Meike: Hallöchen, Puppelchen! Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Summa Summa Rum. Ich bin Maike. Agnes: Hallöchenpuppöschen! und ich bin Agnes. Meike: Ja und wir freuen uns, falls du heute das erste Mal reinhörst oder falls du hier dir schon mehrere Folgen von uns angehört hast. Und ja, wir fangen einfach mal an hier mit unserem historisch gewachsenen Check-in und ich frag dich, Arkeis, wie bist du heute hier? Agnes: Ich bin ganz ausgeglichen hier. Ich habe Energie. Ich glaube, das liegt auch, hängt auch damit zusammen, dass ich gerade so ungefähr eisprungmäßig unterwegs bin in meinem Zyklus. Und ansonsten ist es Montagmorgen. Eigentlich eine ungewöhnliche Zeit für uns. Wir nehmen meistens mehr so nachmittags auf und auch nicht montags, aber irgendwie diese Woche hat es so gepasst. Es ist draußen ist es nicht zu warm. In Hamburg ist es ja, vielleicht so bisschen unter 20 Grad. Sehr angenehm. Die Möwen fliegen hier durch die Gegend und ja, ich habe zwar gerade irgendwie viel zu tun, also ich hatte auch ein bewegtes Wochenende. Ich war am Samstag auf einem Workshop, der mega cool war. von Elisabeth Weid, ist eine Journalistin und Schriftstellerin und Aktivistin. Und es ging ⁓ radikale Regeneration von einfach allem. Von uns Menschen, von der Umwelt, Natur, wovon wir ja auch Teil sind, von politischen Systemen. Und ich bin da auf jeden Fall sehr inspiriert und angezündet. Das ist ein gutes Gefühl. Es kann ja auch immer so ein Auf und Ab sein in dieser Welt. In dieser Welt ist Aktivismus vor allen Dingen. Und... In jeglicher Welt, auf jeglicher Ebene. Ja, und ich hab mal wieder gemerkt, wie gut das tut, mit gleichgesinnten Menschen zusammenzukommen und... Meike: in dieser beschissenen Welt, in der wir leben. inneren Reusen. Agnes: Auch wenn es inhaltlich irgendwie gar nicht so große neue Erkenntnisse gibt, ist es immer so ein sich gegenseitig den Kopf wieder gerade ziehen, entschieben. Ja, das hat mir sehr gut getan. Wie geht's dir, Meike? Meike: Das klingt nach einem ganz spannenden Wochenende und es klingt auch so richtig schon on point eigentlich ganz zufälligerweise für das Thema, was wir uns heute ausgesucht haben. Wie geht's mir? Mir geht's auch gut. Wir haben ja vor kurzem auch unsere Folge aufgenommen zum Thema Arbeit und Selbstständigkeit und tatsächlich mich hat das nochmal sehr befeuert. die letztes Wochenende einfach den Stift fallen zu lassen und alles liegen zu lassen. Und ich bin an so einer kleinen Stelle einmal in diese Falle getappt, wo ich eine E-Mail gesehen habe, die aufgepoppt ist, von einer Anfrage für ein Event und ich quasi ⁓ 22 Uhr auf der Couch saß und schon angefangen habe kurz eine Nachricht an eine Freundin zu schreiben, die hier ein Yoga-Studio führt, ⁓ den Raum zu mieten und war dann so, na na, stopp, stopp, stopp, stopp, stopp. Da sind einige E-Mails und Sachen reingetrudelt und ich habe alles liegen gelassen. Das hat echt auch für mich noch mal geholfen. Man hat schon festgestellt, dass es für dich nicht so sehr hilft. Aber für mich hat es geholfen, dass wir darüber gesprochen haben, diese Intention noch mal zu erneuern. echt bewusst die Sachen liegen zu lassen. Genau, deswegen bin ich auch regeneriert und ... gut drauf hier und bei mir geht es auch in Richtung Eilsprung. Unsere Zyklen sind ja oft einigermaßen in Tune. Ja, dann freue ich mich auf heute. Ich finde es irgendwie auch cool am Montagmorgen in unseren Podcast rein zu starten. Irgendwie ungewöhnliche Zeit, aber irgendwie auch ein cooler Start in die Woche. Agnes: Ja, richtig gut. Habt ihr hier zwei Full-Energy-Eisprung-Mäuse? Und wie gut, dass der Podcast dich ja selber dann auch inspiriert beim Aufnehmen. Besser geht's doch nicht. Meike: Ja, Wahnsinn. Wahnsinn, oder? Falls übrigens, was auch immer wir hier besprechen euch irgendwie inspiriert interessiert, Gedankenanstöße auslöst oder sowas. Wir haben ja auch unsere E-Mail-Adresse hello.sommarum.de, die steht auch in den Show notes nochmal. Und einfach auch nochmal die Erinnerung. Teilt auch gerne mit uns, was es anstößt. Agnes: Hm. Meike: Wenn es was anstößt, wir sind interessiert. Agnes: schickt uns E-Mails. Wir würden auch E-Mails vorlesen hier, wenn es die Gelegenheit gibt. Das machen manche Podcasts ja auch. Wir haben noch keine E-Mail. Oder? Meike: Miss Baby! Ich weiß nicht, ich könnte live mal kurz nachgucken, ob wir schon E-Mail haben. Agnes: Ja guck mal live rein. Bisher bist du die einzige Person, die Zugang hat zu diesem E-Mail-Postfach. Du wolltest dir noch mit mir teilen. Meike: Wieder aufregen! Ja, stimmt. Das ändern wir jetzt nochmal. Weil wahrscheinlich haben andere Leute auch hier Lust, wenn ich jetzt hier mal unser Passwort finden würde. Agnes: Ja. Und wir haben ja auch schon gesagt, Fragen oder Einordnungen, die ihr euch wünscht. Wir sind hier, wir haben meistens eine Meinung. Und freuen uns. Meike: Hahaha! ist es. Ich finde es leider jetzt hier auf die Schnelle nicht. Naja, lesen wir nächstes Mal vielleicht E-Mails vor. Nachher sind vielleicht auch gar keine E-Mails da, ne? Who knows? Agnes: Wir gucken mal. Meike: Wir gucken mal. Ja, das fühlt sich sehr professional an, dass wir darüber sprechen, E-Mails vorzulesen. Agnes: Klar, wir sind doch ein professioneller Podcast. Wir sind jetzt professionell. Meike: Wir sind jetzt professionell. Ja, wirklich. Daran muss ich mich wirklich immer wieder erinnern irgendwie. so, weißt du, es hat sich ein bisschen angefühlt die letzten paar Monate, als ob wir spielen, dass wir einen Podcast veröffentlichen. Und jetzt ist der aber wirklich veröffentlicht. Das ist noch nicht so ganz angekommen hier oben bei mir. Agnes: Ja, das geht mir ähnlich. Und da ist ja auch die Frage, was bedeutet eigentlich professionell? Ist das was wie so eine Verkleidung, die wir uns anlegen oder was ist das eigentlich? Und ich glaube, für mich bedeutet professionell gar nicht, dass da ein bestimmter Rahmen auf eine bestimmte Art und Weise aussieht, sondern das ist eher was, zum einen mit Erfahrung zu tun hat und es ist auch was, was mit Entscheidung und Commitment und wie mache ich die Dinge oder wie gehe ich die Dinge an zu tun hat. Und da, finde ich, sind wir sehr professionell. Meike: Ich meine auch in diesem Setting hier, wenn ich professionell sage, merkt quasi so diese Tatsache, dass wir diese Sachen alle eben nicht spielen, sondern wirklich machen. Also dass es echt eine e-mail-Adresse gibt, wo echte Menschen, uns wirklich zugehört haben beim Reden, eventuell wirklich was schreiben. das ist... ja... Agnes: So bisschen wie Kaufmanns Laden mit so Holzfrüchten. Meike: Genau, dann seist man rein, das war doch eine Erdbeere. Ja, eine echte. Agnes: Ja. Cool. Meike: Ja. Dann... ... leuen wir los, Agnes: höre dich gerade irgendwie ein bisschen leiser. Hat sich irgendwas verändert? ⁓ okay, jetzt höre ich dich wieder nochmal. Meike: Eigentlich nicht. Vielleicht habe ich auch einmal nur nicht genug in dieses Mikrofon gesprochen. Ich das mal vor mein Gesicht. Agnes: ⁓ okay. Okay. Das sind solche Sachen, die wir rausschneiden, ne? Die Authentizität hat ihre Grenzen. Meike: Auf jeden Fall, ich habe schon eine Markierung gesetzt. Ja, ja, nein. Dass wir nicht schneiden müssen und nicht auf uns Leute bei so was zu hören wissen. Das stimmt, aber beim letzten Podcast gab es wirklich nur eine einzige Stelle, die so war und den Rest, der Rest muss ja nicht geschnitten werden. das ist schon, ich glaube da schneiden schon viele andere Podcasts viel mehr. Agnes: Ja, das liebe ich. Meike: Ich auch. Ja, okay. Soll ich mal unser Thema einleiten? Ja, so eine ganz kleine, dass du die überhaupt siehst. Wo ist die jetzt hin? Oder war die groß? Agnes: Lass mal ein, stoppe dir fliegende Fliege herum. Die sah schon aus wie ein ordentlicher Brummer. Meike: Ja, die will ja auch ihren Auftritt haben. Agnes: Die Podcastfliege. Meike: Yes, yes, die Podcastflüge, okay. Okay, ja, wir möchten heute über ein Thema sprechen, wovon vielleicht ein paar Menschen schon gehört haben. Also einerseits, wo ganz unabhängig davon sich Menschen... Agnes: Die hat auch gerade ins Mikro reingesummt. Also ich hab's gehört, ja. So bzzzz. Meike: Wirklich? Nein! Ey, richtig krass, weil ich hab die nicht mal gehört, aber wahrscheinlich versteckt, ist halt voll von dem Mikro, weil die ist tatsächlich mini klein. Das ist nicht eine normale Fliege, sondern das ist wie so eine Obstfliege, so eine ganz kleine, ja. Agnes: Jaaa... ⁓ Die sieht richtig dick aus. ist vor der Kamera. Du, die Kamera, die mogelt immer 5 Kilo dazu. Meike: Kein Body Shaming. wenn's reicht, du. In dem Fall eher 50 oder so. ⁓ man, okay. Wir starten nochmal neu. Agnes: Hahaha Okay, wir starten nochmal. Meike: Wir müssen reden. Ja, über ein Thema, was eigentlich uns alle betrifft, kann man so sagen und was vielleicht auch viele von uns oder euch schon beschäftigt hat oder jetzt in den letzten Wochen erreicht hat, weil es ein Instagram-Post vom Deutschland Agnes: Wir müssen reden. Meike: Funkkultur ging, der so bisschen viral gegangen ist und der das aufgegriffen hat und sich bezieht auf ein Buch von Kathrin Fischer, achtsam geht die Welt zugrunde, die ja die Yoga und Coaching-Branche sehr in die Kritik genommen hat und gar nicht auf irgendeiner inhaltlichen Art und Weise, sondern mehr so für diesen Individualismus, der eigentlich dadurch verbreitet und befeuert wird. Und so diese Vorstellung von bei dem Thema Achtsamkeit geht es, Achtsamkeit ist auch so ein großes oder irgendwie auch kleines Thema, aber in dieser ganzen Branche ging es irgendwie darum, dass das ein Resultat ist, dass lauter Menschen da sitzen und sich nur noch mit sich selber auseinandersetzen, sich ⁓ sich selbst kümmern und Self-Care betreiben und dabei die Welt ⁓ sich herum komplett vergessen. Vergessen sich ⁓ ihre Communities und die Welt und die Natur und die Menschheit als Ganzes zu kümmern. Mit natürlich so offensichtlichen Folgen für die Welt, dass sich ⁓ die keiner mehr kümmert, aber auch mit offensichtlichen Folgen für das Individuum. was auf einmal diese Last komplett auf seinen eigenen Schultern trägt, okay sein zu müssen in einer Welt, die nicht okay ist. Das richtet sich ja in beide Richtungen. Auf einmal quasi alles wegmeditieren zu müssen, was wir vielleicht auch an emotionaler Erschöpfung oder Gefühlen einfach spüren als Resultat dieser Welt, in der wir leben, wo so viele Krisen gleichzeitig auf so vielen Ebenen in so vielen Themenbereichen passieren. Ja, und wenn wir quasi so den Weg gehen, dann dann hatten wir einen ziemlich blöden Punkt. Und dann ist natürlich auch noch so dieser Kritikpunkt, dass das eine riesengroße Industrie ist, die da drum herum ist, die einfach Geld verdient aus diesem Claim und aus dieser Verteilung der Verantwortung. Und Ja, wir müssen reden, weil da ist was dran und es muss nicht so sein. Agnes: Wir starten ohne Cliffhanger, sondern erzählen sofort, in welche Richtung es geht. Und ich finde das ganz interessant oder ganz lustig. Dieser Take ist auch überhaupt nicht neu. Ich habe das Buch nicht gelesen. Das Buch ist, glaube ich, aus diesem Jahr oder aus letztem Jahr. Das ist relativ neu. Ich werde es noch lesen. Ich habe schon geguckt. Die Bücherhallen hier in Hamburg, die haben das auch. Ich werde mir das ausleihen. bin übrigens großer Bücherhallen-Fan. Ja, ⁓ mein Gott, das ist einfach mein Happy Place Nummer 1 seit über 30 Jahren. Ich hab das als Kind schon so krass geliebt, aber das ist ein anderes Thema. Und es ist aber auch deshalb nicht neu. Ich kann mich erinnern, wie ich vor vielleicht so zehn Jahren oder so schon mal einen Taz-Artikel gelesen habe, der auch als Überschrift so was hatte wie Meike: Library time! Agnes: Yoga und Meditation macht egoistisch. Und es gab eine Studie, ich bin mir jetzt gar nicht mehr sicher, wie groß oder wie qualitativ gut oder schlecht die angelegt war. Und die Quintessenz war aber, Yoga und Meditation kann eben genau das fördern, was du gerade gesagt hast, Maike, dass wir uns nur noch auf uns selber konzentrieren und dass wir so diesen Sinn für Solidarität oder diesen Sinn für das große Ganze oder uns gemeinsam, ⁓ Dinge zu kümmern und umeinander, dass wir das verlieren, weil wir die ganze Zeit nur auf uns selber fokussiert sind. Und lustigerweise vor zehn Jahren habe ich den Artikel gelesen und war ein bisschen irritiert und war so ein bisschen fast schon angepiekt oder sauer und hatte so Gefühl von ... Die Autorenperson, weiß gar nicht, worüber die redet. Und Yoga und Meditation, das ist ja was total Tolles. Und ich bin gar nicht egoistisch und ... Und es hat mich einfach so bisschen angepiekt. Und ... Heute, ungefähr zehn Jahre später, kann ich da irgendwie viel gelassener mit umgehen und sagen so, hey, stimmt. Oder kann stimmen, muss nicht stimmen. Vielleicht können wir uns einigen darauf, die Gefahr bestehen kann. Und wahrscheinlich liegt es daran, dass ich mich vor zehn Jahren ein kleines bisschen auf den eigenen Schlips getreten gefühlt habe, weil ich selber vor zehn Jahren zum Beispiel auch nicht so aktivistisch war, wie ich heute bin. Ich war mein ganzes Leben lang schon on off, mehr oder weniger aktivistisch, aber so in dieser Zeit, wo ich richtig doll in meinem Corporate-Job festhing, unglücklich war mit meinem Leben und Yoga und Meditation, so mein Rettungsanker gefühlt war und ich das Gefühl hatte, ich bin hier gerade selber am Ertrinken und da ist etwas, was mir hilft, habe ich das natürlich als Affront empfunden, dass dieser mein persönlicher Rettungsanker da so gefühlt diskreditiert wurde. Und das ist natürlich aber auch wie so vieles im Leben eine Evolution. Und was ich daraus lerne oder gelernt habe, ist, es ist auch okay, wenn wir Phasen haben, wo wir das brauchen, uns zurückzuziehen, solange das keine Sackgasse ist, solange das nicht der Endpunkt ist. Und Meike: Hmm. Agnes: Das kann meiner Meinung nach die Gefahr sein. Du Nixxed. Meike: Ich, Nicke, ja absolut. Ich find's voll cool, wie du das gerade nochmal eingeordnet hast. Also auch wie das vor zehn Jahren bei dir gelandet ist, wie das jetzt bei dir landet. Und genauso den Cliffhanger-Agnis, den gibt's gerade trotzdem. weil wir zwar schon verraten haben, dass es nicht so sein muss, aber die sagten uns, wir fürs Ende der Folge reservieren, darüber zu sprechen, wie es denn anders sein kann, dass es nicht so sein muss, während wir erstmal noch so bisschen irgendwie auch mitgehen mit dieser Kritik und ich würde die ganze Coaching-Branche auf jeden Fall auch nicht ausnehmen. Die Autorin in ihrem Buch greift das, glaube ich, auch als Teil davon auf. weil es ist quasi an vielen Stellen genau das gleiche Ding. Obwohl, ich sag mal, vielleicht Coaching nicht mal diesen Hintergrund hat wie Yoga, weil wenn wir es verfolgen, wo die Wurzeln sind von Yoga, dann finden wir eigentlich relativ... Ich wollte gerade sagen, finden wir relativ schnell raus, dass das eigentlich nicht die Intention ist. Wobei, es kommt ein bisschen darauf an, welchen Wurzeln wir folgen. Aber... Ja, das ist echt was, was wie jedes Thema so viel Nuance braucht. Weil was du gerade gesagt hast, dass es so legitim ist, dass es Phasen gibt, in denen man mehr Kapazität hat, sich zu beschäftigen mit dem, was im Außen, sei das, was irgendwie näher dran ist oder das, auch weiter weg woanders auf der Welt passiert, diese Kapazitäten sich damit zu beschäftigen, variieren. Und legitimerweise variieren die. Also ich hab da selbst auch meine Phasen schon durchgemacht und du hast es auch mitbekommen. Anfang dieses Jahres gab es bei mir auch eine Phase, ich gemerkt habe, wenn ich jetzt noch weiter in die Richtung gehe und noch weiter hier dabei bleibe, so sehr draußen unterwegs zu sein mit den ganzen Themen der Welt, dann gehe ich über eine Grenze von mir selber, wo wo ich niemandem meldendlich bin, weil nichts mehr übrig ist irgendwie so von mir. Und gleichzeitig dieses sich da wieder auf sich selbst zu besinnen, wie du gesagt hast, nicht als Sackgasse zu nehmen und wirklich nicht als Ausrede, sondern wie so ein Zurückziehen, Ausruhen gestärkt wieder zurückkommen zu verstehen, weil das ist natürlich dann auch total sexy hängen zu bleiben irgendwie, indem sich wieder so bisschen verschlossen zu haben vor der Welt. Genau. Und ich glaube... wie so vieles, dass es bei manchen Dingen gar nicht so sehr darum geht, was ist zum Beispiel ein Tool oder irgendwas, was wir, ich will nicht sagen, dass Yoga jetzt zum Beispiel einfach nur ein Tool ist, aber zu sagen, es geht ganz oft ⁓ das Wie wird irgendwas verwendet und in welchem Kontext wird das gesetzt. Und Yoga wurde jetzt halt auch in unserem hier westlichen kapitalistischen Kontext gesetzt von wir verkaufen jetzt eine Stunde Entspannung per Urban Sports Scan oder sowas. Was vielleicht auch gar nicht so viel zu tun haben muss mit dem Grundgedanken, aber es passt halt leider super gut in unsere Welt uns irgendwie zu verkaufen. Ja. dass wir uns da jetzt regulieren müssen, dass wir uns nur ⁓ uns selber kümmern müssen, dass wir schauen müssen, dass es uns gut geht. All die Sachen sind ja sogar wahr. Also natürlich haben wir auch die Verantwortung dafür zu sorgen, dass es uns gut geht. Und die Intention ist ja nie irgendwie, das auch komplett zu vergessen. Aber die Intention ist halt auch nicht, alles andere und die Welt und alles Strukturelle zu vergessen. Ja, und ich sehe das auch... Sorry. Agnes: Du hast gerade gesagt, Yoga wurde aus dem Kontext gerissen und in dieses kapitalistische System, in dem wir uns befinden, reingedrückt. Und ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen, Yoga wurde wie steril gemacht, beziehungsweise einige Teilaspekte, die uns in den Kram passen, wurden da raus extrahiert. und umgedeutet als Wellness. Und Yoga ist aber kein Wellness. Yoga ist nicht als Wellness gemeint in der Grundintention. Und genauso wie du auch sagst, es nichts verkehrt an Wellness. Die Frage ist immer nur, warum machen wir das und wo wollen wir hin damit? Meike: Ich glaube einfach an voll vielen Stellen werden all die Sachen verwendet und Psychologie auch nicht ausgenommen und das ist irgendwie, das macht mich auch total wütend, dass wir an vielen Stellen da sitzen und Ich sag mal, ganz klassisch, so richtig oberflächlich gesagt, wenn eine Person gerade struggled mit der Welt, wie sie gerade ist, beispielsweise irgendwie ein Gefühl von Sicherheit zu finden oder ein Gefühl von irgendwie Hoffnung in die Zukunft mit all dem, was sich gerade so entwickelt in dieser Poly-Crisis, in der wir sind. und in den Coaching geht, dann ist oftmals der ganz klassische Ansatz zu gucken, wie können wir jetzt dafür sorgen, dass es der Person wieder besser geht in den Bedingungen, die da sind. Und auch da ist ein Wert da dran, genauso wie ein Wert an Wellness ist. Selbstverständlich sind wir gezwungen, haben eigentlich gar keine andere Wahl, als umzugehen mit der Welt der wie begegnen und wir einen Spielraum, in dem wir auch auf verschiedene Weisen damit umgehen können. Aber es stoppt halt meistens da. Der Auftrag ist abgeschlossen, wenn die Person irgendwie bisschen besser umgehen kann mit dem, was da im Außen ist. Haken dran, erledigt, irgendwie fertig. Und die Kritik ist so ein bisschen, dass es eben da stoppt und dass es nicht darum geht. Wie können wir vielleicht dann anders damit umgehen, damit wir wirklich auch die Kapazität haben, diese Welt zu verändern und vielleicht zu einer anderen zu machen, in der realistisch mehr Hoffnung da sein kann in der Zukunft oder in der zum Beispiel wirklich mehr Sicherheit besteht. Voll wissend, das sind beides Dinge, die nicht im Außen empfunden werden, sondern im Innen und total individuell sind. es geht. Da ist darum, wenn das Individuum sich besser fühlt mit der Situation, dann passt es und dann reicht es. Und es reicht halt nicht. Agnes: Ja, das, du beschreibst, ist, als würde man so ein Pflaster draufkleben auf die große Wunde, die entsteht durch das System, in dem wir leben. Und ich auch nicht immer sagen, das System, das wirkt irgendwie so diffus. Also ich kann die Dinge natürlich auch genauer benennen oder du hast sie auch schon genauer benannt. Polycrisis mit allem, was dazugehört. Und das kann dann eben missverstanden werden, wenn du so möchtest, auch ein Werkzeug, was dem Kapitalismus schon wieder dient. Wir sind alle nicht okay, weil wir in Zeiten leben, die nicht okay sind. Und Yoga und Coaching biegt uns dann wieder hin, damit wir weiter funktionieren und weiter Geld verdienen und strampeln und dieses System. am Leben erhalten können. einen Begriff, den ich jetzt am Wochenende gehört habe, bei dem Workshop, der mir so paar Gedankenanstöße gegeben hat, welche Erzählung füttern wir dann? Na, was ist denn die Erzählung, an die wir glauben? Und was ist die Erzählung, die wir weiter erzählen und weiter spinnen und weitergeben? Und wenn die Erzählung ist, Und das ist die Erzählung des Kapitalismus. Jeder ist seines Glückes Schmied. Dann ist eben ein Teil dieses Glücksschmiedens, okay, ich geh zum Yoga und zum Coaching und biege mich da wieder hin, damit ich wieder resistenter bin. Nicht, ⁓ Dinge zu verändern, sondern damit ich noch besser in diesem ausbeuterischen System funktioniere. Ja, wir dürfen uns fragen und die Natur hat da ganz gute Antworten. Wir dürfen uns fragen, stimmt denn diese Erzählung, jeder ist seines Glückes Schmied. Und das ist eine Erzählung, die wird im Coaching und in der Meditation und in der Yoga-Welt auch super viel aufgegriffen. gab, da kann ich mich dran erinnern, vor zwei, drei Jahren mal so ein kleines Skandälchen oder nicht Skandälchen, aber schon einen kleinen Aufschrei als Laura-Marina Seiler. Ich glaube, es ist okay, den Namen zu sagen, weil die ist so groß und es kennt ⁓ jeder die und das ist... Maika hat gerade eine Geste gemacht, die ich jetzt nicht beschreiben werde. Meike: Hosen da haben muss man auch immer bisschen vorsichtig sein, weil die Fäche, die verklagen alle. Agnes: Mit großen Neu muss man vorsichtig sein. Ja, aber es gab, ich gebe jetzt einfach etwas wieder. Es gab, glaube ich, auch eine Podcast-Folge oder ein Video, wo Laura-Malina Seiler so was gesagt hat wie, wenn wir morgens aufwachen, hat jede Person eine bestimmte Anzahl Energietaler zur Verfügung und du entscheidest, wie du deine Energietaler einsetzt. Ähm, entscheidest du dich dafür, Yoga zu machen, zu meditieren, gesund zu essen, an die frische Luft zu gehen? Oder entscheidest du dich dafür, Doom zu scrollen, Fernsehen zu gucken, Chips zu essen? Ähm ... Und ... als Konsequenz oder als Fazit war dann, du bist für dein Leben selber verantwortlich, und ob du glück ... ob du dich glücklich fühlst und ob's dir gut geht, dafür bist du komplett selber verantwortlich. Und ich glaube, es ist keine Überraschung, wenn ich sage, das stimmt nicht. Das ist eine Lüge, weil wir alle ganz unterschiedliche Voraussetzungen haben. Es ist sehr privilegiert, das zu denken. Und vielleicht stimmt das in der Welt der Laura-Malina-Seile auch. Aber es hat einfach nicht jede Person diese Möglichkeiten. Meike: Mh. Agnes: Ich will gar nicht anfangen von körperlichen Voraussetzungen oder mentaler Gesundheit oder vielleicht einer Neurodivergenz oder einer Behinderung, die Menschen in ihrem Leben haben oder Familiensituationen, finanzielle Situationen und all diese Dinge. Alleine schon die Frage, wo bist du geboren? Da kann niemand was für. Das ist einfach eine absolute Lotterie, wo du geboren wurdest. Das ist keine Leistung. Und trotzdem ist das was, wo manche Leute so drauf absaften. Ich kann es einfach gar nicht verstehen, weil ich das gar nicht logisch finde. So, und wenn man all diese Dinge nicht mitdenkt, kann es einfach sehr schnell sozialdavinistisch werden und ... Ja, das passt zu dieser Erzählung von jeder ist seines Glückes Schmid und Yoga und Coaching ist dafür da, ⁓ dich wieder zu fixen, damit du wieder besser funktionierst. Meike: Ja, also vor allem, aller mindestens mag mal gesagt sein, dass wir alle morgens definitiv mit einer unterschiedlichen Anzahl Talern aufstehen. Ja, also vielleicht, wenn man bei diesem Bild bleibt und das irgendwie so vereinfacht, dann haben wir alle eine unterschiedliche Menge an diesen Energietalern zur Verfügung und was gewisse Dinge zu tun. kostet, ist auch total unterschiedlich, je nachdem wer wir sind, wo wir sind, was die Bedingungen sind. Agnes: Und wir haben auch nicht immer die freie Entscheidung, wo wir diese Energietaler reinstecken. Vielleicht bin ich alleinerziehendes Elternteil zum Beispiel, dann habe ich keine Wahl, als meine Energietaler in eine bestimmte Richtung zu investieren. Meike: Das ist es. Ja, richtig. das ist nämlich dieses Problem. Also, das ist so diese Schattenseite von diesem Bild, was uns verkauft wurde. Definitiv jetzt hier uns als Millennials auch ein krasses Narrativ, würde ich sagen, unseres Aufwachsens und Erwachsenwerdens, dass man irgendwie so alles sein kann und alles haben kann und es überall irgendwie hinbringen kann. So, also was ja so sehr, erstmal so ganz augenscheinlich ganz empowernd klingt, aber diese Schattenseite davon ist halt so von diesem jeder ist seines Glückes Schmied, wenn irgendwas dann nicht so klappt in meinem Leben, wie ich mir das eigentlich gewünscht oder vorgestellt habe. Und dann sitze ich da mit dem Resultat von, es ist alles gar nicht so toll und es ist alles gar nicht so einfach und ich bin nicht irgendwie überall da angekommen oder fühle mich so, wie ich mir das vorgestellt habe und gewünscht habe. Wer ist dann schuld? Ja, ich selbst. Also wenn ich verantwortlich bin für mein Glück, dann bin ich natürlich auch verantwortlich für mein Pech. Pech in Anführungszeichen oder für alles, irgendwie da ist, was nicht so schön ist. Und das ist halt super gefährlich, dass es nicht die Wahrheit und das ist super gefährlich. Und das füttert aber natürlich total dieses Narrativ. Weil anstatt dann irgendwie diese Kritik auszusprechen von, hey, ich bin in diesen Systemen, die mich eigentlich an diesem Ort halten oder wo ich irgendwie benachteiligt bin oder wo es für mich eben nicht so einfach ist, diesen Systemen Glück zu haben, in Anführungszeichen. Und ich bin dann selber einfach nur... zu doof, zu klein, zu schwach, zu hässlich, zu was weiß ich. Das sind jetzt alles hier nicht Wahrheiten, sondern die subjektiven Schlussfolgerungen, wo man irgendwie landen kann. Und auch Dinge, mit denen ich mich beschäftige im Coaching. Also, by the way, Coaching kann man auch anders machen, als wir es hier gerade besprechen. Aber Menschen, die dann halt da sitzen und gewisse Schlussfolgerungen über sich selbst getroffen haben. Das ist nämlich oft einfach was passiert. Es ist für uns nicht so leicht, rauszugehen und den Finger zu zeigen an die Stellen, wo eigentlich unsere Kritik wirklich gerechtfertigt wäre. Es ist quasi einfacher, den Finger auf uns selber zu zeigen oder einfach was, was automatisch oft passiert. Aus der Tatsache raus, dass wir uns irgendwie immer gerne auch Und das passiert ganz unbewusst, erklären wollen, warum wir irgendwie da landen, wo wir landen. Und wenn dieses Narrativ so sehr gefüttert hat, wir sind verantwortlich, dann suchen wir natürlich den Fehler bei uns. Und dann sitzen wir da und haben alle möglichen Schlussfolgerungen über uns selbst und warum wir zum Beispiel nicht gut genug sind und in dieser Situation sitzen, in der wir sitzen, anstatt so richtig die Augen zu öffnen für wo es hat das System das eigentlich ganz schwierig gemacht und diese ganzen Strukturen und äußeren Bedingungen, in das ich eigentlich bin, in der Situation, der ich bin. Und gutes Coaching muss den Sweet Spot treffen aus beidem und es ist gar nicht so einfach, ja, anzuerkennen, dass ich nicht an allem schuld bin und gleichzeitig aber zu verstehen, dass es auch in den Systemen und Strukturen die nun mal jetzt gerade so sind, wie sie sind, Handlungsspielräume gibt für mich. Vielleicht anders mit dem einen oder anderen umzugehen. Und wie groß oder klein dieser Handlungsspielraum ist, ist völlig unterschiedlich und nicht unbedingt gerecht. Und mich vielleicht irgendwie so zu stärken, ⁓ eine Kraft zu haben, zu versuchen, einzuwirken auf diese Systeme. Und das ist natürlich dann eine ganz große Aufgabe. irgendwo die Möglichkeit zu schaffen, vielleicht auch und was dran zu verändern. Agnes: Ja, und bevor wir in diese Handlungsspielräume gehen, du hast es gerade auf so eine individuelle Ebene gebracht, diese Schuldfrage. Und das Ding ist, ja nicht das unbedingt bei uns ... uns selber bleibt, sondern dass irgendwelche anderen Menschen als Sündenböcke gesucht werden. Und wenn ich nicht schuld bin, ist vielleicht ... Meike: Ja. Agnes: Die geflüchtete Person schuld oder die Person, keine Arbeit hat. ist das, was wir gerade auch sehen, was die deutsche Bundesregierung macht. Die Menschen, die sowieso wenig haben, noch mehr zu melken und da noch zu kürzen. Die Schulbegleitung für Kinder mit Behinderungen, die gestrichen wird oder ... Es gibt diesen 25-Euro-Zuschuss für die allerärmsten Kinder, der gestrichen wird und all diese furchtbaren Schritte, die uns als Gesellschaft weiter vereinzeln und die mit dem Finger auf Einzelne zeigen und vermeintlich Schuldige suchen, anstatt bei dem oberen 1 % zu schauen, wo die ganze Kohle sitzt. anstatt an den Ort zu schauen, wo das alles hinfließt. Und ja, das wird eben auch gefüttert durch dieses Ding von, ist seines Glückes Schmied. Denn wer es nicht schafft, ist selber schuld. So ungefähr kann man das auch übersetzen an dieser Stelle. Und das ist eine Erzählung, wenn wir in die Natur schauen, so eine große Lüge ist, weil Es gewinnt nicht der oder diejenige, die am krassesten, am stärksten sind, sondern es gewinnen die, die am besten kooperieren können. Es gewinnen die Anpassungsfähigsten, die, die dem ganzen System auch was zurückgeben. In der Natur überlebt nichts, was nicht auch irgendwie in einer Form in Verbindung mit anderen steht. Na, wenn du dir zum Beispiel Obstbäume anschaust, die haben nicht einfach nur für sich Obst, sondern die haben Obst, damit das irgendwelche Tiere fressen und den Samen wieder weitertragen, damit die sich weiter vermehren können. Oder Bäume. Bäume, wachsen einfach auch nur so, wie sie Platz haben. Meike: den Ausweisen. Agnes: Die Kronen der Bäume im Wald, die sprechen sich untereinander ab. Die schauen, wo ist hier noch Platz? Wie können wir sinnvoll zusammenwachsen? Es ist nicht so, dass ein Baum sagt, ich gehe jetzt hier full power und ich verdränge alle anderen. Bäume, die zu groß werden, fallen dann auch irgendwann ⁓ Weil die sich in diesem ... in dieser Gemeinschaft nicht mehr einfügen können. Und es ist viel, viel wichtiger, diese Gemeinschaft, Zusammensein, kollektiv zu denken und zu fühlen, anstatt zu sagen so, hey, ich bin geil oder ich hab Schuld, oder der ist geil oder der hat Schuld. Meike: Ja, ich liebe es, dass du dieses Naturbild damit reinbringst, weil manchmal in diesem ganzen Diskurs... wird dann ja auch so was gesagt wie, ja was ist unsere Natur das so und so zu machen und Menschen haben sich immer schon so verhalten oder irgendwelche, kann man ja, Naturbilder gewählt und gesagt, ja und die Spezies macht das irgendwie auch oder irgendwie es wird so ein bisschen und das ist wieder dieses Unterstützendes des Narrativs und hey, da darf man richtig vorsichtig sein. Das ist genau das Gleiche wie jetzt gerade. Alle sagen, wenn KI dann so und so sich weiterentwickelt, dann bla bla bla. Und niemand sagt, falls. Falls KI sich weiterentwickelt zur Superintelligenz. Keiner weiß. Heute ist der 20. Juli 2026. Keiner weiß tatsächlich mit Sicherheit, was in der Zukunft passiert. Aber da wird so dieses Narrativ erzählt, als wäre alles schon so gesetzt. dieses richtig vorsichtig werden für was erzählen wir uns eigentlich. Was wir uns erzählen wird, wahr. in gewisser Weise, weil wir dann alle dran glauben, weil wir uns dann irgendwie alle darauf einigen und dann alle so handeln, als wäre es wahr. Und ab dem Punkt hört es auf, egal zu sein, ob es wirklich wahr ist oder nicht, wenn wir dann danach handeln. Und weißt du, so Bilder wie hier Darwin, Survival of the fittest und was weiß ich und das ist doch alles irgendwie so ganz normal, dass wir uns so verhalten, wir uns so verhalten und sagen, ach nee, guck mal, in der Natur finden wir ganz, ganz viele andere Beispiele. wo es eigentlich eher ⁓ diese symbiotische Verbindung geht, als diese individualistische, egozentrische und immer ⁓ so eine Verbindung, als wie du es gerade gesagt hast, ich gebe was zurück da, wo ich was bekomme. Und ich glaube, dieses Bild hilft uns an tausend Stellen. Und dieses Bild hilft uns auch bei diesem Aspekt von Self-Care oder uns irgendwie ⁓ uns selber zu sorgen oder zu kümmern oder sowas. Agnes: Darwin ist übrigens ein ... Also, Darwin wird sehr doll missbraucht von turbokapitalistischen Systemen. Und Survival of the fittest ist ein Übersetzungsfehler, beziehungsweise ein Interpretationsfehler. Weil Darwin hat niemals gesagt, der Stärkste überlebt, sondern Darwin hat immer schon gemeint, wir können uns natürlich fragen, who is the fittest? Und Darwin hat immer schon gemeint, der Angepassteste überlebt und nicht der Stärkste. Und es wurde aber so gedreht, ⁓ dieses Narrativ zu füttern und zu ja, zu untermauern. Es stimmt einfach überhaupt nicht. Wir Wir können auch unterschiedliche Sätze für unsere Erzählungen deuten und interpretieren und kapern und missbrauchen. Meike: There you go. Ja, ja, fit also so wie fitting in, Nicht wie Jim Bro fit. Ja, wir sind auch Gym-Ladies oder? Gym-Pieps. Ja, voll. Das ist auch das, was ich vorhin meinte. Du kannst einfach alles aus dem Kontext nehmen, irgendwie das Beste, Bestgemeinteste, Wertvollste und kannst es halt irgendwie verpacken in eine andere Ideologie. ⁓ Agnes: Wir sind auch Gymbros. Gymses. Schimpf, people! Meike: ⁓ irgendwie dann vermeintlich deine Meinung rüberzubringen. Agnes: Ja, Ideologie, danke, dass du das sagst. Kapitalismus ist ja auch eine Ideologie. Es ist nicht die Wahrheit oder der einzige Weg. Meike: Ja, richtig. Aber solange wir alle daran glauben, dass das der einzige Weg ist, ist es auch der einzige Weg. Also wir sind ja alle großgewachsen im Kapitalismus und das ist irgendwie für viele von uns, glaube ich, außerhalb unserer Vorstellungskraft, dass die Welt auch existieren könnte, ohne das, weil das so verwoben ist. Aber natürlich solange wir uns da irgendwie alle einigen. Auf diese Aussage bleibt das natürlich auch alles so wie es ist. Es kann sehr kompliziert werden, aber auch sehr spaßig, wenn man irgendwie mal alles in Frage stellt. Also dass quasi alles, was wir so als Gesetz sehen, nicht unbedingt Gesetz sein muss. Und das ist halt auch tatsächlich die Realität. Es ist nur bisschen schwierig, sich vorzustellen. Mh. Agnes: Ja, und das Ding ist, ⁓ Dinge in Frage zu stellen und eventuell auch Schritte zu gehen, ⁓ Dinge zu verändern, braucht es Kraft, es braucht Energie, es braucht Kapazitäten, von denen du auch schon gesprochen hast. Und wenn wir wieder in Richtung Self-Care zurückzirkeln. ist das, was wir eher verstehen dürfen, wie so eine Grundvoraussetzung. Und was sehr Interessantes ist, dass Self-Care als Begriff eigentlich gar nicht dort herkommt, wie wir das heute verstehen. Na, Self-Care wird so sehr als so ein Marketing-Wort benutzt und wird verkauft als, ja, heute, machen einen Self-Care-Tag und hier, kannst diese Maske kaufen und du kannst ... hier eine Infrarot-Sauna-Session buchen oder einen Eisbad oder was weiß ich. Und klar, diese Dinge sind natürlich toll. Und gleichzeitig ist auch Self-Care aus dem Kontext gerissen. Und Self-Care ist ein aktivistisches und ein zutiefst politisches Wort. Und ich würde total gerne Meike: Ja. Agnes: ein Zitat mit euch teilen. hab gerade schon hier mein Handy in der Hand von Audre Lorde. Und Audre Lorde war eine schwarze und queere Aktivistin und Philosophin und Schriftstellerin. Und die hat dieses Wort Self-Care geprägt und sie hat gesagt machs nen kleinen Stempel hier rein. So, ich hab's. Sie hat gesagt, Caring for myself is not self-indulgence, it is self-preservation and that is an act of political warfare. geht also nicht darum, ⁓ der Self-Care-Willen Self-Care zu betreiben, sondern es geht darum, uns zu erhalten. Und gerade als marginalisierte oder mehrfach marginalisierte Person kostet das viel mehr energietaler als zum Beispiel einen privilegierten Meike: und Agnes: Mann, der weiß ist und in der Mittelschicht ist. Zum einen das und zum anderen darf das dazu dienen, unsere Batterien aufzuladen, sodass wir wieder aktiv sein können und in der Welt sein können und wirken können und loslegen können. Meike: Ja, voll. so in Audre Lorde's Texten geht es ja auch voll viel eben ⁓ dieses Thema Gemeinschaft. Self-Care als Tool nicht für das Individuum, sondern als das Tool für die Gemeinschaft. Und ich finde, das ist immer auch so ein schöner Moment, wo man das eigene Privileg... Agnes: Privilile... Privililelelele... Privililelelele Meike: Wir sind so privilegiert, da brauchst du noch ein paar Silben, ⁓ das irgendwie zu unterstützen. Wo man das eigene Privileg erkennen kann, weil die Menschen, die vielleicht ein bisschen, also die mehrfach marginalisiert sind, näher dran sind an dieser Situation, weniger Energietaler zu haben oder näher dran sind die Opfer. zu sein dieser Systeme und der Auswirkungen. Wir sind jetzt eigentlich alle die Opfer davon, aber manche Menschen trifft es eben härter dadurch. Sind irgendwie voll oft die Menschen, die dann schon voll aufgewacht sind für diese Realität. Und warum? Weil sie es quasi müssen. Also weil sie so nah dran sind und damit konfrontiert sind, dass sie nicht so schön in Watte des Privilegs gepackt sind. und das irgendwie alles von sich fernhalten müssen, sondern einfach in dieser Situation sind erkennen zu müssen, dass Self-Care zum Beispiel auf diese Weise eingesetzt werden muss, weil ich mein Self-Preservation ist oder Preservation ein großes Wort, ja, da geht es auch ⁓ was ganz ganz elementares, ähm, Selbstverhaltung auf Deutsch, genau, ja. Agnes: Selbsterhaltung auf Deutsch. Meike: Also das ist... so sehr auf so einer Basis-Ebene. Richtig. Agnes: Da steckt ja auch eine Bedrohung drin, die durchaus real ist. Und Audrey Lord hat, du hast gerade schon gesagt, sie hat ganz viel in Richtung Gemeinschaft und Community gearbeitet. Audrey Lord hat auch eine Zeit lang in Berlin gelebt und hatte da auch Lesungen und hatte da Workshops und ein Tool von ihr war dass sie nach ihren Lesungen, und da waren viele unterschiedliche Leute natürlich anwesend, da waren BIPOC-Personen und weiße Personen, und sie hat am Ende der Lesungen ihre Stimme genutzt und gesagt, sie schickt jetzt alle weißen Personen raus, also die weißen Personen mussten gehen, die durften nach Hause gehen, dann hat sie gesagt zu den BIPOC-Personen so, und ihr setzt euch jetzt zu zweit zusammen und ihr dürft erst gehen, wenn ihr euch mindestens zu zweit fünf Minuten ausgetauscht habt. Und hat so einfach so sehr Community kreiert und ja, dieses Gefühl, nicht alleine zu sein und gemeinsam sind wir stärker. Und es ist so wichtig, weil wir können auf unseren Privilegien nicht bestehen oder wir können nicht davon ausgehen, dass wir immer so privilegiert sind. Wir sind eine Krankheit oder einen Unfall davon entfernt, eine Behinderung zu haben zum Beispiel. Ja, das kann alles sehr, sehr schnell gehen. es ist so wichtig, dass wir dieses Kollektiv mitdenken, ganz egal wie sehr wir meinen es zu brauchen. Wir brauchen das alle. Und wir ja, wir müssen selber nicht nicht da angelangt sein, wo wir in Not sind, ⁓ das zu erkennen. Meike: Ja, sehr schön. Das ist genau, was ich sagen will damit. Also an vielen Stellen sind Menschen in anderen Situationen weniger privilegiert und weisen uns darauf hin. Jetzt haben wir die Möglichkeit, irgendwie die Augen zu verschließen und irgendwie zu denken, dass unser Privileg für immer aufrechterhalten wird. Aber ich meine gerade... Es passiert so viel in der Welt, dass wir sind, glaube ich, an vielen Stellen gar nicht weit davon entfernt, dass sich alles jederzeit ändern kann, im Kollektiven und im Individuellen. Und irgendwie so zu verstehen, wie du gesagt hast, ist ein Zufall halt, wo wir geboren werden, in welcher Situation wir uns befinden. Das ist kein Achievement oder irgendwie irgendwas, wo wir drauf stolz sein können oder uns irgendwie darauf ausruhen können, weil es einfach random ist und uns einfach daran erinnern, wir können ja sogar, also wir sind ja möglicherweise sogar in dieser Situation ein paar mehr Energietaler übrig zu haben als eine andere Person. Das bringt uns ja eigentlich auch in die Pflicht, diese Energietaler Weise einzusetzen und irgendwo auch einzusetzen für Wandel und Veränderungen an den Stellen, die wir uns wünschen. Und ich habe auch Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe. diese Idee. Wenn wir Community wirklich so verstehen, dass wir da alle immer bereit sind, was reinzugeben, dann kann uns eigentlich gar nichts passieren. Es gibt da nicht die Notwendigkeit, uns was zu behalten und für uns was anzuhäufen, falls wir mal in einer Lage sind, da nicht mehr irgendwie beitragen zu können oder uns ⁓ uns selber nicht mehr kümmern zu können, sondern wenn wir Community wirklich verstehen, wenn ich jetzt gerade investiere, zum Beispiel mein Geld, in dem ich spende oder so was oder meine Zeit, in eine andere Person oder in eine Community, von der ich jetzt gerade nicht profitiere, weil ich es gerade nicht brauche, dann ist es aber auch ein Investment in meine Zukunft, in die Möglichkeit, mich auch reinfallen zu lassen in diese Community, sollte ich das irgendwann mal brauchen. So, hoffentlich brauche ich es nicht, aber vielleicht brauche ich es. Und dann ist es auch da. so, das ganze Narrativ wieder irgendwie so ein bisschen zu korrigieren in die Richtung von Wir alle Menschen sind egoistisch, wir sind alle auf eine gewisse Art und Weise, also dieses eigene Leben in uns erhalten zu wollen, diesen Drive haben wir alle. Das ist was irgendwie ganz Natürliches, ist ja klar. Sonst würden wir einfach aufhören zu essen, weil es nervig ist zu kochen, dann wären wir einfach tot oder sowas. Also das ist klar, das ist auch okay, diesen Wunsch, dass wir sicher sind, dass es uns gut geht, ist auch klar, haben wir alle. Aber die Frage ist, kümmern wir uns dann nur ⁓ das und nur ⁓ uns oder können wir wieder verstehen, dass dieses Kümmern ⁓ Community dazu führt, dass es auch für uns gesorgt ist? Das hat dann sogar Platz für beides, das finde ich so crazy. Es hat Platz für diesen egoistischen Wunsch am Leben zu bleiben und dass es einem gut geht und Platz für alle anderen Menschen, die diesen Wunsch auch haben. Agnes: Ja, beides hängt ja auch miteinander zusammen oder ist nicht voneinander getrennt. So wie wir von der Natur. Wir sind das Individuum und gleichzeitig sind wir Teil der Natur und man kann das eine gar nicht von dem anderen trennen. Also wir funktionieren ja nur in diesen Abhängigkeiten. Deswegen ist das, was du beschreibst, eigentlich das einzig Logische. Meike: Ja, voll. Der Baum denkt sich ja nicht so, ⁓ Gott, ich behalte jetzt meine Früchte für mich, weil die sind so juicy und irgendwie so schön, sondern die fallen runter und dann manche, genau, werden irgendwie gefressen von irgendeinem Tier, dass die woanders wieder auskackt und dann sind da die Samen und es wächst irgendwie ein anderer Baum. Und manche der Früchte werden von niemandem gefressen und Agnes: Für mich gehören sie mindestens. Meike: kompostieren auf diesem Boden und bringen wieder Nährstoffe in diesen Baum und sowas. Aber das funktioniert halt nicht, wenn der Baum all seine Früchte oder all seine Blätter oder sowas irgendwie bei sich behält. Agnes: Ja, ja, das ist ganz interessant. Wir haben in dem Workshop letzten Samstag auch so bisschen Prinzipien der Natur herausgearbeitet oder was können wir von der Natur lernen. Und das, was du gerade beschreibst, das beschreibt eins dieser Prinzipien sehr gut, nämlich nichts geht verloren. Meike: Hmm. Agnes: Und alles verbleibt in diesem Kreislauf. Das Gute ist, Gutes geht nicht verloren. Das Schlimme ist, Schlechtes geht leider auch nicht verloren. Also wenn wir uns bewusst machen, wie viel toxische Kriegsmaschinerie in Gaza zum Beispiel in den Boden gesickert ist. Das Beispiel hat Elisabeth gebracht. Am anderen Ende ist es auch nicht verloren und wir würden uns vielleicht wünschen, es geht verloren. Und gleichzeitig zeigt das auch, wie unsere Handlungen im Sinne des Kollektivs Einfluss haben. Es gibt, glaube ich, auf Deutsch nicht so eine gute Übersetzung, aber entsteht dieser Ripple-Effekt. Wenn wir Dinge reingeben in Community ist auch irgendwie so ein diffuses, werberndes Wort. Gleichzeitig, ich bin mir sicher, dass alle von uns in unterschiedlichen Communities auch sind. Das kann ja alles sein. Also die Bundesrepublik Deutschland und die Menschen da drin sind ja auch eine Community, wenn wir das so benennen wollen. Und es kann natürlich auch ein kleinerer Kreis sein. Es kann deine Nachbarschaft sein, kann dein Yogaspülios sein, kann dein Verein sein, kann dein Freund in den Kreis sein oder was auch immer. Meike: Ja voll, sind in verschiedenen Communities ja auch zeitgleich. Teil meiner Community kann und ist auch übrigens der Dönerladen, zu dem ich immer gehe ⁓ die Ecke. Agnes: Gehst du dahin und die wissen schon wie du deinen Döner haben willst? Ja. Meike: Ja, das ist ein einziger Mann. Erdogan heißt der. Das ist sein Laden. Man trifft immer ihn an. Der ist der allersweeteste Typ überhaupt. Vor einer Weile, vor ein, zwei Jahren, sollte der rausgeworfen werden aus seinem Laden, den der seit 20 Jahren da irgendwie selber führt. Weil jemand anders dieses Haus gekauft hat. Hallo in München. und das irgendwie dann umgebaut werden sollte und so was. Und das hat er uns erzählt und Ron, mein Freund und ich saßen sofort danach den ganzen Abend zusammen und waren so, wen kennen wir, was können wir mobilisieren? Der hat uns gar nicht darum gebeten. Ich weiß auch gar nicht, ob er es gewollt hätte oder sowas, ja, aber... Wir haben sofort überlegt, wo wo kennen wir jemand anders, wo könnte der Laden irgendwie hin, wen kennen wir, wer kann sich einsetzen. Ron hat auch ein paar Kontakte und haben über so was nachgedacht und ihm das dann auch gepitcht. Glücklicherweise durfte er dann, ohne unser Zutun muss man fairerweise sagen, dann doch da drin bleiben. Aber auch so was ist Community. Das ist gar nicht so, wie du sagst, so ein diffuser Begriff, der irgendwie so weit weg ist oder so was. sondern sie sind auch einfach die Menschen, mit denen man irgendwie tagtäglich zu tun hat, mit denen man jetzt gar nicht so eine offensichtliche emotionale Verbindung hat, weil es ist meine beste Freundin oder sowas, die Menschen einfach ⁓ einen herum dieses Ökosystem meines Mittagsessens, in das ich eingebettet bin. Und irgendwie so dieses Verständnis von halt irgendwie... irgendwie haben wir alle was halt miteinander zu tun. Und in dem Moment hab ich einfach so voll gedacht, hey, ich hab andere Energietaler hier, ich hab andere Kontakte, hab andere Verknüpfungen, ich bin nicht das Opfer von Rassismus, wenn ich mich irgendwie mit dem Thema beschäftige. Erdogan potenziell schon. Und das... Warum sollte ich mich nicht einsetzen, wenn sie mir irgendwie doch... ganz leicht fällt an einer Stelle für eine andere Person. Wenn wir das alle ein bisschen mehr machen würden in so was ganz Kleines, könnte so viel passieren. Wie schön wäre das dann, wenn das irgendwann eine Person auch mal machen würde für mich an einer Stelle, so eine ähnliche Situation vielleicht mit mir wäre oder so. Agnes: Ja, da sagst du auch was ganz wichtiges. Es geht auch nicht darum, eine riesengroße Aktion ins Rollen zu bringen oder sofort einen riesigen Hebel zu bewegen. Wenn wir das denken, dann kann sich das ganz schnell auch in so eine Machtlosigkeit umkehren, je nachdem, was wir für Voraussetzungen haben. Was wir aber machen können, womit wir jeden Tag starten können, mit dem, wie wir durch die Welt gehen, wie wir mit Menschen sprechen, welche Schritte wir gehen. Und es kann auch so was sein wie, ich sehe, da liegt ein Stück Müll auf der Straße, da liegt ein Schokoladenpapierchen und ich heb das auf und schmeiß das in den Mülleimer. Mit solchen Sachen geht es schon los. Wenn wir uns alle für alles mehr verantwortlich fühlen würden, wäre die Welt viel geiler. Ich habe ja auch von meinem Irland-Urlaub erzählt. Und in Irland ist das zum Beispiel auch viel präsenter. Ich habe ja auch schon geteilt, dass die Leute da so unfassbar nett sind. Und was auch krass ist, dass in Irland kaum irgendwo Müll rumliegt. Meike: Ja, voll. Agnes: Was auch witzig ist, es gibt kaum Mülleimer. Ja, da könnte man denken, so, hä, wie passt das zusammen? Es gehört viel mehr zur Kultur, dass man seinen eigenen Müll wieder mitnimmt und einfach zu Hause entsorgt. ... Revolutionär. Aber ja, gibt ... Ab und zu hab ich mal so ein Schildchen gesehen an so öffentlichen Attraktionen oder so Plätzen. Meike: Ja wow, das ist ein revolutionärer Ansatz. Wahnsinn. Agnes: Wo dann auch steht, hey, bitte nehmt euren Müll wieder mit. Und die Leute machen das auch. Und in so kleineren Städten hab ich auch so Schilder gesehen von so Aktionen, wir halten zusammen die Stadt sauber. Und all das sind so kleine kollektive Taten, die wir gemeinsam und eben für alle begehen können. Und ich weiß, es können auch manchmal so So Gefühle entstehen oder Gedanken von, mein Nachbar kümmert sich nicht darum und mein Nachbar schmeißt den Müll auf den Boden. Warum sollte ich mich darum kümmern? Das Ding ist, wir können es in diese oder in diese Richtung wälzen. Wir können das in die oder in die Richtung bewegen. Und wenn wir nicht anfangen, wer soll denn sonst anfangen? Irgendjemand muss anfangen und du kannst dieser irgendjemand sein oder wir alle können dieser jemand sein. Meike: Ja, ich finde es so wichtig, dass du das gerade noch mal darauf hinweist, dieses... Weil wenn wir so drüber reden, ja, diese Systeme, wir ruhen uns aus, Self-Care ist wichtig, weil dann können wir wieder da sein und diese Systeme verändern. Okay, ⁓ mein Gott, wie verändert man diese Systeme? Die sind so groß, ja? Diese Hoffnungslosigkeit, die da irgendwie kommen kann. Aber wirklich so dieses Verstehen von sich einzusetzen für die Sachen, die uns wichtig sind, ist, also kann richtig klein. einfach sein und das finde ich, naja, da gibt es eine Stimme in mir, die dann manchmal sagt, nein, das ist aber zu wenig und das reicht nicht und gleichzeitig aber auch so ein, also das ist einfach meine innere Stimme, die irgendwie so einen großen Druck mir macht zu denken, ich muss alle Probleme auf einmal lösen und wir wissen alle, realistisch das ist, dass eine einzige Person alle Probleme des Kollektivs einfach löst, aber so... dieses immer wieder daran erinnern von... Wenn mir Rechte von Flinter oder Feminismus oder sowas wichtig ist, ist es mir zum Beispiel, bin ich einfach super aware, wenn ich ⁓ mich herum zum Beispiel weiblich gelesene Personen sehe, die in einer komischen Situation sind mit... namentlich gelesenen Personen. Wenn ich irgendwie sehe, jemand wird da irgendwie komisch angesprochen oder bedrängt oder es ist irgendwie dunkel oder ein Kind ist irgendwo hier gerade alleine und ich sehe nicht die Mutter, dann gehe ich nicht einfach schnell weiter zu meinem Termin, sondern schaue mich mal einmal ⁓ Das ist eine Möglichkeit, sich für Flinter einzusetzen, die mini klein ist und einfach im Alltag passieren kann. Da könnten wir jetzt ganz viele Beispiele wenn mir Klimawandel wichtig ist, nehme ich nicht auch einfach mein eigener Möbel nach Hause, nehme den zu Hause, trenne oder sowas. Und wenn man sich erinnert, dass diese Dinge, so klein wirken können, aber einen großen Impact haben können, dann kann man sich auch diese Handlungsfähigkeit ein bisschen wieder zurückholen und muss nicht so reinrennen in diese Hoffnungslosigkeit. Man kann so die bewusste Verknüpfung machen von Diese Handlung kann was verändern, ganz Kleinen. Aber wenn genug Menschen im Kleinen was verändern, kann sich das Große auch verändern. Agnes: Ja, wir als Alltagsmenschen haben so viele kleine Alltagshebel in der Hand, ⁓ das große Ganze zu beeinflussen. Und was mir auch gerade kommt, wenn wir noch mal in Richtung Yoga-Lehrperson denken. Und ich weiß, dass auch viele Yoga-Lehrpersonen zuhören. Deswegen spreche ich das auch noch mal so konkret an. Wir haben natürlich auch als Yoga-Lehrperson eine Stimme. Wir je nachdem, wie das bei uns so aussieht, wahrscheinlich stehen wir jede Woche vor 10, 20, 30, 40, 50 Menschen und können auch Dinge ansprechen, können diese kollektiven Themen mit einweben in unseren Unterricht und es geht zum einen gar nicht darum, die Dinge so von sich wegzuschieben oder Good Vibes Only. Ja, darüber haben wir ja auch schon mal geredet, ⁓ so zu tun, als wäre das alles nicht da, sondern wir haben da eine Rolle, die potentiell da ist, ⁓ das Kollektiv zu stärken und ⁓ dieses Bewusstsein für das Kollektive zu stärken. Das ist die eine Sache. Und die andere Sache ist, wir können ganz konkret mit dieser Stimme oder mit diesem Oder sagen wir, mit dieser Bühne, die wir haben, was ja auch ein riesiges Privileg ist, können wir auch was bewegen. Wir können Spendenklassen veranstalten, zum Beispiel, ⁓ ganz konkret Geld zu sammeln und das in Form von oder diese Form von Energietaler irgendwo konkret hinzuschicken. Ja, und das ist Ich teile das deshalb, weil das etwas ist, was mir persönlich auch hilft. Ich habe viele Spendenevents gemacht in den letzten Jahren und zum Beispiel auch mehrfach Kirtans für Gaza, wo wir teilweise mit 50 Leuten zusammengekommen sind und wo wir 1000 Euro am Abend gesammelt haben. Das war mal unser Rekord, das ist der Knaller. Wenn wir 1000 Euro an Familien in Gaza direkt schicken können. Das ist was, was ganz konkret hilft und was verändert. Ich habe darüber nachgedacht, dass es auch nicht nur so, dass dieses Ergebnis natürlich mega geil ist, es hilft auch mir selber. Es fühlt sich gut an, was Gutes zu tun. Also lasst uns doch mehr davon machen. Meike: Ja, voll. Ich finde, ich teile jetzt noch einen letzten Insight dazu, dann ist es auch bald schon Zeit für unser Summa Summa herum. Was mir sehr geholfen hat bei meinem eigenen Weg, genau dahin zu kommen, was du gerade beschrieben hast, mich selbst als selbstwirksam und hilfreich zu empfinden in dieser verrückten Welt ist, was das heißt, Ecosystem of Change, also das Ökosystem von Veränderung und so dieses Anerkennen, dass quasi in so einem Prozess von Veränderung, die wir uns vielleicht wünschen bei manchen Themen, verschiedene Menschen verschiedene Rollen haben können. Weil ich habe lange gelitten unter dieser Vorstellung von, ich muss die Person sein, die alles macht. Spendenplassen organisiert, die laut darüber spricht, die alles auf Instagram postet, weiß ich nicht, den PolitikerInnen eine E-Mail schreibt, irgendwie die Demos organisiert und auf die Demos geht und irgendwie so diese Vorstellung von es reicht irgendwie nur, wenn ich das alles mache. Und da sind so verschiedene Rollen beschrieben, die es eben geben kann in so einer Veränderung, die alle wichtig und wertvoll sind und die wir auch ein bisschen auswählen dürfen nach unseren energital an unseren Skills, unserem Vernetztsein und so was. Ja, vielleicht bin ich eine Person, sehr gut mit Worten umgehen kann. Dann schreibe ich oder spreche ich darüber oder spreche in einem Podcast über diese Themen. Ja, vielleicht bin ich eine Person, die so volles Organisationstalent hat und organisiere solche Demos und so weiter. Ich glaube fast sogar, dass wir eventuell in einem von unseren anderen Podcasts sogar schon mal gesprochen haben über dieses Konzept. bin ich mir sicher. Egal. Einfach so dieses Verständnis von, welche Rollen kann man da alles einnehmen, welche Rollen sind alles Teil davon. Ich muss nicht alles machen, alles auf einmal machen, aber ich darf eben was machen. Muss, vielleicht. Kann man leider auch einfach sagen. Agnes: Ja. Deswegen bildet Banden so, dass diese unterschiedlichen RollenträgerInnen da zusammenwirken können. Meike: Hmm... Yes. Okay, Agnes, es ist Zeit für unser Summa Summa Arum. Agnes: Zeit für das Sommer. Ich will mal Sommer so mal rum. Ja, Sommer haben wir auch gerade. Der macht gerade eine kleine, süße, angenehme Pause. Und wir können Sommer so mal rum sagen, dass natürlich Self-Care und Regeneration unfassbar wichtig sind. Und doch sind sie keine Sackgasse. Sie sind keine Einbahnstraße, sondern sie dürfen als das dienen. Meike: Das Sommer. Agnes: was sie eigentlich sind und wie sie ursprünglich gemeint sind, nämlich als eine Tür, die wieder aufgeht in Richtung Kollektiv und in diese Richtung von, dass wir alle gemeinsam gestalten und uns nicht alleine auf unserer kleinen Mathe verlieren. Meike: Yes. Wunderbar. Ja, richtig. Gibt es noch was hinzuzufügen? Ja, ich weiß. Agnes: einer Zeitstempe. Meike: Hmm... Jaja... von der Neutentzeitstimpe. Diesmal gibt's bisschen mehr zu schneiden. Ähm... Warte. Ich muss mich ratieren. Ja, eigentlich hast du das Wichtigste schon gesagt. Das reicht. Agnes: Ich krass, denn ich fühle mich so gut. Meike: Agnes, ich unterschreibe wie immer alles was du gesagt hast. Ein wunderschönes Summa summarum und guter Abschluss dafür. Ich dank dir für diese Folge, deine Portion Meinung und Erfahrung und Wissen. Diese ganzen coolen Perspektiven, die du rausgebracht hast, auch aus diesem Workshop. Ja, und ich freue mich schon auf unsere nächste Folge. Agnes: Ich dank dir, Souvermeike, und freue mich auch schon richtig doll auf unsere nächste Folge. Habt eine gute Zeit, ihr kleinen und großen Mäuse. Bleibt wieder spendstick und bis bald. Meike: Bis bald! Tschüssi! Agnes: Das ...