch willkommen heißt quasi oder zumindest die Möglichkeit bietet, dass die Leute sich nicht selber melden müssen, sondern dass man einmal das vorher sagt und ja dann auch die mit der Konsequenz natürlich zu sagen, wer jetzt den Arm nicht gehoben hat, naja, dann also packst du auch bitte weg. Also dann ja auch diese soziale, diese soziale Komponente damit einbauen und sagen. Also dann müsste allen auch bewusst sein, dass sie jetzt wirklich da eigentlich auch nicht drauf gucken sollen. Also dass man das mit anmoderiert, finde ich auch nochmal eine gute Idee. Lisa: Da kommen wir dann auch nämlich genau zu unserem Thema Entscheidungen, weil man kann natürlich dieses Task Switching auch immer wie eine ganz kleine Entscheidung sehen. gucke ich jetzt aufs Handy oder Mache ich jetzt eben parallel? Ich nicht, eigentlich sitze ich hier mit einer Freundin und trinke Kaffee, aber ich muss noch mal kurz mir aufschreiben, was ich einkaufen will. Also wirklich zwei kognitive Sachen aufeinander machen. Und das sind ganz oft unbewusste Mini-Entscheidungen, die man dann ja trifft, die halt dazu führen, dass man dann die Tasks switcht. Aber wenn man da hinbekommt, und das hast du am Anfang ja schon ganz gut gemacht, sich diese Entscheidung bewusst zu machen sagen, ich entscheide mich jetzt dagegen, ist halt natürlich eine Möglichkeit, fokussiert zu bleiben. Aber viel einfacher ist es, sich einen Rahmen zu schaffen durch die Entscheidung, ich bleibe jetzt fokussiert im Workshop und ich klappe meinen Rechner zu und ich pack das Handy in die Tasche. Und solche Entscheidungen Andreas: Mhm. Lisa: kann man natürlich nicht nur in der Gruppe, sondern auch auch für sich selber treffen im Arbeitsalltag, dass man einfach sagt, ich meine, das ist auch ein Klassiker. in Selbstorganisation oder irgendwie im Zeitmanagement. E-Mails lese ich nur von 9 bis 10 und von 13 bis 14 Uhr. Das blocke ich mir im Kalender und dann sind nur E-Mails dran. Und wenn man diese Entscheidung trifft und sich daran hält, dann hat man schon mal von 10 bis 12 Uhr, weil dann muss man ja noch Mittagspause machen, einen Störfaktor, nämlich die E-Mails, abgeschaltet. Und man kann sagen, mein privates Handy packe ich in die Tasche und das packe ich nur in der Mittagspause aus. Also, dass man sozusagen Aufgaben eben auch fokussiert machen kann, weil man Störfaktoren und Ablenkungen, die dann zum Task-Switching, also AK-Multitasking führen, eben eliminiert. Andreas: Also zum Thema E-Mail noch mal, ne? E-Mails beantworten, also lesen und beantworten, klingt ja so wie, ich mach mal eben schnell meine E-Mails und da gibt's ja aber auch Abstufungen von E-Mails, wo ich nur sagen muss, ja, ich kann nächsten Donnerstag, mach mal den Termin klar, also so kurze Sachen oder Lisa: Mh. Andreas: ich schick mal eben irgendein Logo hin bis hin zu E-Mails, wo drin steht. Wir haben letzte Woche im Meeting besprochen, dass wir diese Geschichten machen, jetzt hab ich aber noch zwei Gedanken dazu gehabt und Können mal eben hier meine Bedenken ausräumen oder so. Also Sachen, ich Lisa: Vielen Andreas: mehr Zeit mit verbringen muss. Oder noch besser, E-Mail. Ping-Pong, ja, ich schicke ein E-Mail. Hey, kannst du nächsten Donnerstag? Ja, ich kann nächsten Donnerstag. Okay, dann kommt eine E-Mail zurück. Wie ist denn so drei? Dann schicke ich wieder eine. Nee, drei schlecht. Was ist denn am... Also, dass man so eine... Ich glaube, ich habe das Gefühl, ich habe eine Aufgabe abgegeben, weil ich eine E-Mail beantwortet habe. Und dann kommt aber immer was zurück. Hey, kannst du mir Lisa: Mh. Andreas: einen Report schicken? Ja, kann ich machen. Bing, vielen Dank. Bing, ja, sehr gerne. Bing, ja, finde ich wirklich toll, dass du das nochmal eben gemacht hast. Bing, du, das habe ich wirklich sehr gerne gemacht. Also auch diese E-Mails, die manchmal nicht aufhören. Lisa: Ja. Andreas: Und da finde ich auf der einen Seite, wenn man das hinkriegt zu sagen, ich mache mal eben, also du sagst als Vorschlag, und das finde ich auch legitim und habe es tatsächlich noch nicht wirklich oft geschafft, wenn ich ganz ehrlich bin, zu sagen, okay, ich habe am Tag zwei Slots, da mache ich E-Mails. Und da versuche ich auch so viele wie möglich zu machen. Also ich habe eine bestimmte eine bestimmte Gehirnleistung. Ja, also ist es nicht so wahnsinnig anstrengend. Manche E-Mails sind ein bisschen schneller als die anderen und so, aber das mache ich alles, das bandel ich. Also ich bündle eine bestimmte Aufgabe. Wenn ich jetzt irgendwie mein Kahnemann Buch, was ich immer wieder gerne erwähne, lese, das kann ich nicht mal eben nebenbei machen und das kann ich auch nicht mit irgendwas bündeln, weil da muss ich lesen und verstehen und nachdenken. Und da muss ich idealerweise alles andere auch ausschalten. Also da glaube ich, ist das vielleicht auch nochmal so eine eine Entscheidung, man trifft, womit man sich jetzt beschäftigen will. Und es gibt sicherlich Familienkonferenz hatten wir gestern, wo wir dann gerne mal Sachen auf den Tisch legen. Das muss gar nicht schlimm sein oder so. Sondern einfach so, hey, wir müssen uns mal eben auf ein paar Sachen einigen. Und dazu brauchen wir alle Familienmitglieder. Die Handys kommen irgendwo in die Ecke, die kommen gar nicht mit, sondern wir verbringen jetzt gerade und dann vielleicht sind wir in zehn Minuten auch schon durch. Aber das ist ganz konzentriert. Wir machen jetzt mal eben diese eine Aufgabe oder ich lese mein ein Buch. Und das ist dann ja auch so eine Art. nicht Stacking, aber Fokus auf eine Art von Aktivität. Und wenn ich mein Buch intensiv lesen will, dann ist das Stacking von einer Art von Interaktivität auch wirklich nur dieses Buchlesen. Lisa: Genau und du hast witzigerweise, ich glaube ja du hast heimlich auch recherchiert, du hast witzigerweise gerade das Wort Bundling oder Bündel benutzt, also dass du Aufgaben Andreas: Ja. Lisa: so bündelst. Das ist tatsächlich eine Methode, empfohlen wird, die Task-Switching-Costs zu reduzieren und eben mit diesen Ablenkungen umzugehen, dass man sich wirklich auch ähnliche Aufgaben sozusagen bündelt. Andreas: Mhm. Lisa: Weil je ähnlicher die Aufgaben, desto näher die auch auf der Bühne zusammen. Also wenn du jetzt irgendwie sagst, ich nehme Zeit für E-Mails und du machst 20 E-Mails hintereinander, dann ist sozusagen das hin und her-Switchen von E-Mail zu E-Mail näher aneinander. Wenn du jetzt aber irgendwie sagst, gut, mache jetzt alles hintereinander, aber eine Aufgabe ist jetzt eine E-Mail schreiben, Die Aufgabe ist, die Kaffeemaschine im Büro sauber machen. Die dritte Aufgabe ist, zum Kollegen gehen und was fragen. Also die sind... auch vom Inhalt sehr unähnlich, dann werden die Task-Switching-Costs im Vergleich wieder größer. Also dieses Bundling ist tatsächlich eine Methode, dann sagst du dir irgendwie, zwei Stunden nehme ich mir heute, Fachliteratur zu lesen, eine Stunde für E-Mails, eine halbe Stunde, mal die anderen Leute an den Schreibtischen zu nerven und aus ihren Task-Bundles rauszuholen. Nicht so nett. Aber das ist tatsächlich eine Methode und da sind wir dann ja auch sehr nah an dem Thema Routinen. Also wie bastel ich mir einen? Netzwerk oder eine Struktur, der ich wenig Entscheidungen treffen muss, also wenig Gehirnaktivität brauche und mich auf bestimmte Aufgaben zu konzentrieren. Und das könnte eben eine Methode sein, dieses Time-Frame setzen, Task Und da gibt es noch ganz viele andere tolle Ideen. Aber da glaube ich tatsächlich brauchen wir auf jeden Fall noch mal eine extra Folge zu. Andreas: Ja, unbedingt. Eins meiner Lieblingsthemen. Lisa: Und ich glaube, dass auch eben im Moment sowieso schon total wichtig ist, aber es auch Hinweise gibt dazu, dass das immer, immer krasser wird, weil am Ende geht es ja... bei dem Problem Multitasking darum, dass jede Ablenkung dich irgendwie rausreißt. Und da gibt es von Gloria von der University of California, die macht schon ganz lange Studien zu diesem Thema Ablenkung und Multitasking. Da hat sie mal Leute an Schreibtischen beobachtet, in mehreren Studien, in mehreren Jahren. Und wirklich mit einer Stoppuhr und später auch mit IT-Unterstützung die Zeit gestoppt, wie lange Leute an einer Aufgabe sitzen, ohne Unterbrechung. Das waren 2004, also vor über 20 Jahren waren das im Durchschnitt noch zweieinhalb Minuten. 2012 waren es nur noch 75 Sekunden, also ein bisschen. über eine Minute und bei der nächsten Wiederholung der Studie zwischen 2016 und 2021 waren es nur noch 47 Sekunden zwischen zwei Unterbrechungen. ich könnte mir vorstellen im Sinne von es gibt immer mehr Infos, es gibt immer mehr Ablenkungsmöglichkeiten oder Push-Nachrichten oder Breaking News aus der Spiegel-App oder whatever, dass das eben eine Sache ist, die weiterhin zu nimmt und wo man sich bestimmt nochmal mehr mit beschäftigen sollte und ein bisschen, wo wir vielleicht die Chance nutzen, uns alle ein bisschen besser aufzustellen, diesen letztendlich Problemen, man durch vermeintliches Multitasking bekommt, denen eben ein bisschen was entgegenzusetzen. Weil, habe ich noch vergessen, du meintest ja vorhin auch mal, das ist so anstrengend oder erschöpfend, es gibt Andreas: Mhm. Lisa: auch Untersuchungen dazu, dass wenn du halt ganz oft dieses Task-Switching über den Tag machst, dass es wirklich anstrengender ist für den Kopf und damit auch für den Körper, weil das Gehirn ja die meiste Energie im Verhältnis braucht im Körper und dass Menschen, sehr viel Task-Switchen über den Tag in einem eben ablenkungsreichen abends viel, viel kaputter sind und sich viel erschöpfter fühlen als Leute, die die Chance haben, ihre Aufgaben hintereinander zu erledigen oder die das organisiert bekommen, sie hintereinander zu legen. Andreas: Boah, das finde ich einen sehr spannenden Aspekt. Das kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Aber was mich echt schockt du hast nicht mal eine wenn es eine Minute wäre, du hast nicht mal eine Minute ohne also wir wissen ja in einer anderen Folge, glaube ich, haben wir das mal schon gesagt, dass wir jeden Tag irgendwie mal jemand versucht zu messen. 11 Millionen. Eindrücke irgendwie bekommen, Signale. Lisa: Ja. Andreas: Und dass wir aber bewusst irgendwie nur 50 aufnehmen oder weiß ich nicht. ich weiß, die Zahlen stimmen wahrscheinlich jetzt nicht, aber so die Fallhöhe war sehr groß von irgendwie mehreren Millionen zu sehr wenigen. Also das heißt, wir müssen sowieso schon ganz viel ausblocken. Also wenn ich jetzt hier sitze und auf den Computer gucke, dann sehe ich rechts irgendwie die Sonne scheint. Das ist mir aber gar nicht bewusst. Jetzt ist mir bewusst, aber ich filtre ganz viel raus und jetzt ... sagt diese Studie von dieser Frau, das jahrelang mit der Stockuhr beobachtet hat, dass wir nicht mal eine Minute haben, ohne dass irgendwas nicht nur da ist, wie das Licht, was wir schon ausgeblendet haben, sondern sagt, hallo hier, Entschuldigung, jetzt ich. Und dass man das aktiv ausblenden wir sollten auf jeden Fall über Routinen sprechen. Wie gesagt, eins meiner Lieblingsthemen. Aber vorher würde ich gerne noch wissen, was ist denn jetzt so, was gehen wir denn jetzt konkret mit? Also wenn wir sagen, es ist so, dass wir sowieso ständig und pausenlos abgelenkt werden, was Was geben wir den Leuten mit, dass sie jetzt heute probieren können und morgen nochmal und dann beim dritten Mal ist es eine Routine und dann reden wir über Routine. Lisa: Ich glaube eine erste Kleine, aber vielleicht gar nicht so einfache Aufgabe ist, sich wirklich das bewusst zu machen. Ich kann nicht über zwei Sachen gleichzeitig nachdenken. Ich kann nicht gleichzeitig ein Buch lesen und einen komplizierten Film gucken und auch keinen einfachen Film. Und dass man sich das erstmal bewusst macht und dann entscheidet, nee, ich gehe jetzt nicht zur nächsten Aufgabe. Und vielleicht kann man eben auch als zweiten Schritt noch so weit gehen. Was könnten denn bei mir Aufgaben sein, die ich bündeln kann und die ich vielleicht die ich vielleicht dann in Paketen abarbeite und kann ich mir vielleicht sogar dafür Blocker im Terminkalender machen oder eine bestimmte Methode benutzen. Da ist ja sehr beliebt die Pomodoro Methode. Die verlinke ich auch nochmal. Da ist halt zum Beispiel eine Idee, dass man immer 25 Minuten an einer Aufgabe sitzt, also vielleicht an seinem Bundle, das man sich überlegt hat. fünf Minuten wirklich ganz bewusst Pause macht und Pause heißt dann eben nicht bei Instagram scrollen oder irgendwie Spiegel online lesen, sondern wirklich fünf Minuten eine Green Break, sagt man tatsächlich, zu machen. Im besten Fall geht man kurz vor die Tür und ist in einem schönen Park, ist in vielen Büros ja manchmal nicht möglich, aber dass man sich vielleicht ans Fenster stellt, mal ein bisschen frische Luft rein lässt, ein bisschen rausguckt, also dieses und dann aber wirklich auch noch fünf Minuten. Okay und jetzt kommen die 25 Minuten halt. Ja. Andreas: Aber auch bei den fünf Minuten wirklich nichts machen. Wirklich versuchen zu sagen, ich stehe von mir aus mit der Tasse Tee und gucke nach draußen und das ist das, was ich tue. Mehr tue ich nicht. Und Stift und Zettel finde ich immer wichtig, weil dann kommt natürlich der, shit, ich muss noch den Brief wegbringen. Und dann zu sagen, das schreibe ich jetzt hier auf, Brief wegbringen. Da muss ich jetzt nicht drüber nachdenken, sondern das passt dann in das nächste Bundle. Lisa: Ja genau, genau. Das klingt irgendwie echt nach profanen Tipps, aber versucht mal fünf Minuten am Fenster zu stehen und einfach Andreas: Mhm. Lisa: nur raus zu gucken. You will see it's not so easy, weil man sich ja auch einfach schnell langweilt. Können wir auch nochmal durch. Andreas: Vielleicht kann man vielleicht kann man vielleicht als Abschluss vielleicht kann man sich auch erlauben einen Bundle mit Social Media zu haben. Also Lisa: Absolut! Andreas: ich frage mich gerade ob dieses Ich muss mal eben gucken was gerade meine Nachbarn in ihrem Urlaub machen. Das machen die auf Social Media ob ich dafür nicht auch eine finde und sage ich darf jetzt auch also wenn ich Pomodoro nehmen würde vielleicht baue ich da auch irgendwo ein und sagen jetzt habe ich eine halbe Stunde oder 20 Minuten oder 25 oder so. und sage, jetzt habe ich Zeit und jetzt darf ich mal, obwohl das, ne, obwohl ich, also ich habe manchmal schlechtes Gewissen, wenn ich auf Social Media bin. Und wenn ich aber sage, nein, nein, ich habe, ne, heute ist Dienstag und es ist 15.30 Uhr, von 15.30 Uhr bis 16 Uhr darf ich jetzt so voll rum bingen. Und danach darf ich auch wieder was anderes machen. Lisa: kann man auch machen. Blöd ist dann halt, wenn es mal wieder wie immer auf Instagram total ätzend ist und muss dann 25 Minuten da bleiben. Andreas: Ja, das wäre echt blöd. Aber ich finde, das hat man sich dann auch verdient. Da muss man dann auch mal durch. Okay. Apropos durch. Ich glaube, wir sind durch. Ich fand es sehr spannend. Habe viel gelernt und werde auch heute wieder mich bemühen, gleich nach der Aufnahme dieses Podcasts. Ich mache das direkt heute. Ich werde mir angucken, was so die drei Sachen sind, die ich unbedingt wichtig machen möchte. Und das ist natürlich das Kranemannbuchlesen gehört dazu. Den Schnitt für diesen Podcast machen gehört auch dazu. Lisa: nicht gleichzeitig. Andreas: Sehr schön. Lisa, ich danke dir. Lisa: Ich danke dir, es war mir eine Freude. Ich freue mich auf unsere nächste Folge und ich wünsche dir eine wunderschöne Woche. Andreas: Die wünsche ich dir auch. Dankeschön. Tschüss.