Andreas: cool Sags durch die Blume. Okay, wir fangen an. Moment. Hallo Lisa! Lisa: Hallo Andreas! Ich bin ganz neugierig, weil letzte Woche hattest du so eine dramatische Entscheidung vor dir und zwar ob und wie du eure Möbel neu bepolsterst und da bin ich jetzt total gespannt, wie du dich entschieden hast. Andreas: Wie? Ja, wie? Ja, also ⁓ das vom letzten Mal aufzulösen, hatte ich ja schon, ja wir machen es auf jeden Fall. Let's go, let's do it. Mutig sein, auch mal die Möbel neu polstern. Jetzt muss ich nur noch Polstergeist erreichen und ich will tatsächlich mit denen auch zusammenarbeiten, wie du so schön gesagt hast, ich finde diesen Namen so cool. Ich finde die, die verdienen einfach das Geschäft und auf der Website habe ich auch geguckt und die haben schicke Möbel. Also ja. Lisa: Sehr cool. Andreas: Ich werde weiter berichten, weil wie auch letztes Mal schon gesagt, an so einer Entscheidung mit, ich lasse mal meine Möbel polstern, damit geht es ja eigentlich erst los. Lisa: Richtig. Und da sind wir schon mitten im Thema nämlich bei Entscheidungen und allem, was dazu gehört. Wir sind nämlich beim SISOSIG Podcast. SISOSIG steht für Should I Stay or Should I Go? Und Andreas und ich sprechen hier wöchentlich über Entscheidungen und wie gesagt alles, was damit zu tun hat. Das ist der Podcast für alle, die zu lang vom Keksregal stehen. SISOSIG, der entscheidende Podcast. Andreas: Ja, und heute, liebe Lisa, habe ich mir ein besonderes Thema für dich ausgedacht. Und ich bin sehr gespannt, wie tief wir da gehen und wie viel wir rausfinden. Also es geht darum, ob und wann man welche Entscheidung lieber alleine trifft und wann in der Gruppe. Genau. wie so oft bei diesen Themen ist da ganz viel drin, wenn man sich da mal die Gedanken macht. Aber ich würde gerne mal einsteigen mit vielleicht erinnerst du dich an die Entscheidung, die du das letzte Mal alleine getroffen hast? Klein oder groß? Lisa: Das kommt jetzt überraschend. Ich hab alleine entschieden, was mein Song der Woche ist. Und witzigerweise hab ich mir ausgesucht, Allein, Allein von Polarkreis 18. Ist schon ein bisschen älter, ich glaub 2008. Hab ich gestern noch mal so richtig laut gehört. Natürlich in Vorbereitung auf diese Folge. Und hab gedacht, passt. Hab aber auch gelesen, dass der Song total doll kritisiert wurde, weil der so egoistisch ist und so weiter. Andreas: Okay, ja, sehr gut. Lisa: Aber guter Sound, gute Mucke, hatte ich Bock drauf. Hattest du auch einen Sound der Woche? Andreas: Allein, allein. Ich hatte auch einen Song der Woche und wir müssten mal einen Jingle bauen und den hier einbauen. Wenn wir einen Jingle hätten, dann würde der jetzt hier kommen. Mal gucken. Ja, mal gucken. Ja, genau. Ich habe auch einen Song der Woche. Ich habe mich aber umentschieden. Ist das okay? Darf man sich auch... Entscheidungen haben wir letztlich mal gelernt. Trifft man manchmal ganz spontan. Und meine spontane Entscheidung musste ich dann aber revidieren. Lisa: Ab immer. Andreas: Also ich fang mal an mit dem Song der Woche. Und dann kannst du überlegen, ob du wissen willst, was man da macht. Also mein Song der Woche ist Earth, Wind & Fire, Boogie Wonderland. Und das ist ein Song, der mit dieser Folge glaube ich wenig zu tun hat. hat hauptsächlich damit zu tun, dass mein Nachbar, wenn der, ich glaube es ist immer so einmal die Woche, macht er so richtig laut Musik an. Und ich glaube, wenn er putzt, also so würde ich es wahrscheinlich machen, ich muss ihn mal fragen. Und das heißt, ich habe hier Boogie Wonderland durch die Decke gehört und fand das aber gar nicht schlimm. Und deswegen ist das mein Zungengebot. Lisa: hast gleich mitgeputzt. Geil, so muss es sein. Sehr schön. Das hast du ja dann so gar nicht entschieden, was dein Nachbar hört, aber jetzt gehen wir dann mal direkt zurück zum Thema, was entscheiden wir denn alleine und was zusammen und da hast du dir ja ein paar Gedanken gemacht. Andreas: Ich habe gleich mitgeputzt. Ja. Mh. Genau, also meine erste These war dazu, dass man Sachen alleine entscheidet, die nur einen selbst betreffen. Wobei natürlich viele Sachen, von denen man glaubt, dass sie nur einen selbst betreffen, gar nicht nur einen selbst betreffen. Aber wenn ich im Badezimmer bin und mich dusche und vor mir eine Reihe von Shampoos und Duschgels habe, dann entscheide ich, welches davon ich heute benutze. Das ist eine Entscheidung, da werde ich niemanden fragen, sondern das mache ich einfach. Lisa: Und wenn du jetzt total Bock hättest, von deiner Tochter dieses bisschen teure Duschgel aus der Parfümerie zu benutzen, das sie zu Weihnachten bekommen hat, würdest du das auch allein entscheiden? Andreas: Boah, sehr gut. Ja, Verratskeimen würde ich natürlich, weil ich davon ausgehen würde ... Also, kommt drauf an, ne? Wenn ich merke, die Flasche ist voll, dann würde ich sagen, ja, komm, machen wir mal. Wobei, wenn ich mal nachdenke, die riecht das dann ja, Also, das stimmt schon. Also, eigentlich müsste man fragen, und du weißt, alle Sätze, die man mit eigentlich einleitet ... Da ist die Ausnahme eigentlich schon eigentlich. Lisa: Mh! Na ja, schwierig. Andreas: impliziert. ich würde, wenn ich ganz ehrlich bin, würde ich, die Flasche, also wenn die Flasche leer ist, würde ich natürlich nicht das letzte Shampoo oder den letzten Tropfen annehmen. Das würde ich dann nicht tun. Aber das würde ich glaube ich selber entscheiden und würde sagen, das mache ich jetzt spontan. Ich habe aber schon mal, tatsächlich habe ich sie mal gefragt, ob ich irgendwas von ihr benutzen darf. Also wenn ich schon in der Dusche bin und das so spontan, haben wir letztes Mal, ganz spontan entscheiden will, dann würde ich natürlich jetzt nicht aufhören zu duschen und sie erst fragen. Apropos, ne? Lisa: Okay, aber generell gehe ich mit, wenn man morgens allein unter der Dusche steht, die Entscheidung trifft, dann doch ziemlich allein. ruft man jetzt keine Familienkonferenz oder ruft seinen besten Freund an und fragt so du, ich bin gerade am Duschen. Ich habe hier einmal was mit Sandelholz und dann habe ich noch was mit Rose und noch was medizinisches ohne Duft. Was würdest du jetzt an meiner Stelle oder wollen wir das zusammen mal besprechen? Sehe ich ein, ist eine typische allein Entscheidung. Andreas: Mh. Aber das ist ein schönes Beispiel, besonders dein Einwand ist ein schönes Beispiel, weil natürlich so, ich nehme den letzten Joghurt. Das ist natürlich eine Geschichte, die man in einer Wohngemeinschaft, eine Familie oder wie auch immer geartet, da muss man natürlich aufpassen. Also das kann man dann glaube ich doch nicht alleine entscheiden oder sollte man wahrscheinlich nicht. Da gibt es ja die verschiedensten Varianten dann. In der WG habe ich mein eigenes Fach oder, also bei uns in der Familie Joghurt ist so ein ... Paradebeispiel. Und ich vermute, das können viele nachvollziehen, dass wenn man halt irgendwie den Nussjoghurt hat und den den alle so mögen und es gibt nur noch einen oder den Vanillepudding, bevor man den isst, da sollte man schon fragen. Lisa: Ich glaube, ist ja dann eigentlich, du hast ja am Anfang auch gesagt, Entscheidungen, nur einen alleine betreffen. Und wenn du jemandem was wegnimmst, sei es Shampoo oder Joghurt, dann betrifft es dich nicht mehr allein. Also wenn du alleine wohnst und deine eigene Duschgel-Auswahl hast und Joghurt-Auswahl, dann musst du tatsächlich überhaupt dich mit niemandem absprechen. Ich glaube, das halt das Ding irgendwie, wie viele Leute betrifft das und wie viele Leute können auch irgendwas Hilfreiches dazu sagen. Andreas: Frage ist aber natürlich auch welchen Entscheidungsstil hast du und dazu machen wir bestimmt auch noch mal eine Folge. Also es gibt ja auch Leute die möchten gar nicht so viel selber entscheiden, sondern sie möchten gerne sich mal eben absichern. Das ist jetzt bei dem dem Joghurt vielleicht nicht der Fall, aber beim Einkauf zum Beispiel, wir hatten Einkauf letztes mal, das würde mich schon interessieren. Es gibt ja bestimmt so ein paar Standards, hatten wir auch gesagt. Wir kaufen eigentlich immer dasselbe Brot und wir kaufen auch meistens denselben Käse und dann gibt es so Besonderheiten, die wir kaufen. Ist das eine Variante, wo? Also wenn ich einkaufen gehe, würde ich wahrscheinlich einfach die Liste abhaken und wenn mir dann was ins Auge fällt, dann würde ich das mitnehmen und andere Leute würden vielleicht vorher oder während sie beim Einkaufen sind noch mal sich eben absichern und sagen. Lass mal die Liste machen. Was brauchen wir denn gemeinsam? Nur einfach, ⁓ das nicht alleine entscheiden zu müssen und ja, nichts zu vergessen. Wie ist das bei dir? Lisa: kommt mal wieder, wie so gerne, darauf an. Tatsächlich benutzen wir eine App zum Einkaufen, bringen. Da kann dann jeder immer drauf schreiben, was fehlt und wer das dann eingekauft hat, kann das abhaken. Und das macht total viel Sinn, weil man ja doch irgendwie einem unterschiedliche Sachen zu unterschiedlichen Zeitpunkten einfallen und man die auch dann nicht in Absprache immer erledigen kann. Das vereinfacht das unglaublich. Andreas: Mhm. Lisa: gibt natürlich auch die Situation, wo man irgendwie steht und denkt, ⁓ das sieht cool aus, ich mach mal schnell ein Foto und schick's meinem Mann rüber und frag ihn irgendwie, ist es jetzt ein guter Deal? 5 Kilo Kaffee für 70 Euro und soll ich das machen? Und da denke ich aber auch immer so, bevor man diese ganzen Kommunikationsmöglichkeiten hatte und diese Apps und so, da hat man wahrscheinlich das alles einfach auch für sich entschieden, ohne nochmal Man wäre ja nicht zur Telefonzelle gegangen und hätte gesagt, Mann, ich bin gerade im Aldi gewesen und da gab es übrigens das und so. Also ich glaube, dass diese Rückfragen oder gemeinsame Entscheidung bei so Kleinigkeiten, will ich mal sagen, kann man sich auch komplizierter machen, als es sein muss. Andreas: Genau, ich finde aber, was du gerade gesagt hast, wichtig, Geld spielt natürlich immer eine Rolle. Also wenn du sagst, ich kann jetzt irgendwie den Kaffee kaufen für 70 Euro und der ist aber super, super lecker, dann sind es halt trotzdem 70 Euro. Kleiner Einwand, ich finde das bizarr, wie man sich manchmal verhasstbildt beim Geld ausgeben. Also ich kann sehr, sehr lange darüber nachdenken, wann mein Telefonenupgrade braucht, was ja auch ein paar hundert Euro sind. Also das finde ich dann auch legitim zu sein. Da denke ich lange drüber nach und ich will das gerne haben, aber ich brauch's eigentlich nicht. Und wie lange dauert das dann zu sagen, ich warte ich noch die nächste Version ab. Gleichzeitig erwische ich mich dabei, beziehungsweise vor dem Deutschlandticket, ich mich dabei erwischt, wenn ich in die Stadt fahre, morgens zu überlegen, ob ich jetzt ein Einzelticket nehme für 2,50 oder was das kostet oder ein Tagesticket für 2,60 Dann ich angefangen, zu überlegen, welche Wege ich vielleicht noch habe und ob ich nicht irgendwo 30 Cent sparen kann. Das ist schon fand ich schon ein bisschen merkwürdig, dass ich mir da auf einmal ⁓ 30 Cent an Gedanken mache und so. Lisa: Das liegst du? Ja, kenn ich auch. Beim Handy weißt du einfach, was du hast. Du hast dann Handy und wenn du es nicht runterschmeißt, dann hältst du irgendwie zwei, drei, vier Jahre. Dann hast du ein Deutschlandticket. Du weißt aber überhaupt nicht, was du die nächsten vier Wochen so machst und ob das alles so klappt und ob du nicht irgendwie vielleicht doch ganz viel Fahrrad wärst, weil das Wetter plötzlich schön ist. Andreas: Kennst du auch? Ich hab dich gerade unterbrochen. Lisa: Und da fehlt dir einfach die Sicherheit, was dir diese Investition dann bringt. Und dann sind 63 Euro für ein Deutschlandticket auch wieder Geld. eigentlich wollten wir ja eher auch darum, also ich glaube, dass es immer mit Geld zusammenhängt, gehe ich absolut mit. Und es bestimmt auch einen Einfluss, ob man das dann alleine oder zusammen entscheidet. Unabhängig vom Geld, ich doch auch mal denken, da Sachen, wo man guckt, ist das jetzt meine Entscheidung alleine oder muss das auf den Tisch für mehrere? Andreas: Genau, also ich glaube auch. Wir können mal eine Liste machen, eine mentale. Was sind denn Sachen, die mehrere Leute beeinflussen? Also Geld natürlich, ne? Also wenn ich Geld aus der Familienkasse nehme für ein neues Telefon, hat das vielleicht Einfluss auf unsere Urlaubswahl. Zeit, glaube ich, ist auch so eine Geschichte. Wir werden von Freunden eingeladen, an der Sommerparty teilzunehmen. Bevor ich jetzt zusage, sollte ich mich wahrscheinlich abstimmen, ob die anderen... in meiner Familie, die auch alle eingeladen sind, auch Zeit haben. Also Geld und Zeit, Geschmack mit Sicherheit. Wenn ich die Möbel neu polster und ich mach das dann in Pink, mag das sein, dass das alle mögen? Mag aber auch nicht sein, da sollte ich mich wahrscheinlich absichern. Was gibt's noch für Dimensionen? Lisa: Ja. Ich fand das schon ziemlich... vielleicht auch noch so was insgesamt, so wie Werte irgendwie. Keine Ahnung, ist es jetzt nachhaltig, die alten Möbel mit total teurem fancy Plastikstoff zu beziehen oder sollte man vielleicht lieber secondhand irgendwie einen coolen alten Stoff kaufen oder so? Ich weiß nicht, manchmal bin ich auch Fan von der Regel, wer bezahlt, entscheidet. Also irgendwie... Andreas: Mhm. Lisa: Wenn du jetzt irgendwie sagst, ich nehme aber das Polstergeld aus meinem Privatkonto, dann darf ich das jetzt auch mit Glitzerlio polstern, weil ich es geil finde. Andreas: Ja. Apropos, bezahlt, wer bezahlt, entscheidet. Kennst du noch die Regel, wer Auto fährt, entscheidet über die Musik? Lisa: Erkenne ich, finde ich aber schwierig, weil ich das eigentlich immer viel schöner finde, wenn man einen Beifahrer hat, der so ein bisschen DJ macht und dem man dann zwar so was sagen kann, wie ich möchte jetzt den und den Podcast hören, also zum Beispiel Zizouzic oder ich habe jetzt irgendwie Bock auf so ein paar Banger zu mitsingen oder also ich möchte, muss es nicht unbedingt entscheiden, aber ich finde es eigentlich auch ganz cool, wenn man sich so ein bisschen überraschen lässt. Andreas: Bei uns war das früher so, ich. Auf jeden Fall kenne ich diese Regel von irgendwoher. Nicht, dass wir sie anwenden würden. Weil bei uns haben wir inzwischen alle irgendwelche Geräte, die die Kinder hinten hören, und was anderes. Oder wollen sogar lernen manchmal. Nicht zu fassen. Ja, die haben dann ihr iPad auf dem Fuß und machen irgendwie Spanischvokabeln oder so. Und dann ist gar kein Radio an. Lisa: Gott, verrückt! Aber apropos Auto, wir reden übrigens sehr viel über Auto, dafür, dass wir eigentlich gar nicht so begeisterte Autofahrer sind, weil das jetzt so ein typisches Beispiel ist für eine etwas größere Entscheidung. Wer hat denn bei euch entschieden, was es für ein Auto gibt? Durfte es da jemand mitreden oder gab es das geschenkt oder? Andreas: Ja. ⁓ Das tatsächlich geschenkt geerbt. das zieht sich durch, wenn ich drüber nachdenke. Mein erstes Auto habe ich von meinem Opa gekriegt, der nämlich seinen Führerschein abgegeben hat mit 82 oder so. Dann war quasi das Auto übrig und das habe ich dann bekommen. Und so ist es mit dem aktuellen Auto auch. Das kommt von meinen Schwiegereltern. Also da war auch dieses Auto Stand zur Verfügung und die anderen Geschwister meiner Frau hatten schon. Autos und dann war die Frage, wollen wir das haben oder nicht? Und ich erinnere mich aber auch daran, also es war keine Entscheidung wirklich, welches Auto das ist und es war eine relativ schnelle Entscheidung, dass wir es bekommen. Aber das erinnert mich an die die Ursprungs, den Ursprungsgedanken. Unser erstes Auto in Hamburg haben wir tatsächlich bekommen, auch geerbt von meinem Schwager, der gesagt hat, das hat schon so viele Bäuel, da kriege ich da nichts mehr für und wir können das gerne haben. Ich habe mich dagegen gewehrt tatsächlich. Lisa: Okay. Hm. Andreas: Weil ich gesagt habe, wir sind mitten in Hamburg und wir brauchen kein Auto, da muss man den Parkplatz finden und ist irgendwie alles kompliziert. Und es war ein Auto mit großem Kofferraum und wir hatten ein kleines Kind und das stellte sich doch als sehr praktisch heraus. Obwohl man aus Altunna nach Bremen zum Beispiel, ganz schwer in den Zug steigen und wieder aussteigen, das ging alles sehr gut. Also da tatsächlich, interessanterweise, haben wir sogar über ein geschenktes Auto lange debattiert und ich habe mich dann überreden lassen. Lisa: Ah, okay, ja gut. Andreas: Und das war auch eine gute Entscheidung. Lisa: Okay, ja, ja, verstehe. Dann vielleicht eine andere große Investition, sag ich jetzt mal, Urlaub. Urlaub ist doch auch was, das kostet relativ viel Geld. Wer darf das denn bei euch entscheiden? Andreas: Mhm. Ja, also liebe Grüße an meine Frau, die sicherlich jetzt einige Gedanken dazu hat. Nicht alle davon werde ich ihr Preis geben. Wir entscheiden das schon zusammen. Und aktuell ist es auch so, dass die Kinder, obwohl die beide Teenager sind, sich da noch ziemlich zurückhalten. Und wir würden uns gerne wünschen, dass die sich mehr einbringen. wir haben es einmal tatsächlich versucht, das war vielleicht ein bisschen zu früh. Da haben wir gesagt, ja, dann machen wir den Sommerurlaub und wollen ihr denn, ihr könnt ja auch mal gucken. Und sofort kam von beiden Kindern wie aus einem Hundemalle Dieven. Lisa: Entschuldigung, mein Hund bellt gerade. Hörst du das auch? Andreas: Ich höre das auch, wir können nachher deine Tonspur einfach leiser machen. Also ich kann diesen Teil durchaus dann gleich nochmal machen. Lisa: Also gut! Gut, dann ignoriere ich das. Ich mache mal die Tür trotzdem zu. Andreas: Ja, Lisa: Entschuldigung, jetzt habe ich gerade dazwischen geredet, als es total spannend wurde. Also ihr habt die Kinder gefragt und dann... Andreas: Ja, genau, ich steig noch mal ein. Genau, haben die Kinder gefragt und die sagten ganz spontan maletiven. Und bei mir ging natürlich, wir hatten ja den Geldfaktor schon, solche Gedanken kamen mir sofort in den Sinn. Und ich hab dann meine Kinder aber beauftragt und hab gesagt, Mensch, das ist eine interessante Idee, guck doch mal. Und ich weiß nicht mehr, welches von den Kindern kam zurück relativ schnell innerhalb von Minuten und sagte, Papa, ich hab was gefunden, 634 Euro. Und ich sagte, ja. Und dann haben wir genauer hingeguckt. Das war pro Tag, pro Person, ohne Flug. Und dann hab ich meine Kinder angeguckt und gesagt, glaubt ihr, das ist eine gute Idee? Und dann waren wir uns schnell einig, dass das keine gute Idee war. Dann haben wir uns aber über diesen spontanen Ausruf von Malediven angenährt. Und ich glaube, das ist auch ein wichtiger Teil dieses Entscheidungsprozesses, zu versuchen, rauszufinden, was wem wichtig ist. Lisa: Mhm. Andreas: Die Kindern war dann wichtig, wir wollen auf jeden Fall Wasser haben und wir wollen ganz viel in der Sonne liegen. Ich wollte nicht so gerne in der Stadt, sondern ich wollte dann den Sommerurlaub gerne irgendwo aus sein, wo ich ein Buch lesen kann und wo idealerweise Natur ist und ein bisschen Ruhe. Und meine Frau ist oft diejenige, sagt, ich will aber auch ganz viel sehen. Und so versuchen wir uns dann anzunähern, wo wir dann hinfahren und wie wir das organisiert kriegen. Lisa: Ja, finde ich interessant. Ich finde ja auch dann immer spannend. Man kann ja oft auch so Sachen vereinen. Irgendwie Strand und irgendwie ein bisschen Kultur oder irgendwie Lesen und Sport oder was auch immer. Es ist ja jetzt nicht so, dass es Urlaub gibt, wo man nur lesen kann und sonst gar nichts. Wobei das für mich eigentlich interessant wäre. Ich finde dann auch immer spannend, wie man so die einzelnen Tage gestaltet. Man kann ja auch einen Tag sagen, wir machen heute nur Beach, iBeach und so. Und bei uns zu früher zu Hause war das immer so, man muss jeden Tag ein bisschen Kultur machen und danach ist dann sozusagen Freizeit. Also meine Mutter hat immer darauf geachtet, dass wir uns jeden Tag irgendeine Kirche oder irgendein Palast oder irgendwas angeguckt haben und danach war dann aber auch irgendwie Schwimmen und Spaß und irgendwas. Und ich fand das eigentlich immer eine ganz gute Mischung und hab irgendwie glaube ich dadurch auch Interesse an sowas. Ich habe jetzt aber auch geile Geschichten gehört von Freunden mit so Teenie-Kindern, wenn man dann in einer Großstadt ist und irgendwie sagt so, ja jetzt dürft ihr euch was aussuchen, dass die dann immer jetzt zu Instagram-Hotspots wollen und dann fährt man irgendwie zweieinhalb Stunden an den Rand von Paris zu irgendeinem total crazy Cookie-Geschäft, wo eine Riesenschlange ist. In zwei Monaten ist der Hype natürlich schon total vorbei. man hat dann diesen einen Cookie gekauft und genau das Foto gemacht mit dem Cookie und dem Laden im Hintergrund. Das ist dann total wichtig. Die Leute in unserer Generation denken dann irgendwie so, ⁓ mein Gott, wir haben jetzt einen ganzen Tag in dieser scheißteuren Stadt dafür draufgegangen, ⁓ einen Keks zu kaufen. Andreas: Aber meinst du nicht, ich überleg gerade, bei uns war das nämlich auch so. Also ich bin mit meiner Tochter in Paris gewesen und natürlich hatten wir dann, wir müssen mal eben oben von Galerie Lafayette oder so hat man den besten Blick auf den Eiffelturm oder so. Aber ganz ehrlich, wenn ich drüber nachdenke, war das nicht vorher auch schon ein bisschen so. Also wenn du einen Reiseführer hattest und dieser Reiseführer hatte 17 Sachen, die du angucken sollst und drei davon hatten echt schicke Fotos, dann hast du doch wahrscheinlich auch gesagt, ich fahr jetzt nicht einfach ins Blaue, wenn ich dann mal in, weiß ich nicht. Sardinien bin, sondern ich will dann schon auch diese Grotte sehen und dieses eine Kloster, obwohl es vielleicht fünf Kloster gibt, aber ich will dann das sehen, was jemand anders kuratiert hat, nämlich irgendjemand, der dieses Buch gebaut hat. Lisa: Hm. Ja, hast recht. natürlich ist Urlaub, glaube ich, immer so eine Frage von Tipps und Informationen und wo kommt man her. Aber was sich bei diesen jetzt sozusagen bei der jungen Generation, was da, glaube ich, der Unterschied ist, dass das so schnelllebig ist. ich meine, so eine Grotte in Sizilien gibt es wahrscheinlich schon ein paar Tausend Jahre und irgendwie so was wie den Eiffelturm dann jetzt auch mindestens, lass mich lügen, 130 oder so. Und dann aber so, ist es halt in den vier Wochen, es ist halt der Cookie-Laden und dann ist es zwei Wochen lang irgendeine Kunstinstallation auf dem Marktplatz in Wien, wo man unbedingt davor gestanden hat. Also es ist halt so, ist, glaube ich, einfach viel schneller und es sind dann natürlich auch andere Arten von Attraktionen, also jetzt nicht so klassische Sehenswürdigkeiten, wie man die aus dem Reisefrüher früher gekannt hatte. Deswegen finde ich das Andreas: Aber es ist doch auch nur eine Sortierung. Also letztlich ... bin bei dir und guck mir auch lieber alte Sachen an als das größte Croissant von ganz Paris. Wobei, das haben wir auch gefunden und das war auch sehr spannend irgendwie. Aber das ist doch eine Art und Weise, damit klarzukommen, dass du völlig überfordert bist. Würde ich mal behaupten. Also hier These. Ich sag, meiner Tochter will fahren nach Paris. Was willst du denn da machen? Und meine Tochter denkt ... Lisa: Hahaha Andreas: Also nicht so, das meine Interpretation, aber der Gedanke ist so ähnlich, wie das eben geklungen hat. Das heißt, du brauchst irgendeine Art von Sortierung und Auswahl, die es dir leichter macht zu entscheiden, wo du denn anfängst. Und dann war es, kleiner Einschub, war es schon so, dass wir irgendwo waren und dann haben wir gesagt, ach guck mal, da hinten ist ein nettes Café, wir haben beide Hunger, wir setzen uns da mal hin. Und dann haben wir was Neues entdeckt, was in der Nähe war. Aber wir hatten so ein paar Punkte, wo wir Lisa: Mhm. Mhm. Andreas: hin wollten, einfach ⁓ loslaufen zu können. Lisa: Ja. Ja klar, das sind bestimmt auch Entscheidungshilfen. glaube, das macht das Ganze ja einfach auch spannend, wenn du mit verschiedenen Leuten unterwegs bist und jeder darf irgendwie mitreden, dass du dann einfach ja auch auf Sachen kommst, die du vorher nie auf dem Schirm hattest irgendwie. Also, andere Freundin von mir war mit ihren beiden Jungs neulich in Wien und die sind irgendwo ganz weit hingefahren, weil es da angeblich den besten Döner der Welt gab. Wo man auch irgendwie denkt, ja, es wäre nicht so das erste Ziel von einer Städtereise für mich und der Döner war auch wirklich lecker, hat sie gesagt, aber es halt dann doch irgendwie bringt das ja nochmal neue Perspektiven rein und ich habe mich dann gefragt, wird, wie macht man das? Dann sitzt man dann jeden Morgen beim Frühstück so mit der Familie und sagt, was machen wir denn heute? Und dann wird abgestimmt oder was ja meine Präferenz wäre, dass man so sagt, okay, wir sind jetzt vier Tage hier und jeden Tag ist einer der König und darf alles bestimmen. Andreas: Mh. Lisa: Ich weiß nicht, ob das so gute Stimmung macht, aber irgendwie habe ich gedacht, es ist doch vielleicht einfacher, wenn einer der Entscheidungschef ist. Wie macht ihr das? Andreas: Kinderbestimmungstag heißt das bei uns. Und das machen wir ganz selten. die letzten, der Grund ist die letzten beiden Kinderbestimmungs Tage waren hauptsächlich, wir sind zu Hause und das hat ganz viel mit Bildschirmen zu tun. Weil vielleicht das dann die Gelegenheit ist, das mal so richtig auszukosten und nicht die Eltern zu haben, die ganze Zeit sagen, du musst aber auch noch mal irgendwas mal anders machen. Ich finde den Ansatz aber gut. Das nehme ich mal mit in nächsten Urlaub. Lisa: Mh! Andreas: Wir haben uns auch so bisschen in den Hergehangel und es gab natürlich auch Missmut manchmal, wenn unterschiedliche Erwartungen an den Urlaub oder den Tag sich ergaben, einfach weil wir nicht darüber gesprochen haben. Und ich glaube, das ist so die vielleicht zurückkommt, was du nicht alleine entscheidest. Da musst du dir glaube ich schon und entweder ist das gelernt, aber man muss sich glaube ich schon ein System überlegen. Ein System klingt immer so langweilig im Familienkontext, klingt so nach Arbeit. Aber ich glaube, man braucht das. Doch, man braucht bestimmte Regeln, man muss kurz das vorher besprechen. Was gut funktioniert hat als so ein Beispiel für so ein System war, wir waren mal zusammen in London und da haben wir uns tatsächlich, bevor wir die Reise überhaupt angetreten haben, haben wir uns hingesetzt und haben gesagt, überleg doch mal, was wir so sehen wollen. Und dann haben wir das aufgemalt, dann gab es irgendwie einen großen Zettel und dann, hab dann irgendwie, weiß ich nicht, ich hab dann Big Ben aufgemalt und meine Frau hat Tate Modern aufgemalt und die Kinder haben einen Doppeldeckerbus aufgemalt. Lisa: Ich hab das gemalt? Andreas: Das sieht nicht schick aus, aber wir wollten halt nicht so eine To-do-Liste haben, sondern wir wollten es irgendwie bisschen anders haben. Genau, und wir haben tatsächlich auch alles geschafft und noch paar Sachen extra, natürlich dann, wie es immer so ist. Aber das fand ich eine ganz gute Methode, weil man im Zweifel dann sagen konnte, wir haben uns sehr vorher darauf geeinigt, wir wollen das machen und wir müssen es jetzt nur noch verteilen, was ist eine gute Route. Aber ich finde deinen Vorschlag auch super. Den nehme ich gerne mit zu sagen. Vielleicht haben wir Tage, wo ... Lisa: ⁓ interessant. Das ist es. Andreas: eine Person quasi König ist. Lisa: Ja, ich... Mir fällt nur gerade ein, weil wir jetzt bei Städtetrips gelandet sind, man spontan irgendwo hinfährt und sagt, heute würde ich gerne in das Museum und morgen würde ich mir gerne das angucken und heute ist so geiles Wetter, da fahren wir mal raus in die Natur. Das ist ja praktisch gar nicht mehr möglich. Was ich jetzt gehört habe, in Barcelona Park Güell kannst du halt auch nicht mehr spontan, denn du musst praktisch für alles schon vorwärts. Tickets kaufen für den Louvre ja sowieso und beim Eiffelturm musst du eigentlich auch schon acht Wochen vorher wissen ⁓ welche Uhrzeit du zu Fuß oder mit dem Fahrstuhl oder wie auch immer da hoch willst und das macht natürlich irgendwie finde ich auch so ein bisschen die Entscheidung kaputt oder schwierig weil man dann irgendwie schon wochenlang vorher wissen muss wann man wo welches welche Sehenswürdigkeit anguckt und so dieses spontan morgens worauf haben wir Bock so ein bisschen weg fällt. Hast du damit Erfahrungen? Andreas: Ja, sehe ich genauso. Und wir haben es tatsächlich auch ... Wir haben so eine Mischung gemacht. Zum Beispiel Sakrada Familia in Barcelona, da wir zu spät, da gab es keine Tickets mehr, das war schon schade. Auf der anderen Seite waren wir auch mal irgendwann, weiß ich nicht, ob es der Louvre war oder irgendwas, wo man Tickets brauchte. Es war super Wetter und wir hatten eigentlich viel mehr Bock, draußen zu bleiben. Und sind dann aber auch reingegangen. Das war dann auch toll, aber Genau was du sagst, wo du diese Spontanität hast, zumindest dann in dem Moment verloren. Übrigens, dann stehst du ja trotzdem noch an. Das ist ja dann die andere Geschichte, die inzwischen ist, dass alles so überlaufen, dass man sich vielleicht überlegen muss, ob man das nicht auslässt. Das haben wir auch mal schweren Herzens. Also im Nachhinein waren wir ganz glücklich mit der Entscheidung. Aber wir haben auch mal beschlossen, dass wir irgendwas nicht machen, als wir da ... Lisa: Ciao! Ja. Andreas: als wir davor standen und gesehen haben, das bedeutet, dass es nämlich bedeutet, es sind ganz viele Leute und es ist alles eng und wahrscheinlich wird es drinnen auch eng, dass wir gesagt haben, ja, wir würden schon gerne sehen, aber das müssen wir irgendwie mal anders planen und das machen wir heute nicht. Lisa: wenn du dann sagst, wir haben das entschieden, wer hat das denn echt entschieden? Andreas: Na, einer fängt ja oft an, oder? Ich glaube, einer fängt an und sagt, ich bin jetzt mal ehrlich und trau mich und sag, eigentlich hab ich da keine Lust zu. Wie ist denn bei euch? Und vielleicht würd ich diese Worte so nicht wählen, sondern würde sagen, wie lange glauben wir, haben wir noch gute Laune, wenn wir hier anstehen? Also stellen wir uns zehn Minuten an oder stellen wir uns eine halbe Stunde an. Das hatte ich auch mal, mir dabei ein. Oder wahrscheinlich fällt es mir deswegen ein, dass ich mit meinem Sohn da war. Lisa: Ja. Andreas: Der war recht jung, sechs oder sieben oder so. der war irgendwie, ja, da will ich rein, das will ich machen. Wir sahen schon die lange Schlange. Ich selber hab schon gesagt, ich hab da keine Lust zu, ich will nicht lange anstehen. Wollte ihm aber dieses Erlebnis auch nicht vermiesen. Und hab ihn dann gefragt, wie lange glaubst du, kann man sich hier anstellen? Und wann macht das keinen Spaß mehr? Dann haben wir uns auf eine halbe Stunde geeinigt. Bin nicht ganz sicher, ob er wusste, was eine halbe Stunde wirklich ist. Hab ich gesagt, wir stehen jetzt hier an, eine halbe Stunde, und er konnte da auch bisschen rumlaufen. Und das ging nicht wirklich schnell weiter. Und irgendwann kam er da auch an und sagte, die halbe Stunde ist schon ⁓ Ich sag, die ist fast ⁓ Wollen wir noch länger warten? Also ich hab dann noch die Tür wieder aufgemacht und er hat gesagt, ne, dann gehen wir jetzt auf Wartes hin. Lisa: Ich muss da jetzt gerade drüber nachdenken, ja oft dann eine gemeinsame Entscheidung letztendlich vielleicht gar nicht so gemeinsam gefällt wird, weil es irgendwie jemanden gibt, der ⁓ immer so bisschen bestimmt und das dann vorschlägt und einer hat einfach keinen Bock auf Stress und eine denkt sich irgendwie, ja ach mir eigentlich auch egal und dann haben nachher irgendwie augenscheinlich alle zugestimmt, aber in Wirklichkeit Andreas: Mhm. Lisa: ist nur einer happy und die anderen beiden sind dann abends beleidigt so, warum waren wir jetzt eigentlich nicht da so oder warum haben wir das eigentlich gemacht und nicht das und das finde ich dann nutzhaft. Andreas: Ja, Schwupp ist dann keiner mehr happy. Also ich glaube, dann gibt es irgendwie schlechte Stimmung. Lisa: Genau, deswegen muss ich so bisschen an dieses tolle Decision Poker Game denken, das du neulich mal vorgestellt hast oder auch an Entscheidungen, die ich so in so Business Teams schon begleitet habe. Also wenn du irgendwie fünf geile Ideen hast für ein neues Produkt und du musst halt überlegen, welcher. Andreas: Mhm. Lisa: Idee fängst du jetzt an. Dann kannst du es natürlich offen diskutieren. Dann hast du aber immer irgendwie jemanden, der so bisschen Meinungstürer ist und jemanden, der vielleicht zu still ist, ⁓ sich zu melden. Und dann macht man das gerne, dass man die Ideen irgendwie an die Wand hängt und jeder klebt da so ganz analog einen roten oder grünen Beppa drauf, ⁓ zu sagen, die Idee finde ich am geilsten. Das Ding ist halt, wenn das Leute dann nacheinander machen und dann sehen sie, ⁓ da sind schon drei grüne Punkte. Wenn ich meinen jetzt woanders hinhänge, dann hat er eigentlich gar keine Auswirkungen mehr. Dann hänge ich den jetzt auch dahin oder, ⁓ der Chef hat da den roten Punkt hingemacht, dann mache ich das mal auch, weil der hat bestimmt Recht. Natürlich kann man das auch eben ändern mit verdeckten Entscheidungen oder mit, dass man dann online irgendwie abstimmt anonym. Aber das ist ja was, was man jetzt vielleicht in der Familie oder einem Freundeskreis gar nicht so sehr macht. Also maximal, wenn es eine größere Gruppe ist, würde man noch mal sagen, ja jetzt heben alle die Hand, die das auch scheiße finden oder so. Aber das ist dann ja, drehste dich auch wieder ⁓ und denkst irgendwie, ⁓ der findet das aber toll. Ja und ich finde den ganz süß. Also hebe ich auch mal lieber die Hand. Und da frage ich mich dann immer, wie gut funktionieren eigentlich Entscheidungen, die man zusammentrifft, gerade auch im privaten Bereich. Andreas: Ich glaube, das hängt auch davon ab, wie man damit nachher umgeht. Also Entscheidungstypen sind situationsabhängig. Also manchmal möchte ich gerne unbedingt was entscheiden. Und manchmal kann ich mich gerne so treiben lassen, je nachdem, was das Thema ist und was das Umfeld ist. Und wenn wir über Urlaub reden, ist es ja auch so. Ich bin gerne mal der, der sagt, ist mir eigentlich egal. Ich müsste nichts unbedingt zwingend machen. Also ich müsste nicht in Paris unbedingt den Eiffelturm sehen. Hängt damit zusammen, dass ich ihn schon gesehen habe vielleicht. Und dann ist es oft aber so, dass ich Sachen, die ich von mir aus nicht gemacht hätte, dann mache und froh bin, dass ich sie gemacht habe. Ich glaube, den Kindern, würde ich jetzt mal behaupten, müssten die für sich selber sprechen, aber ich würde behaupten, dass sie oft, wir sagen, wir gucken uns in die Kirchen an, erst mal mit den Augen rollen und eigentlich lieber Eis essen wollen, das ist auch genau ihr Job. Und dass sie im Nachhinein aber ganz froh sind, dass sie irgendwas entdeckt haben oder dass sie was was Neues gesehen haben. Also ich glaube, die Komponente gibt es ja auch. Also nicht nur, dass nachher sind wir irgendwo lang gelatscht und eigentlich wollte ich am Strand sagen, jetzt muss ich sieben Kirchen angucken, sondern vielleicht dreht sich das auch, während ich dabei bin und denke so, ja, eigentlich fand ich diese Kirchen jetzt mal als Beispiel auch ganz spannend. auch nicht zu ignorieren, das Gemeinsame. Also ich glaube, noch eine Komponente, die da mit reinspielt, ist ja Lisa: Ja. Andreas: Vielleicht geht es bei den Entscheidungen manchmal gar nicht ⁓ den Ort oder die Aktivität, sondern das Gemeinsame. Wenn meine Wahl ist, Extremfall, wir wollen sie in den Kirchen angucken und ich habe da eigentlich nicht so richtig viel Lust zu und dann ist die Alternative aber zu sagen, ich setze mich alleine an Strand, bedeutet aber, ich verbringe keine Zeit mit meiner Familie. Das ist auch zumindest eine Erwägung, die ich machen sollte, ist das wirklich was ich möchte oder welcher Teil von dieser Entscheidung. ist mir wichtig. Also übrigens, Vielschichtigkeit von Entscheidungen ist ja nicht, es geht ja ganz selten dann ⁓ das eine Ding. Wie gesagt, hängt da immer ganz viel dran. Lisa: Das stimmt. Ich finde wichtig, auch bei Entscheidungen, die man gemeinsam trifft, dass man nicht nur sagt, das entscheiden wir jetzt, sondern auch, wie gehen wir damit ⁓ Wenn dann eine Entscheidung getroffen ... und irgendjemand läuft die ganze Zeit nur mit einer Flappe irgendwie augenrollend hinterher und guckt auf sein Handy und sagt mal Kirche Kirche dann hat ja irgendwie niemand was davon, dass man sich jetzt dafür irgendwie entschieden hat, sondern dass man dann auch irgendwie sagt gut wir haben jetzt wir haben jetzt gesagt wir machen heute das und das und wir versuchen das jetzt auch irgendwie alle mal positiv zu sehen und wenn dann irgendwie Hätte der Cousin auch noch drei Weihnachten nachher davon erzählt, wie schrecklich das war, als die damals die Skivanderung gemacht haben, anstatt direkt zum Apres Ski zu gehen, dann ist auch irgendwann mal gut. dass man eben auch bei Entscheidungen sich auch dafür entscheidet, die dann anzunehmen. So finde ich wichtig. Habt ihr solche Gespräche irgendwie? Ja. Andreas: Meinst du, muss das ... Ja, haben wir. Und mir fällt dabei ein, das ist eine Frage, ich vorher gerne stellen würde. Das ist doch auch davon abhängig, wie oft du Also, gerade so Gruppenreisen. Und ich sag das im weitesten Sinne. ... Ich nicht, mit zwölf Leuten, vier Familien, und wir machen dann immer eine Woche Urlaub irgendwo. wäre eine Geschichte. halt Kleinfamilie, wir sind zu viert. Oder ihr zu zweit. Ich glaub, ich würde vermuten ... Entschuldigung, ihr seid ... Lisa: Mhm. Wir haben noch einen Hund, der hat auch mitzugeben. Andreas: Ihr seid zu dritt, selbstverständlich. Aber da ist es ja dann so, ich würde vermuten, je kleiner die Gruppe, desto schneller merkt man, wie so die Dynamiken sind. Aber zum Beispiel gerade in der Vierergruppe, glaube ich, wenn wir sagen, wir machen jetzt eine Acht-Kirchentour und alle sagen, ja, okay, ich glaube, ich weiß, was das bedeutet und ich mache jetzt auch mit, haben wir zumindest gelernt und da sind wir immer besser geworden, dann zu sagen, ja, ich mache gerne diese Tour mit, aber ich werde zwischendurch Hunger haben. Ich möchte gerne, dass wir mitbedenken, wir zwischendurch dann was essen. Und das dann auch einmal klar ist, klar. Also zum Beispiel, wenn jemand jetzt gerade ein körperliches Bedürfnis hat, dass das dann auch geäußert werden darf und ich so, ja, okay, wir müssen aber erst mal eine sieben Kirchen machen, bevor wir deinen Wunsch erfüllen, der Eis heißt oder so. Oder Döner. Sondern dass man sagt, lass uns das doch versuchen zusammenzubauen. Und das ist, glaube ich, eine Sache, die man lernen muss in der Gruppe. Lisa: Eine ganz wunderbare jährliche Gruppenreise mit ein paar Freundinnen, wo wir immer an die Ostsee fahren. Das Witzige ist, das ist eine wechselnde Besetzung. Also es so ein Freundinnenkreis, aber es sind nicht immer dieselben vier oder fünf, sondern das wechselt immer mal. glaube, das machen wir jetzt irgendwie seit sieben oder acht Jahren. Und wir fahren jedes Mal in dasselbe Hotel, was Das führt dass eine Freundin auch schon nicht mehr mitkommt, weil sie aus Prinzip eigentlich nicht zweimal am selben Ort Urlaub macht. Wir fahren immer freitags, mittags hin. Wir gehen immer freitags abends ins selbe Restaurant und überlegen da, wo wir dann Samstagessen gehen, ⁓ dann zu merken, dass das Freitagsrestaurant eigentlich das Schönste ist und deswegen gehen wir dann da Samstag noch mal hin. Und dann gibt es immer Frühstück, Spaziergang, Sauna, Restaurant. Und am Sonntag machen wir noch mal einen großen Spaziergang und fahren einmal nach Dänemark zum Hotdog essen und wieder zurück. Ich gucke mir diese Fotos der letzten Jahre an, sind ein bisschen andere Gesichter manchmal, aber wir machen wirklich einfach immer genau dasselbe. Und das ist so herrlich, weil man einfach überhaupt keine Entscheidung treffen muss. Aber wir haben trotzdem irgendwie so ein alberne... Nein, es ist eigentlich nicht albern, aber wir spielen immer so, als würden wir jetzt tatsächlich diskutieren, ob man nicht woanders essen kann oder ob wir mal woanders einen Spaziergang machen können oder ob wir vielleicht mal statt Sauna irgendwas anderes machen. Aber das passiert nie. Das ist eher immer so bisschen so Performance. Da hat doch ein neues Restaurant aufgemacht und jetzt ist doch das Schwimmbad auch wieder auf und so. Und das finde ich total witzig, weil wir eigentlich alle schon wissen, dass wir beim selben landen. und immer dann noch so Pseudo-Entscheidungsgespräche führen. Aber das ist also, das ist immer im November und das ist immer was, wo wir uns alle schon ab Dezember praktisch drauf freuen. Und ich glaube, der Zauber ist wirklich darin, dass absolut keine Entscheidungen anstehen. Andreas: Ist das euer Ventil? Ist das euer Ventil, weil ihr in den anderen Konstellationen das nicht haben wollt? Also ich vermute einfach, dass du nicht jeden Sommer ins gleiche Sommerdomizil gehst und dass deine Urlaube generell schon flexibler sind. Und dass das vielleicht dann der eine Teil ist, wo du sagst, da treffen wir uns alle und wir wollen eigentlich miteinander quatschen. Wir treffen uns einmal im Jahr, wir wollen miteinander quatschen. ganze andere, der Rest sozusagen ist ... nicht ganz so wichtig vielleicht sogar, obwohl ich weiß nicht, ob ich das werten will, aber darum geht es eigentlich nicht wirklich und dann ist es vielleicht einfacher zu sagen, das entscheiden wir auch alles gar nicht mehr, sondern eigentlich, da sind wir wieder bei Zeit verbringen, oder? Lisa: Ja, absolut. Ich glaube aber nicht, dass das so ein Ventil ist, im Sinne von ich finde es so geil, weil ich da nichts entscheiden muss, sondern ich habe irgendwie keinen richtigen Vorbereitungsstress und ich kann mich da total drauf verlassen, wie das abläuft und Also es ist ja nicht so, dass ich währenddessen dann genieße mich nicht zu entscheiden, sonst würden wir ja auch nicht diese Pseudo-Gespräche führen. ich glaube, einfach da so der Mental-Load so maximal runtergefahren ist, der ja bei allen im Alltag natürlich höher ist, dass es einfach für uns alle passt. Plus, dass wir halt irgendwie gemerkt haben, hey, wir haben echt was gefunden, was über Jahre uns allen gut gefällt. So never change a running. Andreas: Ich glaube, ist ein wichtiger Punkt. Und ich glaube, wir haben das auch. Wir haben so paar Freundesdinger, die wir einmal im Jahr machen. Und da ist eigentlich auch das Setup eher gleich. Und deswegen glaube ich, es ist halt so ein Anker, wo wir uns alle drauf freuen, dass es mehr oder weniger dasselbe ist, dass man Zeit mit einer verbringt, eine Gitarre mit und wir kochen zusammen. Und das sind so die Entscheidungen, die man dann trifft, eher, wann fangen wir an mit dem Grillen? Und nicht grillen wir oder machen wir Pasta heute. Sage mal, ein Aspekt, mir dabei aber einfällt, ist im Arbeitskontext ist das natürlich nochmal ganz anders. Du hattest vorhin schon gesagt, alle kleben dann irgendwo ihr Pünktchen drauf. Wir hatten das Delegationspoker. Ich habe nämlich noch was gefunden, was ich nur kurz referenzieren will. Und ich glaube, es greift zu kurz. Aber das ist meine persönliche Meinung. Jesse Lynn Stoner vom SeaPoint Center for Collaborative Leadership. Lisa: Ja. Das war's Andreas: hat Decision Styles veröffentlicht. Und zwar hat sie das auf zwei Achsen gemacht. Sie hat einmal gesagt, es gibt einen Unterschied, wie viele andere Leute involviert werden. Und damit zusammenhängend gibt es auch, also das hat sie auf der X-Achse aufgemalt und auf der Y-Achse hat sie aufgemalt, wie viel Zeit man verbraucht. Und sie fängt halt unten links an und sagt, independent, also da bräuchte niemand anders zu fragen, ich entscheide alles. Und das geht wahrscheinlich auch relativ schnell. Und dann geht's halt von da so bisschen schräg nach oben. Das heißt, ich bin immer noch diejenige, die das entscheidet letztlich, aber ich hol mir andere Meinungen dazu. Und dann schwuppt sie nach rechts. Also die meiste Zeit und die meisten anderen involviert ist die Gruppe. Also wir debattieren ganz lange und dann kommen wir zu irgendeiner Entscheidung und dann wieder runter sozusagen. Also viele andere und wenig Zeit ist dann Delegation, wo sie sagt ... Ich will damit eigentlich überhaupt nichts zu tun haben. Und da musste ich an diesen Delegation-Poker denken. Und dann habe ich mich gefragt, Delegation-Poker sind ja irgendwie sieben Schritte und das hier sind jetzt nur vier. Also ich entscheide alleine oder ich delegiere, das sind so die Sachen, die mich am wenigsten Zeit kosten, oder ich gehe weiter nach oben und sage, ich hole mir Meinung von anderen, entscheide aber dann trotzdem selber. Und ich frage mich gerade, also ich habe so das Gefühl, Das ist eine Sache, bei der man vielleicht im Arbeitsumfeld mehr nachdenkt als im privaten Umfeld. privaten Umfeld habe ich so das Gefühl, zumindest da ist ganz viel eingespielt. Im Arbeitsumfeld ist das noch viel bewusster. Lisa: Also erstmal, chapeau, dass du nach 40 Minuten lustigen Geplenkel über Entscheidungen im Urlaub mir jetzt hier noch mit so einem Modell kommst, finde ich großartig. Ich glaube, erstmal ist es sehr schwierig. Wir sind ja audio-online und ich habe gerade witzigerweise im aktuellen Zeitpodcast Ich rede immer von der Zeit, das ist furchtbar. Die sogenannte Gegenwart haben sie auch nämlich versucht ein Modell zu erklären mit zwei Achsen und haben sich dann darüber unterhalten, wie schwierig das ist, das Leuten nur per Audio zu erklären. Ich finde aber, du hast das toll gemacht und trotzdem... Nein, zuerst stimme ich dir zu. Ich glaube, im Business-Kontext hat man da viel mehr... Andreas: Super! Lisa: so Prozesse und vorgefertigte Ideen, wie man damit umgeht, allein schon weil man ja auch einen Vorgesetzten hat, der irgendwie entscheidungsberechtigt ist oder man ist weisungsgebunden, was auch immer. Und weil man, glaube ich, auch einfach weiß, wie wahnsinnig Entscheidungsprozesse aufhalten. Siehe irgendwie Großkonzern versus Start-up. Und mein Tag dazu ist eigentlich Ich glaube, ist total guter Input für eine neue Folge. Wir machen mal Entscheidungen im Business Contest. gucken uns das nochmal genau an, laden vielleicht auch jemanden dazu ein, der sich noch besser damit auskennt. Und vielleicht können wir dann ja sogar noch lernen, was man daraus vielleicht für die Familie und für den nächsten Urlaub lernen kann. Andreas: finde das ist eine sehr gute Idee und gar nicht geplant. Ein sehr gutes Beispiel dafür, dass ich ja entschieden habe, dieses Thema jetzt auf dem Tisch zu liegen und wir dann gemeinsam jetzt entschieden haben, da gar nicht in die Tiefe zu gehen. Das finde ich sehr sympathisch, dass wir quasi das Thema zum Schluss noch mal aufgenommen haben. Einen deutlichen Unterschied zwischen, das kann man gut alleine entscheiden und was entscheidet man dann lieber zusammen. Sehr schön. Lisa: Herrlich. Ja dann. Andreas: Haben wir noch eine Rubrik? Wir haben bestimmt noch eine Rubrik. Welche Entscheidung? Lisa: Ja, welche Entscheidung steht nächste Woche an? Andreas: Ja. Lisa: Bei mir steht die Entscheidung an, wen nehme ich morgen mit in die Elbphilharmonie. Ich habe ja ein Abo schon seit Anfang an und zwar in der allerletzten Reihe unterm Dach. Aber man kann trotzdem alles gut hören. Man muss nur bisschen früher da sein, weil man diese ganzen Treppen hoch muss oder der Fahrstuhl nicht kommt und so. Und ja, mein Mann hat keine Zeit und jetzt überlege ich, wen ich mitnehme. wie ich mich entscheiden habe, hört ihr nächste Woche. Andreas: Ja, sehr gut. Das ist eine gute Entscheidung. Da freue ich mich drauf. Und wünsche dir viel Spaß in der Elphi. Wie auch immer du dich entschieden hast. Einer meiner, tatsächlich meiner Lieblingsorte. Ich finde die Architektur super, ich finde die Akustik super und dafür bin ich immer nur einmal im Jahr da oder so. Da soll ich öfter mal hingehen. Lisa: Vielleicht nehme ich einfach dich mit. Vielleicht findest du die Architektur nicht mehr so super, wenn du weißt, wo die allerletzte Reihe Y ist. Aber na gut, das besprechen wir nochmal. Ja. Andreas: Das entscheidest du ja. Und du teilst uns dann nachher mit, es war. Sehr schön. Lisa, vielen Dank. Wie immer. Das hat mich sehr erhellt. Und ich wünsche dir eine grandiose Woche. Bis bald. Tschüss. Lisa: Bis nächsten Mal! Ich dir auch. Tschüss.